Kapitel 142: devasthānatīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Devasthāna-Tīrtha (Rāhus Enkel Meghahāsa und die Versöhnung mit den Göttern)
Zu Beginn des Kṛtayuga, im Kampf zwischen Göttern und Dānavas, entsteht aus der Daitya-Frau Siṃhikā der mächtige Rāhu, der bei der Entstehung des Amṛta gespalten wird (Anspielung auf seine Enthauptung). Sein Sohn Meghahāsa übt aus Trauer um den Vater Askese an der Gautamī, bis Götter und Weise ihn um ein Ende bitten und ihm im Gegenzug Versöhnung anbieten: Rāhu wird zum Planeten, Meghahāsa zum Herrn der Rākṣasas (Nairṛtas) erhoben, und ihm wird die Macht der Tīrtha zugeeignet, die fortan Devasthāna (auch Deva-Tīrtha) heißt, da dort einst alle Götter versammelt waren, mit 18 weiteren, von den Daityas verehrten Tīrthas.
Die Götter und Weisen sprachen: Lass ab von der Askese, Starkarmiger - was auch in deinem Sinn feststeht, all das soll durch die Gnade von Śiva und der Gaṅgā geschehen. Was wäre durch die Gnade von Śiva und der Gaṅgā hier schwer zu erlangen?
Wort für Wort
tapo jahi mahābāho yat te manasi saṃsthitam
lass ab von der Askese, Starkarmiger, was in deinem Sinn feststeht
sarvaṃ bhavatu nāmedaṃ śivagaṅgāprasādataḥ
all das soll geschehen durch die Gnade von Śiva und Gaṅgā
śivagaṅgāprasādena kiṃ nāmāsty atra durlabham
durch die Gnade von Śiva und Gaṅgā, was wäre hier schwer erlangbar?
{meghahāsa uvāca:} paribhūtaḥ pitā pūjyo yuṣmābhir mama daivatam /
tasyāpi mama cātyantaṃ prītiś ca kriyate yadi //
Meghahāsa sprach: Mein Vater, meine verehrungswürdige Gottheit, wurde von euch gedemütigt. Wenn ihm und auch mir äußerste Zuneigung erwiesen werden soll...
Wort für Wort
paribhūtaḥ pitā pūjyo yuṣmābhir mama daivatam
mein verehrungswürdiger Vater, meine Gottheit, wurde von euch gedemütigt
tasyāpi mama cātyantaṃ prītiś ca kriyate yadi
wenn ihm und auch mir äußerste Zuneigung erwiesen wird
[Anm.: Der Satz setzt sich syntaktisch in V.8 fort.]
bhavadbhis tapaso 'smāc ca ahaṃ vairān nivartaye /
vairaniryātanaṃ kāryaṃ putreṇa pitur ādarāt /
prārthayante bhavantaś cet pūrṇās tan me manorathāḥ //
...dann werde ich durch euch von dieser Askese und von der Feindschaft ablassen. Die Vergeltung der Feindschaft ist durch den Sohn aus Verehrung für den Vater zu vollbringen; wenn ihr (mich) darum bittet, sind meine Wünsche erfüllt.
Wort für Wort
bhavadbhis tapaso 'smāc ca ahaṃ vairān nivartaye
durch euch werde ich von dieser Askese und der Feindschaft ablassen
vairaniryātanaṃ kāryaṃ putreṇa pitur ādarāt
die Vergeltung der Feindschaft ist durch den Sohn aus Verehrung für den Vater zu vollbringen
prārthayante bhavantaś cet pūrṇās tan me manorathāḥ
wenn ihr (mich darum) bittet, sind meine Wünsche erfüllt
[Anm.: Dreizeiliger Vers im Original; bildet mit V.7 syntaktisch einen zusammenhängenden bedingten Satz.]
Brahmā sprach: Da machten alle Scharen der Götter Rāhu zu einem (Sonne und Mond) folgenden Planeten, und ihn, Meghahāsa, machten sie zum Stier der Rākṣasas.
Wort für Wort
tataḥ suragaṇāḥ sarve rāhuṃ cakrur grahānugam
da machten alle Scharen der Götter Rāhu zu einem folgenden Planeten
taṃ cāpi meghahāsaṃ te cakrū rākṣasapuṃgavam
und ihn, Meghahāsa, machten sie zum Stier (Besten) der Rākṣasas
tīrthasyāsya prabhāvaś ca dātavya iti me matiḥ /
tathety uktvā dadur devāḥ sarvam eva manogatam //
'Die Macht dieser Tīrtha soll mir gegeben werden' - das ist meine Meinung. 'So sei es', sprachen die Götter und gaben ihm alles, was er sich gewünscht hatte.
Wort für Wort
tīrthasyāsya prabhāvaś ca dātavya iti me matiḥ
die Macht dieser Tīrtha soll gegeben werden - das ist meine Meinung
tathety uktvā dadur devāḥ sarvam eva manogatam
'so sei es' sprechend, gaben die Götter alles, was in seinem Sinn war
devasthānaṃ tu tat tīrthaṃ devānām api durlabham /
yatra deveśvaro devo devatīrthaṃ tataḥ smṛtam //
Diese Tīrtha heißt Devasthāna, schwer erlangbar selbst für die Götter; da dort der Gott, der Herr der Götter, weilt, wird sie als Deva-Tīrtha überliefert.
Wort für Wort
devasthānaṃ tu tat tīrthaṃ devānām api durlabham
diese Tīrtha (heißt) Devasthāna, schwer erlangbar selbst für die Götter
yatra deveśvaro devo devatīrthaṃ tataḥ smṛtam
wo der Gott, der Herr der Götter (weilt), wird sie daher als Deva-Tīrtha überliefert