Kapitel 147: apsaroyugatīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Apsaro-Yuga- (Apsarā-Saṃgama-) Tīrtha (Viśvāmitra und die Apsaras Gambhīrā und Atigambhīrā)
Nachdem Menakā auf Indras Geheiß Viśvāmitra bereits einmal von seiner Askese abgebracht hatte, zieht sich dieser an die Gautamī zurück und übt erneut Buße. Indra sendet die Apsaras Gambhīrā und Atigambhīrā, um ihn durch Tanz und Schönheit zu verführen, nachdem Urvaśī, Menā, Rambhā und Tilottamā sich aus Furcht geweigert hatten. Viśvāmitra, von ihrem störenden Treiben erzürnt, verflucht die beiden zu fließender Gestalt; besänftigt, gewährt er ihnen, bei der Vereinigung mit der Gaṅgā göttliche Gestalt zurückzuerlangen. So entstehen die beiden Flüsse des Apsaro-Yuga-Tīrtha, an dessen Vereinigung mit der Gaṅgā Śiva sichtbar weilt und Genuss sowie Erlösung gewährt.
mukto bhavaty asaṃdehaṃ tatra snānādinā naraḥ /
strī satī saṃgame tasminn ṛtusnātā ca nārada //
Zweifellos wird der Mensch dort durch Baden und Ähnliches befreit. Eine tugendhafte Frau, die an jenem Saṃgama nach ihrer Regelzeit gebadet hat, o Nārada...
Wort für Wort
mukto bhavaty asaṃdehaṃ tatra snānādinā naraḥ
zweifellos wird der Mensch dort durch Baden und Ähnliches befreit
strī satī saṃgame tasminn ṛtusnātā ca nārada
eine tugendhafte Frau, an jenem Saṃgama nach der Regelzeit gebadet, o Nārada
...selbst eine Unfruchtbare wird binnen drei Monaten zusammen mit ihrem Gatten einen Sohn gebären, wenn sie durch Baden und Spenden dort verweilt; anders wird mein Wort nicht sein.
Wort für Wort
vandhyāpi janayet putraṃ trimāsāt patinā saha
selbst eine Unfruchtbare wird binnen drei Monaten mit ihrem Gatten einen Sohn gebären
snānadānena vartantī nānyathā madvaco bhavet
wenn sie durch Baden und Spenden verweilt; anders wird mein Wort nicht sein
Es gab, o Brahmane, einen großen Wettstreit zwischen Viśvāmitra und Vasiṣṭha. Den Askese übenden Sohn des Gādhi, der um des Brahmanentums willen die Gelübde befolgte,...
Wort für Wort
spardhāsīn mahatī brahman viśvāmitravasiṣṭhayoḥ
es gab, o Brahmane, einen großen Wettstreit zwischen Viśvāmitra und Vasiṣṭha
tapasyantaṃ gādhisutaṃ brāhmaṇyārthe yatavratam
den Askese übenden Sohn des Gādhi, der um des Brahmanentums willen die Gelübde befolgte
...der am Gaṅgā-Tor saß, sollte Menakā, von Indra ausgesandt, aufsuchen: 'Geh zu ihm und bringe ihn von seiner Askese ab, meiner Anweisung gemäß, du Gute.'
Wort für Wort
gaṅgādvāre samāsīnaṃ preritendreṇa menakā
den am Gaṅgā-Tor Sitzenden - Menakā, von Indra ausgesandt
taṃ gatvā tapaso bhraṣṭaṃ kuru bhadre mamājñayā
'geh zu ihm und bringe ihn von der Askese ab, meiner Anweisung gemäß, du Gute'
urvaśīṃ ca tato menāṃ rambhāṃ cāpi tilottamām /
naivety ūcur bhayatrastāḥ punar āha śacīpatiḥ //
Er wandte sich an Urvaśī, Menā, Rambhā und auch Tilottamā; diese sprachen, von Furcht erschreckt, 'Nein, niemals!' Wiederum sprach der Gemahl der Śacī...
Wort für Wort
urvaśīṃ ca tato menāṃ rambhāṃ cāpi tilottamām
an Urvaśī, dann Menā, Rambhā und auch Tilottamā
naivety ūcur bhayatrastāḥ punar āha śacīpatiḥ
sprachen sie 'niemals', von Furcht erschreckt; wiederum sprach der Gemahl der Śacī
Gambhīrā und Atigambhīrā sprachen: Wir beide werden gehen und den Askese übenden, hochglanzvollen Sohn des Gādhi durch Tanz, Gesang und den Reichtum von Schönheit und Jugend zu Fall bringen.
Wort für Wort
āvāṃ gatvā tapasyantaṃ gādhiputraṃ mahādyutim
wir beide werden gehen zu dem Askese übenden, hochglanzvollen Sohn des Gādhi
cyāvayāvo nṛtyagītai rūpayauvanasaṃpadā
wir werden ihn durch Tanz, Gesang und den Reichtum von Schönheit und Jugend zu Fall bringen
Brahmā sprach: Als der Tausendäugige 'So sei es' gesagt hatte, kamen die beiden zum großen Fluss und erblickten den Askese übenden großen Weisen Viśvāmitra,
Wort für Wort
tathety ukte sahasrākṣe te āgatya mahānadīm
als der Tausendäugige 'so sei es' gesagt hatte, kamen die beiden zum großen Fluss
dadṛśāte tapasyantaṃ viśvāmitraṃ mahāmunim
und erblickten den Askese übenden großen Weisen Viśvāmitra
mṛtyor api durādharṣaṃ bhūmistham iva dhūrjaṭim /
sahasram ekaṃ varṣāṇām īkṣituṃ na ca śaknutaḥ //
selbst für den Tod unangreifbar, wie den auf Erden weilenden Dhūrjaṭi; ein Jahrtausend lang vermochten sie nicht, ihn anzusprechen.
Wort für Wort
mṛtyor api durādharṣaṃ bhūmistham iva dhūrjaṭim
selbst für den Tod unangreifbar, wie den auf Erden weilenden Dhūrjaṭi (Śiva)
sahasram ekaṃ varṣāṇām īkṣituṃ na ca śaknutaḥ
ein Jahrtausend lang vermochten sie nicht, ihn anzusprechen
[Anm.: sinngemäß - vermutlich gemeint, dass sie sich ein Jahrtausend lang nicht trauten, ihn anzusprechen/abzulenken, angesichts seiner furchteinflößenden Askesekraft.]
Als der Tiger unter den Weisen die beiden, die sich in der Ferne aufhielten, dem Tanz, Gesang und schmeichelnden Reden hingegeben, erblickte, ward er von Zorn erfüllt.
Wort für Wort
dūre sthite nṛtyagītacāṭukārarate tadā
die beiden, die sich in der Ferne aufhielten, Tanz, Gesang und schmeichelnden Reden hingegeben
vilokya muniśārdūlas tataḥ kopākulo 'bhavat
als der Tiger unter den Weisen sie erblickte, ward er von Zorn erfüllt
ābhyāṃ muktaḥ sahasrākṣo hy apsarobhyāṃ bruvann iva /
śaśāpa te sa gādheyo dravarūpe bhaviṣyathaḥ //
...von diesen beiden Apsaras, die vom tausendäugigen Indra entsandt worden waren, gleichsam sprechend, verfluchte er, der Sohn des Gādhi, die beiden: 'Ihr sollt zu fließender Gestalt werden!'
Wort für Wort
ābhyāṃ muktaḥ sahasrākṣo hy apsarobhyāṃ bruvann iva
von diesen beiden Apsaras, vom Tausendäugigen entsandt, gleichsam sprechend
śaśāpa te sa gādheyo dravarūpe bhaviṣyathaḥ
verfluchte sie der Sohn des Gādhi: 'ihr sollt zu fließender Gestalt werden'
[Anm.: Syntax etwas kompakt; sinngemäß übersetzt - der Fluch richtet sich gegen die beiden Apsaras, während der Zorn eigentlich Indra gilt, der sie entsandt hatte.]
dravituṃ māṃ samāyāte yatas tv iha tato laghu /
tataḥ prasāditas tābhyāṃ śāpamokṣaṃ cakāra saḥ //
'Da ihr hierher gekommen seid, um mich zum Wanken zu bringen, sollt ihr eilends selbst fließen.' Darauf, von den beiden besänftigt, gewährte er die Befreiung vom Fluch:
Wort für Wort
dravituṃ māṃ samāyāte yatas tv iha tato laghu
da ihr hierher gekommen seid, um mich zum Wanken zu bringen, so eilends (sollt ihr selbst fließen)
tataḥ prasāditas tābhyāṃ śāpamokṣaṃ cakāra saḥ
darauf, von den beiden besänftigt, gewährte er die Befreiung vom Fluch
So entstand das als Apsaro-Yuga genannte Flusspaar; die beiden vereinigen sich miteinander, und durch sie entsteht die schöne Vereinigung mit der Gaṅgā.
Wort für Wort
apsaroyugam ākhyātaṃ nadīdvayam ato 'bhavat
so entstand das als Apsaro-Yuga genannte Flusspaar
tābhyāṃ parasparaṃ cāpi tābhyāṃ gaṅgāsusaṃgamaḥ
die beiden (vereinigen sich) miteinander, und durch sie (entsteht) die schöne Vereinigung mit der Gaṅgā