Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 59: śvetamādhavamāhātmyavarṇanam Die Größe des Śvetamādhava und die Erzählung von König Śveta

Nach dem Abschluss der Narasiṃha-Sādhanā-Ordnung wendet sich der Text dem im selben Puruṣottama-Kṣetra verehrten Bildnis „Śvetamādhava“ zu und erzählt dessen Ursprung: König Śveta rettet mit Śivas Hilfe das tote Kind des Weisen Kapālagautama, errichtet danach am Meer einen Tempel für Mādhava, vollzieht einen einmonatigen Japa des zwölfsilbigen Mantras und trägt eine ausgedehnte Namensreihe (Stotra) an Viṣṇu-Kṛṣṇa vor (V34-64), gefolgt von einer persönlichen Bitt-Hymne (V65-72). Kṛṣṇa erscheint, gewährt ihm den unvergänglichen Viṣṇu-Ort oberhalb Brahmās Wohnstatt und benennt den dortigen Teich „Śvetagaṅgā“; eine abschließende Phala-śruti preist den Verdienst der Berührung des Wassers und des Anblicks des Bildnisses.

{brahmovāca:} anantākhyaṃ vāsudevaṃ dṛṣṭvā bhaktyā praṇamya ca / sarvapāpavinirmukto naro yāti paraṃ padam // BrP_59.1 //

Brahmā sprach: Nachdem er den mit Namen „Ananta“ [genannten] Vāsudeva gesehen und ihn mit Hingabe verehrt hat, gelangt der von aller Sünde befreite Mensch zum höchsten Ort.

Wort für Wort
anantākhyam
den 'Ananta' genannten (Akk.)
vāsudevam
Vāsudeva (Akk.)
dṛṣṭvā
gesehen habend (Absol. √dṛś)
bhaktyā
mit Hingabe (Instr.)
praṇamya
sich verneigend (Absol. pra-nam)
ca
und
sarvapāpavinirmuktaḥ
von aller Sünde befreit (Nom.)
naraḥ
der Mensch (Nom.)
yāti
geht/gelangt
param
zum höchsten
padam
Ort, Zustand

mayā cārādhitaś cāsau śakreṇa tadanantaram / vibhīṣaṇena rāmeṇa kas taṃ nārādhayet pumān // BrP_59.2 //

Und er wurde von mir verehrt, und danach von Śakra [Indra], von Vibhīṣaṇa, von Rāma – welcher Mann würde ihn nicht verehren?

Wort für Wort
mayā
von mir (Instr.)
ca ārādhitaḥ
und verehrt
ca asau
und dieser
śakreṇa
von Śakra/Indra
tadanantaram
danach
vibhīṣaṇena
von Vibhīṣaṇa
rāmeṇa
von Rāma
kaḥ
welcher
tam
ihn
na ārādhayet
würde nicht verehren
pumān
Mann (Nom.)

śvetagaṅgāṃ naraḥ snātvā yaḥ paśyec chvetamādhavam / matsyākhyaṃ mādhavaṃ caiva śvetadvīpaṃ sa gacchati // BrP_59.3 //

Der Mensch, der in der Śvetagaṅgā [„weiße Gaṅgā“] gebadet hat und den Śvetamādhava erblickt, sowie den Mādhava mit Namen „Matsya“ [Fisch] – der gelangt zur Śvetadvīpa [„weiße Insel“].

Wort für Wort
śvetagaṅgām
die Śvetagaṅgā (Akk.)
naraḥ
der Mensch
snātvā
gebadet habend
yaḥ
welcher
paśyet
er sähe/erblickt
śvetamādhavam
den Śvetamādhava (Akk.)
matsyākhyam
mit Namen Matsya
mādhavam
Mādhava (Akk.)
ca eva
und auch
śvetadvīpam
zur Śvetadvīpa
saḥ
er
gacchati
geht/gelangt

[Anm.: Śvetagaṅgā, Śvetamādhava und Śvetadvīpa – die Ätiologie dieser 'weißen' Namen wird sogleich durch König Śveta erklärt.]

{munaya ūcuḥ:} śvetamādhavamāhātmyaṃ vaktum arhasy aśeṣataḥ / vistareṇa jagannātha pratimāṃ tasya vai hareḥ // BrP_59.4 //

Die Weisen sprachen: Du solltest die Größe (Māhātmya) des Śvetamādhava vollständig verkünden, ausführlich, o Herr der Welt, [ebenso] das Bildnis jenes Hari.

Wort für Wort
śvetamādhavamāhātmyam
die Größe des Śvetamādhava (Akk.)
vaktum
zu sprechen
arhasi
du sollst/vermagst
aśeṣataḥ
vollständig, restlos
vistareṇa
ausführlich (Instr.)
jagannātha
o Herr der Welt (Vok.)
pratimām
das Bildnis (Akk.)
tasya
dessen
vai
fürwahr
hareḥ
des Hari (Gen.)

tasmin kṣetravare puṇye vikhyāte jagatītale / śvetākhyaṃ mādhavaṃ devaṃ kas taṃ sthāpitavān purā // BrP_59.5 //

An jenem vortrefflichen, heiligen, auf Erden berühmten Pilgerort (Kṣetra) – wer hat einst dort den Gott Mādhava, genannt „Śveta“, aufgestellt?

Wort für Wort
tasmin
an jenem
kṣetravare
vortrefflichen Pilgerort (Lok.)
puṇye
heiligen
vikhyāte
berühmten
jagatītale
auf der Erdoberfläche
śvetākhyam
mit Namen Śveta
mādhavam devam
den Gott Mādhava (Akk.)
kaḥ
wer
tam
ihn
sthāpitavān
hat aufgestellt
purā
einst

{brahmovāca:} abhūt kṛtayuge viprāḥ śveto nāma nṛpo balī / matimān dharmavic chūraḥ satyasaṃdho dṛḍhavrataḥ // BrP_59.6 //

Brahmā sprach: Im Kṛtayuga gab es, o Brahmanen, einen mächtigen König namens Śveta – klug, des Dharma kundig, tapfer, wahrhaftig in seinem Versprechen, fest in seinen Gelübden.

Wort für Wort
abhūt
es gab, war
kṛtayuge
im Kṛtayuga (Lok.)
viprāḥ
o Brahmanen (Vok.)
śvetaḥ nāma
namens Śveta
nṛpaḥ
König
balī
mächtig
matimān
klug, verständig
dharmavit
des Dharma kundig
śūraḥ
tapfer
satyasaṃdhaḥ
wahrhaftig im Versprechen
dṛḍhavrataḥ
fest in den Gelübden

yasya rājye tu varṣāṇāṃ sahasraṃ daśa mānavāḥ / bhavanty āyuṣmanto lokā bālas tasmin na sīdati // BrP_59.7 //

In dessen Königreich aber lebten die Menschen zehntausend Jahre lang, langlebig waren die Leute; kein Kind kam in seinem [Reich] zu Schaden.

Wort für Wort
yasya
dessen
rājye
im Königreich (Lok.)
tu
aber
varṣāṇām sahasram daśa
zehntausend Jahre (wörtl. zehn Tausend von Jahren)
mānavāḥ
die Menschen
bhavanti āyuṣmantaḥ
werden/sind langlebig
lokāḥ
die Leute, Welt
bālaḥ
ein Kind
tasmin
in ihm/darin
na sīdati
vergeht/leidet nicht

vartamāne tadā rājye kiṃcit kāle gate dvijāḥ / kapālagautamo nāma ṛṣiḥ paramadhārmikaḥ // BrP_59.8 //

Als jenes Königreich bestand und einige Zeit vergangen war, o Zweifachgeborene, [lebte] ein Weiser namens Kapālagautama, höchst rechtschaffen.

Wort für Wort
vartamāne
während bestehend war (Lok. abs.)
tadā rājye
jenes Königreich (Lok.)
kiṃcit kāle gate
als einige Zeit vergangen war
dvijāḥ
o Zweifachgeborene
kapālagautamaḥ nāma
namens Kapālagautama
ṛṣiḥ
ein Weiser
paramadhārmikaḥ
höchst rechtschaffen

suto 'syājātadantaś ca mṛtaḥ kālavaśād dvijāḥ / tam ādāya ṛṣir dhīmān nṛpasyāntikam ānayat // BrP_59.9 //

Dessen Sohn, noch ohne Zähne [ein Kleinkind], starb, o Zweifachgeborene, durch die Macht der Zeit; ihn nahm der weise Seher und brachte ihn in die Nähe des Königs.

Wort für Wort
sutaḥ
Sohn
asya
dessen
ajātadantaḥ
noch ohne Zähne (Bahuvrihi)
ca mṛtaḥ
und [er] starb
kālavaśāt
durch die Macht der Zeit
dvijāḥ
o Zweifachgeborene
tam ādāya
ihn genommen habend
ṛṣiḥ dhīmān
der weise Seher
nṛpasya antikam
in die Nähe des Königs
ānayat
brachte

dṛṣṭvaivaṃ nṛpatiḥ suptaṃ kumāraṃ gatacetasam / pratijñām akarod viprā jīvanārthaṃ śiśos tadā // BrP_59.10 //

Als der König so das schlafende(=tote) Kind sah, dessen Bewusstsein gewichen war, legte er da, o Brahmanen, ein Gelübde ab, um das Leben des Kindes [wiederzuerlangen].

Wort für Wort
dṛṣṭvā evam
so gesehen habend
nṛpatiḥ
der König
suptam
schlafend
kumāram
das Kind (Akk.)
gatacetasam
dessen Bewusstsein gewichen war
pratijñām akarot
legte ein Gelübde ab
viprāḥ
o Brahmanen
jīvanārtham
um des Lebens willen
śiśoḥ
des Kindes (Gen.)
tadā
da, dann

{rājovāca:} yāvad bālam ahaṃ tv enaṃ yamasya sadane gatam / nānaye saptarātreṇa citāṃ dīptāṃ samāruhe // BrP_59.11 //

Der König sprach: Solange ich dieses Kind, das in Yamas Wohnstatt gegangen ist, nicht binnen sieben Nächten zurückhole, [solange] will ich den brennenden Scheiterhaufen besteigen.

Wort für Wort
yāvat
solange als
bālam
das Kind (Akk.)
aham
ich
tu enam
aber dieses
yamasya sadane
in Yamas Wohnstatt
gatam
gegangen
na ānaye
nicht zurückhole
saptarātreṇa
binnen sieben Nächten
citām dīptām
den brennenden Scheiterhaufen
samāruhe
werde ich besteigen

[Anm.: Ein Selbstopfer-Gelübde – der König droht, sich selbst zu verbrennen, falls er das Kind nicht rechtzeitig zurückholt.]

{brahmovāca:} evam uktvāsitaiḥ padmaiḥ śatair daśaśatādikaiḥ / saṃpūjya ca mahādevaṃ rājā vidyāṃ punar japet // BrP_59.12 //

Brahmā sprach: Nachdem er so gesprochen hatte, verehrte der König Mahādeva [Śiva] mit dunkelblauen Lotosblumen zu Hunderten, mehr als tausend, und murmelte darauf wiederum die [heilige] Formel (Vidyā).

Wort für Wort
evam uktvā
so gesprochen habend
asitaiḥ padmaiḥ
mit dunkelblauen Lotosblumen
śataiḥ daśaśatādikaiḥ
zu Hunderten, mehr als tausend beginnend
saṃpūjya
verehrt habend
ca mahādevam
und Mahādeva
rājā
der König
vidyām
die [heilige] Formel
punaḥ japet
murmelte wiederum

atibhaktiṃ tu saṃcintya nṛpasya jagadīśvaraḥ / sāṃnidhyam agamat tuṣṭo śmīty uvāca sahomayā // BrP_59.13 //

In Anbetracht der überaus großen Hingabe des Königs kam der Herr der Welt, zufrieden [gestimmt], in seine Nähe (Sāṃnidhya) und sprach zusammen mit Umā: „... ich bin [dir gnädig]“ [?].

Wort für Wort
atibhaktim
die überaus große Hingabe (Akk.)
tu saṃcintya
aber bedenkend
nṛpasya
des Königs (Gen.)
jagadīśvaraḥ
der Herr der Welt
sāṃnidhyam agamat
kam in die Nähe
tuṣṭaḥ
zufrieden
śmi iti [?]
'... ich bin' [Text unklar]
uvāca
sprach
saha umayā
zusammen mit Umā

[Anm.: Die Textstelle „śmīty“ ist im Quelltext offensichtlich verderbt/unklar (wohl aus „asmi iti“ oder ähnlichem verkürzt); hier ohne sichere Rekonstruktion mit [?] belassen.]

śrutvaivaṃ giram īśasya vilokya sahasā haram / bhasmadigdhaṃ virūpākṣaṃ śaratkundenduvarcasam // BrP_59.14 //

Als er so die Stimme des Herrn gehört und plötzlich Hara [Śiva] erblickt hatte – mit Asche beschmiert, mit ungewöhnlichem Auge, von der Farbe des herbstlichen Jasmins und des Mondes,

Wort für Wort
śrutvā evam
so gehört habend
giram
die Stimme (Akk.)
īśasya
des Herrn (Gen.)
vilokya
erblickt habend
sahasā
plötzlich
haram
Hara/Śiva (Akk.)
bhasmadigdham
mit Asche beschmiert
virūpākṣam
mit ungewöhnlichem/entstelltem Auge (Epitheton Śivas)
śaratkundenduvarcasam
vom Glanz des Herbst-Jasmins und des Mondes

śārdūlacarmavasanaṃ śaśāṅkāṅkitamūrdhajam / mahīṃ nipatya sahasā praṇamya sa tadābravīt // BrP_59.15 //

in ein Tigerfell gekleidet, mit dem Mond als Zeichen im Haupthaar – warf er sich sogleich zu Boden, verneigte sich, und sprach dann.

Wort für Wort
śārdūlacarmavasanam
mit Tigerfell bekleidet
śaśāṅkāṅkitamūrdhajam
mit dem Mond als Zeichen im Haar
mahīm nipatya
zur Erde niedergefallen
sahasā
sogleich
praṇamya
sich verneigt habend
saḥ tadā abravīt
er sprach dann

{śveta uvāca:} kāruṇyaṃ yadi me dṛṣṭvā prasanno 'si prabho yadi / kālasya vaśam āpanno bālako dvijaputrakaḥ // BrP_59.16 //

Śveta sprach: Wenn du, mein Mitleid ansehend, [mir] gnädig bist, o Herr – [höre:] das kleine Söhnchen des Brahmanen ist in die Gewalt der Zeit geraten,

Wort für Wort
kāruṇyam
Mitleid (Akk.)
yadi me dṛṣṭvā
wenn [du] meines gesehen habend
prasannaḥ asi
du bist gnädig
prabho
o Herr (Vok.)
yadi
wenn
kālasya vaśam
in die Gewalt der Zeit
āpannaḥ
geraten
bālakaḥ dvijaputrakaḥ
das Söhnchen des Brahmanen

jīvatv eṣa punar bāla ity evaṃ vratam āhitam / akasmāc ca mṛtaṃ bālaṃ niyamya bhagavan svayam / yathoktāyuṣyasaṃyuktaṃ kṣemaṃ kuru maheśvara // BrP_59.17 //

‚Möge dieses Kind wieder leben!‘ – so wurde das Gelübde festgesetzt. Und das plötzlich verstorbene Kind, bezähme [den Tod] selbst, o Erhabener, und mache es heil, versehen mit der zuvor genannten Lebensspanne, o Maheśvara.

Wort für Wort
jīvatu
er möge leben
eṣaḥ punaḥ bālaḥ
dieses Kind wieder
iti evam vratam āhitam
so wurde das Gelübde festgesetzt
akasmāt
plötzlich
ca mṛtam bālam
und das verstorbene Kind
niyamya
bezähmt habend
bhagavan
o Erhabener (Vok.)
svayam
selbst
yathoktāyuṣyasaṃyuktam
versehen mit der wie zuvor genannten Lebensspanne
kṣemam kuru
mache heil
maheśvara
o Maheśvara (Vok.)

[Anm.: Dreizeiliger Vers (drei Pādas statt der üblichen zwei Halbverse) – wie an anderen Stellen dieses Werks unregelmäßig überliefert.]

{brahmovāca:} śvetasyaitad vacaḥ śrutvā mudaṃ prāpa haras tadā / kālam ājñāpayām āsa sarvabhūtabhayaṃkaram // BrP_59.18 //

Brahmā sprach: Als Hara diese Worte Śvetas gehört hatte, empfand er da Freude, und er befahl [nun] dem Tod, der allen Wesen Furcht einflößt.

Wort für Wort
śvetasya
Śvetas (Gen.)
etat vacaḥ
dieses Wort
śrutvā
gehört habend
mudam prāpa
erlangte Freude
haraḥ tadā
Hara da
kālam
dem Tod (Akk., Objekt des Befehls)
ājñāpayām āsa
befahl
sarvabhūtabhayaṃkaram
der allen Wesen Furcht einflößt

niyamya kālaṃ durdharṣaṃ yamasyājñākaraṃ dvijāḥ / bālaṃ saṃjīvayām āsa mṛtyor mukhagataṃ punaḥ // BrP_59.19 //

Nachdem er den unbezwingbaren Tod, den Vollstrecker von Yamas Befehl, gebändigt hatte, o Zweifachgeborene, belebte er das Kind wieder, das schon in den Rachen des Todes geraten war.

Wort für Wort
niyamya
gebändigt habend
kālam durdharṣam
den unbezwingbaren Tod
yamasya ājñākaram
den Vollstrecker von Yamas Befehl
dvijāḥ
o Zweifachgeborene
bālam
das Kind (Akk.)
saṃjīvayām āsa
belebte wieder
mṛtyoḥ mukhagatam
in den Rachen des Todes geraten
punaḥ
wieder

kṛtvā kṣemaṃ jagat sarvaṃ muneḥ putraṃ sa taṃ dvijāḥ / devyā sahomayā devas tatraivāntaradhīyata // BrP_59.20 //

Nachdem er das Wohlergehen der gesamten Welt hergestellt und jenen Sohn des Weisen [wiederbelebt] hatte, o Zweifachgeborene, verschwand der Gott dort zusammen mit der Göttin Umā.

Wort für Wort
kṛtvā kṣemam
Wohlergehen bewirkt habend
jagat sarvam
die ganze Welt
muneḥ putram
den Sohn des Weisen
saḥ tam
er ihn
dvijāḥ
o Zweifachgeborene
devyā saha umayā
zusammen mit der Göttin Umā
devaḥ
der Gott
tatra eva antaradhīyata
verschwand eben dort

evaṃ saṃjīvayām āsa muneḥ putraṃ nṛpottamaḥ //* BrP_59.21 //

So belebte der beste der Könige den Sohn des Weisen wieder.

Wort für Wort
evam
so
saṃjīvayām āsa
belebte wieder
muneḥ putram
den Sohn des Weisen
nṛpottamaḥ
der beste der Könige

[Anm.: Einzeiliger Halbvers, im Quelltext selbst mit „//*“ als unvollständig markiert – wie zuvor an mehreren Stellen dieses Werks.]

{munaya ūcuḥ:} devadeva jagannātha trailokyaprabhavāvyaya / brūhi naḥ paramaṃ tathyaṃ śvetākhyasya ca sāṃpratam // BrP_59.22 //

Die Weisen sprachen: O Gott der Götter, Herr der Welt, unvergänglicher Urgrund der drei Welten – sag uns nun die höchste Wahrheit über den mit Namen Śveta.

Wort für Wort
devadeva
o Gott der Götter (Vok.)
jagannātha
o Herr der Welt (Vok.)
trailokyaprabhavāvyaya
o unvergänglicher Urgrund der drei Welten (Vok.)
brūhi
sprich
naḥ
uns
paramam tathyam
die höchste Wahrheit
śvetākhyasya
über den mit Namen Śveta (Gen.)
ca sāṃpratam
und jetzt

{brahmovāca:} śṛṇudhvaṃ muniśārdūlāḥ sarvasattvahitāvaham / pravakṣyāmi yathātathyaṃ yat pṛcchatha mamānaghāḥ // BrP_59.23 //

Brahmā sprach: Hört, ihr Tiger unter den Weisen, [die Geschichte,] die allen Wesen zuträglich ist. Ich werde der Wahrheit gemäß verkünden, was ihr mich fragt, ihr Makellosen.

Wort für Wort
śṛṇudhvam
hört!
muniśārdūlāḥ
o Tiger unter den Weisen (Vok.)
sarvasattvahitāvaham
was allen Wesen zuträglich ist
pravakṣyāmi
ich werde verkünden
yathātathyam
der Wahrheit gemäß
yat pṛcchatha
was ihr fragt
mama
mich
anaghāḥ
o Makellose (Vok.)

mādhavasya ca māhātmyaṃ sarvapāpapraṇāśanam / yac chrutvābhimatān kāmān dhruvaṃ prāpnoti mānavaḥ // BrP_59.24 //

[Nämlich] die Größe (Māhātmya) des Mādhava, die alle Sünde vernichtet – nach deren Anhören der Mensch sicherlich die gewünschten Wünsche erlangt.

Wort für Wort
mādhavasya
des Mādhava (Gen.)
ca māhātmyam
und die Größe
sarvapāpapraṇāśanam
die alle Sünde vernichtet
yat śrutvā
welche gehört habend
abhimatān kāmān
die gewünschten Wünsche
dhruvam
sicherlich
prāpnoti
erlangt
mānavaḥ
der Mensch

śrutavān ṛṣibhiḥ pūrvaṃ mādhavākhyasya bho dvijāḥ / śṛṇudhvaṃ tāṃ kathāṃ divyāṃ bhayaśokārtināśinīm // BrP_59.25 //

[Sie wurde] einst von den Sehern gehört, [die Geschichte] des mit Namen Mādhava, o Brahmanen. Hört jene göttliche Erzählung, die Furcht, Kummer und Schmerz vernichtet.

Wort für Wort
śrutavān
gehört habend (bezogen auf die vorangehende Erzählsituation)
ṛṣibhiḥ
von den Sehern (Instr.)
pūrvam
einst, zuvor
mādhavākhyasya
des mit Namen Mādhava (Gen.)
bhoḥ dvijāḥ
o Brahmanen (Vok.)
śṛṇudhvam
hört!
tām kathām divyām
jene göttliche Erzählung
bhayaśokārtināśinīm
die Furcht, Kummer und Schmerz vernichtet

sa kṛtvā rājyam ekāgryaṃ varṣāṇāṃ ca sahasraśaḥ / vicārya laukikān dharmān vaidikān niyamāṃs tathā // BrP_59.26 //

Nachdem er [Śveta] tausendfach Jahre lang mit ungeteilter Aufmerksamkeit regiert und die weltlichen Dharmas sowie ebenso die vedischen Vorschriften erwogen hatte,

Wort für Wort
saḥ kṛtvā rājyam
er, [nachdem er] geherrscht hatte
ekāgryam
mit ungeteilter Aufmerksamkeit
varṣāṇām ca sahasraśaḥ
und tausendfach an Jahren
vicārya
erwogen habend
laukikān dharmān
die weltlichen Dharmas
vaidikān niyamān
die vedischen Vorschriften
tathā
ebenso

keśavārādhane viprā niścitaṃ vratam āsthitaḥ / sa gatvā paramaṃ kṣetraṃ sāgaraṃ dakṣiṇāśrayam // BrP_59.27 //

faßte er, o Brahmanen, den festen Entschluss zur Verehrung Keśavas [Viṣṇus] und ging zum höchsten Pilgerort, zum Meer, das sich im Süden befindet,

Wort für Wort
keśavārādhane
in der Verehrung Keśavas (Lok.)
viprāḥ
o Brahmanen
niścitam vratam
den festen Entschluss/das feste Gelübde
āsthitaḥ
gefasst habend
saḥ gatvā
er, gegangen
paramam kṣetram
zum höchsten Pilgerort
sāgaram
zum Meer
dakṣiṇāśrayam
das den Süden zur Stütze/Lage hat

taṭe tasmiñ śubhe ramye deśe kṛṣṇasya cāntike / śveto 'tha kārayām āsa prāsādaṃ śubhalakṣaṇam // BrP_59.28 //

und an jenem günstigen, anmutigen Ufer, an einem Ort in der Nähe Kṛṣṇas, ließ Śveta darauf einen Tempelbau mit günstigen Kennzeichen errichten,

Wort für Wort
taṭe tasmin
an jenem Ufer (Lok.)
śubhe ramye deśe
an günstigem, anmutigem Ort
kṛṣṇasya ca antike
und in der Nähe Kṛṣṇas
śvetaḥ atha
Śveta darauf
kārayām āsa
ließ errichten
prāsādam śubhalakṣaṇam
einen Tempelbau mit günstigen Kennzeichen

dhanvantaraśataṃ caikaṃ devadevasya dakṣiṇe / tataḥ śvetena viprendrāḥ śvetaśailamayena ca // BrP_59.29 //

hundertundeins Dhanus [Bogenlängen] südlich des Gottes der Götter; und daraufhin [ein Bildnis] aus weißem Gestein durch Śveta, o Fürsten der Brahmanen –

Wort für Wort
dhanvantaraśatam ca ekam
hundertundeins an Dhanus-Längen [?]
devadevasya dakṣiṇe
südlich des Gottes der Götter
tataḥ
daraufhin
śvetena
durch Śveta (Instr.)
viprendrāḥ
o Fürsten der Brahmanen (Vok.)
śvetaśailamayena
aus weißem Gestein bestehend (Instr.)
ca
und

[Anm.: „dhanvantaraśataṃ caikam“ = wohl „hundertundein Dhanus [Bogenlängen, ein Längenmaß]“; die genaue Maßangabe bleibt unsicher [?], vgl. ähnliche Maß-Komposita in früheren Kapiteln.]

kṛtaḥ sa bhagavāñ śveto mādhavaś candrasaṃnibhaḥ / pratiṣṭhāṃ vidhivac cakre yathoddiṣṭāṃ svayaṃ tu saḥ // BrP_59.30 //

wurde jener erhabene [Gott], „Śveta-Mādhava“ [genannt], mondgleich [im Glanz], gestaltet. Und er selbst vollzog die Weihe (Pratiṣṭhā) vorschriftsgemäß, wie es angegeben war.

Wort für Wort
kṛtaḥ
gemacht, gestaltet
saḥ bhagavān
jener Erhabene
śvetaḥ mādhavaḥ
'Śveta-Mādhava'
candrasaṃnibhaḥ
mondgleich [im Glanz]
pratiṣṭhām
die Weihe (Akk.)
vidhivat
vorschriftsgemäß
cakre
vollzog
yathoddiṣṭām
wie angegeben
svayam tu saḥ
er selbst aber

dattvā dānaṃ dvijātibhyo dīnānāthatapasvinām / athānantarato rājā mādhavasya ca saṃnidhau // BrP_59.31 //

Nachdem er den Zweifachgeborenen, den Elenden, Schutzlosen und Asketen Gaben gegeben hatte, [begab sich] der König darauf unmittelbar in die Gegenwart des Mādhava,

Wort für Wort
dattvā dānam
eine Gabe gegeben habend
dvijātibhyaḥ
den Zweifachgeborenen (Dat.)
dīnānāthatapasvinām
der Elenden, Schutzlosen, Asketen (Gen., wohl für Dat. [Anm.])
atha anantarataḥ
darauf unmittelbar
rājā
der König
mādhavasya ca saṃnidhau
und in die Gegenwart des Mādhava

[Anm.: Der Kasus von „dīnānāthatapasvinām“ (Gen.Pl.) passt nicht direkt zum vorangehenden Dativ „dvijātibhyaḥ“ – vermutlich ist ein weiterer Dativ (etwa „dīnānāthatapasvibhyaḥ“) gemeint; hier sinngemäß als weitere Empfängergruppe übersetzt.]

mahīṃ nipatya sahasā oṃkāraṃ dvādaśākṣaram / japan sa maunam āsthāya māsam ekaṃ samādhinā // BrP_59.32 //

Sich plötzlich zur Erde niederwerfend, den zwölfsilbigen Oṃkāra [das Zwölfsilben-Mantra] murmelnd, verharrte er einen Monat lang in Schweigen, in Versenkung (Samādhi),

Wort für Wort
mahīm nipatya
zur Erde niedergefallen
sahasā
plötzlich
oṃkāram dvādaśākṣaram
den zwölfsilbigen Oṃkāra
japan
murmelnd
saḥ maunam āsthāya
er, Schweigen einhaltend
māsam ekam
einen Monat lang
samādhinā
durch Versenkung (Instr.)

nirāhāro mahābhāgaḥ samyag viṣṇupade sthitaḥ / japānte sa tu deveśaṃ saṃstotum upacakrame // BrP_59.33 //

ohne Nahrung, der hochgesinnte [König], vollkommen im Zustand Viṣṇus verweilend. Am Ende des Japa begann er dann, den Gott der Götter zu preisen.

Wort für Wort
nirāhāraḥ
ohne Nahrung
mahābhāgaḥ
der hochgesinnte, glückhafte [König]
samyak
vollkommen
viṣṇupade sthitaḥ
im Zustand Viṣṇus verweilend
japānte
am Ende des Japa (Lok.)
saḥ tu
er aber
deveśam
den Gott der Götter (Akk.)
saṃstotum upacakrame
begann zu preisen

{śveta uvāca:} oṃ namo vāsudevāya namaḥ saṃkarṣaṇāya ca / pradyumnāyāniruddhāya namo nārāyaṇāya ca // BrP_59.34 //

Śveta sprach: Oṃ, Verehrung sei Vāsudeva, Verehrung sei Saṃkarṣaṇa, Pradyumna [und] Aniruddha, Verehrung sei Nārāyaṇa.

Wort für Wort
oṃ namaḥ vāsudevāya
Oṃ, Verehrung dem Vāsudeva
namaḥ saṃkarṣaṇāya
Verehrung dem Saṃkarṣaṇa
ca
und
pradyumnāya aniruddhāya
dem Pradyumna, dem Aniruddha
namaḥ nārāyaṇāya
Verehrung dem Nārāyaṇa

[Anm.: Die vier hier genannten Namen Vāsudeva-Saṃkarṣaṇa-Pradyumna-Aniruddha bilden die klassische Pāñcarātra-„Caturvyūha“ (vierfache Emanation Viṣṇus).]

namo 'stu bahurūpāya viśvarūpāya vedhase / nirguṇāyāpratarkyāya śucaye śuklakarmaṇe // BrP_59.35 //

Verehrung sei [dir], dem Vielgestaltigen, dem Allgestaltigen, dem Schöpfer (Vedhas), dem Eigenschaftslosen, dem Unbegreiflichen, dem Reinen, dem von lichtem Wirken.

Wort für Wort
namaḥ astu
Verehrung sei
bahurūpāya
dem Vielgestaltigen
viśvarūpāya
dem Allgestaltigen
vedhase
dem Schöpfer, Ordner
nirguṇāya
dem Eigenschaftslosen
apratarkyāya
dem Unbegreiflichen
śucaye
dem Reinen
śuklakarmaṇe
dem von lichtem/reinem Wirken

oṃ namaḥ padmanābhāya padmagarbhodbhavāya ca / namo 'stu padmavarṇāya padmahastāya te namaḥ // BrP_59.36 //

Oṃ, Verehrung dem Lotosnabligen, und dem, aus dessen Lotoskeim [Brahmā] entstanden ist; Verehrung sei dir, dem Lotosfarbenen, dem Lotoshändigen, dir Verehrung.

Wort für Wort
oṃ namaḥ padmanābhāya
Oṃ, Verehrung dem Lotosnabligen
padmagarbhodbhavāya
dem, aus dessen Lotoskeim [Brahmā] entstand
ca
und
namaḥ astu padmavarṇāya
Verehrung sei dem Lotosfarbenen
padmahastāya te namaḥ
dem Lotoshändigen dir Verehrung

oṃ namaḥ puṣkarākṣāya sahasrākṣāya mīḍhuṣe / namaḥ sahasrapādāya sahasrabhujamanyave // BrP_59.37 //

Oṃ, Verehrung dem Lotosäugigen, dem Tausendäugigen, dem Freigebigen; Verehrung dem Tausendfüßigen, dessen Zorn tausendarmig ist.

Wort für Wort
oṃ namaḥ puṣkarākṣāya
Oṃ, Verehrung dem Lotosäugigen
sahasrākṣāya
dem Tausendäugigen
mīḍhuṣe
dem Freigebigen
namaḥ sahasrapādāya
Verehrung dem Tausendfüßigen
sahasrabhujamanyave
dessen Zorn tausendarmig ist

oṃ namo 'stu varāhāya varadāya sumedhase / variṣṭhāya vareṇyāya śaraṇyāyācyutāya ca // BrP_59.38 //

Oṃ, Verehrung sei dem Eber(-Avatāra), dem Gabenverleihenden, dem Klugen, dem Erhabensten, dem Verehrungswürdigen, dem Zuflucht-Gewährenden, und dem Unvergänglichen (Acyuta).

Wort für Wort
oṃ namaḥ astu varāhāya
Oṃ, Verehrung sei dem Eber(-Avatāra)
varadāya
dem Gabenverleihenden
sumedhase
dem Klugen
variṣṭhāya
dem Erhabensten
vareṇyāya
dem Verehrungswürdigen
śaraṇyāya acyutāya ca
und dem Zuflucht-Gewährenden, dem Unvergänglichen

oṃ namo bālarūpāya bālapadmaprabhāya ca / bālārkasomanetrāya muñjakeśāya dhīmate // BrP_59.39 //

Oṃ, Verehrung dem in Kindesgestalt Erscheinenden, und dem im Glanz einer jungen Lotosblüte, dessen Augen [wie] die junge Sonne und der Mond sind, dessen Haar [rötlich] wie Muñja-Gras ist, dem Weisen.

Wort für Wort
oṃ namaḥ bālarūpāya
Oṃ, Verehrung dem in Kindesgestalt Erscheinenden
bālapadmaprabhāya
dem im Glanz einer jungen Lotosblüte
ca
und
bālārkasomanetrāya
dessen Augen die junge Sonne und der Mond sind
muñjakeśāya
mit Haar wie Muñja-Gras [?]
dhīmate
dem Weisen

[Anm.: „muñjakeśāya“ – wörtl. „mit Haar wie Muñja-Gras [Saccharum munja]“, vermutlich ein Bild für rötlich-goldenes Haar; Deutung unsicher [?].]

keśavāya namo nityaṃ namo nārāyaṇāya ca / mādhavāya variṣṭhāya govindāya namo namaḥ // BrP_59.40 //

Keśava sei stets Verehrung, Verehrung [sei] Nārāyaṇa; Mādhava, dem Erhabensten, Govinda sei Verehrung, Verehrung.

Wort für Wort
keśavāya namaḥ nityam
stets Verehrung dem Keśava
namaḥ nārāyaṇāya ca
und Verehrung dem Nārāyaṇa
mādhavāya variṣṭhāya
dem Mādhava, dem Erhabensten
govindāya namaḥ namaḥ
dem Govinda Verehrung, Verehrung

oṃ namo viṣṇave nityaṃ devāya vasuretase / madhusūdanāya namaḥ śuddhāyāṃśudharāya ca // BrP_59.41 //

Oṃ, stets Verehrung dem Viṣṇu, dem Gott, dessen Same die [kosmischen] Güter (Vasus) sind; Verehrung dem Madhusūdana [Töter des Dämons Madhu], dem Reinen, und dem Strahlenträger.

Wort für Wort
oṃ namaḥ viṣṇave nityam
Oṃ, stets Verehrung dem Viṣṇu
devāya vasuretase
dem Gott, dessen Same die Vasus sind
madhusūdanāya namaḥ
Verehrung dem Madhusūdana
śuddhāya aṃśudharāya ca
und dem Reinen, dem Strahlenträger

namo anantāya sūkṣmāya namaḥ śrīvatsadhāriṇe / trivikramāya ca namo divyapītāmbarāya ca // BrP_59.42 //

Verehrung dem Unendlichen (Ananta), dem Feinstofflichen; Verehrung dem Träger des Śrīvatsa-Zeichens; und Verehrung dem Trivikrama [Vāmana-Avatāra], und dem in göttlich-gelbe Gewänder Gekleideten.

Wort für Wort
namaḥ anantāya sūkṣmāya
Verehrung dem Unendlichen, dem Feinstofflichen
namaḥ śrīvatsadhāriṇe
Verehrung dem Träger des Śrīvatsa-Zeichens
trivikramāya ca namaḥ
und Verehrung dem Trivikrama
divyapītāmbarāya ca
und dem in göttlich-gelbe Gewänder Gekleideten

sṛṣṭikartre namas tubhyaṃ goptre dhātre namo namaḥ / namo 'stu guṇabhūtāya nirguṇāya namo namaḥ // BrP_59.43 //

Dem Schöpfer der Schöpfung sei Verehrung dir, dem Beschützer, dem Ordner (Dhātṛ) Verehrung, Verehrung; Verehrung sei dem, der zu den Eigenschaften geworden ist, dem Eigenschaftslosen Verehrung, Verehrung.

Wort für Wort
sṛṣṭikartre namaḥ tubhyam
dem Schöpfer der Schöpfung Verehrung dir
goptre dhātre namaḥ namaḥ
dem Beschützer, dem Ordner Verehrung, Verehrung
namaḥ astu guṇabhūtāya
Verehrung sei dem, der zu den Eigenschaften geworden ist
nirguṇāya namaḥ namaḥ
dem Eigenschaftslosen Verehrung, Verehrung

namo vāmanarūpāya namo vāmanakarmaṇe / namo vāmananetrāya namo vāmanavāhine // BrP_59.44 //

Verehrung der Zwerg-Gestalt (Vāmana), Verehrung dem Zwerg-Werk, Verehrung den Zwerg-Augen, Verehrung dem, der [als] Zwerg fährt/trägt [?].

Wort für Wort
namaḥ vāmanarūpāya
Verehrung der Zwerg-Gestalt
namaḥ vāmanakarmaṇe
Verehrung dem Zwerg-Werk
namaḥ vāmananetrāya
Verehrung den Zwerg-Augen
namaḥ vāmanavāhine [?]
Verehrung dem Zwerg-Träger/-Fahrenden [?]

[Anm.: „vāmanavāhine“ wörtl. etwa „dem Zwerg-Träger/-Fahrenden“ – Sinn unsicher, evtl. Bezug auf das Schreiten des Trivikrama; mit [?] markiert.]

namo ramyāya pūjyāya namo 'stv avyaktarūpiṇe / apratarkyāya śuddhāya namo bhayaharāya ca // BrP_59.45 //

Verehrung dem Anmutigen, dem Verehrungswürdigen, Verehrung sei dem, dessen Gestalt unmanifest ist; dem Unbegreiflichen, dem Reinen, und Verehrung dem, der die Furcht nimmt.

Wort für Wort
namaḥ ramyāya pūjyāya
Verehrung dem Anmutigen, dem Verehrungswürdigen
namaḥ astu avyaktarūpiṇe
Verehrung sei dem, dessen Gestalt unmanifest ist
apratarkyāya śuddhāya
dem Unbegreiflichen, dem Reinen
namaḥ bhayaharāya ca
und Verehrung dem Furcht-Nehmenden

saṃsārārṇavapotāya praśāntāya svarūpiṇe / śivāya saumyarūpāya rudrāyottāraṇāya ca // BrP_59.46 //

Dem Schiff über den Ozean des Weltenkreislaufs, dem gänzlich Beruhigten, dem seiner eigenen Wesensform Gemäßen; dem Heilbringenden (Śiva), dem von milder Gestalt, dem Furchtbaren (Rudra), und dem, der hinüberführt.

Wort für Wort
saṃsārārṇavapotāya
dem Schiff über den Ozean des Weltenkreislaufs
praśāntāya svarūpiṇe
dem gänzlich Beruhigten, seiner eigenen Wesensform Gemäßen
śivāya
dem Heilbringenden
saumyarūpāya
dem von milder Gestalt
rudrāya uttāraṇāya ca
und dem Furchtbaren, dem Hinüberführenden

bhavabhaṅgakṛte caiva bhavabhogapradāya ca / bhavasaṃghātarūpāya bhavasṛṣṭikṛte namaḥ // BrP_59.47 //

Und dem, der das [weltliche] Werden zerbricht, und dem, der die Genüsse des Werdens gewährt, dem, dessen Gestalt die Gesamtheit des Werdens ist, dem Schöpfer des Werdens sei Verehrung.

Wort für Wort
bhavabhaṅgakṛte
dem, der das Werden zerbricht
ca eva
und auch
bhavabhogapradāya ca
und dem, der die Genüsse des Werdens gewährt
bhavasaṃghātarūpāya
dem, dessen Gestalt die Gesamtheit des Werdens ist
bhavasṛṣṭikṛte namaḥ
Verehrung dem Schöpfer des Werdens

oṃ namo divyarūpāya somāgniśvasitāya ca / somasūryāṃśukeśāya gobrāhmaṇahitāya ca // BrP_59.48 //

Oṃ, Verehrung der göttlichen Gestalt, und dem, dessen Atem Mond und Feuer sind, dessen Haar aus den Strahlen von Mond und Sonne [besteht], und dem, der Kühen und Brahmanen zuträglich ist.

Wort für Wort
oṃ namaḥ divyarūpāya
Oṃ, Verehrung der göttlichen Gestalt
somāgniśvasitāya ca
und dem, dessen Atem Mond und Feuer sind
somasūryāṃśukeśāya
dessen Haar aus den Strahlen von Mond und Sonne besteht
gobrāhmaṇahitāya ca
und dem, der Kühen und Brahmanen zuträglich ist

oṃ nama ṛksvarūpāya padakramasvarūpiṇe / ṛkstutāya namas tubhyaṃ nama ṛksādhanāya ca // BrP_59.49 //

Oṃ, Verehrung dem, dessen Wesensform der Ṛgveda ist, dem, dessen Wesensform Pada und Krama [die Rezitationsweisen] sind; dem durch den Ṛgveda Gepriesenen sei Verehrung dir, und Verehrung dem, dessen Mittel der Ṛgveda ist.

Wort für Wort
oṃ namaḥ ṛksvarūpāya
Oṃ, Verehrung dem, dessen Wesensform der Ṛgveda ist
padakramasvarūpiṇe
dem, dessen Wesensform Pada und Krama [Rezitationsweisen] sind
ṛkstutāya namaḥ tubhyam
Verehrung dir, dem durch den Ṛgveda Gepriesenen
namaḥ ṛksādhanāya ca
und Verehrung dem, dessen Mittel der Ṛgveda ist

oṃ namo yajuṣāṃ dhātre yajūrūpadharāya ca / yajuryājyāya juṣṭāya yajuṣāṃ pataye namaḥ // BrP_59.50 //

Oṃ, Verehrung dem Ordner der Yajus-Sprüche, und dem, der die Gestalt des Yajurveda trägt; dem im Yajus zu Verehrenden, dem Geliebten, dem Herrn der Yajus-Sprüche sei Verehrung.

Wort für Wort
oṃ namaḥ yajuṣāṃ dhātre
Oṃ, Verehrung dem Ordner der Yajus-Sprüche
yajūrūpadharāya ca
und dem, der die Gestalt des Yajurveda trägt
yajuryājyāya juṣṭāya
dem im Yajus zu Verehrenden, dem Geliebten
yajuṣāṃ pataye namaḥ
Verehrung dem Herrn der Yajus-Sprüche

oṃ namaḥ śrīpate deva śrīdharāya varāya ca / śriyaḥ kāntāya dāntāya yogicintyāya yogine // BrP_59.51 //

Oṃ, Verehrung, o Gott, dem Gemahl der Śrī, dem Träger der Śrī, und dem Vortrefflichen; dem Geliebten der Śrī, dem Selbstbeherrschten, dem von den Yogis Erdachten, dem Yogin.

Wort für Wort
oṃ namaḥ śrīpate deva
Oṃ, Verehrung, o Gott, Gemahl der Śrī
śrīdharāya varāya ca
und dem Träger der Śrī, dem Vortrefflichen
śriyaḥ kāntāya dāntāya
dem Geliebten der Śrī, dem Selbstbeherrschten
yogicintyāya yogine
dem von den Yogis Erdachten, dem Yogin

oṃ namaḥ sāmarūpāya sāmadhvanivarāya ca / oṃ namaḥ sāmasaumyāya sāmayogavide namaḥ // BrP_59.52 //

Oṃ, Verehrung dem, dessen Gestalt der Sāmaveda ist, und dem vortrefflichen Klang des Sāman; Oṃ, Verehrung dem im Sāman Milden, Verehrung dem im Sāman-Yoga Kundigen.

Wort für Wort
oṃ namaḥ sāmarūpāya
Oṃ, Verehrung dem, dessen Gestalt der Sāmaveda ist
sāmadhvanivarāya ca
und dem vortrefflichen Klang des Sāman
oṃ namaḥ sāmasaumyāya
Oṃ, Verehrung dem im Sāman Milden
sāmayogavide namaḥ
Verehrung dem im Sāman-Yoga Kundigen

sāmne ca sāmagītāya oṃ namaḥ sāmadhāriṇe / sāmayajñavide caiva namaḥ sāmakarāya ca // BrP_59.53 //

Und dem Sāman, dem im Sāman Besungenen, Oṃ Verehrung dem Träger des Sāman; und dem im Sāman-Opfer Kundigen, und Verehrung dem, der das Sāman bewirkt.

Wort für Wort
sāmne ca sāmagītāya
und dem Sāman, dem im Sāman Besungenen
oṃ namaḥ sāmadhāriṇe
Oṃ Verehrung dem Träger des Sāman
sāmayajñavide ca eva
und auch dem im Sāman-Opfer Kundigen
namaḥ sāmakarāya ca
und Verehrung dem, der das Sāman bewirkt

namas tv atharvaśirase namo 'tharvasvarūpiṇe / namo 'stv atharvapādāya namo 'tharvakarāya ca // BrP_59.54 //

Verehrung aber dem Haupt des Atharva[veda], Verehrung dem, dessen Wesensform der Atharva[veda] ist; Verehrung sei den Füßen des Atharva[veda], und Verehrung dem, der den Atharva[veda] bewirkt.

Wort für Wort
namaḥ tu atharvaśirase
Verehrung aber dem Haupt des Atharva[veda]
namaḥ atharvasvarūpiṇe
Verehrung dem, dessen Wesensform der Atharva[veda] ist
namaḥ astu atharvapādāya
Verehrung sei den Füßen des Atharva[veda]
namaḥ atharvakarāya ca
und Verehrung dem, der den Atharva[veda] bewirkt

oṃ namo vajraśīrṣāya madhukaiṭabhaghātine / mahodadhijalasthāya vedāharaṇakāriṇe // BrP_59.55 //

Oṃ, Verehrung dem, dessen Haupt wie ein Blitzkeil (Vajra) ist, dem Töter von Madhu und Kaiṭabha; dem im Wasser des großen Ozeans Weilenden, dem Bewirker der Wiederherbeischaffung der Veden.

Wort für Wort
oṃ namaḥ vajraśīrṣāya
Oṃ, Verehrung dem, dessen Haupt wie ein Blitzkeil ist
madhukaiṭabhaghātine
dem Töter von Madhu und Kaiṭabha
mahodadhijalasthāya
dem im Wasser des großen Ozeans Weilenden
vedāharaṇakāriṇe
dem Bewirker der Wiederherbeischaffung der Veden

namo dīptasvarūpāya hṛṣīkeśāya vai namaḥ / namo bhagavate tubhyaṃ vāsudevāya te namaḥ // BrP_59.56 //

Verehrung dem von leuchtender Wesensform, dem Hṛṣīkeśa [Herrn der Sinne] fürwahr Verehrung; Verehrung dem Erhabenen, dir, dem Vāsudeva dir Verehrung.

Wort für Wort
namaḥ dīptasvarūpāya
Verehrung dem von leuchtender Wesensform
hṛṣīkeśāya vai namaḥ
fürwahr Verehrung dem Hṛṣīkeśa
namaḥ bhagavate tubhyam
Verehrung dem Erhabenen, dir
vāsudevāya te namaḥ
dem Vāsudeva dir Verehrung

nārāyaṇa namas tubhyaṃ namo lokahitāya ca / oṃ namo mohanāśāya bhavabhaṅgakarāya ca // BrP_59.57 //

O Nārāyaṇa, Verehrung dir, und Verehrung dem, der den Welten zuträglich ist; Oṃ, Verehrung dem Vernichter der Verblendung, und dem, der das Werden zerbricht.

Wort für Wort
nārāyaṇa namaḥ tubhyam
o Nārāyaṇa, Verehrung dir
namaḥ lokahitāya ca
und Verehrung dem, der den Welten zuträglich ist
oṃ namaḥ mohanāśāya
Oṃ, Verehrung dem Vernichter der Verblendung
bhavabhaṅgakarāya ca
und dem, der das Werden zerbricht

gatipradāya ca namo namo bandhaharāya ca / trailokyatejasāṃ kartre namas tejaḥsvarūpiṇe // BrP_59.58 //

Und Verehrung dem Gewährer des [rechten] Weges/Ziels, und Verehrung dem Nehmer der Fesseln; dem Schöpfer der Glutkräfte der drei Welten, Verehrung dem, dessen Wesensform Glut ist.

Wort für Wort
gatipradāya ca namaḥ
und Verehrung dem Gewährer des Weges/Ziels
namaḥ bandhaharāya ca
und Verehrung dem Nehmer der Fesseln
trailokyatejasāṃ kartre
dem Schöpfer der Glutkräfte der drei Welten
namaḥ tejaḥsvarūpiṇe
Verehrung dem, dessen Wesensform Glut ist

yogīśvarāya śuddhāya rāmāyottaraṇāya ca / sukhāya sukhanetrāya namaḥ sukṛtadhāriṇe // BrP_59.59 //

Dem Herrn der Yogis, dem Reinen, dem Rāma[-gleichen], und dem, der hinüberführt; dem Glückseligen, dem Führer zum Glück, Verehrung dem Träger der guten Tat.

Wort für Wort
yogīśvarāya śuddhāya
dem Herrn der Yogis, dem Reinen
rāmāya uttaraṇāya ca
und dem Rāma[-gleichen], dem Hinüberführenden
sukhāya sukhanetrāya
dem Glückseligen, dem Führer zum Glück
namaḥ sukṛtadhāriṇe
Verehrung dem Träger der guten Tat

vāsudevāya vandyāya vāmadevāya vai namaḥ / dehināṃ dehakartre ca bhedabhaṅgakarāya ca // BrP_59.60 //

Dem Vāsudeva, dem Verehrungswürdigen, dem Vāmadeva fürwahr Verehrung; und dem Schöpfer der Körper der Verkörperten, und dem, der die Unterschiede/Trennung zerbricht.

Wort für Wort
vāsudevāya vandyāya
dem Vāsudeva, dem Verehrungswürdigen
vāmadevāya vai namaḥ
fürwahr Verehrung dem Vāmadeva
dehinām dehakartre ca
und dem Schöpfer der Körper der Verkörperten
bhedabhaṅgakarāya ca
und dem, der die Trennung zerbricht

devair vanditadehāya namas te divyamauline / namo vāsanivāsāya vāsavyavaharāya ca // BrP_59.61 //

Dem, dessen Leib von den Göttern verehrt wird, Verehrung dir, dem mit göttlichem Diadem; Verehrung dem, der die Wohnstatt der Kleidung [?] ist, und dem, der wie Vāsava [Indra] handelt [?].

Wort für Wort
devaiḥ vanditadehāya
dem, dessen Leib von den Göttern verehrt wird
namaḥ te divyamauline
Verehrung dir mit göttlichem Diadem
namaḥ vāsanivāsāya [?]
Verehrung dem, der die Wohnstatt der Kleidung/des Wohnens ist [?]
vāsavyavaharāya ca [?]
und dem, der wie Vāsava/Indra handelt [?]

[Anm.: „vāsanivāsāya“ und „vāsavyavaharāya“ sind ungewöhnliche, schwer eindeutig auflösbare Komposita; sinngemäß, aber mit Unsicherheit übersetzt.]

oṃ namo vasukartre ca vasuvāsapradāya ca / namo yajñasvarūpāya yajñeśāya ca yogine // BrP_59.62 //

Oṃ, Verehrung dem Schöpfer der Vasus, und dem Gewährer der Wohnstatt der Vasus; Verehrung dem, dessen Wesensform das Opfer ist, dem Herrn des Opfers, und dem Yogin.

Wort für Wort
oṃ namaḥ vasukartre ca
Oṃ, Verehrung dem Schöpfer der Vasus
vasuvāsapradāya ca
und dem Gewährer der Wohnstatt der Vasus
namaḥ yajñasvarūpāya
Verehrung dem, dessen Wesensform das Opfer ist
yajñeśāya ca yogine
und dem Herrn des Opfers, dem Yogin

yatiyogakareśāya namo yajñāṅgadhāriṇe / saṃkarṣaṇāya ca namaḥ pralambamathanāya ca // BrP_59.63 //

Dem Herrn, der den Yoga der Asketen bewirkt, Verehrung dem Träger der Opferglieder; und Verehrung dem Saṃkarṣaṇa, und dem Zermalmer des [Dämons] Pralamba.

Wort für Wort
yatiyogakareśāya
dem Herrn, der den Yoga der Asketen bewirkt
namaḥ yajñāṅgadhāriṇe
Verehrung dem Träger der Opferglieder
saṃkarṣaṇāya ca namaḥ
und Verehrung dem Saṃkarṣaṇa
pralambamathanāya ca
und dem Zermalmer des Pralamba

[Anm.: Ab hier (Saṃkarṣaṇa, Pralamba-Bezwinger) richtet sich die Anrufung erkennbar zunehmend auch an Balarāma/Saṃkarṣaṇa.]

meghaghoṣasvanottīrṇavegalāṅgaladhāriṇe / namo 'stu jñānināṃ jñāna nārāyaṇaparāyaṇa // BrP_59.64 //

Dem Träger des Pfluges, dessen Wucht dem Getöse der Wolken-Donner-Stimme entströmt, sei Verehrung; o Wissen der Wissenden, o [du,] dessen höchstes Ziel Nārāyaṇa ist.

Wort für Wort
meghaghoṣasvanottīrṇavegalāṅgaladhāriṇe
dem Träger des Pfluges, dessen Wucht dem Getöse der Wolken-Donner-Stimme entströmt
namaḥ astu
Verehrung sei
jñānināṃ jñāna
o Wissen der Wissenden (Vok.)
nārāyaṇaparāyaṇa
o [du,] dessen höchstes Ziel Nārāyaṇa ist (Vok.)

[Anm.: Die Anrede „nārāyaṇaparāyaṇa“ passt zur Deutung, dass hier Balarāma/Saṃkarṣaṇa als der auf Nārāyaṇa Ausgerichtete angesprochen wird.]

na me 'sti tvām ṛte bandhur narakottāraṇe prabho / atas tvāṃ sarvabhāvena praṇato natavatsala // BrP_59.65 //

Ich habe außer dir keinen Verwandten, der [mich] aus der Hölle herausführt, o Herr; deshalb verneige ich mich mit ganzem Sein vor dir, o Liebender der sich Verneigenden.

Wort für Wort
na me asti
ich habe nicht
tvām ṛte
außer dir
bandhuḥ
Verwandter
narakottāraṇe
zum Herausführen aus der Hölle
prabho
o Herr (Vok.)
ataḥ
deshalb
tvāṃ sarvabhāvena
dir mit ganzem Sein
praṇataḥ
mich verneigend
natavatsala
o Liebender der sich Verneigenden (Vok.)

malaṃ yat kāyajaṃ vāpi mānasaṃ caiva keśava / na tasyānyo 'sti deveśa kṣālakas tvām ṛte 'cyuta // BrP_59.66 //

Welcher Schmutz auch immer körperlich oder auch geistig sei, o Keśava – für ihn gibt es, o Herr der Götter, keinen anderen Reiniger außer dir, o Acyuta.

Wort für Wort
malam yat kāyajam
welcher Schmutz körperlich
vā api mānasam
oder auch geistig
ca eva keśava
und auch, o Keśava
na tasya anyaḥ asti
für ihn gibt es keinen anderen
deveśa
o Herr der Götter (Vok.)
kṣālakaḥ
Reiniger
tvām ṛte acyuta
außer dir, o Unvergänglicher

saṃsargāṇi samastāni vihāya tvām upasthitaḥ / saṅgo me 'stu tvayā sārdham ātmalābhāya keśava // BrP_59.67 //

Alle [weltlichen] Verbindungen aufgebend, bin ich zu dir gekommen; möge meine Verbindung mit dir sein, zur Erlangung des Selbst, o Keśava.

Wort für Wort
saṃsargāṇi samastāni
alle Verbindungen
vihāya
aufgebend
tvām upasthitaḥ
zu dir gekommen
saṅgaḥ me astu
möge meine Verbindung sein
tvayā sārdham
mit dir
ātmalābhāya
zur Erlangung des Selbst
keśava
o Keśava (Vok.)

kaṣṭam āpat suduṣpāraṃ saṃsāraṃ vedmi keśava / tāpatrayaparikliṣṭas tena tvāṃ śaraṇaṃ gataḥ // BrP_59.68 //

Leidvoll, ein Unglück, sehr schwer zu überqueren – so kenne ich den Weltenkreislauf (Saṃsāra), o Keśava; von den dreifachen Leiden (Tāpatraya) gequält, bin ich deshalb zu dir als Zuflucht gegangen.

Wort für Wort
kaṣṭam āpat
leidvoll, ein Unglück
suduṣpāram
sehr schwer zu überqueren
saṃsāram vedmi
ich kenne den Weltenkreislauf
keśava
o Keśava (Vok.)
tāpatrayaparikliṣṭaḥ
von den drei[fachen] Leiden gequält
tena
deshalb
tvāṃ śaraṇam gataḥ
zu dir als Zuflucht gegangen

eṣaṇābhir jagat sarvaṃ mohitaṃ māyayā tava / ākarṣitaṃ ca lobhādyair atas tvām aham āśritaḥ // BrP_59.69 //

Durch [die dreifachen] Begierden ist die ganze Welt durch deine Māyā verblendet und durch Gier und dergleichen fortgezogen; deshalb habe ich bei dir Zuflucht gesucht.

Wort für Wort
eṣaṇābhiḥ
durch die Begierden (Instr.)
jagat sarvam
die ganze Welt
mohitam māyayā tava
verblendet durch deine Māyā
ākarṣitam ca
und fortgezogen
lobhādyaiḥ
durch Gier und dergleichen
ataḥ tvām aham āśritaḥ
deshalb habe ich bei dir Zuflucht gesucht

nāsti kiṃcit sukhaṃ viṣṇo saṃsārasthasya dehinaḥ / yathā yathā hi yajñeśa tvayi cetaḥ pravartate // BrP_59.70 //

Es gibt kein Glück für den im Saṃsāra befindlichen Verkörperten, o Viṣṇu; [aber] je mehr, o Herr des Opfers, sich das Bewusstsein auf dich richtet,

Wort für Wort
na asti kiṃcit sukham
es gibt kein Glück
viṣṇo
o Viṣṇu (Vok.)
saṃsārasthasya dehinaḥ
des im Saṃsāra befindlichen Verkörperten
yathā yathā hi
je mehr, fürwahr
yajñeśa
o Herr des Opfers (Vok.)
tvayi cetaḥ pravartate
sich das Bewusstsein auf dich richtet

tathā phalavihīnaṃ tu sukham ātyantikaṃ labhet / naṣṭo vivekaśūnyo 'smi dṛśyate jagad āturam // BrP_59.71 //

desto mehr erlangt man ein von [weiterer] Frucht freies, endgültiges Glück. Ich bin verloren, ohne Unterscheidungsvermögen; die Welt erscheint [mir] leidend.

Wort für Wort
tathā
desto mehr, so
phalavihīnam tu
aber frei von [weiterer] Frucht
sukham ātyantikam labhet
erlangt man endgültiges Glück
naṣṭaḥ
verloren
vivekaśūnyaḥ asmi
ich bin ohne Unterscheidungsvermögen
dṛśyate jagat āturam
die Welt erscheint leidend

govinda trāhi saṃsārān mām uddhartuṃ tvam arhasi / magnasya mohasalile niruttāre bhavārṇave / uddhartā puṇḍarīkākṣa tvām ṛte 'nyo na vidyate // BrP_59.72 //

O Govinda, rette [mich] aus dem Saṃsāra, du solltest mich emporheben – der ich versunken bin im Wasser der Verblendung, im unüberquerbaren Ozean des Werdens; einen Emporheber außer dir, o Lotosäugiger, gibt es nicht.

Wort für Wort
govinda
o Govinda (Vok.)
trāhi saṃsārāt
rette aus dem Saṃsāra
mām uddhartum tvam arhasi
du solltest mich emporheben
magnasya mohasalile
für den im Wasser der Verblendung Versunkenen
niruttāre bhavārṇave
im unüberquerbaren Ozean des Werdens
uddhartā
ein Emporheber
puṇḍarīkākṣa
o Lotosäugiger (Vok.)
tvām ṛte anyaḥ na vidyate
außer dir gibt es keinen anderen

[Anm.: Dreizeiliger Vers (drei Pādas), wie an mehreren Stellen dieses Werks unregelmäßig überliefert.]

{brahmovāca:} itthaṃ stutas tatas tena rājñā śvetena bho dvijāḥ / tasmin kṣetravare divye vikhyāte puruṣottame // BrP_59.73 //

Brahmā sprach: So gepriesen von jenem König Śveta, o Brahmanen, an jenem göttlichen, berühmten, vortrefflichen Pilgerort namens Puruṣottama,

Wort für Wort
ittham stutaḥ
so gepriesen
tataḥ tena rājñā śvetena
dann von jenem König Śveta
bho dvijāḥ
o Brahmanen (Vok.)
tasmin kṣetravare divye vikhyāte
an jenem göttlichen, berühmten, vortrefflichen Pilgerort
puruṣottame
namens Puruṣottama (Lok.)

bhaktiṃ tasya tu saṃcintya devadevo jagadguruḥ / ājagāma nṛpasyāgre sarvair devair vṛto hariḥ // BrP_59.74 //

in Anbetracht von dessen Hingabe kam der Gott der Götter, der Weltenlehrer Hari, umgeben von allen Göttern, vor den König.

Wort für Wort
bhaktim tasya tu saṃcintya
aber dessen Hingabe bedenkend
devadevaḥ jagadguruḥ
der Gott der Götter, der Weltenlehrer
ājagāma nṛpasya agre
kam vor den König
sarvaiḥ devaiḥ vṛtaḥ hariḥ
Hari, umgeben von allen Göttern

nīlajīmūtasaṃkāśaḥ padmapattrāyatekṣaṇaḥ / dadhat sudarśanaṃ dhīmān karāgre dīptamaṇḍalam // BrP_59.75 //

Von der Farbe einer dunkelblauen Regenwolke, mit Augen ausgedehnt wie Lotosblätter, hielt der Weise das leuchtende Rad Sudarśana an der Fingerspitze,

Wort für Wort
nīlajīmūtasaṃkāśaḥ
von der Farbe einer dunkelblauen Regenwolke
padmapattrāyatekṣaṇaḥ
mit Augen ausgedehnt wie Lotosblätter
dadhat
haltend
sudarśanam
das Rad Sudarśana
dhīmān
der Weise
karāgre dīptamaṇḍalam
die leuchtende Scheibe an der Fingerspitze

kṣīrodajalasaṃkāśo vimalaś candrasaṃnibhaḥ / rarāja vāmahaste 'sya pāñcajanyo mahādyutiḥ // BrP_59.76 //

an dessen linker Hand die Muschel Pāñcajanya erstrahlte – von der Farbe des Wassers des Milchozeans, makellos, mondgleich, von großem Glanz;

Wort für Wort
kṣīrodajalasaṃkāśaḥ
von der Farbe des Wassers des Milchozeans
vimalaḥ candrasaṃnibhaḥ
makellos, mondgleich
rarāja
erstrahlte
vāmahaste asya
an dessen linker Hand
pāñcajanyaḥ mahādyutiḥ
die Muschel Pāñcajanya von großem Glanz

pakṣirājadhvajaḥ śrīmān gadāśārṅgāsidhṛk prabhuḥ / uvāca sādhu bho rājan yasya te matir uttamā / yad iṣṭaṃ vara bhadraṃ te prasanno 'smi tavānagha // BrP_59.77 //

mit dem Vogelkönig [Garuḍa] auf seinem Banner, prächtig, Keule, Bogen Śārṅga und Schwert tragend – der Herr sprach: „Wohlgetan, o König, dessen Sinn so vortrefflich ist; erbitte, was du wünschst – Heil dir, ich bin dir gnädig, o Makelloser.“

Wort für Wort
pakṣirājadhvajaḥ
mit dem Vogelkönig [Garuḍa] auf dem Banner
śrīmān
prächtig
gadāśārṅgāsidhṛk
Keule, Bogen Śārṅga und Schwert tragend
prabhuḥ uvāca
der Herr sprach
sādhu bho rājan
wohlgetan, o König
yasya te matiḥ uttamā
dessen Sinn vortrefflich ist
yat iṣṭam vara
erbitte, was gewünscht ist
bhadram te
Heil dir
prasannaḥ asmi
ich bin gnädig
tava anagha
dir, o Makelloser

[Anm.: Dreizeiliger Vers (drei Pādas), wie an mehreren Stellen dieses Werks unregelmäßig überliefert.]

{brahmovāca:} śrutvaivaṃ devadevasya vākyaṃ tat paramāmṛtam / praṇamya śirasovāca śvetas tadgatamānasaḥ // BrP_59.78 //

Brahmā sprach: Als er so das Wort des Gottes der Götter gehört hatte, jenen höchsten Nektar, verneigte sich Śveta mit dem Haupt und sprach, den Sinn darauf gerichtet.

Wort für Wort
śrutvā evam
so gehört habend
devadevasya vākyam tat
jenes Wort des Gottes der Götter
paramāmṛtam
jener höchste Nektar
praṇamya śirasā
sich mit dem Haupt verneigend
uvāca
sprach
śvetaḥ tadgatamānasaḥ
Śveta, dessen Sinn darauf gerichtet war

{śveta uvāca:} yady ahaṃ bhagavan bhaktaḥ prayaccha varam uttamam / ābrahmabhavanād ūrdhvaṃ vaiṣṇavaṃ padam avyayam // BrP_59.79 //

Śveta sprach: Wenn ich, o Erhabener, [dein] Hingebungsvoller bin, gewähre [mir] die höchste Gabe: den unvergänglichen Ort Viṣṇus, oberhalb der Wohnstatt Brahmās gelegen,

Wort für Wort
yadi aham bhagavan bhaktaḥ
wenn ich, o Erhabener, [dein] Hingebungsvoller bin
prayaccha varam uttamam
gewähre die höchste Gabe
ābrahmabhavanāt ūrdhvam
oberhalb der Wohnstatt Brahmās
vaiṣṇavam padam avyayam
den unvergänglichen Ort Viṣṇus

vimalaṃ virajaṃ śuddhaṃ saṃsārāsaṅgavarjitam / tat padaṃ gantum icchāmi tvatprasādāj jagatpate // BrP_59.80 //

makellos, staubfrei, rein, frei von der Anhaftung des Saṃsāra – jenen Ort will ich durch deine Gnade erreichen, o Herr der Welt.

Wort für Wort
vimalam virajam śuddham
makellos, staubfrei, rein
saṃsārāsaṅgavarjitam
frei von der Anhaftung des Saṃsāra
tat padam gantum icchāmi
jenen Ort will ich erreichen
tvatprasādāt
durch deine Gnade
jagatpate
o Herr der Welt (Vok.)

{śrībhagavān uvāca:} yat padaṃ vibudhāḥ sarve munayaḥ siddhayoginaḥ / nābhigacchanti yad ramyaṃ paraṃ padam anāmayam // BrP_59.81 //

Der erhabene Gott sprach: Jener Ort, zu dem alle Weisen, Seher, vollkommenen Yogis nicht [einmal] gelangen, jener anmutige, höchste, leidfreie Ort –

Wort für Wort
yat padam
welcher Ort
vibudhāḥ sarve munayaḥ siddhayoginaḥ
alle Weisen, Seher, vollkommenen Yogis
na abhigacchanti
nicht gelangen
yat ramyam param padam anāmayam
jener anmutige, höchste, leidfreie Ort

yāsyasi paramaṃ sthānaṃ rājyāmṛtam upāsya ca / sarvāṃl lokān atikramya mama lokaṃ gamiṣyasi // BrP_59.82 //

zu jener höchsten Stätte wirst du gehen; und, nachdem du den Nektar der Königsherrschaft genossen hast, wirst du, alle Welten überschreitend, zu meiner Welt gelangen.

Wort für Wort
yāsyasi paramam sthānam
du wirst zur höchsten Stätte gehen
rājyāmṛtam upāsya ca
und den Nektar der Königsherrschaft genossen habend
sarvān lokān atikramya
alle Welten überschreitend
mama lokam gamiṣyasi
wirst du zu meiner Welt gelangen

kīrtis tavātra rājendra trīṃl lokāṃś ca gamiṣyati / sāṃnidhyaṃ mama caivātra sarvadaiva bhaviṣyati // BrP_59.83 //

Dein Ruhm, o Fürst der Könige, wird hier zu den drei Welten gelangen; und meine Gegenwart wird hier für immer bestehen.

Wort für Wort
kīrtiḥ tava atra
dein Ruhm hier
rājendra
o Fürst der Könige (Vok.)
trīn lokān ca gamiṣyati
wird zu den drei Welten gelangen
sāṃnidhyam mama ca atra
und meine Gegenwart hier
sarvadā eva bhaviṣyati
wird immerdar bestehen

śvetagaṅgeti gāsyanti sarve te devadānavāḥ / kuśāgreṇāpi rājendra śvetagāṅgeyam ambu ca // BrP_59.84 //

‚Śvetagaṅgā‘ werden all die Götter und Dānavas [dies] besingen; und [wer] mit der Spitze eines Kuśa-Grashalms, o Fürst der Könige, dieses Wasser der Śvetagaṅgā [berührt],

Wort für Wort
śvetagaṅgā iti gāsyanti
'Śvetagaṅgā' werden sie besingen
sarve te devadānavāḥ
all die Götter und Dānavas
kuśāgreṇa api
auch mit der Spitze eines Kuśa-Grashalms
rājendra
o Fürst der Könige (Vok.)
śvetagāṅgeyam ambu ca
und dieses Wasser der Śvetagaṅgā

spṛṣṭvā svargaṃ gamiṣyanti madbhaktā ye samāhitāḥ / yas tv imāṃ pratimāṃ gacchen mādhavākhyāṃ śaśiprabhām // BrP_59.85 //

werden, es berührt habend, zum Himmel gelangen – meine gesammelten Hingebungsvollen. Wer aber zu diesem Bildnis geht, das Mādhava genannt wird, mondgleich im Glanz,

Wort für Wort
spṛṣṭvā svargam gamiṣyanti
werden, berührt habend, zum Himmel gelangen
madbhaktāḥ ye samāhitāḥ
meine gesammelten Hingebungsvollen
yaḥ tu imām pratimām gacchet
wer aber zu diesem Bildnis geht
mādhavākhyām śaśiprabhām
das Mādhava genannt wird, mondgleich im Glanz

śaṅkhagokṣīrasaṃkāśām aśeṣāghavināśinīm / tāṃ praṇamya sakṛd bhaktyā puṇḍarīkanibhekṣaṇām // BrP_59.86 //

von der Farbe der Muschel und der Kuhmilch, die alle Sünde restlos vernichtet – wer jenes [Bildnis], dessen Augen Lotosblüten gleichen, [auch nur] einmal mit Hingabe verehrt,

Wort für Wort
śaṅkhagokṣīrasaṃkāśām
von der Farbe der Muschel und der Kuhmilch
aśeṣāghavināśinīm
die alle Sünde restlos vernichtet
tām praṇamya sakṛt bhaktyā
jenes einmal mit Hingabe verehrt habend
puṇḍarīkanibhekṣaṇām
dessen Augen Lotosblüten gleichen

vihāya sarvalokān vai mama loke mahīyate / manvantarāṇi tatraiva devakanyābhir āvṛtaḥ // BrP_59.87 //

der wird, alle Welten fürwahr verlassend, in meiner Welt geehrt, dort, über Manvantaras hinweg, von Götterjungfrauen umgeben,

Wort für Wort
vihāya sarvalokān vai
alle Welten fürwahr verlassend
mama loke mahīyate
wird in meiner Welt geehrt/erhöht
manvantarāṇi tatra eva
dort eben, über Manvantaras hinweg
devakanyābhiḥ āvṛtaḥ
von Götterjungfrauen umgeben

gīyamānaś ca madhuraṃ siddhagandharvasevitaḥ / bhunakti vipulān bhogān yatheṣṭaṃ māmakaiḥ saha // BrP_59.88 //

und, süß besungen, von Siddhas und Gandharvas bedient, genießt er ausgedehnte Genüsse, nach Belieben, zusammen mit den Meinen.

Wort für Wort
gīyamānaḥ ca madhuram
und süß besungen
siddhagandharvasevitaḥ
von Siddhas und Gandharvas bedient
bhunakti vipulān bhogān
genießt ausgedehnte Genüsse
yatheṣṭam māmakaiḥ saha
nach Belieben zusammen mit den Meinen

cyutas tasmād ihāgatya manuṣyo brāhmaṇo bhavet / vedavedāṅgavic chrīmān bhogavāṃś cirajīvitaḥ // BrP_59.89 //

Von dort [wieder] herabgefallen, hierher gekommen, wird er ein Mensch, ein Brahmane; der Veden und Vedāṅgas kundig, glanzvoll, genussreich, langlebig,

Wort für Wort
cyutaḥ tasmāt
von dort herabgefallen
iha āgatya
hierher gekommen
manuṣyaḥ brāhmaṇaḥ bhavet
wird er ein Mensch, ein Brahmane
vedavedāṅgavit
der Veden und Vedāṅgas kundig
śrīmān bhogavān cirajīvitaḥ
glanzvoll, genussreich, langlebig

gajāśvarathayānāḍhyo dhanadhānyāvṛtaḥ śuciḥ / rūpavān bahubhāgyaś ca putrapautrasamanvitaḥ // BrP_59.90 //

reich an Elefanten, Pferden, Wagen und Fahrzeugen, umgeben von Reichtum und Getreide, rein, schöngestaltig, von vielem Glück, und mit Söhnen und Enkeln versehen.

Wort für Wort
gajāśvarathayānāḍhyaḥ
reich an Elefanten, Pferden, Wagen und Fahrzeugen
dhanadhānyāvṛtaḥ śuciḥ
umgeben von Reichtum und Getreide, rein
rūpavān bahubhāgyaḥ ca
schöngestaltig und von vielem Glück
putrapautrasamanvitaḥ
mit Söhnen und Enkeln versehen

puruṣottamaṃ punaḥ prāpya vaṭamūle 'tha sāgare / tyaktvā dehaṃ hariṃ smṛtvā tataḥ śāntapadaṃ vrajet // BrP_59.91 //

Nachdem er wiederum Puruṣottama am Fuß des Banyanbaums, am Meer, erlangt hat, geht er, seinen Leib aufgebend und Hari gedenkend, danach zum Ort des Friedens.

Wort für Wort
puruṣottamam punaḥ prāpya
Puruṣottama wiederum erlangt habend
vaṭamūle atha sāgare
am Fuß des Banyanbaums, am Meer
tyaktvā deham
den Leib aufgebend
harim smṛtvā
Hari gedenkend
tataḥ śāntapadam vrajet
geht er danach zum Ort des Friedens

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