Brahma-Purāṇa
Kapitel 18: bhuvanakośavarṇanam
Beschreibung des Weltenraums: Jambūdvīpa, Meru und die neun Länder
Die Weisen des Naimiṣa-Waldes loben die gehörte Erzählung und bitten Lomaharṣaṇa nun um eine kosmographische Beschreibung der Erde. Es folgt die klassische Purāṇa-Kosmographie: die sieben Kontinente (Jambū, Plakṣa, Śālmala, Kuśa, Krauñca, Śāka, Puṣkara) und ihre sieben Ozeane; im Zentrum Jambūdvīpa mit dem goldenen Weltenberg Meru, umgeben von den Länder-Grenzbergen (Himavant, Hemakūṭa, Niṣadha im Süden; Nīla, Śveta, Śṛṅgin im Norden) und den neun Ländern (Bhārata, Kiṃpuruṣa, Harivarṣa, Ramyaka, Hiraṇmaya, Uttarakuru, Bhadrāśva, Ketumāla, Ilāvṛta in der Mitte); die vier Stützberge um den Meru mit ihren Riesenbäumen (darunter der namensgebende Jambū-Baum mit dem Gold hervorbringenden Fruchtsaft); die vier Wälder und Seen der Götter; die Kesara-Berge in den vier Richtungen; die Stadt Brahmans auf dem Gipfel des Meru, von der die himmlische Gaṅgā herabfällt und sich in vier Ströme teilt (Sītā, Alakanandā, Cakṣu, Bhadrā), die in die vier Ozeane münden; die acht äußeren Grenzberge; schließlich Viṣṇus Gegenwart in jedem der acht äußeren Länder in je einer besonderen Gestalt (Pferdekopf, Eber, Schildkröte, Fisch usw.) und die paradiesische, zeitlose Glückseligkeit ihrer Bewohner ohne Leid, Krankheit oder Zeitalter-Wandel. 62 Verse.
{munaya ūcuḥ: } aho sumahad ākhyānaṃ bhavatā parikīrtitam / bhāratānāṃ ca sarveṣāṃ pārthivānāṃ tathaiva ca // BrP_18.1 //
Die Weisen sprachen: Ach, eine gar große Erzählung wurde von dir verkündet, [die] der Bhāratas und aller Könige gleichermaßen,
Wort für Wort aho sumahat ākhyānam ach, eine gar große Erzählung bhavatā parikīrtitam wurde von dir verkündet bhāratānām ca sarveṣām pārthivānām tathā eva ca der Bhāratas und aller Könige gleichermaßen devānāṃ dānavānāṃ ca gandharvoragarakṣasām / daityānām atha siddhānāṃ guhyakānāṃ tathaiva ca // BrP_18.2 //
der Götter und Dānavas, der Gandharvas, Uragas und Rakṣas, der Daityas, dann der Siddhas und ebenso der Guhyakas,
Wort für Wort devānām dānavānām ca der Götter und Dānavas gandharva-uraga-rakṣasām der Gandharvas, Uragas [Schlangenwesen], Rakṣas daityānām atha siddhānām guhyakānām tathā eva ca der Daityas, dann der Siddhas und ebenso der Guhyakas atyadbhutāni karmāṇi vikramā dharmaniścayāḥ / vividhāś ca kathā divyā janma cāgryam anuttamam // BrP_18.3 //
höchst wunderbare Taten, Heldenkraft, Dharma-Entscheidungen, mannigfaltige göttliche Erzählungen und die vorzüglichste, unübertreffliche Geburt(sgeschichte) —
Wort für Wort atyadbhutāni karmāṇi höchst wunderbare Taten vikramāḥ dharma-niścayāḥ Heldentaten, Dharma-Entscheidungen vividhāḥ ca kathāḥ divyāḥ und mannigfaltige göttliche Erzählungen janma ca agryam anuttamam und die vorzüglichste, unübertreffliche Geburt(sgeschichte) sṛṣṭiḥ prajāpateḥ samyak tvayā proktā mahāmate / prajāpatīnāṃ sarveṣāṃ guhyakāpsarasāṃ tathā // BrP_18.4 //
die Schöpfung Prajāpatis wurde von dir vollständig verkündet, o Großgesinnter, [ebenso die] aller Prajāpatis und ebenso der Guhyakas und Apsaras,
Wort für Wort sṛṣṭiḥ prajāpateḥ samyak die Schöpfung Prajāpatis vollständig tvayā proktā mahāmate wurde von dir verkündet, o Großgesinnter prajāpatīnām sarveṣām guhyaka-apsarasām tathā [ebenso die] aller Prajāpatis und ebenso der Guhyakas und Apsaras sthāvaraṃ jaṅgamaṃ sarvam utpannaṃ vividhaṃ jagat / tvayā proktaṃ mahābhāga śrutaṃ caitan manoharam // BrP_18.5 //
alles Unbewegliche und Bewegliche, die entstandene mannigfaltige Welt, wurde von dir verkündet, o Hochbeglückter, und dies wurde gehört, das Herzerfreuende,
Wort für Wort sthāvaram jaṅgamam sarvam alles Unbewegliche und Bewegliche utpannam vividham jagat die entstandene mannigfaltige Welt tvayā proktam mahābhāga wurde von dir verkündet, o Hochbeglückter śrutam ca etat manoharam und dies Herzerfreuende wurde gehört kathitaṃ puṇyaphaladaṃ purāṇaṃ ślakṣṇayā girā / manaḥkarṇasukhaṃ samyak prīṇāty amṛtasaṃmitam // BrP_18.6 //
das verdienstvolle Frucht verleihende Purāṇa wurde mit sanfter Stimme erzählt; es erfreut Geist und Ohr vollständig, dem Nektar gleichkommend.
Wort für Wort kathitam puṇya-phaladam purāṇam das verdienstvolle, Frucht verleihende Purāṇa wurde erzählt ślakṣṇayā girā mit sanfter Stimme manaḥ-karṇa-sukham samyak prīṇāti es erfreut Geist und Ohr vollständig amṛta-saṃmitam dem Nektar gleichkommend idānīṃ śrotum icchāmaḥ sakalaṃ maṇḍalaṃ bhuvaḥ / vaktum arhasi sarvajña paraṃ kautūhalaṃ hi naḥ // BrP_18.7 //
Jetzt wünschen wir zu hören von der gesamten Scheibe der Erde; du sollst [es] verkünden, o Allwissender, denn groß ist unsere Neugier.
Wort für Wort idānīm śrotum icchāmaḥ jetzt wünschen wir zu hören sakalam maṇḍalam bhuvaḥ von der gesamten Scheibe der Erde vaktum arhasi sarvajña du sollst [es] verkünden, o Allwissender param kautūhalam hi naḥ denn groß ist unsere Neugier yāvantaḥ sāgarā dvīpās tathā varṣāṇi parvatāḥ / vanāni saritaḥ puṇyā devādīnāṃ mahāmate // BrP_18.8 //
wie viele Ozeane, Kontinente, ebenso Länder, Berge, Wälder [und] heilige Flüsse der Götter und anderer [es gibt], o Großgesinnter,
Wort für Wort yāvantaḥ sāgarāḥ dvīpāḥ wie viele Ozeane, Kontinente tathā varṣāṇi parvatāḥ ebenso Länder, Berge vanāni saritaḥ puṇyāḥ Wälder, heilige Flüsse deva-ādīnām mahāmate der Götter und anderer, o Großgesinnter [Anm.: Der Satz reicht grammatisch bis in v.9 hinein ("yatpramāṇam idaṃ sarvaṃ ... vaktum arhasi"); das Kompositum "puṇyā(ḥ)" bezieht sich auf "saritaḥ" (heilige Flüsse).]
yatpramāṇam idaṃ sarvaṃ yadādhāraṃ yadātmakam / saṃsthānam asya jagato yathāvad vaktum arhasi // BrP_18.9 //
was das Maß von all diesem ist, was seine Grundlage, was sein Wesen — die Gestalt dieser Welt sollst du wahrheitsgemäß verkünden.
Wort für Wort yat-pramāṇam idam sarvam was das Maß von all diesem ist yat-ādhāram yat-ātmakam was seine Grundlage, was sein Wesen saṃsthānam asya jagataḥ die Gestalt dieser Welt yathāvat vaktum arhasi sollst du wahrheitsgemäß verkünden {lomaharṣaṇa uvāca: } munayaḥ śrūyatām etat saṃkṣepād vadato mama / nāsya varṣaśatenāpi vaktuṃ śakyo 'tivistaraḥ // BrP_18.10 //
Lomaharṣaṇa sprach: Ihr Weisen, dies höret von mir, der [es] in Kürze spricht; selbst in hundert Jahren wäre es nicht möglich, [es] in aller Ausführlichkeit zu verkünden.
Wort für Wort munayaḥ śrūyatām etat ihr Weisen, dies höret saṃkṣepāt vadataḥ mama von mir, der [es] in Kürze spricht na asya varṣa-śatena api selbst in hundert Jahren [wäre es] nicht [möglich] vaktum śakyaḥ ativistaraḥ es in aller Ausführlichkeit zu verkünden jambūplakṣāhvayau dvīpau śālmalaś cāparo dvijāḥ / kuśaḥ krauñcas tathā śākaḥ puṣkaraś caiva saptamaḥ // BrP_18.11 //
Jambū und Plakṣa genannt sind zwei Kontinente, und ein weiterer, Śālmala, o Zweifachgeborene, Kuśa, ebenso Krauñca, Śāka, und Puṣkara als siebter.
Wort für Wort jambū-plakṣa-āhvayau dvīpau die Jambū und Plakṣa genannten zwei Kontinente śālmalaḥ ca aparaḥ dvijāḥ und ein weiterer, Śālmala, o Zweifachgeborene kuśaḥ krauñcaḥ tathā śākaḥ Kuśa, ebenso Krauñca, Śāka puṣkaraḥ ca eva saptamaḥ und Puṣkara als siebter ete dvīpāḥ samudrais tu sapta saptabhir āvṛtāḥ / lavaṇekṣusurāsarpir dadhidugdhajalaiḥ samam // BrP_18.12 //
diese sieben Kontinente sind von sieben Ozeanen umgeben, [gefüllt] mit Salz[wasser], Zuckerrohrsaft, Wein, Ghee, Dickmilch und [Süß]wasser.
Wort für Wort ete dvīpāḥ diese Kontinente samudraiḥ tu sapta saptabhiḥ āvṛtāḥ sind von sieben Ozeanen umgeben lavaṇa-ikṣu-surā-sarpiḥ mit Salz[wasser], Zuckerrohrsaft, Wein, Ghee dadhi-dugdha-jalaiḥ samam mit Dickmilch und Wasser zugleich jambūdvīpaḥ samastānām eteṣāṃ madhyasaṃsthitaḥ / tasyāpi madhye viprendrā meruḥ kanakaparvataḥ // BrP_18.13 //
Jambūdvīpa ist inmitten aller dieser gelegen; und in dessen Mitte, o Fürsten der Brahmanen, [steht] der Berg Meru aus Gold.
Wort für Wort jambūdvīpaḥ samastānām eteṣām Jambūdvīpa [liegt] inmitten all dieser madhya-saṃsthitaḥ in der Mitte gelegen tasya api madhye viprendrāḥ und in dessen Mitte, o Fürsten der Brahmanen meruḥ kanaka-parvataḥ [steht] der Berg Meru aus Gold caturaśītisāhasrair yojanais tasya cocchrayaḥ / praviṣṭaḥ ṣoḍaśādhastād dvātriṃśan mūrdhni vistṛtaḥ // BrP_18.14 //
seine Höhe [beträgt] 84.000 Yojanas; unten ist er um 16.000 [Yojanas] eingesenkt, an der Spitze ist er 32.000 [Yojanas] breit.
Wort für Wort catur-aśīti-sāhasraiḥ yojanaiḥ mit 84.000 Yojanas tasya ca ucchrayaḥ und dessen Höhe praviṣṭaḥ ṣoḍaśa adhastāt unten um 16.000 [Yojanas] eingesenkt dvātriṃśat mūrdhni vistṛtaḥ an der Spitze 32.000 [Yojanas] breit [Anm.: die üblichen kosmographischen Maßzahlen des Purāṇa-Genres; ein Yojana ist ein traditionelles Wegmaß.]
mūle ṣoḍaśasāhasrair vistāras tasya sarvataḥ / bhūpadmasyāsya śailo 'sau karṇikākārasaṃsthitaḥ // BrP_18.15 //
an der Wurzel [beträgt] seine Breite überall 16.000 [Yojanas]; dieser Berg ist wie der Fruchtknoten dieser Erdlotos-Blüte gestaltet.
Wort für Wort mūle ṣoḍaśa-sāhasraiḥ an der Wurzel mit 16.000 [Yojanas] vistāraḥ tasya sarvataḥ [ist] seine Breite überall bhū-padmasya asya śailaḥ asau dieser Berg dieser Erdlotos-Blüte karṇikā-ākāra-saṃsthitaḥ ist wie der Fruchtknoten gestaltet himavān hemakūṭaś ca niṣadhas tasya dakṣiṇe / nīlaḥ śvetaś ca śṛṅgī ca uttare varṣaparvatāḥ // BrP_18.16 //
Himavant, Hemakūṭa und Niṣadha [liegen] südlich von ihm, Nīla, Śveta und Śṛṅgin [liegen] nördlich — die die Länder trennenden Berge.
Wort für Wort himavān hemakūṭaḥ ca niṣadhaḥ Himavant, Hemakūṭa und Niṣadha tasya dakṣiṇe südlich von ihm nīlaḥ śvetaḥ ca śṛṅgī ca Nīla, Śveta und Śṛṅgin uttare varṣa-parvatāḥ nördlich, die Länder-Grenzberge lakṣapramāṇau dvau madhye daśahīnās tathāpare / sahasradvitayocchrāyās tāvadvistāriṇaś ca te // BrP_18.17 //
die zwei mittleren [Berge, Niṣadha und Nīla,] haben das Maß von 100.000 [Yojanas], die anderen [nehmen jeweils] um zehntausend ab; ihre Höhe beträgt 2.000 [Yojanas], und ebenso [groß ist] ihre Breite.
Wort für Wort lakṣa-pramāṇau dvau madhye die zwei mittleren mit dem Maß von 100.000 [Yojanas] daśa-hīnāḥ tathā apare [?] die anderen um zehntausend vermindert [?] sahasra-dvitaya-ucchrāyāḥ mit einer Höhe von 2.000 [Yojanas] tāvat-vistāriṇaḥ ca te und ebenso breit sind sie [Anm.: gemeint ist offenbar, dass die Länge der Grenzberge von der Mitte (Niṣadha/Nīla, je 100.000 Yojanas) nach außen hin um je 10.000 Yojanas abnimmt — eine bekannte, auch in Parallel-Purāṇen belegte Vorstellung; im Detail unklar, mit [?] markiert.]
bhārataṃ prathamaṃ varṣaṃ tataḥ kiṃpuruṣaṃ smṛtam / harivarṣaṃ tathaivānyan meror dakṣiṇato dvijāḥ // BrP_18.18 //
Bhārata [ist] das erste Land, danach gilt Kiṃpuruṣa, ebenso ein weiteres, Harivarṣa, südlich vom Meru, o Zweifachgeborene.
Wort für Wort bhāratam prathamam varṣam Bhārata [ist] das erste Land tataḥ kiṃpuruṣam smṛtam danach gilt Kiṃpuruṣa harivarṣam tathā eva anyat ebenso ein weiteres, Harivarṣa meroḥ dakṣiṇataḥ dvijāḥ südlich vom Meru, o Zweifachgeborene ramyakaṃ cottaraṃ varṣaṃ tasyaiva tu hiraṇmayam / uttarāḥ kuravaś caiva yathā vai bhārataṃ tathā // BrP_18.19 //
Ramyaka [ist] das nördlich [von jenem gelegene] Land, und von diesem aus [wiederum nördlich liegt] Hiraṇmaya; die Uttarakurus [liegen noch weiter nördlich], ebenso wie im Süden Bhārata [liegt].
Wort für Wort ramyakam ca uttaram varṣam Ramyaka [ist] das nördliche Land tasya eva tu hiraṇmayam und von diesem aus [wiederum] Hiraṇmaya uttarāḥ kuravaḥ ca eva und die Uttarakurus yathā vai bhāratam tathā ebenso wie Bhārata [im Süden] navasāhasram ekaikam eteṣāṃ dvijasattamāḥ / ilāvṛtaṃ ca tanmadhye sauvarṇo merur ucchritaḥ // BrP_18.20 //
je 9.000 [Yojanas misst] jedes von diesen, o Beste der Zweifachgeborenen; und in deren Mitte [liegt] Ilāvṛta, [wo] sich der goldene Meru erhebt.
Wort für Wort nava-sāhasram eka-ekam eteṣām je 9.000 [Yojanas] jedes von diesen dvija-sattamāḥ o Beste der Zweifachgeborenen ilāvṛtam ca tat-madhye und Ilāvṛta in deren Mitte sauvarṇaḥ meruḥ ucchritaḥ [wo] sich der goldene Meru erhebt meroś caturdiśaṃ tatra navasāhasravistṛtam / ilāvṛtaṃ mahābhāgāś catvāraś cātra parvatāḥ // BrP_18.21 //
rings um den Meru, in alle vier Richtungen, erstreckt sich dort Ilāvṛta über 9.000 [Yojanas], o Hochbeglückte, und hier [gibt es] vier Berge.
Wort für Wort meroḥ catur-diśam tatra um den Meru, in vier Richtungen, dort nava-sāhasra-vistṛtam ilāvṛtam erstreckt sich Ilāvṛta über 9.000 [Yojanas] mahābhāgāḥ o Hochbeglückte catvāraḥ ca atra parvatāḥ und hier [gibt es] vier Berge viṣkambhā vitatā meror yojanāyutavistṛtāḥ / pūrveṇa mandaro nāma dakṣiṇe gandhamādanaḥ // BrP_18.22 //
als Stützpfeiler um den Meru ausgebreitet, je 10.000 Yojanas breit: im Osten [ist] der Berg namens Mandara, im Süden Gandhamādana,
Wort für Wort viṣkambhāḥ vitatāḥ meroḥ als Stützpfeiler um den Meru ausgebreitet yojana-ayuta-vistṛtāḥ je 10.000 Yojanas breit pūrveṇa mandaraḥ nāma im Osten der Berg namens Mandara dakṣiṇe gandhamādanaḥ im Süden Gandhamādana vipulaḥ paścime pārśve supārśvaś cottare sthitaḥ / kadambas teṣu jambūś ca pippalo vaṭa eva ca // BrP_18.23 //
Vipula an der Westseite, und Supārśva befindet sich im Norden; auf ihnen [stehen je] ein Kadamba-, ein Jambū-, ein Pippala- und ein Vaṭa-Baum.
Wort für Wort vipulaḥ paścime pārśve Vipula an der Westseite supārśvaḥ ca uttare sthitaḥ und Supārśva befindet sich im Norden kadambaḥ teṣu jambūḥ ca auf ihnen [je] ein Kadamba- und ein Jambū-Baum pippalaḥ vaṭaḥ eva ca ein Pippala- und ein Vaṭa-Baum ekādaśaśatāyāmāḥ pādapā giriketavaḥ / jambūdvīpasya sā jambūr nāmahetur dvijottamāḥ // BrP_18.24 //
diese Bäume, die Berg-Banner, sind 1.100 [Yojanas] hoch; jener Jambū-Baum ist der Namensgeber für Jambūdvīpa, o Beste der Zweifachgeborenen.
Wort für Wort ekādaśa-śata-āyāmāḥ pādapāḥ 1.100 [Yojanas] hohe Bäume giri-ketavaḥ die Berg-Banner jambūdvīpasya sā jambūḥ jener Jambū[-Baum] von Jambūdvīpa nāma-hetuḥ dvija-uttamāḥ ist der Namensgeber, o Beste der Zweifachgeborenen mahāgajapramāṇāni jambvās tasyāḥ phalāni vai / patanti bhūbhṛtaḥ pṛṣṭhe śīryamāṇāni sarvataḥ // BrP_18.25 //
die Früchte jenes Jambū-Baumes haben die Größe großer Elefanten; sie fallen auf den Rücken des Berges und zerbersten überall.
Wort für Wort mahāgaja-pramāṇāni von der Größe großer Elefanten jambvāḥ tasyāḥ phalāni vai die Früchte jenes Jambū[-Baumes] patanti bhūbhṛtaḥ pṛṣṭhe fallen auf den Rücken des Berges śīryamāṇāni sarvataḥ und zerbersten überall rasena teṣāṃ vikhyātā tatra jambūnadīti vai / sarit pravartate sā ca pīyate tannivāsibhiḥ // BrP_18.26 //
aus deren Saft entsteht dort der berühmte Fluss namens Jambūnadī; dieser fließt, und er wird von den dort Wohnenden getrunken.
Wort für Wort rasena teṣām vikhyātā aus deren Saft [entsteht] der berühmte tatra jambūnadī iti vai sarit dort der Fluss namens Jambūnadī pravartate sā ca dieser fließt pīyate tat-nivāsibhiḥ und wird von den dort Wohnenden getrunken na khedo na ca daurgandhyaṃ na jarā nendriyakṣayaḥ / tatpānasvasthamanasāṃ janānāṃ tatra jāyate // BrP_18.27 //
weder Erschöpfung noch übler Geruch, weder Altern noch Schwinden der Sinneskräfte entsteht dort bei den Menschen, deren Geist durch dessen Trinken gesund ist.
Wort für Wort na khedaḥ na ca daurgandhyam weder Erschöpfung noch übler Geruch na jarā na indriya-kṣayaḥ weder Altern noch Schwinden der Sinneskräfte tat-pāna-svastha-manasām janānām bei den Menschen, deren Geist durch dessen Trinken gesund ist tatra jāyate entsteht dort tīramṛt tadrasaṃ prāpya sukhavāyuviśoṣitā / jāmbūnadākhyaṃ bhavati suvarṇaṃ siddhabhūṣaṇam // BrP_18.28 //
der Uferlehm, nachdem er jenen Saft aufgenommen hat und von angenehmem Wind getrocknet wurde, wird zum Gold namens Jāmbūnada, dem Schmuck der Siddhas.
Wort für Wort tīra-mṛt tat-rasam prāpya der Uferlehm, nachdem er jenen Saft aufgenommen hat sukha-vāyu-viśoṣitā von angenehmem Wind getrocknet jāmbūnada-ākhyam bhavati suvarṇam wird zum Gold namens Jāmbūnada siddha-bhūṣaṇam dem Schmuck der Siddhas bhadrāśvaṃ pūrvato meroḥ ketumālaṃ ca paścime / varṣe dve tu muniśreṣṭhās tayor madhye tv ilāvṛtam // BrP_18.29 //
Bhadrāśva [liegt] östlich vom Meru, und Ketumāla im Westen; diese beiden Länder, o Beste der Weisen, und in deren Mitte [liegt] Ilāvṛta.
Wort für Wort bhadrāśvam pūrvataḥ meroḥ Bhadrāśva östlich vom Meru ketumālam ca paścime und Ketumāla im Westen varṣe dve tu muniśreṣṭhāḥ diese beiden Länder, o Beste der Weisen tayoḥ madhye tu ilāvṛtam und in deren Mitte Ilāvṛta vanaṃ caitrarathaṃ pūrve dakṣiṇe gandhamādanam / vaibhrājaṃ paścime tadvad uttare nandanaṃ smṛtam // BrP_18.30 //
der Wald Caitraratha [liegt] im Osten, im Süden Gandhamādana, im Westen ebenso Vaibhrāja, und im Norden gilt Nandana [als Wald].
Wort für Wort vanam caitraratham pūrve der Wald Caitraratha im Osten dakṣiṇe gandhamādanam im Süden Gandhamādana vaibhrājam paścime tadvat im Westen ebenso Vaibhrāja uttare nandanam smṛtam im Norden gilt Nandana aruṇodaṃ mahābhadram asitodaṃ samānasam / sarāṃsy etāni catvāri devabhogyāni sarvadā // BrP_18.31 //
Aruṇoda, Mahābhadra, Asitoda, Mānasa — diese vier Seen sind stets zum Genuss der Götter [bestimmt].
Wort für Wort aruṇodam mahābhadram Aruṇoda, Mahābhadra asitodam samānasam Asitoda, Mānasa sarāṃsi etāni catvāri diese vier Seen deva-bhogyāni sarvadā sind stets zum Genuss der Götter [bestimmt] śāntavāṃś cakrakuñjaś ca kurarī mālyavāṃs tathā / vaikaṅkapramukhā meroḥ pūrvataḥ kesarācalāḥ // BrP_18.32 //
Śāntavat, Cakrakuñja, Kurarī, ebenso Mālyavat, angeführt von Vaikaṅka — dies sind die östlich vom Meru gelegenen Kesara-Berge.
Wort für Wort śāntavān cakrakuñjaḥ ca Śāntavat, Cakrakuñja kurarī mālyavān tathā Kurarī, ebenso Mālyavat vaikaṅka-pramukhāḥ meroḥ pūrvataḥ angeführt von Vaikaṅka, östlich vom Meru kesara-acalāḥ die Kesara-Berge trikūṭaḥ śiśiraś caiva pataṃgo rucakas tathā / niṣadhādayo dakṣiṇatas tasya kesaraparvatāḥ // BrP_18.33 //
Trikūṭa, ebenso Śiśira, Pataṃga, ebenso Rucaka, angeführt von Niṣadha — dies sind die südlich davon gelegenen Kesara-Berge.
Wort für Wort trikūṭaḥ śiśiraḥ ca eva Trikūṭa, ebenso Śiśira pataṃgaḥ rucakaḥ tathā Pataṃga, ebenso Rucaka niṣadha-ādayaḥ dakṣiṇataḥ tasya angeführt von Niṣadha, südlich davon kesara-parvatāḥ die Kesara-Berge śikhivāsaḥ savaidūryaḥ kapilo gandhamādanaḥ / jānudhipramukhās tadvat paścime kesarācalāḥ // BrP_18.34 //
Śikhivāsa, Vaidūrya, Kapila, Gandhamādana, angeführt von Jānudhi — ebenso [sind dies] die westlich [gelegenen] Kesara-Berge.
Wort für Wort śikhivāsaḥ savaidūryaḥ Śikhivāsa, Vaidūrya kapilaḥ gandhamādanaḥ Kapila, Gandhamādana jānudhi-pramukhāḥ [?] tadvat angeführt von Jānudhi [?], ebenso paścime kesara-acalāḥ im Westen die Kesara-Berge [Anm.: "jānudhi" als Bergname unsicher, [?].]
meror anantarās te ca jaṭharādiṣv avasthitāḥ / śaṅkhakūṭo 'tha ṛṣabho haṃso nāgas tathāparāḥ // BrP_18.35 //
diese [Berge] befinden sich unmittelbar bei Meru, bei [den Bergen] Jaṭhara und anderen; Śaṅkhakūṭa, dann Ṛṣabha, Haṃsa, Nāga und andere,
Wort für Wort meroḥ anantarāḥ te ca diese [Berge], unmittelbar bei Meru jaṭhara-ādiṣu avasthitāḥ bei [den Bergen] Jaṭhara und anderen befindlich śaṅkhakūṭaḥ atha ṛṣabhaḥ Śaṅkhakūṭa, dann Ṛṣabha haṃsaḥ nāgaḥ tathā aparāḥ Haṃsa, Nāga und andere kālañjarādyāś ca tathā uttare kesarācalāḥ / caturdaśa sahasrāṇi yojanānāṃ mahāpurī // BrP_18.36 //
angeführt von Kālañjara, ebenso die nördlich [gelegenen] Kesara-Berge; 14.000 Yojanas [misst] die große Stadt —
Wort für Wort kālañjara-ādyāḥ ca tathā angeführt von Kālañjara, ebenso uttare kesara-acalāḥ die nördlichen Kesara-Berge caturdaśa sahasrāṇi yojanānām 14.000 Yojanas mahāpurī die große Stadt [Anm.: der Satz reicht bis in v.37 hinein: "14.000 Yojanas misst die große Stadt Brahmans, die oberhalb des Meru im Himmel genannt wird."]
meror upari viprendrā brahmaṇaḥ kathitā divi / tasyāṃ samantataś cāṣṭau diśāsu vidiśāsu ca // BrP_18.37 //
die [Stadt] Brahmans, oberhalb des Meru, o Fürsten der Brahmanen, wird im Himmel genannt; um sie herum, in den acht Haupt- und Zwischenrichtungen,
Wort für Wort meroḥ upari viprendrāḥ oberhalb des Meru, o Fürsten der Brahmanen brahmaṇaḥ kathitā divi wird [die Stadt] Brahmans im Himmel genannt tasyām samantataḥ ca aṣṭau um sie herum, ringsum, in acht diśāsu vidiśāsu ca Haupt- und Zwischenrichtungen indrādilokapālānāṃ prakhyātāḥ pravarāḥ puraḥ / viṣṇupādaviniṣkrāntā plāvayantīndumaṇḍalam // BrP_18.38 //
[befinden sich] die berühmten, vorzüglichen Städte Indras und der anderen Weltenhüter; [der Fluss], der aus Viṣṇus Fuß entsprungen ist, durchflutet die Mondscheibe,
Wort für Wort indra-ādi-lokapālānām Indras und der anderen Weltenhüter prakhyātāḥ pravarāḥ puraḥ [deren] berühmte, vorzügliche Städte viṣṇu-pāda-viniṣkrāntā die aus Viṣṇus Fuß entsprungene [Gaṅgā] plāvayanti indu-maṇḍalam durchflutet die Mondscheibe samantād brahmaṇaḥ puryāṃ gaṅgā patati vai divi / sā tatra patitā dikṣu caturdhā pratyapadyata // BrP_18.39 //
rings um Brahmans Stadt fällt die Gaṅgā im Himmel herab; sie, dort herabgefallen, teilte sich in die Richtungen vierfach.
Wort für Wort samantāt brahmaṇaḥ puryām rings um Brahmans Stadt gaṅgā patati vai divi fällt die Gaṅgā im Himmel herab sā tatra patitā sie, dort herabgefallen dikṣu caturdhā pratyapadyata teilte sich in die Richtungen vierfach sītā cālakanandā ca cakṣur badhrā ca vai kramāt / pūrveṇa sītā śailāc ca śailaṃ yānty antarikṣagā // BrP_18.40 //
Sītā, Alakanandā, Cakṣu und Bhadrā, der Reihe nach; im Osten fließt die Sītā, durch die Luft ziehend, von Berg zu Berg,
Wort für Wort sītā ca alakanandā ca Sītā und Alakanandā cakṣuḥ bhadrā ca vai kramāt Cakṣu und Bhadrā, der Reihe nach pūrveṇa sītā śailāt ca śailam im Osten die Sītā, von Berg zu Berg yānti antarikṣagā ziehend durch die Luft tataś ca pūrvavarṣeṇa bhadrāśvenaiti sārṇavam / tathaivālakanandā ca dakṣiṇenaitya bhāratam // BrP_18.41 //
und dann erreicht sie durch das östliche Land Bhadrāśva den Ozean; ebenso erreicht die Alakanandā, durch den Süden gehend, Bhārata,
Wort für Wort tataḥ ca pūrva-varṣeṇa bhadrāśvena und dann durch das östliche Land Bhadrāśva eti sa-arṇavam erreicht sie den Ozean tathā eva alakanandā ca ebenso die Alakanandā dakṣiṇena etya bhāratam erreicht, durch den Süden gehend, Bhārata prayāti sāgaraṃ bhūtvā saptabhedā dvijottamāḥ / cakṣuś ca paścimagirīn atītya sakalāṃs tataḥ // BrP_18.42 //
und geht, siebenfach geteilt, zum Ozean, o Beste der Zweifachgeborenen; und die Cakṣu, nachdem sie alle westlichen Berge überquert hat, dann
Wort für Wort prayāti sāgaram bhūtvā geht, [siebenfach geteilt] geworden, zum Ozean sapta-bhedā dvija-uttamāḥ siebenfach geteilt, o Beste der Zweifachgeborenen cakṣuḥ ca paścima-girīn atītya und die Cakṣu, nachdem sie die westlichen Berge überquert hat sakalān tataḥ alle, dann paścimaṃ ketumālākhyaṃ varṣam anveti sārṇavam / bhadrā tathottaragirīn uttarāṃś ca tathā kurūn // BrP_18.43 //
erreicht das westliche Land namens Ketumāla und [dann] den Ozean; die Bhadrā [geht] ebenso durch die nördlichen Berge und ebenso die Uttarakurus,
Wort für Wort paścimam ketumāla-ākhyam varṣam das westliche Land namens Ketumāla anveti sa-arṇavam erreicht [dann] den Ozean bhadrā tathā uttara-girīn die Bhadrā ebenso durch die nördlichen Berge uttarān ca tathā kurūn und ebenso die Uttarakurus atītyottaram ambhodhiṃ samabhyeti dvijottamāḥ / ānīlaniṣadhāyāmau mālyavadgandhamādanau // BrP_18.44 //
und erreicht, nachdem sie [sie] überquert hat, den nördlichen Ozean, o Beste der Zweifachgeborenen. Mālyavat und Gandhamādana erstrecken sich von [Berg] Nīla bis Niṣadha,
Wort für Wort atītya uttaram ambhodhim nachdem sie den nördlichen Ozean überquert hat samabhyeti dvija-uttamāḥ erreicht sie [ihn], o Beste der Zweifachgeborenen ā-nīla-niṣadha-āyāmau sich von Nīla bis Niṣadha erstreckend mālyavat-gandhamādanau Mālyavat und Gandhamādana tayor madhyagato meruḥ karṇikākārasaṃsthitaḥ / bhāratāḥ ketumālāś ca bhadrāśvāḥ kuravas tathā // BrP_18.45 //
zwischen ihnen liegt der Meru, wie der Fruchtknoten gestaltet; die Bewohner von Bhārata, Ketumāla, Bhadrāśva und ebenso der Kurus [sind]
Wort für Wort tayoḥ madhyagataḥ meruḥ zwischen ihnen liegt der Meru karṇikā-ākāra-saṃsthitaḥ wie der Fruchtknoten gestaltet bhāratāḥ ketumālāḥ ca die Bewohner von Bhārata, Ketumāla bhadrāśvāḥ kuravaḥ tathā von Bhadrāśva und ebenso der Kurus pattrāṇi lokaśailasya maryādāśailabāhyataḥ / jaṭharo devakūṭaś ca maryādāparvatāv ubhau // BrP_18.46 //
[wie] die Blätter des Welt-Berges [Meru], außerhalb der Grenzberge gelegen. Jaṭhara und Devakūṭa, diese beiden sind Grenzberge,
Wort für Wort pattrāṇi loka-śailasya [wie] die Blätter des Welt-Berges maryādā-śaila-bāhyataḥ außerhalb der Grenzberge jaṭharaḥ devakūṭaḥ ca Jaṭhara und Devakūṭa maryādā-parvatau ubhau diese beiden [sind] Grenzberge tau dakṣiṇottarāyāmāv ānīlaniṣadhāyatau / gandhamādanakailāsau pūrvapaścāt tu tāv ubhau // BrP_18.47 //
diese beiden erstrecken sich von Süden nach Norden, von [Berg] Nīla bis Niṣadha [reichend]; Gandhamādana und Kailāsa, diese beiden aber [liegen] im Osten und Westen,
Wort für Wort tau dakṣiṇa-uttara-āyāmau diese beiden, von Süden nach Norden erstreckt ā-nīla-niṣadha-āyatau sich von Nīla bis Niṣadha erstreckend gandhamādana-kailāsau Gandhamādana und Kailāsa pūrva-paścāt tu tau ubhau diese beiden aber im Osten und Westen aśītiyojanāyāmāv arṇavāntarvyavasthitau / niṣadhaḥ pāriyātraś ca maryādāparvatāv ubhau // BrP_18.48 //
[beide sind] 80 Yojanas lang, zwischen den Ozeanen gelegen. Niṣadha und Pāriyātra, diese beiden [sind] Grenzberge,
Wort für Wort aśīti-yojana-āyāmau 80 Yojanas lang arṇava-antar-vyavasthitau zwischen den Ozeanen gelegen niṣadhaḥ pāriyātraḥ ca Niṣadha und Pāriyātra maryādā-parvatau ubhau diese beiden [sind] Grenzberge tau dakṣiṇottarāyāmāv ānīlaniṣadhāyatau / meroḥ paścimadigbhāge yathā pūrvau tathā sthitau // BrP_18.49 //
diese beiden erstrecken sich von Süden nach Norden, von Nīla bis Niṣadha [reichend], im westlichen Teil des Meru gelegen, ebenso wie die [zuvor genannten] östlichen [Berge] gelegen sind.
Wort für Wort tau dakṣiṇa-uttara-āyāmau diese beiden, von Süden nach Norden erstreckt ā-nīla-niṣadha-āyatau sich von Nīla bis Niṣadha erstreckend meroḥ paścima-dig-bhāge im westlichen Teil des Meru yathā pūrvau tathā sthitau ebenso gelegen wie die östlichen [Berge] triśṛṅgo jārudhiś caiva uttarau varṣaparvatau / pūrvapaścāyatāv etāv arṇavāntarvyavasthitau // BrP_18.50 //
Triśṛṅga und Jārudhi, diese beiden [sind] die nördlichen Länder-Grenzberge, von Ost nach West sich erstreckend, zwischen den Ozeanen gelegen.
Wort für Wort triśṛṅgaḥ jārudhiḥ ca eva Triśṛṅga und Jārudhi uttarau varṣa-parvatau die beiden nördlichen Länder-Grenzberge pūrva-paścāt-āyatau ete diese von Ost nach West erstreckt arṇava-antar-vyavasthitau zwischen den Ozeanen gelegen ity ete hi mayā proktā maryādāparvatā dvijāḥ / jaṭharāvasthitā meror yeṣāṃ dvau dvau caturdiśam // BrP_18.51 //
so wurden diese von mir genannt, die Grenzberge, o Zweifachgeborene, die sich in [Richtung] Jaṭhara vom Meru befinden, von denen je zwei in [jeder der] vier Richtungen [liegen].
Wort für Wort iti ete hi mayā proktāḥ so wurden diese von mir genannt maryādā-parvatāḥ dvijāḥ die Grenzberge, o Zweifachgeborene jaṭhara-avasthitāḥ meroḥ die sich bei Jaṭhara vom Meru aus befinden yeṣām dvau dvau catur-diśam von denen je zwei in vier Richtungen [liegen] meroś caturdiśaṃ ye tu proktāḥ kesaraparvatāḥ / śītāntādyā dvijās teṣām atīva hi manoharāḥ // BrP_18.52 //
die aber, die als die Kesara-Berge in den vier Richtungen des Meru genannt wurden, angeführt von Śītānta, o Zweifachgeborene, sind von diesen [Bergen] überaus reizvoll.
Wort für Wort meroḥ catur-diśam ye tu die aber, [die] in den vier Richtungen des Meru proktāḥ kesara-parvatāḥ als die Kesara-Berge genannt wurden śītānta-ādyāḥ [?] dvijāḥ angeführt von Śītānta [?], o Zweifachgeborene teṣām atīva hi manoharāḥ sind von diesen überaus reizvoll [Anm.: "śītāntādyāḥ" unsicher, evtl. Bergname; [?].]
śailānām antaradroṇyaḥ siddhacāraṇasevitāḥ / suramyāṇi tathā tāsu kānanāni purāṇi ca // BrP_18.53 //
in den Tälern zwischen den Bergen, von Siddhas und Cāraṇas bewohnt, [gibt es] ebenso in ihnen sehr reizvolle Wälder und Städte.
Wort für Wort śailānām antara-droṇyaḥ die Täler zwischen den Bergen siddha-cāraṇa-sevitāḥ von Siddhas und Cāraṇas bewohnt suramyāṇi tathā tāsu und ebenso in ihnen sehr reizvolle kānanāni purāṇi ca Wälder und Städte lakṣmīviṣṇvagnisūryendra- devānāṃ munisattamāḥ / tāsv āyatanavaryāṇi juṣṭāni narakiṃnaraiḥ // BrP_18.54 //
die vorzüglichen Heiligtümer der Götter Lakṣmī, Viṣṇu, Agni, Sūrya [und] Indra, o Beste der Weisen, [befinden sich] in ihnen, von Menschen und Kiṃnaras aufgesucht.
Wort für Wort lakṣmī-viṣṇu-agni-sūrya-indra-devānām der Götter Lakṣmī, Viṣṇu, Agni, Sūrya, Indra muni-sattamāḥ o Beste der Weisen tāsu āyatana-varyāṇi in ihnen [befinden sich] die vorzüglichen Heiligtümer juṣṭāni nara-kiṃnaraiḥ von Menschen und Kiṃnaras aufgesucht gandharvayakṣarakṣāṃsi tathā daiteyadānavāḥ / krīḍanti tāsu ramyāsu śailadroṇīṣv aharniśam // BrP_18.55 //
Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas, ebenso Daiteyas und Dānavas spielen in jenen reizvollen Bergtälern Tag und Nacht.
Wort für Wort gandharva-yakṣa-rakṣāṃsi Gandharvas, Yakṣas, Rākṣasas tathā daiteya-dānavāḥ ebenso Daiteyas und Dānavas krīḍanti tāsu ramyāsu spielen in jenen reizvollen śaila-droṇīṣu ahar-niśam Bergtälern Tag und Nacht bhaumā hy ete smṛtāḥ svargā dharmiṇām ālayā dvijāḥ / naiteṣu pāpakartāro yānti janmaśatair api // BrP_18.56 //
diese gelten nämlich als irdische Himmel, Wohnstätten der Rechtschaffenen, o Zweifachgeborene; zu ihnen gelangen Übeltäter selbst nach hundert Geburten nicht.
Wort für Wort bhaumāḥ hi ete smṛtāḥ svargāḥ diese gelten nämlich als irdische Himmel dharmiṇām ālayāḥ dvijāḥ Wohnstätten der Rechtschaffenen, o Zweifachgeborene na eteṣu pāpa-kartāraḥ yānti zu ihnen gelangen Übeltäter nicht janma-śataiḥ api selbst nach hundert Geburten bhadrāśve bhagavān viṣṇur āste hayaśirā dvijāḥ / vārāhaḥ ketumāle tu bhārate kūrmarūpadhṛk // BrP_18.57 //
in Bhadrāśva weilt der erhabene Viṣṇu mit Pferdekopf, o Zweifachgeborene; in Ketumāla aber als Eber, in Bhārata die Schildkröten-Gestalt tragend,
Wort für Wort bhadrāśve bhagavān viṣṇuḥ āste in Bhadrāśva weilt der erhabene Viṣṇu haya-śirāḥ dvijāḥ mit Pferdekopf, o Zweifachgeborene vārāhaḥ ketumāle tu als Eber aber in Ketumāla bhārate kūrma-rūpa-dhṛk in Bhārata die Schildkröten-Gestalt tragend matsyarūpaś ca govindaḥ kuruṣv āste sanātanaḥ / viśvarūpeṇa sarvatra sarvaḥ sarveśvaro hariḥ // BrP_18.58 //
und in Fischgestalt weilt Govinda, der Ewige, bei den Kurus; in allumfassender Gestalt [ist er] überall — der Alles, der Herr über alles, Hari.
Wort für Wort matsya-rūpaḥ ca govindaḥ und in Fischgestalt Govinda kuruṣu āste sanātanaḥ weilt der Ewige bei den Kurus viśva-rūpeṇa sarvatra in allumfassender Gestalt überall sarvaḥ sarva-īśvaraḥ hariḥ der Alles, der Herr über alles, Hari sarvasyādhārabhūto 'sau dvijā āste 'khilātmakaḥ / yāni kiṃpuruṣādyāni varṣāṇy aṣṭau dvijottamāḥ // BrP_18.59 //
er, der die Grundlage von allem ist, o Zweifachgeborene, weilt als das Wesen von allem. Jene acht Länder, angeführt von Kiṃpuruṣa, o Beste der Zweifachgeborenen —
Wort für Wort sarvasya ādhāra-bhūtaḥ asau dvijāḥ er, der die Grundlage von allem ist, o Zweifachgeborene āste akhila-ātmakaḥ weilt als das Wesen von allem yāni kiṃpuruṣa-ādyāni varṣāṇi aṣṭau jene acht Länder, angeführt von Kiṃpuruṣa dvija-uttamāḥ o Beste der Zweifachgeborenen na teṣu śoko nāyāso nodvegaḥ kṣudbhayādikam / susthāḥ prajā nirātaṅkāḥ sarvaduḥkhavivarjitāḥ // BrP_18.60 //
in ihnen [gibt es] weder Kummer noch Mühsal, weder Angst noch Hunger, Furcht und dergleichen; die Geschöpfe [dort sind] wohlgeordnet, ohne Krankheit, frei von allem Leid.
Wort für Wort na teṣu śokaḥ na āyāsaḥ in ihnen [gibt es] weder Kummer noch Mühsal na udvegaḥ kṣut-bhaya-ādikam weder Angst, Hunger, Furcht und dergleichen susthāḥ prajāḥ nirātaṅkāḥ die Geschöpfe [sind] wohlgeordnet, ohne Krankheit sarva-duḥkha-vivarjitāḥ frei von allem Leid daśadvādaśavarṣāṇāṃ sahasrāṇi sthirāyuṣaḥ / naiteṣu bhaumāny anyāni kṣutpipāsādi no dvijāḥ // BrP_18.61 //
von beständiger Lebensdauer von zehn- bis zwölftausend Jahren; in ihnen [gibt es] keine anderen irdischen [Übel] wie Hunger, Durst und dergleichen, o Zweifachgeborene.
Wort für Wort daśa-dvādaśa-varṣāṇām sahasrāṇi zehn- bis zwölftausend Jahre sthira-āyuṣaḥ von beständiger Lebensdauer na eteṣu bhaumāni anyāni in ihnen [gibt es] keine anderen irdischen [Übel] kṣut-pipāsā-ādi no dvijāḥ wie Hunger, Durst und dergleichen, o Zweifachgeborene kṛtatretādikā naiva teṣu sthāneṣu kalpanā / sarveṣv eteṣu varṣeṣu sapta sapta kulācalāḥ / nadyaś ca śataśas tebhyaḥ prasūtā yā dvijottamāḥ // BrP_18.62 //
eine Einteilung nach Kṛta-, Tretā[-Zeitalter] und so weiter gibt es an diesen Orten überhaupt nicht. In all diesen Ländern [gibt es] je sieben Stammberge, und Hunderte von Flüssen, die aus ihnen entspringen, o Beste der Zweifachgeborenen.
Wort für Wort kṛta-tretā-ādikā na eva eine Einteilung nach Kṛta-, Tretā[-Zeitalter] und so weiter gibt es überhaupt nicht teṣu sthāneṣu kalpanā an diesen Orten sarveṣu eteṣu varṣeṣu in all diesen Ländern sapta sapta kula-acalāḥ [gibt es] je sieben Stammberge nadyaḥ ca śataśaḥ tebhyaḥ prasūtāḥ und Hunderte von Flüssen, die aus ihnen entspringen yā dvija-uttamāḥ o Beste der Zweifachgeborenen [Anm.: Vers 62 besteht im Original aus drei Pādas (statt der üblichen zwei) unter einer einzigen Versnummer und wird hier als eine Einheit übersetzt.]
Interaktive Leseansicht des ganzen Werks
← Kapitel 17 Kapitel 19 →