Kapitel 133: śuklatīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Śukla-Tīrtha (Bharadvāja, der Rākṣasa Havyaghna und die Läuterung durch das Amṛta-Wasser der Gautamī)
Aus dem Rauch des von Bharadvājas Gattin Paiṭhīnasī bereiteten Opferkuchens entsteht der schwarze, opferverzehrende Rākṣasa Havyaghna (auch Yajñaghna genannt), Sohn der Saṃdhyā und Bruder des Kali, von Brahmā mit dem Segen ausgestattet, Opfer verzehren zu dürfen. Bharadvāja erfährt von ihm, dass sein Fluch nur durch Besprengung mit Amṛta aufgehoben werden kann; da das aus dem Milchozean gequirlte Amṛta unerreichbar ist, offenbart der Rākṣasa selbst, dass das Wasser der Gautamī das wahre, alle anderen Amṛta-Gleichnisse (Gold, Ghee, Soma, Gaṅgā-Wasser) übertreffende Amṛta ist. Bharadvāja besprengt Havyaghna mit Gautamī-Wasser, wodurch dieser (und das ganze Opfer) weiß werden; der geworfene Opferpfahl ruht seither sichtbar in der Gaṅgā. Ursprung des Śukla-Tīrtha im Daṇḍaka-Wald, ein Tor zum Himmel, mit 7000 weiteren Tīrthas an beiden Ufern.
Während der Opferkuchen gebacken wurde, entstand aus dem Rauch jemand; nachdem er den Opferkuchen verzehrt hatte, wurde er ein Schrecken für die drei Welten.
Wort für Wort
puroḍāśe śrapyamāṇe dhūmāt kaścid ajāyata
Während der Opferkuchen gebacken wurde, entstand aus dem Rauch jemand
puroḍāśaṃ bhakṣayitvā lokatritayabhīṣaṇaḥ
nachdem er den Opferkuchen verzehrt hatte, wurde er ein Schrecken für die drei Welten
yajñaṃ me hy atra ko haṃsi kopāt tvam iti taṃ muniḥ / provāca satvaraṃ kruddho bharadvājo dvijottamaḥ / tad ṛṣer vacanaṃ śrutvā rākṣasaḥ pratyuvāca tam //
'Wer bist du, der du hier zornig mein Opfer zerstörst?' - so sprach eilends und zornig zu ihm der Weise, Bharadvāja, der Beste der Zweifachgeborenen; nachdem er das Wort des Weisen gehört hatte, erwiderte ihm der Rākṣasa.
Wort für Wort
yajñaṃ me hy atra ko haṃsi kopāt tvam iti taṃ muniḥ
'Wer bist du, der du hier zornig mein Opfer zerstörst?' - so sprach zu ihm der Weise
provāca satvaraṃ kruddho bharadvājo dvijottamaḥ
eilends und zornig, Bharadvāja, der Beste der Zweifachgeborenen
tad ṛṣer vacanaṃ śrutvā rākṣasaḥ pratyuvāca tam
nachdem er das Wort des Weisen gehört hatte, erwiderte ihm der Rākṣasa
Der Rākṣasa sprach: Als Havyaghna ('Opferzerstörer') bin ich bekannt, Bharadvāja, erkenne mich; ich bin der Sohn der Saṃdhyā [Dämmerung] und der älteste Sohn des Prācīnabarhis.
Ich bin schwarz, mein Vater ist schwarz, meine Mutter ist schwarz, ebenso der jüngere Bruder; ich werde das Opfer zerstören, den Opferpfahl zerschneiden - ich, der Todbringer.
Wort für Wort
ahaṃ kṛṣṇaḥ pitā kṛṣṇo mātā kṛṣṇā tathānujaḥ
Ich bin schwarz, mein Vater ist schwarz, meine Mutter ist schwarz, ebenso der jüngere Bruder
ahaṃ makhaṃ haniṣyāmi yūpaṃ chedmi kṛtāntakaḥ
ich werde das Opfer zerstören, den Opferpfahl zerschneiden - ich, der Todbringer
{bharadvāja uvāca:} rakṣyatāṃ me tvayā yajñaḥ priyo dharmaḥ sanātanaḥ / jāne tvāṃ yajñahantāraṃ saddvijaṃ rakṣa me kratum //
Bharadvāja sprach: Möge mein Opfer von dir beschützt werden, denn der ewige Dharma ist mir lieb; ich erkenne dich als Opferzerstörer - beschütze, da ich ein guter Zweifachgeborener bin, mein Opferwerk.
Wort für Wort
{bharadvāja uvāca:} rakṣyatāṃ me tvayā yajñaḥ priyo dharmaḥ sanātanaḥ
Bharadvāja sprach: Möge mein Opfer von dir beschützt werden, denn der ewige Dharma ist mir lieb
jāne tvāṃ yajñahantāraṃ saddvijaṃ rakṣa me kratum
ich erkenne dich als Opferzerstörer - beschütze, da ich ein guter Zweifachgeborener bin, mein Opferwerk
{brahmovāca:} bharadvājaḥ punaḥ prāha sakhā me 'si mahāmate / makhasaṃrakṣaṇaṃ yena syān me vada karomi tat //
Brahmā sprach: Bharadvāja sprach wiederum: Du bist mein Freund, o Hochgesinnter; sage mir, wodurch der Schutz meines Opfers zustande käme - ich werde es tun.
Wort für Wort
{brahmovāca:} bharadvājaḥ punaḥ prāha sakhā me 'si mahāmate
Brahmā sprach: Bharadvāja sprach wiederum: Du bist mein Freund, o Hochgesinnter
makhasaṃrakṣaṇaṃ yena syān me vada karomi tat
sage mir, wodurch der Schutz meines Opfers zustande käme - ich werde es tun
prītyā yadi prasanno 'si sulabhaṃ yad vadasva tat / tad ṛṣer vacanaṃ śrutvā rakṣaḥ prāha tadā mudā //
Wenn du aus Zuneigung wohlgesinnt bist, so nenne das, was leicht erhältlich ist. Nachdem er das Wort des Weisen gehört hatte, sprach der Rākṣasa darauf freudig:
Wort für Wort
prītyā yadi prasanno 'si sulabhaṃ yad vadasva tat
Wenn du aus Zuneigung wohlgesinnt bist, so nenne das, was leicht erhältlich ist
tad ṛṣer vacanaṃ śrutvā rakṣaḥ prāha tadā mudā
nachdem er das Wort des Weisen gehört hatte, sprach der Rākṣasa darauf freudig
{rakṣa uvāca:} amṛtaṃ gautamīvāri amṛtaṃ svarṇam ucyate / amṛtaṃ gobhavaṃ cājyam amṛtaṃ soma eva ca //
Der Rākṣasa sprach: Amṛta ist das Wasser der Gautamī, Amṛta wird auch Gold genannt; Amṛta ist die von der Kuh stammende Ghee, und Amṛta ist auch der Soma.
Besprenge mich mit diesen, oder auch mit diesen dreien: mit dem Wasser der Gaṅgā, mit Ghee, ebenso mit Gold; über alle diese hinaus aber ist das göttliche Wasser der Gautamī das höchste Amṛta.
Wort für Wort
etair mām abhiṣiñcasva athavaitais tathā tribhiḥ
Besprenge mich mit diesen, oder auch mit diesen dreien
gaṅgāyā vāriṇājyena hiraṇyena tathaiva ca
mit dem Wasser der Gaṅgā, mit Ghee, ebenso mit Gold
sarvebhyo 'py adhikaṃ divyam amṛtaṃ gautamījalam
über alle diese hinaus aber ist das göttliche Wasser der Gautamī das höchste Amṛta
Nachdem er auch die Opferpriester entlassen hatte, warf er den Opferpfahl in das Wasser der Gaṅgā; inmitten der Gaṅgā, o großer Weiser, befindet sich jener Opferpfahl noch heute.
Wort für Wort
ṛtvijo 'pi visṛjyātha yūpaṃ gaṅgodake 'kṣipat
Nachdem er auch die Opferpriester entlassen hatte, warf er den Opferpfahl in das Wasser der Gaṅgā
gaṅgāmadhye tad dhi yūpam adyāpy āste mahāmate
inmitten der Gaṅgā, o großer Weiser, befindet sich jener Opferpfahl noch heute
Der Rākṣasa sprach: Ich gehe nun, Bharadvāja, von dir wiederum weiß gemacht; deshalb - diejenigen, die an deinem Tīrtha hier Baden, Spenden und Verehrung usw. vollziehen,...
...deren Wünsche mögen sich erfüllen - welche Frucht ihnen im Opfer zukäme, [die sollen sie erlangen]; schon durch bloßes Erinnern sollen ihre Sünden für immer vergehen, o Weiser.
Wort für Wort
kuryus teṣām abhīṣṭāni bhaveyur yat phalaṃ makhe
deren Wünsche mögen sich erfüllen - welche Frucht ihnen im Opfer zukäme
smaraṇād api pāpāni nāśaṃ yāntu sadā mune
schon durch bloßes Erinnern sollen ihre Sünden für immer vergehen, o Weiser