Kapitel 246: vyāsastutiḥ purāṇamāhātmyaphalaśrutivarṇanaṃ ca
Das Lob des Vyāsa und die Darlegung der Größe des Purāṇa und seiner Hörfrüchte
Dies ist das letzte Kapitel des Brahma-Purāṇa in der vorliegenden GRETIL-Quelle (endend bei BrP_246.40). Die Weisen preisen Vyāsa für die Verkündung des Purāṇa, es folgt die klassische Phalaśruti (Darlegung der Früchte des Hörens/Rezitierens), und die Erzählung schließt mit der Bitte des Lomaharṣaṇa/Sūta um Erlaubnis, sich von der Versammlung der Weisen zu entfernen.
Lomaharṣaṇa sprach: So hat einst Vyāsa den Weisen das Purāṇa mit sanfter Stimme vorgetragen, mit Worten, die frei von den achtzehn Fehlern und gehaltvoller waren, o Zweifachgeborene [Anm.],
Wort für Wort
evaṃ purā munīn vyāsaḥ
so hat einst Vyāsa den Weisen
purāṇaṃ ślakṣṇayā girā
das Purāṇa mit sanfter Stimme
daśāṣṭadoṣarahitair vākyaiḥ
mit Worten, frei von den achtzehn Fehlern
sāratarair dvijāḥ
gehaltvoller, o Zweifachgeborene
[Anm.] 'daśāṣṭadoṣarahitaiḥ' ('frei von den achtzehn Fehlern') ist ein Fachbegriff der Poetik (Kāvya-Alaṃkāra-Śāstra), der eine feste Liste von achtzehn Kompositionsfehlern voraussetzt, die hier nicht einzeln aufgeführt wird. Der Satz erstreckt sich über V.1-3.
vollständig, rein von den acht Makeln [Anm.], mit der Zusammenstellung verschiedener Lehrwerke, verbunden mit reiner Gattung, geschmückt mit trefflichen Worten
Wort für Wort
pūrṇam astamalaiḥ śuddhair
vollständig, rein von den acht Makeln
nānāśāstrasamuccayaiḥ
mit der Zusammenstellung verschiedener Lehrwerke
jātiśuddhasamāyuktaṃ
verbunden mit reiner Gattung
sādhuśabdopaśobhitam
geschmückt mit trefflichen Worten
[Anm.] 'aṣṭamalaiḥ' ('von den acht Makeln') ist wie V.1's 'achtzehn Fehler' ein poetologischer Fachbegriff ohne nähere Aufzählung hier; 'jātiśuddhasamāyuktaṃ' ('verbunden mit reiner Gattung') könnte sich auf die literarische Gattung/den Versbau beziehen, ist aber unsicher [?].
versehen mit der vollständigen Darlegung von Einwand und Lehrsatz - nachdem er [es] vorgetragen hatte, wie es sich gebührt, hielt der Großgesinnte inne.
te 'pi śrutvā muniśreṣṭhāḥ purāṇaṃ vedasaṃmitam / ādyaṃ brāhmābhidhānaṃ ca sarvavāñchāphalapradam //
Nachdem auch sie, die Besten der Weisen, das dem Veda gleichgeachtete, uranfängliche Purāṇa mit dem Namen 'Brahma' gehört hatten, das die Frucht jedes Wunsches gewährt,
Wort für Wort
te 'pi śrutvā muniśreṣṭhāḥ
nachdem auch sie, die Besten der Weisen, gehört hatten
Die Weisen sprachen: Ach, o Bester der Weisen, von dir wurde das Purāṇa, der Śruti gleichgeachtet, das die Frucht jedes Gewünschten gewährt, das alle Sünde hinwegnimmt, das höchste,
Allwissend bist du, o Hochbeglückter, wie Bṛhaspati unter den Göttern; wir verneigen uns vor dir, dem Hochweisen, dem im Brahman Gegründeten, dem großen Weisen.
Wort für Wort
sarvajñas tvaṃ mahābhāga
allwissend bist du, o Hochbeglückter
deveṣv iva bṛhaspatiḥ
wie Bṛhaspati unter den Göttern
namasyāmo mahāprājñaṃ
wir verneigen uns vor dem Hochweisen
brahmiṣṭhaṃ tvāṃ mahāmunim
dem im Brahman Gegründeten, dir, dem großen Weisen
Nachdem er die vier Veden mit ihren Hilfswissenschaften und die Grammatiken studiert hatte, verfasste er das Lehrwerk Bhārata - ihm, dessen Wesen das Wissen ist, sei Verehrung!
namo 'stu te vyāsa viśālabuddhe phullāravindāyatapattranetra / yena tvayā bhāratatailapūrṇaḥ prajvālito jñānamayaḥ pradīpaḥ //
Verehrung sei dir, o Vyāsa, du mit weitem Verstand, mit Augen wie die langen Blütenblätter des aufgeblühten Lotus - durch dich wurde die aus Wissen bestehende Lampe, gefüllt mit dem Öl des Bhārata, entzündet! [Anm.]
Wort für Wort
namo 'stu te vyāsa viśālabuddhe
Verehrung sei dir, o Vyāsa, du mit weitem Verstand
phullāravindāyatapattranetra
mit Augen wie die langen Blütenblätter des aufgeblühten Lotus
yena tvayā bhāratatailapūrṇaḥ
durch dich, gefüllt mit dem Öl des Bhārata
prajvālito jñānamayaḥ pradīpaḥ
wurde die aus Wissen bestehende Lampe entzündet
[Anm.] Erster Vers in einem längeren Versmaß (vermutlich Śārdūlavikrīḍita-artig) ohne Daṇḍa-Interpunktion im Quelltext (vier Zeilen: BrP_246.11a-d); zur Einheitlichkeit wurde hier konventionelle Interpunktion ergänzt. Die 'Lampe des Wissens'-Metapher ist eine bekannte, auch in anderen Texten wiederkehrende Formel.
Und von dir wurden mit dem Stäbchen der Wissens-Augensalbe die Augen derer geöffnet, die von der Finsternis des Nichtwissens geblendet und durch falsche Anschauungen in die Irre geführt worden waren. [Anm.]
Wort für Wort
ajñānatimirāndhānāṃ
derer, die von der Finsternis des Nichtwissens geblendet sind
bhrāmitānāṃ kudṛṣṭibhiḥ
die durch falsche Anschauungen in die Irre geführt wurden
jñānāñjanaśalākena tvayā
von dir, mit dem Stäbchen der Wissens-Augensalbe
conmīlitā dṛśaḥ
wurden die Augen geöffnet
[Anm.] Die Formel 'jñānāñjanaśalākā' ('Stäbchen der Wissens-Augensalbe') ist eine bekannte, in zahlreichen Sanskrit-Texten wiederkehrende Bildformel für das Aufheben geistiger Blindheit durch Erkenntnis.
Nachdem sie so gesprochen und Vyāsa verehrt hatten, und selbst geehrt worden waren, gingen sie alle, ihr Ziel erfüllt, so wie sie gekommen waren, zu ihrer eigenen Einsiedelei zurück.
Wort für Wort
evam uktvā samabhyarcya vyāsaṃ
nachdem sie so gesprochen und Vyāsa verehrt hatten
wie ich von euch gefragt wurde nach der Frage, o ihr Besten der Zweifachgeborenen - das alles wurde durch die Gnade Vyāsas von mir vollständig verkündet.
Wort für Wort
yathā bhavadbhiḥ pṛṣṭo 'haṃ
wie ich von euch gefragt wurde
saṃpraśnaṃ dvijasattamāḥ
nach der Frage, o ihr Besten der Zweifachgeborenen
Dies soll von Hausvätern, von Asketen, von Keuschheitsschülern gehört werden - es gewährt den Menschen Reichtum und Glück, es ist reinigend, es vernichtet die Sünde.
Ebenso soll es von den Brahman-Ergebenen, den Brahmanen, den Brahmanen und den übrigen [Ständen], den wohl Beherrschten, mit großem Eifer, richtig, von denen, die nach dem Heil verlangen, gehört werden.
Wort für Wort
tathā brahmaparair viprair
ebenso von den Brahman-Ergebenen, den Brahmanen
brāhmaṇādyaiḥ susaṃyataiḥ
den Brahmanen und den übrigen, den wohl Beherrschten
purāṇaṃ vaiṣṇavaṃ tv etat sarvakilbiṣanāśanam / viśiṣṭaṃ sarvaśāstrebhyaḥ puruṣārthopapādakam //
Dieses Purāṇa aber ist ein Viṣṇu-Purāṇa [?], das alle Verfehlung vernichtet, ausgezeichnet vor allen [anderen] Lehrwerken, das die Menschenziele herbeiführt.
Wort für Wort
purāṇaṃ vaiṣṇavaṃ tv etat
dieses Purāṇa aber ist ein Viṣṇu-Purāṇa
sarvakilbiṣanāśanam
das alle Verfehlung vernichtet
viśiṣṭaṃ sarvaśāstrebhyaḥ
ausgezeichnet vor allen Lehrwerken
puruṣārthopapādakam
das die Menschenziele herbeiführt
[?] Die Bezeichnung 'vaiṣṇavam' ('Viṣṇu-Purāṇa') steht in scheinbarer Spannung zur Selbstbezeichnung als 'brāhmam' ('Brahma-Purāṇa') in V.4; das Brahma-Purāṇa enthält jedoch, besonders in seinen späteren Teilen, ausgeprägt viṣṇuitisches Material, sodass sich beide Zuordnungen überschneiden können.
etad vo yan mayākhyātaṃ purāṇaṃ vedasaṃmitam / śrute 'smin sarvadoṣotthaḥ pāparāśiḥ praṇaśyati //
Dies, das euch von mir erzählt wurde, das Purāṇa, dem Veda gleichgeachtet - wenn dieses gehört wird, vergeht der aus allen Fehlern entstandene Sündenhaufen.
Wort für Wort
etad vo yan mayākhyātaṃ
dies, das euch von mir erzählt wurde
purāṇaṃ vedasaṃmitam
das Purāṇa, dem Veda gleichgeachtet
śrute 'smin sarvadoṣotthaḥ
wenn dieses gehört wird, der aus allen Fehlern entstandene
prayāge puṣkare caiva kurukṣetre tathārbude / upoṣya yad avāpnoti tad asya śravaṇān naraḥ //
Was der Mensch erlangt, nachdem er in Prayāga, in Puṣkara, in Kurukṣetra und ebenso in Arbuda gefastet hat, das [erlangt er] durch das Hören dieses [Purāṇa].
Wort für Wort
prayāge puṣkare caiva
in Prayāga, in Puṣkara und auch
kurukṣetre tathārbude
in Kurukṣetra und ebenso in Arbuda
upoṣya yad avāpnoti
was man nach dem Fasten erlangt
tad asya śravaṇān naraḥ
das [erlangt] der Mensch durch das Hören von diesem
yad agnihotre suhute varṣe nāpnoti vai phalam / mahāpuṇyamayaṃ viprās tad asya śravaṇāt sakṛt //
Welche aus großem Verdienst bestehende Frucht man durch ein wohlvollzogenes Agnihotra-Opfer in einem Jahr nicht erlangt, o Brahmanen, die [erlangt man] durch einmaliges Hören dieses [Purāṇa].
Wort für Wort
yad agnihotre suhute
was durch ein wohlvollzogenes Agnihotra-Opfer
varṣe nāpnoti vai phalam
in einem Jahr nicht als Frucht erlangt
mahāpuṇyamayaṃ viprās
die aus großem Verdienst bestehende, o Brahmanen
tad asya śravaṇāt sakṛt
das [erlangt man] durch einmaliges Hören von diesem
Welche Frucht der Mensch erlangt, nachdem er an der Dvādaśī der hellen Monatshälfte des Jyeṣṭha im Wasser der Yamunā gebadet und in Mathurā Hari erblickt hat,
Wort für Wort
yaj jyeṣṭhaśukladvādaśyāṃ
welche, an der Dvādaśī der hellen Monatshälfte des Jyeṣṭha
eben diese Frucht erlangt er vollständig durch konzentriertes Rezitieren, o Brahmanen, [wenn er] diesem Purāṇa hingegeben ist, mit dem auf Keśava gerichteten Sinn.
yat phalaṃ kriyam ālokya puruṣo 'tha labhen naraḥ / tat phalaṃ samavāpnoti yaḥ paṭhec chṛṇuyād api //
Welche Frucht ein Mensch erlangen möge, nachdem er eine [religiöse] Handlung vollzogen [?] hat - eben diese Frucht erlangt vollständig, wer [dieses Purāṇa] liest oder auch nur hört.
Wort für Wort
yat phalaṃ kriyam ālokya
welche Frucht, nachdem er eine Handlung vollzogen hat
puruṣo 'tha labhen naraḥ
der Mensch dann erlangen möge
tat phalaṃ samavāpnoti
eben diese Frucht erlangt vollständig
yaḥ paṭhec chṛṇuyād api
wer liest oder auch nur hört
[?] 'kriyām ālokya' (wörtlich 'nachdem er eine Handlung betrachtet hat') ist syntaktisch unklar; hier im Sinne von 'eine religiöse Handlung ausgeführt/beobachtet hat' übersetzt.
Dies bringt Ruhm, Lebenskraft, gewährt Glück, mehrt den Ruhm, gewährt den Menschen Kraft und Gedeihen, es ist glückbringend, es vernichtet böse Träume.
Wer, ein Gelehrter, zu den drei Dämmerungszeiten mit Vertrauen, wohlgesammelt, diese vortrefflichste Erzählung liest, der möge alles Erwünschte erlangen.
Wort für Wort
trisaṃdhyaṃ yaḥ paṭhed vidvāñ
wer, ein Gelehrter, zu den drei Dämmerungszeiten liest
Der von Krankheit Geplagte wird von der Krankheit befreit, der Gefesselte möge von der Fessel befreit werden, der Verängstigte wird von der Furcht befreit, der in Not Geratene von der Not.
Wort für Wort
rogārto mucyate rogād
der von Krankheit Geplagte wird von der Krankheit befreit
Welche Wünsche auch immer der Mensch im Sinn habend, mit angestrengtem Geist [dieses Purāṇa] liest, eben all diese erlangt er - hieran ist kein Zweifel.
Und wer dies beständig hört - dieses Himmel und Erlösung gewährende [Purāṇa] -, sich vor Viṣṇu, dem Weltenlehrer, dem Gunsterweisenden, verneigend, mit einem allein der Hingabe gewidmeten Sinn, rein, der genießt hier Glück, von Makel befreit, und im Himmel himmlisches Glück, und geht danach zum ganz makellosen Ort Haris, befreit von den materiellen Erscheinungsformen. [Anm.]
Wort für Wort
yaś cedaṃ satataṃ śṛṇoti manujaḥ
und wer dies beständig hört, der Mensch
svargāpavargapradaṃ
das Himmel und Erlösung gewährende [Purāṇa]
viṣṇuṃ lokaguruṃ praṇamya varadaṃ
sich vor Viṣṇu, dem Weltenlehrer, dem Gunsterweisenden, verneigend
bhaktyekacittaḥ śuciḥ
mit einem allein der Hingabe gewidmeten Sinn, rein
bhuktvā cātra sukhaṃ vimuktakaluṣaḥ
genießt er hier Glück, von Makel befreit
svarge ca divyaṃ sukhaṃ
und im Himmel himmlisches Glück
paścād yāti hareḥ padaṃ suvimalaṃ
und geht danach zum ganz makellosen Ort Haris
mukto guṇaiḥ prākṛtaiḥ
befreit von den materiellen Erscheinungsformen
[Anm.] Wie V.11 ein vierzeiliger Hymnenvers ohne Daṇḍa-Interpunktion im Quelltext (BrP_246.34a-d); konventionelle Interpunktion wurde zur Einheitlichkeit ergänzt.
tasmād vipravaraiḥ svadharmaniratair muktyekamārgepsubhis tadvat kṣatriyapuṃgavais tu niyataiḥ śreyorthibhiḥ sarvadā / vaiśyaiś cānudinaṃ viśuddhakulajaiḥ śūdrais tathā dhārmikaiḥ śrotavyaṃ tv idam uttamaṃ bahuphalaṃ dharmārthamokṣapradam //
Deshalb soll dies Vortrefflichste, das reiche Frucht bringt, das Dharma, Artha und Erlösung gewährt, gehört werden: von den besten Brahmanen, die an ihrem eigenen Dharma Freude haben und allein nach dem Weg der Erlösung verlangen, ebenso von den besten Kriegern, den disziplinierten, die immer nach dem Heil verlangen, von den Händlern täglich, die aus reiner Familie geboren sind, und ebenso von den rechtschaffenen Dienern.
Wort für Wort
tasmād vipravaraiḥ svadharmaniratair
deshalb von den besten Brahmanen, die an ihrem eigenen Dharma Freude haben
muktyekamārgepsubhis
die allein nach dem Weg der Erlösung verlangen
tadvat kṣatriyapuṃgavais tu niyataiḥ
ebenso von den besten Kriegern, den disziplinierten
śreyorthibhiḥ sarvadā
die immer nach dem Heil verlangen
vaiśyaiś cānudinaṃ viśuddhakulajaiḥ
von den Händlern täglich, die aus reiner Familie geboren sind
śūdrais tathā dhārmikaiḥ
und ebenso von den rechtschaffenen Dienern
śrotavyaṃ tv idam uttamaṃ bahuphalaṃ
soll dies Vortrefflichste, das reiche Frucht bringt, gehört werden
dharme matir bhavatu vaḥ puruṣottamānāṃ sa hy eka eva paralokagatasya bandhuḥ / arthāḥ striyaś ca nipuṇair api sevyamānā naiva prabhāvam upayānti na ca sthiratvam //
Auf den Dharma sei euer Sinn gerichtet, ihr besten Menschen - denn er allein ist der Freund dessen, der in die andere Welt gegangen ist. Reichtümer und Frauen, auch wenn sie von Geschickten gepflegt werden, erlangen keineswegs Wirkkraft und auch nicht Beständigkeit. [Anm.]
Wort für Wort
dharme matir bhavatu vaḥ
auf den Dharma sei euer Sinn gerichtet
puruṣottamānāṃ
ihr besten Menschen
sa hy eka eva paralokagatasya bandhuḥ
denn er allein ist der Freund dessen, der in die andere Welt gegangen ist
arthāḥ striyaś ca nipuṇair api sevyamānā
Reichtümer und Frauen, auch wenn sie von Geschickten gepflegt werden
naiva prabhāvam upayānti na ca sthiratvam
erlangen keineswegs Wirkkraft und auch nicht Beständigkeit
[Anm.] Beginn einer klassischen dreiversigen Dharma-Lobpreisung (V.36-38), wie sie in ähnlicher Form auch in anderen Purāṇen und im Mahābhārata als Abschlussformel begegnet.
dharmeṇa rājyaṃ labhate manuṣyaḥ svargaṃ ca dharmeṇa naraḥ prayāti / āyuś ca kīrtiṃ ca tapaś ca dharmaṃ dharmeṇa mokṣaṃ labhate manuṣyaḥ //
Durch den Dharma erlangt der Mensch Königsherrschaft, und durch den Dharma geht der Mann zum Himmel; Lebenskraft, Ruhm, Askese und Dharma, durch den Dharma erlangt der Mensch die Erlösung.
Wort für Wort
dharmeṇa rājyaṃ labhate manuṣyaḥ
durch den Dharma erlangt der Mensch Königsherrschaft
dharmo 'tra mātāpitarau narasya dharmaḥ sakhā cātra pare ca loke / trātā ca dharmas tv iha mokṣadaś ca dharmād ṛte nāsti tu kiṃcid eva //
Der Dharma ist hier Vater und Mutter des Menschen, der Dharma ist der Freund hier und in der anderen Welt; der Dharma ist der Beschützer, und er gewährt hier die Erlösung - außer dem Dharma gibt es aber überhaupt nichts.
Wort für Wort
dharmo 'tra mātāpitarau narasya
der Dharma ist hier Vater und Mutter des Menschen
dharmaḥ sakhā cātra pare ca loke
der Dharma ist der Freund hier und in der anderen Welt
trātā ca dharmas tv iha mokṣadaś ca
der Dharma ist der Beschützer, und er gewährt hier die Erlösung
idaṃ rahasyaṃ śreṣṭhaṃ ca purāṇaṃ vedasaṃmitam / na deyaṃ duṣṭamataye nāstikāya viśeṣataḥ //
Dieses Geheimnis, das vortrefflichste, dem Veda gleichgeachtete Purāṇa, soll nicht gegeben werden dem von böser Gesinnung, insbesondere nicht dem Ungläubigen.
Dieses vortreffliche Purāṇa, das von mir erzählt wurde, das Sünde hinwegnimmt und den Dharma mehrt, dieses höchste Geheimnis wurde von euch gehört - gebt mir die Erlaubnis, o Weise, ich gehe nun. [Anm.]
Wort für Wort
idaṃ mayoktaṃ pravaraṃ purāṇaṃ
dieses vortreffliche Purāṇa, das von mir erzählt wurde
pāpāpahaṃ dharmavivardhanaṃ ca
das Sünde hinwegnimmt und den Dharma mehrt
śrutaṃ bhavadbhiḥ paramaṃ rahasyam
dieses höchste Geheimnis wurde von euch gehört
ājñāpayadhvaṃ munayo vrajāmi
gebt mir die Erlaubnis, o Weise, ich gehe nun
[Anm.] Schlussformel der Erzählung: Lomaharṣaṇa (Sūta) erbittet von der Versammlung der Weisen die Erlaubnis, sich zu entfernen. Mit diesem Vers (BrP_246.40) endet das Brahma-Purāṇa in der vorliegenden GRETIL-Quelle. Ebenfalls ein vierzeiliger Vers ohne Daṇḍa-Interpunktion im Original; konventionelle Interpunktion ergänzt.