Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 178: kaṇḍumunicaritaṃ viṣṇustotraṃ ca Die Geschichte des Muni Kaṇḍu und der große Viṣṇu-Lobpreis

Umfangreiches Kapitel (194 Verse): auf Nachfrage der Munis erzählt Vyāsa die Geschichte des Ṛṣi Kaṇḍu, dessen gewaltige Askese die drei Welten erhitzt, sodass Indra die Apsaras Pramlocā entsendet, um sie zu stören. Mit Kāma, Vasanta und Vāyu verführt sie Kaṇḍu; die beiden verbringen, ohne dass er es bemerkt, insgesamt fast tausend Jahre zusammen. Als Kaṇḍu die verstrichene Zeit erfährt, verstößt er sie reuevoll; ihr Schweiß, an Bäumen abgewischt, wird zum Keim der Māriṣā, der späteren Mutter Dakṣas. Kaṇḍu selbst zieht darauf zum Puruṣottama-Kṣetra, übt dort das ,Brahma-Pāra'-Murmelgebet (ein dichtes Wortspiel-Hymnus auf ,para/pāra'), woraufhin ihm Viṣṇu persönlich erscheint. Es folgt ein sehr umfangreicher Lobpreis (Stotra, V.128-177) mit Hunderten von Epitheta, die Viṣṇu mit nahezu allen kosmischen Prinzipien, Zeiteinheiten, Veden, Elementen und Avatāras (Fisch, Schildkröte, Eber u.a.) identifizieren, gefolgt von Kaṇḍus Bitte um Erlösung; Viṣṇu verheißt ihm und allen Verehrern unabhängig von Stand oder Geburt die höchste Vollkommenheit. Kaṇḍu erlangt darauf durch gesammelte Meditation die Erlösung. Das Kapitel schließt mit einer Phalaśruti über die Frucht des Lesens/Hörens dieser Geschichte sowie einer abschließenden Zusammenfassung von ,Karmabhūmi', Mokṣa-Kṣetra und Puruṣottama. [Anm. zur Quelle: mehrfach (V.25, V.46) erscheint im Sanskrit-Text der Sprechertag ,{brahmovāca:}' an Stellen, wo der Inhalt eindeutig Indra/Śakra bzw. die reine Erzählerstimme Vyāsas ausweist — vermutlich eine Eigenheit oder ein Fehler der Quelle, hier jeweils mit [Anm.] vermerkt.]

{vyāsa uvāca:} tasmin kṣetre muniśreṣṭhāḥ sarvasattvasukhāvahe / dharmārthakāmamokṣāṇāṃ phalade puruṣottame //

Vyāsa sprach: An jenem Kṣetra, ihr besten der Munis, das allen Wesen Glück bringt, am Puruṣottama, das die Frucht von Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa gewährt,

Wort für Wort
tasmin kṣetre muniśreṣṭhāḥ sarvasattvasukhāvahe
an jenem Kṣetra, ihr besten der Munis, das allen Wesen Glück bringt
dharmārthakāmamokṣāṇāṃ phalade puruṣottame
am Puruṣottama, das die Frucht von Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa gewährt

kaṇḍur nāma mahātejā ṛṣiḥ paramadhārmikaḥ / satyavādī śucir dāntaḥ sarvabhūtahite rataḥ //

lebte ein Ṛṣi namens Kaṇḍu, von großem Glanz, höchst rechtschaffen, wahrheitsredend, rein, gebändigt, am Wohl aller Wesen erfreut,

Wort für Wort
kaṇḍur nāma mahātejā ṛṣiḥ paramadhārmikaḥ
ein Ṛṣi namens Kaṇḍu, von großem Glanz, höchst rechtschaffen
satyavādī śucir dāntaḥ sarvabhūtahite rataḥ
wahrheitsredend, rein, gebändigt, am Wohl aller Wesen erfreut

jitendriyo jitakrodho vedavedāṅgapāragaḥ / avāpa paramāṃ siddhim ārādhya puruṣottamam //

mit bezwungenen Sinnen, bezwungenem Zorn, in Veda und Vedāṅgas bewandert; er erlangte die höchste Vollkommenheit, indem er den Puruṣottama verehrte.

Wort für Wort
jitendriyo jitakrodho vedavedāṅgapāragaḥ
mit bezwungenen Sinnen, bezwungenem Zorn, in Veda und Vedāṅgas bewandert
avāpa paramāṃ siddhim ārādhya puruṣottamam
er erlangte die höchste Vollkommenheit, indem er den Puruṣottama verehrte

anye 'pi tatra saṃsiddhā munayaḥ saṃśitavratāḥ / sarvabhūtahitā dāntā jitakrodhā vimatsarāḥ //

Auch andere Munis, von strengen Gelübden, erlangten dort Vollkommenheit — dem Wohl aller Wesen zugetan, gebändigt, bezwungenen Zorns, ohne Missgunst.

Wort für Wort
anye 'pi tatra saṃsiddhā munayaḥ saṃśitavratāḥ
auch andere Munis, von strengen Gelübden, erlangten dort Vollkommenheit
sarvabhūtahitā dāntā jitakrodhā vimatsarāḥ
dem Wohl aller Wesen zugetan, gebändigt, bezwungenen Zorns, ohne Missgunst

{munaya ūcuḥ:} ko 'sau kaṇḍuḥ kathaṃ tatra jagāma paramāṃ gatim / śrotum icchāmahe tasya caritaṃ brūhi sattama //

Die Munis sprachen: Wer ist dieser Kaṇḍu, und wie gelangte er dort zum höchsten Ziel? Wir wollen seine Geschichte hören — erzähle sie, o Bester.

Wort für Wort
ko 'sau kaṇḍuḥ kathaṃ tatra jagāma paramāṃ gatim
wer ist dieser Kaṇḍu, und wie gelangte er dort zum höchsten Ziel
śrotum icchāmahe tasya caritaṃ brūhi sattama
wir wollen seine Geschichte hören — erzähle sie, o Bester

{vyāsa uvāca:} śṛṇudhvaṃ muniśārdūlāḥ kathāṃ tasya manoharām / pravakṣyāmi samāsena munes tasya viceṣṭitam //

Vyāsa sprach: Hört, ihr Tiger unter den Munis, seine bezaubernde Geschichte; ich werde in Kürze das Verhalten jenes Muni schildern.

Wort für Wort
śṛṇudhvaṃ muniśārdūlāḥ kathāṃ tasya manoharām
hört, ihr Tiger unter den Munis, seine bezaubernde Geschichte
pravakṣyāmi samāsena munes tasya viceṣṭitam
ich werde in Kürze das Verhalten jenes Muni schildern

pavitre gomatītīre vijane sumanohare / kandamūlaphalaiḥ pūrṇe samitpuṣpakuśānvitaiḥ //

Am heiligen, einsamen, überaus reizvollen Ufer der Gomatī, reich an Wurzelknollen und Früchten, versehen mit Brennholz, Blumen und Kuśa-Gras,

Wort für Wort
pavitre gomatītīre vijane sumanohare
am heiligen, einsamen, überaus reizvollen Ufer der Gomatī
kandamūlaphalaiḥ pūrṇe samitpuṣpakuśānvitaiḥ
reich an Wurzelknollen und Früchten, versehen mit Brennholz, Blumen und Kuśa-Gras

nānādrumalatākīrṇe nānāpuṣpopaśobhite / nānāpakṣirute ramye nānāmṛgagaṇānvite //

überströmt von mancherlei Bäumen und Schlinggewächsen, geschmückt mit mancherlei Blumen, lieblich vom Ruf mancherlei Vögel, begleitet von mancherlei Wildtierherden,

Wort für Wort
nānādrumalatākīrṇe nānāpuṣpopaśobhite
überströmt von mancherlei Bäumen und Schlinggewächsen, geschmückt mit mancherlei Blumen
nānāpakṣirute ramye nānāmṛgagaṇānvite
lieblich vom Ruf mancherlei Vögel, begleitet von mancherlei Wildtierherden

tatrāśramapadaṃ kaṇḍor babhūva munisattamāḥ / sarvartuphalapuṣpāḍhyaṃ kadalīkhaṇḍamaṇḍitam //

dort befand sich, ihr besten der Munis, die Einsiedelei des Kaṇḍu, reich an Früchten und Blumen aller Jahreszeiten, geschmückt mit einem Bananenhain.

Wort für Wort
tatrāśramapadaṃ kaṇḍor babhūva munisattamāḥ
dort befand sich, ihr besten der Munis, die Einsiedelei des Kaṇḍu
sarvartuphalapuṣpāḍhyaṃ kadalīkhaṇḍamaṇḍitam
reich an Früchten und Blumen aller Jahreszeiten, geschmückt mit einem Bananenhain

tapas tepe munis tatra sumahat paramādbhutam / vratopavāsair niyamaiḥ snānamaunasusaṃyamaiḥ //

Dort übte der Muni eine überaus gewaltige, höchst wunderbare Askese, durch Gelübde, Fasten, Regeln, Bäder, Schweigen und gute Selbstbeherrschung,

Wort für Wort
tapas tepe munis tatra sumahat paramādbhutam
dort übte der Muni eine überaus gewaltige, höchst wunderbare Askese
vratopavāsair niyamaiḥ snānamaunasusaṃyamaiḥ
durch Gelübde, Fasten, Regeln, Bäder, Schweigen und gute Selbstbeherrschung

grīṣme pañcatapā bhūtvā varṣāsu sthaṇḍileśayaḥ / ārdravāsās tu hemante sa tepe sumahat tapaḥ //

im Sommer die Fünf-Feuer-Askese übend, in der Regenzeit auf bloßem Boden liegend, im Winter in nassem Gewand — so übte er eine überaus gewaltige Askese.

Wort für Wort
grīṣme pañcatapā bhūtvā varṣāsu sthaṇḍileśayaḥ
im Sommer die Fünf-Feuer-Askese übend, in der Regenzeit auf bloßem Boden liegend
ārdravāsās tu hemante sa tepe sumahat tapaḥ
im Winter in nassem Gewand — so übte er eine überaus gewaltige Askese

dṛṣṭvā tu tapaso vīryaṃ munes tasya suvismitāḥ / babhūvur devagandharvāḥ siddhavidyādharās tathā //

Als sie die Kraft der Askese jenes Muni erblickten, gerieten die Götter, Gandharvas, Siddhas und Vidyādharas in großes Staunen.

Wort für Wort
dṛṣṭvā tu tapaso vīryaṃ munes tasya suvismitāḥ
als sie die Kraft der Askese jenes Muni erblickten, gerieten sie in großes Staunen
babhūvur devagandharvāḥ siddhavidyādharās tathā
die Götter, Gandharvas, ebenso die Siddhas und Vidyādharas

bhūmiṃ tathāntarikṣaṃ ca divaṃ ca munisattamāḥ / kaṇḍuḥ saṃtāpayām āsa trailokyaṃ tapaso balāt //

Die Erde, ebenso den Luftraum und den Himmel, ihr besten der Munis — Kaṇḍu erhitzte durch die Kraft seiner Askese die drei Welten.

Wort für Wort
bhūmiṃ tathāntarikṣaṃ ca divaṃ ca munisattamāḥ
die Erde, ebenso den Luftraum und den Himmel, ihr besten der Munis
kaṇḍuḥ saṃtāpayām āsa trailokyaṃ tapaso balāt
Kaṇḍu erhitzte durch die Kraft seiner Askese die drei Welten

aho 'sya paramaṃ dhairyam aho 'sya paramaṃ tapaḥ / ity abruvaṃs tadā dṛṣṭvā devās taṃ tapasi sthitam //

Ach, wie groß ist seine Standhaftigkeit, ach, wie groß ist seine Askese! — so sprachen die Götter, als sie ihn in Askese verharrend erblickten.

Wort für Wort
aho 'sya paramaṃ dhairyam aho 'sya paramaṃ tapaḥ
ach, wie groß ist seine Standhaftigkeit, ach, wie groß ist seine Askese
ity abruvaṃs tadā dṛṣṭvā devās taṃ tapasi sthitam
so sprachen die Götter, als sie ihn in Askese verharrend erblickten

mantrayām āsur avyagrāḥ śakreṇa sahitās tadā / bhayāt tasya samudvignās tapovighnam abhīpsavaḥ //

Sie berieten sich damals, ungestört, zusammen mit Śakra, aus Furcht vor ihm beunruhigt, danach trachtend, seine Askese zu stören.

Wort für Wort
mantrayām āsur avyagrāḥ śakreṇa sahitās tadā
sie berieten sich damals, ungestört, zusammen mit Śakra
bhayāt tasya samudvignās tapovighnam abhīpsavaḥ
aus Furcht vor ihm beunruhigt, danach trachtend, seine Askese zu stören

jñātvā teṣām abhiprāyaṃ śakras tribhuvaneśvaraḥ / pramlocākhyāṃ varārohāṃ rūpayauvanagarvitām //

Nachdem Śakra, der Herr der drei Welten, ihre Absicht erkannt hatte, [rief er] die schönhüftige, mit Schönheit und Jugend stolze Apsaras namens Pramlocā,

Wort für Wort
jñātvā teṣām abhiprāyaṃ śakras tribhuvaneśvaraḥ
nachdem Śakra, der Herr der drei Welten, ihre Absicht erkannt hatte
pramlocākhyāṃ varārohāṃ rūpayauvanagarvitām
[rief er] die schönhüftige, mit Schönheit und Jugend stolze Apsaras namens Pramlocā

sumadhyāṃ cārujaṅghāṃ tāṃ pīnaśroṇipayodharām / sarvalakṣaṇasaṃpannāṃ provāca phalasūdanaḥ //

die schlankhüftige, mit anmutigen Schenkeln, mit vollen Hüften und Brüsten, mit allen Merkmalen ausgestattet — der Bezwinger von Pāka [Indra] sprach zu ihr:

Wort für Wort
sumadhyāṃ cārujaṅghāṃ tāṃ pīnaśroṇipayodharām
die schlankhüftige, mit anmutigen Schenkeln, mit vollen Hüften und Brüsten
sarvalakṣaṇasaṃpannāṃ provāca phalasūdanaḥ
mit allen Merkmalen ausgestattet — der Bezwinger von Pāka sprach zu ihr

{śakra uvāca:} pramloce gaccha śīghraṃ tvaṃ yadāsau tapyate muniḥ / vighnārthaṃ tasya tapasaḥ kṣobhayasvāṃśu suprabhe //

Śakra sprach: Pramlocā, geh rasch dorthin, wo jener Muni Askese übt; um seine Askese zu stören, verstöre ihn eilends, o Glänzende.

Wort für Wort
pramloce gaccha śīghraṃ tvaṃ yadāsau tapyate muniḥ
Pramlocā, geh rasch dorthin, wo jener Muni Askese übt
vighnārthaṃ tasya tapasaḥ kṣobhayasvāṃśu suprabhe
um seine Askese zu stören, verstöre ihn eilends, o Glänzende

{pramlocovāca:} tava vākyaṃ suraśreṣṭha karomi satataṃ prabho / kiṃtu śaṅkā mamaivātra jīvitasya ca saṃśayaḥ //

Pramlocā sprach: Dein Wort, o bester der Götter, befolge ich stets, o Herr; doch ich habe hierbei Bedenken, und Zweifel um mein Leben.

Wort für Wort
tava vākyaṃ suraśreṣṭha karomi satataṃ prabho
dein Wort, o bester der Götter, befolge ich stets, o Herr
kiṃtu śaṅkā mamaivātra jīvitasya ca saṃśayaḥ
doch ich habe hierbei Bedenken, und Zweifel um mein Leben

bibhemi taṃ munivaraṃ brahmacaryavrate sthitam / atyugraṃ dīptatapasaṃ jvalanārkasamaprabham //

Ich fürchte jenen vortrefflichen Muni, der im Gelübde der Keuschheit verharrt, überaus streng, von lodernder Askese, gleich Feuer und Sonne an Glanz.

Wort für Wort
bibhemi taṃ munivaraṃ brahmacaryavrate sthitam
ich fürchte jenen vortrefflichen Muni, der im Gelübde der Keuschheit verharrt
atyugraṃ dīptatapasaṃ jvalanārkasamaprabham
überaus streng, von lodernder Askese, gleich Feuer und Sonne an Glanz

jñātvā māṃ sa muniḥ krodhād vighnārthaṃ samupāgatām / kaṇḍuḥ paramatejasvī śāpaṃ dāsyati duḥsaham //

Wenn jener Muni Kaṇḍu, von höchstem Glanz, aus Zorn erkennt, dass ich gekommen bin, um [seine Askese] zu stören, wird er einen unerträglichen Fluch aussprechen.

Wort für Wort
jñātvā māṃ sa muniḥ krodhād vighnārthaṃ samupāgatām
wenn jener Muni aus Zorn erkennt, dass ich gekommen bin, um [seine Askese] zu stören
kaṇḍuḥ paramatejasvī śāpaṃ dāsyati duḥsaham
wird Kaṇḍu, von höchstem Glanz, einen unerträglichen Fluch aussprechen

urvaśī menakā rambhā ghṛtācī puñjikasthalā / viśvācī sahajanyā ca pūrvacittis tilottamā //

Urvaśī, Menakā, Rambhā, Ghṛtācī, Puñjikasthalā, Viśvācī, Sahajanyā, sowie Pūrvacitti, Tilottamā,

Wort für Wort
urvaśī menakā rambhā ghṛtācī puñjikasthalā
Urvaśī, Menakā, Rambhā, Ghṛtācī, Puñjikasthalā
viśvācī sahajanyā ca pūrvacittis tilottamā
Viśvācī, Sahajanyā, sowie Pūrvacitti, Tilottamā

alambuṣā miśrakeśī śaśilekhā ca vāmanā / anyāś cāpsarasaḥ santi rūpayauvanagarvitāḥ //

Alambuṣā, Miśrakeśī, Śaśilekhā und Vāmanā — es gibt auch andere Apsaras, mit Schönheit und Jugend stolz,

Wort für Wort
alambuṣā miśrakeśī śaśilekhā ca vāmanā
Alambuṣā, Miśrakeśī, Śaśilekhā und Vāmanā
anyāś cāpsarasaḥ santi rūpayauvanagarvitāḥ
es gibt auch andere Apsaras, mit Schönheit und Jugend stolz

sumadhyāś cāruvadanāḥ pīnonnatapayodharāḥ / kāmapradhānakuśalās tās tatra saṃniyojaya //

schlankhüftig, mit anmutigem Antlitz, mit vollen, erhabenen Brüsten, kundig vorrangig in Liebesdingen — jene setze dort ein.

Wort für Wort
sumadhyāś cāruvadanāḥ pīnonnatapayodharāḥ
schlankhüftig, mit anmutigem Antlitz, mit vollen, erhabenen Brüsten
kāmapradhānakuśalās tās tatra saṃniyojaya
kundig vorrangig in Liebesdingen — jene setze dort ein

{brahmovāca:} tasyās tad vacanaṃ śrutvā punaḥ prāha śacīpatiḥ / tiṣṭhantu nāma cānyās tās tvaṃ cātra kuśalā śubhe //

Nachdem er ihr Wort gehört hatte, sprach der Gatte der Śacī [Indra] abermals: ,Mögen jene anderen [Apsaras] fürwahr bleiben — du bist ja hierin geschickt, o Holde.'

Wort für Wort
tasyās tad vacanaṃ śrutvā punaḥ prāha śacīpatiḥ
nachdem er ihr Wort gehört hatte, sprach der Gatte der Śacī abermals
tiṣṭhantu nāma cānyās tās tvaṃ cātra kuśalā śubhe
mögen jene anderen fürwahr bleiben — du bist ja hierin geschickt, o Holde

[Anm.: der Sprechertag im Quelltext lautet ,{brahmovāca:}', doch der Inhalt (,śacīpatiḥ' = Gatte der Śacī) weist eindeutig auf Śakra/Indra als Sprecher hin; wohl eine Eigenheit oder ein Fehler der Quelle.]

kāmaṃ vasantaṃ vāyuṃ ca sahāyārthe dadāmi te / taiḥ sārdhaṃ gaccha suśroṇi yatrāste sa mahāmuniḥ //

Kāma, Vasanta [den Frühling] und Vāyu [den Wind] gebe ich dir zur Hilfe; geh mit ihnen zusammen, o Schönhüftige, dorthin, wo jener große Muni weilt.

Wort für Wort
kāmaṃ vasantaṃ vāyuṃ ca sahāyārthe dadāmi te
Kāma, Vasanta und Vāyu gebe ich dir zur Hilfe
taiḥ sārdhaṃ gaccha suśroṇi yatrāste sa mahāmuniḥ
geh mit ihnen zusammen, o Schönhüftige, dorthin, wo jener große Muni weilt

śakrasya vacanaṃ śrutvā tadā sā cārulocanā / jagāmākāśamārgeṇa taiḥ sārdhaṃ cāśramaṃ muneḥ //

Nachdem sie Śakras Wort gehört hatte, ging jene Schönäugige damals mit ihnen zusammen auf dem Luftweg zur Einsiedelei des Muni.

Wort für Wort
śakrasya vacanaṃ śrutvā tadā sā cārulocanā
nachdem sie Śakras Wort gehört hatte, [ging] jene Schönäugige damals
jagāmākāśamārgeṇa taiḥ sārdhaṃ cāśramaṃ muneḥ
mit ihnen zusammen auf dem Luftweg zur Einsiedelei des Muni

gatvā sā tatra ruciraṃ dadarśa vanam uttamam / muniṃ ca dīptatapasam āśramastham akalmaṣam //

Dort angekommen erblickte sie den anmutigen, vortrefflichen Wald sowie den Muni von lodernder Askese, makellos, in der Einsiedelei weilend.

Wort für Wort
gatvā sā tatra ruciraṃ dadarśa vanam uttamam
dort angekommen erblickte sie den anmutigen, vortrefflichen Wald
muniṃ ca dīptatapasam āśramastham akalmaṣam
sowie den Muni von lodernder Askese, makellos, in der Einsiedelei weilend

apaśyat sā vanaṃ ramyaṃ taiḥ sārdhaṃ nandanopamam / sarvartuvarapuṣpāḍhyaṃ śākhāmṛgagaṇākulam //

Sie erblickte, zusammen mit ihnen, den reizvollen Wald, dem Nandana[-Garten] gleich, reich an vortrefflichen Blumen aller Jahreszeiten, erfüllt von Scharen von Affen,

Wort für Wort
apaśyat sā vanaṃ ramyaṃ taiḥ sārdhaṃ nandanopamam
sie erblickte, zusammen mit ihnen, den reizvollen Wald, dem Nandana-Garten gleich
sarvartuvarapuṣpāḍhyaṃ śākhāmṛgagaṇākulam
reich an vortrefflichen Blumen aller Jahreszeiten, erfüllt von Scharen von Affen

puṇyaṃ padmabalopetaṃ sapallavamahābalam / śrotraramyān sumadhurāñ śabdān khagamukheritān //

heilig, mit der Kraft der Lotusteiche versehen, mit Sprösslingen und großer Kraft — [und sie vernahm] ohrenerfreuende, überaus süße Laute, aus den Schnäbeln der Vögel hervorgebracht,

Wort für Wort
puṇyaṃ padmabalopetaṃ sapallavamahābalam
heilig, mit der Kraft der Lotusteiche versehen, mit Sprösslingen und großer Kraft
śrotraramyān sumadhurāñ śabdān khagamukheritān
[und sie vernahm] ohrenerfreuende, überaus süße Laute, aus den Schnäbeln der Vögel hervorgebracht

[?: Bedeutung von 'padmabala' (wörtl. ,Lotus-Kraft/-Fülle') unsicher; hier als Fülle an Lotusteichen gedeutet.]

sarvartuphalabhārāḍhyān sarvartukusumojjvalān / apaśyat pādapāṃś caiva vihaṃgair anunāditān //

und sie erblickte Bäume, beladen mit der Fülle der Früchte aller Jahreszeiten, leuchtend von den Blüten aller Jahreszeiten, von Vögeln umtönt,

Wort für Wort
sarvartuphalabhārāḍhyān sarvartukusumojjvalān
[Bäume,] beladen mit der Fülle der Früchte aller Jahreszeiten, leuchtend von den Blüten aller Jahreszeiten
apaśyat pādapāṃś caiva vihaṃgair anunāditān
und sie erblickte Bäume, von Vögeln umtönt

āmrān āmrātakān bhavyān nārikerān satindukān / atha bilvāṃs tathā jīvān dāḍimān bījapūrakān //

Mangobäume, Āmrātaka-Bäume, herrliche, Kokospalmen und Tinduka-Bäume, sodann Bilva-Bäume, ebenso Jīvaka-, Granatapfel- und Zitronenbäume,

Wort für Wort
āmrān āmrātakān bhavyān nārikerān satindukān
Mangobäume, Āmrātaka-Bäume, herrliche, Kokospalmen und Tinduka-Bäume
atha bilvāṃs tathā jīvān dāḍimān bījapūrakān
sodann Bilva-Bäume, ebenso Jīvaka-, Granatapfel- und Zitronenbäume

panasāṃl lakucān nīpāñ śirīṣān sumanoharān / pārāvatāṃs tathā kolān arimedāmlavetasān //

Jackfrucht-, Lakuca- und Nīpa-Bäume, überaus bezaubernde Śirīṣa-Bäume, ebenso Pārāvata-, Jujube- (Kola-), Arimeda- und Amlavetasa-Bäume,

Wort für Wort
panasāṃl lakucān nīpāñ śirīṣān sumanoharān
Jackfrucht-, Lakuca- und Nīpa-Bäume, überaus bezaubernde Śirīṣa-Bäume
pārāvatāṃs tathā kolān arimedāmlavetasān
ebenso Pārāvata-, Jujube-, Arimeda- und Amlavetasa-Bäume

bhallātakān āmalakāñ śataparṇāṃś ca kiṃśukān / iṅgudān karavīrāṃś ca harītakīvibhītakān //

Bhallātaka-, Āmalaka-, Śataparṇa- und Kiṃśuka-Bäume, Iṅguda- und Oleanderbäume (Karavīra), Harītakī- und Vibhītaka-Bäume.

Wort für Wort
bhallātakān āmalakāñ śataparṇāṃś ca kiṃśukān
Bhallātaka-, Āmalaka-, Śataparṇa- und Kiṃśuka-Bäume
iṅgudān karavīrāṃś ca harītakīvibhītakān
Iṅguda- und Oleanderbäume, Harītakī- und Vibhītaka-Bäume

etān anyāṃś ca sā vṛkṣān dadarśa pṛthulocanā / tathaivāśokapuṃnāga-ketakībakulān atha //

Diese und andere Bäume erblickte sie, die Großäugige, ebenso Aśoka-, Puṃnāga-, Ketakī- und Bakula-Bäume,

Wort für Wort
etān anyāṃś ca sā vṛkṣān dadarśa pṛthulocanā
diese und andere Bäume erblickte sie, die Großäugige
tathaivāśokapuṃnāga-ketakībakulān atha
ebenso Aśoka-, Puṃnāga-, Ketakī- und Bakula-Bäume

pārijātān kovidārān mandārendīvarāṃs tathā / pāṭalāḥ puṣpitā ramyā devadārudrumāṃs tathā //

Pārijāta-, Kovidāra-, Mandāra- und Indīvara-Bäume, ebenso blühende, reizvolle Pāṭalā-Bäume und Deodar-Bäume (Devadāru).

Wort für Wort
pārijātān kovidārān mandārendīvarāṃs tathā
Pārijāta-, Kovidāra-, Mandāra- und Indīvara-Bäume
pāṭalāḥ puṣpitā ramyā devadārudrumāṃs tathā
ebenso blühende, reizvolle Pāṭalā-Bäume und Deodar-Bäume

śālāṃs tālāṃs tamālāṃś ca niculāṃl lomakāṃs tathā / anyāṃś ca pādapaśreṣṭhān apaśyat phalapuṣpitān //

Śāla-, Tāla- und Tamāla-Bäume, Nicula- und Lomaka-Bäume, ebenso andere vortreffliche Bäume erblickte sie, mit Frucht und Blüte.

Wort für Wort
śālāṃs tālāṃs tamālāṃś ca niculāṃl lomakāṃs tathā
Śāla-, Tāla- und Tamāla-Bäume, Nicula- und Lomaka-Bäume
anyāṃś ca pādapaśreṣṭhān apaśyat phalapuṣpitān
ebenso andere vortreffliche Bäume erblickte sie, mit Frucht und Blüte

cakoraiḥ śatapattraiś ca bhṛṅgarājais tathā śukaiḥ / kokilaiḥ kalaviṅkaiś ca hārītair jīvajīvakaiḥ //

Von Cakora-Vögeln, Śatapattra-Vögeln, Bhṛṅgarāja-Vögeln, ebenso Papageien, Kuckucken, Kalaviṅka-Vögeln, Hārīta-Vögeln und Jīvaṃjīvaka-Vögeln,

Wort für Wort
cakoraiḥ śatapattraiś ca bhṛṅgarājais tathā śukaiḥ
von Cakora-Vögeln, Śatapattra-Vögeln, Bhṛṅgarāja-Vögeln, ebenso Papageien
kokilaiḥ kalaviṅkaiś ca hārītair jīvajīvakaiḥ
Kuckucken, Kalaviṅka-Vögeln, Hārīta-Vögeln und Jīvaṃjīvaka-Vögeln

priyaputraiś cātakaiś ca tathānyair vividhaiḥ khagaiḥ / śrotraramyaṃ sumadhuraṃ kūjadbhiś cāpy adhiṣṭhitam //

Priyaputra-Vögeln, Cātaka-Vögeln, ebenso anderen mancherlei Vögeln, ohrenerfreuend und überaus süß zwitschernd, war der Wald bewohnt.

Wort für Wort
priyaputraiś cātakaiś ca tathānyair vividhaiḥ khagaiḥ
Priyaputra-Vögeln, Cātaka-Vögeln, ebenso anderen mancherlei Vögeln
śrotraramyaṃ sumadhuraṃ kūjadbhiś cāpy adhiṣṭhitam
ohrenerfreuend und überaus süß zwitschernd, war [der Wald] bewohnt

sarāṃsi ca manojñāni prasannasalilāni ca / kumudaiḥ puṇḍarīkaiś ca tathā nīlotpalaiḥ śubhaiḥ //

Und liebliche Teiche, mit klarem Wasser, mit weißen Nachtlotusblumen (Kumuda), weißen Lotusblumen (Puṇḍarīka), ebenso schönen blauen Lotusblumen (Nīlotpala),

Wort für Wort
sarāṃsi ca manojñāni prasannasalilāni ca
und liebliche Teiche, mit klarem Wasser
kumudaiḥ puṇḍarīkaiś ca tathā nīlotpalaiḥ śubhaiḥ
mit weißen Nachtlotusblumen, weißen Lotusblumen, ebenso schönen blauen Lotusblumen

kahlāraiḥ kamalaiś caiva ācitāni samantataḥ / kādambaiś cakravākaiś ca tathaiva jalakukkuṭaiḥ //

mit roten Wasserlilien (Kahlāra) und Lotusblumen ringsum bedeckt, und [belebt] von Kādamba-Gänsen, Cakravāka-Vögeln, ebenso von Wasserhühnern,

Wort für Wort
kahlāraiḥ kamalaiś caiva ācitāni samantataḥ
mit roten Wasserlilien und Lotusblumen ringsum bedeckt
kādambaiś cakravākaiś ca tathaiva jalakukkuṭaiḥ
und [belebt] von Kādamba-Gänsen, Cakravāka-Vögeln, ebenso von Wasserhühnern

kāraṇḍavair bakair haṃsaiḥ kūrmair madgubhir eva ca / etaiś cānyaiś ca kīrṇāni samantāj jalacāribhiḥ //

von Kāraṇḍava-Enten, Reihern, Schwänen, Schildkröten, ebenso Tauchervögeln (Madgu) — von diesen und anderen Wasserbewohnern ringsum bedeckt.

Wort für Wort
kāraṇḍavair bakair haṃsaiḥ kūrmair madgubhir eva ca
von Kāraṇḍava-Enten, Reihern, Schwänen, Schildkröten, ebenso Tauchervögeln
etaiś cānyaiś ca kīrṇāni samantāj jalacāribhiḥ
von diesen und anderen Wasserbewohnern ringsum bedeckt

krameṇaiva tathā sā tu vanaṃ babhrāma taiḥ saha / evaṃ dṛṣṭvā vanaṃ ramyaṃ taiḥ sārdhaṃ paramādbhutam //

Der Reihe nach durchwanderte sie so den Wald mit ihnen; nachdem sie so, zusammen mit ihnen, den reizvollen, höchst wunderbaren Wald erblickt hatte,

Wort für Wort
krameṇaiva tathā sā tu vanaṃ babhrāma taiḥ saha
der Reihe nach durchwanderte sie so den Wald mit ihnen
evaṃ dṛṣṭvā vanaṃ ramyaṃ taiḥ sārdhaṃ paramādbhutam
nachdem sie so, zusammen mit ihnen, den reizvollen, höchst wunderbaren Wald erblickt hatte

vismayotphullanayanā sā babhūva varāṅganā / provāca vāyuṃ kāmaṃ ca vasantaṃ ca dvijottamāḥ //

mit vor Staunen weitgeöffneten Augen, sprach jene schöne Frau, ihr besten der Zweifachgeborenen, zu Vāyu, Kāma und Vasanta:

Wort für Wort
vismayotphullanayanā sā babhūva varāṅganā
mit vor Staunen weitgeöffneten Augen, [wurde] jene schöne Frau
provāca vāyuṃ kāmaṃ ca vasantaṃ ca dvijottamāḥ
sie sprach, ihr besten der Zweifachgeborenen, zu Vāyu, Kāma und Vasanta

{pramlocovāca:} kurudhvaṃ mama sāhāyyaṃ yūyaṃ sarve pṛthak pṛthak //*

Pramlocā sprach: ,Leistet mir Hilfe, ihr alle, jeder für sich, ...'

Wort für Wort
kurudhvaṃ mama sāhāyyaṃ
leistet mir Hilfe
yūyaṃ sarve pṛthak pṛthak
ihr alle, jeder für sich

[Anm.: im Quelltext mit ,//*' als unvollständiger Halbvers markiert; die zweite Verszeile fehlt in der Vorlage.]

{brahmovāca:} evam uktvā tadā sā tu tathety uktā surair dvijāḥ / pratyuvācādya yāsyāmi yatrāsau saṃsthito muniḥ //

Nachdem sie so gesprochen hatte, und von den Göttern mit ,So sei es' geantwortet, ihr Zweifachgeborenen, erwiderte sie darauf: ,Heute werde ich dorthin gehen, wo jener Muni weilt.'

Wort für Wort
evam uktvā tadā sā tu tathety uktā surair dvijāḥ
nachdem sie so gesprochen hatte, und von den Göttern mit ,so sei es' geantwortet, ihr Zweifachgeborenen
pratyuvācādya yāsyāmi yatrāsau saṃsthito muniḥ
erwiderte sie darauf: heute werde ich dorthin gehen, wo jener Muni weilt

[Anm.: der Sprechertag ,{brahmovāca:}' erscheint auch hier, obgleich der Inhalt reine Erzählung in dritter Person ist (Vyāsas Fortsetzung der Handlung); vermutlich eine Eigenheit oder ein Fehler der Quelle.]

adya taṃ dehayantāraṃ prayuktendriyavājinam / smaraśastragaladraśmiṃ kariṣyāmi kusārathim //

Heute werde ich jenen, der seinen Körper wie einen Wagen lenkt, dessen Sinnesrosse angeschirrt sind, dessen Zügel durch die Waffe des Liebesgottes gelöst werden, zu einem schlechten Wagenlenker machen.

Wort für Wort
adya taṃ dehayantāraṃ prayuktendriyavājinam
heute werde ich jenen, der seinen Körper wie einen Wagen lenkt, dessen Sinnesrosse angeschirrt sind
smaraśastragaladraśmiṃ kariṣyāmi kusārathim
dessen Zügel durch die Waffe des Liebesgottes gelöst werden, zu einem schlechten Wagenlenker machen

[Anm.: Bildrede vom Muni als Wagenlenker seines Körpers, dessen ,Sinnes-Rosse' durch Kāmas Waffe die Zügel verlieren.]

brahmā janārdano vāpi yadi vā nīlalohitaḥ / tathāpy adya kariṣyāmi kāmabāṇakṣatāntaram //

Sei er auch Brahmā, Janārdana [Viṣṇu], oder der Blauschwarz-Rote [Śiva] — dennoch werde ich ihn heute mit den Wunden der Liebespfeile durchbohren.

Wort für Wort
brahmā janārdano vāpi yadi vā nīlalohitaḥ
sei er auch Brahmā, Janārdana, oder der Blauschwarz-Rote
tathāpy adya kariṣyāmi kāmabāṇakṣatāntaram
dennoch werde ich ihn heute mit den Wunden der Liebespfeile durchbohren

ity uktvā prayayau sātha yatrāsau tiṣṭhate muniḥ / munes tapaḥprabhāveṇa praśāntaśvāpadāśramam //

Nachdem sie dies gesagt hatte, ging sie darauf dorthin, wo jener Muni weilte — zu der Einsiedelei, in der durch die Kraft der Askese des Muni die wilden Tiere besänftigt waren.

Wort für Wort
ity uktvā prayayau sātha yatrāsau tiṣṭhate muniḥ
nachdem sie dies gesagt hatte, ging sie darauf dorthin, wo jener Muni weilte
munes tapaḥprabhāveṇa praśāntaśvāpadāśramam
zu der Einsiedelei, in der durch die Kraft der Askese des Muni die wilden Tiere besänftigt waren

sā puṃskokilamādhurye nadītīre vyavasthitā / stokamātraṃ sthitā tasmād agāyata varāpsarāḥ //

Sie, an der Süße des männlichen Kuckucks [orientiert], am Flussufer stehend, sang, kaum ein wenig davon entfernt, die vortreffliche Apsaras.

Wort für Wort
sā puṃskokilamādhurye nadītīre vyavasthitā
sie, an der Süße des männlichen Kuckucks orientiert, am Flussufer stehend
stokamātraṃ sthitā tasmād agāyata varāpsarāḥ
kaum ein wenig davon entfernt, sang die vortreffliche Apsaras

tato vasantaḥ sahasā balaṃ samakarot tadā / kokilārāvamadhuram akālikamanoharam //

Da entfaltete Vasanta [der Frühling] plötzlich seine Kraft — süß vom Kuckucksruf, unzeitig-bezaubernd,

Wort für Wort
tato vasantaḥ sahasā balaṃ samakarot tadā
da entfaltete Vasanta plötzlich seine Kraft
kokilārāvamadhuram akālikamanoharam
süß vom Kuckucksruf, unzeitig-bezaubernd

vavau gandhavahaś caiva malayādriniketanaḥ / puṣpān uccāvacān medhyān pātayaṃś ca śanaiḥ śanaiḥ //

und der Duftträger [Wind] wehte, seinen Wohnsitz im Malaya-Berg habend, indem er hohe und niedrige, reine Blüten ganz sacht herabfallen ließ.

Wort für Wort
vavau gandhavahaś caiva malayādriniketanaḥ
und der Duftträger wehte, seinen Wohnsitz im Malaya-Berg habend
puṣpān uccāvacān medhyān pātayaṃś ca śanaiḥ śanaiḥ
indem er hohe und niedrige, reine Blüten ganz sacht herabfallen ließ

puṣpabāṇadharaś caiva gatvā tasya samīpataḥ / muneś ca kṣobhayām āsa kāmas tasyāpi mānasam //

Und der Blütenpfeil-Träger [Kāma], zu ihm hingegangen, verstörte auch den Geist jenes Muni.

Wort für Wort
puṣpabāṇadharaś caiva gatvā tasya samīpataḥ
und der Blütenpfeil-Träger, zu ihm hingegangen
muneś ca kṣobhayām āsa kāmas tasyāpi mānasam
Kāma verstörte auch den Geist jenes Muni

tato gītadhvaniṃ śrutvā munir vismitamānasaḥ / jagāma yatra sā subhrūḥ kāmabāṇaprapīḍitaḥ //

Daraufhin, nachdem er den Klang des Gesangs gehört hatte, ging der Muni, mit erstauntem Geist, von den Pfeilen Kāmas gequält, dorthin, wo jene Schönbraue [Pramlocā] war.

Wort für Wort
tato gītadhvaniṃ śrutvā munir vismitamānasaḥ
daraufhin, nachdem er den Klang des Gesangs gehört hatte, [ging] der Muni, mit erstauntem Geist
jagāma yatra sā subhrūḥ kāmabāṇaprapīḍitaḥ
von den Pfeilen Kāmas gequält, dorthin, wo jene Schönbraue war

dṛṣṭvā tām āha saṃdṛṣṭo vismayotphullalocanaḥ / bhraṣṭottarīyo vikalaḥ pulakāñcitavigrahaḥ //

Als er sie erblickte, und selbst erblickt wurde, sprach er, mit vor Staunen weitgeöffneten Augen, sein Obergewand verrutscht, fassungslos, den Körper von Haarsträuben ergriffen:

Wort für Wort
dṛṣṭvā tām āha saṃdṛṣṭo vismayotphullalocanaḥ
als er sie erblickte, und selbst erblickt wurde, sprach er, mit vor Staunen weitgeöffneten Augen
bhraṣṭottarīyo vikalaḥ pulakāñcitavigrahaḥ
sein Obergewand verrutscht, fassungslos, den Körper von Haarsträuben ergriffen

{ṛṣir uvāca:} kāsi kasyāsi suśroṇi subhage cāruhāsini / mano harasi me subhru brūhi satyaṃ sumadhyame //

Der Ṛṣi sprach: Wer bist du, wessen bist du, o Schönhüftige, Holde, mit anmutigem Lächeln? Du raubst mir das Herz, o Schönbrauige — sag die Wahrheit, o Schlankhüftige.

Wort für Wort
kāsi kasyāsi suśroṇi subhage cāruhāsini
wer bist du, wessen bist du, o Schönhüftige, Holde, mit anmutigem Lächeln
mano harasi me subhru brūhi satyaṃ sumadhyame
du raubst mir das Herz, o Schönbrauige — sag die Wahrheit, o Schlankhüftige

{pramlocovāca:} tava karmakarā cāhaṃ puṣpārtham aham āgatā / ādeśaṃ dehi me kṣipraṃ kiṃ karomi tavājñayā //

Pramlocā sprach: Ich bin deine Dienerin; um Blumen [zu sammeln] bin ich gekommen. Gib mir rasch einen Befehl — was soll ich auf deinen Auftrag hin tun?

Wort für Wort
tava karmakarā cāhaṃ puṣpārtham aham āgatā
ich bin deine Dienerin; um Blumen [zu sammeln] bin ich gekommen
ādeśaṃ dehi me kṣipraṃ kiṃ karomi tavājñayā
gib mir rasch einen Befehl — was soll ich auf deinen Auftrag hin tun

{vyāsa uvāca:} śrutvaivaṃ vacanaṃ tasyās tyaktvā dhairyaṃ vimohitaḥ / ādāya haste tāṃ bālāṃ praviveśa svam āśramam //

Vyāsa sprach: Nachdem er dieses ihr Wort gehört hatte, gab er, seine Standhaftigkeit aufgebend, ganz verblendet, jenes Mädchen bei der Hand nehmend, und betrat seine eigene Einsiedelei.

Wort für Wort
śrutvaivaṃ vacanaṃ tasyās tyaktvā dhairyaṃ vimohitaḥ
nachdem er dieses ihr Wort gehört hatte, gab er, seine Standhaftigkeit aufgebend, ganz verblendet
ādāya haste tāṃ bālāṃ praviveśa svam āśramam
jenes Mädchen bei der Hand nehmend, betrat er seine eigene Einsiedelei

tataḥ kāmaś ca vāyuś ca vasantaś ca dvijottamāḥ / jagmur yathāgataṃ sarve kṛtakṛtyās triviṣṭapam //

Darauf gingen Kāma, Vāyu und Vasanta, ihr besten der Zweifachgeborenen, alle, wie sie gekommen waren, mit vollbrachtem Werk, zum Himmel zurück.

Wort für Wort
tataḥ kāmaś ca vāyuś ca vasantaś ca dvijottamāḥ
darauf [gingen] Kāma, Vāyu und Vasanta, ihr besten der Zweifachgeborenen
jagmur yathāgataṃ sarve kṛtakṛtyās triviṣṭapam
alle, wie sie gekommen waren, mit vollbrachtem Werk, zum Himmel zurück

śaśaṃsuś ca hariṃ gatvā tasyās tasya ca ceṣṭitam / śrutvā śakras tadā devāḥ prītāḥ sumanaso 'bhavan //

Und nachdem sie zu Indra gegangen waren, berichteten sie von ihrem und seinem Tun; als Śakra und die Götter dies hörten, wurden sie erfreut und wohlgesinnt.

Wort für Wort
śaśaṃsuś ca hariṃ gatvā tasyās tasya ca ceṣṭitam
und nachdem sie zu Indra gegangen waren, berichteten sie von ihrem und seinem Tun
śrutvā śakras tadā devāḥ prītāḥ sumanaso 'bhavan
als Śakra und die Götter dies hörten, wurden sie erfreut und wohlgesinnt

[Anm.: 'hariṃ' bezeichnet hier im Kontext (śakraḥ, devāḥ) Indra, nicht Viṣṇu — einer der Namen, die beiden Göttern gemeinsam sind.]

sa ca kaṇḍus tayā sārdhaṃ praviśann eva cāśramam / ātmanaḥ paramaṃ rūpaṃ cakāra madanākṛti //

Und Kaṇḍu, mit ihr zusammen eben die Einsiedelei betretend, nahm für sich selbst eine vortreffliche Gestalt an, in der Form des Liebesgottes,

Wort für Wort
sa ca kaṇḍus tayā sārdhaṃ praviśann eva cāśramam
und Kaṇḍu, mit ihr zusammen eben die Einsiedelei betretend
ātmanaḥ paramaṃ rūpaṃ cakāra madanākṛti
nahm für sich selbst eine vortreffliche Gestalt an, in der Form des Liebesgottes

rūpayauvanasaṃpannam atīva sumanoharam / divyālaṃkārasaṃyuktaṃ ṣoḍaśavatsarākṛti //

mit Schönheit und Jugend versehen, überaus bezaubernd, mit göttlichem Schmuck versehen, in der Gestalt eines Sechzehnjährigen,

Wort für Wort
rūpayauvanasaṃpannam atīva sumanoharam
mit Schönheit und Jugend versehen, überaus bezaubernd
divyālaṃkārasaṃyuktaṃ ṣoḍaśavatsarākṛti
mit göttlichem Schmuck versehen, in der Gestalt eines Sechzehnjährigen

divyavastradharaṃ kāntaṃ divyasraggandhabhūṣitam / sarvopabhogasaṃpannaṃ sahasā tapaso balāt //

göttliches Gewand tragend, lieblich, mit göttlichem Kranz und Duft geschmückt, mit allem Genuss versehen, plötzlich, durch die Kraft seiner Askese.

Wort für Wort
divyavastradharaṃ kāntaṃ divyasraggandhabhūṣitam
göttliches Gewand tragend, lieblich, mit göttlichem Kranz und Duft geschmückt
sarvopabhogasaṃpannaṃ sahasā tapaso balāt
mit allem Genuss versehen, plötzlich, durch die Kraft seiner Askese

dṛṣṭvā sā tasya tad vīryaṃ paraṃ vismayam āgatā / aho 'sya tapaso vīryam ity uktvā muditābhavat //

Als sie jene seine Kraft sah, geriet sie in höchstes Staunen; ,Ach, welche Kraft seiner Askese!' — so sprechend wurde sie froh.

Wort für Wort
dṛṣṭvā sā tasya tad vīryaṃ paraṃ vismayam āgatā
als sie jene seine Kraft sah, geriet sie in höchstes Staunen
aho 'sya tapaso vīryam ity uktvā muditābhavat
,ach, welche Kraft seiner Askese' — so sprechend wurde sie froh

snānaṃ saṃdhyāṃ japaṃ homaṃ svādhyāyaṃ devatārcanam / vratopavāsaniyamaṃ dhyānaṃ ca munisattamāḥ //

Bad, Dämmerungsandacht, Murmelgebet, Feueropfer, Vedastudium, Götterverehrung, Gelübde, Fasten, Regelbeobachtung und Meditation, ihr besten der Munis —

Wort für Wort
snānaṃ saṃdhyāṃ japaṃ homaṃ svādhyāyaṃ devatārcanam
Bad, Dämmerungsandacht, Murmelgebet, Feueropfer, Vedastudium, Götterverehrung
vratopavāsaniyamaṃ dhyānaṃ ca munisattamāḥ
Gelübde, Fasten, Regelbeobachtung und Meditation, ihr besten der Munis

tyaktvā sa reme muditas tayā sārdham aharniśam / manmathāviṣṭahṛdayo na bubodha tapaḥkṣayam //

all dies aufgebend, ergötzte er sich froh mit ihr Tag und Nacht; sein Herz vom Liebesgott ergriffen, bemerkte er nicht den Schwund seiner Askese.

Wort für Wort
tyaktvā sa reme muditas tayā sārdham aharniśam
all dies aufgebend, ergötzte er sich froh mit ihr Tag und Nacht
manmathāviṣṭahṛdayo na bubodha tapaḥkṣayam
sein Herz vom Liebesgott ergriffen, bemerkte er nicht den Schwund seiner Askese

saṃdhyārātridivāpakṣa-māsartvayanahāyanam / na bubodha gataṃ kālaṃ viṣayāsaktamānasaḥ //

Dämmerung, Nacht, Tag, Monatshälfte, Monat, Jahreszeit, Sonnenwende, Jahr — die verstrichene Zeit bemerkte er nicht, seinen Geist an Sinnesobjekte gebunden.

Wort für Wort
saṃdhyārātridivāpakṣa-māsartvayanahāyanam
Dämmerung, Nacht, Tag, Monatshälfte, Monat, Jahreszeit, Sonnenwende, Jahr
na bubodha gataṃ kālaṃ viṣayāsaktamānasaḥ
die verstrichene Zeit bemerkte er nicht, seinen Geist an Sinnesobjekte gebunden

sā ca taṃ kāmajair bhāvair vidagdhā rahasi dvijāḥ / varayām āsa suśroṇiḥ pralāpakuśalā tadā //

Und sie, von den durch Kāma entstandenen Gefühlen entflammt, im Verborgenen, ihr Zweifachgeborenen, umwarb ihn, die Schönhüftige, damals kundig in verführerischer Rede.

Wort für Wort
sā ca taṃ kāmajair bhāvair vidagdhā rahasi dvijāḥ
und sie, von den durch Kāma entstandenen Gefühlen entflammt, im Verborgenen, ihr Zweifachgeborenen
varayām āsa suśroṇiḥ pralāpakuśalā tadā
umwarb ihn, die Schönhüftige, damals kundig in verführerischer Rede

evaṃ kaṇḍus tayā sārdhaṃ varṣāṇām adhikaṃ śatam / atiṣṭhan mandaradroṇyāṃ grāmyadharmarato muniḥ //

So verweilte Kaṇḍu mit ihr über hundert Jahre im Tal des Mandara-Berges, der Muni, dem weltlichen Sinnesvergnügen zugetan.

Wort für Wort
evaṃ kaṇḍus tayā sārdhaṃ varṣāṇām adhikaṃ śatam
so verweilte Kaṇḍu mit ihr über hundert Jahre
atiṣṭhan mandaradroṇyāṃ grāmyadharmarato muniḥ
im Tal des Mandara-Berges, der Muni, dem weltlichen Sinnesvergnügen zugetan

sā taṃ prāha mahābhāgaṃ gantum icchāmy ahaṃ divam / prasādasumukho brahmann anujñātuṃ tvam arhasi //

Sie sprach zu ihm, dem Hochgesegneten: ,Ich möchte zum Himmel gehen; mit gnädigem Antlitz, o Brahmane, sollst du mir die Erlaubnis geben.'

Wort für Wort
sā taṃ prāha mahābhāgaṃ gantum icchāmy ahaṃ divam
sie sprach zu ihm, dem Hochgesegneten: ich möchte zum Himmel gehen
prasādasumukho brahmann anujñātuṃ tvam arhasi
mit gnädigem Antlitz, o Brahmane, sollst du mir die Erlaubnis geben

tayaivam uktaḥ sa munis tasyām āsaktamānasaḥ / dināni katicid bhadre sthīyatām ity abhāṣata //

Von ihr so angesprochen, sagte jener Muni, dessen Geist an sie gebunden war: ,Bleib noch einige Tage, Gute.'

Wort für Wort
tayaivam uktaḥ sa munis tasyām āsaktamānasaḥ
von ihr so angesprochen, sagte jener Muni, dessen Geist an sie gebunden war
dināni katicid bhadre sthīyatām ity abhāṣata
bleib noch einige Tage, Gute — so sprach er

evam uktā tatas tena sāgraṃ varṣaśataṃ punaḥ / bubhuje viṣayāṃs tanvī tena sārdhaṃ mahātmanā //

So von ihm angesprochen, genoss sie, die Schlanke, danach abermals über hundert Jahre die Sinnesobjekte, zusammen mit jenem Hochgesinnten.

Wort für Wort
evam uktā tatas tena sāgraṃ varṣaśataṃ punaḥ
so von ihm angesprochen, [genoss sie] danach abermals über hundert Jahre
bubhuje viṣayāṃs tanvī tena sārdhaṃ mahātmanā
sie, die Schlanke, genoss die Sinnesobjekte, zusammen mit jenem Hochgesinnten

anujñāṃ dehi bhagavan vrajāmi tridaśālayam / uktas tayeti sa punaḥ sthīyatām ity abhāṣata //

[Sie sprach:] ,Gib mir die Erlaubnis, Erhabener, ich gehe zur Wohnstatt der Götter.' So von ihr angesprochen, sagte er abermals: ,Bleib noch.'

Wort für Wort
anujñāṃ dehi bhagavan vrajāmi tridaśālayam
gib mir die Erlaubnis, Erhabener, ich gehe zur Wohnstatt der Götter
uktas tayeti sa punaḥ sthīyatām ity abhāṣata
so von ihr angesprochen, sagte er abermals: bleib noch

punar gate varṣaśate sādhike sā śubhānanā / yāmy ahaṃ tridivaṃ brahman praṇayasmitaśobhanam //

Als abermals über hundert Jahre vergangen waren, sprach sie, die Schönantlitzige, lieblich lächelnd aus Zuneigung: ,Ich gehe zum Himmel, o Brahmane.'

Wort für Wort
punar gate varṣaśate sādhike sā śubhānanā
als abermals über hundert Jahre vergangen waren, [sprach] sie, die Schönantlitzige
yāmy ahaṃ tridivaṃ brahman praṇayasmitaśobhanam
lieblich lächelnd aus Zuneigung: ich gehe zum Himmel, o Brahmane

uktas tayaivaṃ sa muniḥ punar āhāyatekṣaṇām / ihāsyatāṃ mayā subhru ciraṃ kālaṃ gamiṣyasi //

So von ihr angesprochen, sagte der Muni abermals zu der Großäugigen: ,Bleib hier bei mir, Schönbrauige — du wirst [dann erst] nach langer Zeit gehen.'

Wort für Wort
uktas tayaivaṃ sa muniḥ punar āhāyatekṣaṇām
so von ihr angesprochen, sagte der Muni abermals zu der Großäugigen
ihāsyatāṃ mayā subhru ciraṃ kālaṃ gamiṣyasi
bleib hier bei mir, Schönbrauige — du wirst nach langer Zeit gehen

tacchāpabhītā suśroṇī saha tenarṣiṇā punaḥ / śatadvayaṃ kiṃcid ūnaṃ varṣāṇāṃ samatiṣṭhata //

Aus Furcht vor seinem Fluch verweilte die Schönhüftige abermals mit jenem Ṛṣi etwas weniger als zweihundert Jahre.

Wort für Wort
tacchāpabhītā suśroṇī saha tenarṣiṇā punaḥ
aus Furcht vor seinem Fluch [verweilte] die Schönhüftige abermals mit jenem Ṛṣi
śatadvayaṃ kiṃcid ūnaṃ varṣāṇāṃ samatiṣṭhata
etwas weniger als zweihundert Jahre verweilte sie

gamanāya mahābhāgo devarājaniveśanam / proktaḥ proktas tayā tanvyā sthīyatām ity abhāṣata //

Um zur Wohnstatt des Götterkönigs zu gehen, immer wieder von der Schlanken angesprochen, sagte der Hochgesegnete: ,Bleib noch.'

Wort für Wort
gamanāya mahābhāgo devarājaniveśanam
um zur Wohnstatt des Götterkönigs zu gehen
proktaḥ proktas tayā tanvyā sthīyatām ity abhāṣata
immer wieder von der Schlanken angesprochen, sagte der Hochgesegnete: bleib noch

tasya śāpabhayād bhīrur dākṣiṇyena ca dakṣiṇā / proktā praṇayabhaṅgārti-vedinī na jahau munim //

Aus Furcht vor seinem Fluch, ängstlich, und aus Höflichkeit gefällig, so angesprochen, um den Schmerz des Bruchs der Zuneigung wissend, verließ sie den Muni nicht.

Wort für Wort
tasya śāpabhayād bhīrur dākṣiṇyena ca dakṣiṇā
aus Furcht vor seinem Fluch ängstlich, und aus Höflichkeit gefällig
proktā praṇayabhaṅgārti-vedinī na jahau munim
so angesprochen, um den Schmerz des Bruchs der Zuneigung wissend, verließ sie den Muni nicht

tayā ca ramatas tasya paramarṣer aharniśam / navaṃ navam abhūt prema manmathāsaktacetasaḥ //

Und für ihn, den höchsten Ṛṣi, der sich Tag und Nacht mit ihr vergnügte, dessen Geist an den Liebesgott gebunden war, wurde die Liebe immer wieder neu.

Wort für Wort
tayā ca ramatas tasya paramarṣer aharniśam
und für ihn, den höchsten Ṛṣi, der sich Tag und Nacht mit ihr vergnügte
navaṃ navam abhūt prema manmathāsaktacetasaḥ
dessen Geist an den Liebesgott gebunden war, wurde die Liebe immer wieder neu

ekadā tu tvarāyukto niścakrāmoṭajān muniḥ / niṣkrāmantaṃ ca kutreti gamyate prāha sā śubhā //

Eines Tages aber trat der Muni, von Eile getrieben, aus der Hütte hervor; und als er hinaustrat, sprach die Holde: ,Wohin gehst du?'

Wort für Wort
ekadā tu tvarāyukto niścakrāmoṭajān muniḥ
eines Tages aber trat der Muni, von Eile getrieben, aus der Hütte hervor
niṣkrāmantaṃ ca kutreti gamyate prāha sā śubhā
und als er hinaustrat, sprach die Holde: wohin gehst du

ity uktaḥ sa tayā prāha parivṛttam ahaḥ śubhe / saṃdhyopāstiṃ kariṣyāmi kriyālopo 'nyathā bhavet //

So von ihr angesprochen, sagte er: ,Der Tag hat sich gewendet, Holde; ich werde die Dämmerungsandacht verrichten, sonst würde ein Versäumnis der [rituellen] Handlung eintreten.'

Wort für Wort
ity uktaḥ sa tayā prāha parivṛttam ahaḥ śubhe
so von ihr angesprochen, sagte er: der Tag hat sich gewendet, Holde
saṃdhyopāstiṃ kariṣyāmi kriyālopo 'nyathā bhavet
ich werde die Dämmerungsandacht verrichten, sonst würde ein Versäumnis der Handlung eintreten

tataḥ prahasya muditā sā taṃ prāha mahāmunim / kim adya sarvadharmajña parivṛttam ahas tava / gatam etan na kurute vismayaṃ kasya kathyate //

Darauf, lachend und froh, sprach sie zu jenem großen Muni: ,Was — heute hat sich für dich der Tag gewendet, o du Kenner aller Pflichten? Dass er [erst jetzt] vergangen ist — wen sollte das nicht in Staunen versetzen, wem sollte man das überhaupt erzählen?'

Wort für Wort
tataḥ prahasya muditā sā taṃ prāha mahāmunim
darauf, lachend und froh, sprach sie zu jenem großen Muni
kim adya sarvadharmajña parivṛttam ahas tava
was — heute hat sich für dich der Tag gewendet, o du Kenner aller Pflichten
gatam etan na kurute vismayaṃ kasya kathyate
dass er vergangen ist — wen sollte das nicht in Staunen versetzen, wem sollte man das erzählen

[Anm.: Vers mit drei Zeilen im Quelltext.]

{munir uvāca:} prātas tvam āgatā bhadre nadītīram idaṃ śubham / mayā dṛṣṭāsi suśroṇi praviṣṭā ca mamāśramam //

Der Muni sprach: Heute Morgen bist du gekommen, Gute, an dieses schöne Flussufer; ich habe dich gesehen, Schönhüftige, wie du meine Einsiedelei betreten hast.

Wort für Wort
prātas tvam āgatā bhadre nadītīram idaṃ śubham
heute Morgen bist du gekommen, Gute, an dieses schöne Flussufer
mayā dṛṣṭāsi suśroṇi praviṣṭā ca mamāśramam
ich habe dich gesehen, Schönhüftige, wie du meine Einsiedelei betreten hast

iyaṃ ca vartate saṃdhyā pariṇāmam aho gatam / avahāsaḥ kimartho 'yaṃ sadbhāvaḥ kathyatāṃ mama //

Und jetzt eben ist es Dämmerung — ach, wie ist der Tag zu Ende gegangen! Wozu dieser Spott? Sag mir den wahren Sachverhalt.

Wort für Wort
iyaṃ ca vartate saṃdhyā pariṇāmam aho gatam
und jetzt eben ist es Dämmerung — ach, wie ist der Tag zu Ende gegangen
avahāsaḥ kimartho 'yaṃ sadbhāvaḥ kathyatāṃ mama
wozu dieser Spott? sag mir den wahren Sachverhalt

{pramlocovāca:} pratyūṣasy āgatā brahman satyam etan na me mṛṣā / kiṃtv adya tasya kālasya gatāny abdaśatāni te //

Pramlocā sprach: Im Morgengrauen bin ich gekommen, o Brahmane, das ist wahr, keine Lüge von mir; doch von jener Zeit an sind für dich hundert Jahre vergangen.

Wort für Wort
pratyūṣasy āgatā brahman satyam etan na me mṛṣā
im Morgengrauen bin ich gekommen, o Brahmane, das ist wahr, keine Lüge von mir
kiṃtv adya tasya kālasya gatāny abdaśatāni te
doch von jener Zeit an sind für dich hundert Jahre vergangen

tataḥ sasādhvaso vipras tāṃ papracchāyatekṣaṇām / kathyatāṃ bhīru kaḥ kālas tvayā me ramataḥ sadā //

Da fragte der erschrockene Brahmane die Großäugige: ,Sag mir, Furchtsame, wie viel Zeit ist verstrichen, während ich mich stets mit dir vergnügte?'

Wort für Wort
tataḥ sasādhvaso vipras tāṃ papracchāyatekṣaṇām
da fragte der erschrockene Brahmane die Großäugige
kathyatāṃ bhīru kaḥ kālas tvayā me ramataḥ sadā
sag mir, Furchtsame, wie viel Zeit ist verstrichen, während ich mich stets mit dir vergnügte

{pramlocovāca:} saptottarāṇy atītāni navavarṣaśatāni ca / māsāś ca ṣaṭ tathaivānyat samatītaṃ dinatrayam //

Pramlocā sprach: Neunhundertundsieben Jahre sind vergangen, und sechs Monate, und ebenso weitere drei Tage sind verstrichen.

Wort für Wort
saptottarāṇy atītāni navavarṣaśatāni ca
neunhundertundsieben Jahre sind vergangen
māsāś ca ṣaṭ tathaivānyat samatītaṃ dinatrayam
und sechs Monate, und ebenso weitere drei Tage sind verstrichen

{ṛṣir uvāca:} satyaṃ bhīru vadasy etat parihāso 'thavā śubhe / dinam ekam ahaṃ manye tvayā sārdham ihoṣitam //

Der Ṛṣi sprach: Sagst du das wahr, Furchtsame, oder ist es Scherz, Holde? Ich glaube, nur einen einzigen Tag habe ich hier mit dir verbracht.

Wort für Wort
satyaṃ bhīru vadasy etat parihāso 'thavā śubhe
sagst du das wahr, Furchtsame, oder ist es Scherz, Holde
dinam ekam ahaṃ manye tvayā sārdham ihoṣitam
ich glaube, nur einen einzigen Tag habe ich hier mit dir verbracht

{pramlocovāca:} vadiṣyāmy anṛtaṃ brahman katham atra tavāntike / viśeṣād adya bhavatā pṛṣṭā mārgānugāminā //

Pramlocā sprach: Wie sollte ich hier vor dir Unwahrheit sprechen, o Brahmane, zumal ich heute von dir, der du dem [rechten] Pfad folgst, gefragt werde?

Wort für Wort
vadiṣyāmy anṛtaṃ brahman katham atra tavāntike
wie sollte ich hier vor dir Unwahrheit sprechen, o Brahmane
viśeṣād adya bhavatā pṛṣṭā mārgānugāminā
zumal ich heute von dir, der du dem rechten Pfad folgst, gefragt werde

{vyāsa uvāca:} niśamya tad vacas tasyāḥ sa munir dvijasattamāḥ / dhig dhiṅ mām ity anācāraṃ vinindyātmānam ātmanā //

Vyāsa sprach: Als er dieses ihr Wort vernahm, [rief] jener Muni, ihr besten der Zweifachgeborenen: ,Pfui, pfui über mich!' — sich selbst wegen seines Fehlverhaltens tadelnd,

Wort für Wort
niśamya tad vacas tasyāḥ sa munir dvijasattamāḥ
als er dieses ihr Wort vernahm, [rief] jener Muni, ihr besten der Zweifachgeborenen
dhig dhiṅ mām ity anācāraṃ vinindyātmānam ātmanā
pfui, pfui über mich — sich selbst wegen seines Fehlverhaltens tadelnd

{munir uvāca:} tapāṃsi mama naṣṭāni hataṃ brahmavidāṃ dhanam / hṛto vivekaḥ kenāpi yoṣin mohāya nirmitā //

Der Muni sprach: Meine Askese ist zunichte, der Reichtum der Brahma-Kenner ist vernichtet; von irgendjemandem wurde mir die Unterscheidungskraft geraubt — die Frau ist zur Verblendung erschaffen.

Wort für Wort
tapāṃsi mama naṣṭāni hataṃ brahmavidāṃ dhanam
meine Askese ist zunichte, der Reichtum der Brahma-Kenner ist vernichtet
hṛto vivekaḥ kenāpi yoṣin mohāya nirmitā
von irgendjemandem wurde mir die Unterscheidungskraft geraubt — die Frau ist zur Verblendung erschaffen

ūrmiṣaṭkātigaṃ brahma jñeyam ātmajayena me / gatir eṣā kṛtā yena dhik taṃ kāmamahāgraham //

Das Brahman, das über die sechs Wellen [des Daseins] hinausgeht, sollte von mir durch Selbstbezwingung erkannt werden — [doch stattdessen wurde] mir dieser Gang [des Verfalls] bereitet — pfui über jenen gewaltigen Dämon der Begierde!

Wort für Wort
ūrmiṣaṭkātigaṃ brahma jñeyam ātmajayena me
das Brahman, das über die sechs Wellen hinausgeht, sollte von mir durch Selbstbezwingung erkannt werden
gatir eṣā kṛtā yena dhik taṃ kāmamahāgraham
[doch stattdessen wurde] mir dieser Gang bereitet — pfui über jenen gewaltigen Dämon der Begierde

[Anm.: die ,sechs Wellen' (ūrmiṣaṭka) sind eine geläufige Aufzählung der das verkörperte Dasein befallenden Übel (Hunger, Durst, Kummer, Verblendung, Alter, Tod).]

vratāni sarvavedāś ca kāraṇāny akhilāni ca / narakagrāmamārgeṇa kāmenādya hatāni me //

Meine Gelübde, alle Veden und sämtliche heiligen Ursachen sind heute durch die Begierde zerstört worden — auf dem Weg, der zum Dorf der Hölle führt.

Wort für Wort
vratāni sarvavedāś ca kāraṇāny akhilāni ca
meine Gelübde, alle Veden und sämtliche heiligen Ursachen
narakagrāmamārgeṇa kāmenādya hatāni me
sind heute durch die Begierde zerstört worden — auf dem Weg, der zum Dorf der Hölle führt

vinindyetthaṃ sa dharmajñaḥ svayam ātmānam ātmanā tām apsarasam āsīnām idaṃ vacanam abravīt {ṛṣir uvāca:} gaccha pāpe yathākāmaṃ yat kāryaṃ tat tvayā kṛtam devarājasya yat kṣobhaṃ kurvantyā bhāvaceṣṭitaiḥ

So sich selbst tadelnd, der Kenner des Dharma, sprach er zu jener sitzenden Apsaras dieses Wort: Der Ṛṣi sprach: ,Geh, Sünderin, wohin du willst; was zu tun war, ist von dir vollbracht — die Aufwiegelung des Götterkönigs, die du durch deine Gefühlsregungen und Gebärden bewirkt hast.'

Wort für Wort
vinindyetthaṃ sa dharmajñaḥ svayam ātmānam ātmanā
so sich selbst tadelnd, der Kenner des Dharma
tām apsarasam āsīnām idaṃ vacanam abravīt
sprach er zu jener sitzenden Apsaras dieses Wort
gaccha pāpe yathākāmaṃ yat kāryaṃ tat tvayā kṛtam
geh, Sünderin, wohin du willst; was zu tun war, ist von dir vollbracht
devarājasya yat kṣobhaṃ kurvantyā bhāvaceṣṭitaiḥ
die Aufwiegelung des Götterkönigs, die du durch deine Gefühlsregungen und Gebärden bewirkt hast

[Anm.: 4-pada Vers, pādaweise gezählt (BrP_178.94a-d); als eine Einheit mit vier wfw-Segmenten wiedergegeben. Der Sprecherwechsel zu ,{ṛṣir uvāca:}' erfolgt innerhalb des Verses, nach Pāda b.]

na tvāṃ karomy ahaṃ bhasma krodhatīvreṇa vahninā / satāṃ sāptapadaṃ maitryam uṣito 'haṃ tvayā saha //

Ich werde dich nicht durch das heftige Feuer meines Zorns zu Asche machen; die Freundschaft der Guten [entsteht schon] durch sieben [gemeinsame] Schritte — und ich habe mit dir zusammengelebt.

Wort für Wort
na tvāṃ karomy ahaṃ bhasma krodhatīvreṇa vahninā
ich werde dich nicht durch das heftige Feuer meines Zorns zu Asche machen
satāṃ sāptapadaṃ maitryam uṣito 'haṃ tvayā saha
die Freundschaft der Guten entsteht schon durch sieben gemeinsame Schritte — und ich habe mit dir zusammengelebt

athavā tava doṣaḥ kaḥ kiṃ vā kuryām ahaṃ tava / mamaiva doṣo nitarāṃ yenāham ajitendriyaḥ //

Oder [vielmehr]: welche Schuld trifft dich? Was sollte ich dir antun? Die Schuld ist ganz allein meine, wodurch ich meine Sinne nicht bezwungen habe.

Wort für Wort
athavā tava doṣaḥ kaḥ kiṃ vā kuryām ahaṃ tava
oder [vielmehr]: welche Schuld trifft dich? was sollte ich dir antun
mamaiva doṣo nitarāṃ yenāham ajitendriyaḥ
die Schuld ist ganz allein meine, wodurch ich meine Sinne nicht bezwungen habe

yathā śakrapriyārthinyā kṛto mattapaso vyayaḥ / tvayā dṛṣṭimahāmoha-manunāhaṃ jugupsitaḥ //

So wie von dir, die du das Wohlgefallen Śakras suchtest, der Verlust meiner Askese bewirkt wurde, so verabscheue ich mich selbst — durch diesen großen Verblendungssinn meines eigenen Blicks.

Wort für Wort
yathā śakrapriyārthinyā kṛto mattapaso vyayaḥ
so wie von dir, die du das Wohlgefallen Śakras suchtest, der Verlust meiner Askese bewirkt wurde
tvayā dṛṣṭimahāmoha-manunāhaṃ jugupsitaḥ
so verabscheue ich mich selbst — durch diesen großen Verblendungssinn meines eigenen Blicks

[?: die genaue syntaktische Konstruktion von 'tvayā ... jugupsitaḥ' (,von dir ... verabscheut' oder ,durch dich ... verabscheue ich [mich]') bleibt unsicher.]

{vyāsa uvāca:} yāvad itthaṃ sa viprarṣis tāṃ bravīti sumadhyamām / tāvat skhalatsvedajalā sā babhūvātivepathuḥ //

Vyāsa sprach: Während jener Brahmanen-Ṛṣi so zu der Schlankhüftigen sprach, geriet sie ins Schwitzen, mit rinnendem Schweiß, und begann heftig zu zittern.

Wort für Wort
yāvad itthaṃ sa viprarṣis tāṃ bravīti sumadhyamām
während jener Brahmanen-Ṛṣi so zu der Schlankhüftigen sprach
tāvat skhalatsvedajalā sā babhūvātivepathuḥ
geriet sie ins Schwitzen, mit rinnendem Schweiß, und begann heftig zu zittern

pravepamānāṃ sa ca tāṃ svinnagātralatāṃ satīm / gaccha gaccheti sakrodham uvāca munisattamaḥ //

Und zu ihr, der zitternden, mit schweißnassem, schlingpflanzengleichem Körper, der Tugendhaften, sprach der beste der Munis zornig: ,Geh, geh!'

Wort für Wort
pravepamānāṃ sa ca tāṃ svinnagātralatāṃ satīm
und zu ihr, der zitternden, mit schweißnassem, schlingpflanzengleichem Körper, der Tugendhaften
gaccha gaccheti sakrodham uvāca munisattamaḥ
sprach der beste der Munis zornig: geh, geh

sā tu nirbhartsitā tena viniṣkramya tadāśramāt / ākāśagāminī svedaṃ mamārja tarupallavaiḥ //

Sie aber, von ihm gescholten, verließ jene Einsiedelei und wischte sich, durch die Luft gehend, den Schweiß mit Baumsprösslingen ab.

Wort für Wort
sā tu nirbhartsitā tena viniṣkramya tadāśramāt
sie aber, von ihm gescholten, verließ jene Einsiedelei
ākāśagāminī svedaṃ mamārja tarupallavaiḥ
und wischte sich, durch die Luft gehend, den Schweiß mit Baumsprösslingen ab

vṛkṣād vṛkṣaṃ yayau bālā udagrāruṇapallavaiḥ / nirmamārja ca gātrāṇi galatsvedajalāni vai //

Von Baum zu Baum ging das Mädchen, mit hochragenden, rötlichen Sprösslingen wischte sie sich fürwahr die Glieder ab, von denen der Schweiß herabrann.

Wort für Wort
vṛkṣād vṛkṣaṃ yayau bālā udagrāruṇapallavaiḥ
von Baum zu Baum ging das Mädchen, mit hochragenden, rötlichen Sprösslingen
nirmamārja ca gātrāṇi galatsvedajalāni vai
wischte sie sich fürwahr die Glieder ab, von denen der Schweiß herabrann

ṛṣiṇā yas tadā garbhas tasyā dehe samāhitaḥ / nirjagāma saromāñca-svedarūpī tadaṅgataḥ //

Der Keim, der damals von dem Ṛṣi in ihrem Körper gesetzt worden war, trat, in Gestalt des Schweißes samt Haarsträuben, aus ihrem Leib hervor.

Wort für Wort
ṛṣiṇā yas tadā garbhas tasyā dehe samāhitaḥ
der Keim, der damals von dem Ṛṣi in ihrem Körper gesetzt worden war
nirjagāma saromāñca-svedarūpī tadaṅgataḥ
trat, in Gestalt des Schweißes samt Haarsträuben, aus ihrem Leib hervor

taṃ vṛkṣā jagṛhur garbham ekaṃ cakre ca mārutaḥ / somenāpyāyito gobhiḥ sa tadā vavṛddhe śanaiḥ //

Jenen Keim ergriffen die Bäume, und der Wind machte ihn zu einem einzigen; durch den Mond genährt mit dessen Strahlen, wuchs er dann allmählich heran.

Wort für Wort
taṃ vṛkṣā jagṛhur garbham ekaṃ cakre ca mārutaḥ
jenen Keim ergriffen die Bäume, und der Wind machte ihn zu einem einzigen
somenāpyāyito gobhiḥ sa tadā vavṛddhe śanaiḥ
durch den Mond genährt mit dessen Strahlen, wuchs er dann allmählich heran

māriṣā nāma kanyābhūd vṛkṣāṇāṃ cārulocanā / prācetasānāṃ sā bhāryā dakṣasya jananī dvijāḥ //

Ein Mädchen namens Māriṣā entstand, der Bäume Tochter, schönäugig; sie wurde die Gattin der Prācetasas [Söhne des Pracetas] und die Mutter des Dakṣa, ihr Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
māriṣā nāma kanyābhūd vṛkṣāṇāṃ cārulocanā
ein Mädchen namens Māriṣā entstand, der Bäume Tochter, schönäugig
prācetasānāṃ sā bhāryā dakṣasya jananī dvijāḥ
sie wurde die Gattin der Prācetasas und die Mutter des Dakṣa, ihr Zweifachgeborenen

sa cāpi bhagavān kaṇḍuḥ kṣīṇe tapasi sattamaḥ / puruṣottamākhyaṃ bho viprā viṣṇor āyatanaṃ yayau //

Und auch der erhabene Kaṇḍu, der Beste, ging, als seine Askese geschwunden war, o ihr Brahmanen, zum ,Puruṣottama' genannten Heiligtum Viṣṇus.

Wort für Wort
sa cāpi bhagavān kaṇḍuḥ kṣīṇe tapasi sattamaḥ
und auch der erhabene Kaṇḍu, der Beste, als seine Askese geschwunden war
puruṣottamākhyaṃ bho viprā viṣṇor āyatanaṃ yayau
ging, o ihr Brahmanen, zum ,Puruṣottama' genannten Heiligtum Viṣṇus

dadarśa paramaṃ kṣetraṃ muktidaṃ bhuvi durlabham / dakṣiṇasyodadhes tīre sarvakāmaphalapradam //

Er erblickte das höchste, erlösungsspendende Kṣetra, auf Erden schwer erlangbar, am Ufer des südlichen Ozeans, das die Frucht aller Wünsche gewährt,

Wort für Wort
dadarśa paramaṃ kṣetraṃ muktidaṃ bhuvi durlabham
er erblickte das höchste, erlösungsspendende Kṣetra, auf Erden schwer erlangbar
dakṣiṇasyodadhes tīre sarvakāmaphalapradam
am Ufer des südlichen Ozeans, das die Frucht aller Wünsche gewährt

suramyaṃ vālukākīrṇaṃ ketakīvanaśobhitam / nānādrumalatākīrṇaṃ nānāpakṣirutaṃ śivam //

überaus reizvoll, mit Sand bedeckt, geschmückt mit einem Ketakī-Hain, überströmt von mancherlei Bäumen und Schlinggewächsen, lieblich vom Ruf mancherlei Vögel, heilbringend,

Wort für Wort
suramyaṃ vālukākīrṇaṃ ketakīvanaśobhitam
überaus reizvoll, mit Sand bedeckt, geschmückt mit einem Ketakī-Hain
nānādrumalatākīrṇaṃ nānāpakṣirutaṃ śivam
überströmt von mancherlei Bäumen und Schlinggewächsen, lieblich vom Ruf mancherlei Vögel, heilbringend

sarvatra sukhasaṃcāraṃ sarvartukusumānvitam / sarvasaukhyapradaṃ nṝṇāṃ dhanyaṃ sarvaguṇākaram //

überall angenehm zu durchwandern, mit Blüten aller Jahreszeiten versehen, den Menschen alles Glück gewährend, gesegnet, eine Fundgrube aller guten Eigenschaften.

Wort für Wort
sarvatra sukhasaṃcāraṃ sarvartukusumānvitam
überall angenehm zu durchwandern, mit Blüten aller Jahreszeiten versehen
sarvasaukhyapradaṃ nṝṇāṃ dhanyaṃ sarvaguṇākaram
den Menschen alles Glück gewährend, gesegnet, eine Fundgrube aller guten Eigenschaften

bhṛgvādyaiḥ sevitaṃ pūrvaṃ munisiddhavarais tathā / gandharvaiḥ kiṃnarair yakṣais tathānyair mokṣakāṅkṣibhiḥ //

zuvor von Bhṛgu und anderen verehrt, ebenso von den vortrefflichen Munis und Siddhas, von Gandharvas, Kiṃnaras und Yakṣas, sowie von anderen, die nach Erlösung verlangen,

Wort für Wort
bhṛgvādyaiḥ sevitaṃ pūrvaṃ munisiddhavarais tathā
zuvor von Bhṛgu und anderen verehrt, ebenso von den vortrefflichen Munis und Siddhas
gandharvaiḥ kiṃnarair yakṣais tathānyair mokṣakāṅkṣibhiḥ
von Gandharvas, Kiṃnaras und Yakṣas, sowie von anderen, die nach Erlösung verlangen

dadarśa ca hariṃ tatra devaiḥ sarvair alaṃkṛtam / brāhmaṇādyais tathā varṇair āśramasthair niṣevitam //

und er erblickte dort Hari, von allen Göttern geschmückt, ebenso von den Ständen angefangen mit den Brahmanen, und von denen, die in den Lebensstufen stehen, verehrt.

Wort für Wort
dadarśa ca hariṃ tatra devaiḥ sarvair alaṃkṛtam
und er erblickte dort Hari, von allen Göttern geschmückt
brāhmaṇādyais tathā varṇair āśramasthair niṣevitam
ebenso von den Ständen angefangen mit den Brahmanen, und von denen, die in den Lebensstufen stehen, verehrt

dṛṣṭvaiva sa tadā kṣetraṃ devaṃ ca puruṣottamam / kṛtakṛtyam ivātmānaṃ mene sa munisattamaḥ //

Sobald er das Kṣetra und den Gott Puruṣottama erblickt hatte, hielt sich jener beste der Munis für einen, der sein Werk vollbracht hat.

Wort für Wort
dṛṣṭvaiva sa tadā kṣetraṃ devaṃ ca puruṣottamam
sobald er das Kṣetra und den Gott Puruṣottama erblickt hatte
kṛtakṛtyam ivātmānaṃ mene sa munisattamaḥ
hielt sich jener beste der Munis für einen, der sein Werk vollbracht hat

tatraikāgramanā bhūtvā cakārārādhanaṃ hareḥ / brahmapāramayaṃ kurvañ japam ekāgramānasaḥ / ūrdhvabāhur mahāyogī sthitvāsau munisattamaḥ //

Dort, mit gesammeltem Geist, verehrte er Hari, indem er, mit gesammeltem Sinn, ein aus dem ,Brahma-Pāra' [dem ,Jenseits des Brahman'] bestehendes Murmelgebet vollzog, mit erhobenen Armen dastehend als großer Yogi, jener beste der Munis.

Wort für Wort
tatraikāgramanā bhūtvā cakārārādhanaṃ hareḥ
dort, mit gesammeltem Geist, verehrte er Hari
brahmapāramayaṃ kurvañ japam ekāgramānasaḥ
indem er, mit gesammeltem Sinn, ein aus dem ,Brahma-Pāra' bestehendes Murmelgebet vollzog
ūrdhvabāhur mahāyogī sthitvāsau munisattamaḥ
mit erhobenen Armen dastehend als großer Yogi, jener beste der Munis

[Anm.: Vers mit drei Zeilen im Quelltext.]

{munaya ūcuḥ:} brahmapāraṃ mune śrotum icchāmaḥ paramaṃ śubham / japatā kaṇḍunā devo yenārādhyata keśavaḥ //

Die Munis sprachen: Wir wollen, o Muni, jenes höchste, heilvolle ,Brahma-Pāra' hören, durch dessen Murmeln von Kaṇḍu der Gott Keśava verehrt wurde.

Wort für Wort
brahmapāraṃ mune śrotum icchāmaḥ paramaṃ śubham
wir wollen, o Muni, jenes höchste, heilvolle ,Brahma-Pāra' hören
japatā kaṇḍunā devo yenārādhyata keśavaḥ
durch dessen Murmeln von Kaṇḍu der Gott Keśava verehrt wurde

{vyāsa uvāca:} pāraṃ paraṃ viṣṇur apārapāraḥ paraḥ parebhyaḥ paramātmarūpaḥ sa brahmapāraḥ parapārabhūtaḥ paraḥ parāṇām api pārapāraḥ

Vyāsa sprach: Viṣṇu ist das Jenseits des Jenseits, das Ufer jenseits des Ufers, der Höchste über die Höchsten, von der Gestalt des höchsten Selbst; er ist das Brahma-Jenseits, der zum jenseitigen Ufer des Jenseits Gewordene, der Höchste selbst über die Höchsten hinaus, das Ufer jenseits des Ufers.

Wort für Wort
pāraṃ paraṃ viṣṇur apārapāraḥ
Viṣṇu ist das Jenseits des Jenseits, das Ufer jenseits des uferlosen Ufers
paraḥ parebhyaḥ paramātmarūpaḥ
der Höchste über die Höchsten, von der Gestalt des höchsten Selbst
sa brahmapāraḥ parapārabhūtaḥ
er ist das Brahma-Jenseits, der zum jenseitigen Ufer des Jenseits Gewordene
paraḥ parāṇām api pārapāraḥ
der Höchste selbst über die Höchsten hinaus, das Ufer jenseits des Ufers

[Anm.: 4-pada Vers mit dichtem Wortspiel auf 'para' (,jenseitig/höchst') und 'pāra' (,[jenseitiges] Ufer, Ende'), das sich einer wörtlichen Wiedergabe weitgehend entzieht; sinngemäß übertragen.]

sa kāraṇaṃ kāraṇasaṃśrito 'pi tasyāpi hetuḥ parahetuhetuḥ kāryo 'pi caiṣa saha karmakartṛ rūpair anekair avatīha sarvam

Er ist die Ursache, obgleich er selbst scheinbar auf einer Ursache beruht; er ist auch von dieser die Ursache, die Ursache der höchsten Ursache; er ist auch Wirkung, zugleich aber Handelnder der Handlung; in vielfältigen Gestalten steigt er herab in dies Alles.

Wort für Wort
sa kāraṇaṃ kāraṇasaṃśrito 'pi
er ist die Ursache, obgleich er selbst scheinbar auf einer Ursache beruht
tasyāpi hetuḥ parahetuhetuḥ
er ist auch von dieser die Ursache, die Ursache der höchsten Ursache
kāryo 'pi caiṣa saha karmakartṛ
er ist auch Wirkung, zugleich aber Handelnder der Handlung
rūpair anekair avatīha sarvam
in vielfältigen Gestalten steigt er herab in dies Alles

[Anm.: 4-pada Vers, Fortsetzung des Brahma-Pāra-Hymnus.]

brahma prabhur brahma sa sarvabhūto brahma prajānāṃ patir acyuto 'sau brahmāvyayaṃ nityam ajaṃ sa viṣṇur apakṣayādyair akhilair asaṅgaḥ

Brahman ist der Herr, Brahman ist er, der alle Wesen durchdringt; Brahman ist er, der Herr der Geschöpfe, der Unfehlbare; unvergängliches, ewiges, ungeborenes Brahman ist jener Viṣṇu, unberührt von Verfall und allem Derartigen.

Wort für Wort
brahma prabhur brahma sa sarvabhūto
Brahman ist der Herr, Brahman ist er, der alle Wesen durchdringt
brahma prajānāṃ patir acyuto 'sau
Brahman ist er, der Herr der Geschöpfe, der Unfehlbare
brahmāvyayaṃ nityam ajaṃ sa viṣṇur
unvergängliches, ewiges, ungeborenes Brahman ist jener Viṣṇu
apakṣayādyair akhilair asaṅgaḥ
unberührt von Verfall und allem Derartigen

[Anm.: 4-pada Vers, Fortsetzung des Brahma-Pāra-Hymnus.]

brahmākṣaram ajaṃ nityaṃ yathāsau puruṣottamaḥ / tathā rāgādayo doṣāḥ prayāntu praśamaṃ mama //

Wie jener Puruṣottama das unvergängliche, ungeborene, ewige Brahman ist, so mögen die Fehler wie Leidenschaft und andere bei mir zur Ruhe kommen.

Wort für Wort
brahmākṣaram ajaṃ nityaṃ yathāsau puruṣottamaḥ
wie jener Puruṣottama das unvergängliche, ungeborene, ewige Brahman ist
tathā rāgādayo doṣāḥ prayāntu praśamaṃ mama
so mögen die Fehler wie Leidenschaft und andere bei mir zur Ruhe kommen

{vyāsa uvāca:} śrutvā tasya muner jāpyaṃ brahmapāraṃ dvijottamāḥ / bhaktiṃ ca paramāṃ jñātvā sudṛḍhāṃ puruṣottamaḥ //

Vyāsa sprach: Nachdem er das Murmelgebet jenes Muni, das ,Brahma-Pāra', gehört hatte, ihr besten der Zweifachgeborenen, und dessen höchste, überaus feste Hingabe erkannt hatte, [erschien] Puruṣottama,

Wort für Wort
śrutvā tasya muner jāpyaṃ brahmapāraṃ dvijottamāḥ
nachdem er das Murmelgebet jenes Muni, das ,Brahma-Pāra', gehört hatte, ihr besten der Zweifachgeborenen
bhaktiṃ ca paramāṃ jñātvā sudṛḍhāṃ puruṣottamaḥ
und dessen höchste, überaus feste Hingabe erkannt hatte, [erschien] Puruṣottama

prītyā sa parayā devas tadāsau bhaktavatsalaḥ / gatvā tasya samīpaṃ tu provāca madhusūdanaḥ //

mit höchster Liebe, jener Gott, den Ergebenen zugetan, ging zu ihm hin und sprach, der Bezwinger von Madhu:

Wort für Wort
prītyā sa parayā devas tadāsau bhaktavatsalaḥ
mit höchster Liebe, jener Gott, den Ergebenen zugetan
gatvā tasya samīpaṃ tu provāca madhusūdanaḥ
ging zu ihm hin und sprach, der Bezwinger von Madhu

meghagambhīrayā vācā diśaḥ saṃnādayann iva / āruhya garuḍaṃ viprā vinatākulanandanam //

mit donnertiefer Stimme, gleichsam die Himmelsrichtungen erdröhnen lassend, auf Garuḍa reitend, o Brahmanen, dem Freuden-Sohn der Vinatā-Familie,

Wort für Wort
meghagambhīrayā vācā diśaḥ saṃnādayann iva
mit donnertiefer Stimme, gleichsam die Himmelsrichtungen erdröhnen lassend
āruhya garuḍaṃ viprā vinatākulanandanam
auf Garuḍa reitend, o Brahmanen, dem Freuden-Sohn der Vinatā-Familie

{śrībhagavān uvāca:} mune brūhi paraṃ kāryaṃ yat te manasi vartate / varado 'ham anuprāpto varaṃ varaya suvrata //

Der Erhabene Herr sprach: O Muni, sag mir dein höchstes Anliegen, das in deinem Sinn weilt; als Wunschgewährer bin ich zu dir gekommen — erbitte einen Wunsch, o du von gutem Gelübde.

Wort für Wort
mune brūhi paraṃ kāryaṃ yat te manasi vartate
o Muni, sag mir dein höchstes Anliegen, das in deinem Sinn weilt
varado 'ham anuprāpto varaṃ varaya suvrata
als Wunschgewährer bin ich zu dir gekommen — erbitte einen Wunsch, o du von gutem Gelübde

śrutvaivaṃ vacanaṃ tasya devadevasya cakriṇaḥ / cakṣur unmīlya sahasā dadarśa purato harim //

Als er dieses Wort des Gottes der Götter, des Diskusträgers, gehört hatte, öffnete er plötzlich die Augen und erblickte Hari vor sich,

Wort für Wort
śrutvaivaṃ vacanaṃ tasya devadevasya cakriṇaḥ
als er dieses Wort des Gottes der Götter, des Diskusträgers, gehört hatte
cakṣur unmīlya sahasā dadarśa purato harim
öffnete er plötzlich die Augen und erblickte Hari vor sich

atasīpuṣpasaṃkāśaṃ padmapattrāyatekṣaṇam / śaṅkhacakragadāpāṇiṃ mukuṭāṅgadadhāriṇam //

gleich der Farbe der Leinblüte, mit lotusblattlang-gedehnten Augen, mit Muschelhorn, Diskus und Keule in den Händen, Diadem und Armreif tragend,

Wort für Wort
atasīpuṣpasaṃkāśaṃ padmapattrāyatekṣaṇam
gleich der Farbe der Leinblüte, mit lotusblattlang-gedehnten Augen
śaṅkhacakragadāpāṇiṃ mukuṭāṅgadadhāriṇam
mit Muschelhorn, Diskus und Keule in den Händen, Diadem und Armreif tragend

caturbāhum udārāṅgaṃ pītavastradharaṃ śubham / śrīvatsalakṣmasaṃyuktaṃ vanamālāvibhūṣitam //

vierarmig, mit erhabenen Gliedern, gelb gewandet, glückverheißend, versehen mit dem Śrīvatsa-Zeichen, geschmückt mit der Waldblumengirlande,

Wort für Wort
caturbāhum udārāṅgaṃ pītavastradharaṃ śubham
vierarmig, mit erhabenen Gliedern, gelb gewandet, glückverheißend
śrīvatsalakṣmasaṃyuktaṃ vanamālāvibhūṣitam
versehen mit dem Śrīvatsa-Zeichen, geschmückt mit der Waldblumengirlande

sarvalakṣaṇasaṃyuktaṃ sarvaratnavibhūṣitam / divyacandanaliptāṅgaṃ divyamālyavibhūṣitam //

versehen mit allen Merkmalen, geschmückt mit allen Juwelen, den Körper mit göttlichem Sandel bestrichen, geschmückt mit göttlichen Kränzen.

Wort für Wort
sarvalakṣaṇasaṃyuktaṃ sarvaratnavibhūṣitam
versehen mit allen Merkmalen, geschmückt mit allen Juwelen
divyacandanaliptāṅgaṃ divyamālyavibhūṣitam
den Körper mit göttlichem Sandel bestrichen, geschmückt mit göttlichen Kränzen

tataḥ sa vismayāviṣṭo romāñcitatanūruhaḥ / daṇḍavat praṇipatyorvyāṃ praṇāmam akarot tadā //

Da, von Staunen ergriffen, die Körperhaare gesträubt, warf er sich, einem Stab gleich, zur Erde nieder und erwies damals seine Verehrung.

Wort für Wort
tataḥ sa vismayāviṣṭo romāñcitatanūruhaḥ
da, von Staunen ergriffen, die Körperhaare gesträubt
daṇḍavat praṇipatyorvyāṃ praṇāmam akarot tadā
warf er sich, einem Stab gleich, zur Erde nieder und erwies damals seine Verehrung

adya me saphalaṃ janma adya me saphalaṃ tapaḥ / ity uktvā muniśārdūlās taṃ stotum upacakrame //

[Er sprach:] ,Heute ist meine Geburt fruchtbar geworden, heute ist meine Askese fruchtbar geworden' — so sprechend begann er, ihr Tiger unter den Munis, ihn zu preisen.

Wort für Wort
adya me saphalaṃ janma adya me saphalaṃ tapaḥ
heute ist meine Geburt fruchtbar geworden, heute ist meine Askese fruchtbar geworden
ity uktvā muniśārdūlās taṃ stotum upacakrame
so sprechend begann er, ihr Tiger unter den Munis, ihn zu preisen

{kaṇḍur uvāca:} nārāyaṇa hare kṛṣṇa śrīvatsāṅka jagatpate / jagadbīja jagaddhāma jagatsākṣin namo 'stu te //

Kaṇḍu sprach: O Nārāyaṇa, Hari, Kṛṣṇa, du mit dem Śrīvatsa-Zeichen, Herr der Welt, Same der Welt, Wohnstatt der Welt, Zeuge der Welt — Verehrung sei dir!

Wort für Wort
nārāyaṇa hare kṛṣṇa śrīvatsāṅka jagatpate
o Nārāyaṇa, Hari, Kṛṣṇa, du mit dem Śrīvatsa-Zeichen, Herr der Welt
jagadbīja jagaddhāma jagatsākṣin namo 'stu te
Same der Welt, Wohnstatt der Welt, Zeuge der Welt — Verehrung sei dir

avyakta jiṣṇo prabhava pradhānapuruṣottama / puṇḍarīkākṣa govinda lokanātha namo 'stu te //

O Unentfalteter, Sieghafter, Ursprung, Höchster der Urmaterie und des Geistes, Lotusäugiger, Govinda, Herr der Welt — Verehrung sei dir!

Wort für Wort
avyakta jiṣṇo prabhava pradhānapuruṣottama
o Unentfalteter, Sieghafter, Ursprung, Höchster der Urmaterie und des Geistes
puṇḍarīkākṣa govinda lokanātha namo 'stu te
Lotusäugiger, Govinda, Herr der Welt — Verehrung sei dir

hiraṇyagarbha śrīnātha padmanātha sanātana / bhūgarbha dhruva īśāna hṛṣīkeśa namo 'stu te //

O Goldkeim, Herr der Śrī, Herr des Lotus, Ewiger, dessen Schoß die Erde ist, Beständiger, Gebieter, Herr der Sinne — Verehrung sei dir!

Wort für Wort
hiraṇyagarbha śrīnātha padmanātha sanātana
o Goldkeim, Herr der Śrī, Herr des Lotus, Ewiger
bhūgarbha dhruva īśāna hṛṣīkeśa namo 'stu te
dessen Schoß die Erde ist, Beständiger, Gebieter, Herr der Sinne — Verehrung sei dir

anādyantāmṛtājeya jaya tvaṃ jayatāṃ vara / ajitākhaṇḍa śrīkṛṣṇa śrīnivāsa namo 'stu te //

O ohne Anfang und Ende, Unsterblicher, Unbesiegbarer, Sieg sei dir, Bester der Sieger, Unbezwungener, Ungeteilter, glückhafter Kṛṣṇa, Wohnstatt der Śrī — Verehrung sei dir!

Wort für Wort
anādyantāmṛtājeya jaya tvaṃ jayatāṃ vara
o ohne Anfang und Ende, Unsterblicher, Unbesiegbarer, Sieg sei dir, Bester der Sieger
ajitākhaṇḍa śrīkṛṣṇa śrīnivāsa namo 'stu te
Unbezwungener, Ungeteilter, glückhafter Kṛṣṇa, Wohnstatt der Śrī — Verehrung sei dir

parjanyadharmakartā ca duṣpāra duradhiṣṭhita / duḥkhārtināśana hare jalaśāyin namo 'stu te //

Und Schöpfer der Regenwolken-Ordnung, schwer zu durchqueren, schwer zu ergründen, Vernichter von Leid und Schmerz, Hari, im Wasser Ruhender — Verehrung sei dir!

Wort für Wort
parjanyadharmakartā ca duṣpāra duradhiṣṭhita
und Schöpfer der Regenwolken-Ordnung, schwer zu durchqueren, schwer zu ergründen
duḥkhārtināśana hare jalaśāyin namo 'stu te
Vernichter von Leid und Schmerz, Hari, im Wasser Ruhender — Verehrung sei dir

bhūtapāvyakta bhūteśa bhūtatattvair anākula / bhūtādhivāsa bhūtātman bhūtagarbha namo 'stu te //

O Läuterer der Wesen, Unentfalteter, Herr der Wesen, unverwirrt von den Wesens-Prinzipien, Wohnstatt der Wesen, Selbst der Wesen, Schoß der Wesen — Verehrung sei dir!

Wort für Wort
bhūtapāvyakta bhūteśa bhūtatattvair anākula
o Läuterer der Wesen, Unentfalteter, Herr der Wesen, unverwirrt von den Wesens-Prinzipien
bhūtādhivāsa bhūtātman bhūtagarbha namo 'stu te
Wohnstatt der Wesen, Selbst der Wesen, Schoß der Wesen — Verehrung sei dir

yajñayajvan yajñadhara yajñadhātābhayaprada / yajñagarbha hiraṇyāṅga pṛśnigarbha namo 'stu te //

O Opferer des Opfers, Träger des Opfers, Ordner des Opfers, Furchtlosigkeit-Gewährer, Schoß des Opfers, mit goldenem Leib, Schoß der Pṛśni — Verehrung sei dir!

Wort für Wort
yajñayajvan yajñadhara yajñadhātābhayaprada
o Opferer des Opfers, Träger des Opfers, Ordner des Opfers, Furchtlosigkeit-Gewährer
yajñagarbha hiraṇyāṅga pṛśnigarbha namo 'stu te
Schoß des Opfers, mit goldenem Leib, Schoß der Pṛśni — Verehrung sei dir

kṣetrajñaḥ kṣetrabhṛt kṣetrī kṣetrahā kṣetrakṛd vaśī / kṣetrātman kṣetrarahita kṣetrasraṣṭre namo 'stu te //

Kenner des Feldes, Träger des Feldes, Feldherr, Zerstörer des Feldes, Schöpfer des Feldes, Beherrscher, Selbst des Feldes, frei vom Feld — dem Schöpfer des Feldes sei Verehrung!

Wort für Wort
kṣetrajñaḥ kṣetrabhṛt kṣetrī kṣetrahā kṣetrakṛd vaśī
Kenner des Feldes, Träger des Feldes, Feldherr, Zerstörer des Feldes, Schöpfer des Feldes, Beherrscher
kṣetrātman kṣetrarahita kṣetrasraṣṭre namo 'stu te
Selbst des Feldes, frei vom Feld — dem Schöpfer des Feldes sei Verehrung

[Anm.: 'kṣetra' (,Feld') im Sinne der Gītā-Terminologie als Bezeichnung für Körper/Materie, Puruṣa als ,Kenner des Feldes'.]

guṇālaya guṇāvāsa guṇāśraya guṇāvaha / guṇabhoktṛ guṇārāma guṇatyāgin namo 'stu te //

O Wohnstatt der Guṇas, Behausung der Guṇas, Zuflucht der Guṇas, Bringer der Guṇas, Genießer der Guṇas, dessen Wonne die Guṇas sind, Entsager der Guṇas — Verehrung sei dir!

Wort für Wort
guṇālaya guṇāvāsa guṇāśraya guṇāvaha
o Wohnstatt der Guṇas, Behausung der Guṇas, Zuflucht der Guṇas, Bringer der Guṇas
guṇabhoktṛ guṇārāma guṇatyāgin namo 'stu te
Genießer der Guṇas, dessen Wonne die Guṇas sind, Entsager der Guṇas — Verehrung sei dir

tvaṃ viṣṇus tvaṃ hariś cakrī tvaṃ jiṣṇus tvaṃ janārdanaḥ / tvaṃ bhūtas tvaṃ vaṣaṭkāras tvaṃ bhavyas tvaṃ bhavatprabhuḥ //

Du bist Viṣṇu, du bist Hari, der Diskusträger, du bist der Sieghafte, du bist Janārdana; du bist das Gewesene, du bist der Vaṣaṭ-Ruf, du bist das Zukünftige, du bist der Herr des Werdens.

Wort für Wort
tvaṃ viṣṇus tvaṃ hariś cakrī tvaṃ jiṣṇus tvaṃ janārdanaḥ
du bist Viṣṇu, du bist Hari, der Diskusträger, du bist der Sieghafte, du bist Janārdana
tvaṃ bhūtas tvaṃ vaṣaṭkāras tvaṃ bhavyas tvaṃ bhavatprabhuḥ
du bist das Gewesene, du bist der Vaṣaṭ-Ruf, du bist das Zukünftige, du bist der Herr des Werdens

tvaṃ bhūtakṛt tvam avyaktas tvaṃ bhavo bhūtabhṛd bhavān / tvaṃ bhūtabhāvano devas tvām āhur ajam īśvaram //

Du bist der Schöpfer der Wesen, du bist der Unentfaltete, du bist das Werden, der Erhalter der Wesen bist du; du bist der Gott, der die Wesen hervorbringt — dich nennen sie den ungeborenen Gebieter.

Wort für Wort
tvaṃ bhūtakṛt tvam avyaktas tvaṃ bhavo bhūtabhṛd bhavān
du bist der Schöpfer der Wesen, du bist der Unentfaltete, du bist das Werden, der Erhalter der Wesen bist du
tvaṃ bhūtabhāvano devas tvām āhur ajam īśvaram
du bist der Gott, der die Wesen hervorbringt — dich nennen sie den ungeborenen Gebieter

tvam anantaḥ kṛtajñas tvaṃ prakṛtis tvaṃ vṛṣākapiḥ / tvaṃ rudras tvaṃ durādharṣas tvam amoghas tvam īśvaraḥ //

Du bist der Endlose, der Dankbare, du bist die Urmaterie, du bist Vṛṣākapi; du bist Rudra, du bist der Unbezwingbare, du bist der Untrügliche, du bist der Gebieter.

Wort für Wort
tvam anantaḥ kṛtajñas tvaṃ prakṛtis tvaṃ vṛṣākapiḥ
du bist der Endlose, der Dankbare, du bist die Urmaterie, du bist Vṛṣākapi
tvaṃ rudras tvaṃ durādharṣas tvam amoghas tvam īśvaraḥ
du bist Rudra, du bist der Unbezwingbare, du bist der Untrügliche, du bist der Gebieter

tvaṃ viśvakarmā jiṣṇus tvaṃ tvaṃ śaṃbhus tvaṃ vṛṣākṛtiḥ / tvaṃ śaṃkaras tvam uśanā tvaṃ satyaṃ tvaṃ tapo janaḥ //

Du bist Viśvakarman, der Sieghafte, du bist Śambhu, du bist von Stiergestalt; du bist Śaṃkara, du bist Uśanas, du bist die Wahrheit, du bist Askese und Volk.

Wort für Wort
tvaṃ viśvakarmā jiṣṇus tvaṃ tvaṃ śaṃbhus tvaṃ vṛṣākṛtiḥ
du bist Viśvakarman, der Sieghafte, du bist Śambhu, du bist von Stiergestalt
tvaṃ śaṃkaras tvam uśanā tvaṃ satyaṃ tvaṃ tapo janaḥ
du bist Śaṃkara, du bist Uśanas, du bist die Wahrheit, du bist Askese und Volk

tvaṃ viśvajetā tvaṃ śarma tvaṃ śaraṇyas tvam akṣaram / tvaṃ śaṃbhus tvaṃ svayaṃbhūś ca tvaṃ jyeṣṭhas tvaṃ parāyaṇaḥ //

Du bist der Welteneroberer, du bist Glück, du bist der Zufluchtswürdige, du bist das Unvergängliche; du bist Śambhu, und du bist der Selbstentstandene, du bist der Älteste, du bist das höchste Ziel.

Wort für Wort
tvaṃ viśvajetā tvaṃ śarma tvaṃ śaraṇyas tvam akṣaram
du bist der Welteneroberer, du bist Glück, du bist der Zufluchtswürdige, du bist das Unvergängliche
tvaṃ śaṃbhus tvaṃ svayaṃbhūś ca tvaṃ jyeṣṭhas tvaṃ parāyaṇaḥ
du bist Śambhu, und du bist der Selbstentstandene, du bist der Älteste, du bist das höchste Ziel

tvam ādityas tvam oṃkāras tvaṃ prāṇas tvaṃ tamisrahā / tvaṃ parjanyas tvaṃ prathitas tvaṃ vedhās tvaṃ sureśvaraḥ //

Du bist Āditya, du bist die Silbe Oṃ, du bist der Lebensatem, du bist der Vernichter der Finsternis; du bist die Regenwolke, du bist der Berühmte, du bist der Ordner, du bist der Herr der Götter.

Wort für Wort
tvam ādityas tvam oṃkāras tvaṃ prāṇas tvaṃ tamisrahā
du bist Āditya, du bist die Silbe Oṃ, du bist der Lebensatem, du bist der Vernichter der Finsternis
tvaṃ parjanyas tvaṃ prathitas tvaṃ vedhās tvaṃ sureśvaraḥ
du bist die Regenwolke, du bist der Berühmte, du bist der Ordner, du bist der Herr der Götter

tvam ṛg yajuḥ sāma caiva tvam ātmā saṃmato bhavān / tvam agnis tvaṃ ca pavanas tvam āpo vasudhā bhavān //

Du bist Ṛg-, Yajur- und Sāma[-Veda], du bist das als Selbst anerkannte Prinzip; du bist Feuer, und du bist Wind, du bist Wasser und Erde.

Wort für Wort
tvam ṛg yajuḥ sāma caiva tvam ātmā saṃmato bhavān
du bist Ṛg-, Yajur- und Sāma-Veda, du bist das als Selbst anerkannte Prinzip
tvam agnis tvaṃ ca pavanas tvam āpo vasudhā bhavān
du bist Feuer, und du bist Wind, du bist Wasser und Erde

tvaṃ sraṣṭā tvaṃ tathā bhoktā hotā tvaṃ ca haviḥ kratuḥ / tvaṃ prabhus tvaṃ vibhuḥ śreṣṭhas tvaṃ lokapatir acyutaḥ //

Du bist der Schöpfer, ebenso der Genießer, du bist der Opferpriester und die Opfergabe und das Opfer; du bist der Herr, du bist der Alldurchdringende, der Vortrefflichste, du bist der unfehlbare Herr der Welt.

Wort für Wort
tvaṃ sraṣṭā tvaṃ tathā bhoktā hotā tvaṃ ca haviḥ kratuḥ
du bist der Schöpfer, ebenso der Genießer, du bist der Opferpriester und die Opfergabe und das Opfer
tvaṃ prabhus tvaṃ vibhuḥ śreṣṭhas tvaṃ lokapatir acyutaḥ
du bist der Herr, du bist der Alldurchdringende, der Vortrefflichste, du bist der unfehlbare Herr der Welt

tvaṃ sarvadarśanaḥ śrīmāṃs tvaṃ sarvadamano 'rihā / tvam ahas tvaṃ tathā rātris tvām āhur vatsaraṃ budhāḥ //

Du bist der Alles-Sehende, Glanzvolle, du bist der Alles-Bezwinger, der Feindetöter; du bist der Tag, ebenso die Nacht — dich nennen die Weisen das Jahr.

Wort für Wort
tvaṃ sarvadarśanaḥ śrīmāṃs tvaṃ sarvadamano 'rihā
du bist der Alles-Sehende, Glanzvolle, du bist der Alles-Bezwinger, der Feindetöter
tvam ahas tvaṃ tathā rātris tvām āhur vatsaraṃ budhāḥ
du bist der Tag, ebenso die Nacht — dich nennen die Weisen das Jahr

tvaṃ kālas tvaṃ kalā kāṣṭhā tvaṃ muhūrtaḥ kṣaṇā lavāḥ / tvaṃ bālas tvaṃ tathā vṛddhas tvaṃ pumān strī napuṃsakaḥ //

Du bist die Zeit, du bist Kalā und Kāṣṭhā, du bist Muhūrta, Augenblick und Lava; du bist das Kind, ebenso der Alte, du bist Mann, Frau und Geschlechtsloser.

Wort für Wort
tvaṃ kālas tvaṃ kalā kāṣṭhā tvaṃ muhūrtaḥ kṣaṇā lavāḥ
du bist die Zeit, du bist Kalā und Kāṣṭhā, du bist Muhūrta, Augenblick und Lava
tvaṃ bālas tvaṃ tathā vṛddhas tvaṃ pumān strī napuṃsakaḥ
du bist das Kind, ebenso der Alte, du bist Mann, Frau und Geschlechtsloser

tvaṃ viśvayonis tvaṃ cakṣus tvaṃ sthāṇus tvaṃ śuciśravāḥ / tvaṃ śāśvatas tvam ajitas tvam upendras tvam uttamaḥ //

Du bist der Schoß des Weltalls, du bist das Auge, du bist der Unbewegliche, du bist von reinem Ruhm; du bist der Ewige, der Unbesiegte, du bist Upendra, du bist der Höchste.

Wort für Wort
tvaṃ viśvayonis tvaṃ cakṣus tvaṃ sthāṇus tvaṃ śuciśravāḥ
du bist der Schoß des Weltalls, du bist das Auge, du bist der Unbewegliche, du bist von reinem Ruhm
tvaṃ śāśvatas tvam ajitas tvam upendras tvam uttamaḥ
du bist der Ewige, der Unbesiegte, du bist Upendra, du bist der Höchste

tvaṃ sarvaviśvasukhadas tvaṃ vedāṅgaṃ tvam avyayaḥ / tvaṃ vedavedas tvaṃ dhātā vidhātā tvaṃ samāhitaḥ //

Du bist der allem Weltall Glück-Gebende, du bist das Veda-Glied, du bist der Unvergängliche; du bist der Veda-Kenner, du bist der Schöpfer, der Ordner, du bist der Gesammelte.

Wort für Wort
tvaṃ sarvaviśvasukhadas tvaṃ vedāṅgaṃ tvam avyayaḥ
du bist der allem Weltall Glück-Gebende, du bist das Veda-Glied, du bist der Unvergängliche
tvaṃ vedavedas tvaṃ dhātā vidhātā tvaṃ samāhitaḥ
du bist der Veda-Kenner, du bist der Schöpfer, der Ordner, du bist der Gesammelte

tvaṃ jalanidhir āmūlaṃ tvaṃ dhātā tvaṃ punar vasuḥ / tvaṃ vaidyas tvaṃ dhṛtātmā ca tvam atīndriyagocaraḥ //

Du bist der Ozean bis zur Wurzel, du bist der Schöpfer, du bist wiederum Vasu; du bist der Arzt, und du bist der Selbstbeherrschte, du bist der jenseits der Sinne Erfahrbare.

Wort für Wort
tvaṃ jalanidhir āmūlaṃ tvaṃ dhātā tvaṃ punar vasuḥ
du bist der Ozean bis zur Wurzel, du bist der Schöpfer, du bist wiederum Vasu
tvaṃ vaidyas tvaṃ dhṛtātmā ca tvam atīndriyagocaraḥ
du bist der Arzt, und du bist der Selbstbeherrschte, du bist der jenseits der Sinne Erfahrbare

tvam agraṇīr grāmaṇīs tvaṃ tvaṃ suparṇas tvam ādimān / tvaṃ saṃgrahas tvaṃ sumahat tvaṃ dhṛtātmā tvam acyutaḥ //

Du bist der Anführer, der Dorfführer, du bist der Schönbeflügelte, du bist der Uranfängliche; du bist der Zusammenfasser, du bist das überaus Große, du bist der Selbstbeherrschte, du bist der Unfehlbare.

Wort für Wort
tvam agraṇīr grāmaṇīs tvaṃ tvaṃ suparṇas tvam ādimān
du bist der Anführer, der Dorfführer, du bist der Schönbeflügelte, du bist der Uranfängliche
tvaṃ saṃgrahas tvaṃ sumahat tvaṃ dhṛtātmā tvam acyutaḥ
du bist der Zusammenfasser, du bist das überaus Große, du bist der Selbstbeherrschte, du bist der Unfehlbare

tvaṃ yamas tvaṃ ca niyamas tvaṃ prāṃśus tvaṃ caturbhujaḥ / tvam evānnāntarātmā tvaṃ paramātmā tvam ucyate //

Du bist Yama, und du bist Niyama, du bist der Hochgewachsene, du bist der Vierarmige; du eben bist das innere Selbst der Nahrung, du wirst als das höchste Selbst bezeichnet.

Wort für Wort
tvaṃ yamas tvaṃ ca niyamas tvaṃ prāṃśus tvaṃ caturbhujaḥ
du bist Yama, und du bist Niyama, du bist der Hochgewachsene, du bist der Vierarmige
tvam evānnāntarātmā tvaṃ paramātmā tvam ucyate
du eben bist das innere Selbst der Nahrung, du wirst als das höchste Selbst bezeichnet

tvaṃ gurus tvaṃ gurutamas tvaṃ vāmas tvaṃ pradakṣiṇaḥ / tvaṃ pippalas tvam agamas tvaṃ vyaktas tvaṃ prajāpatiḥ //

Du bist der Lehrer, du bist der höchste Lehrer, du bist der Linke, du bist der von rechts Umschreitende; du bist der Pippala-Baum, du bist der Berg, du bist der Entfaltete, du bist Prajāpati.

Wort für Wort
tvaṃ gurus tvaṃ gurutamas tvaṃ vāmas tvaṃ pradakṣiṇaḥ
du bist der Lehrer, du bist der höchste Lehrer, du bist der Linke, du bist der von rechts Umschreitende
tvaṃ pippalas tvam agamas tvaṃ vyaktas tvaṃ prajāpatiḥ
du bist der Pippala-Baum, du bist der Berg, du bist der Entfaltete, du bist Prajāpati

hiraṇyanābhas tvaṃ devas tvaṃ śaśī tvaṃ prajāpatiḥ / anirdeśyavapus tvaṃ vai tvaṃ yamas tvaṃ surārihā //

Du bist der Gott mit goldenem Nabel, du bist der Mond, du bist Prajāpati; von unbeschreiblicher Gestalt bist du fürwahr, du bist Yama, du bist der Töter der Götterfeinde.

Wort für Wort
hiraṇyanābhas tvaṃ devas tvaṃ śaśī tvaṃ prajāpatiḥ
du bist der Gott mit goldenem Nabel, du bist der Mond, du bist Prajāpati
anirdeśyavapus tvaṃ vai tvaṃ yamas tvaṃ surārihā
von unbeschreiblicher Gestalt bist du fürwahr, du bist Yama, du bist der Töter der Götterfeinde

tvaṃ ca saṃkarṣaṇo devas tvaṃ kartā tvaṃ sanātanaḥ / tvaṃ vāsudevo 'meyātmā tvam eva guṇavarjitaḥ //

Und du bist der Gott Saṃkarṣaṇa, du bist der Handelnde, du bist der Ewige; du bist Vāsudeva, von unermesslichem Selbst, du eben bist frei von den Guṇas.

Wort für Wort
tvaṃ ca saṃkarṣaṇo devas tvaṃ kartā tvaṃ sanātanaḥ
und du bist der Gott Saṃkarṣaṇa, du bist der Handelnde, du bist der Ewige
tvaṃ vāsudevo 'meyātmā tvam eva guṇavarjitaḥ
du bist Vāsudeva, von unermesslichem Selbst, du eben bist frei von den Guṇas

tvaṃ jyeṣṭhas tvaṃ variṣṭhas tvaṃ tvaṃ sahiṣṇuś ca mādhavaḥ / sahasraśīrṣā tvaṃ devas tvam avyaktaḥ sahasradṛk //

Du bist der Älteste, du bist der Trefflichste, du bist der Geduldige, und Mādhava; der Gott mit tausend Häuptern bist du, du bist der Unentfaltete mit tausend Augen.

Wort für Wort
tvaṃ jyeṣṭhas tvaṃ variṣṭhas tvaṃ tvaṃ sahiṣṇuś ca mādhavaḥ
du bist der Älteste, du bist der Trefflichste, du bist der Geduldige, und Mādhava
sahasraśīrṣā tvaṃ devas tvam avyaktaḥ sahasradṛk
der Gott mit tausend Häuptern bist du, du bist der Unentfaltete mit tausend Augen

sahasrapādas tvaṃ devas tvaṃ virāṭ tvaṃ suraprabhuḥ / tvam eva tiṣṭhase bhūyo devadeva daśāṅgulaḥ //

Der Gott mit tausend Füßen bist du, du bist Virāṭ, du bist der Herr der Götter; du eben verbleibst darüber hinaus, o Gott der Götter, als der Zehn-Finger-Große.

Wort für Wort
sahasrapādas tvaṃ devas tvaṃ virāṭ tvaṃ suraprabhuḥ
der Gott mit tausend Füßen bist du, du bist Virāṭ, du bist der Herr der Götter
tvam eva tiṣṭhase bhūyo devadeva daśāṅgulaḥ
du eben verbleibst darüber hinaus, o Gott der Götter, als der Zehn-Finger-Große

[Anm.: Anklang an den vedischen Puruṣa-sūkta (Ṛgveda 10.90), der den kosmischen Puruṣa mit tausend Häuptern, Augen und Füßen beschreibt, der die Erde ,zehn Finger breit' überragt.]

yad bhūtaṃ tat tvam evoktaḥ puruṣaḥ śakra uttamaḥ / yad bhāvyaṃ tat tvam īśānas tvam ṛtas tvaṃ tathāmṛtaḥ //

Was gewesen ist, das bist eben du, genannt der höchste, mächtige Puruṣa; was werden wird, das bist du, der Gebieter, du bist die kosmische Ordnung, du bist ebenso der Unsterbliche.

Wort für Wort
yad bhūtaṃ tat tvam evoktaḥ puruṣaḥ śakra uttamaḥ
was gewesen ist, das bist eben du, genannt der höchste, mächtige Puruṣa
yad bhāvyaṃ tat tvam īśānas tvam ṛtas tvaṃ tathāmṛtaḥ
was werden wird, das bist du, der Gebieter, du bist die kosmische Ordnung, du bist ebenso der Unsterbliche

tvatto rohaty ayaṃ loko mahīyāṃs tvam anuttamaḥ / tvaṃ jyāyān puruṣas tvaṃ ca tvaṃ deva daśadhā sthitaḥ //

Von dir wächst diese Welt hervor, du bist der Größte, der Unübertreffliche; du bist der überlegene Puruṣa, und du, o Gott, bestehst in zehnfacher Weise.

Wort für Wort
tvatto rohaty ayaṃ loko mahīyāṃs tvam anuttamaḥ
von dir wächst diese Welt hervor, du bist der Größte, der Unübertreffliche
tvaṃ jyāyān puruṣas tvaṃ ca tvaṃ deva daśadhā sthitaḥ
du bist der überlegene Puruṣa, und du, o Gott, bestehst in zehnfacher Weise

viśvabhūtaś caturbhāgo navabhāgo 'mṛto divi / navabhāgo 'ntarikṣasthaḥ pauruṣeyaḥ sanātanaḥ //

Als das Weltall gewordenes Wesen [bist du] zu einem Viertel; zu neun Teilen unsterblich im Himmel, zu neun Teilen im Luftraum weilend, der Puruṣa-hafte, Ewige,

Wort für Wort
viśvabhūtaś caturbhāgo navabhāgo 'mṛto divi
als das Weltall gewordenes Wesen [bist du] zu einem Viertel; zu neun Teilen unsterblich im Himmel
navabhāgo 'ntarikṣasthaḥ pauruṣeyaḥ sanātanaḥ
zu neun Teilen im Luftraum weilend, der Puruṣa-hafte, Ewige

[?: die genannten Bruchteile (ein Viertel / neun Teile / neun Teile / zwei Teile, s. V.160) stimmen nicht offensichtlich mit der klassischen Puruṣa-sūkta-Formel (Ṛgveda 10.90.3f.: drei Viertel unsterblich im Himmel, ein Viertel alle Wesen auf Erden) überein; möglicherweise abweichende oder verderbte Zählung.]

bhāgadvayaṃ ca bhūsaṃsthaṃ caturbhāgo 'py abhūd iha / tvatto yajñāḥ saṃbhavanti jagato vṛṣṭikāraṇam //

und zwei Teile stehen auf der Erde — so entstand [auch] hier ein Viertel. Von dir entstehen die Opfer, die Ursache des Regens für die Welt.

Wort für Wort
bhāgadvayaṃ ca bhūsaṃsthaṃ caturbhāgo 'py abhūd iha
und zwei Teile stehen auf der Erde — so entstand auch hier ein Viertel
tvatto yajñāḥ saṃbhavanti jagato vṛṣṭikāraṇam
von dir entstehen die Opfer, die Ursache des Regens für die Welt

tvatto virāṭ samutpanno jagato hṛdi yaḥ pumān / so 'tiricyata bhūtebhyas tejasā yaśasā śriyā //

Von dir entstand Virāj, der Puruṣa, der im Herzen der Welt weilt; er übertraf die übrigen Wesen an Glanz, Ruhm und Herrlichkeit.

Wort für Wort
tvatto virāṭ samutpanno jagato hṛdi yaḥ pumān
von dir entstand Virāj, der Puruṣa, der im Herzen der Welt weilt
so 'tiricyata bhūtebhyas tejasā yaśasā śriyā
er übertraf die übrigen Wesen an Glanz, Ruhm und Herrlichkeit

tvattaḥ surāṇām āhāraḥ pṛṣadājyam ajāyata / grāmyāraṇyāś cauṣadhayas tvattaḥ paśumṛgādayaḥ //

Von dir entstand die Nahrung der Götter, die gesprenkelte Butter (Pṛṣadājya); von dir entstanden die Kräuter der Dörfer und Wälder, Vieh, Wild und dergleichen.

Wort für Wort
tvattaḥ surāṇām āhāraḥ pṛṣadājyam ajāyata
von dir entstand die Nahrung der Götter, die gesprenkelte Butter
grāmyāraṇyāś cauṣadhayas tvattaḥ paśumṛgādayaḥ
von dir entstanden die Kräuter der Dörfer und Wälder, Vieh, Wild und dergleichen

dhyeyadhyānaparas tvaṃ ca kṛtavān asi cauṣadhīḥ / tvaṃ devadeva saptāsya kālākhyo dīptavigrahaḥ //

Und du, dem Meditationsobjekt der Meditation zugetan, hast auch die Kräuter geschaffen; du bist, o Gott der Götter, der Siebengesichtige, ,Zeit' genannt, von lodernder Gestalt.

Wort für Wort
dhyeyadhyānaparas tvaṃ ca kṛtavān asi cauṣadhīḥ
und du, dem Meditationsobjekt der Meditation zugetan, hast auch die Kräuter geschaffen
tvaṃ devadeva saptāsya kālākhyo dīptavigrahaḥ
du bist, o Gott der Götter, der Siebengesichtige, ,Zeit' genannt, von lodernder Gestalt

jaṅgamājaṅgamaṃ sarvaṃ jagad etac carācaram / tvattaḥ sarvam idaṃ jātaṃ tvayi sarvaṃ pratiṣṭhitam //

Alles Bewegliche und Unbewegliche, diese ganze Welt, das Sich-Bewegende und Unbewegliche — von dir ist all dies entstanden, in dir ist alles gegründet.

Wort für Wort
jaṅgamājaṅgamaṃ sarvaṃ jagad etac carācaram
alles Bewegliche und Unbewegliche, diese ganze Welt, das Sich-Bewegende und Unbewegliche
tvattaḥ sarvam idaṃ jātaṃ tvayi sarvaṃ pratiṣṭhitam
von dir ist all dies entstanden, in dir ist alles gegründet

aniruddhas tvaṃ mādhavas tvaṃ pradyumnaḥ surārihā / deva sarvasuraśreṣṭha sarvalokaparāyaṇa //

Du bist Aniruddha, Mādhava, du bist Pradyumna, der Töter der Götterfeinde, o Gott, bester aller Götter, höchstes Ziel aller Welten.

Wort für Wort
aniruddhas tvaṃ mādhavas tvaṃ pradyumnaḥ surārihā
du bist Aniruddha, Mādhava, du bist Pradyumna, der Töter der Götterfeinde
deva sarvasuraśreṣṭha sarvalokaparāyaṇa
o Gott, bester aller Götter, höchstes Ziel aller Welten

trāhi mām aravindākṣa nārāyaṇa namo 'stu te / namas te bhagavan viṣṇo namas te puruṣottama //

Rette mich, Lotusäugiger, Nārāyaṇa — Verehrung sei dir! Verehrung dir, Erhabener, Viṣṇu, Verehrung dir, Puruṣottama!

Wort für Wort
trāhi mām aravindākṣa nārāyaṇa namo 'stu te
rette mich, Lotusäugiger, Nārāyaṇa — Verehrung sei dir
namas te bhagavan viṣṇo namas te puruṣottama
Verehrung dir, Erhabener, Viṣṇu, Verehrung dir, Puruṣottama

namas te sarvalokeśa namas te kamalālaya / guṇālaya namas te 'stu namas te 'stu guṇākara //

Verehrung dir, Herr aller Welten, Verehrung dir, Wohnstatt des Lotus; Wohnstatt der Guṇas, Verehrung sei dir, Verehrung sei dir, Fundgrube der Guṇas!

Wort für Wort
namas te sarvalokeśa namas te kamalālaya
Verehrung dir, Herr aller Welten, Verehrung dir, Wohnstatt des Lotus
guṇālaya namas te 'stu namas te 'stu guṇākara
Wohnstatt der Guṇas, Verehrung sei dir, Verehrung sei dir, Fundgrube der Guṇas

vāsudeva namas te 'stu namas te 'stu surottama / janārdana namas te 'stu namas te 'stu sanātana //

Vāsudeva, Verehrung sei dir, Verehrung sei dir, bester der Götter; Janārdana, Verehrung sei dir, Verehrung sei dir, Ewiger!

Wort für Wort
vāsudeva namas te 'stu namas te 'stu surottama
Vāsudeva, Verehrung sei dir, Verehrung sei dir, bester der Götter
janārdana namas te 'stu namas te 'stu sanātana
Janārdana, Verehrung sei dir, Verehrung sei dir, Ewiger

namas te yogināṃ gamya yogāvāsa namo 'stu te / gopate śrīpate viṣṇo namas te 'stu marutpate //

Verehrung dir, für die Yogis Erreichbarer, Wohnstatt des Yoga, Verehrung sei dir; Herr der Kühe/Hirten, Herr der Śrī, Viṣṇu, Verehrung sei dir, Herr der Maruts!

Wort für Wort
namas te yogināṃ gamya yogāvāsa namo 'stu te
Verehrung dir, für die Yogis Erreichbarer, Wohnstatt des Yoga, Verehrung sei dir
gopate śrīpate viṣṇo namas te 'stu marutpate
Herr der Kühe, Herr der Śrī, Viṣṇu, Verehrung sei dir, Herr der Maruts

jagatpate jagatsūte namas te jñānināṃ pate / divaspate namas te 'stu namas te 'stu mahīpate //

Herr der Welt, Erzeuger der Welt, Verehrung dir, Herr der Wissenden; Herr des Himmels, Verehrung sei dir, Verehrung sei dir, Herr der Erde!

Wort für Wort
jagatpate jagatsūte namas te jñānināṃ pate
Herr der Welt, Erzeuger der Welt, Verehrung dir, Herr der Wissenden
divaspate namas te 'stu namas te 'stu mahīpate
Herr des Himmels, Verehrung sei dir, Verehrung sei dir, Herr der Erde

namas te madhuhantre ca namas te puṣkarekṣaṇa / kaiṭabhaghna namas te 'stu subrahmaṇya namo 'stu te //

Verehrung dir, Töter des Madhu, und Verehrung dir, Lotusäugiger; Vernichter des Kaiṭabha, Verehrung sei dir, du gütiger Brahmane, Verehrung sei dir!

Wort für Wort
namas te madhuhantre ca namas te puṣkarekṣaṇa
Verehrung dir, Töter des Madhu, und Verehrung dir, Lotusäugiger
kaiṭabhaghna namas te 'stu subrahmaṇya namo 'stu te
Vernichter des Kaiṭabha, Verehrung sei dir, du gütiger Brahmane, Verehrung sei dir

namo 'stu te mahāmīna śrutipṛṣṭhadharācyuta / samudrasalilakṣobha padmajāhlādakāriṇe //

Verehrung sei dir, großer Fisch, der du auf dem Rücken die [verlorenen] Veden trägst, Unfehlbarer; der du das Ozeanwasser aufwühlst, und dem Lotusgeborenen Freude bereitest,

Wort für Wort
namo 'stu te mahāmīna śrutipṛṣṭhadharācyuta
Verehrung sei dir, großer Fisch, der du auf dem Rücken die Veden trägst, Unfehlbarer
samudrasalilakṣobha padmajāhlādakāriṇe
der du das Ozeanwasser aufwühlst, und dem Lotusgeborenen Freude bereitest

[Anm.: Anspielung auf die Matsya-Avatāra-Erzählung, in der Viṣṇu als Fisch die verlorenen Veden bewahrt und dem lotusgeborenen Brahmā zurückgibt.]

aśvaśīrṣa mahāghoṇa mahāpuruṣavigraha / madhukaiṭabhahantre ca namas te turagānana //

Pferdeköpfiger, mit großer Schnauze, von der Gestalt des großen Puruṣa; und dem Töter von Madhu und Kaiṭabha, Verehrung dir, Pferdegesichtiger!

Wort für Wort
aśvaśīrṣa mahāghoṇa mahāpuruṣavigraha
Pferdeköpfiger, mit großer Schnauze, von der Gestalt des großen Puruṣa
madhukaiṭabhahantre ca namas te turagānana
und dem Töter von Madhu und Kaiṭabha, Verehrung dir, Pferdegesichtiger

mahākamaṭhabhogāya pṛthivyuddharaṇāya ca / vidhṛtādrisvarūpāya mahākūrmāya te namaḥ //

Dem in Gestalt der großen Schildkröte Genießenden, dem Erheber der Erde, dem in Berg-Form Tragenden, der großen Schildkröte, Verehrung sei dir!

Wort für Wort
mahākamaṭhabhogāya pṛthivyuddharaṇāya ca
dem in Gestalt der großen Schildkröte Genießenden, dem Erheber der Erde
vidhṛtādrisvarūpāya mahākūrmāya te namaḥ
dem in Berg-Form Tragenden, der großen Schildkröte, Verehrung sei dir

namo mahāvarāhāya pṛthivyuddhārakāriṇe / namaś cādivarāhāya viśvarūpāya vedhase //

Verehrung dem großen Eber, dem Bewirker der Erhebung der Erde; Verehrung auch dem Ur-Eber, dem Allgestaltigen, dem Ordner!

Wort für Wort
namo mahāvarāhāya pṛthivyuddhārakāriṇe
Verehrung dem großen Eber, dem Bewirker der Erhebung der Erde
namaś cādivarāhāya viśvarūpāya vedhase
Verehrung auch dem Ur-Eber, dem Allgestaltigen, dem Ordner

namo 'nantāya sūkṣmāya mukhyāya ca varāya ca / paramāṇusvarūpāya yogigamyāya te namaḥ //

Verehrung dem Endlosen, dem Feinen, dem Vorzüglichen und dem Vortrefflichen; dem, dessen Gestalt das kleinste Atom ist, dem für Yogis Erreichbaren, sei Verehrung!

Wort für Wort
namo 'nantāya sūkṣmāya mukhyāya ca varāya ca
Verehrung dem Endlosen, dem Feinen, dem Vorzüglichen und dem Vortrefflichen
paramāṇusvarūpāya yogigamyāya te namaḥ
dem, dessen Gestalt das kleinste Atom ist, dem für Yogis Erreichbaren, sei Verehrung

tasmai namaḥ kāraṇakāraṇāya yogīndravṛttanilayāya sudurvidāya kṣīrārṇavāśritamahāhisutalpagāya tubhyaṃ namaḥ kanakaratnasukuṇḍalāya

Ihm sei Verehrung, dem Ursprung der Ursache, dem Wohnsitz des Wandels der Herrscher unter den Yogis, dem überaus schwer zu Erkennenden, dem auf dem Lager der großen Schlange im Milchozean Ruhenden — dir sei Verehrung, dem mit goldenen, juwelenreichen Ohrringen Geschmückten!

Wort für Wort
tasmai namaḥ kāraṇakāraṇāya
ihm sei Verehrung, dem Ursprung der Ursache
yogīndravṛttanilayāya sudurvidāya
dem Wohnsitz des Wandels der Herrscher unter den Yogis, dem überaus schwer zu Erkennenden
kṣīrārṇavāśritamahāhisutalpagāya
dem auf dem Lager der großen Schlange im Milchozean Ruhenden
tubhyaṃ namaḥ kanakaratnasukuṇḍalāya
dir sei Verehrung, dem mit goldenen, juwelenreichen Ohrringen Geschmückten

[Anm.: 4-pada Vers, Abschluss des Stotra, pādaweise gezählt (BrP_178.177a-d).]

{vyāsa uvāca:} itthaṃ stutas tadā tena prītaḥ provāca mādhavaḥ / kṣipraṃ brūhi muniśreṣṭha matto yad abhivāñchasi //

Vyāsa sprach: So von ihm gepriesen, sprach Mādhava damals erfreut: ,Sag rasch, bester der Munis, was du von mir begehrst.'

Wort für Wort
itthaṃ stutas tadā tena prītaḥ provāca mādhavaḥ
so von ihm gepriesen, sprach Mādhava damals erfreut
kṣipraṃ brūhi muniśreṣṭha matto yad abhivāñchasi
sag rasch, bester der Munis, was du von mir begehrst

{kaṇḍur uvāca:} saṃsāre 'smiñ jagannātha dustare lomaharṣaṇe / anitye duḥkhabahule kadalīdalasaṃnibhe //

Kaṇḍu sprach: In diesem Weltkreislauf, o Herr der Welt, schwer zu durchqueren, haarsträubend, vergänglich, voller Leid, den Bananenblättern gleich [d.h. ohne festen Kern],

Wort für Wort
saṃsāre 'smiñ jagannātha dustare lomaharṣaṇe
in diesem Weltkreislauf, o Herr der Welt, schwer zu durchqueren, haarsträubend
anitye duḥkhabahule kadalīdalasaṃnibhe
vergänglich, voller Leid, den Bananenblättern gleich

nirāśraye nirālambe jalabudbudacañcale / sarvopadravasaṃyukte dustare cātibhairave //

ohne Zuflucht, ohne Halt, flüchtig wie eine Wasserblase, mit allerlei Bedrängnis verbunden, schwer zu durchqueren und höchst furchtbar,

Wort für Wort
nirāśraye nirālambe jalabudbudacañcale
ohne Zuflucht, ohne Halt, flüchtig wie eine Wasserblase
sarvopadravasaṃyukte dustare cātibhairave
mit allerlei Bedrängnis verbunden, schwer zu durchqueren und höchst furchtbar

bhramāmi suciraṃ kālaṃ māyayā mohitas tava / na cāntam abhigacchāmi viṣayāsaktamānasaḥ //

irre ich schon lange Zeit umher, durch deine Māyā verblendet, und gelange nicht zum Ende, meinen Geist an Sinnesobjekte gebunden.

Wort für Wort
bhramāmi suciraṃ kālaṃ māyayā mohitas tava
irre ich schon lange Zeit umher, durch deine Māyā verblendet
na cāntam abhigacchāmi viṣayāsaktamānasaḥ
und gelange nicht zum Ende, meinen Geist an Sinnesobjekte gebunden

tvām ahaṃ cādya deveśa saṃsārabhayapīḍitaḥ / gato 'smi śaraṇaṃ kṛṣṇa mām uddhara bhavārṇavāt //

Zu dir bin ich heute, o Herr der Götter, von der Furcht vor dem Weltkreislauf gequält, als Zuflucht gegangen, Kṛṣṇa — errette mich aus dem Ozean des Daseins.

Wort für Wort
tvām ahaṃ cādya deveśa saṃsārabhayapīḍitaḥ
zu dir bin ich heute, o Herr der Götter, von der Furcht vor dem Weltkreislauf gequält
gato 'smi śaraṇaṃ kṛṣṇa mām uddhara bhavārṇavāt
als Zuflucht gegangen, Kṛṣṇa — errette mich aus dem Ozean des Daseins

gantum icchāmi paramaṃ padaṃ yat te sanātanam / prasādāt tava deveśa punarāvṛttidurlabham //

Ich möchte zu deinem höchsten, ewigen Zustand gehen, o Herr der Götter, durch deine Gnade — [zu jenem Zustand], von dem eine Wiederkehr schwer erlangbar ist.

Wort für Wort
gantum icchāmi paramaṃ padaṃ yat te sanātanam
ich möchte zu deinem höchsten, ewigen Zustand gehen, o Herr der Götter
prasādāt tava deveśa punarāvṛttidurlabham
durch deine Gnade — zu jenem Zustand, von dem eine Wiederkehr schwer erlangbar ist

{śrībhagavān uvāca:} bhakto 'si me muniśreṣṭha mām ārādhaya nityaśaḥ / matprasādād dhruvaṃ mokṣaṃ prāpyasi tvaṃ samīhitam //

Der Erhabene Herr sprach: Du bist mein Verehrer, bester der Munis; verehre mich beständig — durch meine Gnade wirst du gewiss die ersehnte Erlösung erlangen.

Wort für Wort
bhakto 'si me muniśreṣṭha mām ārādhaya nityaśaḥ
du bist mein Verehrer, bester der Munis; verehre mich beständig
matprasādād dhruvaṃ mokṣaṃ prāpyasi tvaṃ samīhitam
durch meine Gnade wirst du gewiss die ersehnte Erlösung erlangen

madbhaktāḥ kṣatriyā vaiśyāḥ striyaḥ śūdrāntyajātijāḥ / prāpnuvanti parāṃ siddhiṃ kiṃ punas tvaṃ dvijottama //

Meine Verehrer — seien es Kṣatriyas, Vaiśyas, Frauen, Śūdras oder in niedrigster Geburt Geborene — erlangen die höchste Vollkommenheit; wie viel mehr dann du, bester der Zweifachgeborenen!

Wort für Wort
madbhaktāḥ kṣatriyā vaiśyāḥ striyaḥ śūdrāntyajātijāḥ
meine Verehrer — seien es Kṣatriyas, Vaiśyas, Frauen, Śūdras oder in niedrigster Geburt Geborene
prāpnuvanti parāṃ siddhiṃ kiṃ punas tvaṃ dvijottama
erlangen die höchste Vollkommenheit; wie viel mehr dann du, bester der Zweifachgeborenen

śvapāko 'pi ca madbhaktaḥ samyak śraddhāsamanvitaḥ / prāpnoty abhimatāṃ siddhim anyeṣāṃ tatra kā kathā //

Selbst ein Hundekocher [ein Ausgestoßener], wenn er mein Verehrer ist, mit rechtem Glauben versehen, erlangt die ersehnte Vollkommenheit — was ist da erst von anderen zu sagen?

Wort für Wort
śvapāko 'pi ca madbhaktaḥ samyak śraddhāsamanvitaḥ
selbst ein Hundekocher, wenn er mein Verehrer ist, mit rechtem Glauben versehen
prāpnoty abhimatāṃ siddhim anyeṣāṃ tatra kā kathā
erlangt die ersehnte Vollkommenheit — was ist da erst von anderen zu sagen

{vyāsa uvāca:} evam uktvā tu taṃ viprāḥ sa devo bhaktavatsalaḥ / durvijñeyagatir viṣṇus tatraivāntaradhīyata //

Vyāsa sprach: Nachdem er so zu ihm gesprochen hatte, o Brahmanen, verschwand jener Gott, den Ergebenen zugetan, Viṣṇu, dessen Weg schwer zu erkennen ist, eben dort.

Wort für Wort
evam uktvā tu taṃ viprāḥ sa devo bhaktavatsalaḥ
nachdem er so zu ihm gesprochen hatte, o Brahmanen, [verschwand] jener Gott, den Ergebenen zugetan
durvijñeyagatir viṣṇus tatraivāntaradhīyata
Viṣṇu, dessen Weg schwer zu erkennen ist, verschwand eben dort

gate tasmin muniśreṣṭhāḥ kaṇḍuḥ saṃhṛṣṭamānasaḥ / sarvān kāmān parityajya svasthacitto bhavat punaḥ //

Als er gegangen war, ihr besten der Munis, wurde Kaṇḍu, mit erfreutem Geist, indem er alle Wünsche aufgab, wieder ausgeglichenen Gemüts.

Wort für Wort
gate tasmin muniśreṣṭhāḥ kaṇḍuḥ saṃhṛṣṭamānasaḥ
als er gegangen war, ihr besten der Munis, wurde Kaṇḍu, mit erfreutem Geist
sarvān kāmān parityajya svasthacitto bhavat punaḥ
indem er alle Wünsche aufgab, wieder ausgeglichenen Gemüts

sarvendriyāṇi saṃyamya nirmamo nirahaṃkṛtiḥ / ekāgramānasaḥ samyag dhyātvā taṃ puruṣottamam //

Nachdem er alle Sinne gebändigt hatte, frei von Mein-Gefühl, frei von Ich-Bezogenheit, mit gesammeltem Geist, jenen Puruṣottama vollständig betrachtend,

Wort für Wort
sarvendriyāṇi saṃyamya nirmamo nirahaṃkṛtiḥ
nachdem er alle Sinne gebändigt hatte, frei von Mein-Gefühl, frei von Ich-Bezogenheit
ekāgramānasaḥ samyag dhyātvā taṃ puruṣottamam
mit gesammeltem Geist, jenen Puruṣottama vollständig betrachtend

nirlepaṃ nirguṇaṃ śāntaṃ sattāmātravyavasthitam / avāpa paramaṃ mokṣaṃ surāṇām api durlabham //

[betrachtete er ihn als] unbefleckt, ohne Eigenschaften, friedvoll, im bloßen Sein gegründet — und erlangte die höchste Erlösung, die selbst für die Götter schwer erreichbar ist.

Wort für Wort
nirlepaṃ nirguṇaṃ śāntaṃ sattāmātravyavasthitam
unbefleckt, ohne Eigenschaften, friedvoll, im bloßen Sein gegründet
avāpa paramaṃ mokṣaṃ surāṇām api durlabham
erlangte er die höchste Erlösung, die selbst für die Götter schwer erreichbar ist

yaḥ paṭhec chṛṇuyād vāpi kathāṃ kaṇḍor mahātmanaḥ / vimuktaḥ sarvapāpebhyaḥ svargalokaṃ sa gacchati //

Wer die Geschichte des hochgesinnten Kaṇḍu liest oder auch nur hört, wird von allen Sünden befreit und gelangt zur Himmelswelt.

Wort für Wort
yaḥ paṭhec chṛṇuyād vāpi kathāṃ kaṇḍor mahātmanaḥ
wer die Geschichte des hochgesinnten Kaṇḍu liest oder auch nur hört
vimuktaḥ sarvapāpebhyaḥ svargalokaṃ sa gacchati
wird von allen Sünden befreit und gelangt zur Himmelswelt

evaṃ mayā muniśreṣṭhāḥ karmabhūmir udāhṛtā / mokṣakṣetraṃ ca paramaṃ devaṃ ca puruṣottamam //

So wurde von mir, ihr besten der Munis, das ,Werk-Land' [Karmabhūmi] dargelegt, sowie das höchste Erlösungs-Kṣetra und der Gott Puruṣottama.

Wort für Wort
evaṃ mayā muniśreṣṭhāḥ karmabhūmir udāhṛtā
so wurde von mir, ihr besten der Munis, das ,Werk-Land' dargelegt
mokṣakṣetraṃ ca paramaṃ devaṃ ca puruṣottamam
sowie das höchste Erlösungs-Kṣetra und der Gott Puruṣottama

ye paśyanti vibhuṃ stuvanti varadaṃ dhyāyanti muktipradaṃ / bhaktyā śrīpuruṣottamākhyam ajaraṃ saṃsāraduḥkhāpaham //

Diejenigen, die den Allwaltenden erblicken, den Wunschgewährer preisen, den Erlösung-Gebenden betrachten, mit Hingabe den ,glückhaften Puruṣottama' genannten, Alterlosen, den das Leid des Weltkreislaufs Vertreibenden,

Wort für Wort
ye paśyanti vibhuṃ stuvanti varadaṃ dhyāyanti muktipradaṃ
diejenigen, die den Allwaltenden erblicken, den Wunschgewährer preisen, den Erlösung-Gebenden betrachten
bhaktyā śrīpuruṣottamākhyam ajaraṃ saṃsāraduḥkhāpaham
mit Hingabe den ,glückhaften Puruṣottama' genannten, Alterlosen, den das Leid des Weltkreislaufs Vertreibenden

te bhuktvā manujendrabhogam amalāḥ svarge ca divyaṃ sukhaṃ / paścād yānti samastadoṣarahitāḥ sthānaṃ harer avyayam //

jene genießen, makellos, die Genüsse eines Menschenfürsten und im Himmel göttliches Glück, und gehen danach, frei von allen Fehlern, zum unvergänglichen Ort Haris ein.

Wort für Wort
te bhuktvā manujendrabhogam amalāḥ svarge ca divyaṃ sukhaṃ
jene genießen, makellos, die Genüsse eines Menschenfürsten und im Himmel göttliches Glück
paścād yānti samastadoṣarahitāḥ sthānaṃ harer avyayam
und gehen danach, frei von allen Fehlern, zum unvergänglichen Ort Haris ein

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks