Kapitel 153: bhāvatīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Bhāva-Tīrtha (König Prācīnabarhis und die Geburt seines Sohnes Mahimā aus Śivas drittem Auge)
König Prācīnabarhis, ein Herrscher der Sonnendynastie, herrscht in vollkommenem Wohlergehen ohne jede Trennung von seinen Lieben. Um einen Sohn zu erlangen, vollzieht er ein Opfer, und Śiva, an der Gautamī erschienen, lässt ihn in sein drittes Auge blicken, wodurch dessen Glanz zu einem Sohn namens Mahimā wird - dem Verfasser des berühmten Lobpreises 'Mahimnaḥ' auf Śivas Größe. Der König erbittet für die Tīrtha den Vorrang unter allen Tīrthas zum Heil sündenbeladener, kranker und leidgeprüfter Menschen. Ursprung des Bhāva-Tīrtha mit 70 weiteren heiligen Tīrthas.
Brahmā sprach: Es gibt eine Bhāva-Tīrtha genannte Stätte, wo Bhava leibhaftig weilt - er, der in allen Welten ohne Ausnahme innewohnt, die Seele der Wesen, von der Gestalt des Sein-Bewusstseins.
Höre dazu diese Erzählung, die ich verkünden will, höchst heilig und verheißungsvoll. Der glanzvolle Mehrer der Sonnendynastie, der Erste unter den Kṣatriyas,
Wort für Wort
tatremāṃ śṛṇu vakṣyāmi kathāṃ puṇyatamāṃ śubhām
höre dazu diese Erzählung, die ich verkünden will, höchst heilig und verheißungsvoll
sūryavaṃśakaraḥ śrīmān kṣatriyāṇāṃ dhuraṃdharaḥ
der glanzvolle Mehrer der Sonnendynastie, der Erste unter den Kṣatriyas
viyujyeyaṃ tato rājyaṃ tyakṣye 'haṃ nātra saṃśayaḥ /
vivekināṃ kulīnānām idam evocitaṃ nṛṇām //
...oder sollte ich davon getrennt werden - dann werde ich das Königreich verlassen, daran ist kein Zweifel. Dies eben gebührt sich für kluge, wohlgeborene Menschen.'
Wort für Wort
viyujyeyaṃ tato rājyaṃ tyakṣye 'haṃ nātra saṃśayaḥ
sollte ich (davon) getrennt werden, so werde ich das Königreich verlassen, daran ist kein Zweifel
vivekināṃ kulīnānām idam evocitaṃ nṛṇām
dies eben gebührt sich für kluge, wohlgeborene Menschen
'Wer der Weltlichkeit entsagt hat, verweilt irgendwo in der Einsamkeit, wenn das Glücksgut schwindet.' Während er über die Erde herrschte, gab es niemals eine Trennung von seinen Lieben,
Wort für Wort
sthīyate vijane kvāpi viraktair vibhavakṣaye
wer der Weltlichkeit entsagt hat, verweilt irgendwo in der Einsamkeit, wenn das Glücksgut schwindet
tasmin praśāsati mahīṃ na viyogaḥ priyaiḥ kvacit
während er über die Erde herrschte, gab es niemals eine Trennung von den Lieben
nādhivyādhī na durbhikṣaṃ na bandhukalaho nṛṇām /
tasmiñ śāsati rājyaṃ tu na ca kaścid viyujyate //
kein seelisches oder körperliches Leiden, keine Hungersnot, kein Streit unter Verwandten für die Menschen; während er das Königreich beherrschte, wurde niemand getrennt.
Wort für Wort
nādhivyādhī na durbhikṣaṃ na bandhukalaho nṛṇām
kein seelisches oder körperliches Leiden, keine Hungersnot, kein Streit unter Verwandten für die Menschen
tasmiñ śāsati rājyaṃ tu na ca kaścid viyujyate
während er das Königreich beherrschte, wurde niemand getrennt
prāptaputraś ca nṛpatis tīrthaśraiṣṭhyam ayācata /
mahāpāpamahāroga-mahāvyasanināṃ nṛṇām //
Und der König, nachdem er den Sohn erlangt hatte, erbat den Vorrang dieser Tīrtha, für Menschen mit großen Sünden, schweren Krankheiten und großen Nöten,
Wort für Wort
prāptaputraś ca nṛpatis tīrthaśraiṣṭhyam ayācata
und der König, nachdem er den Sohn erlangt hatte, erbat den Vorrang dieser Tīrtha
mahāpāpamahāroga-mahāvyasanināṃ nṛṇām
für Menschen mit großen Sünden, schweren Krankheiten und großen Nöten
die von mancherlei Unglücksscharen geplagt sind, damit sie alle Erwünschten erlangen. Auch Bhava gewährte diesen Vorrang; sie wird daher Bhāva-Tīrtha genannt.
Wort für Wort
nānāvipadgaṇārtānāṃ sarvābhimatalabdhaye
die von mancherlei Unglücksscharen geplagt sind, damit sie alle Erwünschten erlangen
prādāj jyaiṣṭhyaṃ bhavaś cāpi bhāvatīrthaṃ tad ucyate
auch Bhava gewährte diesen Vorrang; sie wird daher Bhāva-Tīrtha genannt