Kapitel 127: devatīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Deva-Tīrtha (Devāpi und die Errettung Ārṣṭiṣeṇas aus Rasātala)
Ārṣṭiṣeṇa übergibt vor einem Rossopfer die Herrschaft seinem Sohn Bhara und lässt sich mit seinem Hauspriester weihen; der Dānava Mithu zerstört das Opfer und entführt König, Königin und Hauspriester nach Rasātala (die Unterwelt) (V.1-9). Devāpi, der kindliche Sohn des Hauspriesters, entdeckt das Fehlen seines Vaters und schwört, durch Askese alle Verschleppten zurückzuholen (V.10-20). Er wendet sich der Reihe nach an die Opferpriester, an Agni, an die Götter, an die Veden und schließlich an Maheśvara (Śiva) selbst, wobei jede Instanz auf die nächsthöhere verweist, da sie sich selbst als abhängig bekennt (V.21-46). An der Gautamī (Godāvarī) preist Devāpi Śiva mit einer Hymne (V.47-53); Śiva erscheint, gewährt ihm die Rückkehr von König, Königin, Vater und Lehrer sowie den Tod seines Feindes und entsendet Nandin, der Mithu tötet und die Gefangenen befreit (V.54-59). Das Rossopfer wird erfolgreich vollendet; Ursprung des Deva-Tīrtha, wo Śiva leibhaftig erschien, mit 15800 Nebentīrthas an beiden Ufern (V.60-64). V.31 bleibt in der genauen Sprecherzuordnung unklar (siehe Anmerkung dort); V.46 nennt Devāpis Vater erstmals namentlich als Upamanyu; V.52 bleibt inhaltlich schwer greifbar.
Es gab einen als Ārṣṭiṣeṇa bekannten König, mit allen guten Eigenschaften ausgestattet; seine Gattin, namens Jayā, war wie eine zweite leibhaftige Lakṣmī.
Wort für Wort
ārṣṭiṣeṇa iti khyāto rājā sarvaguṇānvitaḥ
ein als Ārṣṭiṣeṇa bekannter König, mit allen guten Eigenschaften ausgestattet
tasya bhāryā jayā nāma sākṣāl lakṣmīr ivāparā
seine Gattin, namens Jayā, wie eine zweite leibhaftige Lakṣmī
durch die Opferpriester und die vornehmsten, dem Veda und den Lehrschriften ergebenen Weisen wurde der beste der Könige nahe den Brahmanen und dem Feuer geweiht.
Wort für Wort
ṛtvigbhir ṛṣimukhyaiś ca vedaśāstraparāyaṇaiḥ
durch die Opferpriester und die vornehmsten, dem Veda und den Lehrschriften ergebenen Weisen
dīkṣitaṃ taṃ nṛpaśreṣṭhaṃ brāhmaṇāgnisamīpataḥ
wurde der beste der Könige nahe den Brahmanen und dem Feuer geweiht
ādāya vegāt sa prāgād rasātalatalaṃ mune / nīte tasmin nṛpavare yajñe naṣṭe tato 'marāḥ // BrP_127.8 //
und eilte mit ihnen fort in die Tiefe von Rasātala, o Weiser; als jener beste der Könige fortgeführt und das Opfer zerstört war, gingen die Unsterblichen
Wort für Wort
ādāya vegāt sa prāgād rasātalatalaṃ mune
und eilte mit ihnen fort in die Tiefe von Rasātala, o Weiser
nīte tasmin nṛpavare yajñe naṣṭe tato 'marāḥ
als jener beste der Könige fortgeführt und das Opfer zerstört war, [gingen] die Unsterblichen
dhig dhik pitṛvihīnānāṃ jīvitaṃ pāpakarmaṇām / na vakṣi yadi me mātar jalam agnim athāviśe // BrP_127.12 //
Schande, Schande über das Leben derer, die ohne Vater sind und böse Taten begingen - wenn du es mir nicht sagst, Mutter, werde ich ins Wasser oder ins Feuer gehen.
Wort für Wort
dhig dhik pitṛvihīnānāṃ jīvitaṃ pāpakarmaṇām
Schande, Schande über das Leben derer, die ohne Vater sind und böse Taten begingen
na vakṣi yadi me mātar jalam agnim athāviśe
wenn du es mir nicht sagst, Mutter, werde ich ins Wasser oder ins Feuer gehen
Da sprach die Mutter, die Gattin des königlichen Hauspriesters, zum Sohn: Von dem Dānava wurde dein Vater zusammen mit dem König in die Unterwelt geführt.
Wort für Wort
putraṃ provāca sā mātā rājño bhāryā purodhasaḥ
da sprach die Mutter, die Gattin des königlichen Hauspriesters, zum Sohn
dānavena talaṃ nīto rājñā saha pitā tava
von dem Dānava wurde dein Vater zusammen mit dem König in die Unterwelt geführt
{devāpir uvāca:} kva nītaḥ kena vā nītaḥ kathaṃ nītaḥ kva karmaṇi / keṣu paśyatsu kiṃ sthānaṃ dānavasya vadasva me // BrP_127.14 //
Devāpi sprach: Wohin wurde er geführt, von wem wurde er geführt, wie wurde er geführt, bei welchem Werk? Vor wessen Augen? Welchen Ort hat der Dānava? Sag mir das.
Wort für Wort
kva nītaḥ kena vā nītaḥ kathaṃ nītaḥ kva karmaṇi
wohin wurde er geführt, von wem wurde er geführt, wie wurde er geführt, bei welchem Werk?
keṣu paśyatsu kiṃ sthānaṃ dānavasya vadasva me
vor wessen Augen? Welchen Ort hat der Dānava? Sag mir das
Die Mutter sprach: Den in der Opferversammlung geweihten König führte, samt Gattin und Hauspriester, der Daitya Mithu nach Rasātala fort, vor den Augen der Götterscharen, in Gegenwart von Feuer und Brahmanen.
Wort für Wort
dīkṣitaṃ yajñasadasi sabhāryaṃ sapurodhasam
den in der Opferversammlung geweihten König, samt Gattin und Hauspriester
rājānaṃ taṃ mithur daityo nītavān sa rasātalam
führte der Daitya Mithu nach Rasātala fort
paśyatsu devasaṃgheṣu vahnibrāhmaṇasaṃnidhau
vor den Augen der Götterscharen, in Gegenwart von Feuer und Brahmanen
Brahma sprach: Diese Worte der Mutter hörend, gedachte Devāpi der zu tuenden Handlung: Ich will die Götter aufsuchen, oder das Feuer, oder die Opferpriester, oder auch die Asuras.
Wort für Wort
tan mātṛvacanaṃ śrutvā devāpiḥ kṛtyam asmarat
diese Worte der Mutter hörend, gedachte Devāpi der zu tuenden Handlung
devān paśye 'thavāgniṃ vā ṛtvijo vāsurāṃs tathā
ich will die Götter aufsuchen, oder das Feuer, oder die Opferpriester, oder die Asuras
Regiere du die ganze Erde, so wie [dein] Vater Ārṣṭiṣeṇa; meine Mutter soll von dir beschützt werden, o König, solange bis meine Rückkehr erfolgt, nach vollbrachter Aufgabe; entlasse mich, Bhara.
Wort für Wort
tvaṃ praśādhi mahīṃ kṛtsnām ārṣṭiṣeṇaḥ pitā yathā
regiere du die ganze Erde, so wie [dein] Vater Ārṣṭiṣeṇa
mātā mama tvayā pālyā rājan yāvan mamāgatiḥ
meine Mutter soll von dir beschützt werden, o König, solange bis meine Rückkehr erfolgt
Da machte sich Devāpi, versunken in Meditation über die Füße des Götterkönigs, mit Mühe auf die Suche nach den Opferpriestern; nachdem er sich vor jedem Opferpriester einzeln verneigt hatte, sprach der Knabe Devāpi mit gefalteten Händen dieses Wort:
Wort für Wort
tato devāpir amara-rājāṅghridhyānatatparaḥ
da [wurde] Devāpi, versunken in Meditation über die Füße des Götterkönigs
ṛtvijo 'nveṣya yatnena natvā tān ṛtvijaḥ pṛthak
machte sich mit Mühe auf die Suche nach den Opferpriestern, verneigte sich vor jedem einzeln
kṛtāñjalipuṭo bālo devāpir vākyam abravīt
der Knabe Devāpi sprach mit gefalteten Händen dieses Wort
[Anm.: Dreizeiliger Vers im Original. 'amararāja' (Götterkönig) bleibt unspezifiziert, wohl Indra gemeint.]
{devāpir uvāca:} bhavadbhiś ca makho rakṣyo yajamānaś ca dīkṣitaḥ / purodhāś ca tathā rakṣyaḥ patnī yā dīkṣitasya tu // BrP_127.24 //
Devāpi sprach: Von euch sollte das Opfer beschützt werden, und der geweihte Opferherr; ebenso sollte der Hauspriester beschützt werden und die Gattin des Geweihten.
Wort für Wort
bhavadbhiś ca makho rakṣyo yajamānaś ca dīkṣitaḥ
von euch sollte das Opfer beschützt werden, und der geweihte Opferherr
purodhāś ca tathā rakṣyaḥ patnī yā dīkṣitasya tu
ebenso sollte der Hauspriester beschützt werden und die Gattin des Geweihten
{ṛtvija ūcuḥ:} makhe 'gniḥ prathamaṃ pūjyo hy agnir evātra daivatam / tasmād vayaṃ na jānīmo hy agnīnāṃ paricārakāḥ // BrP_127.27 //
Die Opferpriester sprachen: Beim Opfer wird zuerst das Feuer verehrt, das Feuer allein ist hier die Gottheit; darum wissen wir nichts [weiter], wir sind ja nur Diener des Feuers.
Wort für Wort
makhe 'gniḥ prathamaṃ pūjyo hy agnir evātra daivatam
beim Opfer wird zuerst das Feuer verehrt, das Feuer allein ist hier die Gottheit
tasmād vayaṃ na jānīmo hy agnīnāṃ paricārakāḥ
darum wissen wir nichts, wir sind ja nur Diener des Feuers
{agnir uvāca:} yathartvijas tathā cāhaṃ devānāṃ paricārakaḥ / havyaṃ vahāmi devānāṃ bhoktāro rakṣakāś ca te // BrP_127.30 //
Agni sprach: Wie die Opferpriester, so bin auch ich nur ein Diener der Götter; ich trage die Opfergabe zu den Göttern, sie sind die Genießer und Beschützer.
Wort für Wort
yathartvijas tathā cāhaṃ devānāṃ paricārakaḥ
wie die Opferpriester, so bin auch ich nur ein Diener der Götter
havyaṃ vahāmi devānāṃ bhoktāro rakṣakāś ca te
ich trage die Opfergabe zu den Göttern, sie sind die Genießer und Beschützer
Devāpi sprach: Wenn ich selbst mit Mühe die Götter herbeiriefe und ihnen einzeln die Opferanteile gäbe [?], wäre dies mein Vergehen; darum gehe [ich nun] zu den Göttern.
Wort für Wort
devān āhūya yatnena havirbhāgān pṛthak pṛthak
wenn ich die Götter herbeiriefe und ihnen einzeln die Opferanteile gäbe
dāsye 'ham eṣa doṣo me tasmād yāhi surān prati
wäre dies mein Vergehen; darum gehe [ich] zu den Göttern
[?] [Anm.: Die genaue Rollenverteilung dieses Verses ist unklar - die Sprecherangabe 'devāpir uvāca' und der Imperativ 'yāhi' (2. Pers. Sg., 'gehe!') stehen in Spannung; hier als Devāpis eigener, an sich selbst gerichteter Entschluss aufgefasst, konsistent mit V.32, wo Devāpi tatsächlich selbst zu den Göttern gelangt.]
Brahma sprach: Jener Devāpi, zu den Göttern gelangt, verneigte sich vor jedem von ihnen einzeln und trug ihnen die Worte der Opferpriester, die Worte Agnis und auch [seinen angedrohten] Fluch vor.
Wort für Wort
devāpiḥ sa surān prāpya natvā tebhyaḥ pṛthak pṛthak
jener Devāpi, zu den Göttern gelangt, verneigte sich vor jedem von ihnen einzeln
ṛtvigvākyaṃ cāgnivākyaṃ śāpaṃ cāpi nyavedayat
und trug ihnen die Worte der Opferpriester, die Worte Agnis und auch den Fluch vor
{devā ūcuḥ:} āhūtā vaidikair mantrair ṛtvigbhiś ca yathākramam / bhokṣyāmahe havirbhāgān na svatantrā dvijottama // BrP_127.33 //
Die Götter sprachen: Herbeigerufen durch die vedischen Mantras der Opferpriester der Reihe nach, genießen wir die Opferanteile - wir sind nicht unabhängig, bester der Zweifachgeborenen.
Wort für Wort
āhūtā vaidikair mantrair ṛtvigbhiś ca yathākramam
herbeigerufen durch die vedischen Mantras der Opferpriester der Reihe nach
bhokṣyāmahe havirbhāgān na svatantrā dvijottama
genießen wir die Opferanteile - wir sind nicht unabhängig, bester der Zweifachgeborenen
Die Veden sprachen: Abhängig sind wir, mein Sohn, dem Willen des Herrn (Īśvara) untergeordnet - er ist die Stütze der ganzen Welt, selbst ohne Stütze, makellos.
Wort für Wort
paratantrā vayaṃ tāta īśvarasya vaśānugāḥ
abhängig sind wir, mein Sohn, dem Willen des Herrn untergeordnet
aśeṣajagadādhāro nirādhāro nirañjanaḥ
er ist die Stütze der ganzen Welt, selbst ohne Stütze, makellos
{devāpir uvāca:} vedā vadantv etad eva sarvam eva yathārthataḥ / sarvān prāpsye talaṃ nītān alaṃ tebhyo namo 'stu vaḥ // BrP_127.43 //
Devāpi sprach: Mögen die Veden mir eben dies wahrheitsgemäß in allem sagen; ich werde alle, die in die Unterwelt geführt wurden, zurückerlangen - genug, Verehrung sei euch!
Wort für Wort
vedā vadantv etad eva sarvam eva yathārthataḥ
mögen die Veden mir eben dies wahrheitsgemäß in allem sagen
sarvān prāpsye talaṃ nītān alaṃ tebhyo namo 'stu vaḥ
ich werde alle, die in die Unterwelt geführt wurden, zurückerlangen - genug, Verehrung sei euch
{vedā ūcuḥ:} gautamīṃ gaccha devāpe tatra stuhi maheśvaram / suprasannas tavābhīṣṭaṃ dāsyaty eva kṛpākaraḥ // BrP_127.44 //
Die Veden sprachen: Geh zur Gautamī, Devāpi, preise dort den großen Herrn (Maheśvara); wohlgesonnen wird der Quell des Mitleids dir gewiss dein Verlangtes geben.
Wort für Wort
gautamīṃ gaccha devāpe tatra stuhi maheśvaram
geh zur Gautamī, Devāpi, preise dort den großen Herrn
suprasannas tavābhīṣṭaṃ dāsyaty eva kṛpākaraḥ
wohlgesonnen wird der Quell des Mitleids dir gewiss dein Verlangtes geben
pitā tavāpy upamanyus tale tiṣṭhanty arogiṇaḥ / varadānān maheśasya mithuṃ hatvā ca rākṣasam / yaśaḥ prāpsyasi dharmaṃ ca etac chakyaṃ na cetarat // BrP_127.46 //
und auch dein Vater Upamanyu weilen wohlbehalten in der Unterwelt; durch die Gnadengabe des großen Herrn wirst du, nachdem der Rākṣasa Mithu getötet ist, Ruhm und Verdienst erlangen - das ist möglich, nichts anderes.
Wort für Wort
pitā tavāpy upamanyus tale tiṣṭhanty arogiṇaḥ
und auch dein Vater Upamanyu weilen wohlbehalten in der Unterwelt
varadānān maheśasya mithuṃ hatvā ca rākṣasam
durch die Gnadengabe des großen Herrn, nachdem der Rākṣasa Mithu getötet ist
yaśaḥ prāpsyasi dharmaṃ ca etac chakyaṃ na cetarat
wirst du Ruhm und Verdienst erlangen - das ist möglich, nichts anderes
[Anm.: Dreizeiliger Vers im Original. Der Name des Vaters (Devāpis) wird hier erstmals als 'Upamanyu' genannt.]
{brahmovāca:} tad vedavacanād bālo devāpir gautamīṃ gataḥ / snātvā kṛtakṣaṇo vipras tuṣṭāva ca maheśvaram // BrP_127.47 //
Brahma sprach: Auf dieses Wort der Veden hin ging der Knabe Devāpi zur Gautamī; nachdem er gebadet und eine günstige Zeit abgewartet hatte, pries der Brahmane den großen Herrn.
Wort für Wort
tad vedavacanād bālo devāpir gautamīṃ gataḥ
auf dieses Wort der Veden hin ging der Knabe Devāpi zur Gautamī
snātvā kṛtakṣaṇo vipras tuṣṭāva ca maheśvaram
nachdem er gebadet und eine günstige Zeit abgewartet hatte, pries der Brahmane den großen Herrn
{devāpir uvāca:} bālo 'haṃ devadeveśa gurūṇāṃ tvaṃ gurur mama / na me śaktis tvatstavane tubhyaṃ śaṃbho namo 'stu te // BrP_127.48 //
Devāpi sprach: Ich bin ein Knabe, o Herr der Götter der Götter, du bist mein Lehrer der Lehrer; ich habe keine Kraft, dich zu preisen - dir, o Śambhu, sei Verehrung.
Wort für Wort
bālo 'haṃ devadeveśa gurūṇāṃ tvaṃ gurur mama
ich bin ein Knabe, o Herr der Götter der Götter, du bist mein Lehrer der Lehrer
na me śaktis tvatstavane tubhyaṃ śaṃbho namo 'stu te
ich habe keine Kraft, dich zu preisen - dir, o Śambhu, sei Verehrung
yācitāraś ca dātāras tebhyo yad yan manīṣitam / bhavatīti na citraṃ syāt tvaṃ viparyayakārakaḥ // BrP_127.52 //
Dass den Bittenden von den Gebenden gewährt wird, was immer sie sich wünschen, ist nicht verwunderlich; du aber bist es, der auch das Umgekehrte [d.h. Gewährung ohne Bitte] bewirkt [?].
Wort für Wort
yācitāraś ca dātāras tebhyo yad yan manīṣitam
Bittende und Gebende - dass ihnen wird, was immer sie sich wünschen
bhavatīti na citraṃ syāt tvaṃ viparyayakārakaḥ
ist nicht verwunderlich; du aber bist der das Umgekehrte Bewirkende
[?] [Anm.: 'tvaṃ viparyayakārakaḥ' ('du bist der das Umgekehrte Bewirkende') bleibt inhaltlich unklar; hier gedeutet als Hinweis auf Śivas Gnade, die auch ohne vorheriges Bitten wirkt.]
{agnyādaya ūcuḥ:} yatra sākṣād abhūc chaṃbhur devāpe bhaktavatsalaḥ / devadevo jagannātho devatīrtham abhūc ca tat // BrP_127.61 //
Agni und die anderen sprachen: Wo, Devāpi, Śambhu, der den Gläubigen zugetane, der Gott der Götter, der Herr der Welt, leibhaftig erschienen ist, dort entstand das Deva-Tīrtha.
Wort für Wort
yatra sākṣād abhūc chaṃbhur devāpe bhaktavatsalaḥ
wo, Devāpi, Śambhu, der den Gläubigen zugetane, leibhaftig erschienen ist
devadevo jagannātho devatīrtham abhūc ca tat
der Gott der Götter, der Herr der Welt - dort entstand das Deva-Tīrtha
{brahmovāca:} aśvamedhe nivṛtte tu surās tebhyo varān daduḥ / snātvā kṛtārthā gaṅgāyāṃ tatas te divam ākraman // BrP_127.63 //
Brahma sprach: Als das Rossopfer vollendet war, gewährten die Götter ihnen Gaben; nachdem sie in der Gaṅgā gebadet und ihr Ziel erreicht hatten, stiegen sie zum Himmel auf.
Wort für Wort
aśvamedhe nivṛtte tu surās tebhyo varān daduḥ
als das Rossopfer vollendet war, gewährten die Götter ihnen Gaben
snātvā kṛtārthā gaṅgāyāṃ tatas te divam ākraman
nachdem sie in der Gaṅgā gebadet und ihr Ziel erreicht hatten, stiegen sie zum Himmel auf