Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 206: bāṇayuddhaṃ hariharayor saṃvādaś ca Der Kampf mit Bāṇa und das Gespräch zwischen Hari und Hara

Bāṇas Ungeduld nach Kampf und Śivas Prophezeiung; Citralekhā entführt Aniruddha zu Uṣā, seine Entdeckung und Fesselung durch Bāṇas Schlangenwaffe; Kṛṣṇas, Balarāmas und Pradyumnas Feldzug nach Śoṇitapura; Kämpfe mit Śivas Fieber-Dämon Jvara, mit Śiva selbst (mittels der Gähn-Waffe außer Gefecht gesetzt) und mit Kārttikeya; Bāṇas tausend Arme werden bis auf vier vom Diskus Sudarśana abgeschlagen; Śivas Fürbitte und Anerkennung Kṛṣṇas als den Höchsten; Kṛṣṇas Antwort über die Wesensgleichheit beider; Rückkehr nach Dvārakā mit Aniruddha und Uṣā.

bāṇo 'pi praṇipatyāgre tataś cāha trilocanam //

Vyāsa sprach: Auch Bāṇa, sich zunächst verneigend, sprach dann zu dem Dreiäugigen [Śiva]:

Wort für Wort
bāṇo 'pi praṇipatyāgre tataś cāha trilocanam //
Auch Bāṇa, sich zunächst verneigend, sprach dann zu dem Dreiäugigen [Śiva]:

[Anm.: Einzeiliger Vers mit Asterisk-Markierung im Quelltext (//* BrP_206.1 //), offenbar fehlendes zweites Pāda.]

deva bāhusahasreṇa nirviṇṇo 'haṃ vināhavam / kaccin mamaiṣāṃ bāhūnāṃ sāphalyakaraṇo raṇaḥ / bhaviṣyati vinā yuddhaṃ bhārāya mama kiṃ bhujaiḥ //

Bāṇa sprach: „O Gott, mit [meinen] tausend Armen bin ich, ohne Kampf, überdrüssig; wird mir wohl ein Kampf zuteilwerden, der diese meine Arme zur Erfüllung bringt? Ohne Krieg sind [sie mir] nur eine Last – was nützen mir [dann] die Arme?”

Wort für Wort
deva bāhusahasreṇa nirviṇṇo 'haṃ vināhavam /
„O Gott, mit [meinen] tausend Armen bin ich, ohne Kampf, überdrüssig;
kaccin mamaiṣāṃ bāhūnāṃ sāphalyakaraṇo raṇaḥ /
wird mir wohl ein Kampf zuteilwerden, der diese meine Arme zur Erfüllung bringt?
bhaviṣyati vinā yuddhaṃ bhārāya mama kiṃ bhujaiḥ //
Ohne Krieg sind [sie mir] nur eine Last – was nützen mir [dann] die Arme?”

[Anm.: 3-zeiliger Vers.]

mayūradhvajabhaṅgas te yadā bāṇa bhaviṣyati / piśitāśijanānandaṃ prāpsyasi tvaṃ tadā raṇam //

Śaṃkara sprach: „Wenn dein Pfauen-Banner zerbrochen sein wird, o Bāṇa, dann wirst du einen Kampf erlangen, der die fleischfressenden Wesen erfreut.”

Wort für Wort
mayūradhvajabhaṅgas te yadā bāṇa bhaviṣyati /
Wenn dein Pfauen-Banner zerbrochen sein wird, o Bāṇa,
piśitāśijanānandaṃ prāpsyasi tvaṃ tadā raṇam //
dann wirst du einen Kampf erlangen, der die fleischfressenden Wesen erfreut.”

tataḥ praṇamya muditaḥ śaṃbhum abhyāgato gṛhāt / bhagnaṃ dhvajam athālokya hṛṣṭo harṣaṃ paraṃ yayau //

Da, nachdem er sich verneigt hatte, kehrte er, erfreut, von Śambhu nach Hause zurück; und als er dann das zerbrochene Banner erblickte, geriet er, hocherfreut, in höchste Wonne.

Wort für Wort
tataḥ praṇamya muditaḥ śaṃbhum abhyāgato gṛhāt /
Da, nachdem er sich verneigt hatte, kehrte er, erfreut, von Śambhu nach Hause zurück;
bhagnaṃ dhvajam athālokya hṛṣṭo harṣaṃ paraṃ yayau //
und als er dann das zerbrochene Banner erblickte, geriet er, hocherfreut, in höchste Wonne.

etasminn eva kāle tu yogavidyābalena tam / aniruddham athāninye citralekhā varā sakhī //

Zu ebendieser Zeit brachte die vortreffliche Freundin Citralekhā jenen Aniruddha mittels der Kraft der Yoga-Wissenschaft [zu Uṣā].

Wort für Wort
etasminn eva kāle tu yogavidyābalena tam /
Zu ebendieser Zeit, mittels der Kraft der Yoga-Wissenschaft,
aniruddham athāninye citralekhā varā sakhī //
brachte die vortreffliche Freundin Citralekhā jenen Aniruddha [zu Uṣā].

kanyāntaḥpuramadhye taṃ ramamāṇaṃ sahoṣayā / vijñāya rakṣiṇo gatvā śaśaṃsur daityabhūpateḥ //

Die Wächter, als sie erfuhren, dass er sich inmitten der Frauengemächer mit Uṣā vergnügte, gingen hin und meldeten es dem Daitya-Herrscher.

Wort für Wort
kanyāntaḥpuramadhye taṃ ramamāṇaṃ sahoṣayā /
Als sie erfuhren, dass er sich inmitten der Frauengemächer zusammen mit Uṣā vergnügte,
vijñāya rakṣiṇo gatvā śaśaṃsur daityabhūpateḥ //
gingen die Wächter hin und meldeten es dem Daitya-Herrscher.

vyādiṣṭaṃ kiṃkarāṇāṃ tu sainyaṃ tena mahātmanā / jaghāna parighaṃ lauham ādāya paravīrahā //

Doch das Heer der [zu seiner Ergreifung] beauftragten Diener erschlug jener Großmütige, der Feindeshelden-Vernichter, indem er einen eisernen Prügel ergriff.

Wort für Wort
vyādiṣṭaṃ kiṃkarāṇāṃ tu sainyaṃ tena mahātmanā /
Doch das Heer der [zu seiner Ergreifung] beauftragten Diener erschlug jener Großmütige,
jaghāna parighaṃ lauham ādāya paravīrahā //
der Feindeshelden-Vernichter, indem er einen eisernen Prügel ergriff.

hateṣu teṣu bāṇo 'pi rathasthas tadvadhodyataḥ / yudhyamāno yathāśakti yadā vīreṇa nirjitaḥ //

Als jene erschlagen waren, wurde auch Bāṇa, auf dem Wagen stehend, [selbst] zu seiner [Aniruddhas] Tötung bereit, kämpfend nach Kräften, [doch] von dem Helden bezwungen.

Wort für Wort
hateṣu teṣu bāṇo 'pi rathasthas tadvadhodyataḥ /
Als jene erschlagen waren, wurde auch Bāṇa, auf dem Wagen stehend, zu seiner Tötung bereit,
yudhyamāno yathāśakti yadā vīreṇa nirjitaḥ //
kämpfend nach Kräften, [doch] von dem Helden bezwungen.

māyayā yuyudhe tena sa tadā mantracoditaḥ / tataś ca pannagāstreṇa babandha yadunandanam //

Da kämpfte er, von Zaubersprüchen angetrieben, mittels Zauberkraft (māyā) gegen ihn, und fesselte darauf den Liebling der Yadus mit der Schlangenwaffe.

Wort für Wort
māyayā yuyudhe tena sa tadā mantracoditaḥ /
Da kämpfte er, von Zaubersprüchen angetrieben, mittels Zauberkraft gegen ihn,
tataś ca pannagāstreṇa babandha yadunandanam //
und fesselte darauf den Liebling der Yadus mit der Schlangenwaffe.

dvāravatyāṃ kva yāto 'sāv aniruddheti jalpatām / yadūnām ācacakṣe taṃ baddhaṃ bāṇena nāradaḥ //

Während die Yadus in Dvāravatī munkelten: „Wohin ist dieser Aniruddha gegangen?”, berichtete ihnen Nārada, dass er von Bāṇa gefesselt worden sei.

Wort für Wort
dvāravatyāṃ kva yāto 'sāv aniruddheti jalpatām /
Während die Yadus in Dvāravatī munkelten: „Wohin ist dieser Aniruddha gegangen?”,
yadūnām ācacakṣe taṃ baddhaṃ bāṇena nāradaḥ //
berichtete ihnen Nārada, dass er von Bāṇa gefesselt worden sei.

taṃ śoṇitapure śrutvā nītaṃ vidyāvidagdhayā / yoṣitā pratyayaṃ jagmur yādavā nāma vairiti //

Als sie hörten, er sei von einer in der Zauberkunst bewanderten Frau nach Śoṇitapura gebracht worden, schenkten die Yādavas [diesem] Wort Glauben.

Wort für Wort
taṃ śoṇitapure śrutvā nītaṃ vidyāvidagdhayā /
Als sie hörten, er sei von einer in der Zauberkunst bewanderten Frau nach Śoṇitapura gebracht worden,
yoṣitā pratyayaṃ jagmur yādavā nāma vairiti //
schenkten die Yādavas [diesem] Wort Glauben.

tato garuḍam āruhya smṛtamātrāgataṃ hariḥ / balapradyumnasahito bāṇasya prayayau puram //

Da bestieg Hari den Garuḍa, der sogleich beim bloßen Gedanken an ihn herbeigekommen war, und zog, zusammen mit Bala und Pradyumna, zu Bāṇas Stadt.

Wort für Wort
tato garuḍam āruhya smṛtamātrāgataṃ hariḥ /
Da bestieg Hari den Garuḍa, der sogleich beim bloßen Gedanken an ihn herbeigekommen war,
balapradyumnasahito bāṇasya prayayau puram //
und zog, zusammen mit Bala und Pradyumna, zu Bāṇas Stadt.

purīpraveśe pramathair yuddham āsīn mahābalaiḥ / yayau bāṇapurābhyāśaṃ nītvā tān saṃkṣayaṃ hariḥ //

Beim Eintritt in die Stadt kam es zum Kampf mit den überaus starken Pramathas [Śivas Geisterscharen]; Hari gelangte in die Nähe von Bāṇas Stadt, nachdem er sie zugrunde gerichtet hatte.

Wort für Wort
purīpraveśe pramathair yuddham āsīn mahābalaiḥ /
Beim Eintritt in die Stadt kam es zum Kampf mit den überaus starken Pramathas,
yayau bāṇapurābhyāśaṃ nītvā tān saṃkṣayaṃ hariḥ //
Hari gelangte in die Nähe von Bāṇas Stadt, nachdem er sie zugrunde gerichtet hatte.

tatas tripādas triśirā jvaro māheśvaro mahān / bāṇarakṣārtham atyarthaṃ yuyudhe śārṅgadhanvanā //

Dann kämpfte das große, dreifüßige, dreiköpfige Fieber (Jvara) Maheśvaras aufs Äußerste mit dem Träger des Śārṅga-Bogens, um Bāṇa zu schützen.

Wort für Wort
tatas tripādas triśirā jvaro māheśvaro mahān /
Dann [kämpfte] das große, dreifüßige, dreiköpfige Fieber Maheśvaras,
bāṇarakṣārtham atyarthaṃ yuyudhe śārṅgadhanvanā //
aufs Äußerste mit dem Träger des Śārṅga-Bogens, um Bāṇa zu schützen.

tadbhasmasparśasaṃbhūta-tāpaṃ kṛṣṇāṅgasaṃgamāt / avāpa baladevo 'pi samaṃ saṃmīlitekṣaṇaḥ //

Die aus der Berührung mit dessen Asche entstandene Glut erlangte, durch die Berührung mit Kṛṣṇas Leib, auch Baladeva gleichermaßen, wobei sich seine Augen [vor Schmerz] schlossen.

Wort für Wort
tadbhasmasparśasaṃbhūta-tāpaṃ kṛṣṇāṅgasaṃgamāt /
Die aus der Berührung mit dessen Asche entstandene Glut, durch die Berührung mit Kṛṣṇas Leib,
avāpa baladevo 'pi samaṃ saṃmīlitekṣaṇaḥ //
erlangte auch Baladeva gleichermaßen, wobei sich seine Augen [vor Schmerz] schlossen.

tataḥ saṃyudhyamānas tu saha devena śārṅgiṇā / vaiṣṇavena jvareṇāśu kṛṣṇadehān nirākṛtaḥ //

Da wurde er [Jvara], noch mit dem göttlichen Träger des Śārṅga kämpfend, durch ein Viṣṇu-Fieber (vaiṣṇava jvara) rasch von Kṛṣṇas Leib vertrieben.

Wort für Wort
tataḥ saṃyudhyamānas tu saha devena śārṅgiṇā /
Da wurde er, noch mit dem göttlichen Träger des Śārṅga kämpfend,
vaiṣṇavena jvareṇāśu kṛṣṇadehān nirākṛtaḥ //
durch ein Viṣṇu-Fieber rasch von Kṛṣṇas Leib vertrieben.

nārāyaṇabhujāghāta-paripīḍanavihvalam / taṃ vīkṣya kṣamyatām asyety āha devaḥ pitāmahaḥ //

Als der Gott, der Großvater [Brahmā], ihn erblickte, betäubt von den Schlägen der Bedrängnis durch Nārāyaṇas Arm, sprach er: „Möge ihm vergeben werden.”

Wort für Wort
nārāyaṇabhujāghāta-paripīḍanavihvalam /
Ihn, betäubt von den Schlägen der Bedrängnis durch Nārāyaṇas Arm,
taṃ vīkṣya kṣamyatām asyety āha devaḥ pitāmahaḥ //
erblickend, sprach der Gott, der Großvater [Brahmā]: „Möge ihm vergeben werden.”

tataś ca kṣāntam eveti procya taṃ vaiṣṇavaṃ jvaram / ātmany eva layaṃ ninye bhagavān madhusūdanaḥ //

Und dann, nachdem er gesagt hatte: „Es ist bereits vergeben”, führte der Erhabene Madhusūdana jenes Viṣṇu-Fieber in sich selbst zur Auflösung zurück.

Wort für Wort
tataś ca kṣāntam eveti procya taṃ vaiṣṇavaṃ jvaram /
Und dann, nachdem er gesagt hatte: „Es ist bereits vergeben”,
ātmany eva layaṃ ninye bhagavān madhusūdanaḥ //
führte der Erhabene Madhusūdana jenes Viṣṇu-Fieber in sich selbst zur Auflösung zurück.

mama tvayā samaṃ yuddhaṃ ye smariṣyanti mānavāḥ / vijvarās te bhaviṣyantīty uktvā cainaṃ yayau hariḥ //

„Jene Menschen, die sich an diesen meinen Kampf mit dir erinnern werden, sollen fieberfrei sein” – dies zu ihm sprechend, ging Hari fort.

Wort für Wort
mama tvayā samaṃ yuddhaṃ ye smariṣyanti mānavāḥ /
„Jene Menschen, die sich an diesen meinen Kampf mit dir erinnern werden,
vijvarās te bhaviṣyantīty uktvā cainaṃ yayau hariḥ //
sollen fieberfrei sein” – dies zu ihm sprechend, ging Hari fort.

tato 'gnīn bhagavān pañca jitvā nītvā kṣayaṃ tathā / dānavānāṃ balaṃ viṣṇuś cūrṇayām āsa līlayā //

Dann, nachdem der Erhabene die fünf [heiligen] Feuer besiegt und ebenso zur Vernichtung gebracht hatte, zermalmte Viṣṇu wie im Spiel das Heer der Dānavas.

Wort für Wort
tato 'gnīn bhagavān pañca jitvā nītvā kṣayaṃ tathā /
Dann, nachdem der Erhabene die fünf [heiligen] Feuer besiegt und ebenso zur Vernichtung gebracht hatte,
dānavānāṃ balaṃ viṣṇuś cūrṇayām āsa līlayā //
zermalmte Viṣṇu wie im Spiel das Heer der Dānavas.

tataḥ samastasainyena daiteyānāṃ baleḥ sutaḥ / yuyudhe śaṃkaraś caiva kārttikeyaś ca śauriṇā //

Dann kämpfte Balis Sohn [Bāṇa] mit dem gesamten Heer der Daityas, und ebenso Śaṃkara und Kārttikeya, gegen den Sohn Śūras [Kṛṣṇa].

Wort für Wort
tataḥ samastasainyena daiteyānāṃ baleḥ sutaḥ /
Dann kämpfte Balis Sohn [Bāṇa] mit dem gesamten Heer der Daityas,
yuyudhe śaṃkaraś caiva kārttikeyaś ca śauriṇā //
und ebenso Śaṃkara und Kārttikeya, gegen den Sohn Śūras [Kṛṣṇa].

hariśaṃkarayor yuddham atīvāsīt sudāruṇam / cukṣubhuḥ sakalā lokāḥ śastrāstrair bahudhārditāḥ //

Die Schlacht zwischen Hari und Śaṃkara war überaus fürchterlich; alle Welten erbebten, vielfach von Waffen und Geschossen bedrängt.

Wort für Wort
hariśaṃkarayor yuddham atīvāsīt sudāruṇam /
Die Schlacht zwischen Hari und Śaṃkara war überaus fürchterlich;
cukṣubhuḥ sakalā lokāḥ śastrāstrair bahudhārditāḥ //
alle Welten erbebten, vielfach von Waffen und Geschossen bedrängt.

pralayo 'yam aśeṣasya jagato nūnam āgataḥ / menire tridaśā yatra vartamāne mahāhave //

„Dies ist gewiss die Auflösung des gesamten Universums, die [nun] gekommen ist” – so dachten die dreißig [Götter], während jene große Schlacht im Gange war.

Wort für Wort
pralayo 'yam aśeṣasya jagato nūnam āgataḥ /
„Dies ist gewiss die Auflösung des gesamten Universums, die [nun] gekommen ist”
menire tridaśā yatra vartamāne mahāhave //
so dachten die dreißig [Götter], während jene große Schlacht im Gange war.

jṛmbhaṇāstreṇa govindo jṛmbhayām āsa śaṃkaram / tataḥ praṇeśur daiteyāḥ pramathāś ca samantataḥ //

Mit der Gähn-Waffe (jṛmbhaṇāstra) ließ Govinda Śaṃkara gähnen; darauf flohen die Daityas und die Pramathas nach allen Seiten.

Wort für Wort
jṛmbhaṇāstreṇa govindo jṛmbhayām āsa śaṃkaram /
Mit der Gähn-Waffe ließ Govinda Śaṃkara gähnen;
tataḥ praṇeśur daiteyāḥ pramathāś ca samantataḥ //
darauf flohen die Daityas und die Pramathas nach allen Seiten.

jṛmbhābhibhūtaś ca haro rathopastham upāviśat / na śaśāka tadā yoddhuṃ kṛṣṇenākliṣṭakarmaṇā //

Und Hara, vom Gähnen überwältigt, sank auf den Boden seines Wagens; er vermochte da nicht [mehr] gegen Kṛṣṇa zu kämpfen, dessen Werk nie behindert wird.

Wort für Wort
jṛmbhābhibhūtaś ca haro rathopastham upāviśat /
Und Hara, vom Gähnen überwältigt, sank auf den Boden seines Wagens;
na śaśāka tadā yoddhuṃ kṛṣṇenākliṣṭakarmaṇā //
er vermochte da nicht [mehr] gegen Kṛṣṇa zu kämpfen, dessen Werk nie behindert wird.

garuḍakṣatabāhuś ca pradyumnāstreṇa pīḍitaḥ / kṛṣṇahuṃkāranirdhūta-śaktiś cāpayayau guhaḥ //

Und Guha [Kārttikeya], den Arm von Garuḍa verwundet, von Pradyumnas Waffe bedrängt, seinen Speer durch Kṛṣṇas Kampfruf abgeschüttelt, floh davon.

Wort für Wort
garuḍakṣatabāhuś ca pradyumnāstreṇa pīḍitaḥ /
Und Guha, den Arm von Garuḍa verwundet, von Pradyumnas Waffe bedrängt,
kṛṣṇahuṃkāranirdhūta-śaktiś cāpayayau guhaḥ //
seinen Speer durch Kṛṣṇas Kampfruf abgeschüttelt, floh davon.

jṛmbhite śaṃkare naṣṭe daityasainye guhe jite / nīte pramathasainye ca saṃkṣayaṃ śārṅgadhanvanā //

Als Śaṃkara zum Gähnen gebracht, das Daitya-Heer vernichtet, Guha besiegt und auch das Pramatha-Heer vom Träger des Śārṅga-Bogens zugrunde gerichtet worden war,

Wort für Wort
jṛmbhite śaṃkare naṣṭe daityasainye guhe jite /
Als Śaṃkara zum Gähnen gebracht, das Daitya-Heer vernichtet, Guha besiegt worden war,
nīte pramathasainye ca saṃkṣayaṃ śārṅgadhanvanā //
und auch das Pramatha-Heer vom Träger des Śārṅga-Bogens zugrunde gerichtet worden war,

nandīśasaṃgṛhītāśvam adhirūḍho mahāratham / bāṇas tatrāyayau yoddhuṃ kṛṣṇakārṣṇibalaiḥ saha //

bestieg Bāṇa einen großen Wagen, dessen Pferde von Nandīśa [Nandin] beigebracht worden waren, und kam dort herbei, um gegen Kṛṣṇas und Kārṣṇis [Pradyumnas] Streitkräfte zu kämpfen.

Wort für Wort
nandīśasaṃgṛhītāśvam adhirūḍho mahāratham /
bestieg Bāṇa einen großen Wagen, dessen Pferde von Nandīśa beigebracht worden waren,
bāṇas tatrāyayau yoddhuṃ kṛṣṇakārṣṇibalaiḥ saha //
und kam dort herbei, um gegen Kṛṣṇas und Kārṣṇis Streitkräfte zu kämpfen.

balabhadro mahāvīryo bāṇasainyam anekadhā / vivyādha bāṇaiḥ pradyumno dharmataś cāpalāyataḥ //

Balabhadra von großer Kraft durchbohrte Bāṇas Heer auf vielfache Weise mit Pfeilen; und Pradyumna durchbohrte [mit Pfeilen] jene, die pflichtgemäß nicht flohen.

Wort für Wort
balabhadro mahāvīryo bāṇasainyam anekadhā /
Balabhadra von großer Kraft durchbohrte Bāṇas Heer auf vielfache Weise mit Pfeilen;
vivyādha bāṇaiḥ pradyumno dharmataś cāpalāyataḥ //
und Pradyumna durchbohrte [mit Pfeilen] jene, die pflichtgemäß nicht flohen.

[Anm.: 'dharmataś cāpalāyataḥ' – 'ca+apalāyataḥ' (die Nicht-Fliehenden), als jene verstanden, die sich gemäß der Kriegerpflicht dem Kampf stellten.]

ākṛṣya lāṅgalāgreṇa muśalena ca pothitam / balaṃ balena dadṛśe bāṇo bāṇaiś ca cakriṇaḥ //

Mit der Pflugspitze herangezogen und mit der Keule zerschmettert, sah man das [feindliche] Heer durch Balas [Balarāmas] Kraft [bezwungen], und Bāṇa durch die Pfeile des Diskusträgers.

Wort für Wort
ākṛṣya lāṅgalāgreṇa muśalena ca pothitam /
Mit der Pflugspitze herangezogen und mit der Keule zerschmettert,
balaṃ balena dadṛśe bāṇo bāṇaiś ca cakriṇaḥ //
sah man das [feindliche] Heer durch Balas Kraft [bezwungen], und Bāṇa durch die Pfeile des Diskusträgers.

[Anm.: Wortspiel im Sanskrit zwischen 'balam/balena' (Heer/Kraft-Bala) und 'bāṇo/bāṇaiḥ' (Bāṇa/Pfeile), das im Deutschen nicht nachgebildet werden kann.]

tataḥ kṛṣṇasya bāṇena yuddham āsīt samāsataḥ / parasparaṃ tu saṃdīptān kāyatrāṇavibhedinaḥ //

Dann kam es unmittelbar zum Kampf zwischen Kṛṣṇa und Bāṇa, [beide] gegeneinander entflammt, die Körperpanzer [des jeweils anderen] durchbohrend.

Wort für Wort
tataḥ kṛṣṇasya bāṇena yuddham āsīt samāsataḥ /
Dann kam es unmittelbar zum Kampf zwischen Kṛṣṇa und Bāṇa,
parasparaṃ tu saṃdīptān kāyatrāṇavibhedinaḥ //
[beide] gegeneinander entflammt, die Körperpanzer [des jeweils anderen] durchbohrend.

kṛṣṇaś ciccheda bāṇāṃs tān bāṇena prahitāñ śaraiḥ / bibheda keśavaṃ bāṇo bāṇaṃ vivyādha cakradhṛk //

Kṛṣṇa zerschnitt mit seinen Pfeilen jene von Bāṇa abgeschossenen Pfeile; Bāṇa durchbohrte Keśava, [und] der Diskusträger durchbohrte Bāṇa.

Wort für Wort
kṛṣṇaś ciccheda bāṇāṃs tān bāṇena prahitāñ śaraiḥ /
Kṛṣṇa zerschnitt mit seinen Pfeilen jene von Bāṇa abgeschossenen Pfeile;
bibheda keśavaṃ bāṇo bāṇaṃ vivyādha cakradhṛk //
Bāṇa durchbohrte Keśava, [und] der Diskusträger durchbohrte Bāṇa.

[Anm.: erneutes Wortspiel bāṇa (Pfeil) / Bāṇa (Name).]

mumucāte tathāstrāṇi bāṇakṛṣṇau jigīṣayā / parasparakṣatiparau parighāṃś ca tato dvijāḥ //

So entließen Bāṇa und Kṛṣṇa, siegbegierig, [immer neue] Waffen, einander zu verwunden trachtend, und danach auch eiserne Keulen, o Zweifachgeborene.

Wort für Wort
mumucāte tathāstrāṇi bāṇakṛṣṇau jigīṣayā /
So entließen Bāṇa und Kṛṣṇa, siegbegierig, [immer neue] Waffen, einander zu verwunden trachtend,
parasparakṣatiparau parighāṃś ca tato dvijāḥ //
und danach auch eiserne Keulen, o Zweifachgeborene.

chidyamāneṣv aśeṣeṣu śastreṣv astre ca sīdati / prācuryeṇa harir bāṇaṃ hantuṃ cakre tato manaḥ //

Als alle [ihre] Waffen zerschlagen wurden und [selbst göttliche] Geschosse durch die schiere Menge [der Gegenwaffen] versagten, richtete Hari da seinen Sinn darauf, Bāṇa zu töten.

Wort für Wort
chidyamāneṣv aśeṣeṣu śastreṣv astre ca sīdati /
Als alle [ihre] Waffen zerschlagen wurden und [selbst göttliche] Geschosse durch die schiere Menge [der Gegenwaffen] versagten,
prācuryeṇa harir bāṇaṃ hantuṃ cakre tato manaḥ //
richtete Hari da seinen Sinn darauf, Bāṇa zu töten.

tato 'rkaśatasaṃbhūta-tejasā sadṛśadyuti / jagrāha daityacakrārir hariś cakraṃ sudarśanam //

Da ergriff Hari, der Feind der Daityas, den Diskus Sudarśana, dessen Glanz dem von hundert Sonnen entstandenen Glanz gleichkam.

Wort für Wort
tato 'rkaśatasaṃbhūta-tejasā sadṛśadyuti /
Da, mit einem Glanz, der dem von hundert Sonnen entstandenen Glanz gleichkam,
jagrāha daityacakrārir hariś cakraṃ sudarśanam //
ergriff Hari, der Feind der Daityas, den Diskus Sudarśana.

muñcato bāṇanāśāya tac cakraṃ madhuvidviṣaḥ / nagnā daiteyavidyābhūt koṭarī purato hareḥ //

Als der Feind Madhus [Kṛṣṇa] jenen Diskus zu Bāṇas Vernichtung entließ, erschien vor Hari, durch Daitya-Zauberkunst [heraufbeschworen], die nackte [Dämonin] Koṭarī.

Wort für Wort
muñcato bāṇanāśāya tac cakraṃ madhuvidviṣaḥ /
Als der Feind Madhus jenen Diskus zu Bāṇas Vernichtung entließ,
nagnā daiteyavidyābhūt koṭarī purato hareḥ //
erschien vor Hari, durch Daitya-Zauberkunst [heraufbeschworen], die nackte [Dämonin] Koṭarī.

tām agrato harir dṛṣṭvā mīlitākṣaḥ sudarśanam / mumoca bāṇam uddiśya chettuṃ bāhuvanaṃ ripoḥ //

Als Hari sie vor sich erblickte, schloss er die Augen und schleuderte Sudarśana, auf Bāṇa zielend, um den Arm-Wald des Feindes abzuschneiden.

Wort für Wort
tām agrato harir dṛṣṭvā mīlitākṣaḥ sudarśanam /
Als Hari sie vor sich erblickte, schloss er die Augen und [schleuderte] Sudarśana,
mumoca bāṇam uddiśya chettuṃ bāhuvanaṃ ripoḥ //
auf Bāṇa zielend, um den Arm-Wald des Feindes abzuschneiden.

krameṇāsya tu bāhūnāṃ bāṇasyācyutacoditam / chedaṃ cakre 'surasyāśu śastrāstrakṣepaṇād drutam //

Der [Diskus], von Acyuta angetrieben, schnitt der Reihe nach die Arme des Asura Bāṇa rasch ab, schnell durch den Wurf jener Waffe.

Wort für Wort
krameṇāsya tu bāhūnāṃ bāṇasyācyutacoditam /
Der [Diskus], von Acyuta angetrieben, [schnitt] der Reihe nach die Arme des Asura Bāṇa,
chedaṃ cakre 'surasyāśu śastrāstrakṣepaṇād drutam //
rasch ab, schnell durch den Wurf jener Waffe.

chinne bāhuvane tat tu karasthaṃ madhusūdanaḥ / mumukṣur bāṇanāśāya vijñātas tripuradviṣā //

Als der Arm-Wald abgeschnitten war, wurde jener [Diskus], wieder in seiner Hand ruhend, von Madhusūdana, der ihn zu Bāṇas [endgültiger] Vernichtung erneut schleudern wollte, [in diesem Vorhaben] von dem Feind Tripuras [Śiva] erkannt.

Wort für Wort
chinne bāhuvane tat tu karasthaṃ madhusūdanaḥ /
Als der Arm-Wald abgeschnitten war, [ruhte jener Diskus] wieder in Madhusūdanas Hand,
mumukṣur bāṇanāśāya vijñātas tripuradviṣā //
und er, der ihn zu Bāṇas [endgültiger] Vernichtung erneut schleudern wollte, wurde von dem Feind Tripuras [Śiva] erkannt.

sa utpatyāha govindaṃ sāmapūrvam umāpatiḥ / vilokya bāṇaṃ dordaṇḍa-cchedāsṛksrāvavarṣiṇam //

Er, der Gemahl Umās, sprang auf und sprach mit versöhnlichen Worten zu Govinda, als er Bāṇa erblickte, wie er, [aus den] abgeschnittenen Armstümpfen, Ströme von Blut vergoss.

Wort für Wort
sa utpatyāha govindaṃ sāmapūrvam umāpatiḥ /
Er, der Gemahl Umās, sprang auf und sprach mit versöhnlichen Worten zu Govinda,
vilokya bāṇaṃ dordaṇḍa-cchedāsṛksrāvavarṣiṇam //
als er Bāṇa erblickte, wie er aus den abgeschnittenen Armstümpfen Ströme von Blut vergoss.

kṛṣṇa kṛṣṇa jagannātha jāne tvāṃ puruṣottamam / pareśaṃ paramātmānam anādinidhanaṃ param //

Rudra sprach: „Kṛṣṇa, Kṛṣṇa, o Herr der Welt! Ich kenne dich als den höchsten Puruṣa, den höchsten Herrn, das höchste Selbst, ohne Anfang und Ende, transzendent.

Wort für Wort
kṛṣṇa kṛṣṇa jagannātha jāne tvāṃ puruṣottamam /
„Kṛṣṇa, Kṛṣṇa, o Herr der Welt! Ich kenne dich als den höchsten Puruṣa,
pareśaṃ paramātmānam anādinidhanaṃ param //
den höchsten Herrn, das höchste Selbst, ohne Anfang und Ende, transzendent.

devatiryaṅmanuṣyeṣu śarīragrahaṇātmikā / līleyaṃ tava ceṣṭā hi daityānāṃ vadhalakṣaṇā //

Dieses dein Tun, das in der Annahme von Körpern unter Göttern, Tieren und Menschen besteht, ist ja [nur dein] Spiel (līlā), gekennzeichnet durch die Tötung der Daityas.

Wort für Wort
devatiryaṅmanuṣyeṣu śarīragrahaṇātmikā /
Dieses dein Tun, das in der Annahme von Körpern unter Göttern, Tieren und Menschen besteht,
līleyaṃ tava ceṣṭā hi daityānāṃ vadhalakṣaṇā //
ist ja [nur dein] Spiel, gekennzeichnet durch die Tötung der Daityas.

tat prasīdābhayaṃ dattaṃ bāṇasyāsya mayā prabho / tat tvayā nānṛtaṃ kāryaṃ yan mayā vyāhṛtaṃ vacaḥ //

Darum sei gnädig: Freiheit von Furcht wurde diesem Bāṇa von mir gewährt, o Herr – jenes Wort, das von mir gesprochen wurde, möge von dir nicht zunichte gemacht werden.

Wort für Wort
tat prasīdābhayaṃ dattaṃ bāṇasyāsya mayā prabho /
Darum sei gnädig: Freiheit von Furcht wurde diesem Bāṇa von mir gewährt, o Herr –
tat tvayā nānṛtaṃ kāryaṃ yan mayā vyāhṛtaṃ vacaḥ //
jenes Wort, das von mir gesprochen wurde, möge von dir nicht zunichte gemacht werden.

asmatsaṃśrayavṛddho 'yaṃ nāparādhas tavāvyaya / mayā dattavaro daityas tatas tvāṃ kṣamayāmy aham //

Dieser, unter unserem Schutz aufgewachsen, hat kein Vergehen [begangen] gegen dich, o Unvergänglicher; dieser Daitya hat von mir einen Segen erhalten – darum bitte ich dich um Nachsicht [für ihn].”

Wort für Wort
asmatsaṃśrayavṛddho 'yaṃ nāparādhas tavāvyaya /
Dieser, unter unserem Schutz aufgewachsen, hat kein Vergehen [begangen] gegen dich, o Unvergänglicher;
mayā dattavaro daityas tatas tvāṃ kṣamayāmy aham //
dieser Daitya hat von mir einen Segen erhalten – darum bitte ich dich um Nachsicht [für ihn].”

ity uktaḥ prāha govindaḥ śūlapāṇim umāpatim / prasannavadano bhūtvā gatāmarṣo 'suraṃ prati //

Vyāsa sprach: So angesprochen, sprach Govinda, sein Antlitz gnädig geworden, sein Zorn gegen den Asura gewichen, zu dem Dreizackträger, dem Gemahl Umās:

Wort für Wort
ity uktaḥ prāha govindaḥ śūlapāṇim umāpatim /
So angesprochen, sprach Govinda zu dem Dreizackträger, dem Gemahl Umās,
prasannavadano bhūtvā gatāmarṣo 'suraṃ prati //
sein Antlitz gnädig geworden, sein Zorn gegen den Asura gewichen:

yuṣmaddattavaro bāṇo jīvatād eṣa śaṃkara / tvadvākyagauravād etan mayā cakraṃ nivartitam //

Der Erhabene Herr sprach: „Dieser Bāṇa, der von dir einen Segen empfangen hat, o Śaṃkara, soll leben; aus Achtung vor deinem Wort wurde dieser Diskus von mir zurückgezogen.

Wort für Wort
yuṣmaddattavaro bāṇo jīvatād eṣa śaṃkara /
„Dieser Bāṇa, der von dir einen Segen empfangen hat, o Śaṃkara, soll leben;
tvadvākyagauravād etan mayā cakraṃ nivartitam //
aus Achtung vor deinem Wort wurde dieser Diskus von mir zurückgezogen.

tvayā yad abhayaṃ dattaṃ tad dattam abhayaṃ mayā / matto 'vibhinnam ātmānaṃ draṣṭum arhasi śaṃkara //

Was von dir an Furchtlosigkeit gewährt wurde, ebendas ist auch von mir gewährt – du sollst erkennen, o Śaṃkara, dass dein Selbst von mir nicht verschieden ist.

Wort für Wort
tvayā yad abhayaṃ dattaṃ tad dattam abhayaṃ mayā /
Was von dir an Furchtlosigkeit gewährt wurde, ebendas ist auch von mir gewährt –
matto 'vibhinnam ātmānaṃ draṣṭum arhasi śaṃkara //
du sollst erkennen, o Śaṃkara, dass dein Selbst von mir nicht verschieden ist.

yo 'haṃ sa tvaṃ jagac cedaṃ sadevāsuramānuṣam / avidyāmohitātmānaḥ puruṣā bhinnadarśinaḥ //

Der ich bin, der bist du, und [ebenso] diese Welt mit ihren Göttern, Asuras und Menschen – nur Menschen, deren Sinn von Unwissenheit umnebelt ist, sehen [uns als] verschieden.”

Wort für Wort
yo 'haṃ sa tvaṃ jagac cedaṃ sadevāsuramānuṣam /
Der ich bin, der bist du, und [ebenso] diese Welt mit ihren Göttern, Asuras und Menschen –
avidyāmohitātmānaḥ puruṣā bhinnadarśinaḥ //
nur Menschen, deren Sinn von Unwissenheit umnebelt ist, sehen [uns als] verschieden.”

ity uktvā prayayau kṛṣṇaḥ prādyumnir yatra tiṣṭhati / tadbandhaphaṇino neśur garuḍānilaśoṣitāḥ //

Vyāsa sprach: Dies gesagt habend, ging Kṛṣṇa dorthin, wo der Sohn Pradyumnas [Aniruddha] stand; die ihn fesselnden Schlangen kamen um, ausgedörrt vom Windhauch Garuḍas.

Wort für Wort
ity uktvā prayayau kṛṣṇaḥ prādyumnir yatra tiṣṭhati /
Dies gesagt habend, ging Kṛṣṇa dorthin, wo der Sohn Pradyumnas stand;
tadbandhaphaṇino neśur garuḍānilaśoṣitāḥ //
die ihn fesselnden Schlangen kamen um, ausgedörrt vom Windhauch Garuḍas.

tato 'niruddham āropya sapatnīkaṃ garutmati / ājagmur dvārakāṃ rāma-kārṣṇidāmodarāḥ purīm //

Dann, nachdem sie Aniruddha samt Gattin auf Garuḍa gesetzt hatten, gelangten Rāma, Kārṣṇi [Pradyumna] und Dāmodara [Kṛṣṇa] zur Stadt Dvārakā.

Wort für Wort
tato 'niruddham āropya sapatnīkaṃ garutmati /
Dann, nachdem sie Aniruddha samt Gattin auf Garuḍa gesetzt hatten,
ājagmur dvārakāṃ rāma-kārṣṇidāmodarāḥ purīm //
gelangten Rāma, Kārṣṇi [Pradyumna] und Dāmodara [Kṛṣṇa] zur Stadt Dvārakā.

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