Vasiṣṭha sprach: Das nicht-erweckte Unmanifeste, diesen beständigen Schatz der Guṇas, das die Guṇas tragende Prinzip - es erschafft und zieht sie ebenso zurück,
avyaktabodhanāc caiva budhyamānaṃ vadanty api / na tv evaṃ budhyate 'vyaktaṃ saguṇaṃ tāta nirguṇam //
und aus dem Erwachen des Unmanifesten nennen sie es auch 'das Erwachende'; doch so erkennt das Unmanifeste sich nicht als 'mit Eigenschaften' oder 'ohne Eigenschaften', o Sohn,
avyaktabodhanāc caiva budhyamānaṃ vadanty uta / pañcaviṃśaṃ mahātmānaṃ na cāsāv api budhyate //
und aus dem Erwachen des Unmanifesten nennen sie auch den Fünfundzwanzigsten, die große Seele, 'das Erwachende' - doch auch er selbst erkennt dies letztlich nicht,
den Sechsundzwanzigsten, makellos, erwacht, unermesslich, ewig; der Fünfundzwanzigste aber erkennt beständig den Vierundzwanzigsten,
Wort für Wort
ṣaḍviṃśaṃ vimalaṃ buddham
den Sechsundzwanzigsten, makellos, erwacht
aprameyaṃ sanātanam
unermesslich, ewig
satataṃ pañcaviṃśaṃ tu
der Fünfundzwanzigste aber beständig
caturviṃśaṃ vibudhyate
erkennt den Vierundzwanzigsten
[Anm.] Hier wird über den klassischen Puruṣa als 'Fünfundzwanzigstes Prinzip' hinaus ein 'Sechsundzwanzigstes' (ṣaḍviṃśa) eingeführt - eine im Purāṇa-Sāṃkhya begegnende Erweiterung, die den individuellen Puruṣa (25.) einem übergeordneten, höchsten Prinzip (26., dem Paramātman/Īśvara) unterstellt.
dṛśyādṛśye hy anugatatatsvabhāve mahādyute / avyaktaṃ caiva tad brahma budhyate tāta kevalam //
denn er ist, von großem Glanz, dem Sichtbaren und Unsichtbaren gemäß seiner eigenen Natur zugewandt; und er, das Brahman, erkennt das Unmanifeste allein, o Sohn,
Wort für Wort
dṛśyādṛśye hy anugata-
dem Sichtbaren und Unsichtbaren zugewandt
tatsvabhāve mahādyute
seiner eigenen Natur gemäß, von großem Glanz
avyaktaṃ caiva tad brahma
und er, das Brahman, das Unmanifeste
budhyate tāta kevalam
erkennt allein, o Sohn
[?] Die genaue syntaktische Konstruktion dieses Verses bleibt unsicher.
und gelangt dann, o Tiger unter den Königen, erwacht geworden, zum Sechsundzwanzigsten; darauf gibt er das Unmanifeste auf, das dem Gesetz von Schöpfung und Auflösung [unterliegt],
Wort für Wort
ṣaḍviṃśaṃ rājaśārdūla
zum Sechsundzwanzigsten, o Tiger unter den Königen
tadā buddhaḥ kṛto vrajet
dann erwacht geworden gelangt er
tatas tyajati so 'vyaktaṃ
darauf gibt er das Unmanifeste auf
sargapralayadharmiṇam
das dem Gesetz von Schöpfung und Auflösung [unterliegt]
er erkennt die eigenschaftslose, [doch scheinbar] mit Eigenschaften verbundene, bewusstlose Prakṛti; danach wird er, durch die Schau des Unmanifesten, von der Natur des Alleinigen,
mit dem Alleinigen vereinigt, erlangt er das befreite Selbst; dies aber nennen sie das Prinzip, das jenseits der Prinzipien, alterslos und unsterblich,
Wort für Wort
kevalena samāgamya
mit dem Alleinigen vereinigt
vimuktātmānam āpnuyāt
erlangt er das befreite Selbst
etat tu tattvam ity āhur
dies aber nennen sie das Prinzip
nistattvam ajarāmaram
jenseits der Prinzipien, alterslos und unsterblich
'dieser ist der Sechsundzwanzigste' - so [erkennend], der Weise, ergriffen [vom höchsten Prinzip], alterslos und unsterblich, gelangt allein durch die Kraft des Alleinigen ohne Zweifel zur Gleichheit,
durch den erweckten Sechsundzwanzigsten wird auch der an sich unwissende [Puruṣa] zum Erwachenden - dies wird 'die Vielheit' genannt, gemäß dem Beispiel der Sāṃkhya-Überlieferung,
durch das erwachende, erwachte Prinzip gelangt er zur Gleichheit, o Herrscher von Mithilā; er, der zunächst von der Natur der Verhaftung ist, wird dann von unverhaftetem Selbst, o Herrscher der Menschen,
Wort für Wort
budhyamānena buddhena
durch das erwachende, erwachte Prinzip
samatāṃ yāti maithila
gelangt er zur Gleichheit, o Herrscher von Mithilā
saṅgadharmā bhavaty eṣa
er, von der Natur der Verhaftung, wird
niḥsaṅgātmā narādhipa
von unverhaftetem Selbst, o Herrscher der Menschen
nachdem er das unverhaftete Selbst erreicht hat, [erkennt er] den Sechsundzwanzigsten - den sie [im ungetrennten Zustand fälschlich] als aus Karma entstanden ansehen; der Mächtige gibt das Unmanifeste auf, wenn er dies völlig erkennt,
Wort für Wort
niḥsaṅgātmānam āsādya
das unverhaftete Selbst erreicht habend
ṣaḍviṃśaṃ karmajaṃ viduḥ
den Sechsundzwanzigsten, den sie als aus Karma entstanden ansehen
vibhus tyajati cāvyaktaṃ
der Mächtige gibt das Unmanifeste auf
yadā tv etad vibudhyate
wenn er dies völlig erkennt
[?] Die Bezeichnung des Sechsundzwanzigsten als 'karmajaṃ' ('aus Karma entstanden') wirkt widersprüchlich zu seiner sonst betonten Ewigkeit; vermutlich bezieht sich dies auf die vor der vollen Erkenntnis bestehende irrtümliche Ansicht.
caturviṃśam agādhaṃ ca ṣaḍviṃśasya prabodhanāt / eṣa hy apratibuddhaś ca budhyamānas tu te 'nagha //
und den unergründlichen Vierundzwanzigsten [erkennt er] durch das Erwachen des Sechsundzwanzigsten; er ist ja zunächst unerweckt, doch wird zum Erwachenden, o Sündenloser,
und er wird wahrhaftig 'erwacht' genannt, gemäß dem Beispiel der Überlieferung; wie die Verschiedenheit von Mücke und Feigenfrucht [besteht], so besteht sie bei diesen beiden,
Wort für Wort
ukto buddhaś ca tattvena
und er wird wahrhaftig 'erwacht' genannt
yathāśrutinidarśanāt
gemäß dem Beispiel der Überlieferung
maśakodumbare yadvad
wie bei Mücke und Feigenfrucht
anyatvaṃ tadvad etayoḥ
so die Verschiedenheit bei diesen beiden
[Anm.] Das Bild von Mücke und Feigenfrucht (maśakodumbara) als Gleichnis für Verschiedenheit-in-Einheit begegnete bereits ähnlich in Kap.237, V.88.
paraś ca paradharmā ca bhavaty eva sametya vai / viśuddhadharmā śuddhena nāśuddhena ca buddhimān //
der Höchste, und von der Natur des Höchsten, wird er fürwahr, sich vereinigend [mit ihm]; von reiner Natur durch das Reine, nicht durch das Unreine, wird der Weise,
von der Natur des Befreiten, durch das Erwachte vereinigt, o Stier unter den Männern; und durch das Trennung-bewirkende [Prinzip] wird er von befreitem Selbst,
und durch den Befreier wird ihm hier ebenso die Befreiung zuteil, wenn er sich [mit ihm] vereinigt; von reiner Tat und rein wird der von unermesslicher Weisheit,
vimalātmā ca bhavati sametya vimalātmanā / kevalātmā tathā caiva kevalena sametya vai / svatantraś ca svatantreṇa svatantratvam avāpyate //
und von makellosem Selbst wird er, sich mit dem Makellosen vereinigend; ebenso von alleinigem Selbst, sich mit dem Alleinigen vereinigend; und unabhängig, durch [Vereinigung] mit dem Unabhängigen, wird Unabhängigkeit erlangt.
So weit ist dies von mir dir dargelegt worden, wahrhaftig, o großer König, die dem [wahren] Sinn entsprechende Wahrheit; ohne Neid mögest du mit der Buddhi das ewige, reine, ursprüngliche Brahman annehmen,
Wort für Wort
etāvad etat kathitaṃ mayā te
so weit ist dies von mir dir dargelegt worden
tathyaṃ mahārāja yathārthatattvam
wahrhaftig, o großer König, die dem Sinn entsprechende Wahrheit
amatsaras tvaṃ pratigṛhya buddhyā
ohne Neid mögest du mit der Buddhi annehmen
sanātanaṃ brahma viśuddham ādyam
das ewige, reine, ursprüngliche Brahman
[Anm.] Ab hier (V.31-41) liegt der Sanskrit-Text wieder in einem vierzeiligen Hymnenmeter ohne die üblichen Daṇḍa-Satzzeichen vor; zur einheitlichen Darstellung wurden hier wie in entsprechenden Passagen früherer Kapitel konventionelle Satzzeichen ergänzt.
dies mag von dir dem im Veda gegründeten Menschen als höchste Gabe gegeben werden, o König, dem, der [ebenso zu handeln] wünscht, das Erwachen bewirkend, dem sich Verneigenden als Anweisung zum Erwachen,
na deyam etac ca yathānṛtātmane / śaṭhāya klībāya na jihmabuddhaye / na paṇḍitajñānaparopatāpine / deyaṃ tathā śiṣyavibodhanāya //
und dies darf nicht dem von unwahrer Wesensart gegeben werden, nicht dem Betrüger, dem Unmännlichen, nicht dem von krummem Verstand, nicht dem, der Gelehrtenwissen missbraucht, um andere zu quälen; ebenso [nur] zur Erweckung des [würdigen] Schülers ist es zu geben,
Wort für Wort
na deyam etac ca yathānṛtātmane
und dies darf nicht dem von unwahrer Wesensart gegeben werden
śaṭhāya klībāya na jihmabuddhaye
nicht dem Betrüger, dem Unmännlichen, dem von krummem Verstand
na paṇḍitajñānaparopatāpine
nicht dem, der Gelehrtenwissen zur Quälerei anderer missbraucht
dem von Glauben Erfüllten, dem mit [guten] Eigenschaften Versehenen, dem, der sich stets von der Verleumdung anderer fernhält, dem im Yoga Geläuterten und dem Weisen, dem Mitleidigen, dem Geduldigen, dem Wohlwollenden,
Wort für Wort
śraddhānvitāyātha guṇānvitāya
dem von Glauben Erfüllten, dem mit Eigenschaften Versehenen
parāpavādād viratāya nityam
dem, der sich stets von Verleumdung anderer fernhält
viśuddhayogāya budhāya caiva
dem im Yoga Geläuterten und dem Weisen
kṛpāvate 'tha kṣamiṇe hitāya
dem Mitleidigen, dem Geduldigen, dem Wohlwollenden
viviktaśīlāya vidhipriyāya / vivādahīnāya bahuśrutāya / vinītaveśāya nahaitukātmane / sadaiva guhyaṃ tv idam eva deyam //
dem von zurückgezogener Wesensart, dem der Vorschrift Zugetanen, dem streitfreien, dem vielgelehrten, dem von bescheidener Erscheinung, dem nicht [bloß spitzfindig] argumentierenden Wesens - stets nur einem solchen ist dieses Geheime zu geben,
Wort für Wort
viviktaśīlāya vidhipriyāya
dem von zurückgezogener Wesensart, dem der Vorschrift Zugetanen
vivādahīnāya bahuśrutāya
dem streitfreien, dem vielgelehrten
vinītaveśāya nahaitukātmane
dem von bescheidener Erscheinung, nicht spitzfindigen Wesens
sadaiva guhyaṃ tv idam eva deyam
stets nur einem solchen ist dieses Geheime zu geben
dem, der dieser Eigenschaften gänzlich entbehrt, darf es nicht gegeben werden - dies nennen sie das höchste, reine Brahman; einem solchen Unwürdigen getan, wird es dem Verkünder des Dharma nicht zum Heil gereichen, wegen der Gabe an einen Unwürdigen,
Wort für Wort
etair guṇair hīnatame na deyam
dem, der dieser Eigenschaften entbehrt, darf es nicht gegeben werden
etat paraṃ brahma viśuddham āhuḥ
dies nennen sie das höchste, reine Brahman
na śreyase yokṣyati tādṛśe kṛtaṃ
einem solchen getan, wird es nicht zum Heil gereichen
dharmapravaktāram apātradānāt
dem Verkünder des Dharma, wegen der Gabe an einen Unwürdigen
selbst wenn man ihm diese ganze, mit Juwelen gefüllte Erde schenken würde - dies ist nicht dem zu geben, der ohne Gelübde ist; dem mit bezwungenen Sinnen, dem Sich-Bemühenden ist es zu geben; dem Kenner der höchsten Wahrheit ist es zu geben, o Herrscher der Menschen,
Wort für Wort
pṛthvīm imāṃ vā yadi ratnapūrṇāṃ
selbst wenn man diese mit Juwelen gefüllte Erde
dadyād adeyaṃ tv idam avratāya
schenken würde - dies ist nicht dem ohne Gelübde zu geben
jitendriyāya prayatāya deyaṃ
dem mit bezwungenen Sinnen, dem Sich-Bemühenden ist es zu geben
deyaṃ paraṃ tattvavide narendra
dem Kenner der höchsten Wahrheit ist es zu geben, o Herrscher der Menschen
o Karāla, keinerlei Furcht sei bei dir; dies, das höchste Brahman, hast du heute gehört, gebührend dargelegt, überaus heilig, kummerlos, gänzlich ohne Anfang und Mitte,
agādham etad ajarāmaraṃ ca / nirāmayaṃ vītabhayaṃ śivaṃ ca / samīkṣya mohaṃ paravādasaṃjñam / etasya tattvārtham imaṃ viditvā //
unergründlich ist dies, alterslos und unsterblich, leidlos, furchtlos und heilvoll; nachdem du die als 'fremder Lehrmeinung' bezeichnete Verblendung durchschaut und diesen wahren Sinn davon erkannt hast,
Wort für Wort
agādham etad ajarāmaraṃ ca
unergründlich ist dies, alterslos und unsterblich
nirāmayaṃ vītabhayaṃ śivaṃ ca
leidlos, furchtlos und heilvoll
samīkṣya mohaṃ paravādasaṃjñam
die als 'fremder Lehrmeinung' bezeichnete Verblendung durchschaut habend
dies wurde einst ja vom ewigen Hiraṇyagarbha erlangt, o Herrscher der Menschen, nachdem man jenen von gewaltigem Glanz mit Mühe erfreut hatte - so wie dieses ewige Brahman nun von dir [erlangt wurde],
Wort für Wort
avāptam etad dhi purā sanātanād
dies wurde einst ja vom ewigen [Hiraṇyagarbha] erlangt
dhiraṇyagarbhād dhi tato narādhipa
von Hiraṇyagarbha, o Herrscher der Menschen
prasādya yatnena tam ugratejasaṃ
nachdem man jenen von gewaltigem Glanz mit Mühe erfreut hatte
und wie ich von dir befragt wurde, o Herrscher der Menschen, so ist dies von mir dir dargelegt worden, nichts anderes; so wie ich es vom Brahman erlangt habe, o Herrscher der Menschen - das große Wissen, die höchste Zuflucht der Erlösungskundigen.
Wort für Wort
pṛṣṭas tvayā cāsmi yathā narendra
wie ich von dir befragt wurde, o Herrscher der Menschen
tathā mayedaṃ tvayi noktam anyat
so ist dies von mir dir dargelegt worden, nichts anderes
yathāvāptaṃ brahmaṇo me narendra
so wie ich es vom Brahman erlangt habe, o Herrscher der Menschen
mahājñānaṃ mokṣavidāṃ parāyaṇam
das große Wissen, die höchste Zuflucht der Erlösungskundigen
Vyāsa sprach: Dies ist das höchste Brahman, von dem aus man nicht wieder zurückkehrt, das dargelegte - der Fünfundzwanzigste, o beste der Weisen, wie es einst von Vasiṣṭha [gelehrt wurde],
[wer dies nicht erkennt,] erlangt die Wiederkehr, obwohl es das höchste, unvergängliche Wissen ist; er erkennt das alterslose, unsterbliche [Prinzip], das doch das [immer schon] Erwachende ist, nicht wahrhaftig,
Wort für Wort
punarāvṛttim āpnoti
er erlangt die Wiederkehr
paramaṃ jñānam avyayam
[obwohl es] das höchste, unvergängliche Wissen [ist]
nāti budhyati tattvena
er erkennt nicht wahrhaftig
budhyamāno 'jarāmaram
das alterslose, unsterbliche, [immer schon] Erwachende
[?] Die genaue logische Beziehung der beiden Vershälften (wer erlangt die Wiederkehr, und warum) bleibt ohne unmittelbaren Bezugssatz etwas unsicher.
dieses das höchste Heil bewirkende Wissen ist, o [ihr], von mir wahrhaftig dargelegt worden, o Brahmanen, nachdem ich es vom Götterweisen gehört hatte, o Zweifachgeborene,
Wort für Wort
etan niḥśreyasakaraṃ jñānaṃ
dieses das höchste Heil bewirkende Wissen
bhoḥ paramaṃ mayā
o [ihr], das höchste, von mir
kathitaṃ tattvato viprāḥ
wahrhaftig dargelegt, o Brahmanen
śrutvā devarṣito dvijāḥ
nachdem ich es vom Götterweisen gehört hatte, o Zweifachgeborene
von Nārada wurde es mir bekannt - dies ewige, [euch nun] dargelegte [Wissen]; grämt euch nicht, o beste der Weisen, nachdem ihr diesen höchsten Zustand vernommen habt,
Wort für Wort
nāradād viditaṃ mahyam
von Nārada wurde es mir bekannt
etad uktaṃ sanātanam
dies ewige, dargelegte [Wissen]
mā śucadhvaṃ muniśreṣṭhāḥ
grämt euch nicht, o beste der Weisen
śrutvaitat paramaṃ padam
nachdem ihr diesen höchsten Zustand vernommen habt
yena kṣarākṣare bhinne na bhayaṃ tasya vidyate / vidyate tu bhayaṃ yasya yo nainaṃ vetti tattvataḥ //
durch das Wissen, durch welches Kṣara und Akṣara getrennt [erkannt werden], gibt es für den keine Furcht; Furcht aber gibt es für den, der dies nicht wahrhaftig kennt,
Wort für Wort
yena kṣarākṣare bhinne
durch das, wodurch Kṣara und Akṣara getrennt [erkannt werden]
denn im schrecklichen Ozean der Unwissenheit, dessen Grund unergründlich das Unmanifeste genannt wird, versinken Tag für Tag die Wesen, o Zweifachgeborene,
Wort für Wort
ajñānasāgare ghore
im schrecklichen Ozean der Unwissenheit
hy avyaktāgādha ucyate
dessen Grund unergründlich das Unmanifeste genannt wird
aus jenem unergründlichen, unmanifesten, [scheinbar] schwindenden, doch ewigen [Ozean] - daraus möget ihr frei von Rajas und frei von Tamas werden, o Zweifachgeborene,
so ist von mir, o beste der Weisen, das noch Wesentlichere als das Wesentliche, die höchste Erlösung dargelegt worden, die man erkennend nicht mehr zurückkehrt,
na nāstikāya dātavyaṃ nābhaktāya kadācana / na duṣṭamataye viprā na śraddhāvimukhāya ca //
nicht dem Ungläubigen darf es gegeben werden, niemals dem Nicht-Hingegebenen; nicht dem von böser Gesinnung, o Brahmanen, und nicht dem, der sich vom Glauben abwendet.