Kapitel 212: yadukulapralayānte pāṇḍavamahāprasthānaṃ vyāsopadeśaś ca
Nach dem Untergang des Yadu-Geschlechts: der große Auszug der Pāṇḍavas und Vyāsas Belehrung
Nach den Totenriten für Kṛṣṇa, Balarāma und die übrigen Yādavas führt Arjuna Volk und Vajra fort; Dvārakā wird vom Meer überflutet. Auf dem Weg werden die schutzlosen Frauen von Ābhīra-Räubern überfallen; Arjunas göttliche Waffenkraft versagt gänzlich ohne Kṛṣṇas Beistand, und er muss die Entführung der Vṛṣṇi-Andhaka-Frauen und den Raub des Besitzes hilflos mit ansehen. In tiefer Verzweiflung sucht er Vyāsa auf, der ihm die kāla-Lehre (alles entsteht und vergeht durch die Zeit) darlegt, die Aṣṭāvakra-Fluch-Vorgeschichte der geraubten Frauen erzählt und ihm rät, mit seinen Brüdern das Königreich aufzugeben und zur Askese in den Wald zu ziehen. Nach Bericht an Yudhiṣṭhira und Krönung Parīkṣits ziehen die Pāṇḍavas in den Wald – der Abschluss von Vyāsas gesamter Erzählung von Vāsudevas Wirken im Yadu-Geschlecht.
Vyāsa sprach: Arjuna, nachdem er die Leiber Kṛṣṇas und Rāmas aufgesucht hatte, ließ die Totenriten vollziehen, und ebenso, der Reihe nach, für die anderen.
Wort für Wort
arjuno 'pi tadānviṣya kṛṣṇarāmakalevare /
Arjuna, nachdem er die Leiber Kṛṣṇas und Rāmas aufgesucht hatte,
saṃskāraṃ lambhayām āsa tathānyeṣām anukramāt //
ließ die Totenriten vollziehen, und ebenso, der Reihe nach, für die anderen.
Die Sudharmā-Halle, die von Kṛṣṇa in die Welt der Sterblichen gebracht worden war, kehrte, o Brahmanen, zum Himmel zurück, und ebenso der Pārijāta-Baum.
Wort für Wort
sabhā sudharmā kṛṣṇena martyaloke samāhṛtā /
Die Sudharmā-Halle, die von Kṛṣṇa in die Welt der Sterblichen gebracht worden war,
svargaṃ jagāma bho viprāḥ pārijātaś ca pādapaḥ //
kehrte, o Brahmanen, zum Himmel zurück, und ebenso der Pārijāta-Baum.
Pārtha machte für das gesamte Volk Halt im Land der fünf Ströme (Pañcanada), das reich an Getreide und Reichtum in vielerlei Hinsicht war, o beste der Weisen.
Wort für Wort
pārthaḥ pañcanade deśe bahudhānyadhanānvite /
Pārtha machte im Land der fünf Ströme, das reich an Getreide und Reichtum in vielerlei Hinsicht war,
Da entstand Gier bei den Räubern, als sie sahen, wie die Frauen, deren Beschützer erschlagen waren, von dem einzelnen Bogenschützen Pārtha geleitet wurden.
Wort für Wort
tato lobhaḥ samabhavat pārthenaikena dhanvinā /
Da entstand Gier [bei den Räubern], als sie sahen, wie [die Frauen] von dem einzelnen Bogenschützen Pārtha geleitet wurden,
dṛṣṭvā striyo nīyamānā dasyūnāṃ nihateśvarāḥ //
[die Frauen] nämlich, deren Beschützer erschlagen waren.
Die Ābhīras sprachen: „Dieser einzelne Bogenschütze Arjuna führt die Frauen, deren Beschützer erschlagen sind, an uns vorbei – Schande über dies! Gewalt sei angewandt!
Wort für Wort
ayam eko 'rjuno dhanvī strījanaṃ nihateśvaram /
„Dieser einzelne Bogenschütze Arjuna führt die Frauen, deren Beschützer erschlagen sind,
tato yaṣṭipraharaṇā dasyavo loṣṭahāriṇaḥ / sahasraśo 'bhyadhāvanta taṃ janaṃ nihateśvaram / tato nivṛttaḥ kaunteyaḥ prāhābhīrān hasann iva //
Vyāsa sprach: Dann stürmten die mit Knüppeln bewaffneten, Erdklumpen schleudernden Räuber zu Tausenden auf jenes Volk, dessen Beschützer erschlagen waren, los; darauf wandte sich der Sohn der Kuntī um und sprach, wie lachend, zu den Ābhīras:
Wort für Wort
tato yaṣṭipraharaṇā dasyavo loṣṭahāriṇaḥ /
Dann stürmten die mit Knüppeln bewaffneten, Erdklumpen schleudernden Räuber
sahasraśo 'bhyadhāvanta taṃ janaṃ nihateśvaram /
zu Tausenden auf jenes Volk, dessen Beschützer erschlagen waren, los;
tato nivṛttaḥ kaunteyaḥ prāhābhīrān hasann iva //
darauf wandte sich der Sohn der Kuntī um und sprach, wie lachend, zu den Ābhīras:
cakāra sajjaṃ kṛcchrāt tu tad abhūc chithilaṃ punaḥ / na sasmāra tathāstrāṇi cintayann api pāṇḍavaḥ //
Mit Mühe brachte er ihn in Bereitschaft, doch wurde er wieder schlaff; und der Pāṇḍava vermochte sich, selbst angestrengt nachdenkend, auch nicht mehr an seine [göttlichen] Waffen zu erinnern.
Wort für Wort
cakāra sajjaṃ kṛcchrāt tu tad abhūc chithilaṃ punaḥ /
Mit Mühe brachte er ihn in Bereitschaft, doch wurde er wieder schlaff;
na sasmāra tathāstrāṇi cintayann api pāṇḍavaḥ //
und der Pāṇḍava vermochte sich, selbst angestrengt nachdenkend, auch nicht mehr an seine [göttlichen] Waffen zu erinnern.
śarān mumoca caiteṣu pārthaḥ śeṣān sa harṣitaḥ / na bhedaṃ te paraṃ cakrur astā gāṇḍīvadhanvanā //
Pārtha, noch [ein wenig] erfreut, schoss seine übrigen Pfeile auf sie ab; doch die vom Gāṇḍīva-Bogenschützen abgeschossenen bewirkten keine [durchschlagende] Wirkung mehr.
Wort für Wort
śarān mumoca caiteṣu pārthaḥ śeṣān sa harṣitaḥ /
Pārtha, noch [ein wenig] erfreut, schoss seine übrigen Pfeile auf sie ab;
na bhedaṃ te paraṃ cakrur astā gāṇḍīvadhanvanā //
doch die vom Gāṇḍīva-Bogenschützen abgeschossenen bewirkten keine [durchschlagende] Wirkung mehr.
vahninā cākṣayā dattāḥ śarās te 'pi kṣayaṃ yayuḥ / yudhyataḥ saha gopālair arjunasyābhavat kṣayaḥ //
Selbst die von Agni als unerschöpflich verliehenen Pfeile gingen [nun] zur Neige; während er gegen die Hirtenräuber kämpfte, gingen Arjunas [Pfeile] zu Ende.
Wort für Wort
vahninā cākṣayā dattāḥ śarās te 'pi kṣayaṃ yayuḥ /
Selbst die von Agni als unerschöpflich verliehenen Pfeile gingen [nun] zur Neige;
yudhyataḥ saha gopālair arjunasyābhavat kṣayaḥ //
während er gegen die Hirtenräuber kämpfte, gingen Arjunas [Pfeile] zu Ende.
Dann, als die Pfeile erschöpft waren, schlug Dhanaṃjaya mit der Spitze seines Bogens nach den Räubern; doch sie, o Zweifachgeborene, lachten über seine Schläge.
Wort für Wort
tataḥ śareṣu kṣīṇeṣu dhanuṣkoṭyā dhanaṃjayaḥ /
Dann, als die Pfeile erschöpft waren, schlug Dhanaṃjaya mit der Spitze seines Bogens
jaghāna dasyūṃs te cāsya prahārāñ jahasur dvijāḥ //
nach den Räubern; doch sie, o Zweifachgeborene, lachten über seine Schläge.
paśyatas tv eva pārthasya vṛṣṇyandhakavarastriyaḥ / jagmur ādāya te mlecchāḥ samantān munisattamāḥ //
Vor Pārthas eigenen Augen nahmen jene Barbaren die vortrefflichen Frauen der Vṛṣṇis und Andhakas und zogen nach allen Seiten davon, o beste der Weisen.
Wort für Wort
paśyatas tv eva pārthasya vṛṣṇyandhakavarastriyaḥ /
Vor Pārthas eigenen Augen [nahmen] jene Barbaren die vortrefflichen Frauen der Vṛṣṇis und Andhakas
jagmur ādāya te mlecchāḥ samantān munisattamāḥ //
und zogen nach allen Seiten davon, o beste der Weisen.
tad dhanus tāni cāstrāṇi sa rathas te ca vājinaḥ / sarvam ekapade naṣṭaṃ dānam aśrotriye yathā //
Arjuna sprach: „Jener Bogen, jene Waffen, jener Wagen und jene Rosse – alles ist in einem einzigen Augenblick verloren, wie eine Gabe an einen Nichtwissenden [Nicht-Vedakundigen].
Wort für Wort
tad dhanus tāni cāstrāṇi sa rathas te ca vājinaḥ /
Jener Bogen, jene Waffen, jener Wagen und jene Rosse –
sarvam ekapade naṣṭaṃ dānam aśrotriye yathā //
alles ist in einem einzigen Augenblick verloren, wie eine Gabe an einen Nichtwissenden.
tau bāhū sa ca me muṣṭiḥ sthānaṃ tat so 'smi cārjunaḥ / puṇyeneva vinā tena gataṃ sarvam asāratām //
Jene [meine] Arme, jene meine Faust, jener [gleiche] Stand, und ich, der [gleiche] Arjuna, [bin ich noch] – [doch] ohne ihn ist, wie ohne Verdienst, alles zur Wertlosigkeit geworden.
Wort für Wort
tau bāhū sa ca me muṣṭiḥ sthānaṃ tat so 'smi cārjunaḥ /
Jene [meine] Arme, jene meine Faust, jener [gleiche] Stand, und ich, der [gleiche] Arjuna, [bin ich noch] –
puṇyeneva vinā tena gataṃ sarvam asāratām //
[doch] ohne ihn ist, wie ohne Verdienst, alles zur Wertlosigkeit geworden.
Hast du [ein Vergehen wie] das Folgen [während] einer Reinigungszeit begangen, oder Brahmanenmord verübt? Oder bist du, vom Zerbrechen der Siegeshoffnung bekümmert, nun deines Glanzes verlustig gegangen?
Wort für Wort
ajārajonugamanaṃ brahmahatyāthavā kṛtā /
Hast du [ein Vergehen wie] das Folgen [während] einer Reinigungszeit begangen, oder Brahmanenmord verübt?
Oder bist du, vom Zerbrechen der Siegeshoffnung bekümmert, nun deines Glanzes verlustig gegangen?
[?: 'ajārajonugamanam' – die genaue Bedeutung dieser Wendung bleibt unsicher; hier probeweise als Anspielung auf eine rituelle Verunreinigung wiedergegeben.]
Oder wurdest du von Nagelwasser berührt oder mit Krugwasser besprengt, wodurch du so überaus glanzlos bist – oder wurdest du im Kampf von Geringeren besiegt?”
Vyāsa sprach: Da, tief aufseufzend, [sagte] Pārtha: „Höre, o Erhabener” – so angesprochen, berichtete er, o Brahmanen, genau, wie es geschehen war, seine eigene Niederlage.
Wort für Wort
tataḥ pārtho viniḥśvasya śrūyatāṃ bhagavann iti /
Da, tief aufseufzend, [sagte] Pārtha: „Höre, o Erhabener” –
prokto yathāvad ācaṣṭa viprā ātmaparābhavam //
so angesprochen, berichtete er, o Brahmanen, genau, wie es geschehen war, seine eigene Niederlage.
yad balaṃ yac ca nas tejo yad vīryaṃ yat parākramaḥ / yā śrīś chāyā ca naḥ so 'smān parityajya harir gataḥ //
Arjuna sprach: „Welche Kraft, welche Glut, welche Tapferkeit, welche Heldenkraft, welcher Glanz und Schimmer uns eigen war – jener [Hari], der [Quell] davon, hat uns verlassen und ist gegangen.
Wort für Wort
yad balaṃ yac ca nas tejo yad vīryaṃ yat parākramaḥ /
Welche Kraft, welche Glut, welche Tapferkeit, welche Heldenkraft,
yā śrīś chāyā ca naḥ so 'smān parityajya harir gataḥ //
welcher Glanz und Schimmer uns eigen war – jener Hari hat uns verlassen und ist gegangen.
yasyāvalokanād asmāñ śrīr jayaḥ saṃpad unnatiḥ / na tatyāja sa govindas tyaktvāsmān bhagavān gataḥ //
Er, durch dessen bloßen Blick uns Glück, Sieg, Wohlstand und Erhabenheit nie verließen, jener Govinda, der Erhabene, hat uns verlassen und ist gegangen.
Wort für Wort
yasyāvalokanād asmāñ śrīr jayaḥ saṃpad unnatiḥ /
Er, durch dessen bloßen Blick uns Glück, Sieg, Wohlstand und Erhabenheit
na tatyāja sa govindas tyaktvāsmān bhagavān gataḥ //
nie verließen, jener Govinda, der Erhabene, hat uns verlassen und ist gegangen.
Er, durch dessen Macht Bhīṣma, Droṇa, der König von Aṅga [Karṇa] und die anderen, und ebenso Duryodhana und die anderen völlig verbrannt wurden, jener Kṛṣṇa hat die Erde verlassen.
Wort für Wort
bhīṣmadroṇāṅgarājādyās tathā duryodhanādayaḥ /
Er, durch dessen Macht Bhīṣma, Droṇa, der König von Aṅga und die anderen,
yatprabhāvena nirdagdhāḥ sa kṛṣṇas tyaktavān bhuvam //
und ebenso Duryodhana und die anderen völlig verbrannt wurden, jener Kṛṣṇa hat die Erde verlassen.
Ohne Jugend, ihres Glücks beraubt, wie ihres Glanzes verlustig erscheint mir die Erde, o Vater – ich bin nicht [wirklich] eins in der Trennung von jenem Diskusträger.
Wort für Wort
niryauvanā hataśrīkā bhraṣṭacchāyeva me mahī /
Ohne Jugend, ihres Glücks beraubt, wie ihres Glanzes verlustig erscheint mir die Erde, o Vater –
vibhāti tāta naiko 'haṃ virahe tasya cakriṇaḥ //
ich bin nicht [wirklich] eins in der Trennung von jenem Diskusträger.
Er, durch dessen Macht Bhīṣma und die anderen sich wie Motten in mich, das Feuer, stürzten – ohne eben jenen Kṛṣṇa bin ich heute von bloßen Hirten besiegt worden.
niḥśrīkatā na me citraṃ yaj jīvāmi tad adbhutam / nīcāvamānapaṅkāṅkī nirlajjo 'smi pitāmaha //
Mein Verlust an Glanz ist kein Wunder – dass ich [noch] lebe, das ist das Erstaunliche; mit dem Schlamm der Erniedrigung durch Niedere gezeichnet, bin ich schamlos, o Großvater.”
Wort für Wort
niḥśrīkatā na me citraṃ yaj jīvāmi tad adbhutam /
Mein Verlust an Glanz ist kein Wunder – dass ich [noch] lebe, das ist das Erstaunliche;
nīcāvamānapaṅkāṅkī nirlajjo 'smi pitāmaha //
mit dem Schlamm der Erniedrigung durch Niedere gezeichnet, bin ich schamlos, o Großvater.”
śrutvāhaṃ tasya tad vākyam abravaṃ dvijasattamāḥ / duḥkhitasya ca dīnasya pāṇḍavasya mahātmanaḥ //
Vyāsa sprach: Nachdem ich diese Worte des bekümmerten und elenden großmütigen Pāṇḍava gehört hatte, o beste der Zweifachgeborenen, sprach ich [zu ihm]:
Wort für Wort
śrutvāhaṃ tasya tad vākyam abravaṃ dvijasattamāḥ /
Nachdem ich diese Worte gehört hatte, sprach ich, o beste der Zweifachgeborenen,
duḥkhitasya ca dīnasya pāṇḍavasya mahātmanaḥ //
[zu] jenem bekümmerten und elenden großmütigen Pāṇḍava:
kālo bhavāya bhūtānām abhavāya ca pāṇḍava / kālamūlam idaṃ jñātvā kuru sthairyam ato 'rjuna //
Die Zeit ist sowohl [Ursache] des Entstehens als auch des Vergehens der Wesen, o Pāṇḍava; wisse, dass dies alles in der Zeit wurzelt, und bewahre daher Standhaftigkeit, o Arjuna.
Wort für Wort
kālo bhavāya bhūtānām abhavāya ca pāṇḍava /
Die Zeit ist sowohl [Ursache] des Entstehens als auch des Vergehens der Wesen, o Pāṇḍava;
kālamūlam idaṃ jñātvā kuru sthairyam ato 'rjuna //
wisse, dass dies alles in der Zeit wurzelt, und bewahre daher Standhaftigkeit, o Arjuna.
von der Zeit geschaffen, werden sie durch die Zeit wieder zur Vernichtung gehen; erkenne, dass dies alles wesensmäßig aus Zeit besteht, und erlange [inneren] Frieden.
Wort für Wort
sṛṣṭāḥ kālena kālena punar yāsyanti saṃkṣayam /
von der Zeit geschaffen, werden sie durch die Zeit wieder zur Vernichtung gehen;
kālātmakam idaṃ sarvaṃ jñātvā śamam avāpnuhi //
erkenne, dass dies alles wesensmäßig aus Zeit besteht, und erlange [inneren] Frieden.
Und diese Aufgabe ist vollbracht – alle [bösen] Könige sind getötet; und ebenso ist das ganze Geschlecht der Vṛṣṇis und Andhakas, o Pārtha, [von ihm wieder] zurückgenommen worden.
Wort für Wort
tac ca niṣpāditaṃ kāryam aśeṣā bhūbhṛto hatāḥ /
Und diese Aufgabe ist vollbracht – alle [bösen] Könige sind getötet;
sṛṣṭiṃ sarge karoty eṣa devadevaḥ sthitiṃ sthitau / ante tāpasamartho 'yaṃ sāṃprataṃ vai yathā kṛtam //
Dieser Gott der Götter bewirkt die Schöpfung bei der Schöpfung, den Bestand beim Bestand, und ist am Ende zur Vernichtung fähig – genau wie er es jetzt getan hat.
Darum, Pārtha, sollst du wegen [dieser] Niederlage keinen Kummer empfinden; die Heldenkraft der Menschen entsteht [nur] zu [ihren jeweils bestimmten] Zeiten des Daseins.
Wort für Wort
tasmāt pārtha na saṃtāpas tvayā kāryaḥ parābhavāt /
Darum, Pārtha, sollst du wegen [dieser] Niederlage keinen Kummer empfinden;
bhavanti bhavakāleṣu puruṣāṇāṃ parākramāḥ //
die Heldenkraft der Menschen entsteht [nur] zu [ihren jeweils bestimmten] Zeiten des Daseins.
Da Bhīṣma, Droṇa und die anderen Könige von dir allein getötet wurden, war nicht auch jene [ihre] Niederlage, o Arjuna, aus der Zeit entstanden, und nicht [wirklich eine] durch Geringere?
Wort für Wort
yatas tvayaikena hatā bhīṣmadroṇādayo nṛpāḥ /
Da Bhīṣma, Droṇa und die anderen Könige von dir allein getötet wurden,
teṣām arjuna kālotthaḥ kiṃ nyūnābhibhavo na saḥ //
war nicht auch jene [ihre] Niederlage, o Arjuna, aus der Zeit entstanden, und nicht [wirklich eine] durch Geringere?
So wie ihre Niederlage durch dich [in Wahrheit] durch jenes Viṣṇus Macht [geschah], so entstand ebenso am Ende deine [Niederlage] durch Räuber aus eben jener [entzogenen Macht].
Wort für Wort
viṣṇos tasyānubhāvena yathā teṣāṃ parābhavaḥ /
So wie ihre Niederlage durch dich [in Wahrheit] durch jenes Viṣṇus Macht [geschah],
Wer hätte geglaubt, dass du alle Kauravas samt dem Sohn der Gaṅgā [Bhīṣma] erschlagen würdest? Und wer würde [jetzt] deine Niederlage durch bloße Ābhīras glauben?
gṛhītā dasyubhir yac ca rakṣitā bhavatā striyaḥ / tad apy ahaṃ yathāvṛttaṃ kathayāmi tavārjuna //
Und dass die von dir beschützten Frauen [dennoch] von Räubern ergriffen wurden – auch dies will ich dir, Arjuna, so erzählen, wie es sich zugetragen hat.
Wort für Wort
gṛhītā dasyubhir yac ca rakṣitā bhavatā striyaḥ /
Und dass die von dir beschützten Frauen [dennoch] von Räubern ergriffen wurden –
tad apy ahaṃ yathāvṛttaṃ kathayāmi tavārjuna //
auch dies will ich dir, Arjuna, so erzählen, wie es sich zugetragen hat.
Dem bis zum Hals im Wasser versunkenen, die Last seiner Verfilzungen tragenden Weisen erwiesen sie, demütig verneigt, dem Lobpreis hingegeben, Ehrerbietung.
Wort für Wort
ākaṇṭhamagnaṃ salile jaṭābhāradharaṃ munim /
Dem bis zum Hals im Wasser versunkenen, die Last seiner Verfilzungen tragenden Weisen
vinayāvanatāś caiva praṇemuḥ stotratatparāḥ //
erwiesen sie, demütig verneigt, dem Lobpreis hingegeben, Ehrerbietung.
prasanno 'haṃ mahābhāgā bhavatīnāṃ yad iṣyate / mattas tad vriyatāṃ sarvaṃ pradāsyāmy api durlabham //
Aṣṭāvakra sprach: „Ich bin zufrieden, ihr Hochbeglückten; was immer von euch gewünscht wird, das werde von mir erbeten – ich werde alles gewähren, selbst wenn es schwer zu erlangen ist.”
Wort für Wort
prasanno 'haṃ mahābhāgā bhavatīnāṃ yad iṣyate /
„Ich bin zufrieden, ihr Hochbeglückten; was immer von euch gewünscht wird,
mattas tad vriyatāṃ sarvaṃ pradāsyāmy api durlabham //
das werde von mir erbeten – ich werde alles gewähren, selbst wenn es schwer zu erlangen ist.”
itarās tv abruvan vipra prasanno bhagavan yadi / tad icchāmaḥ patiṃ prāptuṃ viprendra puruṣottamam //
sprachen andere jedoch: „O Brahmane, wenn du, Erhabener, zufrieden bist, dann wünschen wir, den höchsten Puruṣa als Gatten zu erlangen, o Fürst der Brahmanen.”
Wort für Wort
itarās tv abruvan vipra prasanno bhagavan yadi /
sprachen andere jedoch: „O Brahmane, wenn du, Erhabener, zufrieden bist,
tad icchāmaḥ patiṃ prāptuṃ viprendra puruṣottamam //
dann wünschen wir, den höchsten Puruṣa als Gatten zu erlangen, o Fürst der Brahmanen.”
evaṃ bhaviṣyatīty uktvā uttatāra jalān muniḥ / tam uttīrṇaṃ ca dadṛśur virūpaṃ vakram aṣṭadhā //
Vyāsa sprach: „So sei es”, sagend, stieg der Weise aus dem Wasser; und als er emporgestiegen war, sahen sie ihn, missgestaltet, an acht Stellen gekrümmt.
Wort für Wort
evaṃ bhaviṣyatīty uktvā uttatāra jalān muniḥ /
„So sei es”, sagend, stieg der Weise aus dem Wasser;
tam uttīrṇaṃ ca dadṛśur virūpaṃ vakram aṣṭadhā //
und als er emporgestiegen war, sahen sie ihn, missgestaltet, an acht Stellen gekrümmt.
Jene [Frauen], bei deren Anblick ihr [zu verbergen versuchtes] Lachen offen hervorbrach, verfluchte der Weise, in Zorn geraten, o Freude der Kurus [Arjuna].
Obwohl ihr durch meine Gnade den höchsten Puruṣa als Gatten erlangen werdet, werdet ihr alle, von meinem Fluch getroffen, in die Hände von Räubern geraten.”
Wort für Wort
matprasādena bhartāraṃ labdhvā tu puruṣottamam /
Obwohl ihr durch meine Gnade den höchsten Puruṣa als Gatten erlangen werdet,
macchāpopahatāḥ sarvā dasyuhastaṃ gamiṣyatha //
werdet ihr alle, von meinem Fluch getroffen, in die Hände von Räubern geraten.”
Vyāsa sprach: Als er dies gesprochen gehört und von ihnen besänftigt worden war, sagte der Weise: „Ihr werdet wieder von neuem in die Welt des Götterkönigs gelangen.”
Wort für Wort
ity udīritam ākarṇya munis tābhiḥ prasāditaḥ /
Als er dies gesprochen gehört und von ihnen besänftigt worden war,
punaḥ surendralokaṃ vai prāha bhūyo gamiṣyatha //
sagte der Weise: „Ihr werdet wieder von neuem in die Welt des Götterkönigs gelangen.”
So gelangten jene vortrefflichen Frauen, durch den Fluch dieses Weisen Aṣṭāvakra, nachdem sie Keśava als Gatten erlangt hatten, [dennoch] in die Hände von Räubern.
Wort für Wort
evaṃ tasya muneḥ śāpād aṣṭāvakrasya keśavam /
So gelangten, durch den Fluch dieses Weisen Aṣṭāvakra, jene vortrefflichen Frauen, nachdem sie Keśava
vijñāya na budhāḥ śokaṃ na harṣam upayānti ye / teṣām evetare ceṣṭāṃ śikṣantaḥ santi tādṛśāḥ //
Die Weisen, die dies erkennend weder in Kummer noch in Freude verfallen – nur indem sie das Verhalten ebendieser [Weisen] erlernen, werden auch andere ihresgleichen.
Wort für Wort
vijñāya na budhāḥ śokaṃ na harṣam upayānti ye /
Die Weisen, die dies erkennend weder in Kummer noch in Freude verfallen –
teṣām evetare ceṣṭāṃ śikṣantaḥ santi tādṛśāḥ //
nur indem sie das Verhalten ebendieser [Weisen] erlernen, werden auch andere ihresgleichen.
tad gaccha dharmarājāya nivedyaitad vaco mama / paraśvo bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ gatiṃ vīra yathā kuru //
So geh, und teile dem Dharma-König dieses mein Wort mit; übermorgen sollst du, o Held, zusammen mit deinen Brüdern deinen [letzten] Gang antreten, wie es sich gehört.”
Wort für Wort
tad gaccha dharmarājāya nivedyaitad vaco mama /
So geh, und teile dem Dharma-König dieses mein Wort mit;
paraśvo bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ gatiṃ vīra yathā kuru //
übermorgen sollst du, o Held, zusammen mit deinen Brüdern deinen [letzten] Gang antreten, wie es sich gehört.”
ity ukto dharmarājaṃ tu samabhyetya tathoktavān / dṛṣṭaṃ caivānubhūtaṃ vā kathitaṃ tad aśeṣataḥ //
Vyāsa sprach: So angesprochen, ging er zum Dharma-König und sprach dementsprechend; alles, was gesehen oder erfahren worden war, wurde vollständig berichtet.
Wort für Wort
ity ukto dharmarājaṃ tu samabhyetya tathoktavān /
So angesprochen, ging er zum Dharma-König und sprach dementsprechend;
dṛṣṭaṃ caivānubhūtaṃ vā kathitaṃ tad aśeṣataḥ //
alles, was gesehen oder erfahren worden war, wurde vollständig berichtet.
vyāsavākyaṃ ca te sarve śrutvārjunasamīritam / rājye parīkṣitaṃ kṛtvā yayuḥ pāṇḍusutā vanam //
Und alle jene, nachdem sie Vyāsas durch Arjuna übermittelte Worte gehört hatten, setzten Parīkṣit auf den Thron und die Söhne des Pāṇḍu zogen in den Wald.
Wort für Wort
vyāsavākyaṃ ca te sarve śrutvārjunasamīritam /
Und alle jene, nachdem sie Vyāsas durch Arjuna übermittelte Worte gehört hatten,
rājye parīkṣitaṃ kṛtvā yayuḥ pāṇḍusutā vanam //
setzten Parīkṣit auf den Thron und die Söhne des Pāṇḍu zogen in den Wald.