Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 161: kuśatarpaṇapraṇītāsaṃgamatīrthamāhātmyavarṇanam Die Größe der Tīrthas Kuśatarpaṇa und Praṇītā-Saṃgama (Brahmās eigene Erzählung von seinem Puruṣa-Opfer und der Erschaffung der Welt)

[Anm.: Brahmā erzählt in Ich-Form die Urgeschichte seiner eigenen Entstehung aus dem Lotos, sein Ratlosigkeit vor der Schöpfung, die Anweisung einer körperlosen göttlichen Stimme (Viṣṇus/der Prakṛti), am Sahya-/Brahmagiri-Berg (Daṇḍakāraṇya) ein Opfer zu vollziehen, seine Teilung in sich selbst und seine Gattin, die Verwandlung kosmischer Prinzipien in Opfergeräte, die Puruṣa-Sūkta-Schöpfung der Stände, Götter und Welten aus dem geopferten Puruṣa (Viṣṇu), und schließlich den Ursprung des unvergänglichen Banyan-Opferpfostens, des Flusses Praṇītā und der Tīrthas Kuśatarpaṇa und Praṇītā-Saṃgama aus den beim Reinigen des Kuśa-Grases herabgefallenen Wassertropfen.]

{brahmovāca:} kuśatarpaṇam ākhyātaṃ praṇītāsaṃgamaṃ tathā / tīrthaṃ sarveṣu lokeṣu bhuktimuktipradāyakam //

{Brahmā sprach:} Das Kuśatarpaṇa wurde verkündet, ebenso der Praṇītā-Saṃgama – ein Tīrtha, das in allen Welten Genuss und Erlösung verleiht.

Wort für Wort
kuśatarpaṇam ākhyātaṃ praṇītāsaṃgamaṃ tathā
Das Kuśatarpaṇa wurde verkündet, ebenso der Praṇītā-Saṃgama –
tīrthaṃ sarveṣu lokeṣu bhuktimuktipradāyakam
ein Tīrtha, das in allen Welten Genuss und Erlösung verleiht.

tasya svarūpaṃ vakṣyāmi śṛṇu pāpaharaṃ śubham / vindhyasya dakṣiṇe pārśve sahyo nāma mahāgiriḥ //

Sein Wesen will ich darlegen – höre, [es ist] sündentilgend [und] heilvoll: Auf der Südseite des Vindhya liegt der große Berg namens Sahya.

Wort für Wort
tasya svarūpaṃ vakṣyāmi śṛṇu pāpaharaṃ śubham
Sein Wesen will ich darlegen – höre, [es ist] sündentilgend [und] heilvoll:
vindhyasya dakṣiṇe pārśve sahyo nāma mahāgiriḥ
Auf der Südseite des Vindhya liegt der große Berg namens Sahya.

yadaṅghribhyo 'bhavan nadyo godābhīmarathīmukhāḥ / yatrābhavat tad virajam ekavīrā ca yatra sā //

Aus dessen Füßen [Ausläufern] entstanden die Flüsse, angeführt von Godā [Godāvarī] und Bhīmarathī; wo jenes „Viraja“ entstand, und wo jene „Ekavīrā“ [entstand].

Wort für Wort
yadaṅghribhyo 'bhavan nadyo godābhīmarathīmukhāḥ
Aus dessen Füßen entstanden die Flüsse, angeführt von Godā und Bhīmarathī;
yatrābhavat tad virajam ekavīrā ca yatra sā
wo jenes „Viraja“ entstand, und wo jene „Ekavīrā“ [entstand].

na tasya mahimā kaiścid api śakyo 'nuvarṇitum / tasmin girau puṇyadeśe śṛṇu nārada yatnataḥ //

Seine Größe kann von niemandem beschrieben werden; über jenen Berg, den heiligen Ort, höre, Nārada, mit Sorgfalt.

Wort für Wort
na tasya mahimā kaiścid api śakyo 'nuvarṇitum
Seine Größe kann von niemandem beschrieben werden;
tasmin girau puṇyadeśe śṛṇu nārada yatnataḥ
über jenen Berg, den heiligen Ort, höre, Nārada, mit Sorgfalt.

guhyād guhyataraṃ vakṣye sākṣād vedoditaṃ śubham / yan na jānanti munayo devāś ca pitaro 'surāḥ //

Geheimer als das Geheime will ich verkünden, unmittelbar vom Veda Gesagtes, Heilvolles, das weder Weise noch Götter, Ahnen [oder] Asuras kennen.

Wort für Wort
guhyād guhyataraṃ vakṣye sākṣād vedoditaṃ śubham
Geheimer als das Geheime will ich verkünden, unmittelbar vom Veda Gesagtes, Heilvolles,
yan na jānanti munayo devāś ca pitaro 'surāḥ
das weder Weise noch Götter, Ahnen [oder] Asuras kennen.

tad ahaṃ prītaye vakṣye śravaṇāt sarvakāmadam / paraḥ sa puruṣo jñeyo hy avyakto 'kṣara eva tu //

Das will ich zur Freude verkünden, [es ist] durch [bloßes] Hören alle Wünsche gewährend: Jener höchste Puruṣa ist zu erkennen als unmanifest, als unvergänglich.

Wort für Wort
tad ahaṃ prītaye vakṣye śravaṇāt sarvakāmadam
Das will ich zur Freude verkünden, [es ist] durch [bloßes] Hören alle Wünsche gewährend:
paraḥ sa puruṣo jñeyo hy avyakto 'kṣara eva tu
Jener höchste Puruṣa ist zu erkennen als unmanifest, als unvergänglich.

aparaś ca kṣaras tasmāt prakṛtyanvita eva ca / nirākārāt sāvayavaḥ puruṣaḥ samajāyata //

Und ein anderer, vergänglicher, [entstand] aus jenem, mit der Urnatur (prakṛti) verbunden; aus dem Gestaltlosen entstand der gestalthafte, gliedertragende Puruṣa.

Wort für Wort
aparaś ca kṣaras tasmāt prakṛtyanvita eva ca
Und ein anderer, vergänglicher, [entstand] aus jenem, mit der Urnatur verbunden;
nirākārāt sāvayavaḥ puruṣaḥ samajāyata
aus dem Gestaltlosen entstand der gestalthafte, gliedertragende Puruṣa.

tasmād āpaḥ samudbhūtā adbhyaś ca puruṣas tathā / tābhyām abjaṃ samudbhūtaṃ tatrāham abhavaṃ mune //

Aus jenem entstanden die Wasser, und aus den Wassern ebenso [wiederum] der Puruṣa; aus beiden entstand der Lotos, worin ich [Brahmā], o Weiser, entstand.

Wort für Wort
tasmād āpaḥ samudbhūtā adbhyaś ca puruṣas tathā
Aus jenem entstanden die Wasser, und aus den Wassern ebenso [wiederum] der Puruṣa;
tābhyām abjaṃ samudbhūtaṃ tatrāham abhavaṃ mune
aus beiden entstand der Lotos, worin ich, o Weiser, entstand.

pṛthivī vāyur ākāśa āpo jyotis tathaiva ca / ete mattaḥ pūrvatarā ekadaivābhavan mune //

Erde, Wind, Raum, Wasser und ebenso Licht – diese entstanden, früher als ich, alle zugleich, o Weiser.

Wort für Wort
pṛthivī vāyur ākāśa āpo jyotis tathaiva ca
Erde, Wind, Raum, Wasser und ebenso Licht –
ete mattaḥ pūrvatarā ekadaivābhavan mune
diese entstanden, früher als ich, alle zugleich, o Weiser.

etān eva prapaśyāmi nānyat sthāvarajaṅgamam / naiva vedās tadā cāsan nāhaṃ draṣṭāsmi kiṃcana //

Nur diese sah ich, nichts anderes Bewegliches oder Unbewegliches; auch die Veden gab es damals noch nicht, und ich vermochte nichts [weiteres] zu erblicken.

Wort für Wort
etān eva prapaśyāmi nānyat sthāvarajaṅgamam
Nur diese sah ich, nichts anderes Bewegliches oder Unbewegliches;
naiva vedās tadā cāsan nāhaṃ draṣṭāsmi kiṃcana
auch die Veden gab es damals noch nicht, und ich vermochte nichts [weiteres] zu erblicken.

yasmād ahaṃ samudbhūto na paśyeyaṃ tam apy atha / tūṣṇīṃ sthite mayi tadā aśrauṣaṃ vācam uttamām //

Ich konnte nicht einmal den erblicken, aus dem ich selbst entstanden war; während ich da schweigend verharrte, vernahm ich eine erhabene Stimme.

Wort für Wort
yasmād ahaṃ samudbhūto na paśyeyaṃ tam apy atha
Ich konnte nicht einmal den erblicken, aus dem ich selbst entstanden war;
tūṣṇīṃ sthite mayi tadā aśrauṣaṃ vācam uttamām
während ich da schweigend verharrte, vernahm ich eine erhabene Stimme.

{ākāśavāg uvāca:} brahman kuru jagatsṛṣṭiṃ sthāvarasya carasya ca //*

{Die Himmelsstimme sprach:} „Brahmane, vollbringe die Schöpfung der Welt, des Unbeweglichen und des Beweglichen.“

Wort für Wort
brahman kuru jagatsṛṣṭiṃ
„Brahmane, vollbringe die Schöpfung der Welt,
sthāvarasya carasya ca
des Unbeweglichen und des Beweglichen.“

[Anm.: Unvollständiger Halbvers im Quelltext (mit * markiert), hier wie überliefert wiedergegeben.]

{brahmovāca:} tato 'ham abravaṃ vācaṃ paruṣāṃ tatra nārada / kathaṃ srakṣye kva vā srakṣye kena srakṣya idaṃ jagat //

{Brahmā sprach:} Da sprach ich, Nārada, mit verzagter Stimme: „Wie soll ich erschaffen, wo soll ich erschaffen, womit soll ich diese Welt erschaffen?“

Wort für Wort
tato 'ham abravaṃ vācaṃ paruṣāṃ tatra nārada
Da sprach ich, Nārada, mit verzagter Stimme:
kathaṃ srakṣye kva vā srakṣye kena srakṣya idaṃ jagat
„Wie soll ich erschaffen, wo soll ich erschaffen, womit soll ich diese Welt erschaffen?“

saiva vāg abravīd daivī prakṛtir yābhidhīyate / viṣṇunā preritā mātā jagadīśā jaganmayī //

Ebenjene Stimme, die als göttliche Urnatur (prakṛti) bezeichnet wird, von Viṣṇu angetrieben, die Mutter, die Herrin der Welt, aus der Welt bestehend, sprach:

Wort für Wort
saiva vāg abravīd daivī prakṛtir yābhidhīyate
Ebenjene Stimme, die als göttliche Urnatur bezeichnet wird,
viṣṇunā preritā mātā jagadīśā jaganmayī
von Viṣṇu angetrieben, die Mutter, die Herrin der Welt, aus der Welt bestehend, sprach:

{ākāśavāg uvāca:} yajñaṃ kuru tataḥ śaktis te bhavitrī na saṃśayaḥ / yajño vai viṣṇur ity eṣā śrutir brahman sanātanī //

{Die Himmelsstimme sprach:} „Vollziehe ein Opfer (yajña), dann wird dir zweifellos [die nötige] Kraft zuteil; ‚das Opfer ist fürwahr Viṣṇu‘ – so lautet, Brahmane, die ewige [vedische] Kunde (śruti).“

Wort für Wort
yajñaṃ kuru tataḥ śaktis te bhavitrī na saṃśayaḥ
„Vollziehe ein Opfer, dann wird dir zweifellos [die nötige] Kraft zuteil;
yajño vai viṣṇur ity eṣā śrutir brahman sanātanī
‚das Opfer ist fürwahr Viṣṇu‘ – so lautet, Brahmane, die ewige Kunde.“

kiṃ yajvanām asādhyaṃ syād iha loke paratra ca //*

„Was wäre für die Opfernden unerreichbar, in dieser Welt oder in jener?“

Wort für Wort
kiṃ yajvanām asādhyaṃ syād
„Was wäre für die Opfernden unerreichbar,
iha loke paratra ca
in dieser Welt oder in jener?“

[Anm.: Unvollständiger Halbvers im Quelltext (mit * markiert), hier wie überliefert wiedergegeben.]

{brahmovāca:} punas tām abravaṃ devīṃ kva vā keneti tad vada / yajñaḥ kāryo mahābhāge tataḥ sovāca māṃ prati //

{Brahmā sprach:} Wiederum sprach ich zu jener Göttin: „Wo, oder womit [soll ich] das Opfer vollziehen? Sag es, o Hochgesegnete!“ Darauf sprach sie zu mir:

Wort für Wort
punas tām abravaṃ devīṃ kva vā keneti tad vada
Wiederum sprach ich zu jener Göttin: „Wo, oder womit [soll ich] das Opfer vollziehen? Sag es!“
yajñaḥ kāryo mahābhāge tataḥ sovāca māṃ prati
„Das Opfer ist zu vollziehen, o Hochgesegnete“ – darauf sprach sie zu mir:

{ākāśavāg uvāca:} oṃkārabhūtā yā devī mātṛkalpā jaganmayī / karmabhūmau yajasveha yajñeśaṃ yajñapūruṣam //

{Die Himmelsstimme sprach:} „Die Göttin, die zur Silbe Oṃ geworden ist, gleich einer Mutter, aus der Welt bestehend – auf der Wirkstätte (karmabhūmi) opfere hier dem Herrn des Opfers, dem Opfer-Puruṣa.“

Wort für Wort
oṃkārabhūtā yā devī mātṛkalpā jaganmayī
„Die Göttin, die zur Silbe Oṃ geworden ist, gleich einer Mutter, aus der Welt bestehend –
karmabhūmau yajasveha yajñeśaṃ yajñapūruṣam
auf der Wirkstätte opfere hier dem Herrn des Opfers, dem Opfer-Puruṣa.“

sa eva sādhanaṃ te syāt tena taṃ yaja suvrata / yajñaḥ svāhā svadhā mantrā brāhmaṇā havirādikam //

„Ebendieser wird dir das Mittel sein; darum opfere ihm, o [du] von gutem Gelübde. Das Opfer, [die Ausrufe] svāhā [und] svadhā, die Mantras, die Brahmanen, die Opferspende und dergleichen,“

Wort für Wort
sa eva sādhanaṃ te syāt tena taṃ yaja suvrata
„Ebendieser wird dir das Mittel sein; darum opfere ihm, o [du] von gutem Gelübde.
yajñaḥ svāhā svadhā mantrā brāhmaṇā havirādikam
Das Opfer, svāhā, svadhā, die Mantras, die Brahmanen, die Opferspende und dergleichen,“

harir evākhilaṃ tena sarvaṃ viṣṇor avāpyate //*

„– all dies ist Hari selbst; dadurch wird alles von Viṣṇu erlangt.“

Wort für Wort
harir evākhilaṃ tena
„– all dies ist Hari selbst; dadurch
sarvaṃ viṣṇor avāpyate
wird alles von Viṣṇu erlangt.“

[Anm.: Unvollständiger Halbvers im Quelltext (mit * markiert), hier wie überliefert wiedergegeben.]

{brahmovāca:} punas tām abravaṃ devīṃ karmabhūḥ kva vidhīyate / tadā nārada naivāsīd bhāgīrathy atha narmadā //

{Brahmā sprach:} Wiederum sprach ich zu jener Göttin: „Wo wird die Wirkstätte festgelegt?“ Damals, o Nārada, gab es weder die Bhāgīrathī [Gaṅgā] noch die Narmadā,

Wort für Wort
punas tām abravaṃ devīṃ karmabhūḥ kva vidhīyate
Wiederum sprach ich zu jener Göttin: „Wo wird die Wirkstätte festgelegt?“
tadā nārada naivāsīd bhāgīrathy atha narmadā
Damals, o Nārada, gab es weder die Bhāgīrathī noch die Narmadā,

yamunā naiva tāpī sā sarasvaty atha gautamī / samudro vā nadaḥ kaścin na saraḥ sarito 'malāḥ / sā śaktiḥ punar apy evaṃ mām uvāca punaḥ punaḥ //

weder die Yamunā noch jene Tāpī, [noch] die Sarasvatī oder die Gautamī, weder ein Meer noch irgendein Strom, kein See [und] keine reinen Flüsse [gab es]. Jene [göttliche] Kraft sprach wiederum, so, immer wieder zu mir:

Wort für Wort
yamunā naiva tāpī sā sarasvaty atha gautamī
weder die Yamunā noch jene Tāpī, [noch] die Sarasvatī oder die Gautamī,
samudro vā nadaḥ kaścin na saraḥ sarito 'malāḥ
weder ein Meer noch irgendein Strom, kein See [und] keine reinen Flüsse [gab es].
sā śaktiḥ punar apy evaṃ mām uvāca punaḥ punaḥ
Jene Kraft sprach wiederum, so, immer wieder zu mir:

[Anm.: Dreizeiliger Vers unter einer Versmarke im Quelltext, hier als eine Einheit mit drei Wort-für-Wort-Zeilen wiedergegeben.]

{daivī vāg uvāca:} sumeror dakṣiṇe pārśve tathā himavato gireḥ / dakṣiṇe cāpi vindhyasya sahyāc caivātha dakṣiṇe / sarvasya sarvakāle tu karmabhūmiḥ śubhodayā //

{Die göttliche Stimme sprach:} „Auf der Südseite des Sumeru, ebenso [auf der Südseite] des Himavat-Berges, auch auf der Südseite des Vindhya und auch auf der Südseite des Sahya – überall, zu jeder Zeit, [ist] die Wirkstätte von heilvollem Aufgang.“

Wort für Wort
sumeror dakṣiṇe pārśve tathā himavato gireḥ
„Auf der Südseite des Sumeru, ebenso [auf der Südseite] des Himavat-Berges,
dakṣiṇe cāpi vindhyasya sahyāc caivātha dakṣiṇe
auch auf der Südseite des Vindhya und auch auf der Südseite des Sahya –
sarvasya sarvakāle tu karmabhūmiḥ śubhodayā
überall, zu jeder Zeit, [ist] die Wirkstätte von heilvollem Aufgang.“

[Anm.: Dreizeiliger Vers unter einer Versmarke im Quelltext, hier als eine Einheit mit drei Wort-für-Wort-Zeilen wiedergegeben.]

{brahmovāca:} tat tu vākyam atho śrutvā tyaktvā meruṃ mahāgirim / taṃ pradeśam athāgatya sthātavyaṃ kvety acintayam / tato mām abravīt saiva viṣṇor vāṇy aśarīriṇī //

{Brahmā sprach:} Nachdem ich nun jene Worte gehört hatte, verließ ich den großen Berg Meru; zu jener Gegend gelangt, überlegte ich: „Wo soll ich verweilen?“ Da sprach ebenjene körperlose Stimme Viṣṇus zu mir:

Wort für Wort
tat tu vākyam atho śrutvā tyaktvā meruṃ mahāgirim
Nachdem ich nun jene Worte gehört hatte, verließ ich den großen Berg Meru;
taṃ pradeśam athāgatya sthātavyaṃ kvety acintayam
zu jener Gegend gelangt, überlegte ich: „Wo soll ich verweilen?“
tato mām abravīt saiva viṣṇor vāṇy aśarīriṇī
Da sprach ebenjene körperlose Stimme Viṣṇus zu mir:

[Anm.: Dreizeiliger Vers unter einer Versmarke im Quelltext, hier als eine Einheit mit drei Wort-für-Wort-Zeilen wiedergegeben.]

{ākāśavāg uvāca:} ito gaccha itas tiṣṭha tathopaviśa cātra hi / saṃkalpaṃ kuru yajñasya sa te yajñaḥ samāpyate //

{Die Himmelsstimme sprach:} „Geh von hier, verweile hier, und setze dich ebendort nieder; fasse den [rituellen] Entschluss (saṃkalpa) zum Opfer – jenes Opfer wird sich dir vollenden.“

Wort für Wort
ito gaccha itas tiṣṭha tathopaviśa cātra hi
„Geh von hier, verweile hier, und setze dich ebendort nieder;
saṃkalpaṃ kuru yajñasya sa te yajñaḥ samāpyate
fasse den Entschluss zum Opfer – jenes Opfer wird sich dir vollenden.“

kṛte caivātha saṃkalpe yajñārthe surasattama / yad vadanty akhilā vedā vidhe tat tat samācara //

„Und wenn der Entschluss zum Zweck des Opfers gefasst ist, o Bester der Götter – was auch immer alle Veden vorschreiben, das führe jeweils aus.“

Wort für Wort
kṛte caivātha saṃkalpe yajñārthe surasattama
„Und wenn der Entschluss zum Zweck des Opfers gefasst ist, o Bester der Götter –
yad vadanty akhilā vedā vidhe tat tat samācara
was auch immer alle Veden vorschreiben, das führe jeweils aus.“

[Anm.: Die Anrede „surasattama“ (Bester der Götter) an Brahmā selbst wirkt hier ungewöhnlich, evtl. eine formelhafte Segensanrede [?].]

{brahmovāca:} itihāsapurāṇāni yad anyac chabdagocaram / svato mukhe mama prāyād abhūc ca smṛtigocaram //

{Brahmā sprach:} Die Itihāsas und Purāṇas, und was sonst noch dem Bereich der [heiligen] Worte [angehört] – von selbst kam es mir in den Mund und wurde dem Bereich meiner Erinnerung [zugänglich].

Wort für Wort
itihāsapurāṇāni yad anyac chabdagocaram
Die Itihāsas und Purāṇas, und was sonst noch dem Bereich der [heiligen] Worte [angehört] –
svato mukhe mama prāyād abhūc ca smṛtigocaram
von selbst kam es mir in den Mund und wurde dem Bereich meiner Erinnerung [zugänglich].

vedārthaś ca mayā sarvo jñāto 'sau tatkṣaṇena ca / tataḥ puruṣasūktaṃ tad asmaraṃ lokaviśrutam //

Und der ganze Sinn des Veda wurde von mir in eben jenem Augenblick erkannt; darauf erinnerte ich mich an jenes in der Welt berühmte Puruṣa-Sūkta.

Wort für Wort
vedārthaś ca mayā sarvo jñāto 'sau tatkṣaṇena ca
Und der ganze Sinn des Veda wurde von mir in eben jenem Augenblick erkannt;
tataḥ puruṣasūktaṃ tad asmaraṃ lokaviśrutam
darauf erinnerte ich mich an jenes in der Welt berühmte Puruṣa-Sūkta.

yajñopakaraṇaṃ sarvaṃ tad uktaṃ ca tv akalpayam / taduktena prakāreṇa yajñapātrāṇy akalpayam //

Alles Zubehör des Opfers, das darin genannt wurde, richtete ich her; nach der darin genannten Weise richtete ich die Opfergefäße her.

Wort für Wort
yajñopakaraṇaṃ sarvaṃ tad uktaṃ ca tv akalpayam
Alles Zubehör des Opfers, das darin genannt wurde, richtete ich her;
taduktena prakāreṇa yajñapātrāṇy akalpayam
nach der darin genannten Weise richtete ich die Opfergefäße her.

ahaṃ sthitvā yatra deśe śucir bhūtvā yatātmavān / dīkṣito vipradeśo 'sau mannāmnā tu prakīrtitaḥ //

Der Ort, an dem ich, rein geworden und selbstbeherrscht, verweilte [und] geweiht wurde – jener Brahmanen-Ort wird nach meinem Namen genannt.

Wort für Wort
ahaṃ sthitvā yatra deśe śucir bhūtvā yatātmavān
Der Ort, an dem ich, rein geworden und selbstbeherrscht, verweilte
dīkṣito vipradeśo 'sau mannāmnā tu prakīrtitaḥ
[und] geweiht wurde – jener Brahmanen-Ort wird nach meinem Namen genannt.

maddevayajanaṃ puṇyaṃ nāmnā brahmagiriḥ smṛtaḥ / caturaśītiparyantaṃ yojanāni mahāmune //

Meine heilige Opferstätte (deva-yajana) wird mit dem Namen „Brahmagiri“ bezeichnet, bis zu vierundachtzig Yojanas [im Umkreis], o großer Weiser.

Wort für Wort
maddevayajanaṃ puṇyaṃ nāmnā brahmagiriḥ smṛtaḥ
Meine heilige Opferstätte wird mit dem Namen „Brahmagiri“ bezeichnet,
caturaśītiparyantaṃ yojanāni mahāmune
bis zu vierundachtzig Yojanas [im Umkreis], o großer Weiser.

maddevayajanaṃ puṇyaṃ pūrvato brahmaṇo gireḥ / tatra madhye vedikā syād gārhapatyo 'sya dakṣiṇe //

Meine heilige Opferstätte [lag] östlich des Brahmā-Berges; dort in der Mitte war der Opferaltar (vedikā), das Gārhapatya-Feuer zu dessen Rechten.

Wort für Wort
maddevayajanaṃ puṇyaṃ pūrvato brahmaṇo gireḥ
Meine heilige Opferstätte [lag] östlich des Brahmā-Berges;
tatra madhye vedikā syād gārhapatyo 'sya dakṣiṇe
dort in der Mitte war der Opferaltar, das Gārhapatya-Feuer zu dessen Rechten.

tatra cāhavanīyasya evam agnīṃs tv akalpayam / vinā patnyā na sidhyeta yajñaḥ śrutinidarśanāt //

Und dort [richtete ich] ebenso das Āhavanīya-[Feuer ein] – so richtete ich die [drei] Feuer her; ohne Gattin gelingt das Opfer nicht, gemäß der Weisung der Veden (śruti).

Wort für Wort
tatra cāhavanīyasya evam agnīṃs tv akalpayam
Und dort [richtete ich] ebenso das Āhavanīya-[Feuer ein] – so richtete ich die [drei] Feuer her;
vinā patnyā na sidhyeta yajñaḥ śrutinidarśanāt
ohne Gattin gelingt das Opfer nicht, gemäß der Weisung der Veden.

śarīram ātmano 'haṃ vai dvedhā cākaravaṃ mune / pūrvārdhena tataḥ patnī mamābhūd yajñasiddhaye //

Ich teilte fürwahr meinen eigenen Körper zweifach, o Weiser; aus der vorderen Hälfte wurde mir dann eine Gattin, zur Vollendung des Opfers.

Wort für Wort
śarīram ātmano 'haṃ vai dvedhā cākaravaṃ mune
Ich teilte fürwahr meinen eigenen Körper zweifach, o Weiser;
pūrvārdhena tataḥ patnī mamābhūd yajñasiddhaye
aus der vorderen Hälfte wurde mir dann eine Gattin, zur Vollendung des Opfers.

uttareṇa tv ahaṃ tadvad ardho jāyā iti śruteḥ / kālaṃ vasantam utkṛṣṭam ājyarūpeṇa nārada //

Mit der hinteren [Hälfte] blieb ich [selbst]; ebenso [heißt es]: „Die Ehefrau ist die [andere] Hälfte“ – so [besagt es] die Śruti. Die vorzügliche Zeit des Frühlings [nahm ich] in Gestalt der Opferbutter (ājya), o Nārada,

Wort für Wort
uttareṇa tv ahaṃ tadvad ardho jāyā iti śruteḥ
Mit der hinteren [Hälfte] blieb ich [selbst]; ebenso: „Die Ehefrau ist die [andere] Hälfte“ – so die Śruti.
kālaṃ vasantam utkṛṣṭam ājyarūpeṇa nārada
Die vorzügliche Zeit des Frühlings [nahm ich] in Gestalt der Opferbutter, o Nārada,

akalpayaṃ tathā cedhmaṃ grīṣmaṃ cāpi śarad dhaviḥ / ṛtuṃ ca prāvṛṣaṃ putra tadā barhir akalpayam //

so richtete ich [sie] her, und den Sommer als Brennholz (idhma), und den Herbst als Opferspende (havis); und die Regenzeit, mein Sohn, richtete ich damals als [das] Opfergras (barhis) her.

Wort für Wort
akalpayaṃ tathā cedhmaṃ grīṣmaṃ cāpi śarad dhaviḥ
so richtete ich [sie] her, und den Sommer als Brennholz, und den Herbst als Opferspende;
ṛtuṃ ca prāvṛṣaṃ putra tadā barhir akalpayam
und die Regenzeit, mein Sohn, richtete ich damals als [das] Opfergras her.

chandāṃsi sapta vai tatra tadā paridhayo 'bhavan / kalākāṣṭhānimeṣā hi samitpātrakuśāḥ smṛtāḥ //

Die sieben [vedischen] Versmaße wurden damals dort zu den [Feuer-]Umfriedungen (paridhi); Kalā, Kāṣṭhā [und] Nimeṣa [Zeiteinheiten] galten als Brennscheite, Gefäße und Kuśa-Gras.

Wort für Wort
chandāṃsi sapta vai tatra tadā paridhayo 'bhavan
Die sieben Versmaße wurden damals dort zu den [Feuer-]Umfriedungen;
kalākāṣṭhānimeṣā hi samitpātrakuśāḥ smṛtāḥ
Kalā, Kāṣṭhā [und] Nimeṣa galten als Brennscheite, Gefäße und Kuśa-Gras.

yo 'nādiś ca tv anantaś ca svayaṃ kālo 'bhavat tadā / yūparūpeṇa devarṣe yoktraṃ ca paśubandhanam //

Die Zeit selbst, die anfangslos und endlos ist, wurde damals, o Götterweiser, zur Gestalt des Opferpfostens (yūpa) und zum Strick, der das Opfertier bindet.

Wort für Wort
yo 'nādiś ca tv anantaś ca svayaṃ kālo 'bhavat tadā
Die Zeit selbst, die anfangslos und endlos ist, wurde damals, o Götterweiser,
yūparūpeṇa devarṣe yoktraṃ ca paśubandhanam
zur Gestalt des Opferpfostens und zum Strick, der das Opfertier bindet.

sattvāditriguṇāḥ pāśā naiva tatrābhavat paśuḥ / tato 'ham abravaṃ vācaṃ vaiṣṇavīm aśarīriṇīm //

Die drei Guṇas, mit Sattva beginnend, wurden zu den [Fessel-]Stricken; doch es gab dort kein Opfertier. Da sprach ich zu der körperlosen Stimme, die zu Viṣṇu gehörte:

Wort für Wort
sattvāditriguṇāḥ pāśā naiva tatrābhavat paśuḥ
Die drei Guṇas, mit Sattva beginnend, wurden zu den [Fessel-]Stricken; doch es gab dort kein Opfertier.
tato 'ham abravaṃ vācaṃ vaiṣṇavīm aśarīriṇīm
Da sprach ich zu der körperlosen Stimme, die zu Viṣṇu gehörte:

vinaiva paśunā nāyaṃ yajñaḥ parisamāpyate / tato mām avadad devī saiva nityāśarīriṇī //

„Ohne Opfertier vollendet sich dieses Opfer nicht.“ Darauf sprach jene ewig körperlose Göttin zu mir:

Wort für Wort
vinaiva paśunā nāyaṃ yajñaḥ parisamāpyate
„Ohne Opfertier vollendet sich dieses Opfer nicht.“
tato mām avadad devī saiva nityāśarīriṇī
Darauf sprach jene ewig körperlose Göttin zu mir:

[Anm.: „nityāśarīriṇī“ hier als Sandhi aus „nityā aśarīriṇī“ (ewig körperlos) gedeutet, in Übereinstimmung mit den vorangehenden Versen.]

{ākāśavāg uvāca:} pauruṣeṇātha sūktena stuhi taṃ puruṣaṃ param //*

{Die Himmelsstimme sprach:} „Preise mit dem Puruṣa-Sūkta jenen höchsten Puruṣa.“

Wort für Wort
pauruṣeṇātha sūktena
„Preise mit dem Puruṣa-Sūkta
stuhi taṃ puruṣaṃ param
jenen höchsten Puruṣa.“

[Anm.: Unvollständiger Halbvers im Quelltext (mit * markiert), hier wie überliefert wiedergegeben.]

{brahmovāca:} tathety uktvā stūyamāne devadeve janārdane / mama cotpādake bhaktyā sūktena puruṣasya hi //

{Brahmā sprach:} „So sei es“, sagte ich, und während der Gott der Götter, Janārdana [Viṣṇu], mein Erzeuger, mit Hingabe durch das Sūkta des Puruṣa gepriesen wurde,

Wort für Wort
tathety uktvā stūyamāne devadeve janārdane
„So sei es“, sagte ich, und während der Gott der Götter, Janārdana, gepriesen wurde,
mama cotpādake bhaktyā sūktena puruṣasya hi
mein Erzeuger, mit Hingabe durch das Sūkta des Puruṣa,

sā ca mām abravīd devī brahman māṃ tvaṃ paśuṃ kuru / tadā vijñāya puruṣaṃ janakaṃ mama cāvyayam //

da sprach jene Göttin zu mir: „Brahmane, mache mich zum Opfertier.“ Da erkannte ich den Puruṣa, meinen unvergänglichen Erzeuger,

Wort für Wort
sā ca mām abravīd devī brahman māṃ tvaṃ paśuṃ kuru
da sprach jene Göttin zu mir: „Brahmane, mache mich zum Opfertier.“
tadā vijñāya puruṣaṃ janakaṃ mama cāvyayam
Da erkannte ich den Puruṣa, meinen unvergänglichen Erzeuger,

kālayūpasya pārśve taṃ guṇapāśair niveśitam / barhisthitam ahaṃ praukṣaṃ puruṣaṃ jātam agrataḥ //

an der Seite des Zeit-Opferpfostens, mit den Guṇa-Stricken gebunden, auf dem Opfergras stehend; ich besprengte den Puruṣa, der zuvorderst entstanden war.

Wort für Wort
kālayūpasya pārśve taṃ guṇapāśair niveśitam
an der Seite des Zeit-Opferpfostens, mit den Guṇa-Stricken gebunden, auf dem Opfergras stehend,
barhisthitam ahaṃ praukṣaṃ puruṣaṃ jātam agrataḥ
besprengte ich den Puruṣa, der zuvorderst entstanden war.

[Anm.: Die Passage – die Göttin (Prakṛti) bietet sich als Opfertier an und wird zugleich mit dem an den Pfosten gebundenen Puruṣa in eins gesetzt – ist theologisch dicht und in ihren Einzelbezügen streckenweise unklar [?].]

etasminn antare tatra tasmāt sarvam abhūd idam / brāhmaṇās tu mukhāt tasya 'bhavan bāhvoś ca kṣatriyāḥ //

In diesem Augenblick entstand daraus dort dies alles: Aus seinem Mund entstanden die Brahmanen, und aus [seinen] Armen die Kṣatriyas,

Wort für Wort
etasminn antare tatra tasmāt sarvam abhūd idam
In diesem Augenblick entstand daraus dort dies alles:
brāhmaṇās tu mukhāt tasya 'bhavan bāhvoś ca kṣatriyāḥ
Aus seinem Mund entstanden die Brahmanen, und aus [seinen] Armen die Kṣatriyas,

mukhād indras tathāgniś ca śvasanaḥ prāṇato 'bhavat / diśaḥ śrotrāt tathā śīrṣṇaḥ sarvaḥ svargo 'bhavat tadā //

aus dem Mund [entstanden] Indra und Agni, aus dem Atem entstand der Wind (śvasana); aus dem Ohr die Himmelsrichtungen, und aus dem Haupt entstand da der ganze Himmel.

Wort für Wort
mukhād indras tathāgniś ca śvasanaḥ prāṇato 'bhavat
aus dem Mund [entstanden] Indra und Agni, aus dem Atem entstand der Wind;
diśaḥ śrotrāt tathā śīrṣṇaḥ sarvaḥ svargo 'bhavat tadā
aus dem Ohr die Himmelsrichtungen, und aus dem Haupt entstand da der ganze Himmel.

manasaś candramā jātaḥ sūryo 'bhūc cakṣuṣas tathā / antarikṣaṃ tathā nābher ūrubhyāṃ viśa eva ca //

Aus dem Geist entstand der Mond, aus dem Auge ebenso die Sonne; aus dem Nabel [entstand] der Luftraum, und aus den Schenkeln die Vaiśyas.

Wort für Wort
manasaś candramā jātaḥ sūryo 'bhūc cakṣuṣas tathā
Aus dem Geist entstand der Mond, aus dem Auge ebenso die Sonne;
antarikṣaṃ tathā nābher ūrubhyāṃ viśa eva ca
aus dem Nabel [entstand] der Luftraum, und aus den Schenkeln die Vaiśyas.

padbhyāṃ śūdraś ca saṃjātas tathā bhūmir ajāyata / ṛṣayo romakūpebhya oṣadhyaḥ keśato 'bhavan //

Aus den Füßen entstand der Śūdra, und ebenso entstand die Erde; aus den Haarporen die Weisen (Ṛṣis), aus den Haaren entstanden die Kräuter.

Wort für Wort
padbhyāṃ śūdraś ca saṃjātas tathā bhūmir ajāyata
Aus den Füßen entstand der Śūdra, und ebenso entstand die Erde;
ṛṣayo romakūpebhya oṣadhyaḥ keśato 'bhavan
aus den Haarporen die Weisen, aus den Haaren entstanden die Kräuter.

grāmyāraṇyāś ca paśavo nakhebhyaḥ sarvato 'bhavan / kṛmikīṭapataṃgādi pāyūpasthād ajāyata //

Die zahmen und die wilden Tiere entstanden allesamt aus den Nägeln; Würmer, Insekten, fliegendes Getier und dergleichen entstand aus dem After und den Geschlechtsteilen.

Wort für Wort
grāmyāraṇyāś ca paśavo nakhebhyaḥ sarvato 'bhavan
Die zahmen und die wilden Tiere entstanden allesamt aus den Nägeln;
kṛmikīṭapataṃgādi pāyūpasthād ajāyata
Würmer, Insekten, fliegendes Getier und dergleichen entstand aus dem After und den Geschlechtsteilen.

sthāvaraṃ jaṅgamaṃ kiṃcid dṛśyādṛśyaṃ ca kiṃcana / tasmāt sarvam abhūd devā mattaś cāpy abhavan punaḥ / etasminn antare saiva viṣṇor vāg abravīc ca mām //

Was auch immer unbeweglich oder beweglich, sichtbar oder unsichtbar ist – alles das entstand daraus; und die Götter entstanden wiederum, [in einer zweiten Stufe,] aus mir. In diesem Augenblick sprach ebenjene Stimme Viṣṇus wiederum zu mir:

Wort für Wort
sthāvaraṃ jaṅgamaṃ kiṃcid dṛśyādṛśyaṃ ca kiṃcana
Was auch immer unbeweglich oder beweglich, sichtbar oder unsichtbar ist –
tasmāt sarvam abhūd devā mattaś cāpy abhavan punaḥ
alles das entstand daraus; und die Götter entstanden wiederum aus mir.
etasminn antare saiva viṣṇor vāg abravīc ca mām
In diesem Augenblick sprach ebenjene Stimme Viṣṇus wiederum zu mir:

[Anm.: Dreizeiliger Vers unter einer Versmarke im Quelltext. Gemeint ist wohl eine zweite, nachgeordnete Hervorbringung der Götter durch Brahmā selbst, im Anschluss an die primäre Puruṣa-Schöpfung [?].]

{ākāśavāg uvāca:} sarvaṃ saṃpūrṇam abhavat sṛṣṭir jātā tathepsitā / idānīṃ juhudhi hy agnau pātrāṇi ca samāni ca //

{Die Himmelsstimme sprach:} „Alles ist vollendet, die Schöpfung ist so entstanden, wie gewünscht; nun bringe im Feuer dar, sowohl die [Opfer-]Gefäße als auch [die übrigen Geräte].“

Wort für Wort
sarvaṃ saṃpūrṇam abhavat sṛṣṭir jātā tathepsitā
„Alles ist vollendet, die Schöpfung ist so entstanden, wie gewünscht;
idānīṃ juhudhi hy agnau pātrāṇi ca samāni ca
nun bringe im Feuer dar, sowohl die [Opfer-]Gefäße als auch [die übrigen Geräte].“

visarjaya tathā yūpaṃ praṇītāṃ ca kuśāṃs tathā / ṛtvigrūpaṃ yajñarūpam uddeśyaṃ dhyeyam eva ca //

„Entlasse ebenso den Opferpfosten und das Praṇītā-Wassergefäß sowie das Kuśa-Gras, die Gestalt der Priester (ṛtvij), die Gestalt des Opfers, das zu Bezeichnende und das zu Meditierende,“

Wort für Wort
visarjaya tathā yūpaṃ praṇītāṃ ca kuśāṃs tathā
„Entlasse ebenso den Opferpfosten und das Praṇītā-Wassergefäß sowie das Kuśa-Gras,
ṛtvigrūpaṃ yajñarūpam uddeśyaṃ dhyeyam eva ca
die Gestalt der Priester, die Gestalt des Opfers, das zu Bezeichnende und das zu Meditierende,“

sruvaṃ ca puruṣaṃ pāśān sarvaṃ brahman visarjaya //*

„und den Opferlöffel (sruva), den Puruṣa, die Stricke – entlasse alles, Brahmane.“

Wort für Wort
sruvaṃ ca puruṣaṃ pāśān
„und den Opferlöffel, den Puruṣa, die Stricke –
sarvaṃ brahman visarjaya
entlasse alles, Brahmane.“

[Anm.: Unvollständiger Halbvers im Quelltext (mit * markiert), hier wie überliefert wiedergegeben.]

{brahmovāca:} tadvākyasamakālaṃ tu kramaśo yajñayoniṣu / gārhapatye dakṣiṇāgnau tathā caiva mahāmune //

{Brahmā sprach:} Zur selben Zeit wie jene Worte, der Reihe nach, an den Ursprungsstätten des Opfers – im Gārhapatya-, im Dakṣiṇa-Feuer, und ebenso, o großer Weiser,

Wort für Wort
tadvākyasamakālaṃ tu kramaśo yajñayoniṣu
Zur selben Zeit wie jene Worte, der Reihe nach, an den Ursprungsstätten des Opfers –
gārhapatye dakṣiṇāgnau tathā caiva mahāmune
im Gārhapatya-, im Dakṣiṇa-Feuer, und ebenso, o großer Weiser,

pūrvasminn api caivāgnau kramaśo juhvatas tadā / tatra tatra jagadyonim anusaṃdhāya pūruṣam //

auch im vorderen [Āhavanīya-]Feuer, während ich der Reihe nach opferte, überall dabei an den Puruṣa, den Ursprung der Welt, denkend –

Wort für Wort
pūrvasminn api caivāgnau kramaśo juhvatas tadā
auch im vorderen [Āhavanīya-]Feuer, während ich der Reihe nach opferte,
tatra tatra jagadyonim anusaṃdhāya pūruṣam
überall dabei an den Puruṣa, den Ursprung der Welt, denkend –

mantrapūtaṃ śuciḥ samyag yajñadevo jaganmayaḥ / lokanātho viśvakartā kuṇḍānāṃ tatra saṃnidhau //

durch Mantras geläutert, ganz und gar rein, war der Opfergott, aus der Welt bestehend, der Herr der Welten, der Schöpfer des Alls, dort in der Nähe der Feuergruben (kuṇḍa) gegenwärtig –

Wort für Wort
mantrapūtaṃ śuciḥ samyag yajñadevo jaganmayaḥ
durch Mantras geläutert, ganz und gar rein, war der Opfergott, aus der Welt bestehend,
lokanātho viśvakartā kuṇḍānāṃ tatra saṃnidhau
der Herr der Welten, der Schöpfer des Alls, dort in der Nähe der Feuergruben gegenwärtig –

śuklarūpadharo viṣṇur bhaved āhavanīyake / śyāmo viṣṇur dakṣiṇāgneḥ pīto gṛhapateḥ kaveḥ //

Viṣṇu, weiße Gestalt tragend, [war] im Āhavanīya[-Feuer]; Viṣṇu [war] dunkel im Dakṣiṇa-Feuer, gelb im Gārhapatya[-Feuer] des Weisen.

Wort für Wort
śuklarūpadharo viṣṇur bhaved āhavanīyake
Viṣṇu, weiße Gestalt tragend, [war] im Āhavanīya[-Feuer];
śyāmo viṣṇur dakṣiṇāgneḥ pīto gṛhapateḥ kaveḥ
Viṣṇu [war] dunkel im Dakṣiṇa-Feuer, gelb im Gārhapatya[-Feuer] des Weisen.

sarvakālaṃ teṣu viṣṇur ato deśeṣu saṃsthitaḥ / na tena rahitaṃ kiṃcid viṣṇunā viśvayoninā //

Zu jeder Zeit ist Viṣṇu darum an diesen Stellen gegenwärtig; nichts ist ohne ihn, Viṣṇu, den Ursprung des Alls.

Wort für Wort
sarvakālaṃ teṣu viṣṇur ato deśeṣu saṃsthitaḥ
Zu jeder Zeit ist Viṣṇu darum an diesen Stellen gegenwärtig;
na tena rahitaṃ kiṃcid viṣṇunā viśvayoninā
nichts ist ohne ihn, Viṣṇu, den Ursprung des Alls.

praṇītāyāḥ praṇayanaṃ mantraiś cākaravaṃ tataḥ / praṇītodakam apy etat praṇīteti nadī śubhā //

Das Herbeibringen des Praṇītā-[Wassergefäßes] vollzog ich dann mit Mantras; ebendieses Praṇītā-Wasser [wurde] zum heilvollen Fluss namens „Praṇītā“.

Wort für Wort
praṇītāyāḥ praṇayanaṃ mantraiś cākaravaṃ tataḥ
Das Herbeibringen des Praṇītā-[Wassergefäßes] vollzog ich dann mit Mantras;
praṇītodakam apy etat praṇīteti nadī śubhā
ebendieses Praṇītā-Wasser [wurde] zum heilvollen Fluss namens „Praṇītā“.

vyasarjayaṃ praṇītāṃ tāṃ mārjayitvā kuśair atha / mārjane kriyamāṇe tu praṇītodakabindavaḥ //

Ich entließ jenes Praṇītā[-Gefäß], nachdem ich es mit Kuśa-Gras gereinigt hatte; während die Reinigung vollzogen wurde, [fielen] Tropfen des Praṇītā-Wassers –

Wort für Wort
vyasarjayaṃ praṇītāṃ tāṃ mārjayitvā kuśair atha
Ich entließ jenes Praṇītā[-Gefäß], nachdem ich es mit Kuśa-Gras gereinigt hatte;
mārjane kriyamāṇe tu praṇītodakabindavaḥ
während die Reinigung vollzogen wurde, [fielen] Tropfen des Praṇītā-Wassers –

patitās tatra tīrthāni jātāni guṇavanti ca / saṃjātā muniśārdūla snānāt kratuphalapradā //

[diese] fielen dort [nieder], und daraus entstanden vorzügliche Tīrthas, o Tiger unter den Weisen, entstanden, die durch Baden die Frucht [eines vollzogenen] Opfers verleihen.

Wort für Wort
patitās tatra tīrthāni jātāni guṇavanti ca
[diese] fielen dort [nieder], und daraus entstanden vorzügliche Tīrthas,
saṃjātā muniśārdūla snānāt kratuphalapradā
o Tiger unter den Weisen, die durch Baden die Frucht [eines vollzogenen] Opfers verleihen.

yālaṃkṛtā sarvakālaṃ devadevena śārṅgiṇā / sopānapaṅktiḥ sarveṣāṃ vaikuṇṭhārohaṇāya sā //

[Jene Tīrthas,] geschmückt zu jeder Zeit vom Gott der Götter, dem Träger des [Bogens] Śārṅga [Viṣṇu] – sie [sind] für alle eine Stufenreihe zum Aufstieg nach Vaikuṇṭha.

Wort für Wort
yālaṃkṛtā sarvakālaṃ devadevena śārṅgiṇā
[Jene Tīrthas,] geschmückt zu jeder Zeit vom Gott der Götter, dem Träger des Bogens Śārṅga –
sopānapaṅktiḥ sarveṣāṃ vaikuṇṭhārohaṇāya sā
sie [sind] für alle eine Stufenreihe zum Aufstieg nach Vaikuṇṭha.

saṃmārjitāḥ kuśā yatra patitā bhūtale śubhe / kuśatarpaṇam ākhyātaṃ bahupuṇyaphalapradam //

Wo das gereinigte Kuśa-Gras auf den heilvollen Erdboden fiel, [das] wurde als „Kuśatarpaṇa“ bezeichnet, vielfältige verdienstvolle Frucht gewährend.

Wort für Wort
saṃmārjitāḥ kuśā yatra patitā bhūtale śubhe
Wo das gereinigte Kuśa-Gras auf den heilvollen Erdboden fiel,
kuśatarpaṇam ākhyātaṃ bahupuṇyaphalapradam
[das] wurde als „Kuśatarpaṇa“ bezeichnet, vielfältige verdienstvolle Frucht gewährend.

kuśaiś ca tarpitāḥ sarve kuśatarpaṇam ucyate / paścāc ca saṃgatā tatra gautamī kāraṇāntarāt //

Und weil alle [Ahnen] durch das Kuśa-Gras gesättigt wurden, wird es „Kuśatarpaṇa“ genannt; später vereinigte sich dort, aus einem anderen Grund, die Gautamī [mit diesem Ort].

Wort für Wort
kuśaiś ca tarpitāḥ sarve kuśatarpaṇam ucyate
Und weil alle [Ahnen] durch das Kuśa-Gras gesättigt wurden, wird es „Kuśatarpaṇa“ genannt;
paścāc ca saṃgatā tatra gautamī kāraṇāntarāt
später vereinigte sich dort, aus einem anderen Grund, die Gautamī [mit diesem Ort].

praṇītāyāṃ mahābuddhe praṇītāsaṃgamo 'bhavat / kuśatarpaṇadeśe tu tat tīrthaṃ kuśatarpaṇam //

An der Praṇītā, o Hochweiser, entstand der „Praṇītā-Saṃgama“; am Ort des Kuśatarpaṇa aber [heißt] jenes Tīrtha „Kuśatarpaṇa“.

Wort für Wort
praṇītāyāṃ mahābuddhe praṇītāsaṃgamo 'bhavat
An der Praṇītā, o Hochweiser, entstand der „Praṇītā-Saṃgama“;
kuśatarpaṇadeśe tu tat tīrthaṃ kuśatarpaṇam
am Ort des Kuśatarpaṇa aber [heißt] jenes Tīrtha „Kuśatarpaṇa“.

tatraiva kalpito yūpo mayā vindhyasya cottare / visṛṣṭo lokapūjyo 'sau viṣṇor āsīt samāśrayaḥ //

Ebendort wurde von mir der Opferpfosten errichtet, nördlich des Vindhya; entlassen, [aber] von der Welt verehrt, wurde er zur Zufluchtsstätte Viṣṇus.

Wort für Wort
tatraiva kalpito yūpo mayā vindhyasya cottare
Ebendort wurde von mir der Opferpfosten errichtet, nördlich des Vindhya;
visṛṣṭo lokapūjyo 'sau viṣṇor āsīt samāśrayaḥ
entlassen, [aber] von der Welt verehrt, wurde er zur Zufluchtsstätte Viṣṇus.

akṣayaś cābhavac chrīmān akṣayo 'sau vaṭo 'bhavat / nityaś ca kālarūpo 'sau smaraṇāt kratupuṇyadaḥ //

Er wurde unvergänglich und glanzvoll; jener [Pfosten] wurde zum unvergänglichen Banyan-Baum (vaṭa); ewig, von der Gestalt der Zeit, gewährt er, [schon] durch Gedenken, den Verdienst eines [vollzogenen] Opfers.

Wort für Wort
akṣayaś cābhavac chrīmān akṣayo 'sau vaṭo 'bhavat
Er wurde unvergänglich und glanzvoll; jener [Pfosten] wurde zum unvergänglichen Banyan-Baum;
nityaś ca kālarūpo 'sau smaraṇāt kratupuṇyadaḥ
ewig, von der Gestalt der Zeit, gewährt er, [schon] durch Gedenken, den Verdienst eines Opfers.

maddevayajanaṃ cedaṃ daṇḍakāraṇyam ucyate / saṃpūrṇe tu kratau viṣṇur mayā bhaktyā prasāditaḥ //

Und diese meine Opferstätte wird „Daṇḍakāraṇya“ [Daṇḍa-Wald] genannt; nach Vollendung des Opfers wurde Viṣṇu von mir mit Hingabe gnädig gestimmt.

Wort für Wort
maddevayajanaṃ cedaṃ daṇḍakāraṇyam ucyate
Und diese meine Opferstätte wird „Daṇḍakāraṇya“ genannt;
saṃpūrṇe tu kratau viṣṇur mayā bhaktyā prasāditaḥ
nach Vollendung des Opfers wurde Viṣṇu von mir mit Hingabe gnädig gestimmt.

yo virāḍ ucyate vede yasmān mūrtam ajāyata / yasmāc ca mama cotpattir yasyedaṃ vikṛtaṃ jagat //

Er, der im Veda „Virāj“ genannt wird, aus dem die verkörperte [Welt] entstand, aus dem auch meine eigene Entstehung [erfolgte], dessen Umgestaltung diese Welt ist –

Wort für Wort
yo virāḍ ucyate vede yasmān mūrtam ajāyata
Er, der im Veda „Virāj“ genannt wird, aus dem die verkörperte [Welt] entstand,
yasmāc ca mama cotpattir yasyedaṃ vikṛtaṃ jagat
aus dem auch meine eigene Entstehung [erfolgte], dessen Umgestaltung diese Welt ist –

tam ahaṃ devadeveśam abhivandya vyasarjayam / yojanāni caturviṃśan maddevayajanaṃ śubham //

ihn, den Herrn der Götter der Götter, verehrte ich und entließ [das Opfer]; vierundzwanzig Yojanas [umfasst] meine heilvolle Opferstätte.

Wort für Wort
tam ahaṃ devadeveśam abhivandya vyasarjayam
ihn, den Herrn der Götter der Götter, verehrte ich und entließ [das Opfer];
yojanāni caturviṃśan maddevayajanaṃ śubham
vierundzwanzig Yojanas [umfasst] meine heilvolle Opferstätte.

tasmād adyāpi kuṇḍāni santi ca trīṇi nārada / yajñeśvarasvarūpāṇi viṣṇor vai cakrapāṇinaḥ //

Deswegen gibt es noch heute drei Feuergruben (kuṇḍa), o Nārada, [welche] die eigentliche Gestalt des Opferherrn, Viṣṇus, des Diskusträgers, [darstellen].

Wort für Wort
tasmād adyāpi kuṇḍāni santi ca trīṇi nārada
Deswegen gibt es noch heute drei Feuergruben, o Nārada,
yajñeśvarasvarūpāṇi viṣṇor vai cakrapāṇinaḥ
[welche] die eigentliche Gestalt des Opferherrn, Viṣṇus, des Diskusträgers, [darstellen].

tataḥ prabhṛti cākhyātaṃ maddevayajanaṃ ca tat / tatrasthaḥ kṛmikīṭādiḥ so 'py ante muktibhājanam //

Von da an wird jene meine Opferstätte so benannt; selbst ein Wurm oder Insekt, das dort weilt, wird am Ende zum Empfänger der Erlösung.

Wort für Wort
tataḥ prabhṛti cākhyātaṃ maddevayajanaṃ ca tat
Von da an wird jene meine Opferstätte so benannt;
tatrasthaḥ kṛmikīṭādiḥ so 'py ante muktibhājanam
selbst ein Wurm oder Insekt, das dort weilt, wird am Ende zum Empfänger der Erlösung.

dharmabījaṃ muktibījaṃ daṇḍakāraṇyam ucyate / viśeṣād gautamīśliṣṭo deśaḥ puṇyatamo 'bhavat //

„Der Same des Dharma, der Same der Erlösung“ – so wird Daṇḍakāraṇya genannt; besonders der mit der Gautamī verbundene Landstrich wurde zum heiligsten.

Wort für Wort
dharmabījaṃ muktibījaṃ daṇḍakāraṇyam ucyate
„Der Same des Dharma, der Same der Erlösung“ – so wird Daṇḍakāraṇya genannt;
viśeṣād gautamīśliṣṭo deśaḥ puṇyatamo 'bhavat
besonders der mit der Gautamī verbundene Landstrich wurde zum heiligsten.

praṇītāsaṃgame cāpi kuśatarpaṇa eva vā / snānadānādi yaḥ kuryāt sa gacchet paramaṃ padam //

Wer nun am Praṇītā-Saṃgama oder am Kuśatarpaṇa Baden, Geben und dergleichen vollzieht, der gelangt zum höchsten Ort.

Wort für Wort
praṇītāsaṃgame cāpi kuśatarpaṇa eva vā
Wer nun am Praṇītā-Saṃgama oder am Kuśatarpaṇa
snānadānādi yaḥ kuryāt sa gacchet paramaṃ padam
Baden, Geben und dergleichen vollzieht, der gelangt zum höchsten Ort.

smaraṇaṃ paṭhanaṃ vāpi śravaṇaṃ cāpi bhaktitaḥ / sarvakāmapradaṃ puṃsāṃ bhuktimuktipradaṃ viduḥ //

Erinnerung, Rezitation oder auch Hören mit Hingabe gilt den Menschen als alle Wünsche gewährend, als Genuss und Erlösung verleihend.

Wort für Wort
smaraṇaṃ paṭhanaṃ vāpi śravaṇaṃ cāpi bhaktitaḥ
Erinnerung, Rezitation oder auch Hören mit Hingabe
sarvakāmapradaṃ puṃsāṃ bhuktimuktipradaṃ viduḥ
gilt den Menschen als alle Wünsche gewährend, als Genuss und Erlösung verleihend.

ubhayos tīrayos tatra tīrthāny āhur manīṣiṇaḥ / ṣaḍaśītisahasrāṇi teṣu puṇyaṃ puroditam //

An beiden Ufern dort, so sagen die Weisen, [gibt es] sechsundachtzigtausend Tīrthas; unter diesen wurde [dieses] Verdienst zuvor genannt.

Wort für Wort
ubhayos tīrayos tatra tīrthāny āhur manīṣiṇaḥ
An beiden Ufern dort, so sagen die Weisen, [gibt es] sechsundachtzigtausend Tīrthas;
ṣaḍaśītisahasrāṇi teṣu puṇyaṃ puroditam
unter diesen wurde [dieses] Verdienst zuvor genannt.

vārāṇasyā api mune kuśatarpaṇam uttamam / nānena sadṛśaṃ tīrthaṃ vidyate sacarācare //

Selbst gegenüber Vārāṇasī, o Weiser, ist das Kuśatarpaṇa überlegen; kein diesem gleichwertiges Tīrtha gibt es in der beweglichen und unbeweglichen [Welt].

Wort für Wort
vārāṇasyā api mune kuśatarpaṇam uttamam
Selbst gegenüber Vārāṇasī, o Weiser, ist das Kuśatarpaṇa überlegen;
nānena sadṛśaṃ tīrthaṃ vidyate sacarācare
kein diesem gleichwertiges Tīrtha gibt es in der beweglichen und unbeweglichen [Welt].

brahmahatyādipāpānāṃ smaraṇād api nāśanam / tīrtham etan mune proktaṃ svargadvāraṃ mahītale //

Selbst durch bloßes Gedenken [bewirkt es] die Vernichtung von Sünden wie Brahmanenmord und dergleichen; dieses Tīrtha, o Weiser, wird als das Himmelstor auf Erden bezeichnet.

Wort für Wort
brahmahatyādipāpānāṃ smaraṇād api nāśanam
Selbst durch bloßes Gedenken [bewirkt es] die Vernichtung von Sünden wie Brahmanenmord und dergleichen;
tīrtham etan mune proktaṃ svargadvāraṃ mahītale
dieses Tīrtha, o Weiser, wird als das Himmelstor auf Erden bezeichnet.

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