Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 215: dakṣiṇadvāranarakavarṇanam Die Schilderung des Südtors und der Höllen

Fortsetzung der Yama-Erzählung: der furchtbare Weg zum Südtor (Dornen, Glut, wilde Tiere, Feuer- und Steinregen, V.1-28), die verzweifelten, hungernden und dürstenden Sünder und die harte Zurückweisung durch die Diener Yamas mit der Lehre, dass Ungegebenes im Jenseits nicht erlangt werden kann (V.29-42), die Ankunft vor Yama selbst in vollständiger, furchterregender ikonographischer Schilderung (achtzehnarmig, büffelreitend, umgeben von Krankheiten und der Kālarātrī, V.43-55), Citraguptas Ermahnungsrede an die Sünder (V.56-59), Yamas scharfe Tribunalrede gegen gefallene, tyrannische Könige und deren Bestrafung (V.60-71), ein weiterer Bericht der Yamadūtas über einen einzelnen schwer sündigen Menschen samt Yamas Anweisung zur Bestrafung (V.72-83), und schließlich ein ausführlicher Katalog von rund 30 namentlich genannten Höllen, jeweils mit ihrer spezifischen, der jeweiligen Sünde entsprechenden Strafe (u.a. Mahāvācī, Kumbhīpāka, Raurava, Mahāraurava, Tāmisra, Mahātāmisra, Asipattravana, Karambhavālukā, Kākola, Kuḍmala, Mahāvaṭa, Tilapāka, Tailapāka, Vajrakapāṭa, Nirucchvāsa, Aṅgāropacaya, Mahāpāyī, Mahājvāla, Krakaca, Guḍapāka, Kṣuradhāra, Ambarīṣa, Vajrakuṭhāra, Paritāpa, Kālasūtra, Kaśmala, Ugragandha, Durdhara, Vajramahāpīḍā, V.84-137), mit einer abschließenden allgemeinen Lehre, dass Himmel und Hölle beide durch die eigenen Taten erworben werden (V.138-142). Mehrere irreguläre Versformen: dreizeilige Verse (V.32, 99, 142) und Halbverse mit editorischem Sternchen (V.56, 98).

kathaṃ dakṣiṇamārgeṇa viśanti pāpinaḥ puram / śrotum icchāma tad brūhi vistareṇa tapodhana //

Die Weisen sprachen: Wie betreten die Sünder durch den Südweg die Stadt (Yamas)? Das möchten wir hören; sprich es ausführlich, o Asketenreicher.

Wort für Wort
kathaṃ dakṣiṇamārgeṇa viśanti pāpinaḥ puram /
Wie betreten die Sünder durch den Südweg die Stadt (Yamas)?
śrotum icchāma tad brūhi vistareṇa tapodhana //
Das möchten wir hören; sprich es ausführlich, o Asketenreicher.

sughoraṃ tan mahāghoraṃ dvāraṃ vakṣyāmi bhīṣaṇam / nānāśvāpadasaṃkīrṇaṃ śivāśatanininaditam //

Vyāsa sprach: Dieses sehr schreckliche, überaus furchtbare, entsetzliche Tor werde ich beschreiben, von mancherlei Raubtieren wimmelnd, vom Geheul hunderter Schakale erfüllt.

Wort für Wort
sughoraṃ tan mahāghoraṃ dvāraṃ vakṣyāmi bhīṣaṇam /
Dieses sehr schreckliche, überaus furchtbare, entsetzliche Tor werde ich beschreiben,
nānāśvāpadasaṃkīrṇaṃ śivāśatanininaditam //
von mancherlei Raubtieren wimmelnd, vom Geheul hunderter Schakale erfüllt.

phetkāraravasaṃyuktam agamyaṃ lomaharṣaṇam / bhūtapretapiśācaiś ca vṛtaṃ cānyaiś ca rākṣasaiḥ //

Von Kreischlauten begleitet, unzugänglich, haarsträubend, umgeben von Bhūtas, Pretas, Piśācas und anderen Rākṣasas.

Wort für Wort
phetkāraravasaṃyuktam agamyaṃ lomaharṣaṇam /
Von Kreischlauten begleitet, unzugänglich, haarsträubend,
bhūtapretapiśācaiś ca vṛtaṃ cānyaiś ca rākṣasaiḥ //
umgeben von Bhūtas, Pretas, Piśācas und anderen Rākṣasas.

evaṃ dṛṣṭvā sudūrānte dvāraṃ duṣkṛtakāriṇaḥ / mohaṃ gacchanti sahasā trāsād vipralapanti ca //

Wenn die Übeltäter dieses Tor so schon aus weiter Ferne erblicken, verfallen sie plötzlich der Verwirrung und reden vor Schrecken irre.

Wort für Wort
evaṃ dṛṣṭvā sudūrānte dvāraṃ duṣkṛtakāriṇaḥ /
Wenn die Übeltäter dieses Tor so schon aus weiter Ferne erblicken,
mohaṃ gacchanti sahasā trāsād vipralapanti ca //
verfallen sie plötzlich der Verwirrung und reden vor Schrecken irre.

tatas tāñ śṛṅkhalaiḥ pāśair baddhvā karṣanti nirbhayāḥ / tāḍayanti ca daṇḍaiś ca bhartsayanti punaḥ punaḥ //

Dann binden sie (die Yamadūtas) sie mit Ketten und Fesseln, ziehen sie furchtlos fort, schlagen sie mit Stöcken und schmähen sie immer wieder.

Wort für Wort
tatas tāñ śṛṅkhalaiḥ pāśair baddhvā karṣanti nirbhayāḥ /
Dann binden sie sie mit Ketten und Fesseln und ziehen sie furchtlos fort,
tāḍayanti ca daṇḍaiś ca bhartsayanti punaḥ punaḥ //
schlagen sie mit Stöcken und schmähen sie immer wieder.

labdhasaṃjñās tatas te vai rudhireṇa pariplutāḥ / vrajanti dakṣiṇaṃ dvāraṃ praskhalantaḥ pade pade //

Wieder zu Bewusstsein gekommen, von Blut überströmt, gehen sie zum Südtor, bei jedem Schritt strauchelnd.

Wort für Wort
labdhasaṃjñās tatas te vai rudhireṇa pariplutāḥ /
Wieder zu Bewusstsein gekommen, von Blut überströmt,
vrajanti dakṣiṇaṃ dvāraṃ praskhalantaḥ pade pade //
gehen sie zum Südtor, bei jedem Schritt strauchelnd.

tīvrakaṇṭakayuktena śarkarānicitena ca / kṣuradhārānibhais tīkṣṇaiḥ pāṣāṇair nicitena ca //

Auf einem Weg voller scharfer Dornen, mit Kies bedeckt, und mit scharfen, rasierklingenartigen Steinen bedeckt,

Wort für Wort
tīvrakaṇṭakayuktena śarkarānicitena ca /
Voller scharfer Dornen und mit Kies bedeckt,
kṣuradhārānibhais tīkṣṇaiḥ pāṣāṇair nicitena ca //
und mit scharfen, rasierklingenartigen Steinen bedeckt,

kvacit paṅkena nicitā niruttāraiś ca khātakaiḥ / lohasūcīnibhair dantaiḥ saṃchannena kvacit kvacit //

stellenweise mit Schlamm bedeckt und mit unüberwindlichen Gruben, stellenweise da und dort mit Zähnen wie eiserne Nadeln bestreut,

Wort für Wort
kvacit paṅkena nicitā niruttāraiś ca khātakaiḥ /
stellenweise mit Schlamm bedeckt und mit unüberwindlichen Gruben,
lohasūcīnibhair dantaiḥ saṃchannena kvacit kvacit //
stellenweise da und dort mit Zähnen wie eiserne Nadeln bestreut,

taṭaprapātaviṣamaiḥ parvatair vṛkṣasaṃkulaiḥ / prataptāṅgārayuktena yānti mārgeṇa duḥkhitāḥ //

mit abschüssigen, jähen, baumbestandenen Bergen und voll glühender Kohlen – auf diesem Weg gehen die Leidenden.

Wort für Wort
taṭaprapātaviṣamaiḥ parvatair vṛkṣasaṃkulaiḥ /
mit abschüssigen, jähen, baumbestandenen Bergen,
prataptāṅgārayuktena yānti mārgeṇa duḥkhitāḥ //
und voll glühender Kohlen – auf diesem Weg gehen die Leidenden.

kvacid viṣamagartābhiḥ kvacil loṣṭaiḥ supicchalaiḥ / sutaptavālukābhiś ca tathā tīkṣṇaiś ca śaṅkubhiḥ //

Stellenweise mit tückischen Gruben, stellenweise mit sehr glitschigen Erdschollen, und mit glühend heißem Sand sowie mit scharfen Pfählen,

Wort für Wort
kvacid viṣamagartābhiḥ kvacil loṣṭaiḥ supicchalaiḥ /
Stellenweise mit tückischen Gruben, stellenweise mit sehr glitschigen Erdschollen,
sutaptavālukābhiś ca tathā tīkṣṇaiś ca śaṅkubhiḥ //
und mit glühend heißem Sand sowie mit scharfen Pfählen,

ayaḥśṛṅgāṭakais taptaiḥ kvacid dāvāgninā yutam / kvacit taptaśilābhiś ca kvacid vyāptaṃ himena ca //

mit glühenden eisernen Stacheln, stellenweise von Waldbrand erfüllt, stellenweise mit erhitzten Felsen, stellenweise von Schnee bedeckt,

Wort für Wort
ayaḥśṛṅgāṭakais taptaiḥ kvacid dāvāgninā yutam /
mit glühenden eisernen Stacheln, stellenweise von Waldbrand erfüllt,
kvacit taptaśilābhiś ca kvacid vyāptaṃ himena ca //
stellenweise mit erhitzten Felsen, stellenweise von Schnee bedeckt,

kvacid vālukayā vyāptam ākaṇṭhāntaḥpraveśayā / kvacid duṣṭāmbunā vyāptaṃ kvacit karṣāgninā punaḥ //

stellenweise von Sand bedeckt, in den man bis zum Hals einsinkt, stellenweise von schlechtem Wasser bedeckt, stellenweise wieder von zehrendem Feuer,

Wort für Wort
kvacid vālukayā vyāptam ākaṇṭhāntaḥpraveśayā /
stellenweise von Sand bedeckt, in den man bis zum Hals einsinkt,
kvacid duṣṭāmbunā vyāptaṃ kvacit karṣāgninā punaḥ //
stellenweise von schlechtem Wasser bedeckt, stellenweise wieder von zehrendem Feuer,

kvacit siṃhair vṛkair vyāghrair daśakīṭaiś ca dāruṇaiḥ / kvacin mahājalaukābhiḥ kvacid ajagaraiḥ punaḥ //

stellenweise mit Löwen, Wölfen, Tigern und furchtbaren beißenden Insekten, stellenweise mit großen Blutegeln, stellenweise wieder mit Riesenschlangen,

Wort für Wort
kvacit siṃhair vṛkair vyāghrair daśakīṭaiś ca dāruṇaiḥ /
stellenweise mit Löwen, Wölfen, Tigern und furchtbaren beißenden Insekten,
kvacin mahājalaukābhiḥ kvacid ajagaraiḥ punaḥ //
stellenweise mit großen Blutegeln, stellenweise wieder mit Riesenschlangen,

makṣikābhiś ca raudrābhiḥ kvacit sarpaviṣolbaṇaiḥ / kvacid duṣṭagajaiś caiva balonmattaiḥ pramāthibhiḥ //

mit schrecklichen Fliegen, stellenweise mit von Schlangengift geschwollenen (Wesen), stellenweise wieder mit bösartigen, kraftberauschten, zerstörerischen Elefanten,

Wort für Wort
makṣikābhiś ca raudrābhiḥ kvacit sarpaviṣolbaṇaiḥ /
mit schrecklichen Fliegen, stellenweise mit von Schlangengift geschwollenen Wesen,
kvacid duṣṭagajaiś caiva balonmattaiḥ pramāthibhiḥ //
stellenweise wieder mit bösartigen, kraftberauschten, zerstörerischen Elefanten,

panthānam ullikhadbhiś ca tīkṣṇaśṛṅgair mahāvṛṣaiḥ / mahāśṛṅgaiś ca mahiṣair uṣṭrair mattaiś ca khādanaiḥ //

mit großen Stieren, die mit ihren scharfen Hörnern den Weg aufreißen, mit großgehörnten Büffeln und mit rasenden, bissigen Kamelen,

Wort für Wort
panthānam ullikhadbhiś ca tīkṣṇaśṛṅgair mahāvṛṣaiḥ /
mit großen Stieren, die mit ihren scharfen Hörnern den Weg aufreißen,
mahāśṛṅgaiś ca mahiṣair uṣṭrair mattaiś ca khādanaiḥ //
mit großgehörnten Büffeln und mit rasenden, bissigen Kamelen,

ḍākinībhiś ca raudrābhir vikarālaiś ca rākṣasaiḥ / vyādhibhiś ca mahāraudraiḥ pīḍyamānā vrajanti te //

mit schrecklichen Ḍākinīs und furchterregenden Rākṣasas, und von überaus grässlichen Krankheiten gequält, ziehen sie dahin.

Wort für Wort
ḍākinībhiś ca raudrābhir vikarālaiś ca rākṣasaiḥ /
mit schrecklichen Ḍākinīs und furchterregenden Rākṣasas,
vyādhibhiś ca mahāraudraiḥ pīḍyamānā vrajanti te //
und von überaus grässlichen Krankheiten gequält, ziehen sie dahin.

mahādhūlivimiśreṇa mahācaṇḍena vāyunā / mahāpāṣāṇavarṣeṇa hanyamānā nirāśrayāḥ //

Von gewaltigem, mit viel Staub vermischtem Sturmwind, von einem gewaltigen Steinregen getroffen, ohne jeden Schutz,

Wort für Wort
mahādhūlivimiśreṇa mahācaṇḍena vāyunā /
Von gewaltigem, mit viel Staub vermischtem Sturmwind,
mahāpāṣāṇavarṣeṇa hanyamānā nirāśrayāḥ //
von einem gewaltigen Steinregen getroffen, ohne jeden Schutz,

kvacid vidyunnipātena dīryamāṇā vrajanti te / mahatā bāṇavarṣeṇa bhidyamānāś ca sarvaśaḥ //

stellenweise von Blitzeinschlägen zerrissen, ziehen sie dahin, und von einem gewaltigen Pfeilregen von allen Seiten durchbohrt,

Wort für Wort
kvacid vidyunnipātena dīryamāṇā vrajanti te /
stellenweise von Blitzeinschlägen zerrissen, ziehen sie dahin,
mahatā bāṇavarṣeṇa bhidyamānāś ca sarvaśaḥ //
und von einem gewaltigen Pfeilregen von allen Seiten durchbohrt,

patadbhir vajranirghātair ulkāpātaiḥ sudāruṇaiḥ / pradīptāṅgāravarṣeṇa dahyamānā viśanti ca //

von niederfallenden Donnerkeilschlägen, von sehr furchtbaren Meteoritenstürzen, von einem Regen glühender Kohlen verbrannt, treten sie ein.

Wort für Wort
patadbhir vajranirghātair ulkāpātaiḥ sudāruṇaiḥ /
von niederfallenden Donnerkeilschlägen, von sehr furchtbaren Meteoritenstürzen,
pradīptāṅgāravarṣeṇa dahyamānā viśanti ca //
von einem Regen glühender Kohlen verbrannt, treten sie ein.

mahatā pāṃśuvarṣeṇa pūryamāṇā rudanti ca / meghāravaiḥ sughoraiś ca vitrāsyante muhur muhuḥ //

Von einem gewaltigen Staubregen überschüttet, weinen sie, und von sehr schrecklichem Wolkendonner werden sie immer wieder erschreckt.

Wort für Wort
mahatā pāṃśuvarṣeṇa pūryamāṇā rudanti ca /
Von einem gewaltigen Staubregen überschüttet, weinen sie,
meghāravaiḥ sughoraiś ca vitrāsyante muhur muhuḥ //
und von sehr schrecklichem Wolkendonner werden sie immer wieder erschreckt.

niḥśeṣāḥ śaravarṣeṇa cūrṇyamāṇāś ca sarvataḥ / mahākṣārāmbudhārābhiḥ sicyamānā vrajanti ca //

Restlos von einem Pfeilregen von allen Seiten zermalmt, und von Strömen stark ätzenden Wassers begossen, ziehen sie weiter.

Wort für Wort
niḥśeṣāḥ śaravarṣeṇa cūrṇyamāṇāś ca sarvataḥ /
Restlos von einem Pfeilregen von allen Seiten zermalmt,
mahākṣārāmbudhārābhiḥ sicyamānā vrajanti ca //
und von Strömen stark ätzenden Wassers begossen, ziehen sie weiter.

mahāśītena marutā rūkṣeṇa paruṣeṇa ca / samantād dīryamāṇāś ca śuṣyante saṃkucanti ca //

Von einem eisigen, rauen, schneidenden Wind ringsum zerrissen, vertrocknen sie und schrumpfen zusammen.

Wort für Wort
mahāśītena marutā rūkṣeṇa paruṣeṇa ca /
Von einem eisigen, rauen, schneidenden Wind ringsum zerrissen,
samantād dīryamāṇāś ca śuṣyante saṃkucanti ca //
vertrocknen sie und schrumpfen zusammen.

itthaṃ mārgeṇa puruṣāḥ pātheyarahitena ca / nirālambena durgeṇa nirjalena samantataḥ //

So auf diesem Weg – ohne Wegzehrung, ohne jeden Halt, unwegsam und überall ohne Wasser –

Wort für Wort
itthaṃ mārgeṇa puruṣāḥ pātheyarahitena ca /
So auf diesem Weg – ohne Wegzehrung –
nirālambena durgeṇa nirjalena samantataḥ //
ohne jeden Halt, unwegsam und überall ohne Wasser –

atiśrameṇa mahatā nirgatenāśramāya vai / nīyante dehinaḥ sarve ye mūḍhāḥ pāpakarmiṇaḥ //

unter größter Anstrengung, ohne Rastplatz, werden all die verblendeten, sündig handelnden verkörperten Wesen fortgeführt,

Wort für Wort
atiśrameṇa mahatā nirgatenāśramāya vai /
unter größter Anstrengung, ohne Rastplatz,
nīyante dehinaḥ sarve ye mūḍhāḥ pāpakarmiṇaḥ //
werden all die verblendeten, sündig handelnden verkörperten Wesen fortgeführt,

yamadūtair mahāghorais tadājñākāribhir balāt / ekākinaḥ parādhīnā mitrabandhuvivarjitāḥ //

gewaltsam von den überaus schrecklichen, seinen (Yamas) Befehl ausführenden Yamadūtas, einsam, fremder Macht unterworfen, ohne Freund und Verwandte,

Wort für Wort
yamadūtair mahāghorais tadājñākāribhir balāt /
gewaltsam von den überaus schrecklichen, Yamas Befehl ausführenden Yamadūtas,
ekākinaḥ parādhīnā mitrabandhuvivarjitāḥ //
einsam, fremder Macht unterworfen, ohne Freund und Verwandte,

śocantaḥ svāni karmāṇi rudanti ca muhur muhuḥ / pretībhūtā niṣiddhās te śuṣkakaṇṭhauṣṭhatālukāḥ //

über ihre eigenen Taten trauernd, weinen sie immer wieder; zu Pretas geworden, verstoßen, mit ausgetrockneter Kehle, Lippen und Gaumen,

Wort für Wort
śocantaḥ svāni karmāṇi rudanti ca muhur muhuḥ /
über ihre eigenen Taten trauernd, weinen sie immer wieder;
pretībhūtā niṣiddhās te śuṣkakaṇṭhauṣṭhatālukāḥ //
zu Pretas geworden, verstoßen, mit ausgetrockneter Kehle, Lippen und Gaumen,

kṛśāṅgā bhītabhītāś ca dahyamānāḥ kṣudhāgninā / baddhāḥ śṛṅkhalayā kecit kecid uttānapādayoḥ //

mit abgemagerten Gliedern, voller Angst, vom Feuer des Hungers verbrannt – manche in Ketten gebunden, manche an den nach oben gestreckten Füßen,

Wort für Wort
kṛśāṅgā bhītabhītāś ca dahyamānāḥ kṣudhāgninā /
mit abgemagerten Gliedern, voller Angst, vom Feuer des Hungers verbrannt –
baddhāḥ śṛṅkhalayā kecit kecid uttānapādayoḥ //
manche in Ketten gebunden, manche an den nach oben gestreckten Füßen,

ākṛṣyante śuṣyamāṇā yamadūtair balotkaṭaiḥ / narā adhomukhāś cānye kṛṣyamāṇāḥ suduḥkhitāḥ //

werden sie, dahinschwindend, von den gewaltstarken Yamadūtas fortgezerrt; andere Männer, mit dem Gesicht nach unten, werden, überaus leidend, gezogen.

Wort für Wort
ākṛṣyante śuṣyamāṇā yamadūtair balotkaṭaiḥ /
werden sie, dahinschwindend, von den gewaltstarken Yamadūtas fortgezerrt;
narā adhomukhāś cānye kṛṣyamāṇāḥ suduḥkhitāḥ //
andere Männer, mit dem Gesicht nach unten, werden, überaus leidend, gezogen.

annapānīyarahitā yācamānāḥ punaḥ punaḥ / dehi dehīti bhāṣantaḥ sāśrugadgadayā girā //

Ohne Speise und Trank, immer wieder bettelnd, sprechen sie mit tränenerstickter Stimme: 'Gib, gib!'

Wort für Wort
annapānīyarahitā yācamānāḥ punaḥ punaḥ /
Ohne Speise und Trank, immer wieder bettelnd,
dehi dehīti bhāṣantaḥ sāśrugadgadayā girā //
sprechen sie mit tränenerstickter Stimme: 'Gib, gib!'

kṛtāñjalipuṭā dīnāḥ kṣuttṛṣṇāparipīḍitāḥ / bhakṣyān uccāvacān dṛṣṭvā bhojyān peyāṃś ca puṣkalān //

Mit gefalteten Händen, elend, von Hunger und Durst gequält, wenn sie mancherlei Speisen, Genüsse und reichliche Getränke erblicken,

Wort für Wort
kṛtāñjalipuṭā dīnāḥ kṣuttṛṣṇāparipīḍitāḥ /
Mit gefalteten Händen, elend, von Hunger und Durst gequält,
bhakṣyān uccāvacān dṛṣṭvā bhojyān peyāṃś ca puṣkalān //
wenn sie mancherlei Speisen, Genüsse und reichliche Getränke erblicken,

sugandhadravyasaṃyuktān yācamānāḥ punaḥ punaḥ / dadhikṣīraghṛtonmiśraṃ dṛṣṭvā śālyodanaṃ tathā //

mit wohlriechenden Stoffen versetzt, betteln sie immer wieder; wenn sie mit Quark, Milch und Ghee vermischten Reis erblicken,

Wort für Wort
sugandhadravyasaṃyuktān yācamānāḥ punaḥ punaḥ /
mit wohlriechenden Stoffen versetzt, betteln sie immer wieder;
dadhikṣīraghṛtonmiśraṃ dṛṣṭvā śālyodanaṃ tathā //
wenn sie mit Quark, Milch und Ghee vermischten Reis erblicken,

pānāni ca sugandhīni śītalāny udakāni ca / tān yācamānāṃs te yāmyā bhartsayantas tadābruvan / vacobhiḥ paruṣair bhīmāḥ krodharaktāntalocanāḥ //

und wohlriechende Getränke sowie kühles Wasser – während sie darum betteln, schmähen die Diener Yamas sie mit rauen, furchtbaren Worten, die Augenwinkel vor Zorn gerötet, und sprechen:

Wort für Wort
pānāni ca sugandhīni śītalāny udakāni ca /
und wohlriechende Getränke sowie kühles Wasser –
tān yācamānāṃs te yāmyā bhartsayantas tadābruvan /
während sie darum betteln, schmähen sie, die Diener Yamas, und sprechen
vacobhiḥ paruṣair bhīmāḥ krodharaktāntalocanāḥ //
mit rauen, furchtbaren Worten, die Augenwinkel vor Zorn gerötet:

[Anm.: dreizeiliger Vers (Sonderform).]

na bhavadbhir hutaṃ kāle na dattaṃ brāhmaṇeṣu ca / prasabhaṃ dīyamānaṃ ca vāritaṃ ca dvijātiṣu //

Die Diener Yamas sprachen: Von euch wurde nichts zur rechten Zeit geopfert und nichts den Brahmanen gegeben; auch wurde gewaltsam verhindert, was den Zweifachgeborenen gegeben werden sollte.

Wort für Wort
na bhavadbhir hutaṃ kāle na dattaṃ brāhmaṇeṣu ca /
Von euch wurde nichts zur rechten Zeit geopfert und nichts den Brahmanen gegeben;
prasabhaṃ dīyamānaṃ ca vāritaṃ ca dvijātiṣu //
auch wurde gewaltsam verhindert, was den Zweifachgeborenen gegeben werden sollte.

tasya pāpasya ca phalaṃ bhavatāṃ samupāgatam / nāgnau dagdhaṃ jale naṣṭaṃ na hṛtaṃ nṛpataskaraiḥ //

Die Frucht dieser Sünde ist nun über euch gekommen. Was ihr zurückhieltet, ist nicht im Feuer verbrannt, nicht im Wasser verloren, nicht von König oder Dieb geraubt worden –

Wort für Wort
tasya pāpasya ca phalaṃ bhavatāṃ samupāgatam /
Die Frucht dieser Sünde ist nun über euch gekommen.
nāgnau dagdhaṃ jale naṣṭaṃ na hṛtaṃ nṛpataskaraiḥ //
Was ihr zurückhieltet, ist nicht im Feuer verbrannt, nicht im Wasser verloren, nicht von König oder Dieb geraubt worden –

kuto vā sāṃprataṃ vipre yan na dattaṃ purādhamāḥ / yair dattāni tu dānāni sādhubhiḥ sāttvikāni tu //

woher sollte es jetzt, ihr niederträchtigen Elenden, für den Brahmanen verfügbar sein, da ihr es nicht gegeben habt? Diejenigen aber, die reine Gaben in Güte gegeben haben –

Wort für Wort
kuto vā sāṃprataṃ vipre yan na dattaṃ purādhamāḥ /
woher sollte es jetzt, ihr niederträchtigen Elenden, für den Brahmanen verfügbar sein, da ihr es nicht gegeben habt?
yair dattāni tu dānāni sādhubhiḥ sāttvikāni tu //
Diejenigen aber, die reine Gaben in Güte gegeben haben –

teṣām ete pradṛśyante kalpitā hy annaparvatāḥ / bhakṣyabhojyāś ca peyāś ca lehyāś coṣyāś ca saṃvṛtāḥ //

für sie erscheinen hier aufgehäufte Speiseberge, umgeben von Ess- und Genussspeisen, Getränken, Leckspeisen und Saugspeisen.

Wort für Wort
teṣām ete pradṛśyante kalpitā hy annaparvatāḥ /
für sie erscheinen hier aufgehäufte Speiseberge,
bhakṣyabhojyāś ca peyāś ca lehyāś coṣyāś ca saṃvṛtāḥ //
umgeben von Ess- und Genussspeisen, Getränken, Leckspeisen und Saugspeisen.

na yūyam abhilapsyadhve na dattaṃ ca kathaṃcana / yais tu dattaṃ hutaṃ ceṣṭaṃ brāhmaṇāś caiva pūjitāḥ //

Ihr aber werdet nichts erlangen, da ihr auf keine Weise etwas gegeben habt. Diejenigen jedoch, die gegeben, geopfert und verehrt und die Brahmanen geehrt haben –

Wort für Wort
na yūyam abhilapsyadhve na dattaṃ ca kathaṃcana /
Ihr aber werdet nichts erlangen, da ihr auf keine Weise etwas gegeben habt.
yais tu dattaṃ hutaṃ ceṣṭaṃ brāhmaṇāś caiva pūjitāḥ //
Diejenigen jedoch, die gegeben, geopfert und verehrt und die Brahmanen geehrt haben –

teṣām annaṃ samānīya iha nikṣipyate sadā / parasvaṃ katham asmābhir dātuṃ śakyeta nārakāḥ //

für sie wird deren Speise hergebracht und hier stets niedergelegt. Wie könnten wir euch, ihr Höllenbewohner, fremdes Eigentum geben?

Wort für Wort
teṣām annaṃ samānīya iha nikṣipyate sadā /
für sie wird deren Speise hergebracht und hier stets niedergelegt.
parasvaṃ katham asmābhir dātuṃ śakyeta nārakāḥ //
Wie könnten wir euch, ihr Höllenbewohner, fremdes Eigentum geben?

kiṃkarāṇāṃ vacaḥ śrutvā niḥspṛhāḥ kṣuttṛṣārditāḥ / tatas te dāruṇaiś cāstraiḥ pīḍyante yamakiṃkaraiḥ //

Vyāsa sprach: Nachdem sie die Worte der Diener gehört haben, ohne Hoffnung, von Hunger und Durst gequält, werden sie dann von den Dienern Yamas mit furchtbaren Waffen gepeinigt,

Wort für Wort
kiṃkarāṇāṃ vacaḥ śrutvā niḥspṛhāḥ kṣuttṛṣārditāḥ /
Nachdem sie die Worte der Diener gehört haben, ohne Hoffnung, von Hunger und Durst gequält,
tatas te dāruṇaiś cāstraiḥ pīḍyante yamakiṃkaraiḥ //
werden sie dann von den Dienern Yamas mit furchtbaren Waffen gepeinigt,

mudgarair lohadaṇḍaiś ca śaktitomarapaṭṭiśaiḥ / parighair bhindipālaiś ca gadāparaśubhiḥ śaraiḥ //

mit Keulen und eisernen Stäben, mit Speeren, Lanzen und Dreizacken, mit Eisenstangen und Wurfgeschossen, mit Streitkolben, Äxten und Pfeilen,

Wort für Wort
mudgarair lohadaṇḍaiś ca śaktitomarapaṭṭiśaiḥ /
mit Keulen und eisernen Stäben, mit Speeren, Lanzen und Dreizacken,
parighair bhindipālaiś ca gadāparaśubhiḥ śaraiḥ //
mit Eisenstangen und Wurfgeschossen, mit Streitkolben, Äxten und Pfeilen,

pṛṣṭhato hanyamānyāś ca yamadūtaiḥ sunirdayaiḥ / agrataḥ siṃhavyāghrādyair bhakṣyante pāpakāriṇaḥ //

von hinten von den überaus gnadenlosen Yamadūtas geschlagen, werden die Sünder von vorn von Löwen, Tigern und anderen Raubtieren gefressen.

Wort für Wort
pṛṣṭhato hanyamānyāś ca yamadūtaiḥ sunirdayaiḥ /
von hinten von den überaus gnadenlosen Yamadūtas geschlagen,
agrataḥ siṃhavyāghrādyair bhakṣyante pāpakāriṇaḥ //
werden die Sünder von vorn von Löwen, Tigern und anderen Raubtieren gefressen.

na praveṣṭuṃ na nirgantuṃ labhante duḥkhitā bhṛśam / svakarmopahatāḥ pāpāḥ krandamānāḥ sudāruṇāḥ //

Weder hineinzugehen noch herauszukommen vermögen sie, überaus leidend; von ihren eigenen Taten geschlagen, schreien die Sünder laut in ihrer schrecklichen Not.

Wort für Wort
na praveṣṭuṃ na nirgantuṃ labhante duḥkhitā bhṛśam /
Weder hineinzugehen noch herauszukommen vermögen sie, überaus leidend;
svakarmopahatāḥ pāpāḥ krandamānāḥ sudāruṇāḥ //
von ihren eigenen Taten geschlagen, schreien die Sünder laut in ihrer schrecklichen Not.

tatra saṃpīḍya subhṛśaṃ praveśaṃ yamakiṃkaraiḥ / nīyante pāpinas tatra yatra tiṣṭhet svayaṃ yamaḥ //

Dort, von den Dienern Yamas gewaltsam hineingedrängt, werden die Sünder dorthin geführt, wo Yama selbst sich befindet,

Wort für Wort
tatra saṃpīḍya subhṛśaṃ praveśaṃ yamakiṃkaraiḥ /
Dort, von den Dienern Yamas gewaltsam hineingedrängt,
nīyante pāpinas tatra yatra tiṣṭhet svayaṃ yamaḥ //
werden die Sünder dorthin geführt, wo Yama selbst sich befindet,

dharmātmā dharmakṛd devaḥ sarvasaṃyamano yamaḥ / evaṃ pathātikaṣṭena prāptāḥ pretapuraṃ narāḥ //

Yama, der gerechtgesinnte, rechthandelnde Gott, der alle bezähmt. So gelangen die Menschen, nach diesem überaus qualvollen Weg, in die Stadt der Verstorbenen,

Wort für Wort
dharmātmā dharmakṛd devaḥ sarvasaṃyamano yamaḥ /
Yama, der gerechtgesinnte, rechthandelnde Gott, der alle bezähmt.
evaṃ pathātikaṣṭena prāptāḥ pretapuraṃ narāḥ //
So gelangen die Menschen, nach diesem überaus qualvollen Weg, in die Stadt der Verstorbenen,

prajñāpitās tadā dūtair niveśyante yamāgrataḥ / tatas te pāpakarmāṇas taṃ paśyanti bhayānakam //

und werden, von den Boten angemeldet, vor Yama gestellt. Dann erblicken die Sünder ihn, den Furchtbaren,

Wort für Wort
prajñāpitās tadā dūtair niveśyante yamāgrataḥ /
und werden, von den Boten angemeldet, vor Yama gestellt.
tatas te pāpakarmāṇas taṃ paśyanti bhayānakam //
Dann erblicken die Sünder ihn, den Furchtbaren,

pāpāpaviddhanayanā viparītātmabuddhayaḥ / daṃṣṭrākarālavadanaṃ bhrukūṭīkuṭilekṣaṇam //

sie, deren Augen von der Sünde getrübt, deren Verstand pervertiert ist: sein Antlitz von Hauern grässlich entstellt, sein Blick durch gerunzelte Brauen verzerrt,

Wort für Wort
pāpāpaviddhanayanā viparītātmabuddhayaḥ /
sie, deren Augen von der Sünde getrübt, deren Verstand pervertiert ist:
daṃṣṭrākarālavadanaṃ bhrukūṭīkuṭilekṣaṇam //
sein Antlitz von Hauern grässlich entstellt, sein Blick durch gerunzelte Brauen verzerrt,

ūrdhvakeśaṃ mahāśmaśruṃ prasphuradadharottaram / aṣṭādaśabhujaṃ kruddhaṃ nīlāñjanacayopamam //

mit emporstehendem Haar, gewaltigem Bart, zuckenden Lippen, achtzehnarmig, zornerfüllt, einem Haufen schwarzer Augenschminke gleich,

Wort für Wort
ūrdhvakeśaṃ mahāśmaśruṃ prasphuradadharottaram /
mit emporstehendem Haar, gewaltigem Bart, zuckenden Lippen,
aṣṭādaśabhujaṃ kruddhaṃ nīlāñjanacayopamam //
achtzehnarmig, zornerfüllt, einem Haufen schwarzer Augenschminke gleich,

sarvāyudhodyatakaraṃ tīvradaṇḍena saṃyutam / mahāmahiṣam ārūḍhaṃ dīptāgnisamalocanam //

mit erhobenen Händen voller aller Waffen, mit einem gewaltigen Stab versehen, auf einem riesigen Büffel reitend, mit Augen wie loderndes Feuer,

Wort für Wort
sarvāyudhodyatakaraṃ tīvradaṇḍena saṃyutam /
mit erhobenen Händen voller aller Waffen, mit einem gewaltigen Stab versehen,
mahāmahiṣam ārūḍhaṃ dīptāgnisamalocanam //
auf einem riesigen Büffel reitend, mit Augen wie loderndes Feuer,

raktamālyāmbaradharaṃ mahāmegham ivocchritam / pralayāmbudanirghoṣaṃ pibann iva mahodadhim //

rote Girlanden und Gewänder tragend, aufragend wie eine gewaltige Wolke, tosend wie die Wolken des Weltuntergangs, gleichsam den großen Ozean austrinkend,

Wort für Wort
raktamālyāmbaradharaṃ mahāmegham ivocchritam /
rote Girlanden und Gewänder tragend, aufragend wie eine gewaltige Wolke,
pralayāmbudanirghoṣaṃ pibann iva mahodadhim //
tosend wie die Wolken des Weltuntergangs, gleichsam den großen Ozean austrinkend,

grasantam iva trailokyam udgirantam ivānalam / mṛtyuṃ ca tatsamīpasthaṃ kālānalasamaprabham //

gleichsam die drei Welten verschlingend, gleichsam Feuer speiend – und in seiner Nähe befindet sich der Tod, glänzend wie das Feuer der Zeit,

Wort für Wort
grasantam iva trailokyam udgirantam ivānalam /
gleichsam die drei Welten verschlingend, gleichsam Feuer speiend –
mṛtyuṃ ca tatsamīpasthaṃ kālānalasamaprabham //
und in seiner Nähe befindet sich der Tod, glänzend wie das Feuer der Zeit,

pralayānalasaṃkāśaṃ kṛtāntaṃ ca bhayānakam / mārīcogrā mahāmārī kālarātrī ca dāruṇā //

gleichend dem Feuer des Weltuntergangs, dem furchtbaren Kṛtānta [Yama als 'Ende-Macher']; dort ist auch die grimmige große Seuche Mārī und die schreckliche Kālarātrī [die 'Nacht des Todes'],

Wort für Wort
pralayānalasaṃkāśaṃ kṛtāntaṃ ca bhayānakam /
gleichend dem Feuer des Weltuntergangs, dem furchtbaren Kṛtānta;
mārīcogrā mahāmārī kālarātrī ca dāruṇā //
dort ist auch die grimmige große Seuche Mārī und die schreckliche Kālarātrī,

vividhā vyādhayaḥ kaṣṭā nānārūpā bhayāvahāḥ / śaktiśūlāṅkuśadharāḥ pāśacakrāsidhāriṇaḥ //

mancherlei quälende Krankheiten von vielfältiger, furchterregender Gestalt; sie tragen Speer, Dreizack und Elefantenstachel, halten Fangschlinge, Diskus und Schwert,

Wort für Wort
vividhā vyādhayaḥ kaṣṭā nānārūpā bhayāvahāḥ /
mancherlei quälende Krankheiten von vielfältiger, furchterregender Gestalt;
śaktiśūlāṅkuśadharāḥ pāśacakrāsidhāriṇaḥ //
sie tragen Speer, Dreizack und Elefantenstachel, halten Fangschlinge, Diskus und Schwert,

vajradaṇḍadharā raudrāḥ kṣuratūṇadhanurdharāḥ / asaṃkhyātā mahāvīryāḥ krūrāś cāñjanasaprabhāḥ //

den Donnerkeilstab tragend, schrecklich, mit Bogen und Köcher voller Rasiermesser-Pfeile, unzählbar, von großer Kraft, grausam und schwarz glänzend wie Augenschminke,

Wort für Wort
vajradaṇḍadharā raudrāḥ kṣuratūṇadhanurdharāḥ /
den Donnerkeilstab tragend, schrecklich, mit Bogen und Köcher voller Rasiermesser-Pfeile,
asaṃkhyātā mahāvīryāḥ krūrāś cāñjanasaprabhāḥ //
unzählbar, von großer Kraft, grausam und schwarz glänzend wie Augenschminke,

sarvāyudhodyatakarā yamadūtā bhayānakāḥ / anena parivāreṇa mahāghoreṇa saṃvṛtam //

die Yamadūtas, furchterregend, mit Händen voller aller Waffen erhoben – von diesem überaus schrecklichen Gefolge umgeben

Wort für Wort
sarvāyudhodyatakarā yamadūtā bhayānakāḥ /
die Yamadūtas, furchterregend, mit Händen voller aller Waffen erhoben –
anena parivāreṇa mahāghoreṇa saṃvṛtam //
von diesem überaus schrecklichen Gefolge umgeben

yamaṃ paśyanti pāpiṣṭhāś citraguptaṃ vibhīṣaṇam / nirbhartsayati cātyarthaṃ yamas tān pāpakāriṇaḥ //

erblicken die Sünder Yama und den furchterregenden Citragupta; und Yama schmäht die Übeltäter aufs Heftigste.

Wort für Wort
yamaṃ paśyanti pāpiṣṭhāś citraguptaṃ vibhīṣaṇam /
erblicken die Sünder Yama und den furchterregenden Citragupta;
nirbhartsayati cātyarthaṃ yamas tān pāpakāriṇaḥ //
und Yama schmäht die Übeltäter aufs Heftigste.

citraguptas tu bhagavān dharmavākyaiḥ prabodhayan //* BrP_215.56 //

Der erhabene Citragupta aber, sie mit Worten des Dharma belehrend, spricht:

Wort für Wort
citraguptas tu bhagavān dharmavākyaiḥ prabodhayan //
Der erhabene Citragupta aber, sie mit Worten des Dharma belehrend, spricht:

[Anm.: Halbvers mit editorischem Sternchen in der Quelle (fehlende zweite Vershälfte); inhaltlich unmittelbar mit V.57 verbunden, wo die direkte Rede Citraguptas beginnt.]

bho bho duṣkṛtakarmāṇaḥ paradravyāpahāriṇaḥ / garvitā rūpavīryeṇa paradāravimardakāḥ //

Citragupta sprach: He, he, ihr Übeltäter, Räuber fremden Eigentums, hochmütig auf Schönheit und Kraft, Schänder fremder Frauen!

Wort für Wort
bho bho duṣkṛtakarmāṇaḥ paradravyāpahāriṇaḥ /
He, he, ihr Übeltäter, Räuber fremden Eigentums,
garvitā rūpavīryeṇa paradāravimardakāḥ //
hochmütig auf Schönheit und Kraft, Schänder fremder Frauen!

yat svayaṃ kriyate karma tat svayaṃ bhujyate punaḥ / tat kim ātmopaghātārthaṃ bhavadbhir duṣkṛtaṃ kṛtam //

Was man selbst tut, das erleidet man selbst wieder. Warum also habt ihr, euch selbst zum Verderben, Böses getan?

Wort für Wort
yat svayaṃ kriyate karma tat svayaṃ bhujyate punaḥ /
Was man selbst tut, das erleidet man selbst wieder.
tat kim ātmopaghātārthaṃ bhavadbhir duṣkṛtaṃ kṛtam //
Warum also habt ihr, euch selbst zum Verderben, Böses getan?

idānīṃ kiṃ nu śocadhvaṃ pīḍyamānāḥ svakarmabhiḥ / bhuñjadhvaṃ svāni duḥkhāni nahi doṣo 'sti kasyacit //

Was trauert ihr denn jetzt, von euren eigenen Taten gequält? Erleidet eure eigenen Leiden – niemand anderen trifft die Schuld!

Wort für Wort
idānīṃ kiṃ nu śocadhvaṃ pīḍyamānāḥ svakarmabhiḥ /
Was trauert ihr denn jetzt, von euren eigenen Taten gequält?
bhuñjadhvaṃ svāni duḥkhāni nahi doṣo 'sti kasyacit //
Erleidet eure eigenen Leiden – niemand anderen trifft die Schuld!

ya ete pṛthivīpālāḥ saṃprāptā matsamīpataḥ / svakīyaiḥ karmabhir ghorair duṣprajñā balagarvitāḥ //

Diese Erdenherrscher hier, die zu mir gelangt sind durch ihre eigenen schrecklichen Taten, von schlechter Einsicht, stolz auf ihre Macht –

Wort für Wort
ya ete pṛthivīpālāḥ saṃprāptā matsamīpataḥ /
Diese Erdenherrscher hier, die zu mir gelangt sind
svakīyaiḥ karmabhir ghorair duṣprajñā balagarvitāḥ //
durch ihre eigenen schrecklichen Taten, von schlechter Einsicht, stolz auf ihre Macht –

bho bho nṛpā durācārāḥ prajāvidhvaṃsakāriṇaḥ / alpakālasya rājyasya kṛte kiṃ duṣkṛtaṃ kṛtam //

He, he, ihr Könige von schlechtem Wandel, Vernichter des Volkes! Für die Herrschaft von kurzer Dauer – warum habt ihr so viel Böses getan?

Wort für Wort
bho bho nṛpā durācārāḥ prajāvidhvaṃsakāriṇaḥ /
He, he, ihr Könige von schlechtem Wandel, Vernichter des Volkes!
alpakālasya rājyasya kṛte kiṃ duṣkṛtaṃ kṛtam //
Für die Herrschaft von kurzer Dauer – warum habt ihr so viel Böses getan?

rājyalobhena mohena balād anyāyataḥ prajāḥ / yad daṇḍitāḥ phalaṃ tasya bhuñjadhvam adhunā nṛpāḥ //

Weil ihr aus Herrschgier und Verblendung gewaltsam und ungerecht das Volk bestraft habt – die Frucht davon erleidet nun, ihr Könige!

Wort für Wort
rājyalobhena mohena balād anyāyataḥ prajāḥ /
Weil ihr aus Herrschgier und Verblendung gewaltsam und ungerecht das Volk (bestraft habt) –
yad daṇḍitāḥ phalaṃ tasya bhuñjadhvam adhunā nṛpāḥ //
die Frucht dieser Bestrafung erleidet nun, ihr Könige!

kuto rājyaṃ kalatraṃ ca yadartham aśubhaṃ kṛtam / tat sarvaṃ saṃparityajya yūyam ekākinaḥ sthitāḥ //

Wo ist nun das Königreich und die Gattin, um derentwillen ihr Unheilvolles getan habt? All das habt ihr verlassen müssen und steht nun allein da.

Wort für Wort
kuto rājyaṃ kalatraṃ ca yadartham aśubhaṃ kṛtam /
Wo ist nun das Königreich und die Gattin, um derentwillen ihr Unheilvolles getan habt?
tat sarvaṃ saṃparityajya yūyam ekākinaḥ sthitāḥ //
All das habt ihr verlassen müssen und steht nun allein da.

paśyāmo na balaṃ sarvaṃ yena vidhvaṃsitāḥ prajāḥ / yamadūtaiḥ pāṭyamānā adhunā kīdṛśaṃ phalam //

Wir sehen nichts mehr von der ganzen Macht, mit der ihr das Volk vernichtet habt. Nun, da ihr von den Yamadūtas zerrissen werdet – wie ist das als Frucht eurer Taten?

Wort für Wort
paśyāmo na balaṃ sarvaṃ yena vidhvaṃsitāḥ prajāḥ /
Wir sehen nichts mehr von der ganzen Macht, mit der ihr das Volk vernichtet habt.
yamadūtaiḥ pāṭyamānā adhunā kīdṛśaṃ phalam //
Nun, da ihr von den Yamadūtas zerrissen werdet – wie ist das als Frucht eurer Taten?

evaṃ bahuvidhair vākyair upālabdhā yamena te / śocantaḥ svāni karmāṇi tūṣṇīṃ tiṣṭhanti pārthivāḥ //

Vyāsa sprach: So von Yama mit mancherlei Worten getadelt, stehen die Könige schweigend da, über ihre eigenen Taten trauernd.

Wort für Wort
evaṃ bahuvidhair vākyair upālabdhā yamena te /
So von Yama mit mancherlei Worten getadelt,
śocantaḥ svāni karmāṇi tūṣṇīṃ tiṣṭhanti pārthivāḥ //
stehen die Könige schweigend da, über ihre eigenen Taten trauernd.

iti karma samādiśya nṛpāṇāṃ dharmarāṭ svayam / tatpātakaviśuddhyartham idaṃ vacanam abravīt //

Nachdem der Dharma-König selbst so über die Taten der Könige entschieden hat, sprach er, um ihre Sünden zu läutern, folgendes Wort:

Wort für Wort
iti karma samādiśya nṛpāṇāṃ dharmarāṭ svayam /
Nachdem der Dharma-König selbst so über die Taten der Könige entschieden hat,
tatpātakaviśuddhyartham idaṃ vacanam abravīt //
sprach er, um ihre Sünden zu läutern, folgendes Wort:

bho bhoś caṇḍa mahācaṇḍa gṛhītvā nṛpatīn imān / viśodhayadhvaṃ pāpebhyaḥ krameṇa narakāgniṣu //

Yama sprach: He, he, Caṇḍa und Mahācaṇḍa! Ergreift diese Könige und reinigt sie der Reihe nach in den Höllenfeuern von ihren Sünden!

Wort für Wort
bho bhoś caṇḍa mahācaṇḍa gṛhītvā nṛpatīn imān /
He, he, Caṇḍa und Mahācaṇḍa! Ergreift diese Könige
viśodhayadhvaṃ pāpebhyaḥ krameṇa narakāgniṣu //
und reinigt sie der Reihe nach in den Höllenfeuern von ihren Sünden!

tataḥ śīghraṃ samutthāya nṛpān saṃgṛhya pādayoḥ / bhrāmayitvā tu vegena kṣiptvā cordhvaṃ pragṛhya ca //

Vyāsa sprach: Da erheben sie sich rasch, packen die Könige an den Füßen, wirbeln sie mit Wucht herum, schleudern sie hoch, packen sie erneut,

Wort für Wort
tataḥ śīghraṃ samutthāya nṛpān saṃgṛhya pādayoḥ /
Da erheben sie sich rasch, packen die Könige an den Füßen,
bhrāmayitvā tu vegena kṣiptvā cordhvaṃ pragṛhya ca //
wirbeln sie mit Wucht herum, schleudern sie hoch, packen sie erneut,

tattatpāpapramāṇena yamadūtāḥ śilātale / āsphoṭayanti tarasā vajreṇeva mahādrumam //

und schmettern sie, je nach dem Maß ihrer jeweiligen Sünde, mit Wucht auf den Fels, wie ein Blitzschlag einen großen Baum fällt.

Wort für Wort
tattatpāpapramāṇena yamadūtāḥ śilātale /
und die Yamadūtas schmettern sie, je nach dem Maß ihrer jeweiligen Sünde, auf den Fels,
āsphoṭayanti tarasā vajreṇeva mahādrumam //
mit Wucht, wie ein Blitzschlag einen großen Baum fällt.

tatas tu raktaṃ srotobhiḥ sravate jarjarīkṛtaḥ / niḥsaṃjñaḥ sa tadā dehī niśceṣṭaś ca prajāyate //

Dann fließt Blut in Strömen, zerschmettert, und der Verkörperte wird dabei bewusstlos und regungslos.

Wort für Wort
tatas tu raktaṃ srotobhiḥ sravate jarjarīkṛtaḥ /
Dann fließt Blut in Strömen, zerschmettert,
niḥsaṃjñaḥ sa tadā dehī niśceṣṭaś ca prajāyate //
und der Verkörperte wird dabei bewusstlos und regungslos.

tataḥ sa vāyunā spṛṣṭaḥ śanair ujjīvate punaḥ / tataḥ pāpaviśuddhyarthaṃ kṣipanti narakārṇave //

Dann, vom Wind berührt, kommt er langsam wieder zum Leben; darauf werfen sie ihn, um seine Sünde zu läutern, in den Höllenozean.

Wort für Wort
tataḥ sa vāyunā spṛṣṭaḥ śanair ujjīvate punaḥ /
Dann, vom Wind berührt, kommt er langsam wieder zum Leben;
tataḥ pāpaviśuddhyarthaṃ kṣipanti narakārṇave //
darauf werfen sie ihn, um seine Sünde zu läutern, in den Höllenozean.

anyāṃś ca te tadā dūtāḥ pāpakarmaratān narān / nivedayanti viprendrā yamāya bhṛśaduḥkhitān //

Und andere, in Sünde befangene, überaus leidende Menschen melden die Boten dann, o Fürst der Brahmanen, dem Yama.

Wort für Wort
anyāṃś ca te tadā dūtāḥ pāpakarmaratān narān /
Und andere, in Sünde befangene Menschen
nivedayanti viprendrā yamāya bhṛśaduḥkhitān //
melden die Boten dann, o Fürst der Brahmanen, überaus leidend, dem Yama.

eṣa deva tavādeśād asmābhir mohito bhṛśam / ānīto dharmavimukhaḥ sadā pāparataḥ paraḥ //

Die Diener Yamas sprachen: Dieser hier, o Gott, wurde auf deinen Befehl von uns hergebracht – überaus verblendet, dem Dharma stets abgewandt, an Sünde erfreut.

Wort für Wort
eṣa deva tavādeśād asmābhir mohito bhṛśam /
Dieser hier, o Gott, wurde auf deinen Befehl von uns hergebracht – überaus verblendet,
ānīto dharmavimukhaḥ sadā pāparataḥ paraḥ //
dem Dharma stets abgewandt, an Sünde erfreut.

eṣa lubdho durācāro mahāpātakasaṃyutaḥ / upapātakakartā ca sadā hiṃsārato śuciḥ //

Dieser ist habgierig, von schlechtem Wandel, mit schweren Sünden behaftet, ein Verüber kleinerer Sünden, stets der Gewalt zugetan, unrein.

Wort für Wort
eṣa lubdho durācāro mahāpātakasaṃyutaḥ /
Dieser ist habgierig, von schlechtem Wandel, mit schweren Sünden behaftet,
upapātakakartā ca sadā hiṃsārato śuciḥ //
ein Verüber kleinerer Sünden, stets der Gewalt zugetan, unrein.

[?: 'śuciḥ' im Text vermutlich Sandhi-Verschleifung von 'aśuciḥ' ('unrein'); so übersetzt.]

agamyāgāmī duṣṭātmā paradravyāpahārakaḥ / kanyākrayī kūṭasākṣī kṛtaghno mitravañcakaḥ //

Ein Verkehrer mit unerlaubten Frauen, von böser Gesinnung, ein Räuber fremden Eigentums, ein Mädchenverkäufer, ein Falschzeuge, undankbar, ein Betrüger von Freunden.

Wort für Wort
agamyāgāmī duṣṭātmā paradravyāpahārakaḥ /
Ein Verkehrer mit unerlaubten Frauen, von böser Gesinnung, ein Räuber fremden Eigentums,
kanyākrayī kūṭasākṣī kṛtaghno mitravañcakaḥ //
ein Mädchenverkäufer, ein Falschzeuge, undankbar, ein Betrüger von Freunden.

anena madamattena sadā dharmo vininditaḥ / pāpam ācaritaṃ karma martyaloke durātmanā //

Von diesem, vom Rausch (des Hochmuts) Berauschten, wurde der Dharma stets verunglimpft; Sünde wurde als Tat von diesem Bösgesinnten in der Sterblichenwelt begangen.

Wort für Wort
anena madamattena sadā dharmo vininditaḥ /
Von diesem, vom Rausch des Hochmuts Berauschten, wurde der Dharma stets verunglimpft;
pāpam ācaritaṃ karma martyaloke durātmanā //
Sünde wurde als Tat von diesem Bösgesinnten in der Sterblichenwelt begangen.

idānīm asya deveśa nigrahānugrahau vada / prabhur asya kriyāyoge vayaṃ vā paripanthinaḥ //

Nun, o Herr der Götter, sprich über Strafe oder Gnade für ihn – bist du der Herr über sein Schicksal, oder sind wir die Hindernisbringer?

Wort für Wort
idānīm asya deveśa nigrahānugrahau vada /
Nun, o Herr der Götter, sprich über Strafe oder Gnade für ihn –
prabhur asya kriyāyoge vayaṃ vā paripanthinaḥ //
bist du der Herr über sein Schicksal, oder sind wir die Hindernisbringer?

iti vijñāpya deveśaṃ nyasyāgre pāpakāriṇam / narakāṇāṃ sahasreṣu lakṣakoṭiśateṣu ca //

Vyāsa sprach: Nachdem sie so den Herrn der Götter unterrichtet haben, stellen sie den Sünder vor ihn; unter Tausenden, Hunderttausenden und Hunderten von Millionen von Höllen

Wort für Wort
iti vijñāpya deveśaṃ nyasyāgre pāpakāriṇam /
Nachdem sie so den Herrn der Götter unterrichtet haben, stellen sie den Sünder vor ihn;
narakāṇāṃ sahasreṣu lakṣakoṭiśateṣu ca //
unter Tausenden, Hunderttausenden und Hunderten von Millionen von Höllen

kiṃkarās te tato yānti grahītum aparān narān / pratipanne kṛte doṣe yamo vai pāpakāriṇām //

gehen dann die Diener, um andere Menschen zu ergreifen. Wenn die Schuld feststeht, (ordnet) Yama für die Sünder

Wort für Wort
kiṃkarās te tato yānti grahītum aparān narān /
gehen dann die Diener, um andere Menschen zu ergreifen.
pratipanne kṛte doṣe yamo vai pāpakāriṇām //
Wenn die Schuld feststeht, ordnet Yama für die Sünder

samādiśati tān ghorān nigrahāya svakiṃkarān / yathā yasya vinirdiṣṭo vasiṣṭhādyair vinigrahaḥ //

seinen furchtbaren eigenen Dienern die Bestrafung an, gemäß der Strafe, wie sie für jeden von Vasiṣṭha und anderen (Weisen) festgelegt wurde.

Wort für Wort
samādiśati tān ghorān nigrahāya svakiṃkarān /
seinen furchtbaren eigenen Dienern die Bestrafung an,
yathā yasya vinirdiṣṭo vasiṣṭhādyair vinigrahaḥ //
gemäß der Strafe, wie sie für jeden von Vasiṣṭha und anderen festgelegt wurde.

[Anm.: Anspielung auf die traditionellen Sünde-Strafe-Zuordnungen der Dharmaśāstra-Autoren wie Vasiṣṭha.]

pāpasya tad bhṛśaṃ kruddhāḥ kurvanti yamakiṃkarāḥ / aṅkuśair mudgarair daṇḍaiḥ krakacaiḥ śaktitomaraiḥ //

Dies vollziehen die Diener Yamas heftig erzürnt an dem Sünder, mit Elefantenstacheln, Keulen, Stäben, Sägen, Speeren und Lanzen,

Wort für Wort
pāpasya tad bhṛśaṃ kruddhāḥ kurvanti yamakiṃkarāḥ /
Dies vollziehen die Diener Yamas heftig erzürnt an dem Sünder,
aṅkuśair mudgarair daṇḍaiḥ krakacaiḥ śaktitomaraiḥ //
mit Elefantenstacheln, Keulen, Stäben, Sägen, Speeren und Lanzen,

khaḍgaśūlanipātaiś ca bhidyante pāpakāriṇaḥ / narakāṇāṃ sahasreṣu lakṣakoṭiśateṣu ca //

und mit Schwert- und Dreizackhieben werden die Sünder durchbohrt, in Tausenden, Hunderttausenden und Hunderten von Millionen von Höllen.

Wort für Wort
khaḍgaśūlanipātaiś ca bhidyante pāpakāriṇaḥ /
und mit Schwert- und Dreizackhieben werden die Sünder durchbohrt,
narakāṇāṃ sahasreṣu lakṣakoṭiśateṣu ca //
in Tausenden, Hunderttausenden und Hunderten von Millionen von Höllen.

svakarmopārjitair doṣaiḥ pīḍyante yamakiṃkaraiḥ / śṛṇudhvaṃ narakāṇāṃ ca svarūpaṃ ca bhayaṃkaram //

Durch die von ihren eigenen Taten erworbene Schuld werden sie von den Dienern Yamas gequält. Hört nun die furchterregende Beschaffenheit der Höllen,

Wort für Wort
svakarmopārjitair doṣaiḥ pīḍyante yamakiṃkaraiḥ /
Durch die von ihren eigenen Taten erworbene Schuld werden sie von den Dienern Yamas gequält.
śṛṇudhvaṃ narakāṇāṃ ca svarūpaṃ ca bhayaṃkaram //
Hört nun die furchterregende Beschaffenheit der Höllen,

nāmāni ca pramāṇaṃ ca yena yānti narāś ca tān / mahāvācīti vikhyātaṃ narakaṃ śoṇitaplutam //

ihre Namen und ihr Ausmaß, und wodurch die Menschen in sie gelangen: Die Hölle, bekannt als Mahāvācī, ist mit Blut überflutet,

Wort für Wort
nāmāni ca pramāṇaṃ ca yena yānti narāś ca tān /
ihre Namen und ihr Ausmaß, und wodurch die Menschen in sie gelangen:
mahāvācīti vikhyātaṃ narakaṃ śoṇitaplutam //
Die Hölle, bekannt als Mahāvācī, ist mit Blut überflutet,

vajrakaṇṭakasaṃmiśraṃ yojanāyutavistṛtam / tatra saṃpīḍyate magno bhidyate vajrakaṇṭake //

mit diamantharten Dornen durchsetzt, zehntausend Yojanas ausgedehnt; dort wird der Versunkene gepresst und an den diamantharten Dornen zerrissen –

Wort für Wort
vajrakaṇṭakasaṃmiśraṃ yojanāyutavistṛtam /
mit diamantharten Dornen durchsetzt, zehntausend Yojanas ausgedehnt;
tatra saṃpīḍyate magno bhidyate vajrakaṇṭake //
dort wird der Versunkene gepresst und an den diamantharten Dornen zerrissen –

varṣalakṣaṃ mahāghoraṃ goghātī narake naraḥ / yojanānāṃ śataṃ lakṣaṃ kumbhīpākaṃ sudāruṇam //

hunderttausend Jahre lang, in dieser überaus schrecklichen Hölle, wer eine Kuh getötet hat. Es folgt Kumbhīpāka, überaus furchtbar, hunderttausend Yojanas ausgedehnt,

Wort für Wort
varṣalakṣaṃ mahāghoraṃ goghātī narake naraḥ /
hunderttausend Jahre lang, in dieser überaus schrecklichen Hölle, wer eine Kuh getötet hat.
yojanānāṃ śataṃ lakṣaṃ kumbhīpākaṃ sudāruṇam //
Es folgt Kumbhīpāka, überaus furchtbar, hunderttausend Yojanas ausgedehnt,

tāmrakumbhavatī dīptā vālukāṅgārasaṃvṛtā / brahmahā bhūmihartā ca nikṣepasyāpahārakaḥ //

voller glühender Kupfertöpfe, von Sand und glühenden Kohlen bedeckt – dorthin kommt der Brahmanenmörder, der Landräuber und der Veruntreuer anvertrauten Gutes;

Wort für Wort
tāmrakumbhavatī dīptā vālukāṅgārasaṃvṛtā /
voller glühender Kupfertöpfe, von Sand und glühenden Kohlen bedeckt –
brahmahā bhūmihartā ca nikṣepasyāpahārakaḥ //
dorthin kommt der Brahmanenmörder, der Landräuber und der Veruntreuer anvertrauten Gutes;

dahyante tatra saṃkṣiptā yāvad ābhūtasaṃplavam / rauravo vajranārācaiḥ prajvaladbhiḥ samāvṛtaḥ //

dort, hineingeworfen, verbrennen sie bis zur Weltauflösung. Es folgt Raurava, umgeben von lodernden, diamantharten Pfeilen,

Wort für Wort
dahyante tatra saṃkṣiptā yāvad ābhūtasaṃplavam /
dort, hineingeworfen, verbrennen sie bis zur Weltauflösung.
rauravo vajranārācaiḥ prajvaladbhiḥ samāvṛtaḥ //
Es folgt Raurava, umgeben von lodernden, diamantharten Pfeilen,

yojanānāṃ sahasrāṇi ṣaṣṭir āyāmavistaraiḥ / bhidyante tatra nārācaiḥ sajvālair narake narāḥ //

sechzigtausend Yojanas in Länge und Breite; dort werden in dieser Hölle die Menschen von lodernden Pfeilen durchbohrt –

Wort für Wort
yojanānāṃ sahasrāṇi ṣaṣṭir āyāmavistaraiḥ /
sechzigtausend Yojanas in Länge und Breite;
bhidyante tatra nārācaiḥ sajvālair narake narāḥ //
dort werden in dieser Hölle die Menschen von lodernden Pfeilen durchbohrt –

ikṣuvat tatra pīḍyante ye narāḥ kūṭasākṣiṇaḥ / ayomayaṃ prajvalitaṃ mañjūṣaṃ narakaṃ smṛtam //

dort werden wie Zuckerrohr gepresst diejenigen Männer, die Falschzeugen waren. Es folgt die Hölle namens Mañjūṣa, eisern und lodernd,

Wort für Wort
ikṣuvat tatra pīḍyante ye narāḥ kūṭasākṣiṇaḥ /
dort werden wie Zuckerrohr gepresst diejenigen Männer, die Falschzeugen waren.
ayomayaṃ prajvalitaṃ mañjūṣaṃ narakaṃ smṛtam //
Es folgt die Hölle namens Mañjūṣa, eisern und lodernd,

nikṣiptās tatra dahyante bandigrāhakṛtāś ca ye / apratiṣṭheti narakaṃ pūyamūtrapurīṣakam //

hineingeworfen, verbrennen dort diejenigen, die Menschen entführt und als Geiseln genommen haben. Es folgt die Hölle Apratiṣṭhā, voller Eiter, Urin und Kot,

Wort für Wort
nikṣiptās tatra dahyante bandigrāhakṛtāś ca ye /
hineingeworfen, verbrennen dort diejenigen, die Menschen entführt und als Geiseln genommen haben.
apratiṣṭheti narakaṃ pūyamūtrapurīṣakam //
Es folgt die Hölle Apratiṣṭhā, voller Eiter, Urin und Kot,

adhomukhaḥ patet tatra brāhmaṇasyopapīḍakaḥ / lākṣāprajvalitaṃ ghoraṃ narakaṃ tu vilepakam //

mit dem Gesicht nach unten fällt dort hinein, wer einen Brahmanen bedrängt hat. Es folgt die schreckliche, von brennendem Lack lodernde Hölle Vilepaka,

Wort für Wort
adhomukhaḥ patet tatra brāhmaṇasyopapīḍakaḥ /
mit dem Gesicht nach unten fällt dort hinein, wer einen Brahmanen bedrängt hat.
lākṣāprajvalitaṃ ghoraṃ narakaṃ tu vilepakam //
Es folgt die schreckliche, von brennendem Lack lodernde Hölle Vilepaka,

nimagnās tatra dahyante madyapāne dvijottamāḥ / mahāprabheti narakaṃ dīptaśūlamahocchrayam //

dort, versenkt, verbrennen die besten der Zweifachgeborenen, die Alkohol getrunken haben. Es folgt die Hölle Mahāprabhā, mit hoch aufragenden, glühenden Spießen,

Wort für Wort
nimagnās tatra dahyante madyapāne dvijottamāḥ /
dort, versenkt, verbrennen die besten der Zweifachgeborenen, die Alkohol getrunken haben.
mahāprabheti narakaṃ dīptaśūlamahocchrayam //
Es folgt die Hölle Mahāprabhā, mit hoch aufragenden, glühenden Spießen,

tatra śūlena bhidyante patibhāryopabhedinaḥ / narakaṃ ca mahāghoraṃ jayantī cāyasī śilā //

dort werden mit dem Spieß durchbohrt, die Ehepaare entzweit haben. Es folgt die überaus schreckliche Hölle mit dem eisernen Fels Jayantī,

Wort für Wort
tatra śūlena bhidyante patibhāryopabhedinaḥ /
dort werden mit dem Spieß durchbohrt, die Ehepaare entzweit haben.
narakaṃ ca mahāghoraṃ jayantī cāyasī śilā //
Es folgt die überaus schreckliche Hölle mit dem eisernen Fels Jayantī,

tayā cākramyate pāpaḥ paradāropasevakaḥ / narakaṃ śālmalākhyaṃ tu pradīptadṛḍhakaṇṭakam //

durch ihn wird der Sünder niedergedrückt, der fremde Ehefrauen begehrt hat. Es folgt die Hölle namens Śālmala, mit glühenden, harten Dornen,

Wort für Wort
tayā cākramyate pāpaḥ paradāropasevakaḥ /
durch ihn wird der Sünder niedergedrückt, der fremde Ehefrauen begehrt hat.
narakaṃ śālmalākhyaṃ tu pradīptadṛḍhakaṇṭakam //
Es folgt die Hölle namens Śālmala, mit glühenden, harten Dornen,

tayā liṅgati duḥkhārtā nārī bahunaraṃgamā / ye vadanti sadāsatyaṃ paramarmāvakartanam //

an ihr klettert unter Qualen hinauf die Frau, die mit vielen Männern verkehrt hat. Diejenigen, die stets Unwahrheit sprechen, das tiefste Innerste anderer verletzend,

Wort für Wort
tayā liṅgati duḥkhārtā nārī bahunaraṃgamā /
an ihr klettert unter Qualen hinauf die Frau, die mit vielen Männern verkehrt hat.
ye vadanti sadāsatyaṃ paramarmāvakartanam //
Diejenigen, die stets Unwahrheit sprechen, das tiefste Innerste anderer verletzend,

jihvā cocchriyate teṣāṃ sadasyair yamakiṃkaraiḥ / ye tu rāgaiḥ kaṭākṣaiś ca vīkṣante parayoṣitam //

denen wird die Zunge von den anwesenden Dienern Yamas herausgezogen. Diejenigen aber, die mit begehrlichen Seitenblicken fremde Frauen anschauen,

Wort für Wort
jihvā cocchriyate teṣāṃ sadasyair yamakiṃkaraiḥ /
denen wird die Zunge von den anwesenden Dienern Yamas herausgezogen.
ye tu rāgaiḥ kaṭākṣaiś ca vīkṣante parayoṣitam //
Diejenigen aber, die mit begehrlichen Seitenblicken fremde Frauen anschauen,

teṣāṃ cakṣūṃṣi nārācair vidhyante yamakiṃkaraiḥ //* BrP_215.98 //

denen werden die Augen von den Dienern Yamas mit Pfeilen durchbohrt.

Wort für Wort
teṣāṃ cakṣūṃṣi nārācair vidhyante yamakiṃkaraiḥ //
denen werden die Augen von den Dienern Yamas mit Pfeilen durchbohrt.

[Anm.: Halbvers mit editorischem Sternchen in der Quelle; inhaltlich Fortsetzung von V.97 und Übergang zu V.99.]

mātaraṃ ye 'pi gacchanti bhaginīṃ duhitaraṃ snuṣām / strībālavṛddhahantāro yāvad indrāś caturdaśa / jvālāmālākulaṃ raudraṃ mahārauravasaṃjñitam //

Diejenigen, die mit der Mutter, Schwester, Tochter oder Schwiegertochter geschlechtlich verkehren, und die Mörder von Frauen, Kindern und Greisen – solange vierzehn Indras (amtieren, bleiben sie) in der schrecklichen, von Flammengirlanden umgebenen Hölle namens Mahāraurava.

Wort für Wort
mātaraṃ ye 'pi gacchanti bhaginīṃ duhitaraṃ snuṣām /
Diejenigen, die mit der Mutter, Schwester, Tochter oder Schwiegertochter geschlechtlich verkehren,
strībālavṛddhahantāro yāvad indrāś caturdaśa /
und die Mörder von Frauen, Kindern und Greisen – solange vierzehn Indras amtieren,
jvālāmālākulaṃ raudraṃ mahārauravasaṃjñitam //
bleiben sie in der schrecklichen, von Flammengirlanden umgebenen Hölle namens Mahāraurava.

[Anm.: dreizeiliger Vers (Sonderform).]

narakaṃ yojanānāṃ ca sahasrāṇi caturdaśa / puraṃ kṣetraṃ gṛhaṃ grāmaṃ yo dīpayati vahninā //

eine Hölle von vierzehntausend Yojanas Ausdehnung. Wer eine Stadt, ein Feld, ein Haus oder ein Dorf in Brand steckt,

Wort für Wort
narakaṃ yojanānāṃ ca sahasrāṇi caturdaśa /
eine Hölle von vierzehntausend Yojanas Ausdehnung.
puraṃ kṣetraṃ gṛhaṃ grāmaṃ yo dīpayati vahninā //
Wer eine Stadt, ein Feld, ein Haus oder ein Dorf in Brand steckt,

sa tatra dahyate mūḍho yāvat kalpasthitir naraḥ / tāmisram iti vikhyātaṃ lakṣayojanavistṛtam //

dieser Verblendete verbrennt dort für die Dauer eines Weltzeitalters. Es folgt die als Tāmisra bekannte Hölle, hunderttausend Yojanas ausgedehnt,

Wort für Wort
sa tatra dahyate mūḍho yāvat kalpasthitir naraḥ /
dieser Verblendete verbrennt dort für die Dauer eines Weltzeitalters.
tāmisram iti vikhyātaṃ lakṣayojanavistṛtam //
Es folgt die als Tāmisra bekannte Hölle, hunderttausend Yojanas ausgedehnt,

nipatadbhiḥ sadā raudraḥ khaḍgapaṭṭiśamudgaraiḥ / tatra caurā narāḥ kṣiptās tāḍyante yamakiṃkaraiḥ //

stets schrecklich durch herabfallende Schwerter, Dreizacke und Keulen; dorthin geworfen, werden die Diebe von den Dienern Yamas geschlagen,

Wort für Wort
nipatadbhiḥ sadā raudraḥ khaḍgapaṭṭiśamudgaraiḥ /
stets schrecklich durch herabfallende Schwerter, Dreizacke und Keulen;
tatra caurā narāḥ kṣiptās tāḍyante yamakiṃkaraiḥ //
dorthin geworfen, werden die Diebe von den Dienern Yamas geschlagen,

śūlaśaktigadākhaḍgair yāvat kalpaśatatrayam / tāmisrād dviguṇaṃ proktaṃ mahātāmisrasaṃjñitam //

mit Spießen, Speeren, Keulen und Schwertern, dreihundert Kalpas lang. Doppelt so groß wie Tāmisra wird die Hölle namens Mahātāmisra genannt,

Wort für Wort
śūlaśaktigadākhaḍgair yāvat kalpaśatatrayam /
mit Spießen, Speeren, Keulen und Schwertern, dreihundert Kalpas lang.
tāmisrād dviguṇaṃ proktaṃ mahātāmisrasaṃjñitam //
Doppelt so groß wie Tāmisra wird die Hölle namens Mahātāmisra genannt,

jalaukāsarpasaṃpūrṇāṃ nirālokaṃ suduḥkhadam / mātṛhā pitṛhā caiva mitravisrambhaghātakaḥ //

voller Blutegel und Schlangen, lichtlos, überaus leidvoll; dorthin kommen der Muttermörder, der Vatermörder und wer einen vertrauenden Freund tötet.

Wort für Wort
jalaukāsarpasaṃpūrṇāṃ nirālokaṃ suduḥkhadam /
voller Blutegel und Schlangen, lichtlos, überaus leidvoll;
mātṛhā pitṛhā caiva mitravisrambhaghātakaḥ //
dorthin kommen der Muttermörder, der Vatermörder und wer einen vertrauenden Freund tötet.

tiṣṭhanti takṣyamāṇāś ca yāvat tiṣṭhati medinī / asipattravanaṃ nāma narakaṃ bhūriduḥkhadam //

Zerfleischt bleiben sie dort, solange die Erde besteht. Es folgt die Hölle namens Asipattravana ['Schwertblätterwald'], sehr leidvoll,

Wort für Wort
tiṣṭhanti takṣyamāṇāś ca yāvat tiṣṭhati medinī /
Zerfleischt bleiben sie dort, solange die Erde besteht.
asipattravanaṃ nāma narakaṃ bhūriduḥkhadam //
Es folgt die Hölle namens Asipattravana, sehr leidvoll,

yojanāyutavistāraṃ jvalatkhaḍgaiḥ samākulam / pātitas tatra taiḥ khaḍgaiḥ śatadhā tu samāhataḥ //

zehntausend Yojanas ausgedehnt, voller lodernder Schwerter (als Blätter); dort hineingestürzt, wird man von diesen Schwertern in hundert Stücke zerschlagen –

Wort für Wort
yojanāyutavistāraṃ jvalatkhaḍgaiḥ samākulam /
zehntausend Yojanas ausgedehnt, voller lodernder Schwerter;
pātitas tatra taiḥ khaḍgaiḥ śatadhā tu samāhataḥ //
dort hineingestürzt, wird man von diesen Schwertern in hundert Stücke zerschlagen –

mitraghnaḥ kṛtyate tāvad yāvad ābhūtasaṃplavam / karambhavālukā nāma narakaṃ yojanāyutam //

so wird der Freundesmörder bis zur Weltauflösung zerschnitten. Es folgt die Hölle namens Karambhavālukā, zehntausend Yojanas,

Wort für Wort
mitraghnaḥ kṛtyate tāvad yāvad ābhūtasaṃplavam /
so wird der Freundesmörder bis zur Weltauflösung zerschnitten.
karambhavālukā nāma narakaṃ yojanāyutam //
Es folgt die Hölle namens Karambhavālukā, zehntausend Yojanas,

kūpākāraṃ vṛtaṃ dīptair vālukāṅgārakaṇṭakaiḥ / dahyate bhidyate varṣalakṣāyutaśatatrayam //

brunnenförmig, von glühendem Sand, Kohlen und Dornen bedeckt; dort verbrennt und zerreißt man dreihundert Jahrzehntausende lang –

Wort für Wort
kūpākāraṃ vṛtaṃ dīptair vālukāṅgārakaṇṭakaiḥ /
brunnenförmig, von glühendem Sand, Kohlen und Dornen bedeckt;
dahyate bhidyate varṣalakṣāyutaśatatrayam //
dort verbrennt und zerreißt man dreihundert Jahrzehntausende lang –

yena dagdho jano nityaṃ mithyopāyaiḥ sudāruṇaiḥ / kākolaṃ nāma narakaṃ kṛmipūyapariplutam //

wer durch überaus schändliche, betrügerische Mittel ständig andere Menschen verbrannt hat. Es folgt die Hölle namens Kākola, von Würmern und Eiter überflutet,

Wort für Wort
yena dagdho jano nityaṃ mithyopāyaiḥ sudāruṇaiḥ /
wer durch überaus schändliche, betrügerische Mittel ständig andere Menschen verbrannt hat.
kākolaṃ nāma narakaṃ kṛmipūyapariplutam //
Es folgt die Hölle namens Kākola, von Würmern und Eiter überflutet,

kṣipyate tatra duṣṭātmā ekākī miṣṭabhuṅ naraḥ / kuḍmalaṃ nāma narakaṃ pūrṇaṃ viṇmūtraśoṇitaiḥ //

dorthin wird der Bösgesinnte geworfen, der allein für sich Süßspeisen gegessen hat, ohne zu teilen. Es folgt die Hölle namens Kuḍmala, voller Kot, Urin und Blut,

Wort für Wort
kṣipyate tatra duṣṭātmā ekākī miṣṭabhuṅ naraḥ /
dorthin wird der Bösgesinnte geworfen, der allein für sich Süßspeisen gegessen hat, ohne zu teilen.
kuḍmalaṃ nāma narakaṃ pūrṇaṃ viṇmūtraśoṇitaiḥ //
Es folgt die Hölle namens Kuḍmala, voller Kot, Urin und Blut,

pañcayajñakriyāhīnāḥ kṣipyante tatra vai narāḥ / sudurgandhaṃ mahābhīmaṃ māṃsaśoṇitasaṃkulam //

dorthin werden die Männer geworfen, die die fünf großen Opferpflichten versäumt haben – überaus übelriechend, überaus furchtbar, voller Fleisch und Blut,

Wort für Wort
pañcayajñakriyāhīnāḥ kṣipyante tatra vai narāḥ /
dorthin werden die Männer geworfen, die die fünf großen Opferpflichten versäumt haben –
sudurgandhaṃ mahābhīmaṃ māṃsaśoṇitasaṃkulam //
überaus übelriechend, überaus furchtbar, voller Fleisch und Blut,

abhakṣyānne ratās te 'tra nipatanti narādhamāḥ / krimikīṭasamākīrṇaṃ śavapūrṇaṃ mahāvaṭam //

dort stürzen die niedrigsten der Menschen hinein, die sich an ungenießbarer Speise erfreut haben. Es folgt Mahāvaṭa, voll von Würmern und Insekten, voller Leichen,

Wort für Wort
abhakṣyānne ratās te 'tra nipatanti narādhamāḥ /
dort stürzen die niedrigsten der Menschen hinein, die sich an ungenießbarer Speise erfreut haben.
krimikīṭasamākīrṇaṃ śavapūrṇaṃ mahāvaṭam //
Es folgt Mahāvaṭa, voll von Würmern und Insekten, voller Leichen,

adhomukhaḥ patet tatra kanyāvikrayakṛn naraḥ / nāmnā vai tilapāketi narakaṃ dāruṇaṃ smṛtam //

mit dem Gesicht nach unten fällt dort hinein, wer ein Mädchen verkauft hat. Es folgt die als Tilapāka bekannte, schreckliche Hölle,

Wort für Wort
adhomukhaḥ patet tatra kanyāvikrayakṛn naraḥ /
mit dem Gesicht nach unten fällt dort hinein, wer ein Mädchen verkauft hat.
nāmnā vai tilapāketi narakaṃ dāruṇaṃ smṛtam //
Es folgt die als Tilapāka bekannte, schreckliche Hölle,

tilavat tatra pīḍyante parapīḍāratāś ca ye / narakaṃ tailapāketi jvalattailamahīplavam //

dort werden wie Sesamkörner gepresst, die sich an fremdem Leid erfreut haben. Es folgt die Hölle Tailapāka, mit einem See lodernden Öls überflutet,

Wort für Wort
tilavat tatra pīḍyante parapīḍāratāś ca ye /
dort werden wie Sesamkörner gepresst, die sich an fremdem Leid erfreut haben.
narakaṃ tailapāketi jvalattailamahīplavam //
Es folgt die Hölle Tailapāka, mit einem See lodernden Öls überflutet,

pacyate tatra mitraghno hantā ca śaraṇāgatam / nāmnā vajrakapāṭeti vajraśṛṅkhalayānvitam //

dort wird gekocht der Freundesmörder und wer einen Schutzsuchenden getötet hat. Es folgt die Hölle namens Vajrakapāṭa, mit diamantharten Ketten versehen,

Wort für Wort
pacyate tatra mitraghno hantā ca śaraṇāgatam /
dort wird gekocht der Freundesmörder und wer einen Schutzsuchenden getötet hat.
nāmnā vajrakapāṭeti vajraśṛṅkhalayānvitam //
Es folgt die Hölle namens Vajrakapāṭa, mit diamantharten Ketten versehen,

pīḍyante nirdayaṃ tatra yaiḥ kṛtaḥ kṣīravikrayaḥ / nirucchvāsa iti proktaṃ tamondhaṃ vātavarjitam //

dort werden erbarmungslos gequält, die mit Milch unehrlich Handel getrieben haben. Es folgt die Hölle namens Nirucchvāsa ['Atemlos'], in Finsternis blind, ohne jeden Windhauch,

Wort für Wort
pīḍyante nirdayaṃ tatra yaiḥ kṛtaḥ kṣīravikrayaḥ /
dort werden erbarmungslos gequält, die mit Milch unehrlich Handel getrieben haben.
nirucchvāsa iti proktaṃ tamondhaṃ vātavarjitam //
Es folgt die Hölle namens Nirucchvāsa, in Finsternis blind, ohne jeden Windhauch,

niśceṣṭaṃ kṣipyate tatra vipradānanirodhakṛt / aṅgāropacayaṃ nāma dīptāṅgārasamujjvalam //

regungslos wird dorthin geworfen, wer eine versprochene Gabe an einen Brahmanen verhindert hat. Es folgt die Hölle namens Aṅgāropacaya, glühend von aufgehäuften Kohlen,

Wort für Wort
niśceṣṭaṃ kṣipyate tatra vipradānanirodhakṛt /
regungslos wird dorthin geworfen, wer eine versprochene Gabe an einen Brahmanen verhindert hat.
aṅgāropacayaṃ nāma dīptāṅgārasamujjvalam //
Es folgt die Hölle namens Aṅgāropacaya, glühend von aufgehäuften Kohlen,

dahyate tatra yenoktaṃ dānaṃ viprāya nārpitam / mahāpāyīti narakaṃ lakṣayojanam āyatam //

dort verbrennt, wer eine versprochene Gabe dem Brahmanen nicht übergeben hat. Es folgt die Hölle namens Mahāpāyī, hunderttausend Yojanas ausgedehnt,

Wort für Wort
dahyate tatra yenoktaṃ dānaṃ viprāya nārpitam /
dort verbrennt, wer eine versprochene Gabe dem Brahmanen nicht übergeben hat.
mahāpāyīti narakaṃ lakṣayojanam āyatam //
Es folgt die Hölle namens Mahāpāyī, hunderttausend Yojanas ausgedehnt,

pātyante 'dhomukhās tatra ye jalpanti sadānṛtam / mahājvāleti narakaṃ jvālābhāsvarabhīṣaṇam //

dort werden mit dem Gesicht nach unten hineingestürzt, die stets die Unwahrheit reden. Es folgt die Hölle namens Mahājvāla, furchtbar durch strahlende Flammen,

Wort für Wort
pātyante 'dhomukhās tatra ye jalpanti sadānṛtam /
dort werden mit dem Gesicht nach unten hineingestürzt, die stets die Unwahrheit reden.
mahājvāleti narakaṃ jvālābhāsvarabhīṣaṇam //
Es folgt die Hölle namens Mahājvāla, furchtbar durch strahlende Flammen,

dahyate tatra suciraṃ yaḥ pāpe buddhikṛn naraḥ / narakaṃ krakacākhyātaṃ pīḍyante tatra vai narāḥ //

dort verbrennt sehr lange, wer sich vorsätzlich der Sünde verschreibt. Es folgt die Hölle namens Krakaca ['Säge'], dort werden die Männer gequält,

Wort für Wort
dahyate tatra suciraṃ yaḥ pāpe buddhikṛn naraḥ /
dort verbrennt sehr lange, wer sich vorsätzlich der Sünde verschreibt.
narakaṃ krakacākhyātaṃ pīḍyante tatra vai narāḥ //
Es folgt die Hölle namens Krakaca, dort werden die Männer gequält,

krakacair vajradhārograir agamyāgamane ratāḥ / narakaṃ guḍapāketi jvaladguḍahradair vṛtam //

mit Sägen von grimmig-scharfer Schneide, die sich am Verkehr mit unerlaubten Frauen erfreut haben. Es folgt die Hölle namens Guḍapāka, von Seen aus siedendem Zuckersirup umgeben,

Wort für Wort
krakacair vajradhārograir agamyāgamane ratāḥ /
mit Sägen von grimmig-scharfer Schneide, die sich am Verkehr mit unerlaubten Frauen erfreut haben.
narakaṃ guḍapāketi jvaladguḍahradair vṛtam //
Es folgt die Hölle namens Guḍapāka, von Seen aus siedendem Zuckersirup umgeben,

nikṣipto dahyate tasmin varṇasaṃkarakṛn naraḥ / kṣuradhāreti narakaṃ tīkṣṇakṣurasamāvṛtam //

hineingeworfen verbrennt darin, wer Kastenvermischung verursacht hat. Es folgt die Hölle namens Kṣuradhāra, von scharfen Rasierklingen bedeckt,

Wort für Wort
nikṣipto dahyate tasmin varṇasaṃkarakṛn naraḥ /
hineingeworfen verbrennt darin, wer Kastenvermischung verursacht hat.
kṣuradhāreti narakaṃ tīkṣṇakṣurasamāvṛtam //
Es folgt die Hölle namens Kṣuradhāra, von scharfen Rasierklingen bedeckt,

chidyante tatra kalpāntaṃ viprabhūmiharā narāḥ / narakaṃ cāmbarīṣākhyaṃ pralayānaladīpitam //

dort werden bis zum Ende des Weltzeitalters zerschnitten die Männer, die Brahmanenland geraubt haben. Es folgt die Hölle namens Ambarīṣa, entflammt vom Feuer des Weltuntergangs,

Wort für Wort
chidyante tatra kalpāntaṃ viprabhūmiharā narāḥ /
dort werden bis zum Ende des Weltzeitalters zerschnitten die Männer, die Brahmanenland geraubt haben.
narakaṃ cāmbarīṣākhyaṃ pralayānaladīpitam //
Es folgt die Hölle namens Ambarīṣa, entflammt vom Feuer des Weltuntergangs,

kalpakoṭiśataṃ tatra dahyate svarṇahārakaḥ / nāmnā vajrakuṭhāreti narakaṃ vajrasaṃkulam //

dort verbrennt hundert Millionen Kalpas lang der Golddieb. Es folgt die Hölle namens Vajrakuṭhāra, voller diamantharter Äxte,

Wort für Wort
kalpakoṭiśataṃ tatra dahyate svarṇahārakaḥ /
dort verbrennt hundert Millionen Kalpas lang der Golddieb.
nāmnā vajrakuṭhāreti narakaṃ vajrasaṃkulam //
Es folgt die Hölle namens Vajrakuṭhāra, voller diamantharter Äxte,

chidyante tatra chettāro drumāṇāṃ pāpakāriṇaḥ / narakaṃ paritāpākhyaṃ pralayānaladīpitam //

dort werden zerhackt die Sünder, die Bäume gefällt haben. Es folgt die Hölle namens Paritāpa, vom Feuer des Weltuntergangs entflammt,

Wort für Wort
chidyante tatra chettāro drumāṇāṃ pāpakāriṇaḥ /
dort werden zerhackt die Sünder, die Bäume gefällt haben.
narakaṃ paritāpākhyaṃ pralayānaladīpitam //
Es folgt die Hölle namens Paritāpa, vom Feuer des Weltuntergangs entflammt,

garado madhuhartā ca pacyate tatra pāpakṛt / narakaṃ kālasūtraṃ ca vajrasūtravinirmitam //

dort wird gekocht der Giftmischer und der 'Honigräuber' sowie jeder andere Sünder. Es folgt die Hölle Kālasūtra, aus diamantharten Fäden gemacht,

Wort für Wort
garado madhuhartā ca pacyate tatra pāpakṛt /
dort wird gekocht der Giftmischer und der 'Honigräuber' sowie jeder andere Sünder.
narakaṃ kālasūtraṃ ca vajrasūtravinirmitam //
Es folgt die Hölle Kālasūtra, aus diamantharten Fäden gemacht,

[?: 'madhuhartā' ('Honigräuber/-dieb') unklar – möglicherweise ein Räuber fremder Bienenstöcke/Ernte oder eine übertragene Bezeichnung; wörtlich übersetzt.]

bhramantas tatra cchidyante parasasyopaluṇṭhakāḥ / narakaṃ kaśmalaṃ nāma śleṣmaśiṅghāṇakāvṛtam //

dort, umherirrend, werden zerschnitten die Räuber fremder Feldfrucht. Es folgt die Hölle namens Kaśmala, von Schleim und Nasenschleim bedeckt,

Wort für Wort
bhramantas tatra cchidyante parasasyopaluṇṭhakāḥ /
dort, umherirrend, werden zerschnitten die Räuber fremder Feldfrucht.
narakaṃ kaśmalaṃ nāma śleṣmaśiṅghāṇakāvṛtam //
Es folgt die Hölle namens Kaśmala, von Schleim und Nasenschleim bedeckt,

tatra saṃkṣipyate kalpaṃ sadā māṃsarucir naraḥ / narakaṃ cogragandheti lālāmūtrapurīṣavat //

dort wird für ein Kalpa hineingeworfen, wer stets Gefallen an Fleisch fand. Es folgt die Hölle namens Ugragandha, voller Speichel, Urin und Kot,

Wort für Wort
tatra saṃkṣipyate kalpaṃ sadā māṃsarucir naraḥ /
dort wird für ein Kalpa hineingeworfen, wer stets Gefallen an Fleisch fand.
narakaṃ cogragandheti lālāmūtrapurīṣavat //
Es folgt die Hölle namens Ugragandha, voller Speichel, Urin und Kot,

[Anm.: 'māṃsaruciḥ' ('Fleisch-Liebhaber') hier wörtlich übersetzt; die genaue Bedeutung – bloße Fleischesserei oder ein spezifischeres Vergehen – bleibt unsicher.]

kṣipyante tatra narake pitṛpiṇḍāprayacchakāḥ / narakaṃ durdharaṃ nāma jalaukāvṛścikākulam //

dorthin werden geworfen, die den Vorfahren die Totenspeise (Piṇḍa) verweigert haben. Es folgt die Hölle namens Durdhara, voller Blutegel und Skorpione,

Wort für Wort
kṣipyante tatra narake pitṛpiṇḍāprayacchakāḥ /
dorthin werden geworfen, die den Vorfahren die Totenspeise verweigert haben.
narakaṃ durdharaṃ nāma jalaukāvṛścikākulam //
Es folgt die Hölle namens Durdhara, voller Blutegel und Skorpione,

utkocabhakṣakas tatra tiṣṭhate varṣakāyutam / yac ca vajramahāpīḍā narakaṃ vajranirmitam //

dort verweilt der Bestechungsnehmer zehntausend Jahre. Und es folgt die Hölle Vajramahāpīḍā, aus Diamant gefertigt,

Wort für Wort
utkocabhakṣakas tatra tiṣṭhate varṣakāyutam /
dort verweilt der Bestechungsnehmer zehntausend Jahre.
yac ca vajramahāpīḍā narakaṃ vajranirmitam //
Und es folgt die Hölle Vajramahāpīḍā, aus Diamant gefertigt,

tatra prakṣipya dahyante pīḍyante yamakiṃkaraiḥ / dhanaṃ dhānyaṃ hiraṇyaṃ vā parakīyaṃ haranti ye //

dort, hineingeworfen, verbrennen und werden von den Dienern Yamas gequält, die fremdes Geld, Getreide oder Gold rauben.

Wort für Wort
tatra prakṣipya dahyante pīḍyante yamakiṃkaraiḥ /
dort, hineingeworfen, verbrennen und werden von den Dienern Yamas gequält,
dhanaṃ dhānyaṃ hiraṇyaṃ vā parakīyaṃ haranti ye //
die fremdes Geld, Getreide oder Gold rauben.

yamadūtaiś ca caurās te chidyante lavaśaḥ kṣuraiḥ / ye hatvā prāṇinaṃ mūḍhāḥ khādante kākagṛdhravat //

Und diese Diebe werden von den Dienern Yamas mit Rasiermessern in Stücke geschnitten. Diejenigen Verblendeten, die, nachdem sie ein Lebewesen getötet haben, es wie Krähen und Geier verzehren,

Wort für Wort
yamadūtaiś ca caurās te chidyante lavaśaḥ kṣuraiḥ /
Und diese Diebe werden von den Dienern Yamas mit Rasiermessern in Stücke geschnitten.
ye hatvā prāṇinaṃ mūḍhāḥ khādante kākagṛdhravat //
Diejenigen Verblendeten, die, nachdem sie ein Lebewesen getötet haben, es wie Krähen und Geier verzehren,

bhojyante ca svamāṃsaṃ te kalpāntaṃ yamakiṃkaraiḥ / āsanaṃ śayanaṃ vastraṃ parakīyaṃ haranti ye //

denen wird von den Dienern Yamas bis zum Ende des Kalpas ihr eigenes Fleisch zu essen gegeben. Diejenigen, die Sitz, Lager oder Kleidung anderer rauben,

Wort für Wort
bhojyante ca svamāṃsaṃ te kalpāntaṃ yamakiṃkaraiḥ /
denen wird von den Dienern Yamas bis zum Ende des Kalpas ihr eigenes Fleisch zu essen gegeben.
āsanaṃ śayanaṃ vastraṃ parakīyaṃ haranti ye //
Diejenigen, die Sitz, Lager oder Kleidung anderer rauben,

yamadūtaiś ca te mūḍhā bhidyante śaktitomaraiḥ / phalaṃ pattraṃ nṛṇāṃ vāpi hṛtaṃ yais tu kubuddhibhiḥ //

diese Verblendeten werden von den Dienern Yamas mit Speeren und Lanzen durchbohrt. Wenn Frucht oder Blatt fremder Bäume von jenen mit schlechter Gesinnung geraubt wurde,

Wort für Wort
yamadūtaiś ca te mūḍhā bhidyante śaktitomaraiḥ /
diese Verblendeten werden von den Dienern Yamas mit Speeren und Lanzen durchbohrt.
phalaṃ pattraṃ nṛṇāṃ vāpi hṛtaṃ yais tu kubuddhibhiḥ //
Wenn Frucht oder Blatt fremder Bäume von jenen mit schlechter Gesinnung geraubt wurde,

yamadūtaiś ca te kruddhair dahyante tṛṇavahnibhiḥ / paradravye kalatre ca yaḥ sadā duṣṭadhīr naraḥ //

werden diese von den zornigen Dienern Yamas mit Strohfeuer verbrannt. Der Mann, der stets auf fremdes Gut und fremde Ehefrau böse Gedanken richtet,

Wort für Wort
yamadūtaiś ca te kruddhair dahyante tṛṇavahnibhiḥ /
werden diese von den zornigen Dienern Yamas mit Strohfeuer verbrannt.
paradravye kalatre ca yaḥ sadā duṣṭadhīr naraḥ //
Der Mann, der stets auf fremdes Gut und fremde Ehefrau böse Gedanken richtet,

yamadūtair jvalat tasya hṛdi śūlaṃ nikhanyate / karmaṇā manasā vācā ye dharmavimukhā narāḥ //

dem wird von den Dienern Yamas ein lodernder Spieß ins Herz gestoßen. Die Menschen, die durch Tat, Gedanke und Wort dem Dharma abgewandt sind,

Wort für Wort
yamadūtair jvalat tasya hṛdi śūlaṃ nikhanyate /
dem wird von den Dienern Yamas ein lodernder Spieß ins Herz gestoßen.
karmaṇā manasā vācā ye dharmavimukhā narāḥ //
Die Menschen, die durch Tat, Gedanke und Wort dem Dharma abgewandt sind,

yamaloke tu te ghorā labhante pariyātanāḥ / evaṃ śatasahasrāṇi lakṣakoṭiśatāni ca //

diese erleiden in Yamas Welt schreckliche Qualen. So gibt es Hunderte, Tausende, Hunderttausende und Hunderte von Millionen (an Höllen),

Wort für Wort
yamaloke tu te ghorā labhante pariyātanāḥ /
diese erleiden in Yamas Welt schreckliche Qualen.
evaṃ śatasahasrāṇi lakṣakoṭiśatāni ca //
So gibt es Hunderte, Tausende, Hunderttausende und Hunderte von Millionen an Höllen,

narakāṇi narais tatra bhujyante pāpakāribhiḥ / iha kṛtvā svalpam api naraḥ karmāśubhātmakam //

in denen die Sünder ihre Höllenstrafen erleiden. Wer hier (auf Erden) auch nur eine geringe unheilvolle Tat begeht,

Wort für Wort
narakāṇi narais tatra bhujyante pāpakāribhiḥ /
in denen die Sünder ihre Höllenstrafen erleiden.
iha kṛtvā svalpam api naraḥ karmāśubhātmakam //
Wer hier auf Erden auch nur eine geringe unheilvolle Tat begeht,

prāpnoti narake ghore yamalokeṣu yātanām / na śṛṇvanti narā mūḍhā dharmoktaṃ sādhu bhāṣitam //

der erleidet in der schrecklichen Hölle, in den Welten Yamas, Qual. Die verblendeten Menschen hören nicht auf die im Dharma verkündeten guten Worte,

Wort für Wort
prāpnoti narake ghore yamalokeṣu yātanām /
der erleidet in der schrecklichen Hölle, in den Welten Yamas, Qual.
na śṛṇvanti narā mūḍhā dharmoktaṃ sādhu bhāṣitam //
Die verblendeten Menschen hören nicht auf die im Dharma verkündeten guten Worte,

dṛṣṭaṃ keneti pratyakṣaṃ pratyuktyaivaṃ vadanti te / divā rātrau prayatnena pāpaṃ kurvanti ye narāḥ //

sondern sagen erwidernd: 'Wer hat das denn mit eigenen Augen gesehen?' Die Menschen, die Tag und Nacht mit Eifer Sünde begehen,

Wort für Wort
dṛṣṭaṃ keneti pratyakṣaṃ pratyuktyaivaṃ vadanti te /
sondern sagen erwidernd: 'Wer hat das denn mit eigenen Augen gesehen?'
divā rātrau prayatnena pāpaṃ kurvanti ye narāḥ //
Die Menschen, die Tag und Nacht mit Eifer Sünde begehen,

nācaranti hi te dharmaṃ pramādenāpi mohitāḥ / ihaiva phalabhoktāraḥ paratra vimukhāś ca ye //

diese üben, durch Nachlässigkeit verblendet, den Dharma nicht aus. Diejenigen, die nur hier (auf Erden) die Frucht ihrer Taten genießen wollen und dem Jenseits abgewandt sind,

Wort für Wort
nācaranti hi te dharmaṃ pramādenāpi mohitāḥ /
diese üben, durch Nachlässigkeit verblendet, den Dharma nicht aus.
ihaiva phalabhoktāraḥ paratra vimukhāś ca ye //
Diejenigen, die nur hier auf Erden die Frucht ihrer Taten genießen wollen und dem Jenseits abgewandt sind,

te patanti sughoreṣu narakeṣu narādhamāḥ / dāruṇo narake vāsaḥ svargavāsaḥ sukhapradaḥ / naraiḥ saṃprāpyate tatra karma kṛtvā śubhāśubham //

diese niedrigsten der Menschen stürzen in die überaus schrecklichen Höllen. Furchtbar ist der Aufenthalt in der Hölle, freudenspendend der Aufenthalt im Himmel – beides erlangen die Menschen, je nachdem, ob sie gute oder böse Taten vollbracht haben.

Wort für Wort
te patanti sughoreṣu narakeṣu narādhamāḥ /
diese niedrigsten der Menschen stürzen in die überaus schrecklichen Höllen.
dāruṇo narake vāsaḥ svargavāsaḥ sukhapradaḥ /
Furchtbar ist der Aufenthalt in der Hölle, freudenspendend der Aufenthalt im Himmel –
naraiḥ saṃprāpyate tatra karma kṛtvā śubhāśubham //
beides erlangen die Menschen, je nachdem, ob sie gute oder böse Taten vollbracht haben.

[Anm.: dreizeiliger Schlussvers des Kapitels.]

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