Kapitel 132: yakṣiṇīsaṃgamatīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Yakṣiṇī-Saṃgama-Tīrtha (Pippalās Spott und Fluch)
Pippalā, die Schwester des Yakṣa-Fürsten Viśvāvasu, verspottet hochmütig und mit misstönender Stimme die abgemagerten Weisen bei ihrem Sattra-Opfer an der Gautamī, indem sie deren Opferrufe (vauṣaṭ, śrauṣaṭ) nachäfft. Die Weisen verfluchen sie, zu einem Fluss zu werden - sie wird zum Fluss Yakṣiṇī. Viśvāvasu verehrt daraufhin die Weisen und Śiva und lässt den Fluss mit der Gautamī zusammenfließen, wodurch der Fluch aufgehoben wird. Ursprung des Yakṣiṇī-Saṃgama-Tīrtha, das zugleich als höchstes Śiva-Tīrtha bzw. Durgā-Tīrtha gilt, alle Sünden hinwegnimmt und als Essenz aller wichtigen Tīrthas gepriesen wird.
yatra yakṣeśvaro devo darśanād bhuktimuktidaḥ / tatra ca snānamātreṇa sattrayāgaphalaṃ labhet //
Wo der Gott Yakṣeśvara [Herr der Yakṣas] schon durch seinen Anblick Genuss und Befreiung schenkt; und dort erlangt man allein durch das Baden die Frucht eines Sattra-Opfers.
Wort für Wort
yatra yakṣeśvaro devo darśanād bhuktimuktidaḥ
Wo der Gott Yakṣeśvara schon durch seinen Anblick Genuss und Befreiung schenkt
tatra ca snānamātreṇa sattrayāgaphalaṃ labhet
und dort erlangt man allein durch das Baden die Frucht eines Sattra-Opfers
Als sie dort die abgemagerten Weisen sah, lachte sie, überaus hochmütig; hingegangen rief sie beständig 'vauṣaṭ!', 'es sei so!', 'śrauṣaṭ!' [die rituellen Opferrufe verspottend].
Wort für Wort
dṛṣṭvā tatra ṛṣīn kṣāmān sā jahāsātigarvitā
Als sie dort die abgemagerten Weisen sah, lachte sie, überaus hochmütig
yā gatvāśrāvaya vauṣaḍ astu śrauṣaḍ iti sthiram
hingegangen rief sie beständig 'vauṣaṭ! es sei so! śrauṣaṭ!'
[Anm.: Pippalā ahmt spöttisch die vedischen Opferrufe (vauṣaṭ, śrauṣaṭ) der Weisen nach.]
visvareṇa bruvatī tāṃ te śepuḥ srāviṇī bhava / tato nady abhavat tatra yakṣiṇīti suviśrutā //
Da sie dies mit misstönender Stimme sprach, verfluchten sie die Weisen: Werde eine Fließende! Darauf wurde sie dort zu einem Fluss, der als Yakṣiṇī wohlbekannt ist.
Wort für Wort
visvareṇa bruvatī tāṃ te śepuḥ srāviṇī bhava
Da sie dies mit misstönender Stimme sprach, verfluchten sie die Weisen: Werde eine Fließende!
tato nady abhavat tatra yakṣiṇīti suviśrutā
Darauf wurde sie dort zu einem Fluss, der als Yakṣiṇī wohlbekannt ist
Darauf verehrte Viśvāvasu die Weisen und den dreiäugigen Gott [Śiva] und bewirkte, nachdem er sie mit der Gautamī hatte zusammenfließen lassen, ihre Entfluchung.
Wort für Wort
tato viśvāvasuḥ pūjya ṛṣīn devaṃ trilocanam
Darauf verehrte Viśvāvasu die Weisen und den dreiäugigen Gott
saṃgamya caiva gautamyā tāṃ viśāpām athākarot
und bewirkte, nachdem er sie mit der Gautamī hatte zusammenfließen lassen, ihre Entfluchung
Es nimmt die gesamte Sündenflut hinweg, vernichtet alles Unheil; es ist, o großer Weiser, wahrlich die Essenz aller wichtigsten Tīrthas - ein Tīrtha, von den besten Weisen gepriesen, das den Menschen alle Vollkommenheiten gewährt.
Wort für Wort
sarvapāpaughaharaṇaṃ sarvadurgatināśanam
Es nimmt die gesamte Sündenflut hinweg, vernichtet alles Unheil
sarveṣāṃ tīrthamukhyānāṃ tad dhi sāraṃ mahāmune
es ist, o großer Weiser, wahrlich die Essenz aller wichtigsten Tīrthas