Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 65: kṛṣṇabalabhadrasubhadrāsnānayātrāmāhātmyavarṇanam Die Größe der jährlichen Bade-Fahrt (Snānayātrā) von Kṛṣṇa, Balabhadra und Subhadrā zum Jyeṣṭha-Vollmond

Brahmā beschreibt das jährliche große Bade-Fest der drei Bildnisse am Jyeṣṭha-Vollmond: den Bau der geschmückten Bade-Plattform (Mañca), das Bad selbst unter gewaltigem Andrang aller vier Stände unter Verwendung der Wasser sämtlicher zuvor genannten Pilgerstätten, die Anwesenheit und Verehrung durch Himmelswesen und einen umfangreichen kosmischen Versammlungskatalog (Götter, Weise, personifizierte Flüsse und Berge, Göttinnen u.a.) bei der eigentlichen Abhiṣeka-Waschung mit goldenen Gefäßen. Es folgt eine achtteilige, in Prosa gehaltene 'Jaya-Jaya'-Litanei von Viṣṇu-Kṛṣṇa-Beinamen (V49) sowie zwei metrische Schluss-Jaya-Verse (V50f.). Den Hauptteil des zweiten Kapitelabschnitts bilden zwei lange formelhafte Verdienst-Gleichsetzungs-Reihen: V59-73 setzen zahlreiche traditionelle Gaben und Gelübde (Kuh-, Land-, Gold-, Elefanten-Gaben, Fasten u.a.) der bloßen Anblicks-Frucht Kṛṣṇas auf der Plattform gleich; V83-96 setzen den Anblick des nach Süden schreitenden gebadeten Kṛṣṇa der Verdienst-Frucht des Besuchs sämtlicher großer Tīrthas der Erde (Badarī, Gaṅgādvāra, Prayāga, Śālagrāma, Puṣkara, Gaṅgāsāgara u.a.) gleich, einschließlich bei Sonnenfinsternis. Dazwischen (V77-82) wird das Bade-Restwasser (Snānaśeṣa) Kṛṣṇas als Heilmittel für unfruchtbare, unglückliche, dämonisch geplagte oder kranke Frauen und als allen anderen heiligen Gewässern überlegen beschrieben.

{munaya ūcuḥ:} kasmin kāle bhavet snānaṃ kṛṣṇasya kamalodbhava / vidhinā kena tad brūhi tato vidhividāṃ vara // BrP_65.1 //

Die Weisen sprachen: Zu welcher Zeit findet das Bad Kṛṣṇas statt, o Lotosgeborener [Brahmā]? Sag uns, nach welcher Vorschrift, o Bester der Vorschriftskundigen.

Wort für Wort
kasmin kāle bhavet snānam
zu welcher Zeit findet das Bad statt
kṛṣṇasya kamalodbhava
Kṛṣṇas, o Lotosgeborener
vidhinā kena tat brūhi
sag, nach welcher Vorschrift
tataḥ vidhividām vara
o Bester der Vorschriftskundigen

{brahmovāca:} śṛṇudhvaṃ munayaḥ snānaṃ kṛṣṇasya vadato mama / rāmasya ca subhadrāyāḥ puṇyaṃ sarvāghanāśanam // BrP_65.2 //

Brahmā sprach: Hört, ihr Weisen, mich das Bad Kṛṣṇas verkünden, sowie das Rāmas und der Subhadrā – heilig, alle Sünde vernichtend.

Wort für Wort
śṛṇudhvam munayaḥ snānam
hört, ihr Weisen, das Bad
kṛṣṇasya vadataḥ mama
Kṛṣṇas, während ich verkünde
rāmasya ca subhadrāyāḥ
und Rāmas und der Subhadrā
puṇyam sarvāghanāśanam
heilig, alle Sünde vernichtend

māsi jyeṣṭhe ca saṃprāpte nakṣatre candradaivate / paurṇamāsyāṃ tadā snānaṃ sarvakālaṃ harer dvijāḥ // BrP_65.3 //

Wenn der Monat Jyeṣṭha eingetreten ist, unter dem Mondhaus, dessen Gottheit der Mond ist, dann [findet] am Vollmondtag das Bad Haris statt – zu jeder [anderen] Zeit auch, o Zweifachgeborene.

Wort für Wort
māsi jyeṣṭhe ca saṃprāpte
wenn der Monat Jyeṣṭha eingetreten ist
nakṣatre candradaivate
unter dem Mondhaus, dessen Gottheit der Mond ist
paurṇamāsyām tadā snānam
dann am Vollmondtag das Bad
sarvakālam hareḥ dvijāḥ
zu jeder Zeit Haris, o Zweifachgeborene

sarvatīrthamayaḥ kūpas tatrāste nirmalaḥ śuciḥ / tadā bhogavatī tatra pratyakṣā bhavati dvijāḥ // BrP_65.4 //

Ein aus allen Pilgerstätten [gebildeter] Brunnen befindet sich dort, makellos, rein; dann wird dort die [Unterwelt-Flusgöttin] Bhogavatī sichtbar, o Zweifachgeborene.

Wort für Wort
sarvatīrthamayaḥ kūpaḥ
ein aus allen Pilgerstätten gebildeter Brunnen
tatra āste nirmalaḥ śuciḥ
befindet sich dort, makellos, rein
tadā bhogavatī tatra
dann die Bhogavatī dort
pratyakṣā bhavati dvijāḥ
wird sichtbar, o Zweifachgeborene

[Anm.: 'Bhogavatī' – Name des himmlischen Gaṅgā-Armes in der Unterwelt (Pātāla); ihr sichtbares Erscheinen an diesem Brunnen unterstreicht dessen besondere Heiligkeit.]

tasmāj jyaiṣṭhyāṃ samuddhṛtya haimāḍhyaiḥ kalaśair jalam / kṛṣṇarāmābhiṣekārthaṃ subhadrāyāś ca bho dvijāḥ // BrP_65.5 //

Nachdem man daraus am [Vollmondtag des] Jyeṣṭha mit goldreichen Krügen Wasser geschöpft hat, zum Zweck der Übergießung (Abhiṣeka) Kṛṣṇas, Rāmas und der Subhadrā, o Zweifachgeborene,

Wort für Wort
tasmāt jyaiṣṭhyām samuddhṛtya
daraus am Jyeṣṭha[-Vollmond] geschöpft habend
haimāḍhyaiḥ kalaśaiḥ jalam
mit goldreichen Krügen Wasser
kṛṣṇarāmābhiṣekārtham
zum Zweck der Übergießung Kṛṣṇas und Rāmas
subhadrāyāḥ ca bhoḥ dvijāḥ
und der Subhadrā, o Zweifachgeborene

kṛtvā suśobhanaṃ mañcaṃ patākābhir alaṃkṛtam / sudṛḍhaṃ sukhasaṃcāraṃ vastraiḥ puṣpair alaṃkṛtam // BrP_65.6 //

nachdem man eine wohlgestaltete Plattform (Mañca), mit Bannern geschmückt, sehr fest, bequem zu besteigen, mit Tüchern und Blumen geschmückt, errichtet hat,

Wort für Wort
kṛtvā suśobhanam mañcam
eine wohlgestaltete Plattform errichtet habend
patākābhiḥ alaṃkṛtam
mit Bannern geschmückt
sudṛḍham sukhasaṃcāram
sehr fest, bequem zu besteigen
vastraiḥ puṣpaiḥ alaṃkṛtam
mit Tüchern und Blumen geschmückt

vistīrṇaṃ dhūpitaṃ dhūpaiḥ snānārthaṃ rāmakṛṣṇayoḥ / sitavastraparicchannaṃ muktāhārāvalambitam // BrP_65.7 //

ausgedehnt, mit Räucherwerk beräuchert, zum Bade-Zweck für Rāma und Kṛṣṇa, mit weißem Tuch verhängt, mit Perlenketten behangen,

Wort für Wort
vistīrṇam dhūpitam dhūpaiḥ
ausgedehnt, mit Räucherwerk beräuchert
snānārtham rāmakṛṣṇayoḥ
zum Bade-Zweck für Rāma und Kṛṣṇa
sitavastraparicchannam
mit weißem Tuch verhängt
muktāhārāvalambitam
mit Perlenketten behangen

tatra nānāvidhair vādyaiḥ kṛṣṇaṃ nīlāmbaraṃ dvijāḥ / madhye subhadrāṃ cāsthāpya jayamaṅgalanisvanaiḥ // BrP_65.8 //

nachdem man dort, unter vielfältigen Instrumenten, den blaugewandeten Kṛṣṇa, o Zweifachgeborene, [und] in der Mitte Subhadrā, unter Jaya-Maṅgala-Rufen, aufgestellt hat,

Wort für Wort
tatra nānāvidhaiḥ vādyaiḥ
dort unter vielfältigen Instrumenten
kṛṣṇam nīlāmbaram dvijāḥ
den blaugewandeten Kṛṣṇa, o Zweifachgeborene
madhye subhadrām ca āsthāpya
und in der Mitte Subhadrā aufgestellt habend
jayamaṅgalanisvanaiḥ
unter Jaya-Maṅgala-Rufen

brāhmaṇaiḥ kṣatriyair vaiśyaiḥ śūdraiś cānyaiś ca jātibhiḥ / anekaśatasāhasrair vṛtaṃ strīpuruṣair dvijāḥ // BrP_65.9 //

umgeben von Brahmanen, Kṣatriyas, Vaiśyas, Śūdras und anderen Kasten, von vielen Hunderttausenden von Frauen und Männern, o Zweifachgeborene,

Wort für Wort
brāhmaṇaiḥ kṣatriyaiḥ vaiśyaiḥ
von Brahmanen, Kṣatriyas, Vaiśyas
śūdraiḥ ca anyaiḥ ca jātibhiḥ
und Śūdras und anderen Kasten
anekaśatasāhasraiḥ vṛtam
umgeben von vielen Hunderttausenden
strīpuruṣaiḥ dvijāḥ
von Frauen und Männern, o Zweifachgeborene

gṛhasthāḥ snātakāś caiva yatayo brahmacāriṇaḥ / snāpayanti tadā kṛṣṇaṃ mañcasthaṃ sahalāyudham // BrP_65.10 //

baden dann Haushälter, Snātakas [Bade-Absolventen], Asketen und Brahmacārins den auf der Plattform befindlichen Kṛṣṇa, zusammen mit dem Pflugträger [Balarāma],

Wort für Wort
gṛhasthāḥ snātakāḥ ca eva
Haushälter, Snātakas
yatayaḥ brahmacāriṇaḥ
Asketen und Brahmacārins
snāpayanti tadā kṛṣṇam
baden dann Kṛṣṇa
mañcasthaṃ sahalāyudham
auf der Plattform befindlich, zusammen mit dem Pflugträger

tathā samastatīrthāni pūrvoktāni dvijottamāḥ / svodakaiḥ puṣpamiśraiś ca snāpayanti pṛthak pṛthak // BrP_65.11 //

und mit den Wassern aller zuvor genannten Pilgerstätten, o beste der Zweifachgeborenen, mit Blumen vermischt, baden sie [ihn], jede [Pilgerstätte] gesondert.

Wort für Wort
tathā samastatīrthāni pūrvoktāni
und alle zuvor genannten Pilgerstätten
dvijottamāḥ
o beste der Zweifachgeborenen
svodakaiḥ puṣpamiśraiḥ ca
mit den eigenen, mit Blumen vermischten Wassern
snāpayanti pṛthak pṛthak
baden sie, jede gesondert

paścāt paṭahaśaṅkhādyair bherīmurajanisvanaiḥ / kāhalais tālaśabdaiś ca mṛdaṅgair jharjharais tathā // BrP_65.12 //

danach, mit dem Klang von Trommeln, Muscheln und dergleichen, von Kesselpauken und Handtrommeln, mit Hörnern, Beckenschlägen, Mṛdaṅgas und ebenso Jharjhara-Trommeln,

Wort für Wort
paścāt paṭahaśaṅkhādyaiḥ
danach mit Trommeln, Muscheln und dergleichen
bherīmurajanisvanaiḥ
mit dem Klang von Kesselpauken und Handtrommeln
kāhalaiḥ tālaśabdaiḥ ca
mit Hörnern und Beckenschlägen
mṛdaṅgaiḥ jharjharaiḥ tathā
mit Mṛdaṅgas und ebenso Jharjhara-Trommeln

anyaiś ca vividhair vādyair ghaṇṭāsvanavibhūṣitaiḥ / strīṇāṃ maṅgalaśabdaiś ca stutiśabdair manoharaiḥ // BrP_65.13 //

und mit anderen vielfältigen Instrumenten, verziert vom Klang der Glocken, mit den Glücksrufen der Frauen und mit bezaubernden Lobpreisungen,

Wort für Wort
anyaiḥ ca vividhaiḥ vādyaiḥ
und mit anderen vielfältigen Instrumenten
ghaṇṭāsvanavibhūṣitaiḥ
verziert vom Klang der Glocken
strīṇām maṅgalaśabdaiḥ ca
mit den Glücksrufen der Frauen
stutiśabdaiḥ manoharaiḥ
mit bezaubernden Lobpreisungen

jayaśabdais tathā stotrair vīṇāveṇunināditaiḥ / śrūyate sumahāñ śabdaḥ sāgarasyeva garjataḥ // BrP_65.14 //

mit Jaya-Rufen und Lobhymnen, vom Klang von Vīṇā und Flöte erklingend – ein überaus gewaltiger Lärm ist zu hören, wie das Brüllen des Ozeans.

Wort für Wort
jayaśabdaiḥ tathā stotraiḥ
mit Jaya-Rufen und Lobhymnen
vīṇāveṇunināditaiḥ
vom Klang von Vīṇā und Flöte erklingend
śrūyate sumahān śabdaḥ
ein überaus gewaltiger Lärm ist zu hören
sāgarasya iva garjataḥ
wie das Brüllen des Ozeans

munīnāṃ vedaśabdena mantraśabdais tathāparaiḥ / nānāstotraravaiḥ puṇyaiḥ sāmaśabdopabṛṃhitaiḥ // BrP_65.15 //

mit dem vedischen Klang der Weisen, mit anderen Mantra-Klängen ebenso, mit den vielfältigen, heiligen Tönen der Lobhymnen, verstärkt durch den Klang des Sāmaveda,

Wort für Wort
munīnām vedaśabdena
mit dem vedischen Klang der Weisen
mantraśabdaiḥ tathā aparaiḥ
und ebenso mit anderen Mantra-Klängen
nānāstotraravaiḥ puṇyaiḥ
mit den vielfältigen, heiligen Tönen der Lobhymnen
sāmaśabdopabṛṃhitaiḥ
verstärkt durch den Klang des Sāmaveda

yatibhiḥ snātakaiś caiva gṛhasthair brahmacāribhiḥ / snānakāle suraśreṣṭha stuvanti parayā mudā // BrP_65.16 //

preisen [ihn] die Asketen, Snātakas, Haushälter und Brahmacārins zur Zeit des Bades, o Bester der Götter, mit höchster Freude.

Wort für Wort
yatibhiḥ snātakaiḥ ca eva
die Asketen, Snātakas
gṛhasthaiḥ brahmacāribhiḥ
die Haushälter und Brahmacārins
snānakāle suraśreṣṭha
zur Zeit des Bades, o Bester der Götter
stuvanti parayā mudā
preisen mit höchster Freude

śyāmair veśyājanaiś caiva kucabhārāvanāmibhiḥ / pītaraktāmbarābhiś ca mālyadāmāvanāmibhiḥ // BrP_65.17 //

Von dunklen Kurtisanen, unter der Last ihrer Brüste sich neigend, in gelbe und rote Gewänder [gekleidet], sich unter Blumengirlanden neigend,

Wort für Wort
śyāmaiḥ veśyājanaiḥ ca eva
von dunklen Kurtisanen
kucabhārāvanāmibhiḥ
unter der Last ihrer Brüste sich neigend
pītaraktāmbarābhiḥ ca
und in gelbe und rote Gewänder [gekleidet]
mālyadāmāvanāmibhiḥ
sich unter Blumengirlanden neigend

saratnakuṇḍalair divyaiḥ suvarṇastabakānvitaiḥ / cāmarai ratnadaṇḍaiś ca vījyete rāmakeśavau // BrP_65.18 //

werden Rāma und Keśava mit göttlichen, juwelenbesetzten Ohrringen, mit goldenen Büscheln versehen, mit Wedeln (Cāmara) an juwelenbesetzten Stäben gefächelt.

Wort für Wort
saratnakuṇḍalaiḥ divyaiḥ
mit göttlichen, juwelenbesetzten Ohrringen
suvarṇastabakānvitaiḥ
mit goldenen Büscheln versehen
cāmaraiḥ ratnadaṇḍaiḥ ca
mit Wedeln an juwelenbesetzten Stäben
vījyete rāmakeśavau
werden Rāma und Keśava gefächelt

yakṣavidyādharaiḥ siddhaiḥ kiṃnaraiś cāpsarogaṇaiḥ / parivāryāmbaragatair devagandharvacāraṇaiḥ // BrP_65.19 //

umgeben von Yakṣas, Vidyādharas, Siddhas, Kiṃnaras und Apsaras-Scharen, von im Luftraum befindlichen Göttern, Gandharvas und Cāraṇas,

Wort für Wort
yakṣavidyādharaiḥ siddhaiḥ
von Yakṣas, Vidyādharas, Siddhas
kiṃnaraiḥ ca apsarogaṇaiḥ
Kiṃnaras und Apsaras-Scharen
parivārya ambaragataiḥ
umgeben, im Luftraum befindlich
devagandharvacāraṇaiḥ
von Göttern, Gandharvas und Cāraṇas

ādityā vasavo rudrāḥ sādhyā viśve marudgaṇāḥ / lokapālās tathā cānye stuvanti puruṣottamam // BrP_65.20 //

preisen die Ādityas, Vasus, Rudras, Sādhyas, Viśvedevas, die Marut-Scharen, die Weltenhüter (Lokapāla) und noch andere den Puruṣottama:

Wort für Wort
ādityāḥ vasavaḥ rudrāḥ
die Ādityas, Vasus, Rudras
sādhyāḥ viśve marudgaṇāḥ
die Sādhyas, Viśvedevas, Marut-Scharen
lokapālāḥ tathā ca anye
und ebenso andere Weltenhüter
stuvanti puruṣottamam
preisen den Puruṣottama

namas te devadeveśa purāṇa puruṣottama / sargasthityantakṛd deva lokanātha jagatpate // BrP_65.21 //

‚Verehrung sei dir, o Herr der Götter der Götter, uralter Puruṣottama, du Gott, der Schöpfung, Erhaltung und Ende bewirkt, o Herr der Welten, o Herr des Alls,

Wort für Wort
namaḥ te devadeveśa
Verehrung sei dir, o Herr der Götter der Götter
purāṇa puruṣottama
o uralter Puruṣottama
sargasthityantakṛt deva
o Gott, der Schöpfung, Erhaltung und Ende bewirkt
lokanātha jagatpate
o Herr der Welten, Herr des Alls

trailokyadhāriṇaṃ devaṃ brahmaṇyaṃ mokṣakāraṇam / taṃ namasyāmahe bhaktyā sarvakāmaphalapradam // BrP_65.22 //

den die drei Welten tragenden Gott, den Brahmanenfreundlichen, die Ursache der Erlösung – ihn verehren wir mit Hingabe, den Gewährer der Frucht aller Wünsche.‘

Wort für Wort
trailokyadhāriṇam devam
den die drei Welten tragenden Gott
brahmaṇyam mokṣakāraṇam
den Brahmanenfreundlichen, die Ursache der Erlösung
tam namasyāmahe bhaktyā
ihn verehren wir mit Hingabe
sarvakāmaphalapradam
den Gewährer der Frucht aller Wünsche

stutvaivaṃ vibudhāḥ kṛṣṇaṃ rāmaṃ caiva mahābalam / subhadrāṃ ca muniśreṣṭhās tadākāśe vyavasthitāḥ // BrP_65.23 //

Nachdem die Götter so Kṛṣṇa, den überaus kraftvollen Rāma und Subhadrā gepriesen haben, o beste der Weisen, im Luftraum stehend,

Wort für Wort
stutvā evam vibudhāḥ
so gepriesen habend, die Götter
kṛṣṇam rāmam ca eva mahābalam
Kṛṣṇa und den überaus kraftvollen Rāma
subhadrām ca muniśreṣṭhāḥ
und Subhadrā, o beste der Weisen
tadā ākāśe vyavasthitāḥ
dann im Luftraum stehend

gāyanti devagandharvā nṛtyanty apsarasas tathā / devatūryāṇy avādyanta vātā vānti suśītalāḥ // BrP_65.24 //

singen die Götter-Gandharvas, tanzen ebenso die Apsaras; die Götter-Musikinstrumente erklingen, kühle Winde wehen,

Wort für Wort
gāyanti devagandharvāḥ
es singen die Götter-Gandharvas
nṛtyanti apsarasaḥ tathā
ebenso tanzen die Apsaras
devatūryāṇi avādyanta
die Götter-Musikinstrumente erklangen
vātāḥ vānti suśītalāḥ
kühle Winde wehen

puṣpamiśraṃ tadā meghā varṣanty ākāśagocarāḥ / jayaśabdaṃ ca kurvanti munayaḥ siddhacāraṇāḥ // BrP_65.25 //

die im Luftraum ziehenden Wolken regnen mit Blumen vermischt [Regen] herab, und die Weisen, Siddhas und Cāraṇas erheben den Jaya-Ruf.

Wort für Wort
puṣpamiśram tadā meghāḥ
die Wolken, mit Blumen vermischt
varṣanti ākāśagocarāḥ
regnen herab, im Luftraum ziehend
jayaśabdam ca kurvanti
und erheben den Jaya-Ruf
munayaḥ siddhacāraṇāḥ
die Weisen, Siddhas und Cāraṇas

śakrādyā vibudhāḥ sarva ṛṣayaḥ pitaras tathā / prajānāṃ patayo nāgā ye cānye svargavāsinaḥ // BrP_65.26 //

Indra und die anderen Götter, alle Seher, ebenso die Vorfahren, die Herren der Geschöpfe (Prajāpatis), die Nāgas, und wer sonst noch im Himmel wohnt –

Wort für Wort
śakrādyāḥ vibudhāḥ sarve
Indra und die anderen Götter, alle
ṛṣayaḥ pitaraḥ tathā
die Seher, ebenso die Vorfahren
prajānām patayaḥ nāgāḥ
die Herren der Geschöpfe, die Nāgas
ye ca anye svargavāsinaḥ
und wer sonst noch im Himmel wohnt

[Anm.: Beginn einer ausgedehnten Aufzählung der zur Abhiṣeka-Zeremonie versammelten Götter und Wesen (V26-42), vergleichbar mit früheren kosmologischen Katalogen dieses Werks.]

tato maṅgalasaṃbhārair vidhimantrapuraskṛtam / ābhiṣecanikaṃ dravyaṃ gṛhītvā devatāgaṇāḥ // BrP_65.27 //

Dann, nachdem die Götterscharen mit den glücksbringenden Utensilien, mit vorschriftsmäßigen Mantras versehen, die Übergießungs-Substanzen ergriffen haben,

Wort für Wort
tataḥ maṅgalasaṃbhāraiḥ
dann mit den glücksbringenden Utensilien
vidhimantrapuraskṛtam
mit vorschriftsmäßigen Mantras versehen
ābhiṣecanikam dravyam
die Übergießungs-Substanzen
gṛhītvā devatāgaṇāḥ
ergriffen habend, die Götterscharen

indro viṣṇur mahāvīryaḥ sūryācandramasau tathā / dhātā caiva vidhātā ca tathā caivānilānalau // BrP_65.28 //

Indra, der überaus kraftvolle Viṣṇu, Sonne und Mond, ebenso Dhātṛ und Vidhātṛ, und ebenso Wind und Feuer,

Wort für Wort
indraḥ viṣṇuḥ mahāvīryaḥ
Indra, der überaus kraftvolle Viṣṇu
sūryācandramasau tathā
ebenso Sonne und Mond
dhātā ca eva vidhātā ca
und Dhātṛ und Vidhātṛ
tathā ca eva anilānalau
und ebenso Wind und Feuer

[Anm.: Beginn einer ausgedehnten Aufzählung der zur Abhiṣeka-Zeremonie versammelten Götter, Weisen und kosmischen Prinzipien (V28-42), vergleichbar früheren kosmologischen Katalogen dieses Werks.]

pūṣā bhago 'ryamā tvaṣṭā aṃśunaiva vivasvatā / patnībhyāṃ sahito dhīmān mitreṇa varuṇena ca // BrP_65.29 //

Pūṣan, Bhaga, Aryaman, Tvaṣṭṛ, und Aṃśu, mit Vivasvat, dem Weisen, mit [seinen beiden] Gattinnen versehen, zusammen mit Mitra und Varuṇa,

Wort für Wort
pūṣā bhagaḥ aryamā tvaṣṭā
Pūṣan, Bhaga, Aryaman, Tvaṣṭṛ
aṃśunā eva vivasvatā
und mit Aṃśu, mit Vivasvat
patnībhyām sahitaḥ dhīmān
mit [seinen] Gattinnen versehen, der Weise
mitreṇa varuṇena ca
zusammen mit Mitra und Varuṇa

rudrair vasubhir ādityair aśvibhyāṃ ca vṛtaḥ prabhuḥ / viśvair devair marudbhiś ca sādhyaiś ca pitṛbhiḥ saha // BrP_65.30 //

[der Herr,] umgeben von den Rudras, Vasus, Ādityas und den beiden Aśvins, zusammen mit den Viśvedevas, den Maruts, den Sādhyas und den Vorfahren,

Wort für Wort
rudraiḥ vasubhiḥ ādityaiḥ
von den Rudras, Vasus, Ādityas
aśvibhyām ca vṛtaḥ prabhuḥ
und den beiden Aśvins umgeben, der Herr
viśvaiḥ devaiḥ marudbhiḥ ca
mit den Viśvedevas, den Maruts
sādhyaiḥ ca pitṛbhiḥ saha
und den Sādhyas und Vorfahren

gandharvair apsarobhiś ca yakṣarākṣasapannagaiḥ / devarṣibhir asaṃkhyeyais tathā brahmarṣibhir varaiḥ // BrP_65.31 //

mit den Gandharvas und Apsaras, mit Yakṣas, Rākṣasas und Schlangenwesen (Pannaga), mit unzähligen Götterweisen, ebenso mit den vortrefflichen Brahmanenweisen,

Wort für Wort
gandharvaiḥ apsarobhiḥ ca
mit den Gandharvas und Apsaras
yakṣarākṣasapannagaiḥ
mit Yakṣas, Rākṣasas, Schlangenwesen
devarṣibhiḥ asaṃkhyeyaiḥ
mit unzähligen Götterweisen
tathā brahmarṣibhiḥ varaiḥ
ebenso mit den vortrefflichen Brahmanenweisen

vaikhānasair vālakhilyair vāyvāhārair marīcipaiḥ / bhṛgubhiś cāṅgirobhiś ca sarvavidyāsuniṣṭhitaiḥ // BrP_65.32 //

mit den Vaikhānasas, den Vālakhilyas, denen, die von Wind leben, den Marīcipas [„Sonnenstrahl-Trinkern“], den Bhṛgus und Aṅgirasas, die in aller Wissenschaft fest gegründet sind,

Wort für Wort
vaikhānasaiḥ vālakhilyaiḥ
mit den Vaikhānasas, den Vālakhilyas
vāyvāhāraiḥ marīcipaiḥ
denen, die von Wind leben, den Marīcipas
bhṛgubhiḥ ca aṅgirobhiḥ ca
und den Bhṛgus und Aṅgirasas
sarvavidyāsuniṣṭhitaiḥ
die in aller Wissenschaft fest gegründet sind

sarvavidyādharaiḥ puṇyair yogasiddhibhir āvṛtaḥ / pitāmahaḥ pulastyaś ca pulahaś ca mahātapāḥ // BrP_65.33 //

umgeben von allen heiligen Vidyādharas, von den Yoga-Vollendeten – der Großvater [Brahmā], Pulastya, und der von großer Askese, Pulaha,

Wort für Wort
sarvavidyādharaiḥ puṇyaiḥ
von allen heiligen Vidyādharas
yogasiddhibhiḥ āvṛtaḥ
von den Yoga-Vollendeten umgeben
pitāmahaḥ pulastyaḥ ca
der Großvater, Pulastya
pulahaḥ ca mahātapāḥ
und Pulaha, von großer Askese

aṅgirāḥ kaśyapo 'triś ca marīcir bhṛgur eva ca / kratur haraḥ pracetāś ca manur dakṣas tathaiva ca // BrP_65.34 //

Aṅgiras, Kaśyapa, Atri und Marīci, und auch Bhṛgu, Kratu, Hara [Śiva], Pracetas, Manu, und ebenso Dakṣa,

Wort für Wort
aṅgirāḥ kaśyapaḥ atriḥ ca
Aṅgiras, Kaśyapa, Atri
marīciḥ bhṛguḥ eva ca
Marīci und auch Bhṛgu
kratuḥ haraḥ pracetāḥ ca
Kratu, Hara, Pracetas
manuḥ dakṣaḥ tathā eva ca
Manu, und ebenso Dakṣa

ṛtavaś ca grahāś caiva jyotīṃṣi ca dvijottamāḥ / mūrtimatyaś ca sarito devāś caiva sanātanāḥ // BrP_65.35 //

die Jahreszeiten, die Planeten, und die Gestirne, o beste der Zweifachgeborenen, die verkörperten Flüsse, und die ewigen Götter,

Wort für Wort
ṛtavaḥ ca grahāḥ ca eva
die Jahreszeiten und die Planeten
jyotīṃṣi ca dvijottamāḥ
und die Gestirne, o beste der Zweifachgeborenen
mūrtimatyaḥ ca saritaḥ
die verkörperten Flüsse
devāḥ ca eva sanātanāḥ
und die ewigen Götter

samudrāś ca hradāś caiva tīrthāni vividhāni ca / pṛthivī dyaur diśaś caiva pādapāś ca dvijottamāḥ // BrP_65.36 //

die Meere, die Teiche, und die vielfältigen Pilgerstätten, die Erde, der Himmel, die Himmelsrichtungen, und die Bäume, o beste der Zweifachgeborenen,

Wort für Wort
samudrāḥ ca hradāḥ ca eva
die Meere und die Teiche
tīrthāni vividhāni ca
und die vielfältigen Pilgerstätten
pṛthivī dyauḥ diśaḥ ca eva
die Erde, der Himmel, die Himmelsrichtungen
pādapāḥ ca dvijottamāḥ
und die Bäume, o beste der Zweifachgeborenen

aditir devamātā ca hrīḥ śrīḥ svāhā sarasvatī / umā śacī sinīvālī tathā cānumatiḥ kuhūḥ // BrP_65.37 //

Aditi, die Göttermutter, Hrī [Scham], Śrī, Svāhā, Sarasvatī, Umā, Śacī, Sinīvālī, und ebenso Anumati und Kuhū,

Wort für Wort
aditiḥ devamātā ca
Aditi, die Göttermutter
hrīḥ śrīḥ svāhā sarasvatī
Hrī, Śrī, Svāhā, Sarasvatī
umā śacī sinīvālī
Umā, Śacī, Sinīvālī
tathā ca anumatiḥ kuhūḥ
und ebenso Anumati und Kuhū

rākā ca dhiṣaṇā caiva patnyaś cānyā divaukasām / himavāṃś caiva vindhyaś ca meruś cānekaśṛṅgavān // BrP_65.38 //

Rākā und Dhiṣaṇā, und andere Gattinnen der Himmlischen, der Himālaya, der Vindhya, und der vielgipfelige Meru,

Wort für Wort
rākā ca dhiṣaṇā ca eva
Rākā und Dhiṣaṇā
patnyaḥ ca anyāḥ divaukasām
und andere Gattinnen der Himmlischen
himavān ca eva vindhyaḥ ca
der Himālaya und der Vindhya
meruḥ ca anekaśṛṅgavān
und der vielgipfelige Meru

airāvataḥ sānucaraḥ kalākāṣṭhās tathaiva ca / māsārdhaṃ māsa-ṛtavas tathā rātryahanī samāḥ // BrP_65.39 //

Airāvata mit seinem Gefolge, ebenso die [Zeitmaße] Kalā und Kāṣṭhā, die Monatshälfte, der Monat, die Jahreszeiten, ebenso Nacht, Tag und Jahre,

Wort für Wort
airāvataḥ sānucaraḥ
Airāvata mit seinem Gefolge
kalākāṣṭhāḥ tathā eva ca
ebenso die Zeitmaße Kalā und Kāṣṭhā
māsārdham māsaṛtavaḥ
die Monatshälfte, der Monat, die Jahreszeiten
tathā rātryahanī samāḥ
ebenso Nacht, Tag und Jahre

uccaiḥśravā hayaśreṣṭho nāgarājaś ca vāmanaḥ / aruṇo garuḍaś caiva vṛkṣāś cauṣadhibhiḥ saha // BrP_65.40 //

Uccaiḥśravas, das beste der Pferde, und der Schlangenkönig namens Vāmana, Aruṇa und Garuḍa, und die Bäume zusammen mit den Heilkräutern,

Wort für Wort
uccaiḥśravāḥ hayaśreṣṭhaḥ
Uccaiḥśravas, das beste der Pferde
nāgarājaḥ ca vāmanaḥ [?]
und der Schlangenkönig namens Vāmana [?]
aruṇaḥ garuḍaḥ ca eva
Aruṇa und Garuḍa
vṛkṣāḥ ca auṣadhibhiḥ saha
und die Bäume zusammen mit den Heilkräutern

[Anm.: 'Vāmana' als Name eines Schlangenkönigs (Nāgarāja) ist ungewöhnlich, da dieser Name sonst den Zwerg-Avatāra Viṣṇus bezeichnet; hier offenbar ein gleichnamiger, gesonderter Nāga [?].]

dharmaś ca bhagavān devaḥ samājagmur hi saṃgatāḥ / kālo yamaś ca mṛtyuś ca yamasyānucarāś ca ye // BrP_65.41 //

und der erhabene Gott Dharma – sie alle kamen fürwahr versammelt zusammen; Kāla, Yama, und der Tod (Mṛtyu), und die Gefolgsleute Yamas,

Wort für Wort
dharmaḥ ca bhagavān devaḥ
und der erhabene Gott Dharma
samājagmuḥ hi saṃgatāḥ
sie kamen fürwahr versammelt zusammen
kālaḥ yamaḥ ca mṛtyuḥ ca
Kāla, Yama und der Tod
yamasya anucarāḥ ca ye
und die Gefolgsleute Yamas

bahulatvāc ca noktā ye vividhā devatāgaṇāḥ / te devasyābhiṣekārthaṃ samāyānti tatas tataḥ // BrP_65.42 //

und die vielfältigen Götterscharen, die wegen ihrer Menge nicht [eigens] genannt wurden – sie alle kommen von überallher zum Zweck der Übergießung des Gottes zusammen.

Wort für Wort
bahulatvāt ca na uktāḥ ye
und die wegen ihrer Menge nicht genannt wurden
vividhāḥ devatāgaṇāḥ
die vielfältigen Götterscharen
te devasya abhiṣekārtham
sie zum Zweck der Übergießung des Gottes
samāyānti tataḥ tataḥ
kommen von überallher zusammen

[Anm.: Abschluss des ausgedehnten Götter- und Wesenskatalogs (V28-42).]

gṛhītvā te tadā viprāḥ sarve devā divaukasaḥ / ābhiṣecanikaṃ dravyaṃ maṅgalāni ca sarvaśaḥ // BrP_65.43 //

Nachdem sie dann, o Brahmanen, alle Götter, die Himmlischen, die Übergießungs-Substanzen und alle Glücksbringer ergriffen haben,

Wort für Wort
gṛhītvā te tadā viprāḥ
nachdem sie dann, o Brahmanen
sarve devāḥ divaukasaḥ
alle Götter, die Himmlischen
ābhiṣecanikam dravyam
die Übergießungs-Substanzen
maṅgalāni ca sarvaśaḥ
und alle Glücksbringer

divyasaṃbhārasaṃyuktaiḥ kalaśaiḥ kāñcanair dvijāḥ / sārasvatībhiḥ puṇyābhir divyatoyābhir eva ca // BrP_65.44 //

mit goldenen Krügen, versehen mit göttlichen Ingredienzien, o Zweifachgeborene, mit den heiligen [Wassern] der Sarasvatī, und auch mit göttlichen Wassern,

Wort für Wort
divyasaṃbhārasaṃyuktaiḥ
versehen mit göttlichen Ingredienzien
kalaśaiḥ kāñcanaiḥ dvijāḥ
mit goldenen Krügen, o Zweifachgeborene
sārasvatībhiḥ puṇyābhiḥ
mit den heiligen [Wassern] der Sarasvatī
divyatoyābhiḥ eva ca
und auch mit göttlichen Wassern

toyenākāśagaṅgāyāḥ kṛṣṇaṃ rāmeṇa saṃgatam / sapuṣpaiḥ kāñcanaiḥ kumbhaiḥ snāpayanty avanisthitāḥ // BrP_65.45 //

mit dem Wasser der Himmels-Gaṅgā, baden die auf der Erde Stehenden den mit Rāma vereinten Kṛṣṇa mit goldenen, blumengeschmückten Krügen,

Wort für Wort
toyena ākāśagaṅgāyāḥ
mit dem Wasser der Himmels-Gaṅgā
kṛṣṇam rāmeṇa saṃgatam
den mit Rāma vereinten Kṛṣṇa
sapuṣpaiḥ kāñcanaiḥ kumbhaiḥ
mit goldenen, blumengeschmückten Krügen
snāpayanti avanisthitāḥ
baden die auf der Erde Stehenden

saṃcaranti vimānāni devānām ambare tathā / uccāvacāni divyāni kāmagāni sthirāṇi ca // BrP_65.46 //

und ebenso ziehen die Himmelswagen der Götter im Luftraum umher, hoch und niedrig, göttlich, nach Belieben fliegend und auch feststehend,

Wort für Wort
saṃcaranti vimānāni
es ziehen die Himmelswagen umher
devānām ambare tathā
der Götter, ebenso im Luftraum
uccāvacāni divyāni
hoch und niedrig, göttlich
kāmagāni sthirāṇi ca
nach Belieben fliegend und feststehend

divyaratnavicitrāṇi sevitāny apsarogaṇaiḥ / gītair vādyaiḥ patākābhiḥ śobhitāni samantataḥ // BrP_65.47 //

bunt von göttlichen Juwelen, bedient von Apsaras-Scharen, mit Gesängen, Instrumenten und Bannern allseits geschmückt.

Wort für Wort
divyaratnavicitrāṇi
bunt von göttlichen Juwelen
sevitāni apsarogaṇaiḥ
bedient von Apsaras-Scharen
gītaiḥ vādyaiḥ patākābhiḥ
mit Gesängen, Instrumenten und Bannern
śobhitāni samantataḥ
allseits geschmückt

evaṃ tadā muniśreṣṭhāḥ kṛṣṇaṃ rāmeṇa saṃgatam / snāpayitvā subhadrāṃ ca saṃstuvanti mudānvitāḥ // BrP_65.48 //

So haben sie dann, o beste der Weisen, den mit Rāma vereinten Kṛṣṇa und Subhadrā gebadet und preisen sie voller Freude:

Wort für Wort
evam tadā muniśreṣṭhāḥ
so dann, o beste der Weisen
kṛṣṇam rāmeṇa saṃgatam
den mit Rāma vereinten Kṛṣṇa
snāpayitvā subhadrām ca
und Subhadrā gebadet habend
saṃstuvanti mudānvitāḥ
preisen sie voller Freude

jaya jaya lokapāla bhaktarakṣaka jaya jaya praṇatavatsala jaya jaya bhūtacaraṇa jaya jayādideva bahukāraṇa jaya jaya vāsudeva jaya jayāsurasaṃharaṇa jaya jaya divyamīna jaya jaya tridaśavara jaya jaya jaladhiśayana | BrP_65.49/1 | jaya jaya yogivara jaya jaya sūryanetra jaya jaya devarāja jaya jaya kaiṭabhāre jaya jaya vedavara jaya jaya kūrmarūpa jaya jaya yajñavara jaya jaya kamalanābha jaya jaya śailacara | BrP_65.49/2 | jaya jaya yogaśāyiñ jaya jaya vegadhara jaya jaya viśvamūrte jaya jaya cakradhara jaya jaya bhūtanātha jaya jaya dharaṇīdhara jaya jaya śeṣaśāyiñ jaya jaya pītavāso jaya jaya somakānta | BrP_65.49/3 | jaya jaya yogavāsa jaya jaya dahanavaktra jaya jaya dharmavāsa jaya jaya guṇanidhāna jaya jaya śrīnivāsa jaya jaya garuḍagamana jaya jaya sukhanivāsa jaya jaya dharmaketo jaya jaya mahīnivāsa | BrP_65.49/4 | jaya jaya gahanacaritra jaya jaya yogigamya jaya jaya makhanivāsa jaya jaya vedavedya jaya śāntikara jaya jaya yogicintya jaya jaya puṣṭikara jaya jaya jñānamūrte jaya jaya kamalākara | BrP_65.49/5 | jaya jaya bhāvavedya jaya jaya muktikara jaya jaya vimaladeha jaya jaya sattvanilaya jaya jaya guṇasamṛddha jaya jaya yajñakara jaya jaya guṇavihīna jaya jaya mokṣakara jaya jaya bhūśaraṇya | BrP_65.49/6 | jaya jaya kāntiyuta jaya jaya lokaśaraṇa jaya jaya lakṣmīyuta jaya jaya paṅkajākṣa jaya jaya sṛṣṭikara jaya jaya yogayuta jaya jayātasīkusumaśyāmadeha jaya jaya samudrāviṣṭadeha jaya jaya lakṣmīpaṅkajaṣaṭcaraṇa | BrP_65.49/7 | jaya jaya bhaktavaśa jaya jaya lokakānta jaya jaya paramaśānta jaya jaya paramasāra jaya jaya cakradhara jaya jaya bhogiyuta jaya jaya nīlāmbara jaya jaya śāntikara jaya jaya mokṣakara jaya jaya kaluṣahara | BrP_65.49/8 |

Heil, Heil, Weltenhüter, Beschützer der Hingebungsvollen! Heil, Heil, Liebender der sich Verneigenden! Heil, Heil, [du,] der zu den Wesen wandelt! Heil, Heil, Urgott, vielfache Ursache! Heil, Heil, Vāsudeva! Heil, Heil, Vernichter der Dämonen! Heil, Heil, göttlicher Fisch! Heil, Heil, Bester der Götter! Heil, Heil, [du,] der auf dem Ozean ruht! (1) Heil, Heil, Bester der Yogis! Heil, Heil, [du,] dessen Auge die Sonne ist! Heil, Heil, König der Götter! Heil, Heil, Feind des Kaiṭabha! Heil, Heil, Bester der Veden! Heil, Heil, [du] in Schildkrötengestalt! Heil, Heil, Bester der Opfer! Heil, Heil, Lotosnabliger! Heil, Heil, [du,] der auf Bergen wandelt! (2) Heil, Heil, [du,] im Yoga-Schlaf Ruhender! Heil, Heil, Träger der Wucht! Heil, Heil, Allgestaltiger! Heil, Heil, Diskusträger! Heil, Heil, Herr der Wesen! Heil, Heil, Träger der Erde! Heil, Heil, auf Śeṣa Ruhender! Heil, Heil, [du] in gelbem Gewand! Heil, Heil, Geliebter des Mondes! (3) Heil, Heil, Wohnstatt des Yoga! Heil, Heil, [du] mit feurigem Antlitz! Heil, Heil, Wohnstatt des Dharma! Heil, Heil, Schatz der guten Eigenschaften! Heil, Heil, Wohnstatt der Śrī! Heil, Heil, [du,] auf Garuḍa Fahrender! Heil, Heil, Wohnstatt des Glücks! Heil, Heil, Banner des Dharma! Heil, Heil, Wohnstatt der Erde! (4) Heil, Heil, [du] von unergründlichem Wandel! Heil, Heil, [du,] den die Yogis erreichen! Heil, Heil, Wohnstatt des Opfers! Heil, Heil, [du,] den die Veden erkennen! Heil, Bewirker des Friedens! Heil, Heil, [du,] von den Yogis Erdachter! Heil, Heil, Bewirker des Gedeihens! Heil, Heil, Gestalt des Wissens! Heil, Heil, Lotosteich! (5) Heil, Heil, [du,] den man im [reinen] Gemüt erkennt! Heil, Heil, Bewirker der Befreiung! Heil, Heil, [du] von makellosem Leib! Heil, Heil, Wohnstatt der Wesenshaftigkeit! Heil, Heil, [du,] reich an guten Eigenschaften! Heil, Heil, Bewirker des Opfers! Heil, Heil, [du,] frei von [bindenden] Eigenschaften! Heil, Heil, Bewirker der Erlösung! Heil, Heil, Zuflucht der Erde! (6) Heil, Heil, [du] voller Glanz! Heil, Heil, Zuflucht der Welt! Heil, Heil, [du] mit Lakṣmī vereint! Heil, Heil, Lotosäugiger! Heil, Heil, Bewirker der Schöpfung! Heil, Heil, [du] im Yoga vereint! Heil, Heil, [du,] dessen Leib dunkel wie die Flachsblüte ist! Heil, Heil, [du,] dessen Leib in den Ozean eingegangen ist! Heil, Heil, [du,] Biene am Lotos der Lakṣmī! (7) Heil, Heil, [du,] den Hingebungsvollen unterworfen! Heil, Heil, Geliebter der Welt! Heil, Heil, höchst Friedvoller! Heil, Heil, höchste Essenz! Heil, Heil, Diskusträger! Heil, Heil, [du,] mit der Schlange [Śeṣa] vereint! Heil, Heil, [du] in blauem Gewand! Heil, Heil, Bewirker des Friedens! Heil, Heil, Bewirker der Erlösung! Heil, Heil, Nehmer der Trübung! (8)

Wort für Wort
jaya jaya (wiederholt)
'Heil, Heil' — Ruf-Formel, die jedem Epitheton vorangestellt ist
lokapāla, bhaktarakṣaka, praṇatavatsala usw.
Weltenhüter, Beschützer der Hingebungsvollen, Liebender der sich Verneigenden usw. — Reihe von Anrufungs-Epitheta

[Anm.: Ausgedehnte, im Quelltext als achtteiliger Prosa-Abschnitt (BrP_65.49/1 bis /8) markierte 'Jaya-Jaya'-Epitheta-Litanei ohne Vers-Metrum – ein dichtes Bündel von Anrufungsnamen Viṣṇu-Kṛṣṇas, hier als eine zusammenhängende Einheit wiedergegeben, mit (1)-(8) zur Kennzeichnung der acht Quellabschnitte.]

jaya kṛṣṇa jagannātha jaya saṃkarṣaṇānuja / jaya padmapalāśākṣa jaya vāñchāphalaprada // BrP_65.50 //

Heil, Kṛṣṇa, Herr der Welt! Heil, jüngerer Bruder Saṃkarṣaṇas! Heil, [du] mit Augen wie Lotosblätter! Heil, Gewährer der Frucht der Wünsche!

Wort für Wort
jaya kṛṣṇa jagannātha
Heil, Kṛṣṇa, Herr der Welt
jaya saṃkarṣaṇānuja
Heil, jüngerer Bruder Saṃkarṣaṇas
jaya padmapalāśākṣa
Heil, [du] mit Augen wie Lotosblätter
jaya vāñchāphalaprada
Heil, Gewährer der Frucht der Wünsche

jaya mālāvṛtoraska jaya cakragadādhara / jaya padmālayākānta jaya viṣṇo namo 'stu te // BrP_65.51 //

Heil, [du,] dessen Brust mit einer Girlande umhüllt ist! Heil, Träger von Diskus und Keule! Heil, Geliebter der in der Lotosblüte Wohnenden [Lakṣmī]! Heil, Viṣṇu, Verehrung sei dir!

Wort für Wort
jaya mālāvṛtoraska
Heil, [du,] dessen Brust mit einer Girlande umhüllt ist
jaya cakragadādhara
Heil, Träger von Diskus und Keule
jaya padmālayākānta
Heil, Geliebter der in der Lotosblüte Wohnenden
jaya viṣṇo namaḥ astu te
Heil, Viṣṇu, Verehrung sei dir

evaṃ stutvā tadā devāḥ śakrādyā hṛṣṭamānasāḥ / siddhacāraṇasaṃghāś ca ye cānye svargavāsinaḥ // BrP_65.52 //

So, nachdem sie [ihn] gepriesen hatten, gingen da die Götter, angeführt von Śakra [Indra], mit erfreutem Sinn, und die Scharen der Siddhas und Cāraṇas und die anderen Himmelsbewohner, welche es auch gab, [fort].

Wort für Wort
evaṃ
so
stutvā
nachdem sie gepriesen hatten
tadā
da
devāḥ
die Götter
śakrādyāḥ
angeführt von Śakra (Indra)
hṛṣṭamānasāḥ
mit erfreutem Sinn
siddhacāraṇasaṃghāḥ
die Scharen der Siddhas und Cāraṇas
ca
und
ye
welche
ca anye
und andere
svargavāsinaḥ
Himmelsbewohner

munayo vālakhilyāś ca kṛṣṇaṃ rāmeṇa saṃgatam / subhadrāṃ ca muniśreṣṭhāḥ praṇipatyāmbare sthitāḥ // BrP_65.53 //

Die Munis und die Vālakhilyas verneigten sich, o beste der Munis, am Himmel stehend, vor Kṛṣṇa, der mit Rāma vereint war, und vor Subhadrā.

Wort für Wort
munayaḥ
die Munis
vālakhilyāḥ
die Vālakhilyas
ca
und
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
rāmeṇa saṃgatam
mit Rāma vereint
subhadrām
Subhadrā
ca
und
muniśreṣṭhāḥ
o beste der Munis
praṇipatya
nachdem sie sich verneigt hatten
ambare sthitāḥ
am Himmel stehend

dṛṣṭvā stutvā namaskṛtvā tadā te tridivaukasaḥ / kṛṣṇaṃ rāmaṃ subhadrāṃ ca yānti svaṃ svaṃ niveśanam // BrP_65.54 //

Nachdem sie [ihn] gesehen, gepriesen und sich verneigt hatten, da gehen die Himmelsbewohner, [nachdem sie] Kṛṣṇa, Rāma und Subhadrā [verehrt hatten], ein jeder zu seiner eigenen Wohnstätte.

Wort für Wort
dṛṣṭvā
nachdem sie gesehen hatten
stutvā
gepriesen hatten
namaskṛtvā
sich verneigt hatten
tadā
da
te tridivaukasaḥ
die Himmelsbewohner
kṛṣṇaṃ rāmaṃ subhadrāṃ ca
Kṛṣṇa, Rāma und Subhadrā
yānti
gehen
svaṃ svaṃ niveśanam
zu ihrer je eigenen Wohnstätte

saṃcaranti vimānāni devānām ambare tadā / uccāvacāni divyāni kāmagāni sthirāṇi ca // BrP_65.55 //

Da fahren die Himmelswagen der Götter am Himmel umher, hohe und niedrige, göttliche, nach Belieben bewegliche und auch feststehende.

Wort für Wort
saṃcaranti
sie fahren umher
vimānāni
die Himmelswagen
devānām
der Götter
ambare
am Himmel
tadā
da
uccāvacāni
hohe und niedrige
divyāni
göttliche
kāmagāni
nach Belieben bewegliche
sthirāṇi ca
und feststehende

divyaratnavicitrāṇi sevitāny apsarogaṇaiḥ / gītair vādyaiḥ patākābhiḥ śobhitāni samantataḥ // BrP_65.56 //

bunt geschmückt mit göttlichen Juwelen, von Scharen der Apsaras begleitet, mit Gesängen, Instrumentenklängen und Bannern allseits geschmückt.

Wort für Wort
divyaratnavicitrāṇi
bunt geschmückt mit göttlichen Juwelen
sevitāni
begleitet
apsarogaṇaiḥ
von Scharen der Apsaras
gītaiḥ
mit Gesängen
vādyaiḥ
mit Instrumenten(-klängen)
patākābhiḥ
mit Bannern
śobhitāni
geschmückt
samantataḥ
allseits

tasmin kāle tu ye martyāḥ paśyanti puruṣottamam / balabhadraṃ subhadrāṃ ca te yānti padam avyayam // BrP_65.57 //

Zu dieser Zeit aber – welche Sterbliche Puruṣottama, Balabhadra und Subhadrā sehen, die gehen zum unvergänglichen Zustand.

Wort für Wort
tasmin kāle
zu dieser Zeit
tu
aber
ye martyāḥ
welche Sterbliche
paśyanti
sehen
puruṣottamam balabhadraṃ subhadrāṃ ca
Puruṣottama, Balabhadra und Subhadrā
te
die
yānti
gehen
padam avyayam
zum unvergänglichen Zustand

subhadrārāmasahitaṃ mañcasthaṃ puruṣottamam / dṛṣṭvā nirāmayaṃ sthānaṃ yānti nāsty atra saṃśayaḥ // BrP_65.58 //

Nachdem sie Puruṣottama, der zusammen mit Subhadrā und Rāma auf der Plattform weilt, gesehen haben, gehen sie zum leidlosen Ort – daran besteht kein Zweifel.

Wort für Wort
subhadrārāmasahitam
zusammen mit Subhadrā und Rāma
mañcastham
auf der Plattform weilend
puruṣottamam
Puruṣottama
dṛṣṭvā
nachdem sie gesehen haben
nirāmayaṃ sthānam
zum leidlosen Ort
yānti
gehen sie
na asti atra saṃśayaḥ
daran besteht kein Zweifel

kapilāśatadānena yat phalaṃ puṣkare smṛtam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ sahalāyudham / subhadrāṃ ca muniśreṣṭhāḥ prāpnoti śubhakṛn naraḥ // BrP_65.59 //

Die Frucht, welche durch die Gabe von hundert falben Kühen (Kapilā) in Puṣkara überliefert ist – diese Frucht erlangt der gutes wirkende Mann, o beste der Munis, indem er Kṛṣṇa, der zusammen mit dem Pflugträger [Balarāma] auf der Plattform weilt, und Subhadrā erblickt.

Wort für Wort
kapilāśatadānena
durch die Gabe von hundert falben Kühen (Kapilā)
yat phalaṃ
welche Frucht
puṣkare
in Puṣkara
smṛtam
überliefert ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam ālokya
indem er Kṛṣṇa erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
sahalāyudham
zusammen mit dem Pflugträger (Balarāma)
subhadrāṃ ca
und Subhadrā
muniśreṣṭhāḥ
o beste der Munis
prāpnoti
erlangt
śubhakṛt naraḥ
der gutes wirkende Mann

[Anm.: Dieser Vers erstreckt sich unregelmäßig über drei Zeilen (6 Pādas) statt der üblichen zwei; die Struktur des Quelltexts wird beibehalten. Es eröffnet die folgende lange Reihe formelhafter Verdienst-Gleichsetzungen mit dem Anblick Kṛṣṇas auf der Plattform.]

kanyāśatapradānena yat phalaṃ samudāhṛtam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.60 //

Die Frucht, die durch die Gabe von hundert Jungfrauen verkündet ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
kanyāśatapradānena
durch die Gabe von hundert Jungfrauen
yat phalaṃ samudāhṛtam
welche Frucht verkündet ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

suvarṇaśataniṣkāṇāṃ dānena yat phalaṃ smṛtam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.61 //

Die Frucht, die durch die Gabe von hundert goldenen Niṣka [Goldmünzen] überliefert ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
suvarṇaśataniṣkāṇāṃ dānena
durch die Gabe von hundert Niṣka (Goldmünzen) aus Gold
yat phalaṃ smṛtam
welche Frucht überliefert ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

gosahasrapradānena yat phalaṃ parikīrtitam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.62 //

Die Frucht, die durch die Gabe von tausend Kühen gepriesen wird – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
gosahasrapradānena
durch die Gabe von tausend Kühen
yat phalaṃ parikīrtitam
welche Frucht gepriesen wird
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

bhūmidānena vidhivad yat phalaṃ samudāhṛtam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.63 //

Die Frucht, die durch die vorschriftsmäßige Gabe von Land verkündet ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
bhūmidānena vidhivat
durch die vorschriftsmäßige Gabe von Land
yat phalaṃ samudāhṛtam
welche Frucht verkündet ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

yat phalaṃ cānnadānena arghātithyena kīrtitam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.64 //

Und die Frucht, die durch Speisegabe [und] Gastfreundschaft (Arghya-Darbringung) verkündet ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
yat phalaṃ
welche Frucht
ca anna-dānena
und durch Speisegabe
arghātithyena
durch Gastfreundschaft (Arghya-Darbringung)
kīrtitam
verkündet ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

vṛṣotsargeṇa vidhivad yat phalaṃ samudāhṛtam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.65 //

Die Frucht, die durch die vorschriftsmäßige Freilassung eines [Opfer-]Stiers (Vṛṣotsarga) verkündet ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
vṛṣotsargeṇa vidhivat
durch die vorschriftsmäßige Freilassung eines Stiers (Vṛṣotsarga)
yat phalaṃ samudāhṛtam
welche Frucht verkündet ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

yat phalaṃ toyadānena grīṣme vānyatra kīrtitam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.66 //

Die Frucht, die durch Wassergabe im Sommer oder anderswo verkündet ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
yat phalaṃ toyadānena
welche Frucht durch Wassergabe
grīṣme vā anyatra
im Sommer oder anderswo
kīrtitam
verkündet ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

tiladhenupradānena yat phalaṃ saṃprakīrtitam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.67 //

Die Frucht, die durch die Gabe einer Sesam-Kuh (Tiladhenu) gepriesen wird – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
tiladhenupradānena
durch die Gabe einer Sesam-Kuh (Tiladhenu)
yat phalaṃ saṃprakīrtitam
welche Frucht gepriesen wird
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

gajāśvarathadānena yat phalaṃ samudāhṛtam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.68 //

Die Frucht, die durch die Gabe von Elefant, Pferd und Wagen verkündet ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
gajāśvarathadānena
durch die Gabe von Elefant, Pferd und Wagen
yat phalaṃ samudāhṛtam
welche Frucht verkündet ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

suvarṇaśṛṅgīdānena yat phalaṃ samudāhṛtam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.69 //

Die Frucht, die durch die Gabe einer goldgehörnten [Kuh] verkündet ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
suvarṇaśṛṅgīdānena
durch die Gabe einer goldgehörnten (Kuh)
yat phalaṃ samudāhṛtam
welche Frucht verkündet ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

jaladhenupradānena yat phalaṃ samudāhṛtam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.70 //

Die Frucht, die durch die Gabe einer Wasser-Kuh (Jaladhenu) verkündet ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
jaladhenupradānena
durch die Gabe einer Wasser-Kuh (Jaladhenu)
yat phalaṃ samudāhṛtam
welche Frucht verkündet ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

dānena ghṛtadhenvāś ca phalaṃ yat samudāhṛtam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.71 //

Und die Frucht, die durch die Gabe einer Ghee-Kuh (Ghṛtadhenu) verkündet ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
dānena ghṛtadhenvāḥ ca
und durch die Gabe einer Ghee-Kuh (Ghṛtadhenu)
phalaṃ yat samudāhṛtam
welche Frucht verkündet ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

cāndrāyaṇena cīrṇena yat phalaṃ samudāhṛtam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.72 //

Die Frucht, die durch das vollzogene Cāndrāyaṇa[-Fasten] verkündet ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
cāndrāyaṇena cīrṇena
durch das vollzogene Cāndrāyaṇa(-Fasten)
yat phalaṃ samudāhṛtam
welche Frucht verkündet ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

māsopavāsair vidhivad yat phalaṃ samudāhṛtam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ labhate naraḥ // BrP_65.73 //

Die Frucht, die durch vorschriftsmäßiges einmonatiges Fasten verkündet ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa auf der Plattform weilend erblickt.

Wort für Wort
māsopavāsaiḥ vidhivat
durch vorschriftsmäßiges einmonatiges Fasten
yat phalaṃ samudāhṛtam
welche Frucht verkündet ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
ālokya
indem er erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
labhate
erlangt
naraḥ
der Mann

atha kiṃ bahunoktena bhāṣitena punaḥ punaḥ / tasya devasya māhātmyaṃ mañcasthasya dvijottamāḥ // BrP_65.74 //

Doch was [nützt es], viel und immer wieder Gesagtes und Gesprochenes [zu wiederholen]? [So groß ist] die Größe dieses Gottes, der auf der Plattform weilt, o Beste der Zweifachgeborenen, [dass...]

Wort für Wort
atha kiṃ
doch was (nützt es)
bahunā uktena bhāṣitena
viel Gesagtem und Gesprochenem
punaḥ punaḥ
wieder und wieder
tasya devasya
dieses Gottes
māhātmyaṃ
die Größe
mañcasthasya
der auf der Plattform weilt
dvijottamāḥ
o Beste der Zweifachgeborenen

yat phalaṃ sarvatīrtheṣu vratair dānaiś ca kīrtitam / tat phalaṃ kṛṣṇam ālokya mañcasthaṃ sahalāyudham // BrP_65.75 //

[dass] die Frucht, die an allen Pilgerstätten durch Gelübde und Gaben verkündet ist, diese Frucht [erlangt man], indem man Kṛṣṇa, der zusammen mit dem Pflugträger [Balarāma] auf der Plattform weilt, erblickt,

Wort für Wort
yat phalaṃ
welche Frucht
sarvatīrtheṣu
an allen Pilgerstätten
vrataiḥ dānaiḥ ca
durch Gelübde und Gaben
kīrtitam
verkündet ist
tat phalaṃ
diese Frucht
kṛṣṇam ālokya
indem man Kṛṣṇa erblickt
mañcastham
auf der Plattform weilend
sahalāyudham
zusammen mit dem Pflugträger (Balarāma)

subhadrāṃ ca muniśreṣṭhāḥ prāpnoti śubhakṛn naraḥ / tasmān naro 'thavā nārī paśyet taṃ puruṣottamam // BrP_65.76 //

und Subhadrā [erblickt] – [dies] erlangt der gutes wirkende Mann, o beste der Munis. Deshalb soll ein Mann oder eine Frau jenen Puruṣottama sehen,

Wort für Wort
subhadrāṃ ca
und Subhadrā
muniśreṣṭhāḥ
o beste der Munis
prāpnoti
erlangt
śubhakṛt naraḥ
der gutes wirkende Mann
tasmāt
deshalb
naraḥ athavā nārī
ein Mann oder eine Frau
paśyet
soll sehen
tam puruṣottamam
jenen Puruṣottama

tataḥ samastatīrthānāṃ labhet snānādikaṃ phalam / snānaśeṣeṇa kṛṣṇasya toyenātmābhiṣicyate // BrP_65.77 //

denn dann erlangt er die Frucht des Bades und dergleichen an sämtlichen Pilgerstätten. Mit dem Wasser des Bade-Restes (Snānaśeṣa) Kṛṣṇas besprengt er sich selbst.

Wort für Wort
tataḥ
denn dann
samastatīrthānāṃ
sämtlicher Pilgerstätten
labhet
er erlangt
snānādikaṃ phalam
die Frucht von Bad und dergleichen
snānaśeṣeṇa
mit dem Bade-Rest
kṛṣṇasya toyena
mit dem Wasser Kṛṣṇas
ātmā abhiṣicyate
besprengt er sich selbst

vandhyā mṛtaprajā yā tu durbhagā grahapīḍitā / rākṣasādyair gṛhītā vā tathā rogaiś ca saṃhatāḥ // BrP_65.78 //

Eine Frau, die unfruchtbar ist, deren Kinder gestorben sind, die unglücklich oder von einem Graha-Dämon geplagt, von Rākṣasas u.ä. ergriffen oder ebenso von Krankheiten befallen ist –

Wort für Wort
vandhyā
die Unfruchtbare
mṛtaprajā
deren Nachkommen gestorben sind
yā tu
welche aber
durbhagā
die Unglückliche
grahapīḍitā
von einem (dämonischen) Planeten (Graha) geplagte
rākṣasādyaiḥ gṛhītā
von Rākṣasas u.a. ergriffene
vā
oder
tathā
ebenso
rogaiḥ ca saṃhatāḥ
und von Krankheiten befallene

sadyas tāḥ snānaśeṣeṇa udakenābhiṣecitāḥ / prāpnuvantīpsitān kāmān yān yān vāñchanti cepsitān // BrP_65.79 //

diese erlangen, sogleich mit dem Wasser des Bade-Restes besprengt, die erwünschten Wünsche, welche auch immer sie sich ersehnen und begehren.

Wort für Wort
sadyaḥ
sogleich
tāḥ
diese
snānaśeṣeṇa udakena
mit dem Wasser des Bade-Restes
abhiṣecitāḥ
besprengt
prāpnuvanti
erlangen
īpsitān kāmān
die erwünschten Wünsche
yān yān
welche auch immer
vāñchanti ca īpsitān
sie sich ersehnen und begehren

putrārthinī labhet putrān saubhāgyaṃ ca sukhārthinī / rogārtā mucyate rogād dhanaṃ ca dhanakāṅkṣiṇī // BrP_65.80 //

Die einen Sohn Begehrende erlangt Söhne, und die nach Glück Verlangende Wohlergehen; die von Krankheit Geplagte wird von der Krankheit befreit, und die nach Reichtum Verlangende [erlangt] Reichtum.

Wort für Wort
putrārthinī
die einen Sohn Begehrende
labhet putrān
erlangt Söhne
saubhāgyaṃ ca sukhārthinī
und die nach Glück Verlangende Wohlergehen
rogārtā
die von Krankheit Geplagte
mucyate rogāt
wird von der Krankheit befreit
dhanaṃ ca dhanakāṅkṣiṇī
und die nach Reichtum Verlangende Reichtum

puṇyāni yāni toyāni tiṣṭhanti dharaṇītale / tāni snānāvaśeṣasya kalāṃ nārhanti ṣoḍaśīm // BrP_65.81 //

Welche heiligen Wasser auch immer auf der Erdoberfläche bestehen, diese erreichen nicht den sechzehnten Teil des Bade-Restes.

Wort für Wort
puṇyāni yāni toyāni
welche heiligen Wasser auch immer
tiṣṭhanti
bestehen
dharaṇītale
auf der Erdoberfläche
tāni
diese
snānāvaśeṣasya
des Bade-Restes
kalāṃ
den Teil
na arhanti
erreichen nicht
ṣoḍaśīm
den sechzehnten

[Anm.: Klassische Formel zur Überhöhung eines Tīrtha bzw. Heiligtums über alle anderen heiligen Gewässer, vgl. die ähnliche Argumentation zugunsten des Meeres in Kap.62.]

tasmāt snānāvaśeṣaṃ yat kṛṣṇasya salilaṃ dvijāḥ / tenābhiṣiñced gātrāṇi sarvakāmapradaṃ hi tat // BrP_65.82 //

Deshalb, o Zweifachgeborene, soll man mit dem Wasser, das der Bade-Rest Kṛṣṇas ist, die Glieder besprengen, denn dieses gewährt alle Wünsche.

Wort für Wort
tasmāt
deshalb
snānāvaśeṣaṃ yat kṛṣṇasya salilaṃ
das Wasser, das der Bade-Rest Kṛṣṇas ist
dvijāḥ
o Zweifachgeborene
tena abhiṣiñcet gātrāṇi
damit soll man die Glieder besprengen
sarvakāmapradaṃ hi tat
denn dieses gewährt alle Wünsche

snātaṃ paśyanti ye kṛṣṇaṃ vrajantaṃ dakṣiṇāmukham / brahmahatyādibhiḥ pāpair mucyante te na saṃśayaḥ // BrP_65.83 //

Die, welche den gebadeten Kṛṣṇa sehen, wie er, das Gesicht nach Süden gewandt, dahinschreitet, werden von Sünden wie Brahmanenmord befreit – daran besteht kein Zweifel.

Wort für Wort
snātaṃ
den gebadeten
paśyanti ye kṛṣṇaṃ
die welche Kṛṣṇa sehen
vrajantaṃ dakṣiṇāmukham
dahinschreitend mit nach Süden gewandtem Gesicht
brahmahatyādibhiḥ pāpaiḥ
von Sünden wie Brahmanenmord
mucyante te
werden sie befreit
na saṃśayaḥ
kein Zweifel

śāstreṣu yat phalaṃ proktaṃ pṛthiv-yas tripradakṣiṇaiḥ / dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ vrajantaṃ dakṣiṇāmukham // BrP_65.84 //

Die Frucht, die in den Śāstras für drei Umwandlungen (Pradakṣiṇa) der Erde verkündet ist, diese erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa sieht, wie er, das Gesicht nach Süden gewandt, dahinschreitet.

Wort für Wort
śāstreṣu
in den Śāstras
yat phalaṃ proktaṃ
welche Frucht verkündet ist
pṛthivyāḥ
der Erde
tripradakṣiṇaiḥ
durch drei Umwandlungen (Pradakṣiṇa)
dṛṣṭvā
indem er sieht
naraḥ
der Mann
labhet
erlangt
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
tat phalaṃ
diese Frucht
dakṣiṇāmukham
mit nach Süden gewandtem Gesicht dahinschreitend

[Anm.: Der Quelltext liest hier metrisch unregelmäßig 'pṛthiv-yas' statt des zu erwartenden 'pṛthivyās' (Genitiv von pṛthivī, 'der Erde').]

tīrthayātrāphalaṃ yat tu pṛthivyāṃ samudāhṛtam / dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ tat phalaṃ dakṣiṇāmukham // BrP_65.85 //

Die Frucht der Pilgerfahrt (Tīrthayātrā) aber, die auf der Erde verkündet ist, diese Frucht erlangt der Mann, indem er den nach Süden gewandten Kṛṣṇa sieht.

Wort für Wort
tīrthayātrāphalaṃ
die Frucht der Pilgerfahrt
yat tu
die aber
pṛthivyāṃ samudāhṛtam
auf der Erde verkündet ist
dṛṣṭvā
indem er sieht
naraḥ
der Mann
labhet
erlangt
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
tat phalaṃ
diese Frucht
dakṣiṇāmukham
mit nach Süden gewandtem Gesicht dahinschreitend

badaryāṃ yat phalaṃ proktaṃ dṛṣṭvā nārāyaṇaṃ naram / dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ tat phalaṃ dakṣiṇāmukham // BrP_65.86 //

Die Frucht, die in Badarī [Badarikāśrama] für das Sehen von Nara[-und]-Nārāyaṇa verkündet ist, diese Frucht erlangt der Mann, indem er den nach Süden gewandten Kṛṣṇa sieht.

Wort für Wort
badaryāṃ
in Badarī
yat phalaṃ proktaṃ
welche Frucht verkündet ist
dṛṣṭvā nārāyaṇaṃ naram
durch das Sehen von Nara(-und)-Nārāyaṇa
dṛṣṭvā
indem er sieht
naraḥ
der Mann
labhet
erlangt
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
tat phalaṃ
diese Frucht
dakṣiṇāmukham
mit nach Süden gewandtem Gesicht dahinschreitend

[Anm.: 'nārāyaṇaṃ naram' bezieht sich auf das Weisenpaar Nara-Nārāyaṇa im Āśrama von Badarī.]

gaṅgādvāre kurukṣetre snānadānena yat phalam / dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ tat phalaṃ dakṣiṇāmukham // BrP_65.87 //

Die Frucht, die in Gaṅgādvāra [und] Kurukṣetra durch Bad und Gabe [entsteht], diese Frucht erlangt der Mann, indem er den nach Süden gewandten Kṛṣṇa sieht.

Wort für Wort
gaṅgādvāre kurukṣetre
in Gaṅgādvāra (und) Kurukṣetra
snānadānena yat phalam
welche Frucht durch Bad und Gabe
dṛṣṭvā
indem er sieht
naraḥ
der Mann
labhet
erlangt
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
tat phalaṃ
diese Frucht
dakṣiṇāmukham
mit nach Süden gewandtem Gesicht dahinschreitend

prayāge ca mahāmāghyāṃ yat phalaṃ samudāhṛtam / dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ tat phalaṃ dakṣiṇāmukham // BrP_65.88 //

Die Frucht, die in Prayāga zur großen Māghī[-Vollmondnacht] verkündet ist, diese Frucht erlangt der Mann, indem er den nach Süden gewandten Kṛṣṇa sieht.

Wort für Wort
prayāge
in Prayāga
ca mahāmāghyāṃ
und zur großen Māghī(-Vollmondnacht)
yat phalaṃ samudāhṛtam
welche Frucht verkündet ist
dṛṣṭvā
indem er sieht
naraḥ
der Mann
labhet
erlangt
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
tat phalaṃ
diese Frucht
dakṣiṇāmukham
mit nach Süden gewandtem Gesicht dahinschreitend

śālagrāme mahācaitryāṃ snānadānena yat phalam / dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ tat phalaṃ dakṣiṇāmukham // BrP_65.89 //

Die Frucht, die in Śālagrāma zur großen Caitrī[-Vollmondnacht] durch Bad und Gabe [entsteht], diese Frucht erlangt der Mann, indem er den nach Süden gewandten Kṛṣṇa sieht.

Wort für Wort
śālagrāme
in Śālagrāma
mahācaitryāṃ
zur großen Caitrī(-Vollmondnacht)
snānadānena yat phalam
welche Frucht durch Bad und Gabe
dṛṣṭvā
indem er sieht
naraḥ
der Mann
labhet
erlangt
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
tat phalaṃ
diese Frucht
dakṣiṇāmukham
mit nach Süden gewandtem Gesicht dahinschreitend

mahābhidhānakārttikyāṃ puṣkare yat phalaṃ smṛtam / dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ tat phalaṃ dakṣiṇāmukham // BrP_65.90 //

Die Frucht, die in Puṣkara zur mit großem Namen [versehenen] Kārttikī[-Vollmondnacht] überliefert ist, diese Frucht erlangt der Mann, indem er den nach Süden gewandten Kṛṣṇa sieht.

Wort für Wort
mahābhidhānakārttikyāṃ
zur mit großem Namen (versehenen) Kārttikī(-Vollmondnacht)
puṣkare
in Puṣkara
yat phalaṃ smṛtam
welche Frucht überliefert ist
dṛṣṭvā
indem er sieht
naraḥ
der Mann
labhet
erlangt
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
tat phalaṃ
diese Frucht
dakṣiṇāmukham
mit nach Süden gewandtem Gesicht dahinschreitend

yat phalaṃ snānadānena gaṅgāsāgarasaṃgame / dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ tat phalaṃ dakṣiṇāmukham // BrP_65.91 //

Die Frucht, die durch Bad und Gabe am Zusammenfluss von Gaṅgā und Meer (Gaṅgāsāgara) [entsteht], diese Frucht erlangt der Mann, indem er den nach Süden gewandten Kṛṣṇa sieht.

Wort für Wort
yat phalaṃ snānadānena
welche Frucht durch Bad und Gabe
gaṅgāsāgarasaṃgame
am Zusammenfluss von Gaṅgā und Meer
dṛṣṭvā
indem er sieht
naraḥ
der Mann
labhet
erlangt
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
tat phalaṃ
diese Frucht
dakṣiṇāmukham
mit nach Süden gewandtem Gesicht dahinschreitend

graste sūrye kurukṣetre snānadānena yat phalam / dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ tat phalaṃ dakṣiṇāmukham // BrP_65.92 //

Die Frucht, die in Kurukṣetra durch Bad und Gabe entsteht, wenn die Sonne verfinstert ist, diese Frucht erlangt der Mann, indem er den nach Süden gewandten Kṛṣṇa sieht.

Wort für Wort
graste sūrye
wenn die Sonne verfinstert ist
kurukṣetre snānadānena yat phalam
welche Frucht in Kurukṣetra durch Bad und Gabe
dṛṣṭvā
indem er sieht
naraḥ
der Mann
labhet
erlangt
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
tat phalaṃ
diese Frucht
dakṣiṇāmukham
mit nach Süden gewandtem Gesicht dahinschreitend

gaṅgāyāṃ sarvatīrtheṣu yāmuneṣu ca bho dvijāḥ / sārasvateṣu tīrtheṣu tathānyeṣu saraḥsu ca // BrP_65.93 //

An der Gaṅgā, an allen Pilgerstätten, und an denen der Yamunā, o Zweifachgeborene, an den Sārasvata-Pilgerstätten und ebenso an anderen Seen,

Wort für Wort
gaṅgāyāṃ sarvatīrtheṣu
an der Gaṅgā, an allen Pilgerstätten
yāmuneṣu ca
und an denen der Yamunā
bho dvijāḥ
o Zweifachgeborene
sārasvateṣu tīrtheṣu
an den Sārasvata-Pilgerstätten
tathā anyeṣu saraḥsu ca
und ebenso an anderen Seen

yat phalaṃ snānadānena vidhivat samudāhṛtam / dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ tat phalaṃ dakṣiṇāmukham // BrP_65.94 //

die Frucht, die durch vorschriftsmäßiges Bad und Gabe verkündet ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er den nach Süden gewandten Kṛṣṇa sieht.

Wort für Wort
yat phalaṃ snānadānena vidhivat samudāhṛtam
welche Frucht durch vorschriftsmäßiges Bad und Gabe verkündet ist
dṛṣṭvā
indem er sieht
naraḥ
der Mann
labhet
erlangt
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
tat phalaṃ
diese Frucht
dakṣiṇāmukham
mit nach Süden gewandtem Gesicht dahinschreitend

puṣkare cātha tīrtheṣu gaye cāmarakaṇṭake / naimiṣādiṣu tīrtheṣu kṣetreṣv āyataneṣu ca // BrP_65.95 //

in Puṣkara und den [anderen] Pilgerstätten, in Gayā und Amarakaṇṭaka, an den mit Naimiṣa beginnenden Pilgerstätten, an den heiligen Gebieten (Kṣetra) und Heiligtümern (Āyatana),

Wort für Wort
puṣkare ca atha tīrtheṣu
in Puṣkara und auch an (anderen) Pilgerstätten
gaye ca amarakaṇṭake
in Gayā und in Amarakaṇṭaka
naimiṣādiṣu tīrtheṣu
an den mit Naimiṣa beginnenden Pilgerstätten
kṣetreṣu āyataneṣu ca
an den heiligen Gebieten und Heiligtümern

yat phalaṃ snānadānena rāhugraste divākare / dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ tat phalaṃ dakṣiṇāmukham // BrP_65.96 //

die Frucht, die durch Bad und Gabe entsteht, wenn die Sonne von Rāhu verschlungen [d.h. verfinstert] ist – diese Frucht erlangt der Mann, indem er den nach Süden gewandten Kṛṣṇa sieht.

Wort für Wort
yat phalaṃ snānadānena
welche Frucht durch Bad und Gabe
rāhugraste divākare
wenn die Sonne von Rāhu verschlungen (verfinstert) ist
dṛṣṭvā
indem er sieht
naraḥ
der Mann
labhet
erlangt
kṛṣṇam
Kṛṣṇa
tat phalaṃ
diese Frucht
dakṣiṇāmukham
mit nach Süden gewandtem Gesicht dahinschreitend

atha kiṃ bahunoktena bhāṣitena punaḥ punaḥ / yat kiṃcit kathitaṃ cātra phalaṃ puṇyasya karmaṇaḥ // BrP_65.97 //

Doch was [nützt es], wiederum wiederholt zu sprechen? Welche Frucht frommen Handelns auch immer hier [sonst] genannt wird,

Wort für Wort
atha kiṃ
doch was (nützt es)
bahunā uktena bhāṣitena punaḥ punaḥ
wiederholt Gesagtes und Gesprochenes
yat kiṃcit kathitaṃ ca atra
was auch immer hier genannt wird
phalaṃ puṇyasya karmaṇaḥ
die Frucht frommen Handelns

vedaśāstre purāṇe ca bhārate ca dvijottamāḥ / dharmaśāstreṣu sarveṣu tathānyatra manīṣibhiḥ // BrP_65.98 //

in der Veda-Wissenschaft, im Purāṇa und im [Mahā-]Bhārata, o Beste der Zweifachgeborenen, in allen Dharmaśāstras und ebenso anderswo von den Weisen [verkündet wird] –

Wort für Wort
vedaśāstre
in der Veda-Wissenschaft
purāṇe ca
und im Purāṇa
bhārate ca
und im (Mahā-)Bhārata
dvijottamāḥ
o Beste der Zweifachgeborenen
dharmaśāstreṣu sarveṣu
in allen Dharmaśāstras
tathā anyatra manīṣibhiḥ
und ebenso anderswo von den Weisen (verkündet)

dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ tat phalaṃ sahalāyudham / sakalaṃ bhadrayā sārdhaṃ vrajantaṃ dakṣiṇāmukham // BrP_65.99 //

diese gesamte Frucht erlangt der Mann, indem er Kṛṣṇa zusammen mit dem Pflugträger [Balarāma] und ganz zusammen mit Bhadrā [Subhadrā] sieht, wie er, das Gesicht nach Süden gewandt, dahinschreitet.

Wort für Wort
dṛṣṭvā naro labhet kṛṣṇaṃ
indem er sieht erlangt der Mann Kṛṣṇa
tat phalaṃ
diese Frucht
sahalāyudham
zusammen mit dem Pflugträger (Balarāma)
sakalaṃ bhadrayā sārdham
ganz zusammen mit Bhadrā (Subhadrā)
vrajantaṃ dakṣiṇāmukham
wie er, das Gesicht nach Süden gewandt, dahinschreitet

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