Kapitel 125: yamatīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Yama-Tīrtha (Die Taube Anuhrāda, die Eule Ulūka und ihr Krieg)
Zwischen der Taube Anuhrāda (Enkel des Todes) und dem Vogelkönig Ulūka herrscht über Generationen Krieg; die Taube erlangt durch Yama-Verehrung das Yama-Geschoss, die Eule durch Agni-Verehrung Feuerkraft, und beide setzen ihre tödlichen Waffen im Kampf gegeneinander ein (V.2-14). Die Taubenfrau Heti besänftigt Agni mit einer Hymne (V.15-17) und bittet, dass das Feuergeschoss nur sie selbst treffe, worauf Agni Gnade gewährt (V.18-21); ebenso besänftigt die Eulenfrau Ulūkī mit einer Hymne (V.23-24) den Yama und bittet, an Stelle ihres Gatten die Fesseln und den Stab zu tragen, worauf auch Yama Gnade gewährt (V.25-32). Beide Götter stiften Frieden zwischen Taube und Eule und bieten Gaben an; die selbstlosen Vögel erbitten, uneigennützig, Segnungen für alle Menschen, die an ihren beiderseitigen Uferstätten der Gaṅgā baden, spenden und die Hymnen rezitieren (V.33-53). Ursprung des Yāmya-, Āgneya-, Kapota-, Ulūka- und Heti-Ulūka-Tīrtha mit insgesamt 3390 Nebentīrthas.
Brahmā sprach: 'Es wird Yama-Tīrtha genannt, das große, die Liebe der Vorfahren mehrende; das Sichtbares und Unsichtbares Erwünschte gewährende, von allen Scharen der Götter und Weisen aufgesuchte.'
Wort für Wort
yamatīrtham iti khyātaṃ pitṝṇāṃ prītivardhanam
es wird Yama-Tīrtha genannt, das große, die Liebe der Vorfahren mehrende
dṛṣṭādṛṣṭeṣṭadaṃ sarvadevarṣigaṇasevitam
das Sichtbares und Unsichtbares Erwünschte gewährende, von allen Scharen der Götter und Weisen aufgesuchte
[Anm.: Beginn der Erzählung von der Taube (Kapota/Anuhrāda) und der Eule (Ulūka), deren Krieg durch Yama und Agni beigelegt wird; Kap.125 umfasst 56 Einheiten.]
tasya bhāryā hetināmnī pakṣiṇī kāmarūpiṇī /
mṛtyoḥ pautro hy anuhrādo dauhitrī hetir eva ca // BrP_125.3 //
Seine Gattin, mit Namen Heti, eine Vogelfrau von beliebiger Gestaltwandlung; Anuhrāda war der Enkel des Todes (Mṛtyu), und Heti dessen Enkelin von der Tochterseite.
Wort für Wort
tasya bhāryā hetināmnī pakṣiṇī kāmarūpiṇī
seine Gattin, mit Namen Heti, eine Vogelfrau von beliebiger Gestaltwandlung
mṛtyoḥ pautro hy anuhrādo dauhitrī hetir eva ca
Anuhrāda war der Enkel des Todes, und Heti dessen Enkelin von der Tochterseite
tasya putrāś ca pautrāś ca āgneyās te balotkaṭāḥ /
tayoś ca vairam abhavad bahukālaṃ dvijanmanoḥ // BrP_125.5 //
Dessen Söhne und Enkel waren dem Feuergott verbunden, von gewaltiger Kraft; und zwischen den beiden Zweifachgeborenen (Vogelgeschlechtern) bestand lange Zeit Feindschaft.
Wort für Wort
tasya putrāś ca pautrāś ca āgneyās te balotkaṭāḥ
dessen Söhne und Enkel waren dem Feuergott verbunden, von gewaltiger Kraft
tayoś ca vairam abhavad bahukālaṃ dvijanmanoḥ
und zwischen den beiden Zweifachgeborenen bestand lange Zeit Feindschaft
{hetir uvāca: }
rūpaṃ na dānaṃ na parokṣam asti BrP_125.15a
yasyātmabhūtaṃ ca padārthajātam BrP_125.15b
aśnanti havyāni ca yena devāḥ BrP_125.15c
svāhāpatiṃ yajñabhujaṃ namasye BrP_125.15d
Heti sprach: 'Keine Gestalt, keine Gabe, nichts Verborgenes gibt es, dessen eigenes Wesen die Gesamtheit der Dinge ist, durch den die Götter die Opfergaben verzehren - vor dem Gatten der Svāhā, dem Opfergenießer, verneige ich mich.'
Wort für Wort
rūpaṃ na dānaṃ na parokṣam asti
'keine Gestalt, keine Gabe, nichts Verborgenes gibt es'
yasyātmabhūtaṃ ca padārthajātam
'dessen eigenes Wesen die Gesamtheit der Dinge ist'
aśnanti havyāni ca yena devāḥ
'durch den die Götter die Opfergaben verzehren'
svāhāpatiṃ yajñabhujaṃ namasye
'vor dem Gatten der Svāhā, dem Opfergenießer, verneige ich mich'
[Anm.: Ab hier V.15-17 Hetis Hymne an Agni in besonderem, padaweise gezähltem Hymnenmetrum.]
'- zu diesem Gott nehme ich Zuflucht, dem Ur-Gott Vibhāvasu, der im Inneren als Lebensatem weilt und äußerlich Nahrung gewährt; zu ihm, dem Mittel des Opfers, dem Dhanaṃjaya (Feuer), nehme ich Zuflucht.'
Wort für Wort
taṃ devaṃ śaraṇaṃ yāmi ādidevaṃ vibhāvasum
'zu diesem Gott nehme ich Zuflucht, dem Ur-Gott Vibhāvasu'
antaḥ sthitaḥ prāṇarūpo bahiś cānnaprado hi yaḥ
'der im Inneren als Lebensatem weilt und äußerlich Nahrung gewährt'
yo yajñasādhanaṃ yāmi śaraṇaṃ taṃ dhanaṃjayam
'zu ihm, dem Mittel des Opfers, dem Dhanaṃjaya, nehme ich Zuflucht'
[Anm.: Vers mit drei Zeilen im Original; Abschluss von Hetis Hymne.]
{agnir uvāca: }
amogham etad astraṃ me nyastaṃ yuddhe kapotaki /
yatra viśramayed astraṃ tan me brūhi pativrate // BrP_125.18 //
Agni sprach: 'Unfehlbar ist dieses meine Geschoss, das im Kampf entsandt wurde, Taubenfrau; wo es das Geschoss zur Ruhe kommen lassen soll, das sage mir, treue Gattin.'
Wort für Wort
amogham etad astraṃ me nyastaṃ yuddhe kapotaki
'unfehlbar ist dieses meine Geschoss, das im Kampf entsandt wurde, Taubenfrau'
yatra viśramayed astraṃ tan me brūhi pativrate
'wo es das Geschoss zur Ruhe kommen lassen soll, das sage mir, treue Gattin'
{kapoty uvāca: }
mayi viśramyatām astraṃ na putre na ca bhartari /
satyavāg bhava havyeśa jātavedo namo 'stu te // BrP_125.19 //
Die Taubenfrau sprach: 'Auf mir möge das Geschoss zur Ruhe kommen, nicht auf dem Sohn und nicht auf dem Gatten; sei wahrhaftig in deinem Wort, Herr der Opfergaben; Jātavedas, Verehrung sei dir.'
Wort für Wort
mayi viśramyatām astraṃ na putre na ca bhartari
'auf mir möge das Geschoss zur Ruhe kommen, nicht auf dem Sohn und nicht auf dem Gatten'
satyavāg bhava havyeśa jātavedo namo 'stu te
'sei wahrhaftig in deinem Wort, Herr der Opfergaben; Jātavedas, Verehrung sei dir'
Jātavedas sprach: 'Zufrieden bin ich mit deinem Wort, durch deine Hingabe an den Gatten, treue Gattin; dir selbst, deinem Gatten und deinen Söhnen, Heti, gewähre ich Wohlergehen.'
Wort für Wort
tuṣṭo 'smi tava vākyena bhartṛbhaktyā pativrate
'zufrieden bin ich mit deinem Wort, durch deine Hingabe an den Gatten, treue Gattin'
tavāpi bhartṛputrāṇāṃ heti kṣemaṃ dadāmy aham
'dir selbst, deinem Gatten und deinen Söhnen, Heti, gewähre ich Wohlergehen'
Brahmā sprach: Währenddessen erblickte dort die Eulenfrau ihren Gatten, von den Yama-Fesseln umschlungen, vom Yama-Stab getroffen; die Eulenfrau, betrübt geworden, ging, von Furcht ergriffen, zu Yama.
Wort für Wort
etasminn antare tatra ulūkī dadṛśe patim
währenddessen erblickte dort die Eulenfrau ihren Gatten
veṣṭyamānaṃ yāmyapāśair yamadaṇḍena tāḍitam
von den Yama-Fesseln umschlungen, vom Yama-Stab getroffen
ulūkī duḥkhitā bhūtvā yamaṃ prāyād bhayāturā
die Eulenfrau, betrübt geworden, ging, von Furcht ergriffen, zu Yama
Die Eulenfrau sprach: 'Aus Furcht vor dir eilen die Menschen ihren Pflichten nach, aus Furcht vor dir üben sie Keuschheit, aus Furcht vor dir wandeln die Standhaften rechtschaffen, aus Furcht vor dir sind sie den vorgeschriebenen Werken ergeben.'
Wort für Wort
tvadbhītā anudravante janāḥ
'aus Furcht vor dir eilen die Menschen ihren Pflichten nach'
tvadbhītā brahmacaryaṃ caranti
'aus Furcht vor dir üben sie Keuschheit'
tvadbhītāḥ sādhu caranti dhīrāḥ
'aus Furcht vor dir wandeln die Standhaften rechtschaffen'
tvadbhītāḥ karmaniṣṭhā bhavanti
'aus Furcht vor dir sind sie den vorgeschriebenen Werken ergeben'
[Anm.: Ab hier V.23-24 Ulūkīs Hymne an Yama in besonderem, padaweise gezähltem Hymnenmetrum.]
'Aus Furcht vor dir üben sie das Fasten, aus Furcht vor dir ziehen sie vom Dorf in den Wald, aus Furcht vor dir nehmen sie Zuflucht zur Sanftmut, aus Furcht vor dir pflegen sie den Somatrank, aus Furcht vor dir sind sie der Gabe von Speise und Kühen ergeben, aus Furcht vor dir sprechen sie die Brahman-Lehre.'
Wort für Wort
tvadbhītā anāśakam ācaranti
'aus Furcht vor dir üben sie das Fasten'
grāmād araṇyam abhi yac caranti
'aus Furcht vor dir ziehen sie vom Dorf in den Wald'
tvadbhītāḥ saumyatām āśrayante
'aus Furcht vor dir nehmen sie Zuflucht zur Sanftmut'
tvadbhītāḥ somapānaṃ bhajante
'aus Furcht vor dir pflegen sie den Somatrank'
tvadbhītāś cānnagodānaniṣṭhāḥ
'aus Furcht vor dir sind sie der Gabe von Speise und Kühen ergeben'
tvadbhītā brahmavādaṃ vadanti
'aus Furcht vor dir sprechen sie die Brahman-Lehre'
[Anm.: V.24 mit sechs Padas (a-f) im besonderen Hymnenmetrum, statt der üblichen vier.]
{ulūky uvāca: }
bhartā me veṣṭitaḥ pāśair daṇḍenābhihatas tava /
tasmād rakṣa suraśreṣṭha putrān bhartāram eva ca // BrP_125.28 //
Die Eulenfrau sprach: 'Mein Gatte ist von den Fesseln umschlungen, von deinem Stab getroffen; darum beschütze, bester der Götter, die Söhne und auch den Gatten.'
Wort für Wort
bhartā me veṣṭitaḥ pāśair daṇḍenābhihatas tava
'mein Gatte ist von den Fesseln umschlungen, von deinem Stab getroffen'
tasmād rakṣa suraśreṣṭha putrān bhartāram eva ca
'darum beschütze, bester der Götter, die Söhne und auch den Gatten'
Brahmā sprach: Sie sprach zum Gott Yama: 'Die von dir entsandten Fesseln sollen in mich eingehen, Herr der Welt; der Stab soll ebenso in mich eingehen'; da sprach der erhabene Yama wieder zu ihr, aus Mitleid.
Wort für Wort
sā provāca yamaṃ devaṃ mayi pāśās tvayeritāḥ
sie sprach zum Gott Yama: 'die von dir entsandten Fesseln sollen in mich eingehen'
āviśantu jagannātha daṇḍo mayy eva saṃviśet
'Herr der Welt; der Stab soll ebenso in mich eingehen'
tataḥ provāca bhagavān yamas tāṃ kṛpayā punaḥ
da sprach der erhabene Yama wieder zu ihr, aus Mitleid
{brahmovāca: }
nyavārayad yamaḥ pāśān āgneyāstraṃ tu havyavāṭ /
kapotolūkayoś cāpi prītiṃ vai cakratuḥ surau /
āhatuś ca dvijanmānau vriyatāṃ vara īpsitaḥ // BrP_125.33 //
Brahmā sprach: Yama hielt die Fesseln zurück, und das Feuergeschoss der Opferträger (Agni); und die beiden Götter stifteten Freundschaft zwischen Taube und Eule; und sie sprachen zu den beiden Zweifachgeborenen: 'Wählt die ersehnte Gabe.'
Wort für Wort
nyavārayad yamaḥ pāśān āgneyāstraṃ tu havyavāṭ
Yama hielt die Fesseln zurück, und das Feuergeschoss der Opferträger
kapotolūkayoś cāpi prītiṃ vai cakratuḥ surau
und die beiden Götter stifteten Freundschaft zwischen Taube und Eule
āhatuś ca dvijanmānau vriyatāṃ vara īpsitaḥ
und sie sprachen zu den beiden Zweifachgeborenen: 'wählt die ersehnte Gabe'
Die beiden Vögel sprachen: 'Der Anblick von euch beiden ist, unter dem Vorwand der Feindschaft, schwer erlangt worden; und wir sind sündige Vögel - was nützt uns eine Gabe, ihr besten der Götter?'
Wort für Wort
bhavator darśanaṃ labdhaṃ vairavyājena duṣkaram
'der Anblick von euch beiden ist, unter dem Vorwand der Feindschaft, schwer erlangt worden'
vayaṃ ca pakṣiṇaḥ pāpāḥ kiṃ vareṇa surottamau
'und wir sind sündige Vögel - was nützt uns eine Gabe, ihr besten der Götter?'
ātmārthaṃ yas tu yāceta sa śocyo hi sureśvarau /
jīvitaṃ saphalaṃ tasya yaḥ parārthodyataḥ sadā // BrP_125.36 //
'Wer um seiner selbst willen bittet, der ist bedauernswert, ihr Herren der Götter; das Leben dessen ist fruchtbar, der stets zum Wohl anderer bereit ist.'
Wort für Wort
ātmārthaṃ yas tu yāceta sa śocyo hi sureśvarau
'wer um seiner selbst willen bittet, der ist bedauernswert, ihr Herren der Götter'
jīvitaṃ saphalaṃ tasya yaḥ parārthodyataḥ sadā
'das Leben dessen ist fruchtbar, der stets zum Wohl anderer bereit ist'
brahmādayo 'pi hi yato yujyante mṛtyunā saha /
evaṃ jñātvā tu deveśau vṛthā svārthapariśramaḥ // BrP_125.38 //
'Da sogar Brahmā und die anderen Götter mit dem Tod vereint werden - dies wissend, ihr Herren der Götter, ist die Mühe um den eigenen Nutzen vergeblich.'
Wort für Wort
brahmādayo 'pi hi yato yujyante mṛtyunā saha
'da sogar Brahmā und die anderen Götter mit dem Tod vereint werden'
evaṃ jñātvā tu deveśau vṛthā svārthapariśramaḥ
'dies wissend, ihr Herren der Götter, ist die Mühe um den eigenen Nutzen vergeblich'
Die beiden Vögel sprachen: 'Unsere beiden Āśramas an dem Tīrtha, an beiden Ufern der Gaṅgā, sollen dies den Welten gewähren, ihr Herren der Welten - dies allein sei die höchste Gabe:'
Wort für Wort
āvābhyām āśramau tīrthe gaṅgāyā ubhaye taṭe
'unsere beiden Āśramas an dem Tīrtha, an beiden Ufern der Gaṅgā'
bhavetāṃ jagatāṃ nāthāv eṣa eva paro varaḥ
'sollen dies den Welten gewähren, ihr Herren der Welten - dies allein sei die höchste Gabe'
'Baden, Geben, Rezitation, Feueropfer und auch die Verehrung der Vorfahren - ob ein Tugendhafter oder ein Übeltäter dies auch immer vollzieht, all das soll unvergänglicher Verdienst werden - dies sei die höchste Gabe.'
Wort für Wort
snānaṃ dānaṃ japo homaḥ pitṝṇāṃ cāpi pūjanam
'Baden, Geben, Rezitation, Feueropfer und auch die Verehrung der Vorfahren'
sukṛtī duṣkṛtī vāpi yaḥ karoti yathā tathā
'ob ein Tugendhafter oder ein Übeltäter dies auch immer vollzieht'
sarvaṃ tad akṣayaṃ puṇyaṃ syād ity eṣa paro varaḥ
'all das soll unvergänglicher Verdienst werden - dies sei die höchste Gabe'
Yama sprach: 'Diejenigen, die am Nordufer der Gautamī die Yama-Hymne rezitieren, in deren sieben nachfolgenden Geschlechtern soll niemand einen vorzeitigen Tod erleiden.'
Wort für Wort
uttare gautamītīre yamastotraṃ paṭhanti ye
'diejenigen, die am Nordufer der Gautamī die Yama-Hymne rezitieren'
teṣāṃ saptasu vaṃśeṣu nākāle mṛtyum āpnuyāt
'in deren sieben nachfolgenden Geschlechtern soll niemand einen vorzeitigen Tod erleiden'
aṣṭāśītisahasraiś ca vyādhibhir na sa bādhyate /
asmiṃs tīrthe dvijaśreṣṭhau trimāsād gurviṇī satī // BrP_125.47 //
'Von den achtundachtzigtausend Krankheiten wird er nicht geplagt. An diesem Tīrtha, ihr besten der Zweifachgeborenen, soll eine Schwangere ab dem dritten Monat -'
Wort für Wort
aṣṭāśītisahasraiś ca vyādhibhir na sa bādhyate
'von den achtundachtzigtausend Krankheiten wird er nicht geplagt'
asmiṃs tīrthe dvijaśreṣṭhau trimāsād gurviṇī satī
'an diesem Tīrtha, ihr besten der Zweifachgeborenen, soll eine Schwangere ab dem dritten Monat'
arvāgvandhyā ca ṣaṇmāsāt saptāhaṃ snānam ācaret /
vīrasūḥ sā bhaven nārī śatāyuḥ sa suto bhavet // BrP_125.48 //
'- und eine noch nicht unfruchtbare Frau, ab sechs Monaten, sieben Tage lang baden; jene Frau wird zur Mutter eines Helden, und ihr Sohn wird hundert Jahre leben.'
Wort für Wort
arvāgvandhyā ca ṣaṇmāsāt saptāhaṃ snānam ācaret
'und eine noch nicht unfruchtbare Frau, ab sechs Monaten, soll sieben Tage lang baden'
vīrasūḥ sā bhaven nārī śatāyuḥ sa suto bhavet
'jene Frau wird zur Mutter eines Helden, und ihr Sohn wird hundert Jahre leben'
'- glanzvoll, klug, heldenhaft, mehrend an Söhnen und Enkeln; dort erlangen durch das Darbringen von Reisopfergaben u.ä. die Vorfahren Erlösung; von der in Gedanke, Wort und Tat entstandenen Sünde wird der Mensch durch das Baden befreit.'
Wort für Wort
lakṣmīvān matimāñ śūraḥ putrapautravivardhanaḥ
'glanzvoll, klug, heldenhaft, mehrend an Söhnen und Enkeln'
tatra piṇḍādidānena pitaro muktim āpnuyuḥ
'dort erlangen durch das Darbringen von Reisopfergaben u.ä. die Vorfahren Erlösung'
manovākkāyajāt pāpāt snānān mukto bhaven naraḥ
'von der in Gedanke, Wort und Tat entstandenen Sünde wird der Mensch durch das Baden befreit'
'Wer auch immer diese Hymne, wo auch immer, rezitiert, für den gibt es keine Furcht vor Feuer, selbst wenn er in einem Haus aus leicht brennbarem Material weilt.'
Wort für Wort
idaṃ stotraṃ tu yaḥ kaścid yatra kvāpi paṭhen naraḥ
'wer auch immer diese Hymne, wo auch immer, rezitiert'
naivāgnito bhayaṃ tasya likhite 'pi gṛhe sthite
'für den gibt es keine Furcht vor Feuer, selbst wenn er in einem solchen Haus weilt'
[Anm.: 'likhite ... gṛhe' ('in einem "geschriebenen/gezeichneten" Haus') sprachlich unklar - hier sinngemäß als besonders brandanfälliges (z.B. aus Stroh o.ä. errichtetes) Haus gedeutet.]
teṣu snānena dānena pretībhūtāś ca ye narāḥ /
pūtās te putravittāḍhyā ākrameyur divaṃ śubhāḥ // BrP_125.56 //
Durch Baden und Geben an ihnen werden auch die zu Verstorbenen gewordenen Menschen gereinigt, reich an Söhnen und Vermögen, und schreiten, schön geworden, zum Himmel empor.
Wort für Wort
teṣu snānena dānena pretībhūtāś ca ye narāḥ
durch Baden und Geben an ihnen werden auch die zu Verstorbenen gewordenen Menschen
pūtās te putravittāḍhyā ākrameyur divaṃ śubhāḥ
gereinigt, reich an Söhnen und Vermögen, und schreiten, schön geworden, zum Himmel empor