Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 164: ciccikātīrthagadādharatīrthamāhātmyavarṇanam Die Größe der Tīrthas Ciccikā und Gadādhara (König Pavamāna und der zweiköpfige Vogel-Brahmane)

Auf dem Berg Śubhra am Nordufer der Gaṅgā, wo der Gott Gadādhara (Viṣṇu) weilt, lebt der fleischfressende Vogelfürst Ciccika (Bheruṇḍa). Der Herrscher Pavamāna trifft auf der Jagd einen zweiköpfigen, leidenden Vogel dieses Namens, der sich als einst sündiger Brahmane offenbart – heuchlerisch, verräterisch, seine Umgebung quälend – und nun, in einen niemals gesättigten, ruhelosen zweiköpfigen Vogel verwandelt, den Berg als öde erlebt. Ciccika trägt eine ausführliche Aufzählung brahmahatyā-gleicher Sünden vor (Verrat, Heuchelei, Lehrerverachtung, Verleumdung von Veda und Dharma). Vom König zum Gadādhara-Tīrtha geführt, badet er in der Gaṅgā, fleht sie um Erlösung an und erlangt durch ihre und Gadādharas Gnade den Himmel. Ursprung des nach Pavamāna und Ciccika benannten Tīrtha, auch als Gadādhara-Koṭitīrtha bekannt.

ciccikātīrtham ity uktaṃ sarvarogavināśanam / sarvacintāpraharaṇaṃ sarvaśāntikaraṃ nṛṇām //

Das Ciccikā-Tīrtha genannte (Tīrtha) vernichtet alle Krankheiten; es vertreibt den Menschen alle Sorgen und schafft ihnen vollständigen Frieden.

Wort für Wort
ciccikātīrtham ity uktaṃ sarvarogavināśanam
das Ciccikā-Tīrtha genannte (Tīrtha) vernichtet alle Krankheiten
sarvacintāpraharaṇaṃ sarvaśāntikaraṃ nṛṇām
es vertreibt den Menschen alle Sorgen und schafft ihnen vollständigen Frieden

tasya svarūpaṃ vakṣyāmi śubhre tasmin nagottame / gaṅgāyā uttare pāre yatra devo gadādharaḥ //

Sein Wesen will ich verkünden: auf jenem vortrefflichen Berg Śubhra, am nördlichen Ufer der Gaṅgā, wo der Gott Gadādhara weilt.

Wort für Wort
tasya svarūpaṃ vakṣyāmi śubhre tasmin nagottame
sein Wesen will ich verkünden: auf jenem vortrefflichen Berg Śubhra
gaṅgāyā uttare pāre yatra devo gadādharaḥ
am nördlichen Ufer der Gaṅgā, wo der Gott Gadādhara weilt

ciccikaḥ pakṣirāṭ tatra bheruṇḍo yo 'bhidhīyate / sadā vasati tatraiva māṃsāśī śvetaparvate //

Dort wohnt beständig der Vogelfürst Ciccika, der auch Bheruṇḍa genannt wird, ein Fleischfresser, eben auf jenem weißen Berg.

Wort für Wort
ciccikaḥ pakṣirāṭ tatra bheruṇḍo yo 'bhidhīyate
der Vogelfürst Ciccika, der auch Bheruṇḍa genannt wird
sadā vasati tatraiva māṃsāśī śvetaparvate
wohnt beständig, ein Fleischfresser, eben auf jenem weißen Berg

nānāpuṣpaphalākīrṇaiḥ sarvartukusumair nagaiḥ / sevite dvijamukhyaiś ca gautamyā copaśobhite //

Auf jenem Berg, der mit mancherlei Blüten und Früchten übersät ist, mit zu allen Jahreszeiten blühenden Bäumen, von vortrefflichen Brahmanen aufgesucht und von der Gautamī geschmückt wird.

Wort für Wort
nānāpuṣpaphalākīrṇaiḥ sarvartukusumair nagaiḥ
mit mancherlei Blüten und Früchten übersät, mit zu allen Jahreszeiten blühenden Bäumen
sevite dvijamukhyaiś ca gautamyā copaśobhite
von vortrefflichen Brahmanen aufgesucht und von der Gautamī geschmückt

siddhacāraṇagandharva-kiṃnarāmarasaṃkule / tatsamīpe nagaḥ kaścid dvipadāṃ ca catuṣpadām //

Der von Siddhas, Cāraṇas, Gandharvas, Kiṃnaras und Unsterblichen bevölkert ist; in seiner Nähe liegt ein Berg der Zweifüßler und Vierfüßler,

Wort für Wort
siddhacāraṇagandharva-kiṃnarāmarasaṃkule
von Siddhas, Cāraṇas, Gandharvas, Kiṃnaras und Unsterblichen bevölkert
tatsamīpe nagaḥ kaścid dvipadāṃ ca catuṣpadām
in seiner Nähe liegt ein Berg der Zweifüßler und Vierfüßler

rogārtikṣuttṛṣācintā-maraṇānāṃ na bhājanam / evaṃ guṇānvite śaile nānāmunigaṇāvṛte //

der kein Ort von Krankheit, Leid, Hunger, Durst, Sorge und Tod ist – auf einem so mit Vorzügen versehenen, von vielerlei Munischaren umgebenen Berg.

Wort für Wort
rogārtikṣuttṛṣācintā-maraṇānāṃ na bhājanam
der kein Ort von Krankheit, Leid, Hunger, Durst, Sorge und Tod ist
evaṃ guṇānvite śaile nānāmunigaṇāvṛte
auf einem so mit Vorzügen versehenen, von vielerlei Munischaren umgebenen Berg

pūrvadeśādhipaḥ kaścit pavamāna iti śrutaḥ / kṣatradharmarataḥ śrīmān devabrāhmaṇapālakaḥ //

Ein Herrscher des Ostlandes, ,Pavamāna' genannt, dem Kṣatriya-Dharma hingegeben, prächtig, der Beschützer von Göttern und Brahmanen,

Wort für Wort
pūrvadeśādhipaḥ kaścit pavamāna iti śrutaḥ
ein Herrscher des Ostlandes, Pavamāna genannt
kṣatradharmarataḥ śrīmān devabrāhmaṇapālakaḥ
dem Kṣatriya-Dharma hingegeben, prächtig, der Beschützer von Göttern und Brahmanen

balena mahatā yuktaḥ sapurodhā vanaṃ yayau / reme strībhir manojñābhir nṛtyavāditrajaiḥ sukhaiḥ //

mit großer Heeresmacht ausgestattet, zog mit seinem Hauspriester in den Wald; er vergnügte sich mit reizenden Frauen, mit den Freuden von Tanz und Musik.

Wort für Wort
balena mahatā yuktaḥ sapurodhā vanaṃ yayau
mit großer Heeresmacht ausgestattet, zog er mit seinem Hauspriester in den Wald
reme strībhir manojñābhir nṛtyavāditrajaiḥ sukhaiḥ
er vergnügte sich mit reizenden Frauen, mit den Freuden von Tanz und Musik

sa ca evaṃ dhanuṣpāṇir mṛgayāśīlibhir vṛtaḥ / evaṃ bhraman kadācit sa śrānto drumam upāgataḥ //

Und er, den Bogen in der Hand, umgeben von Jagdgefährten, so umherstreifend, kam er einst müde zu einem Baum.

Wort für Wort
sa ca evaṃ dhanuṣpāṇir mṛgayāśīlibhir vṛtaḥ
und er, den Bogen in der Hand, umgeben von Jagdgefährten
evaṃ bhraman kadācit sa śrānto drumam upāgataḥ
so umherstreifend, kam er einst müde zu einem Baum

gautamītīrasaṃbhūtaṃ nānāpakṣigaṇair vṛtam / āśramāṇāṃ gṛhapatiṃ dharmajñam iva sevitam //

Zu einem Baum, der am Ufer der Gautamī entstanden war, von vielerlei Vogelscharen umgeben, verehrt wie der dharmakundige Hausherr der Einsiedeleien.

Wort für Wort
gautamītīrasaṃbhūtaṃ nānāpakṣigaṇair vṛtam
der am Ufer der Gautamī entstanden war, von vielerlei Vogelscharen umgeben
āśramāṇāṃ gṛhapatiṃ dharmajñam iva sevitam
verehrt wie der dharmakundige Hausherr der Einsiedeleien

tam āśritya nagaśreṣṭhaṃ pavamāno nṛpottamaḥ / sa viśrānto janavṛta īkṣāṃ cakre nagottamam //

An jenen vortrefflichen Baum sich lehnend, ruhte sich der vortreffliche König Pavamāna, von Leuten umgeben, aus und betrachtete den vortrefflichen Baum.

Wort für Wort
tam āśritya nagaśreṣṭhaṃ pavamāno nṛpottamaḥ
an jenen vortrefflichen Baum sich lehnend, der vortreffliche König Pavamāna
sa viśrānto janavṛta īkṣāṃ cakre nagottamam
ausgeruht, von Leuten umgeben, betrachtete er den vortrefflichen Baum

tatrāpaśyad dvijaṃ sthūlaṃ dvimukhaṃ śobhanākṛtim / cintāviṣṭaṃ tathā śrāntaṃ tam apṛcchan nṛpottamaḥ //

Dort erblickte er einen dicken, zweiköpfigen Vogel von schöner Gestalt, in Sorge versunken und erschöpft; der vortreffliche König fragte ihn.

Wort für Wort
tatrāpaśyad dvijaṃ sthūlaṃ dvimukhaṃ śobhanākṛtim
dort erblickte er einen dicken, zweiköpfigen Vogel von schöner Gestalt
cintāviṣṭaṃ tathā śrāntaṃ tam apṛcchan nṛpottamaḥ
in Sorge versunken und erschöpft; der vortreffliche König fragte ihn

[Anm.: ,dvija' bedeutet zugleich ,Vogel' und ,Zweimalgeborener/Brahmane' – ein Wortspiel, das im weiteren Verlauf des Kapitels tragend wird.]

{rājovāca:} ko bhavān dvimukhaḥ pakṣī cintāvān iva lakṣyase / naivātra kaścid duḥkhārtaḥ kasmāt tvaṃ duḥkham āgataḥ //

Der König sprach: Wer bist du, zweiköpfiger Vogel? Du scheinst voller Sorge zu sein. Hier gibt es doch niemanden, der von Leid geplagt ist – warum bist du in Leid geraten?

Wort für Wort
ko bhavān dvimukhaḥ pakṣī cintāvān iva lakṣyase
wer bist du, zweiköpfiger Vogel? Du scheinst voller Sorge zu sein
naivātra kaścid duḥkhārtaḥ kasmāt tvaṃ duḥkham āgataḥ
hier gibt es doch niemanden, der von Leid geplagt ist – warum bist du in Leid geraten

{brahmovāca:} tataḥ provāca nṛpatiṃ pavamānaṃ śanaiḥ śanaiḥ / samāśvastamanāḥ pakṣī cicciko niḥśvasan muhuḥ //

Brahmā sprach: Darauf sprach, sich langsam beruhigend, der Vogel Ciccika, wiederholt seufzend, zum König Pavamāna.

Wort für Wort
tataḥ provāca nṛpatiṃ pavamānaṃ śanaiḥ śanaiḥ
darauf sprach er langsam zum König Pavamāna
samāśvastamanāḥ pakṣī cicciko niḥśvasan muhuḥ
sich beruhigend, der Vogel Ciccika, wiederholt seufzend

{ciccika uvāca:} matto bhayaṃ na cānyeṣāṃ mama vānyopapāditam / nānāpuṣpaphalākīrṇaṃ munibhiḥ parisevitam //

Ciccika sprach: Von mir geht keine Furcht für andere aus, noch wird mir von anderen Furcht bereitet; diesen Berg, der mit mancherlei Blüten und Früchten übersät und von Munis aufgesucht ist,

Wort für Wort
matto bhayaṃ na cānyeṣāṃ mama vānyopapāditam
von mir geht keine Furcht für andere aus, noch wird mir von anderen Furcht bereitet
nānāpuṣpaphalākīrṇaṃ munibhiḥ parisevitam
diesen mit mancherlei Blüten und Früchten übersäten, von Munis aufgesuchten (Berg)

paśyeyaṃ śūnyam evādriṃ tataḥ śocāmi mām aham / na labhāmi sukhaṃ kiṃcin na tṛpyāmi kadācana / nidrāṃ prāpnomi na kvāpi na viśrāntiṃ na nirvṛtim //

…sehe ich als völlig leer/öde an, darum beklage ich mich selbst. Ich erlange kein Glück, wie gering auch immer, ich werde niemals satt; nirgends finde ich Schlaf, nirgends Rast, nirgends Frieden.

Wort für Wort
paśyeyaṃ śūnyam evādriṃ tataḥ śocāmi mām aham
sehe ich als völlig leer/öde an, darum beklage ich mich selbst
na labhāmi sukhaṃ kiṃcin na tṛpyāmi kadācana
ich erlange kein Glück, wie gering auch immer, ich werde niemals satt
nidrāṃ prāpnomi na kvāpi na viśrāntiṃ na nirvṛtim
nirgends finde ich Schlaf, nirgends Rast, nirgends Frieden

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Quelltext.]

{brahmovāca:} dvimukhasya dvijasyoktaṃ śrutvā rājātivismitaḥ //*

Brahmā sprach: Diese Worte des zweiköpfigen Vogels gehört habend, war der König überaus erstaunt.

Wort für Wort
dvimukhasya dvijasyoktaṃ śrutvā
diese Worte des zweiköpfigen Vogels gehört habend
rājātivismitaḥ
war der König überaus erstaunt

[Anm.: Im Quelltext nur eine Zeile, mit * als unvollständiger Halbvers markiert; für die wfw-Darstellung in zwei Sinnabschnitte geteilt.]

{rājovāca:} ko bhavān kiṃ kṛtaṃ pāpaṃ kasmāc chūnyaś ca parvataḥ / ekenāsyena tṛpyanti prāṇino 'tra nagottame //

Der König sprach: Wer bist du, welche Sünde hast du begangen, weshalb ist der Berg leer? Mit nur einem Mund werden die Lebewesen hier auf diesem vortrefflichen Berg satt.

Wort für Wort
ko bhavān kiṃ kṛtaṃ pāpaṃ kasmāc chūnyaś ca parvataḥ
wer bist du, welche Sünde hast du begangen, weshalb ist der Berg leer
ekenāsyena tṛpyanti prāṇino 'tra nagottame
mit nur einem Mund werden die Lebewesen hier auf diesem vortrefflichen Berg satt

kim utāsyadvayena tvaṃ na tṛptim upayāsyasi / kiṃ vā te duṣkṛtaṃ prāptam iha janmany atho purā //

Wieso wirst du mit zwei Mündern nicht satt? Oder welche Missetat hast du erlangt, in diesem Leben oder früher?

Wort für Wort
kim utāsyadvayena tvaṃ na tṛptim upayāsyasi
wieso wirst du mit zwei Mündern nicht satt
kiṃ vā te duṣkṛtaṃ prāptam iha janmany atho purā
oder welche Missetat hast du erlangt, in diesem Leben oder früher

tat sarvaṃ śaṃsa me satyaṃ trāsye tvāṃ mahato bhayāt //*

Erzähle mir das alles wahrheitsgemäß; ich werde dich aus großer Furcht erretten.

Wort für Wort
tat sarvaṃ śaṃsa me satyaṃ
erzähle mir das alles wahrheitsgemäß
trāsye tvāṃ mahato bhayāt
ich werde dich aus großer Furcht erretten

[Anm.: Im Quelltext nur eine Zeile, mit * als unvollständiger Halbvers markiert (Fortsetzung der Rede des Königs); für die wfw-Darstellung in zwei Sinnabschnitte geteilt.]

{brahmovāca:} rājānaṃ taṃ dvijaḥ prāha niḥśvasann atha ciccikaḥ //*

Brahmā sprach: Darauf sprach der Vogel Ciccika, seufzend, zu jenem König.

Wort für Wort
rājānaṃ taṃ dvijaḥ prāha
zu jenem König sprach der Vogel
niḥśvasann atha ciccikaḥ
darauf seufzend, Ciccika

[Anm.: Im Quelltext nur eine Zeile, mit * als unvollständiger Halbvers markiert; für die wfw-Darstellung in zwei Sinnabschnitte geteilt.]

{ciccika uvāca:} vakṣye 'haṃ tvāṃ pūrvavṛttaṃ pavamāna śṛṇuṣva tat / ahaṃ dvijātipravaro vedavedāṅgapāragaḥ //

Ciccika sprach: Ich werde dir mein früheres Geschehen erzählen, o Pavamāna, höre es: Ich war ein vortrefflicher Brahmane, der Veda und Vedāṅgas ganz durchdrungen hatte,

Wort für Wort
vakṣye 'haṃ tvāṃ pūrvavṛttaṃ pavamāna śṛṇuṣva tat
ich werde dir mein früheres Geschehen erzählen, o Pavamāna, höre es
ahaṃ dvijātipravaro vedavedāṅgapāragaḥ
ich war ein vortrefflicher Brahmane, der Veda und Vedāṅgas ganz durchdrungen hatte

kulīno viditaprājñaḥ kāryahantā kalipriyaḥ / vade puras tathā pṛṣṭhe anyad anyac ca jantuṣu //

von guter Familie, als weise bekannt, ein Zerstörer von Aufgaben, dem Streit zugetan; im Angesicht sprach ich anders, hinter dem Rücken anders zu den Wesen.

Wort für Wort
kulīno viditaprājñaḥ kāryahantā kalipriyaḥ
von guter Familie, als weise bekannt, ein Zerstörer von Aufgaben, dem Streit zugetan
vade puras tathā pṛṣṭhe anyad anyac ca jantuṣu
im Angesicht sprach ich anders, hinter dem Rücken anders zu den Wesen

paravṛddhyā sadā duḥkhī māyayā viśvavañcakaḥ / kṛtaghnaḥ satyarahitaḥ paranindāvicakṣaṇaḥ //

Über das Gedeihen anderer stets betrübt, durch Täuschung ein Betrüger aller, undankbar, der Wahrheit bar, ein Meister im Verleumden anderer,

Wort für Wort
paravṛddhyā sadā duḥkhī māyayā viśvavañcakaḥ
über das Gedeihen anderer stets betrübt, durch Täuschung ein Betrüger aller
kṛtaghnaḥ satyarahitaḥ paranindāvicakṣaṇaḥ
undankbar, der Wahrheit bar, ein Meister im Verleumden anderer

mitrasvāmigurudrohī dambhācāro 'tinirghṛṇaḥ / manasā karmaṇā vācā tāpayāmi janān bahūn //

ein Verräter an Freund, Herrn und Lehrer, von heuchlerischem Wandel, überaus mitleidlos – mit Gedanken, Tat und Wort quälte ich viele Menschen.

Wort für Wort
mitrasvāmigurudrohī dambhācāro 'tinirghṛṇaḥ
ein Verräter an Freund, Herrn und Lehrer, von heuchlerischem Wandel, überaus mitleidlos
manasā karmaṇā vācā tāpayāmi janān bahūn
mit Gedanken, Tat und Wort quälte ich viele Menschen

ayam eva vinodo me sadā yat parahiṃsanam / yugmabhedaṃ gaṇocchedaṃ maryādābhedanaṃ sadā //

Eben dies war stets mein Vergnügen: anderen zu schaden, Paare zu entzweien, Gruppen zu zerstören, Grenzen (der Sitte) beständig zu übertreten,

Wort für Wort
ayam eva vinodo me sadā yat parahiṃsanam
eben dies war stets mein Vergnügen: anderen zu schaden
yugmabhedaṃ gaṇocchedaṃ maryādābhedanaṃ sadā
Paare zu entzweien, Gruppen zu zerstören, Grenzen der Sitte beständig zu übertreten

karomi nirvicāro 'haṃ vidvatsevāparāṅmukhaḥ / na mayā sadṛśaḥ kaścit pātakī bhavanatraye //

tat ich ohne Bedenken, dem Dienst an den Gelehrten abgewandt; keiner war mir gleich als Sünder in den drei Welten.

Wort für Wort
karomi nirvicāro 'haṃ vidvatsevāparāṅmukhaḥ
tat ich ohne Bedenken, dem Dienst an den Gelehrten abgewandt
na mayā sadṛśaḥ kaścit pātakī bhavanatraye
keiner war mir gleich als Sünder in den drei Welten

tenāhaṃ dvimukho jātas tāpanād duḥkhabhāgy aham / tasmād duḥkhena saṃtaptaḥ śūnyo 'yaṃ parvato mama //

Darum wurde ich zweiköpfig geboren, durch die mich verzehrende Qual ein Leidgenosse; deshalb erscheint mir, von Leid gequält, dieser Berg als öde.

Wort für Wort
tenāhaṃ dvimukho jātas tāpanād duḥkhabhāgy aham
darum wurde ich zweiköpfig geboren, durch die verzehrende Qual ein Leidgenosse
tasmād duḥkhena saṃtaptaḥ śūnyo 'yaṃ parvato mama
deshalb erscheint mir, von Leid gequält, dieser Berg als öde

anyac ca śṛṇu bhūpāla vākyaṃ dharmārthasaṃhitam / brahmahatyāsamaṃ pāpaṃ tad vinā tad avāpyate //

Und höre, o Herrscher, ein weiteres Wort, das mit Dharma und Sinn verbunden ist: Eine dem Brahmanenmord gleiche Sünde erlangt man auch ohne diesen Mord selbst.

Wort für Wort
anyac ca śṛṇu bhūpāla vākyaṃ dharmārthasaṃhitam
und höre, o Herrscher, ein weiteres Wort, das mit Dharma und Sinn verbunden ist
brahmahatyāsamaṃ pāpaṃ tad vinā tad avāpyate
eine dem Brahmanenmord gleiche Sünde erlangt man auch ohne diesen Mord selbst

kṣatriyaḥ saṃgaraṃ gatvā athavānyatra saṃgarāt / palāyantaṃ nyastaśastraṃ viśvastaṃ ca parāṅmukham //

Ein Kṣatriya, der in die Schlacht gezogen ist, oder anderswo als in der Schlacht – einen Fliehenden, der die Waffen niedergelegt hat, einen Vertrauensvollen und Abgewandten,

Wort für Wort
kṣatriyaḥ saṃgaraṃ gatvā athavānyatra saṃgarāt
ein Kṣatriya, der in die Schlacht gezogen ist, oder anderswo als in der Schlacht
palāyantaṃ nyastaśastraṃ viśvastaṃ ca parāṅmukham
einen Fliehenden, der die Waffen niedergelegt hat, einen Vertrauensvollen und Abgewandten

avijñātaṃ copaviṣṭaṃ bibhemīti ca vādinam / taṃ yadi kṣatriyo hanyāt sa tu syād brahmaghātakaḥ //

einen Unerkannten, einen Sitzenden, oder einen, der sagt ,ich fürchte mich', tötet ein Kṣatriya diesen, so wird er zum Brahmanenmörder.

Wort für Wort
avijñātaṃ copaviṣṭaṃ bibhemīti ca vādinam
einen Unerkannten, einen Sitzenden, oder einen, der sagt: ich fürchte mich
taṃ yadi kṣatriyo hanyāt sa tu syād brahmaghātakaḥ
tötet ein Kṣatriya diesen, so wird er zum Brahmanenmörder

adhītaṃ vismarati yas tvaṃ karoti tathottamam / anādaraṃ ca guruṣu tam āhur brahmaghātakam //

Wer das Gelernte vergisst und dennoch den Vortrefflichen spielt, und wer den Lehrern Missachtung erweist, den nennt man einen Brahmanenmörder.

Wort für Wort
adhītaṃ vismarati yas tvaṃ karoti tathottamam
wer das Gelernte vergisst und dennoch den Vortrefflichen spielt
anādaraṃ ca guruṣu tam āhur brahmaghātakam
und wer den Lehrern Missachtung erweist, den nennt man einen Brahmanenmörder

pratyakṣe ca priyaṃ vakti parokṣe paruṣāṇi ca / anyad dhṛdi vacasy anyat karoty anyat sadaiva yaḥ //

Wer im Angesicht Angenehmes spricht und in Abwesenheit Grobes, wer im Herzen anderes denkt, in der Rede anderes und in der Tat stets wieder anderes tut,

Wort für Wort
pratyakṣe ca priyaṃ vakti parokṣe paruṣāṇi ca
wer im Angesicht Angenehmes spricht und in Abwesenheit Grobes
anyad dhṛdi vacasy anyat karoty anyat sadaiva yaḥ
wer im Herzen anderes denkt, in der Rede anderes und in der Tat stets wieder anderes tut

gurūṇāṃ śapathaṃ kartā dveṣṭā brāhmaṇanindakaḥ / mithyā vinītaḥ pāpātmā sa tu syād brahmaghātakaḥ //

wer die Lehrer verflucht, hasst, Brahmanen verleumdet, falsch demütig ist, von sündigem Wesen – der wird ein Brahmanenmörder.

Wort für Wort
gurūṇāṃ śapathaṃ kartā dveṣṭā brāhmaṇanindakaḥ
wer die Lehrer verflucht, hasst, Brahmanen verleumdet
mithyā vinītaḥ pāpātmā sa tu syād brahmaghātakaḥ
falsch demütig ist, von sündigem Wesen – der wird ein Brahmanenmörder

devaṃ vedam athādhyātmaṃ dharmabrāhmaṇasaṃgatim / etān nindati yo dveṣāt sa tu syād brahmaghātakaḥ //

Wer Gott, Veda, die höhere Erkenntnis, Dharma und die Gemeinschaft der Brahmanen aus Hass verleumdet, der wird ein Brahmanenmörder.

Wort für Wort
devaṃ vedam athādhyātmaṃ dharmabrāhmaṇasaṃgatim
Gott, Veda, die höhere Erkenntnis, Dharma und die Gemeinschaft der Brahmanen
etān nindati yo dveṣāt sa tu syād brahmaghātakaḥ
wer diese aus Hass verleumdet, der wird ein Brahmanenmörder

evaṃ bhūto 'py ahaṃ rājan dambhārthaṃ lajjayā tathā / sadvṛtta iva varte 'haṃ tasmād rājan dvijo 'bhavam //

Obwohl ich so beschaffen war, o König, verhielt ich mich aus Heuchelei und Scham wie ein Mann guten Wandels; deshalb, o König, wurde ich dennoch als Brahmane geboren.

Wort für Wort
evaṃ bhūto 'py ahaṃ rājan dambhārthaṃ lajjayā tathā
obwohl ich so beschaffen war, o König, verhielt ich mich aus Heuchelei und Scham
sadvṛtta iva varte 'haṃ tasmād rājan dvijo 'bhavam
wie ein Mann guten Wandels; deshalb, o König, wurde ich dennoch als Brahmane geboren

evaṃ bhūto 'pi satkarma kiṃcit kartāsmi kutracit / tenāhaṃ karmaṇā rājan svataḥ smartā purā kṛtam //

Obwohl so beschaffen, werde ich doch irgendwo etwas Gutes getan haben; durch jene Tat, o König, erinnere ich mich selbst an das früher Getane.

Wort für Wort
evaṃ bhūto 'pi satkarma kiṃcit kartāsmi kutracit
obwohl so beschaffen, werde ich doch irgendwo etwas Gutes getan haben
tenāhaṃ karmaṇā rājan svataḥ smartā purā kṛtam
durch jene Tat, o König, erinnere ich mich selbst an das früher Getane

{brahmovāca:} tac ciccikavacaḥ śrutvā pavamānaḥ suvismitaḥ / karmaṇā kena te muktir ity āha nṛpatir dvijam //

Brahmā sprach: Dieses Wort Ciccikas gehört habend, sprach der überaus erstaunte König Pavamāna zu dem Vogel: ,Durch welche Tat wird deine Erlösung geschehen?'

Wort für Wort
tac ciccikavacaḥ śrutvā pavamānaḥ suvismitaḥ
dieses Wort Ciccikas gehört habend, der überaus erstaunte König Pavamāna
karmaṇā kena te muktir ity āha nṛpatir dvijam
sprach zu dem Vogel: durch welche Tat wird deine Erlösung geschehen

iti tasya vacaḥ śrutvā nṛpatiṃ prāha pakṣirāṭ //*

Dieses Wort gehört habend, sprach der Vogelfürst zum König.

Wort für Wort
iti tasya vacaḥ śrutvā
dieses Wort gehört habend
nṛpatiṃ prāha pakṣirāṭ
sprach der Vogelfürst zum König

[Anm.: Im Quelltext nur eine Zeile, mit * als unvollständiger Halbvers markiert; für die wfw-Darstellung in zwei Sinnabschnitte geteilt.]

{ciccika uvāca:} asminn eva nagaśreṣṭhe gautamyā uttare taṭe / gadādharaṃ nāma tīrthaṃ tatra māṃ naya suvrata //

Ciccika sprach: Eben auf diesem vortrefflichen Berg, am nördlichen Ufer der Gautamī, liegt das Gadādhara genannte Tīrtha; dorthin führe mich, o Tugendfester.

Wort für Wort
asminn eva nagaśreṣṭhe gautamyā uttare taṭe
eben auf diesem vortrefflichen Berg, am nördlichen Ufer der Gautamī
gadādharaṃ nāma tīrthaṃ tatra māṃ naya suvrata
liegt das Gadādhara genannte Tīrtha; dorthin führe mich, o Tugendfester

tad dhi tīrthaṃ puṇyatamaṃ sarvapāpapraṇāśanam / sarvakāmapradaṃ ceti mahadbhir munibhiḥ śrutam //

Jenes Tīrtha ist nämlich das heiligste, es vernichtet alle Sünden und gewährt alle Wünsche, so ist es von den großen Munis überliefert.

Wort für Wort
tad dhi tīrthaṃ puṇyatamaṃ sarvapāpapraṇāśanam
jenes Tīrtha ist nämlich das heiligste, es vernichtet alle Sünden
sarvakāmapradaṃ ceti mahadbhir munibhiḥ śrutam
und gewährt alle Wünsche, so ist es von den großen Munis überliefert

na gautamyās tathā viṣṇor aparaṃ kleśanāśanam / sarvabhāvena tat tīrthaṃ paśyeyam iti me matiḥ //

Es gibt außer der Gautamī und Viṣṇu kein anderes Mittel, das Leid zu vernichten; jenes Tīrtha mit ganzem Wesen zu sehen, das ist mein Gedanke.

Wort für Wort
na gautamyās tathā viṣṇor aparaṃ kleśanāśanam
es gibt außer der Gautamī und Viṣṇu kein anderes Mittel, das Leid zu vernichten
sarvabhāvena tat tīrthaṃ paśyeyam iti me matiḥ
jenes Tīrtha mit ganzem Wesen zu sehen, das ist mein Gedanke

matkṛtena prayatnena naitac chakyaṃ kadācana / katham ākāṅkṣitaprāptir bhaved duṣkṛtakarmaṇām //

Aus eigenem Bemühen ist dies mir jedoch niemals möglich; wie sollte für die, die böse Taten begangen haben, die Erlangung des Ersehnten geschehen?

Wort für Wort
matkṛtena prayatnena naitac chakyaṃ kadācana
aus eigenem Bemühen ist dies mir jedoch niemals möglich
katham ākāṅkṣitaprāptir bhaved duṣkṛtakarmaṇām
wie sollte für die, die böse Taten begangen haben, die Erlangung des Ersehnten geschehen

saprayatno 'py ahaṃ vīra na paśye tat suduṣkaram / tasmāt tava prasādāc ca paśyeyaṃ hi gadādharam //

Obwohl ich mich bemühe, o Held, sehe ich jenes überaus Schwierige nicht; darum möchte ich durch deine Gnade Gadādhara sehen,

Wort für Wort
saprayatno 'py ahaṃ vīra na paśye tat suduṣkaram
obwohl ich mich bemühe, o Held, sehe ich jenes überaus Schwierige nicht
tasmāt tava prasādāc ca paśyeyaṃ hi gadādharam
darum möchte ich durch deine Gnade Gadādhara sehen

avijñāpitaduḥkhajñaṃ karuṇāvaruṇālayam / yasmin dṛṣṭe bhavakleśā na dṛśyante punar naraiḥ //

ihn, der auch ungesagtes Leid kennt, den Ozean des Mitleids, bei dessen Anblick die Leiden des Daseins von den Menschen nicht mehr gesehen werden.

Wort für Wort
avijñāpitaduḥkhajñaṃ karuṇāvaruṇālayam
ihn, der auch ungesagtes Leid kennt, den Ozean des Mitleids
yasmin dṛṣṭe bhavakleśā na dṛśyante punar naraiḥ
bei dessen Anblick die Leiden des Daseins von den Menschen nicht mehr gesehen werden

dṛṣṭvaiva taṃ divaṃ yāsye prasādāt tava suvrata //*

Sobald ich ihn gesehen habe, werde ich zum Himmel gehen, durch deine Gnade, o Tugendfester.

Wort für Wort
dṛṣṭvaiva taṃ divaṃ yāsye
sobald ich ihn gesehen habe, werde ich zum Himmel gehen
prasādāt tava suvrata
durch deine Gnade, o Tugendfester

[Anm.: Im Quelltext nur eine Zeile, mit * als unvollständiger Halbvers markiert (Fortsetzung von Ciccikas Rede); für die wfw-Darstellung in zwei Sinnabschnitte geteilt.]

{brahmovāca:} evam uktaḥ sa nṛpatiś ciccikena dvijanmanā / darśayām āsa taṃ devaṃ tāṃ ca gaṅgāṃ dvijanmane //

Brahmā sprach: So von dem zweifach geborenen Ciccika angesprochen, zeigte der König jenem Zweifachgeborenen den Gott und die Gaṅgā.

Wort für Wort
evam uktaḥ sa nṛpatiś ciccikena dvijanmanā
so von dem zweifach geborenen Ciccika angesprochen, jener König
darśayām āsa taṃ devaṃ tāṃ ca gaṅgāṃ dvijanmane
zeigte dem Zweifachgeborenen den Gott und die Gaṅgā

tataḥ sa ciccikaḥ snātvā gaṅgāṃ trailokyapāvanīm //*

Darauf, nachdem Ciccika in der die drei Welten reinigenden Gaṅgā gebadet hatte,

Wort für Wort
tataḥ sa ciccikaḥ snātvā
darauf, nachdem Ciccika gebadet hatte
gaṅgāṃ trailokyapāvanīm
in der die drei Welten reinigenden Gaṅgā

[Anm.: Im Quelltext nur eine Zeile, mit * als unvollständiger Halbvers markiert; für die wfw-Darstellung in zwei Sinnabschnitte geteilt.]

{ciccika uvāca:} gaṅge gautami yāvat tvāṃ trijagatpāvanīṃ naraḥ / na paśyaty ucyate tāvad ihāmutrāpi pātakī //

Ciccika sprach: O Gaṅgā, Gautamī, solange ein Mensch dich, die Reinigerin der drei Welten, nicht sieht, so lange gilt er hier und im Jenseits als Sünder.

Wort für Wort
gaṅge gautami yāvat tvāṃ trijagatpāvanīṃ naraḥ
o Gaṅgā, Gautamī, solange ein Mensch dich, die Reinigerin der drei Welten
na paśyaty ucyate tāvad ihāmutrāpi pātakī
nicht sieht, so lange gilt er hier und im Jenseits als Sünder

tasmāt sarvāgasam api mām uddhara saridvare / saṃsāre dehinām anyā na gatiḥ kāpi kutracit / tvāṃ vinā viṣṇucaraṇa-saroruhasamudbhave //

Darum errette mich, obwohl ich mit aller Schuld beladen bin, o vortrefflichster Fluss; für die verkörperten Wesen im Saṃsāra gibt es nirgendwo eine andere Zuflucht außer dir, die du aus dem Lotos an Viṣṇus Fuß entstanden bist.

Wort für Wort
tasmāt sarvāgasam api mām uddhara saridvare
darum errette mich, obwohl ich mit aller Schuld beladen bin, o vortrefflichster Fluss
saṃsāre dehinām anyā na gatiḥ kāpi kutracit
für die verkörperten Wesen im Saṃsāra gibt es nirgendwo eine andere Zuflucht
tvāṃ vinā viṣṇucaraṇa-saroruhasamudbhave
außer dir, die du aus dem Lotos an Viṣṇus Fuß entstanden bist

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Quelltext.]

{brahmovāca:} iti śraddhāviśuddhātmā gaṅgaikaśaraṇo dvijaḥ / snānaṃ cakre smarann antar gaṅge trāyasva mām iti //

Brahmā sprach: So, durch Glauben geläuterten Sinnes, allein in der Gaṅgā Zuflucht suchend, vollzog der Zweifachgeborene das Bad, im Inneren gedenkend: ,O Gaṅgā, errette mich.'

Wort für Wort
iti śraddhāviśuddhātmā gaṅgaikaśaraṇo dvijaḥ
so, durch Glauben geläuterten Sinnes, allein in der Gaṅgā Zuflucht suchend, der Zweifachgeborene
snānaṃ cakre smarann antar gaṅge trāyasva mām iti
vollzog das Bad, im Inneren gedenkend: o Gaṅgā, errette mich

gadādharaṃ tato natvā paśyatsu nagavāsiṣu / pavamānābhyanujñātas tadaiva divam ākramat //

Nachdem er sich darauf vor Gadādhara verneigt hatte, stieg er, vor den Augen der Bergbewohner, von Pavamāna dazu ermächtigt, sogleich zum Himmel empor.

Wort für Wort
gadādharaṃ tato natvā paśyatsu nagavāsiṣu
nachdem er sich darauf vor Gadādhara verneigt hatte, vor den Augen der Bergbewohner
pavamānābhyanujñātas tadaiva divam ākramat
von Pavamāna dazu ermächtigt, stieg er sogleich zum Himmel empor

pavamānaḥ svanagaraṃ prayayau sānugas tataḥ / tataḥ prabhṛti tat tīrthaṃ pāvamānaṃ saciccikam //

Pavamāna zog darauf mit seinem Gefolge in seine eigene Stadt zurück. Seitdem ist jenes Tīrtha, zusammen mit Ciccika, als ,Pāvamāna' (bekannt),

Wort für Wort
pavamānaḥ svanagaraṃ prayayau sānugas tataḥ
Pavamāna zog darauf mit seinem Gefolge in seine eigene Stadt zurück
tataḥ prabhṛti tat tīrthaṃ pāvamānaṃ saciccikam
seitdem ist jenes Tīrtha, zusammen mit Ciccika, als Pāvamāna (bekannt)

gadādharaṃ koṭitīrtham iti vedavido viduḥ / koṭikoṭiguṇaṃ karma kṛtaṃ tatra bhaven nṛṇām //

und als ,Gadādhara-Koṭitīrtha' kennen es die Vedakundigen; die dort vollbrachte Tat wird für die Menschen um das Millionenfache verdienstvoll.

Wort für Wort
gadādharaṃ koṭitīrtham iti vedavido viduḥ
und als Gadādhara-Koṭitīrtha kennen es die Vedakundigen
koṭikoṭiguṇaṃ karma kṛtaṃ tatra bhaven nṛṇām
die dort vollbrachte Tat wird für die Menschen um das Millionenfache verdienstvoll

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