Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 209: dvividavadhaḥ Die Tötung des Dvivida

Der Affe Dvivida, Freund des getöteten Dämonen Naraka, verübt aus Rache gegen die Götter weitreichende Verwüstungen (Opferstörung, Zerstörung von Städten, Flutwellen). Als er Balarāma und dessen Gattinnen bei einem Trinkgelage verspottet und angreift, erschlägt Balarāma ihn im Faustkampf; die Götter lassen einen Blütenregen herabfallen und preisen die Tat.

śṛṇudhvaṃ munayaḥ sarve balasya balaśālinaḥ / kṛtaṃ yad anyad evābhūt tad api śrūyatāṃ dvijāḥ //

Vyāsa sprach: „Höret, ihr Weisen alle, von einer weiteren Tat, die von dem kraftvollen Bala vollbracht wurde – auch diese möge gehört werden, o Zweifachgeborene.

Wort für Wort
śṛṇudhvaṃ munayaḥ sarve balasya balaśālinaḥ /
Höret, ihr Weisen alle, von einer weiteren Tat, die von dem kraftvollen Bala vollbracht wurde –
kṛtaṃ yad anyad evābhūt tad api śrūyatāṃ dvijāḥ //
auch diese möge gehört werden, o Zweifachgeborene.

narakasyāsurendrasya devapakṣavirodhinaḥ / sakhābhavan mahāvīryo dvivido nāma vānaraḥ //

Des Naraka, des Herrn der Asuras, des Gegners der Götterpartei, war ein Freund von großer Kraft, ein Affe namens Dvivida.

Wort für Wort
narakasyāsurendrasya devapakṣavirodhinaḥ /
Des Naraka, des Herrn der Asuras, des Gegners der Götterpartei,
sakhābhavan mahāvīryo dvivido nāma vānaraḥ //
war ein Freund von großer Kraft, ein Affe namens Dvivida.

vairānubandhaṃ balavān sa cakāra surān prati //

Jener Starke schloss eine Feindschaft gegen die Götter.

Wort für Wort
vairānubandhaṃ balavān sa cakāra surān prati //
Jener Starke schloss eine Feindschaft gegen die Götter.

[Anm.: Einzeiliger Vers mit Asterisk-Markierung im Quelltext (//* BrP_209.3 //), offenbar fehlendes zweites Pāda.]

narakaṃ hatavān kṛṣṇo baladarpasamanvitam / kariṣye sarvadevānāṃ tasmād eṣa pratikriyām //

Dvivida sprach: „Kṛṣṇa, erfüllt vom Hochmut seiner Kraft, hat Naraka getötet – dafür werde ich nun an allen Göttern Vergeltung üben.”

Wort für Wort
narakaṃ hatavān kṛṣṇo baladarpasamanvitam /
„Kṛṣṇa, erfüllt vom Hochmut seiner Kraft, hat Naraka getötet –
kariṣye sarvadevānāṃ tasmād eṣa pratikriyām //
dafür werde ich nun an allen Göttern Vergeltung üben.”

yajñavidhvaṃsanaṃ kurvan martyalokakṣayaṃ tathā / tato vidhvaṃsayām āsa yajñān ajñānamohitaḥ //

Vyāsa sprach: Verwüstung der Opfer bewirkend, und ebenso Vernichtung der Sterblichenwelt, zerstörte er, von Torheit umnebelt, darauf die Opfer,

Wort für Wort
yajñavidhvaṃsanaṃ kurvan martyalokakṣayaṃ tathā /
Verwüstung der Opfer bewirkend, und ebenso Vernichtung der Sterblichenwelt,
tato vidhvaṃsayām āsa yajñān ajñānamohitaḥ //
zerstörte er, von Torheit umnebelt, darauf die Opfer,

bibheda sādhumaryādāṃ kṣayaṃ cakre ca dehinām / dadāha capalo deśaṃ puragrāmāntarāṇi ca //

durchbrach die Grenzen der Rechtschaffenen und brachte Verderben über die verkörperten Wesen; der Unstete verbrannte das Land sowie Städte und Dörfer dazwischen.

Wort für Wort
bibheda sādhumaryādāṃ kṣayaṃ cakre ca dehinām /
durchbrach die Grenzen der Rechtschaffenen und brachte Verderben über die verkörperten Wesen;
dadāha capalo deśaṃ puragrāmāntarāṇi ca //
der Unstete verbrannte das Land sowie Städte und Dörfer dazwischen.

kvacic ca parvatakṣepād grāmādīn samacūrṇayat / śailān utpāṭya toyeṣu mumocāmbunidhau tathā //

Und manchmal zermalmte er durch das Schleudern von Bergen Dörfer und dergleichen; Felsen ausreißend, warf er sie in die Gewässer und ebenso in den Ozean.

Wort für Wort
kvacic ca parvatakṣepād grāmādīn samacūrṇayat /
Und manchmal zermalmte er durch das Schleudern von Bergen Dörfer und dergleichen;
śailān utpāṭya toyeṣu mumocāmbunidhau tathā //
Felsen ausreißend, warf er sie in die Gewässer und ebenso in den Ozean.

punaś cārṇavamadhyasthaḥ kṣobhayām āsa sāgaram / tenātikṣobhitaś cābdhir udvelo jāyate dvijāḥ //

Und wieder, inmitten des Ozeans stehend, wühlte er das Meer auf; und dadurch, übermäßig aufgewühlt, trat der Ozean über seine Ufer, o Zweifachgeborene.

Wort für Wort
punaś cārṇavamadhyasthaḥ kṣobhayām āsa sāgaram /
Und wieder, inmitten des Ozeans stehend, wühlte er das Meer auf;
tenātikṣobhitaś cābdhir udvelo jāyate dvijāḥ //
und dadurch, übermäßig aufgewühlt, trat der Ozean über seine Ufer, o Zweifachgeborene.

plāvayaṃs tīrajān grāmān purādīn ativegavān / kāmarūpaṃ mahārūpaṃ kṛtvā sasyāny anekaśaḥ //

Die Küstendörfer und Städte überflutend, überaus schnell, eine gestaltwandlerische, gewaltige Form annehmend, [zerstörte er] die Feldfrüchte auf vielfache Weise,

Wort für Wort
plāvayaṃs tīrajān grāmān purādīn ativegavān /
Die Küstendörfer und Städte überflutend, überaus schnell,
kāmarūpaṃ mahārūpaṃ kṛtvā sasyāny anekaśaḥ //
eine gestaltwandlerische, gewaltige Form annehmend, [zerstörte er] die Feldfrüchte auf vielfache Weise,

luṭhan bhramaṇasaṃmardaiḥ saṃcūrṇayati vānaraḥ / tena viprakṛtaṃ sarvaṃ jagad etad durātmanā //

sich wälzend, zermalmte der Affe [alles] mit den Zerstörungen seiner wirbelnden Bewegungen; durch jenen Bösgesinnten wurde diese ganze Welt geschädigt.

Wort für Wort
luṭhan bhramaṇasaṃmardaiḥ saṃcūrṇayati vānaraḥ /
sich wälzend, zermalmte der Affe [alles] mit den Zerstörungen seiner wirbelnden Bewegungen;
tena viprakṛtaṃ sarvaṃ jagad etad durātmanā //
durch jenen Bösgesinnten wurde diese ganze Welt geschädigt.

niḥsvādhyāyavaṣaṭkāraṃ dvijāś cāsīt suduḥkhitam / kadācid raivatodyāne papau pānaṃ halāyudhaḥ //

[Die Welt wurde] ohne vedisches Rezitieren und den Opferruf ‚vaṣaṭ' und war überaus leidgeplagt, o Zweifachgeborene; einst, im Raivata-Garten, trank der Pflugträger [Balarāma] Wein,

Wort für Wort
niḥsvādhyāyavaṣaṭkāraṃ dvijāś cāsīt suduḥkhitam /
[Die Welt wurde] ohne vedisches Rezitieren und den Opferruf ‚vaṣaṭ' und war überaus leidgeplagt, o Zweifachgeborene;
kadācid raivatodyāne papau pānaṃ halāyudhaḥ //
einst, im Raivata-Garten, trank der Pflugträger Wein,

revatī ca mahābhāgā tathaivānyā varastriyaḥ / udgīyamāno vilasal-lalanāmaulimadhyagaḥ //

und Revatī, die Hochbeglückte, sowie ebenso andere vortreffliche Frauen [waren bei ihm]; besungen, inmitten der Häupter der glänzenden Frauen sitzend,

Wort für Wort
revatī ca mahābhāgā tathaivānyā varastriyaḥ /
und Revatī, die Hochbeglückte, sowie ebenso andere vortreffliche Frauen [waren bei ihm];
udgīyamāno vilasal-lalanāmaulimadhyagaḥ //
besungen, inmitten der Häupter der glänzenden Frauen sitzend,

reme yaduvaraśreṣṭhaḥ kubera iva mandare / tataḥ sa vānaro 'bhyetya gṛhītvā sīriṇo halam //

vergnügte sich der Erste der besten Yadus, wie Kubera auf dem [Berg] Mandara; da kam jener Affe herbei, ergriff des Pflugträgers Pflug

Wort für Wort
reme yaduvaraśreṣṭhaḥ kubera iva mandare /
vergnügte sich der Erste der besten Yadus, wie Kubera auf dem [Berg] Mandara;
tataḥ sa vānaro 'bhyetya gṛhītvā sīriṇo halam //
da kam jener Affe herbei, ergriff des Pflugträgers Pflug

muśalaṃ ca cakārāsya saṃmukhaḥ sa viḍambanām / tathaiva yoṣitāṃ tāsāṃ jahāsābhimukhaṃ kapiḥ //

und die Keule, und trieb, vor ihm stehend, Spott mit ihm; und ebenso lachte der Affe jenen Frauen ins Gesicht.

Wort für Wort
muśalaṃ ca cakārāsya saṃmukhaḥ sa viḍambanām /
und die Keule, und trieb, vor ihm stehend, Spott mit ihm;
tathaiva yoṣitāṃ tāsāṃ jahāsābhimukhaṃ kapiḥ //
und ebenso lachte der Affe jenen Frauen ins Gesicht.

pānapūrṇāṃś ca karakāṃś cikṣepāhatya vai tadā / tataḥ kopaparītātmā bhartsayām āsa taṃ balam //

Und er warf die weingefüllten Krüge zu Boden, sie zerschlagend; da schalt Bala, sein Sinn von Zorn erfasst, ihn.

Wort für Wort
pānapūrṇāṃś ca karakāṃś cikṣepāhatya vai tadā /
Und er warf die weingefüllten Krüge zu Boden, sie zerschlagend;
tataḥ kopaparītātmā bhartsayām āsa taṃ balam //
da schalt Bala, sein Sinn von Zorn erfasst, ihn.

tathāpi tam avajñāya cakre kilakilādhvanim / tataḥ samutthāya balo jagṛhe muśalaṃ ruṣā //

Doch selbst da, ihn verachtend, stieß er den Spottlaut ‚kilakila' aus; da erhob sich Bala und ergriff im Zorn seine Keule.

Wort für Wort
tathāpi tam avajñāya cakre kilakilādhvanim /
Doch selbst da, ihn verachtend, stieß er den Spottlaut ‚kilakila' aus;
tataḥ samutthāya balo jagṛhe muśalaṃ ruṣā //
da erhob sich Bala und ergriff im Zorn seine Keule.

so 'pi śailaśilāṃ bhīmāṃ jagrāha plavagottamaḥ / cikṣepa ca sa tāṃ kṣiptāṃ muśalena sahasradhā //

Auch er, der Beste der Affen, ergriff einen furchtbaren Felsbrocken und schleuderte [ihn]; und er [Balarāma] zerschlug jenen geschleuderten [Felsen] mit der Keule in tausend Stücke.

Wort für Wort
so 'pi śailaśilāṃ bhīmāṃ jagrāha plavagottamaḥ /
Auch er, der Beste der Affen, ergriff einen furchtbaren Felsbrocken und schleuderte [ihn];
cikṣepa ca sa tāṃ kṣiptāṃ muśalena sahasradhā //
und er [Balarāma] zerschlug jenen geschleuderten [Felsen] mit der Keule in tausend Stücke.

bibheda yādavaśreṣṭhaḥ sā papāta mahītale / apatan muśalaṃ cāsau samullaṅghya plavaṃgamaḥ //

Der Beste der Yādavas zerbrach ihn; er fiel zu Boden; und jener Affe, über die Keule hinwegspringend, stürzte sich [auf ihn].

Wort für Wort
bibheda yādavaśreṣṭhaḥ sā papāta mahītale /
Der Beste der Yādavas zerbrach ihn; er fiel zu Boden;
apatan muśalaṃ cāsau samullaṅghya plavaṃgamaḥ //
und jener Affe, über die Keule hinwegspringend, stürzte sich [auf ihn].

vegenāyamya roṣeṇa balenorasy atāḍayat / tato balena kopena muṣṭinā mūrdhni tāḍitaḥ //

Mit Wucht [den Arm] zurückziehend, schlug er ihn im Zorn auf die Brust; darauf wurde er von Bala, zornig, mit der Faust auf den Kopf geschlagen.

Wort für Wort
vegenāyamya roṣeṇa balenorasy atāḍayat /
Mit Wucht [den Arm] zurückziehend, schlug er ihn im Zorn auf die Brust;
tato balena kopena muṣṭinā mūrdhni tāḍitaḥ //
darauf wurde er von Bala, zornig, mit der Faust auf den Kopf geschlagen.

papāta rudhirodgārī dvividaḥ kṣīṇajīvitaḥ / patatā taccharīreṇa gireḥ śṛṅgam aśīryata //

Dvivida stürzte, Blut speiend, sein Leben erloschen; durch seinen fallenden Leib wurde ein Berggipfel zerschmettert.

Wort für Wort
papāta rudhirodgārī dvividaḥ kṣīṇajīvitaḥ /
Dvivida stürzte, Blut speiend, sein Leben erloschen;
patatā taccharīreṇa gireḥ śṛṅgam aśīryata //
durch seinen fallenden Leib wurde ein Berggipfel zerschmettert.

munayaḥ śatadhā vajri-vajreṇeva hi tāḍitam / puṣpavṛṣṭiṃ tato devā rāmasyopari cikṣipuḥ //

O Weise, [er wurde] hundertfach zerschmettert, als wäre er von dem Blitzkeil des Blitzträgers [Indra] getroffen worden; darauf ließen die Götter einen Blütenregen auf Rāma herabfallen.

Wort für Wort
munayaḥ śatadhā vajri-vajreṇeva hi tāḍitam /
O Weise, [er wurde] hundertfach zerschmettert, als wäre er von dem Blitzkeil des Blitzträgers [Indra] getroffen worden;
puṣpavṛṣṭiṃ tato devā rāmasyopari cikṣipuḥ //
darauf ließen die Götter einen Blütenregen auf Rāma herabfallen.

praśaśaṃsus tadābhyetya sādhv etat te mahat kṛtam / anena duṣṭakapinā daityapakṣopakāriṇā / jagan nirākṛtaṃ vīra diṣṭyā sa kṣayam āgataḥ //

Sie kamen herbei und priesen ihn: „Wohlgetan ist diese deine große Tat! Durch diesen bösen Affen, der der Daitya-Partei diente, wurde die Welt geschädigt, o Held – zum Glück ist er nun dem Verderben anheimgefallen.”

Wort für Wort
praśaśaṃsus tadābhyetya sādhv etat te mahat kṛtam /
Sie kamen herbei und priesen ihn: „Wohlgetan ist diese deine große Tat!
anena duṣṭakapinā daityapakṣopakāriṇā /
Durch diesen bösen Affen, der der Daitya-Partei diente,
jagan nirākṛtaṃ vīra diṣṭyā sa kṣayam āgataḥ //
wurde die Welt geschädigt, o Held – zum Glück ist er nun dem Verderben anheimgefallen.”

[Anm.: 3-zeiliger Vers.]

evaṃvidhāny anekāni baladevasya dhīmataḥ / karmāṇy aparimeyāni śeṣasya dharaṇībhṛtaḥ //

Vyāsa sprach: Solcherart sind die vielen, unermesslichen Taten des weisen Baladeva, des Śeṣa, des Trägers der Erde.

Wort für Wort
evaṃvidhāny anekāni baladevasya dhīmataḥ /
Solcherart sind die vielen, unermesslichen Taten des weisen Baladeva,
karmāṇy aparimeyāni śeṣasya dharaṇībhṛtaḥ //
des Śeṣa, des Trägers der Erde.

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