Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 212: yadukulapralayānte pāṇḍavamahāprasthānaṃ vyāsopadeśaś ca Nach dem Untergang des Yadu-Geschlechts: der große Auszug der Pāṇḍavas und Vyāsas Belehrung

Nach den Totenriten für Kṛṣṇa, Balarāma und die übrigen Yādavas führt Arjuna Volk und Vajra fort; Dvārakā wird vom Meer überflutet. Auf dem Weg werden die schutzlosen Frauen von Ābhīra-Räubern überfallen; Arjunas göttliche Waffenkraft versagt gänzlich ohne Kṛṣṇas Beistand, und er muss die Entführung der Vṛṣṇi-Andhaka-Frauen und den Raub des Besitzes hilflos mit ansehen. In tiefer Verzweiflung sucht er Vyāsa auf, der ihm die kāla-Lehre (alles entsteht und vergeht durch die Zeit) darlegt, die Aṣṭāvakra-Fluch-Vorgeschichte der geraubten Frauen erzählt und ihm rät, mit seinen Brüdern das Königreich aufzugeben und zur Askese in den Wald zu ziehen. Nach Bericht an Yudhiṣṭhira und Krönung Parīkṣits ziehen die Pāṇḍavas in den Wald – der Abschluss von Vyāsas gesamter Erzählung von Vāsudevas Wirken im Yadu-Geschlecht.

arjuno 'pi tadānviṣya kṛṣṇarāmakalevare / saṃskāraṃ lambhayām āsa tathānyeṣām anukramāt //

Vyāsa sprach: Arjuna, nachdem er die Leiber Kṛṣṇas und Rāmas aufgesucht hatte, ließ die Totenriten vollziehen, und ebenso, der Reihe nach, für die anderen.

Wort für Wort
arjuno 'pi tadānviṣya kṛṣṇarāmakalevare /
Arjuna, nachdem er die Leiber Kṛṣṇas und Rāmas aufgesucht hatte,
saṃskāraṃ lambhayām āsa tathānyeṣām anukramāt //
ließ die Totenriten vollziehen, und ebenso, der Reihe nach, für die anderen.

aṣṭau mahiṣyaḥ kathitā rukmiṇīpramukhās tu yāḥ / upagṛhya harer dehaṃ viviśus tā hutāśanam //

Die acht Hauptgemahlinnen, die genannt wurden, mit Rukmiṇī an der Spitze, umarmten Haris Leib und gingen in das Feuer ein.

Wort für Wort
aṣṭau mahiṣyaḥ kathitā rukmiṇīpramukhās tu yāḥ /
Die acht Hauptgemahlinnen, die genannt wurden, mit Rukmiṇī an der Spitze,
upagṛhya harer dehaṃ viviśus tā hutāśanam //
umarmten Haris Leib und gingen in das Feuer ein.

revatī caiva rāmasya deham āśliṣya sattamāḥ / viveśa jvalitaṃ vahniṃ tatsaṅgāhlādaśītalam //

Und auch Revatī, o Vortreffliche, umarmte Rāmas Leib und ging in das lodernde Feuer ein, das durch die Freude der Vereinigung mit ihm kühl war.

Wort für Wort
revatī caiva rāmasya deham āśliṣya sattamāḥ /
Und auch Revatī, o Vortreffliche, umarmte Rāmas Leib
viveśa jvalitaṃ vahniṃ tatsaṅgāhlādaśītalam //
und ging in das lodernde Feuer ein, das durch die Freude der Vereinigung mit ihm kühl war.

ugrasenas tu tac chrutvā tathaivānakadundubhiḥ / devakī rohiṇī caiva viviśur jātavedasam //

Ugrasena aber, als er dies hörte, und ebenso Ānakadundubhi [Vasudeva], sowie Devakī und Rohiṇī gingen [gleichfalls] in das Feuer ein.

Wort für Wort
ugrasenas tu tac chrutvā tathaivānakadundubhiḥ /
Ugrasena aber, als er dies hörte, und ebenso Ānakadundubhi [Vasudeva],
devakī rohiṇī caiva viviśur jātavedasam //
sowie Devakī und Rohiṇī gingen [gleichfalls] in das Feuer ein.

tato 'rjunaḥ pretakāryaṃ kṛtvā teṣāṃ yathāvidhi / niścakrāma janaṃ sarvaṃ gṛhītvā vajram eva ca //

Dann brach Arjuna, nachdem er für sie vorschriftsmäßig die Totenriten vollzogen hatte, auf, das gesamte Volk und auch Vajra mitnehmend.

Wort für Wort
tato 'rjunaḥ pretakāryaṃ kṛtvā teṣāṃ yathāvidhi /
Dann brach Arjuna, nachdem er für sie vorschriftsmäßig die Totenriten vollzogen hatte, auf,
niścakrāma janaṃ sarvaṃ gṛhītvā vajram eva ca //
das gesamte Volk und auch Vajra mitnehmend.

dvāravatyā viniṣkrāntāḥ kṛṣṇapatnyaḥ sahasraśaḥ / vajraṃ janaṃ ca kaunteyaḥ pālayañ śanakair yayau //

Kṛṣṇas Frauen zogen zu Tausenden aus Dvāravatī aus; der Sohn der Kuntī [Arjuna] zog, Vajra und das Volk beschützend, langsam voran.

Wort für Wort
dvāravatyā viniṣkrāntāḥ kṛṣṇapatnyaḥ sahasraśaḥ /
Kṛṣṇas Frauen zogen zu Tausenden aus Dvāravatī aus;
vajraṃ janaṃ ca kaunteyaḥ pālayañ śanakair yayau //
der Sohn der Kuntī zog, Vajra und das Volk beschützend, langsam voran.

sabhā sudharmā kṛṣṇena martyaloke samāhṛtā / svargaṃ jagāma bho viprāḥ pārijātaś ca pādapaḥ //

Die Sudharmā-Halle, die von Kṛṣṇa in die Welt der Sterblichen gebracht worden war, kehrte, o Brahmanen, zum Himmel zurück, und ebenso der Pārijāta-Baum.

Wort für Wort
sabhā sudharmā kṛṣṇena martyaloke samāhṛtā /
Die Sudharmā-Halle, die von Kṛṣṇa in die Welt der Sterblichen gebracht worden war,
svargaṃ jagāma bho viprāḥ pārijātaś ca pādapaḥ //
kehrte, o Brahmanen, zum Himmel zurück, und ebenso der Pārijāta-Baum.

yasmin dine harir yāto divaṃ saṃtyajya medinīm / tasmin dine 'vatīrṇo 'yaṃ kālakāyaḥ kaliḥ kila //

An eben dem Tag, an dem Hari, die Erde verlassend, zum Himmel gegangen war, stieg an eben diesem Tag Kali, dessen Leib aus Zeit besteht, herab.

Wort für Wort
yasmin dine harir yāto divaṃ saṃtyajya medinīm /
An eben dem Tag, an dem Hari, die Erde verlassend, zum Himmel gegangen war,
tasmin dine 'vatīrṇo 'yaṃ kālakāyaḥ kaliḥ kila //
stieg an eben diesem Tag Kali, dessen Leib aus Zeit besteht, herab.

plāvayām āsa tāṃ śūnyāṃ dvārakāṃ ca mahodadhiḥ / yaduśreṣṭhagṛhaṃ tv ekaṃ nāplāvayata sāgaraḥ //

Der große Ozean überflutete das nun leere Dvārakā; nur das eine Haus des Besten der Yadus [Kṛṣṇas eigenes] überflutete der Ozean nicht.

Wort für Wort
plāvayām āsa tāṃ śūnyāṃ dvārakāṃ ca mahodadhiḥ /
Der große Ozean überflutete das nun leere Dvārakā;
yaduśreṣṭhagṛhaṃ tv ekaṃ nāplāvayata sāgaraḥ //
nur das eine Haus des Besten der Yadus überflutete der Ozean nicht.

nātikrāmati bho viprās tad adyāpi mahodadhiḥ / nityaṃ saṃnihitas tatra bhagavān keśavo yataḥ //

Über jenes [Haus], o Brahmanen, tritt der große Ozean noch heute nicht hinaus, da dort der Erhabene Keśava ewig gegenwärtig ist.

Wort für Wort
nātikrāmati bho viprās tad adyāpi mahodadhiḥ /
Über jenes [Haus], o Brahmanen, tritt der große Ozean noch heute nicht hinaus,
nityaṃ saṃnihitas tatra bhagavān keśavo yataḥ //
da dort der Erhabene Keśava ewig gegenwärtig ist.

tad atīva mahāpuṇyaṃ sarvapātakanāśanam / viṣṇukrīḍānvitaṃ sthānaṃ dṛṣṭvā pāpāt pramucyate //

Jener Ort, überaus heilig, alle Sünden vernichtend, mit Viṣṇus Spiel verbunden – ihn zu sehen befreit von Sünde.

Wort für Wort
tad atīva mahāpuṇyaṃ sarvapātakanāśanam /
Jener Ort, überaus heilig, alle Sünden vernichtend,
viṣṇukrīḍānvitaṃ sthānaṃ dṛṣṭvā pāpāt pramucyate //
mit Viṣṇus Spiel verbunden – ihn zu sehen befreit von Sünde.

pārthaḥ pañcanade deśe bahudhānyadhanānvite / cakāra vāsaṃ sarvasya janasya munisattamāḥ //

Pārtha machte für das gesamte Volk Halt im Land der fünf Ströme (Pañcanada), das reich an Getreide und Reichtum in vielerlei Hinsicht war, o beste der Weisen.

Wort für Wort
pārthaḥ pañcanade deśe bahudhānyadhanānvite /
Pārtha machte im Land der fünf Ströme, das reich an Getreide und Reichtum in vielerlei Hinsicht war,
cakāra vāsaṃ sarvasya janasya munisattamāḥ //
für das gesamte Volk Halt, o beste der Weisen.

tato lobhaḥ samabhavat pārthenaikena dhanvinā / dṛṣṭvā striyo nīyamānā dasyūnāṃ nihateśvarāḥ //

Da entstand Gier bei den Räubern, als sie sahen, wie die Frauen, deren Beschützer erschlagen waren, von dem einzelnen Bogenschützen Pārtha geleitet wurden.

Wort für Wort
tato lobhaḥ samabhavat pārthenaikena dhanvinā /
Da entstand Gier [bei den Räubern], als sie sahen, wie [die Frauen] von dem einzelnen Bogenschützen Pārtha geleitet wurden,
dṛṣṭvā striyo nīyamānā dasyūnāṃ nihateśvarāḥ //
[die Frauen] nämlich, deren Beschützer erschlagen waren.

tatas te pāpakarmāṇo lobhopahatacetasaḥ / ābhīrā mantrayām āsuḥ sametyātyantadurmadāḥ //

Dann berieten sich jene übeltätigen, von Gier befallenen, überaus vermessenen Ābhīras, zusammengekommen.

Wort für Wort
tatas te pāpakarmāṇo lobhopahatacetasaḥ /
Dann berieten sich jene übeltätigen, von Gier befallenen
ābhīrā mantrayām āsuḥ sametyātyantadurmadāḥ //
überaus vermessenen Ābhīras, zusammengekommen.

ayam eko 'rjuno dhanvī strījanaṃ nihateśvaram / nayaty asmān atikramya dhig etat kriyatāṃ balam //

Die Ābhīras sprachen: „Dieser einzelne Bogenschütze Arjuna führt die Frauen, deren Beschützer erschlagen sind, an uns vorbei – Schande über dies! Gewalt sei angewandt!

Wort für Wort
ayam eko 'rjuno dhanvī strījanaṃ nihateśvaram /
„Dieser einzelne Bogenschütze Arjuna führt die Frauen, deren Beschützer erschlagen sind,
nayaty asmān atikramya dhig etat kriyatāṃ balam //
an uns vorbei – Schande über dies! Gewalt sei angewandt!

hatvā garvasamārūḍho bhīṣmadroṇajayadrathān / karṇādīṃś ca na jānāti balaṃ grāmanivāsinām //

Nachdem er Bhīṣma, Droṇa, Jayadratha und Karṇa und die anderen getötet hat, auf Hochmut gestiegen, kennt er die Kraft der Dorfbewohner nicht.

Wort für Wort
hatvā garvasamārūḍho bhīṣmadroṇajayadrathān /
Nachdem er Bhīṣma, Droṇa, Jayadratha getötet hat, auf Hochmut gestiegen,
karṇādīṃś ca na jānāti balaṃ grāmanivāsinām //
und Karṇa und die anderen, kennt er die Kraft der Dorfbewohner nicht.

balajyeṣṭhān narān anyān grāmyāṃś caiva viśeṣataḥ / sarvān evāvajānāti kiṃ vo bahubhir uttaraiḥ //

Andere an Kraft überlegene Männer, insbesondere Dorfleute, verachtet er allesamt – was [nützen da] euch viele weitere Worte?”

Wort für Wort
balajyeṣṭhān narān anyān grāmyāṃś caiva viśeṣataḥ /
Andere an Kraft überlegene Männer, insbesondere Dorfleute,
sarvān evāvajānāti kiṃ vo bahubhir uttaraiḥ //
verachtet er allesamt – was [nützen da] euch viele weitere Worte?”

tato yaṣṭipraharaṇā dasyavo loṣṭahāriṇaḥ / sahasraśo 'bhyadhāvanta taṃ janaṃ nihateśvaram / tato nivṛttaḥ kaunteyaḥ prāhābhīrān hasann iva //

Vyāsa sprach: Dann stürmten die mit Knüppeln bewaffneten, Erdklumpen schleudernden Räuber zu Tausenden auf jenes Volk, dessen Beschützer erschlagen waren, los; darauf wandte sich der Sohn der Kuntī um und sprach, wie lachend, zu den Ābhīras:

Wort für Wort
tato yaṣṭipraharaṇā dasyavo loṣṭahāriṇaḥ /
Dann stürmten die mit Knüppeln bewaffneten, Erdklumpen schleudernden Räuber
sahasraśo 'bhyadhāvanta taṃ janaṃ nihateśvaram /
zu Tausenden auf jenes Volk, dessen Beschützer erschlagen waren, los;
tato nivṛttaḥ kaunteyaḥ prāhābhīrān hasann iva //
darauf wandte sich der Sohn der Kuntī um und sprach, wie lachend, zu den Ābhīras:

[Anm.: 3-zeiliger Vers.]

nivartadhvam adharmajñā yadīto na mumūrṣavaḥ //

Arjuna sprach: „Kehret um, ihr Unrechtskundigen, wenn ihr nicht sterben wollt!”

Wort für Wort
nivartadhvam adharmajñā yadīto na mumūrṣavaḥ //
„Kehret um, ihr Unrechtskundigen, wenn ihr nicht sterben wollt!”

[Anm.: Einzeiliger Vers mit Asterisk-Markierung im Quelltext (//* BrP_212.19 //), offenbar fehlendes zweites Pāda.]

avajñāya vacas tasya jagṛhus te tadā dhanam / strījanaṃ cāpi kaunteyād viṣvaksenaparigraham //

Vyāsa sprach: Sein Wort missachtend, ergriffen sie da den Reichtum und auch die Frauen – Viṣvaksenas [Kṛṣṇas] eigenen Anhang – von dem Sohn der Kuntī.

Wort für Wort
avajñāya vacas tasya jagṛhus te tadā dhanam /
Sein Wort missachtend, ergriffen sie da den Reichtum
strījanaṃ cāpi kaunteyād viṣvaksenaparigraham //
und auch die Frauen – Viṣvaksenas eigenen Anhang – von dem Sohn der Kuntī.

tato 'rjuno dhanur divyaṃ gāṇḍīvam ajaraṃ yudhi / āropayitum ārebhe na śaśāka sa vīryavān //

Da begann Arjuna, den göttlichen, im Kampf nie alternden Bogen Gāṇḍīva zu spannen – doch der Tapfere vermochte es nicht.

Wort für Wort
tato 'rjuno dhanur divyaṃ gāṇḍīvam ajaraṃ yudhi /
Da begann Arjuna, den göttlichen, im Kampf nie alternden Bogen Gāṇḍīva zu spannen –
āropayitum ārebhe na śaśāka sa vīryavān //
doch der Tapfere vermochte es nicht.

cakāra sajjaṃ kṛcchrāt tu tad abhūc chithilaṃ punaḥ / na sasmāra tathāstrāṇi cintayann api pāṇḍavaḥ //

Mit Mühe brachte er ihn in Bereitschaft, doch wurde er wieder schlaff; und der Pāṇḍava vermochte sich, selbst angestrengt nachdenkend, auch nicht mehr an seine [göttlichen] Waffen zu erinnern.

Wort für Wort
cakāra sajjaṃ kṛcchrāt tu tad abhūc chithilaṃ punaḥ /
Mit Mühe brachte er ihn in Bereitschaft, doch wurde er wieder schlaff;
na sasmāra tathāstrāṇi cintayann api pāṇḍavaḥ //
und der Pāṇḍava vermochte sich, selbst angestrengt nachdenkend, auch nicht mehr an seine [göttlichen] Waffen zu erinnern.

śarān mumoca caiteṣu pārthaḥ śeṣān sa harṣitaḥ / na bhedaṃ te paraṃ cakrur astā gāṇḍīvadhanvanā //

Pārtha, noch [ein wenig] erfreut, schoss seine übrigen Pfeile auf sie ab; doch die vom Gāṇḍīva-Bogenschützen abgeschossenen bewirkten keine [durchschlagende] Wirkung mehr.

Wort für Wort
śarān mumoca caiteṣu pārthaḥ śeṣān sa harṣitaḥ /
Pārtha, noch [ein wenig] erfreut, schoss seine übrigen Pfeile auf sie ab;
na bhedaṃ te paraṃ cakrur astā gāṇḍīvadhanvanā //
doch die vom Gāṇḍīva-Bogenschützen abgeschossenen bewirkten keine [durchschlagende] Wirkung mehr.

vahninā cākṣayā dattāḥ śarās te 'pi kṣayaṃ yayuḥ / yudhyataḥ saha gopālair arjunasyābhavat kṣayaḥ //

Selbst die von Agni als unerschöpflich verliehenen Pfeile gingen [nun] zur Neige; während er gegen die Hirtenräuber kämpfte, gingen Arjunas [Pfeile] zu Ende.

Wort für Wort
vahninā cākṣayā dattāḥ śarās te 'pi kṣayaṃ yayuḥ /
Selbst die von Agni als unerschöpflich verliehenen Pfeile gingen [nun] zur Neige;
yudhyataḥ saha gopālair arjunasyābhavat kṣayaḥ //
während er gegen die Hirtenräuber kämpfte, gingen Arjunas [Pfeile] zu Ende.

acintayat tu kaunteyaḥ kṛṣṇasyaiva hi tad balam / yan mayā śarasaṃghātaiḥ sabalā bhūbhṛto jitāḥ //

Der Sohn der Kuntī dachte: „Es war ja allein Kṛṣṇas Kraft, durch die von mir mit Pfeilmassen Könige samt ihren Heeren besiegt wurden.”

Wort für Wort
acintayat tu kaunteyaḥ kṛṣṇasyaiva hi tad balam /
Der Sohn der Kuntī dachte: „Es war ja allein Kṛṣṇas Kraft,
yan mayā śarasaṃghātaiḥ sabalā bhūbhṛto jitāḥ //
durch die von mir mit Pfeilmassen Könige samt ihren Heeren besiegt wurden.”

miṣataḥ pāṇḍuputrasya tatas tāḥ pramadottamāḥ / apākṛṣyanta cābhīraiḥ kāmāc cānyāḥ pravavrajuḥ //

Während der Sohn des Pāṇḍu [nur] zusah, wurden jene vortrefflichen Frauen von den Ābhīras fortgezerrt, und andere zogen aus eigenem Willen davon.

Wort für Wort
miṣataḥ pāṇḍuputrasya tatas tāḥ pramadottamāḥ /
Während der Sohn des Pāṇḍu [nur] zusah, wurden jene vortrefflichen Frauen
apākṛṣyanta cābhīraiḥ kāmāc cānyāḥ pravavrajuḥ //
von den Ābhīras fortgezerrt, und andere zogen aus eigenem Willen davon.

tataḥ śareṣu kṣīṇeṣu dhanuṣkoṭyā dhanaṃjayaḥ / jaghāna dasyūṃs te cāsya prahārāñ jahasur dvijāḥ //

Dann, als die Pfeile erschöpft waren, schlug Dhanaṃjaya mit der Spitze seines Bogens nach den Räubern; doch sie, o Zweifachgeborene, lachten über seine Schläge.

Wort für Wort
tataḥ śareṣu kṣīṇeṣu dhanuṣkoṭyā dhanaṃjayaḥ /
Dann, als die Pfeile erschöpft waren, schlug Dhanaṃjaya mit der Spitze seines Bogens
jaghāna dasyūṃs te cāsya prahārāñ jahasur dvijāḥ //
nach den Räubern; doch sie, o Zweifachgeborene, lachten über seine Schläge.

paśyatas tv eva pārthasya vṛṣṇyandhakavarastriyaḥ / jagmur ādāya te mlecchāḥ samantān munisattamāḥ //

Vor Pārthas eigenen Augen nahmen jene Barbaren die vortrefflichen Frauen der Vṛṣṇis und Andhakas und zogen nach allen Seiten davon, o beste der Weisen.

Wort für Wort
paśyatas tv eva pārthasya vṛṣṇyandhakavarastriyaḥ /
Vor Pārthas eigenen Augen [nahmen] jene Barbaren die vortrefflichen Frauen der Vṛṣṇis und Andhakas
jagmur ādāya te mlecchāḥ samantān munisattamāḥ //
und zogen nach allen Seiten davon, o beste der Weisen.

tataḥ sa duḥkhito jiṣṇuḥ kaṣṭaṃ kaṣṭam iti bruvan / aho bhagavatā tena mukto 'smīti ruroda vai //

Da weinte jener bekümmerte Jiṣṇu [Arjuna], „Wehe, wehe!” rufend, [und]: „Ach, von jenem Erhabenen bin ich verlassen worden!”

Wort für Wort
tataḥ sa duḥkhito jiṣṇuḥ kaṣṭaṃ kaṣṭam iti bruvan /
Da weinte jener bekümmerte Jiṣṇu, „Wehe, wehe!” rufend,
aho bhagavatā tena mukto 'smīti ruroda vai //
[und]: „Ach, von jenem Erhabenen bin ich verlassen worden!”

tad dhanus tāni cāstrāṇi sa rathas te ca vājinaḥ / sarvam ekapade naṣṭaṃ dānam aśrotriye yathā //

Arjuna sprach: „Jener Bogen, jene Waffen, jener Wagen und jene Rosse – alles ist in einem einzigen Augenblick verloren, wie eine Gabe an einen Nichtwissenden [Nicht-Vedakundigen].

Wort für Wort
tad dhanus tāni cāstrāṇi sa rathas te ca vājinaḥ /
Jener Bogen, jene Waffen, jener Wagen und jene Rosse –
sarvam ekapade naṣṭaṃ dānam aśrotriye yathā //
alles ist in einem einzigen Augenblick verloren, wie eine Gabe an einen Nichtwissenden.

aho cāti balaṃ daivaṃ vinā tena mahātmanā / yad asāmarthyayukto 'haṃ nīcair nītaḥ parābhavam //

Ach, wie überaus mächtig ist das Schicksal! Denn ohne jenen Großmütigen bin ich, aller Fähigkeit beraubt, von Niederen zur Niederlage gebracht worden.

Wort für Wort
aho cāti balaṃ daivaṃ vinā tena mahātmanā /
Ach, wie überaus mächtig ist das Schicksal, ohne jenen Großmütigen!
yad asāmarthyayukto 'haṃ nīcair nītaḥ parābhavam //
Denn ich bin, aller Fähigkeit beraubt, von Niederen zur Niederlage gebracht worden.

tau bāhū sa ca me muṣṭiḥ sthānaṃ tat so 'smi cārjunaḥ / puṇyeneva vinā tena gataṃ sarvam asāratām //

Jene [meine] Arme, jene meine Faust, jener [gleiche] Stand, und ich, der [gleiche] Arjuna, [bin ich noch] – [doch] ohne ihn ist, wie ohne Verdienst, alles zur Wertlosigkeit geworden.

Wort für Wort
tau bāhū sa ca me muṣṭiḥ sthānaṃ tat so 'smi cārjunaḥ /
Jene [meine] Arme, jene meine Faust, jener [gleiche] Stand, und ich, der [gleiche] Arjuna, [bin ich noch] –
puṇyeneva vinā tena gataṃ sarvam asāratām //
[doch] ohne ihn ist, wie ohne Verdienst, alles zur Wertlosigkeit geworden.

mamārjunatvaṃ bhīmasya bhīmatvaṃ tatkṛtaṃ dhruvam / vinā tena yad ābhīrair jito 'haṃ katham anyathā //

Mein Arjuna-Sein und Bhīmas Bhīma-Sein wurden gewiss von ihm bewirkt – wie sonst hätte ich, ohne ihn, von bloßen Ābhīras besiegt werden können?”

Wort für Wort
mamārjunatvaṃ bhīmasya bhīmatvaṃ tatkṛtaṃ dhruvam /
Mein Arjuna-Sein und Bhīmas Bhīma-Sein wurden gewiss von ihm bewirkt –
vinā tena yad ābhīrair jito 'haṃ katham anyathā //
wie sonst hätte ich, ohne ihn, von bloßen Ābhīras besiegt werden können?”

itthaṃ vadan yayau jiṣṇur indraprasthaṃ purottamam / cakāra tatra rājānaṃ vajraṃ yādavanandanam //

Vyāsa sprach: So sprechend, zog Jiṣṇu nach Indraprastha, der vortrefflichsten Stadt; dort machte er Vajra, die Freude der Yādavas, zum König.

Wort für Wort
itthaṃ vadan yayau jiṣṇur indraprasthaṃ purottamam /
So sprechend, zog Jiṣṇu nach Indraprastha, der vortrefflichsten Stadt;
cakāra tatra rājānaṃ vajraṃ yādavanandanam //
dort machte er Vajra, die Freude der Yādavas, zum König.

sa dadarśa tato vyāsaṃ phālgunaḥ kānanāśrayam / tam upetya mahābhāgaṃ vinayenābhyavādayat //

Da erblickte Phālguna [Arjuna] Vyāsa, in einer Waldeinsiedelei weilend; zu jenem Hochbeglückten tretend, begrüßte er ihn mit Demut.

Wort für Wort
sa dadarśa tato vyāsaṃ phālgunaḥ kānanāśrayam /
Da erblickte Phālguna Vyāsa, in einer Waldeinsiedelei weilend;
tam upetya mahābhāgaṃ vinayenābhyavādayat //
zu jenem Hochbeglückten tretend, begrüßte er ihn mit Demut.

taṃ vandamānaṃ caraṇāv avalokya suniścitam / uvāca pārthaṃ vicchāyaḥ katham atyantam īdṛśaḥ //

Ihn, der sich vor seinen Füßen verneigte, genau betrachtend, sprach [Vyāsa] zu Pārtha: „Wie [kommt es, dass] du so gänzlich ohne Glanz bist?

Wort für Wort
taṃ vandamānaṃ caraṇāv avalokya suniścitam /
Ihn, der sich vor seinen Füßen verneigte, genau betrachtend,
uvāca pārthaṃ vicchāyaḥ katham atyantam īdṛśaḥ //
sprach [Vyāsa] zu Pārtha: „Wie [kommt es, dass] du so gänzlich ohne Glanz bist?

ajārajonugamanaṃ brahmahatyāthavā kṛtā / jayāśābhaṅgaduḥkhī vā bhraṣṭacchāyo 'si sāṃpratam //

Hast du [ein Vergehen wie] das Folgen [während] einer Reinigungszeit begangen, oder Brahmanenmord verübt? Oder bist du, vom Zerbrechen der Siegeshoffnung bekümmert, nun deines Glanzes verlustig gegangen?

Wort für Wort
ajārajonugamanaṃ brahmahatyāthavā kṛtā /
Hast du [ein Vergehen wie] das Folgen [während] einer Reinigungszeit begangen, oder Brahmanenmord verübt?
jayāśābhaṅgaduḥkhī vā bhraṣṭacchāyo 'si sāṃpratam //
Oder bist du, vom Zerbrechen der Siegeshoffnung bekümmert, nun deines Glanzes verlustig gegangen?

[?: 'ajārajonugamanam' – die genaue Bedeutung dieser Wendung bleibt unsicher; hier probeweise als Anspielung auf eine rituelle Verunreinigung wiedergegeben.]

sāṃtānikādayo vā te yācamānā nirākṛtāḥ / agamyastrīratir vāpi tenāsi vigataprabhaḥ //

Oder wurden Bittsteller um Nachkommenschaft von dir abgewiesen? Oder ist es Freude an einer unerlaubten Frau, wodurch dir dein Glanz geschwunden ist?

Wort für Wort
sāṃtānikādayo vā te yācamānā nirākṛtāḥ /
Oder wurden Bittsteller um Nachkommenschaft von dir abgewiesen?
agamyastrīratir vāpi tenāsi vigataprabhaḥ //
Oder ist es Freude an einer unerlaubten Frau, wodurch dir dein Glanz geschwunden ist?

bhuṅkte pradāya viprebhyo miṣṭam ekam atho bhavān / kiṃ vā kṛpaṇavittāni hṛtāni bhavatārjuna //

Oder isst du etwas Süßes allein, ohne es zuvor den Brahmanen zu geben? Oder hast du, Arjuna, das Vermögen von Elenden geraubt?

Wort für Wort
bhuṅkte pradāya viprebhyo miṣṭam ekam atho bhavān /
Oder isst du etwas Süßes allein, ohne es zuvor den Brahmanen zu geben?
kiṃ vā kṛpaṇavittāni hṛtāni bhavatārjuna //
Oder hast du, Arjuna, das Vermögen von Elenden geraubt?

kaccin na sūryavātasya gocaratvaṃ gato 'rjuna / duṣṭacakṣur hato vāpi niḥśrīkaḥ katham anyathā //

Bist du etwa in den Wirkbereich des Sonnenwindes geraten, o Arjuna, oder von einem bösen Blick getroffen? Wie sonst wärest du so ohne Glanz?

Wort für Wort
kaccin na sūryavātasya gocaratvaṃ gato 'rjuna /
Bist du etwa in den Wirkbereich des Sonnenwindes geraten, o Arjuna,
duṣṭacakṣur hato vāpi niḥśrīkaḥ katham anyathā //
oder von einem bösen Blick getroffen? Wie sonst wärest du so ohne Glanz?

spṛṣṭo nakhāmbhasā vāpi ghaṭāmbhaḥprokṣito 'pi vā / tenātīvāsi vicchāyo nyūnair vā yudhi nirjitaḥ //

Oder wurdest du von Nagelwasser berührt oder mit Krugwasser besprengt, wodurch du so überaus glanzlos bist – oder wurdest du im Kampf von Geringeren besiegt?”

Wort für Wort
spṛṣṭo nakhāmbhasā vāpi ghaṭāmbhaḥprokṣito 'pi vā /
Oder wurdest du von Nagelwasser berührt oder mit Krugwasser besprengt,
tenātīvāsi vicchāyo nyūnair vā yudhi nirjitaḥ //
wodurch du so überaus glanzlos bist – oder wurdest du im Kampf von Geringeren besiegt?”

tataḥ pārtho viniḥśvasya śrūyatāṃ bhagavann iti / prokto yathāvad ācaṣṭa viprā ātmaparābhavam //

Vyāsa sprach: Da, tief aufseufzend, [sagte] Pārtha: „Höre, o Erhabener” – so angesprochen, berichtete er, o Brahmanen, genau, wie es geschehen war, seine eigene Niederlage.

Wort für Wort
tataḥ pārtho viniḥśvasya śrūyatāṃ bhagavann iti /
Da, tief aufseufzend, [sagte] Pārtha: „Höre, o Erhabener” –
prokto yathāvad ācaṣṭa viprā ātmaparābhavam //
so angesprochen, berichtete er, o Brahmanen, genau, wie es geschehen war, seine eigene Niederlage.

yad balaṃ yac ca nas tejo yad vīryaṃ yat parākramaḥ / yā śrīś chāyā ca naḥ so 'smān parityajya harir gataḥ //

Arjuna sprach: „Welche Kraft, welche Glut, welche Tapferkeit, welche Heldenkraft, welcher Glanz und Schimmer uns eigen war – jener [Hari], der [Quell] davon, hat uns verlassen und ist gegangen.

Wort für Wort
yad balaṃ yac ca nas tejo yad vīryaṃ yat parākramaḥ /
Welche Kraft, welche Glut, welche Tapferkeit, welche Heldenkraft,
yā śrīś chāyā ca naḥ so 'smān parityajya harir gataḥ //
welcher Glanz und Schimmer uns eigen war – jener Hari hat uns verlassen und ist gegangen.

itareṇeva mahatā smitapūrvābhibhāṣiṇā / hīnā vayaṃ mune tena jātās tṛṇamayā iva //

Jenes Großen beraubt, der stets zuerst mit einem Lächeln sprach, sind wir, o Weiser, ohne ihn geworden wie aus Stroh gemacht.

Wort für Wort
itareṇeva mahatā smitapūrvābhibhāṣiṇā /
Jenes Großen beraubt, der stets zuerst mit einem Lächeln sprach,
hīnā vayaṃ mune tena jātās tṛṇamayā iva //
sind wir, o Weiser, ohne ihn geworden wie aus Stroh gemacht.

astrāṇāṃ sāyakānāṃ ca gāṇḍīvasya tathā mama / sāratā yābhavan mūrtā sa gataḥ puruṣottamaḥ //

Er, der als die verkörperte Wesenskraft meiner Waffen, meiner Pfeile und meines Gāṇḍīva-Bogens fungierte, jener höchste Puruṣa ist gegangen.

Wort für Wort
astrāṇāṃ sāyakānāṃ ca gāṇḍīvasya tathā mama /
Er, der als die verkörperte Wesenskraft meiner Waffen, meiner Pfeile und meines Gāṇḍīva-Bogens
sāratā yābhavan mūrtā sa gataḥ puruṣottamaḥ //
fungierte, jener höchste Puruṣa ist gegangen.

yasyāvalokanād asmāñ śrīr jayaḥ saṃpad unnatiḥ / na tatyāja sa govindas tyaktvāsmān bhagavān gataḥ //

Er, durch dessen bloßen Blick uns Glück, Sieg, Wohlstand und Erhabenheit nie verließen, jener Govinda, der Erhabene, hat uns verlassen und ist gegangen.

Wort für Wort
yasyāvalokanād asmāñ śrīr jayaḥ saṃpad unnatiḥ /
Er, durch dessen bloßen Blick uns Glück, Sieg, Wohlstand und Erhabenheit
na tatyāja sa govindas tyaktvāsmān bhagavān gataḥ //
nie verließen, jener Govinda, der Erhabene, hat uns verlassen und ist gegangen.

bhīṣmadroṇāṅgarājādyās tathā duryodhanādayaḥ / yatprabhāvena nirdagdhāḥ sa kṛṣṇas tyaktavān bhuvam //

Er, durch dessen Macht Bhīṣma, Droṇa, der König von Aṅga [Karṇa] und die anderen, und ebenso Duryodhana und die anderen völlig verbrannt wurden, jener Kṛṣṇa hat die Erde verlassen.

Wort für Wort
bhīṣmadroṇāṅgarājādyās tathā duryodhanādayaḥ /
Er, durch dessen Macht Bhīṣma, Droṇa, der König von Aṅga und die anderen,
yatprabhāvena nirdagdhāḥ sa kṛṣṇas tyaktavān bhuvam //
und ebenso Duryodhana und die anderen völlig verbrannt wurden, jener Kṛṣṇa hat die Erde verlassen.

niryauvanā hataśrīkā bhraṣṭacchāyeva me mahī / vibhāti tāta naiko 'haṃ virahe tasya cakriṇaḥ //

Ohne Jugend, ihres Glücks beraubt, wie ihres Glanzes verlustig erscheint mir die Erde, o Vater – ich bin nicht [wirklich] eins in der Trennung von jenem Diskusträger.

Wort für Wort
niryauvanā hataśrīkā bhraṣṭacchāyeva me mahī /
Ohne Jugend, ihres Glücks beraubt, wie ihres Glanzes verlustig erscheint mir die Erde, o Vater –
vibhāti tāta naiko 'haṃ virahe tasya cakriṇaḥ //
ich bin nicht [wirklich] eins in der Trennung von jenem Diskusträger.

yasyānubhāvād bhīṣmādyair mayy agnau śalabhāyitam / vinā tenādya kṛṣṇena gopālair asmi nirjitaḥ //

Er, durch dessen Macht Bhīṣma und die anderen sich wie Motten in mich, das Feuer, stürzten – ohne eben jenen Kṛṣṇa bin ich heute von bloßen Hirten besiegt worden.

Wort für Wort
yasyānubhāvād bhīṣmādyair mayy agnau śalabhāyitam /
Er, durch dessen Macht Bhīṣma und die anderen sich wie Motten in mich, das Feuer, stürzten –
vinā tenādya kṛṣṇena gopālair asmi nirjitaḥ //
ohne eben jenen Kṛṣṇa bin ich heute von bloßen Hirten besiegt worden.

gāṇḍīvaṃ triṣu lokeṣu khyātaṃ yad anubhāvataḥ / mama tena vinābhīrair laguḍais tu tiraskṛtam //

Der Gāṇḍīva-Bogen, durch dessen Macht in den drei Welten berühmt, wurde, ohne ihn, von mir durch bloße Ābhīra-Knüppel überwunden.

Wort für Wort
gāṇḍīvaṃ triṣu lokeṣu khyātaṃ yad anubhāvataḥ /
Der Gāṇḍīva-Bogen, durch dessen Macht in den drei Welten berühmt,
mama tena vinābhīrair laguḍais tu tiraskṛtam //
wurde, ohne ihn, von mir durch bloße Ābhīra-Knüppel überwunden.

strīsahasrāṇy anekāni hy anāthāni mahāmune / yatato mama nītāni dasyubhir laguḍāyudhaiḥ //

Viele Tausende von Frauen, ihres Schutzes beraubt, o großer Weiser, wurden, trotz meines Bemühens, von mit Knüppeln bewaffneten Räubern fortgeführt.

Wort für Wort
strīsahasrāṇy anekāni hy anāthāni mahāmune /
Viele Tausende von Frauen, ihres Schutzes beraubt, o großer Weiser,
yatato mama nītāni dasyubhir laguḍāyudhaiḥ //
wurden, trotz meines Bemühens, von mit Knüppeln bewaffneten Räubern fortgeführt.

ānīyamānam ābhīraiḥ sarvaṃ kṛṣṇāvarodhanam / hṛtaṃ yaṣṭipraharaṇaiḥ paribhūya balaṃ mama //

Der gesamte, von mir geleitete Frauenschatz Kṛṣṇas wurde von den Ābhīras, mit bloßen Stockschlägen, unter Verachtung meiner Kraft, geraubt.

Wort für Wort
ānīyamānam ābhīraiḥ sarvaṃ kṛṣṇāvarodhanam /
Der gesamte, von mir geleitete Frauenschatz Kṛṣṇas wurde von den Ābhīras
hṛtaṃ yaṣṭipraharaṇaiḥ paribhūya balaṃ mama //
mit bloßen Stockschlägen, unter Verachtung meiner Kraft, geraubt.

niḥśrīkatā na me citraṃ yaj jīvāmi tad adbhutam / nīcāvamānapaṅkāṅkī nirlajjo 'smi pitāmaha //

Mein Verlust an Glanz ist kein Wunder – dass ich [noch] lebe, das ist das Erstaunliche; mit dem Schlamm der Erniedrigung durch Niedere gezeichnet, bin ich schamlos, o Großvater.”

Wort für Wort
niḥśrīkatā na me citraṃ yaj jīvāmi tad adbhutam /
Mein Verlust an Glanz ist kein Wunder – dass ich [noch] lebe, das ist das Erstaunliche;
nīcāvamānapaṅkāṅkī nirlajjo 'smi pitāmaha //
mit dem Schlamm der Erniedrigung durch Niedere gezeichnet, bin ich schamlos, o Großvater.”

śrutvāhaṃ tasya tad vākyam abravaṃ dvijasattamāḥ / duḥkhitasya ca dīnasya pāṇḍavasya mahātmanaḥ //

Vyāsa sprach: Nachdem ich diese Worte des bekümmerten und elenden großmütigen Pāṇḍava gehört hatte, o beste der Zweifachgeborenen, sprach ich [zu ihm]:

Wort für Wort
śrutvāhaṃ tasya tad vākyam abravaṃ dvijasattamāḥ /
Nachdem ich diese Worte gehört hatte, sprach ich, o beste der Zweifachgeborenen,
duḥkhitasya ca dīnasya pāṇḍavasya mahātmanaḥ //
[zu] jenem bekümmerten und elenden großmütigen Pāṇḍava:

alaṃ te vrīḍayā pārtha na tvaṃ śocitum arhasi / avehi sarvabhūteṣu kālasya gatir īdṛśī //

„Genug mit der Scham, Pārtha; du sollst nicht trauern – wisse, dass der Lauf der Zeit in allen Wesen von dieser Art ist.

Wort für Wort
alaṃ te vrīḍayā pārtha na tvaṃ śocitum arhasi /
„Genug mit der Scham, Pārtha; du sollst nicht trauern –
avehi sarvabhūteṣu kālasya gatir īdṛśī //
wisse, dass der Lauf der Zeit in allen Wesen von dieser Art ist.

kālo bhavāya bhūtānām abhavāya ca pāṇḍava / kālamūlam idaṃ jñātvā kuru sthairyam ato 'rjuna //

Die Zeit ist sowohl [Ursache] des Entstehens als auch des Vergehens der Wesen, o Pāṇḍava; wisse, dass dies alles in der Zeit wurzelt, und bewahre daher Standhaftigkeit, o Arjuna.

Wort für Wort
kālo bhavāya bhūtānām abhavāya ca pāṇḍava /
Die Zeit ist sowohl [Ursache] des Entstehens als auch des Vergehens der Wesen, o Pāṇḍava;
kālamūlam idaṃ jñātvā kuru sthairyam ato 'rjuna //
wisse, dass dies alles in der Zeit wurzelt, und bewahre daher Standhaftigkeit, o Arjuna.

nadyaḥ samudrā girayaḥ sakalā ca vasuṃdharā / devā manuṣyāḥ paśavas taravaś ca sarīsṛpāḥ //

Flüsse, Ozeane, Berge und die gesamte Erde, Götter, Menschen, Tiere, Bäume und kriechende Wesen –

Wort für Wort
nadyaḥ samudrā girayaḥ sakalā ca vasuṃdharā /
Flüsse, Ozeane, Berge und die gesamte Erde,
devā manuṣyāḥ paśavas taravaś ca sarīsṛpāḥ //
Götter, Menschen, Tiere, Bäume und kriechende Wesen –

sṛṣṭāḥ kālena kālena punar yāsyanti saṃkṣayam / kālātmakam idaṃ sarvaṃ jñātvā śamam avāpnuhi //

von der Zeit geschaffen, werden sie durch die Zeit wieder zur Vernichtung gehen; erkenne, dass dies alles wesensmäßig aus Zeit besteht, und erlange [inneren] Frieden.

Wort für Wort
sṛṣṭāḥ kālena kālena punar yāsyanti saṃkṣayam /
von der Zeit geschaffen, werden sie durch die Zeit wieder zur Vernichtung gehen;
kālātmakam idaṃ sarvaṃ jñātvā śamam avāpnuhi //
erkenne, dass dies alles wesensmäßig aus Zeit besteht, und erlange [inneren] Frieden.

yathāttha kṛṣṇamāhātmyaṃ tat tathaiva dhanaṃjaya / bhārāvatārakāryārtham avatīrṇaḥ sa medinīm //

So wie du Kṛṣṇas Größe geschildert hast, so ist es tatsächlich, Dhanaṃjaya; zum Zweck der Erleichterung der [Erd-]Last stieg er auf die Erde herab.

Wort für Wort
yathāttha kṛṣṇamāhātmyaṃ tat tathaiva dhanaṃjaya /
So wie du Kṛṣṇas Größe geschildert hast, so ist es tatsächlich, Dhanaṃjaya;
bhārāvatārakāryārtham avatīrṇaḥ sa medinīm //
zum Zweck der Erleichterung der [Erd-]Last stieg er auf die Erde herab.

bhārākrāntā dharā yātā devānāṃ saṃnidhau purā / tadartham avatīrṇo 'sau kāmarūpī janārdanaḥ //

Von [ihrer] Last bedrängt, war die Erde einst vor die Götter getreten; zu diesem Zweck stieg jener gestaltwandelnde Janārdana herab.

Wort für Wort
bhārākrāntā dharā yātā devānāṃ saṃnidhau purā /
Von [ihrer] Last bedrängt, war die Erde einst vor die Götter getreten;
tadartham avatīrṇo 'sau kāmarūpī janārdanaḥ //
zu diesem Zweck stieg jener gestaltwandelnde Janārdana herab.

tac ca niṣpāditaṃ kāryam aśeṣā bhūbhṛto hatāḥ / vṛṣṇyandhakakulaṃ sarvaṃ tathā pārthopasaṃhṛtam //

Und diese Aufgabe ist vollbracht – alle [bösen] Könige sind getötet; und ebenso ist das ganze Geschlecht der Vṛṣṇis und Andhakas, o Pārtha, [von ihm wieder] zurückgenommen worden.

Wort für Wort
tac ca niṣpāditaṃ kāryam aśeṣā bhūbhṛto hatāḥ /
Und diese Aufgabe ist vollbracht – alle [bösen] Könige sind getötet;
vṛṣṇyandhakakulaṃ sarvaṃ tathā pārthopasaṃhṛtam //
und ebenso ist das ganze Geschlecht der Vṛṣṇis und Andhakas, o Pārtha, [von ihm wieder] zurückgenommen worden.

na kiṃcid anyat kartavyam asya bhūmitale 'rjuna / tato gataḥ sa bhagavān kṛtakṛtyo yathecchayā //

Es gab für ihn nichts anderes mehr zu tun auf der Erdoberfläche, o Arjuna; darum ist der Erhabene, sein Werk vollendet, nach eigenem Wunsch gegangen.

Wort für Wort
na kiṃcid anyat kartavyam asya bhūmitale 'rjuna /
Es gab für ihn nichts anderes mehr zu tun auf der Erdoberfläche, o Arjuna;
tato gataḥ sa bhagavān kṛtakṛtyo yathecchayā //
darum ist der Erhabene, sein Werk vollendet, nach eigenem Wunsch gegangen.

sṛṣṭiṃ sarge karoty eṣa devadevaḥ sthitiṃ sthitau / ante tāpasamartho 'yaṃ sāṃprataṃ vai yathā kṛtam //

Dieser Gott der Götter bewirkt die Schöpfung bei der Schöpfung, den Bestand beim Bestand, und ist am Ende zur Vernichtung fähig – genau wie er es jetzt getan hat.

Wort für Wort
sṛṣṭiṃ sarge karoty eṣa devadevaḥ sthitiṃ sthitau /
Dieser Gott der Götter bewirkt die Schöpfung bei der Schöpfung, den Bestand beim Bestand,
ante tāpasamartho 'yaṃ sāṃprataṃ vai yathā kṛtam //
und ist am Ende zur Vernichtung fähig – genau wie er es jetzt getan hat.

tasmāt pārtha na saṃtāpas tvayā kāryaḥ parābhavāt / bhavanti bhavakāleṣu puruṣāṇāṃ parākramāḥ //

Darum, Pārtha, sollst du wegen [dieser] Niederlage keinen Kummer empfinden; die Heldenkraft der Menschen entsteht [nur] zu [ihren jeweils bestimmten] Zeiten des Daseins.

Wort für Wort
tasmāt pārtha na saṃtāpas tvayā kāryaḥ parābhavāt /
Darum, Pārtha, sollst du wegen [dieser] Niederlage keinen Kummer empfinden;
bhavanti bhavakāleṣu puruṣāṇāṃ parākramāḥ //
die Heldenkraft der Menschen entsteht [nur] zu [ihren jeweils bestimmten] Zeiten des Daseins.

yatas tvayaikena hatā bhīṣmadroṇādayo nṛpāḥ / teṣām arjuna kālotthaḥ kiṃ nyūnābhibhavo na saḥ //

Da Bhīṣma, Droṇa und die anderen Könige von dir allein getötet wurden, war nicht auch jene [ihre] Niederlage, o Arjuna, aus der Zeit entstanden, und nicht [wirklich eine] durch Geringere?

Wort für Wort
yatas tvayaikena hatā bhīṣmadroṇādayo nṛpāḥ /
Da Bhīṣma, Droṇa und die anderen Könige von dir allein getötet wurden,
teṣām arjuna kālotthaḥ kiṃ nyūnābhibhavo na saḥ //
war nicht auch jene [ihre] Niederlage, o Arjuna, aus der Zeit entstanden, und nicht [wirklich eine] durch Geringere?

viṣṇos tasyānubhāvena yathā teṣāṃ parābhavaḥ / tvattas tathaiva bhavato dasyubhyo 'nte tadudbhavaḥ //

So wie ihre Niederlage durch dich [in Wahrheit] durch jenes Viṣṇus Macht [geschah], so entstand ebenso am Ende deine [Niederlage] durch Räuber aus eben jener [entzogenen Macht].

Wort für Wort
viṣṇos tasyānubhāvena yathā teṣāṃ parābhavaḥ /
So wie ihre Niederlage durch dich [in Wahrheit] durch jenes Viṣṇus Macht [geschah],
tvattas tathaiva bhavato dasyubhyo 'nte tadudbhavaḥ //
so entstand ebenso am Ende deine [Niederlage] durch Räuber aus eben jener [entzogenen Macht].

sa devo 'nyaśarīrāṇi samāviśya jagatsthitim / karoti sarvabhūtānāṃ nāśaṃ cānte jagatpatiḥ //

Jener Gott, in andere Körper eingehend, bewirkt den Bestand der Welt, und am Ende, als Herr der Welt, die Vernichtung aller Wesen.

Wort für Wort
sa devo 'nyaśarīrāṇi samāviśya jagatsthitim /
Jener Gott, in andere Körper eingehend, bewirkt den Bestand der Welt,
karoti sarvabhūtānāṃ nāśaṃ cānte jagatpatiḥ //
und am Ende, als Herr der Welt, die Vernichtung aller Wesen.

bhavodbhave ca kaunteya sahāyas te janārdanaḥ / bhavānte tvadvipakṣās te keśavenāvalokitāḥ //

Bei [deinem] Aufstieg, o Sohn der Kuntī, war Janārdana dein Helfer; bei [deinem] Niedergang wurden [stattdessen] deine Gegner von Keśava begünstigt.

Wort für Wort
bhavodbhave ca kaunteya sahāyas te janārdanaḥ /
Bei [deinem] Aufstieg, o Sohn der Kuntī, war Janārdana dein Helfer;
bhavānte tvadvipakṣās te keśavenāvalokitāḥ //
bei [deinem] Niedergang wurden [stattdessen] deine Gegner von Keśava begünstigt.

kaḥ śraddadhyāt sagāṅgeyān hanyās tvaṃ sarvakauravān / ābhīrebhyaś ca bhavataḥ kaḥ śraddadhyāt parābhavam //

Wer hätte geglaubt, dass du alle Kauravas samt dem Sohn der Gaṅgā [Bhīṣma] erschlagen würdest? Und wer würde [jetzt] deine Niederlage durch bloße Ābhīras glauben?

Wort für Wort
kaḥ śraddadhyāt sagāṅgeyān hanyās tvaṃ sarvakauravān /
Wer hätte geglaubt, dass du alle Kauravas samt dem Sohn der Gaṅgā erschlagen würdest?
ābhīrebhyaś ca bhavataḥ kaḥ śraddadhyāt parābhavam //
Und wer würde [jetzt] deine Niederlage durch bloße Ābhīras glauben?

pārthaitat sarvabhūteṣu harer līlāviceṣṭitam / tvayā yat kauravā dhvastā yad ābhīrair bhavāñ jitaḥ //

Dies, Pārtha, ist Haris spielerisches Wirken in allen Wesen: dass die Kauravas von dir vernichtet wurden, und dass du von Ābhīras besiegt wurdest.

Wort für Wort
pārthaitat sarvabhūteṣu harer līlāviceṣṭitam /
Dies, Pārtha, ist Haris spielerisches Wirken in allen Wesen:
tvayā yat kauravā dhvastā yad ābhīrair bhavāñ jitaḥ //
dass die Kauravas von dir vernichtet wurden, und dass du von Ābhīras besiegt wurdest.

gṛhītā dasyubhir yac ca rakṣitā bhavatā striyaḥ / tad apy ahaṃ yathāvṛttaṃ kathayāmi tavārjuna //

Und dass die von dir beschützten Frauen [dennoch] von Räubern ergriffen wurden – auch dies will ich dir, Arjuna, so erzählen, wie es sich zugetragen hat.

Wort für Wort
gṛhītā dasyubhir yac ca rakṣitā bhavatā striyaḥ /
Und dass die von dir beschützten Frauen [dennoch] von Räubern ergriffen wurden –
tad apy ahaṃ yathāvṛttaṃ kathayāmi tavārjuna //
auch dies will ich dir, Arjuna, so erzählen, wie es sich zugetragen hat.

aṣṭāvakraḥ purā vipra udavāsarato 'bhavat / bahūn varṣagaṇān pārtha gṛṇan brahma sanātanam //

Einst war der Brahmane Aṣṭāvakra dem Wasseraufenthalt zugetan, viele Jahresgruppen hindurch, o Pārtha, das ewige Brahman rezitierend.

Wort für Wort
aṣṭāvakraḥ purā vipra udavāsarato 'bhavat /
Einst war der Brahmane Aṣṭāvakra dem Wasseraufenthalt zugetan,
bahūn varṣagaṇān pārtha gṛṇan brahma sanātanam //
viele Jahresgruppen hindurch, o Pārtha, das ewige Brahman rezitierend.

jiteṣv asurasaṃgheṣu merupṛṣṭhe mahotsavaḥ / babhūva tatra gacchantyo dadṛśus taṃ surastriyaḥ //

Als die Scharen der Asuras besiegt waren, gab es ein großes Fest auf dem Rücken des [Berges] Meru; die dorthin gehenden Götterfrauen erblickten ihn.

Wort für Wort
jiteṣv asurasaṃgheṣu merupṛṣṭhe mahotsavaḥ /
Als die Scharen der Asuras besiegt waren, gab es ein großes Fest auf dem Rücken des [Berges] Meru;
babhūva tatra gacchantyo dadṛśus taṃ surastriyaḥ //
die dorthin gehenden Götterfrauen erblickten ihn.

rambhātilottamādyāś ca śataśo 'tha sahasraśaḥ / tuṣṭuvus taṃ mahātmānaṃ praśaśaṃsuś ca pāṇḍava //

Rambhā, Tilottamā und andere, zu Hunderten und dann zu Tausenden, priesen jenen Großmütigen mit Hymnen und lobten ihn, o Pāṇḍava.

Wort für Wort
rambhātilottamādyāś ca śataśo 'tha sahasraśaḥ /
Rambhā, Tilottamā und andere, zu Hunderten und dann zu Tausenden,
tuṣṭuvus taṃ mahātmānaṃ praśaśaṃsuś ca pāṇḍava //
priesen jenen Großmütigen mit Hymnen und lobten ihn, o Pāṇḍava.

ākaṇṭhamagnaṃ salile jaṭābhāradharaṃ munim / vinayāvanatāś caiva praṇemuḥ stotratatparāḥ //

Dem bis zum Hals im Wasser versunkenen, die Last seiner Verfilzungen tragenden Weisen erwiesen sie, demütig verneigt, dem Lobpreis hingegeben, Ehrerbietung.

Wort für Wort
ākaṇṭhamagnaṃ salile jaṭābhāradharaṃ munim /
Dem bis zum Hals im Wasser versunkenen, die Last seiner Verfilzungen tragenden Weisen
vinayāvanatāś caiva praṇemuḥ stotratatparāḥ //
erwiesen sie, demütig verneigt, dem Lobpreis hingegeben, Ehrerbietung.

yathā yathā prasanno 'bhūt tuṣṭuvus taṃ tathā tathā / sarvās tāḥ kauravaśreṣṭha variṣṭhaṃ taṃ dvijanmanām //

Je mehr er zufrieden wurde, desto mehr priesen sie ihn, alle jene [Frauen], o Bester der Kauravas, ihn, den Vortrefflichsten der Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
yathā yathā prasanno 'bhūt tuṣṭuvus taṃ tathā tathā /
Je mehr er zufrieden wurde, desto mehr priesen sie ihn,
sarvās tāḥ kauravaśreṣṭha variṣṭhaṃ taṃ dvijanmanām //
alle jene [Frauen], o Bester der Kauravas, ihn, den Vortrefflichsten der Zweifachgeborenen.

prasanno 'haṃ mahābhāgā bhavatīnāṃ yad iṣyate / mattas tad vriyatāṃ sarvaṃ pradāsyāmy api durlabham //

Aṣṭāvakra sprach: „Ich bin zufrieden, ihr Hochbeglückten; was immer von euch gewünscht wird, das werde von mir erbeten – ich werde alles gewähren, selbst wenn es schwer zu erlangen ist.”

Wort für Wort
prasanno 'haṃ mahābhāgā bhavatīnāṃ yad iṣyate /
„Ich bin zufrieden, ihr Hochbeglückten; was immer von euch gewünscht wird,
mattas tad vriyatāṃ sarvaṃ pradāsyāmy api durlabham //
das werde von mir erbeten – ich werde alles gewähren, selbst wenn es schwer zu erlangen ist.”

rambhātilottamādyāś ca divyāś cāpsaraso 'bruvan //

Vyāsa sprach: Und Rambhā, Tilottamā und die anderen göttlichen Apsaras sprachen:

Wort für Wort
rambhātilottamādyāś ca divyāś cāpsaraso 'bruvan //
Und Rambhā, Tilottamā und die anderen göttlichen Apsaras sprachen:

[Anm.: Einzeiliger Vers mit Asterisk-Markierung im Quelltext (//* BrP_212.78 //), offenbar fehlendes zweites Pāda.]

prasanne tvayy asaṃprāptaṃ kim asmākam iti dvijāḥ //

Die Apsaras sprachen: „Wenn du zufrieden bist, was gäbe es dann für uns [noch] Unerreichtes?” – so, o Brahmanen,

Wort für Wort
prasanne tvayy asaṃprāptaṃ kim asmākam iti dvijāḥ //
„Wenn du zufrieden bist, was gäbe es dann für uns [noch] Unerreichtes?” – so, o Brahmanen,

[Anm.: Einzeiliger Vers mit Asterisk-Markierung im Quelltext (//* BrP_212.79 //), offenbar fehlendes zweites Pāda.]

itarās tv abruvan vipra prasanno bhagavan yadi / tad icchāmaḥ patiṃ prāptuṃ viprendra puruṣottamam //

sprachen andere jedoch: „O Brahmane, wenn du, Erhabener, zufrieden bist, dann wünschen wir, den höchsten Puruṣa als Gatten zu erlangen, o Fürst der Brahmanen.”

Wort für Wort
itarās tv abruvan vipra prasanno bhagavan yadi /
sprachen andere jedoch: „O Brahmane, wenn du, Erhabener, zufrieden bist,
tad icchāmaḥ patiṃ prāptuṃ viprendra puruṣottamam //
dann wünschen wir, den höchsten Puruṣa als Gatten zu erlangen, o Fürst der Brahmanen.”

evaṃ bhaviṣyatīty uktvā uttatāra jalān muniḥ / tam uttīrṇaṃ ca dadṛśur virūpaṃ vakram aṣṭadhā //

Vyāsa sprach: „So sei es”, sagend, stieg der Weise aus dem Wasser; und als er emporgestiegen war, sahen sie ihn, missgestaltet, an acht Stellen gekrümmt.

Wort für Wort
evaṃ bhaviṣyatīty uktvā uttatāra jalān muniḥ /
„So sei es”, sagend, stieg der Weise aus dem Wasser;
tam uttīrṇaṃ ca dadṛśur virūpaṃ vakram aṣṭadhā //
und als er emporgestiegen war, sahen sie ihn, missgestaltet, an acht Stellen gekrümmt.

taṃ dṛṣṭvā gūhamānānāṃ yāsāṃ hāsaḥ sphuṭo 'bhavat / tāḥ śaśāpa muniḥ kopam avāpya kurunandana //

Jene [Frauen], bei deren Anblick ihr [zu verbergen versuchtes] Lachen offen hervorbrach, verfluchte der Weise, in Zorn geraten, o Freude der Kurus [Arjuna].

Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā gūhamānānāṃ yāsāṃ hāsaḥ sphuṭo 'bhavat /
Jene [Frauen], bei deren Anblick ihr [zu verbergen versuchtes] Lachen offen hervorbrach,
tāḥ śaśāpa muniḥ kopam avāpya kurunandana //
verfluchte der Weise, in Zorn geraten, o Freude der Kurus.

yasmād virūparūpaṃ māṃ matvā hāsāvamānanā / bhavatībhiḥ kṛtā tasmād eṣa śāpaṃ dadāmi vaḥ //

Aṣṭāvakra sprach: „Da ihr, mich für missgestaltet haltend, mich durch Lachen entehrt habt, spreche ich deshalb diesen Fluch über euch aus:

Wort für Wort
yasmād virūparūpaṃ māṃ matvā hāsāvamānanā /
Da ihr, mich für missgestaltet haltend, mich durch Lachen entehrt habt,
bhavatībhiḥ kṛtā tasmād eṣa śāpaṃ dadāmi vaḥ //
spreche ich deshalb diesen Fluch über euch aus:

matprasādena bhartāraṃ labdhvā tu puruṣottamam / macchāpopahatāḥ sarvā dasyuhastaṃ gamiṣyatha //

Obwohl ihr durch meine Gnade den höchsten Puruṣa als Gatten erlangen werdet, werdet ihr alle, von meinem Fluch getroffen, in die Hände von Räubern geraten.”

Wort für Wort
matprasādena bhartāraṃ labdhvā tu puruṣottamam /
Obwohl ihr durch meine Gnade den höchsten Puruṣa als Gatten erlangen werdet,
macchāpopahatāḥ sarvā dasyuhastaṃ gamiṣyatha //
werdet ihr alle, von meinem Fluch getroffen, in die Hände von Räubern geraten.”

ity udīritam ākarṇya munis tābhiḥ prasāditaḥ / punaḥ surendralokaṃ vai prāha bhūyo gamiṣyatha //

Vyāsa sprach: Als er dies gesprochen gehört und von ihnen besänftigt worden war, sagte der Weise: „Ihr werdet wieder von neuem in die Welt des Götterkönigs gelangen.”

Wort für Wort
ity udīritam ākarṇya munis tābhiḥ prasāditaḥ /
Als er dies gesprochen gehört und von ihnen besänftigt worden war,
punaḥ surendralokaṃ vai prāha bhūyo gamiṣyatha //
sagte der Weise: „Ihr werdet wieder von neuem in die Welt des Götterkönigs gelangen.”

evaṃ tasya muneḥ śāpād aṣṭāvakrasya keśavam / bhartāraṃ prāpya tāḥ prāptā dasyuhastaṃ varāṅganāḥ //

So gelangten jene vortrefflichen Frauen, durch den Fluch dieses Weisen Aṣṭāvakra, nachdem sie Keśava als Gatten erlangt hatten, [dennoch] in die Hände von Räubern.

Wort für Wort
evaṃ tasya muneḥ śāpād aṣṭāvakrasya keśavam /
So gelangten, durch den Fluch dieses Weisen Aṣṭāvakra, jene vortrefflichen Frauen, nachdem sie Keśava
bhartāraṃ prāpya tāḥ prāptā dasyuhastaṃ varāṅganāḥ //
als Gatten erlangt hatten, [dennoch] in die Hände von Räubern.

tat tvayā nātra kartavyaḥ śoko 'lpo 'pi hi pāṇḍava / tenaivākhilanāthena sarvaṃ tad upasaṃhṛtam //

Darum sollst du deswegen nicht den geringsten Kummer empfinden, o Pāṇḍava; von eben jenem Herrn von allem wurde dies alles [so] zu Ende geführt.

Wort für Wort
tat tvayā nātra kartavyaḥ śoko 'lpo 'pi hi pāṇḍava /
Darum sollst du deswegen nicht den geringsten Kummer empfinden, o Pāṇḍava;
tenaivākhilanāthena sarvaṃ tad upasaṃhṛtam //
von eben jenem Herrn von allem wurde dies alles [so] zu Ende geführt.

bhavatāṃ copasaṃhāram āsannaṃ tena kurvatā / balaṃ tejas tathā vīryaṃ māhātmyaṃ copasaṃhṛtam //

Und indem er euer [aller] Ende herbeiführte, wurden [zugleich] eure Kraft, Glut, Tapferkeit und Größe zurückgenommen.

Wort für Wort
bhavatāṃ copasaṃhāram āsannaṃ tena kurvatā /
Und indem er euer [aller] nahendes Ende herbeiführte,
balaṃ tejas tathā vīryaṃ māhātmyaṃ copasaṃhṛtam //
wurden [zugleich] eure Kraft, Glut, Tapferkeit und Größe zurückgenommen.

jātasya niyato mṛtyuḥ patanaṃ ca tathonnateḥ / viprayogāvasānaṃ tu saṃyogaḥ saṃcayaḥ kṣayaḥ //

Für den Geborenen ist der Tod gewiss, und ebenso [folgt] dem Aufstieg der Fall; Vereinigung endet in Trennung, Anhäufung in Schwund.

Wort für Wort
jātasya niyato mṛtyuḥ patanaṃ ca tathonnateḥ /
Für den Geborenen ist der Tod gewiss, und ebenso [folgt] dem Aufstieg der Fall;
viprayogāvasānaṃ tu saṃyogaḥ saṃcayaḥ kṣayaḥ //
Vereinigung endet in Trennung, Anhäufung in Schwund.

vijñāya na budhāḥ śokaṃ na harṣam upayānti ye / teṣām evetare ceṣṭāṃ śikṣantaḥ santi tādṛśāḥ //

Die Weisen, die dies erkennend weder in Kummer noch in Freude verfallen – nur indem sie das Verhalten ebendieser [Weisen] erlernen, werden auch andere ihresgleichen.

Wort für Wort
vijñāya na budhāḥ śokaṃ na harṣam upayānti ye /
Die Weisen, die dies erkennend weder in Kummer noch in Freude verfallen –
teṣām evetare ceṣṭāṃ śikṣantaḥ santi tādṛśāḥ //
nur indem sie das Verhalten ebendieser [Weisen] erlernen, werden auch andere ihresgleichen.

tasmāt tvayā naraśreṣṭha jñātvaitad bhrātṛbhiḥ saha / parityajyākhilaṃ rājyaṃ gantavyaṃ tapase vanam //

Darum sollst du, o Bester der Menschen, dies erkennend, zusammen mit deinen Brüdern, das gesamte Königreich aufgebend, zur Askese in den Wald ziehen.

Wort für Wort
tasmāt tvayā naraśreṣṭha jñātvaitad bhrātṛbhiḥ saha /
Darum sollst du, o Bester der Menschen, dies erkennend, zusammen mit deinen Brüdern,
parityajyākhilaṃ rājyaṃ gantavyaṃ tapase vanam //
das gesamte Königreich aufgebend, zur Askese in den Wald ziehen.

tad gaccha dharmarājāya nivedyaitad vaco mama / paraśvo bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ gatiṃ vīra yathā kuru //

So geh, und teile dem Dharma-König dieses mein Wort mit; übermorgen sollst du, o Held, zusammen mit deinen Brüdern deinen [letzten] Gang antreten, wie es sich gehört.”

Wort für Wort
tad gaccha dharmarājāya nivedyaitad vaco mama /
So geh, und teile dem Dharma-König dieses mein Wort mit;
paraśvo bhrātṛbhiḥ sārdhaṃ gatiṃ vīra yathā kuru //
übermorgen sollst du, o Held, zusammen mit deinen Brüdern deinen [letzten] Gang antreten, wie es sich gehört.”

ity ukto dharmarājaṃ tu samabhyetya tathoktavān / dṛṣṭaṃ caivānubhūtaṃ vā kathitaṃ tad aśeṣataḥ //

Vyāsa sprach: So angesprochen, ging er zum Dharma-König und sprach dementsprechend; alles, was gesehen oder erfahren worden war, wurde vollständig berichtet.

Wort für Wort
ity ukto dharmarājaṃ tu samabhyetya tathoktavān /
So angesprochen, ging er zum Dharma-König und sprach dementsprechend;
dṛṣṭaṃ caivānubhūtaṃ vā kathitaṃ tad aśeṣataḥ //
alles, was gesehen oder erfahren worden war, wurde vollständig berichtet.

vyāsavākyaṃ ca te sarve śrutvārjunasamīritam / rājye parīkṣitaṃ kṛtvā yayuḥ pāṇḍusutā vanam //

Und alle jene, nachdem sie Vyāsas durch Arjuna übermittelte Worte gehört hatten, setzten Parīkṣit auf den Thron und die Söhne des Pāṇḍu zogen in den Wald.

Wort für Wort
vyāsavākyaṃ ca te sarve śrutvārjunasamīritam /
Und alle jene, nachdem sie Vyāsas durch Arjuna übermittelte Worte gehört hatten,
rājye parīkṣitaṃ kṛtvā yayuḥ pāṇḍusutā vanam //
setzten Parīkṣit auf den Thron und die Söhne des Pāṇḍu zogen in den Wald.

ity evaṃ vo muniśreṣṭhā vistareṇa mayoditam / jātasya ca yador vaṃśe vāsudevasya ceṣṭitam //

Vyāsa sprach: So ist euch, o beste der Weisen, von mir ausführlich das Wirken des im Geschlecht des Yadu geborenen Vāsudeva geschildert worden.

Wort für Wort
ity evaṃ vo muniśreṣṭhā vistareṇa mayoditam /
So ist euch, o beste der Weisen, von mir ausführlich
jātasya ca yador vaṃśe vāsudevasya ceṣṭitam //
das Wirken des im Geschlecht des Yadu geborenen Vāsudeva geschildert worden.

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