Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 169: bhillatīrthamāhātmyavarṇanam Die Größe des Bhilla-Tīrtha (Der hingebungsvolle Jäger, der Brahmane Veda und Śivas Prüfung)

Am Śiva-Liṅga Ādikeśa verehrt der Brahmane Veda den Gott täglich mit vorschriftsmäßigem Ritual, während ein einfacher Jäger (Bhilla) denselben Gott aus reiner Hingabe mit Fleisch, Wasser aus dem Mund und wahllos gepflückten Blättern verehrt und dabei sogar die rituell korrekte Verehrung Vedas verunreinigt. Śiva ist mit dem Jäger zufriedener als mit Veda, was diesen mit Eifersucht erfüllt; er beschließt, den Jäger mit einem herabfallenden Stein zu bestrafen, wird aber von Śiva selbst vertröstet. Am nächsten Tag erblickt Veda das Liṅga blutend und verwundet und erkennt, dass der Jäger sich beim Anblick dieser Wunde aus Verzweiflung selbst mit Pfeilen durchbohrt hat. Śiva erklärt, dass ihm Hingabe mehr gilt als äußere Korrektheit, und gewährt dem Jäger zuerst einen Wunsch: das nach ihm benannte Bhilla-Tīrtha, das allein durch Erinnerung die Frucht aller Opfer gewährt. Auch Veda erhält zahlreiche Gaben.

bhillatīrtham iti khyātaṃ rogaghnaṃ pāpanāśanam / mahādevapadāmbhoja-yugabhaktipradāyakam //

Das als Bhilla-Tīrtha bekannte (Tīrtha) vernichtet Krankheiten und Sünden; es verleiht Hingabe zu dem Lotos-Fußpaar des großen Gottes.

Wort für Wort
bhillatīrtham iti khyātaṃ rogaghnaṃ pāpanāśanam
das als Bhilla-Tīrtha bekannte (Tīrtha) vernichtet Krankheiten und Sünden
mahādevapadāmbhoja-yugabhaktipradāyakam
es verleiht Hingabe zu dem Lotos-Fußpaar des großen Gottes

tatrāpy evaṃvidhāṃ puṇyāṃ kathāṃ śṛṇu mahāmate / gaṅgāyā dakṣiṇe tīre śrīgirer uttare taṭe //

Auch hierzu höre, o Hochgesinnter, eine solch heilige Erzählung: Am südlichen Ufer der Gaṅgā, am nördlichen Ufer des Śrī-Berges,

Wort für Wort
tatrāpy evaṃvidhāṃ puṇyāṃ kathāṃ śṛṇu mahāmate
auch hierzu höre, o Hochgesinnter, eine solch heilige Erzählung
gaṅgāyā dakṣiṇe tīre śrīgirer uttare taṭe
am südlichen Ufer der Gaṅgā, am nördlichen Ufer des Śrī-Berges

ādikeśa iti khyāta ṛṣibhiḥ paripūjitaḥ / mahādevo liṅgarūpī sadāste sarvakāmadaḥ //

weilt, als ,Ādikeśa' bekannt, von den Ṛṣis rings verehrt, der große Gott in Liṅga-Gestalt beständig, alle Wünsche gewährend.

Wort für Wort
ādikeśa iti khyāta ṛṣibhiḥ paripūjitaḥ
als Ādikeśa bekannt, von den Ṛṣis rings verehrt
mahādevo liṅgarūpī sadāste sarvakāmadaḥ
weilt der große Gott in Liṅga-Gestalt beständig, alle Wünsche gewährend

sindhudvīpa iti khyāto muniḥ paramadhārmikaḥ / tasya bhrātā veda iti sa cāpi paramo ṛṣiḥ //

Ein als ,Sindhudvīpa' bekannter Muni, überaus rechtschaffen, lebte dort; dessen Bruder war, ,Veda' genannt, ebenfalls ein höchster Ṛṣi.

Wort für Wort
sindhudvīpa iti khyāto muniḥ paramadhārmikaḥ
ein als Sindhudvīpa bekannter Muni, überaus rechtschaffen
tasya bhrātā veda iti sa cāpi paramo ṛṣiḥ
dessen Bruder war, Veda genannt, ebenfalls ein höchster Ṛṣi

tam ādikeśaṃ vai devaṃ tripurāriṃ trilocanam / nityaṃ pūjayate bhaktyā prāpte madhyaṃdine ravau //

Jenen Gott Ādikeśa, den Feind der Tripura, den Dreiäugigen, verehrt er (Veda) beständig mit Hingabe, wenn die Sonne den Mittag erreicht hat.

Wort für Wort
tam ādikeśaṃ vai devaṃ tripurāriṃ trilocanam
jenen Gott Ādikeśa, den Feind der Tripura, den Dreiäugigen
nityaṃ pūjayate bhaktyā prāpte madhyaṃdine ravau
verehrt er beständig mit Hingabe, wenn die Sonne den Mittag erreicht hat

bhikṣāṭanāya vedo 'pi yāti grāmaṃ vicakṣaṇaḥ / yāte tasmin dvijavare vyādhaḥ paramadhārmikaḥ //

Um zu betteln, geht auch Veda, der Kluge, ins Dorf; während jener vortreffliche Brahmane fort ist, kommt ein überaus rechtschaffener Jäger –

Wort für Wort
bhikṣāṭanāya vedo 'pi yāti grāmaṃ vicakṣaṇaḥ
um zu betteln, geht auch Veda, der Kluge, ins Dorf
yāte tasmin dvijavare vyādhaḥ paramadhārmikaḥ
während jener vortreffliche Brahmane fort ist, kommt ein überaus rechtschaffener Jäger

tasmin girivare puṇye mṛgayāṃ yāti nityaśaḥ / aṭitvā vividhān deśān mṛgān hatvā yathāsukham //

der auf jenem heiligen, vortrefflichen Berg beständig zur Jagd geht; nachdem er verschiedene Gegenden durchstreift und nach Belieben Wild erlegt hat,

Wort für Wort
tasmin girivare puṇye mṛgayāṃ yāti nityaśaḥ
der auf jenem heiligen, vortrefflichen Berg beständig zur Jagd geht
aṭitvā vividhān deśān mṛgān hatvā yathāsukham
nachdem er verschiedene Gegenden durchstreift und nach Belieben Wild erlegt hat

mukhe gṛhītvā pānīyam abhiṣekāya śūlinaḥ / nyasya māṃsaṃ dhanuṣkoṭyāṃ śrānto vyādhaḥ śivaṃ prabhum //

nahm er Wasser in den Mund, um es dem Dreizackträger als Abwaschung zu spenden, legte das Fleisch auf die Spitze seines Bogens und kam, erschöpft, zum Herrn Śiva –

Wort für Wort
mukhe gṛhītvā pānīyam abhiṣekāya śūlinaḥ
nahm er Wasser in den Mund, um es dem Dreizackträger als Abwaschung zu spenden
nyasya māṃsaṃ dhanuṣkoṭyāṃ śrānto vyādhaḥ śivaṃ prabhum
legte das Fleisch auf die Spitze seines Bogens und kam, erschöpft, zum Herrn Śiva

ādikeśaṃ samāgatya nyasya māṃsaṃ tato bahiḥ / gaṅgāṃ gatvā mukhe vāri gṛhītvāgatya taṃ śivam //

zu Ādikeśa herangetreten, legte er das Fleisch draußen ab, ging zur Gaṅgā, nahm Wasser in den Mund, kam zurück zu jenem Śiva,

Wort für Wort
ādikeśaṃ samāgatya nyasya māṃsaṃ tato bahiḥ
zu Ādikeśa herangetreten, legte er das Fleisch draußen ab
gaṅgāṃ gatvā mukhe vāri gṛhītvāgatya taṃ śivam
ging zur Gaṅgā, nahm Wasser in den Mund, kam zurück zu jenem Śiva

yasya kasyāpi pattrāṇi kareṇādāya bhaktitaḥ / apareṇa ca māṃsāni naivedyārthaṃ ca tanmanāḥ //

nahm mit einer Hand die Blätter irgendeines Baumes mit Hingabe, und mit der anderen das Fleisch, als Speiseopfer gedacht, mit darauf gerichtetem Sinn.

Wort für Wort
yasya kasyāpi pattrāṇi kareṇādāya bhaktitaḥ
nahm mit einer Hand die Blätter irgendeines Baumes mit Hingabe
apareṇa ca māṃsāni naivedyārthaṃ ca tanmanāḥ
und mit der anderen das Fleisch, als Speiseopfer gedacht, mit darauf gerichtetem Sinn

ādikeśaṃ samāgatya vedenārcitam ojasā / pādenāhatya tāṃ pūjāṃ mukhānītena vāriṇā //

Zu Ādikeśa herangetreten, dem zuvor von Veda kraftvoll verehrten (Liṅga), stieß er mit dem Fuß jene frühere Verehrung fort und übergoss ihn mit dem im Mund mitgebrachten Wasser,

Wort für Wort
ādikeśaṃ samāgatya vedenārcitam ojasā
zu Ādikeśa herangetreten, dem zuvor von Veda kraftvoll verehrten (Liṅga)
pādenāhatya tāṃ pūjāṃ mukhānītena vāriṇā
stieß er mit dem Fuß jene frühere Verehrung fort und (übergoss ihn) mit dem im Mund mitgebrachten Wasser

snāpayitvā śivaṃ devam arcayitvā tu pattrakaiḥ / kalpayitvā tu tan māṃsaṃ śivo me prīyatām iti //

badete den Gott Śiva, verehrte ihn mit den Blättern, brachte jenes Fleisch dar mit dem Gedanken: ,Möge Śiva mir gnädig sein.'

Wort für Wort
snāpayitvā śivaṃ devam arcayitvā tu pattrakaiḥ
badete den Gott Śiva, verehrte ihn mit den Blättern
kalpayitvā tu tan māṃsaṃ śivo me prīyatām iti
brachte jenes Fleisch dar mit dem Gedanken: möge Śiva mir gnädig sein

naiva kiṃcit sa jānāti śivabhaktiṃ vinā śubhām / tato yāti svakaṃ sthānaṃ māṃsena tu yathāgatam //

Er weiß nichts anderes außer der heilvollen Hingabe an Śiva; danach geht er, mit dem übrigen Fleisch, zu seinem eigenen Ort zurück, so wie er gekommen war.

Wort für Wort
naiva kiṃcit sa jānāti śivabhaktiṃ vinā śubhām
er weiß nichts anderes außer der heilvollen Hingabe an Śiva
tato yāti svakaṃ sthānaṃ māṃsena tu yathāgatam
danach geht er, mit dem übrigen Fleisch, zu seinem eigenen Ort zurück, so wie er gekommen war

karoty etādṛg āgatyāgatya pratyaham eva saḥ / tathāpīśas tutoṣāsya vicitrā hīśvarasthitiḥ //

So handelt er, Tag für Tag immer wiederkehrend; und doch war der Herr mit ihm zufrieden – wunderlich fürwahr ist des Herrn Verhalten.

Wort für Wort
karoty etādṛg āgatyāgatya pratyaham eva saḥ
so handelt er, Tag für Tag immer wiederkehrend
tathāpīśas tutoṣāsya vicitrā hīśvarasthitiḥ
und doch war der Herr mit ihm zufrieden – wunderlich fürwahr ist des Herrn Verhalten

yāvan nāyāty asau bhillaḥ śivas tāvan na saukhyabhāk / bhaktānukampitāṃ śaṃbhor mānātītāṃ tu vetti kaḥ //

Solange jener Bhilla nicht kommt, ist Śiva nicht des Wohlbefindens teilhaftig; wer aber kennt das alles Maß übersteigende Mitgefühl Śambhus für seine Verehrer?

Wort für Wort
yāvan nāyāty asau bhillaḥ śivas tāvan na saukhyabhāk
solange jener Bhilla nicht kommt, ist Śiva nicht des Wohlbefindens teilhaftig
bhaktānukampitāṃ śaṃbhor mānātītāṃ tu vetti kaḥ
wer aber kennt das alles Maß übersteigende Mitgefühl Śambhus für seine Verehrer

saṃpūjayaty ādikeśam umayā pratyahaṃ śivam / evaṃ bahutithe kāle yāte vedaś cukopa ha //

Er verehrt Tag für Tag Ādikeśa, den Śiva mit Umā; als so viel Zeit vergangen war, wurde Veda zornig,

Wort für Wort
saṃpūjayaty ādikeśam umayā pratyahaṃ śivam
er verehrt Tag für Tag Ādikeśa, den Śiva mit Umā
evaṃ bahutithe kāle yāte vedaś cukopa ha
als so viel Zeit vergangen war, wurde Veda zornig

pūjāṃ mantravatīṃ citrāṃ śivabhaktisamanvitām / ko nu vidhvaṃsate pāpo mattaḥ sa vadham āpnuyāt //

und dachte: ,Wer zerstört denn meine mit Mantras versehene, wunderbare, mit Śiva-Hingabe verbundene Verehrung, dieser Sünder? Von mir soll er den Tod erlangen.'

Wort für Wort
pūjāṃ mantravatīṃ citrāṃ śivabhaktisamanvitām
meine mit Mantras versehene, wunderbare, mit Śiva-Hingabe verbundene Verehrung
ko nu vidhvaṃsate pāpo mattaḥ sa vadham āpnuyāt
wer zerstört sie, dieser Sünder? Von mir soll er den Tod erlangen

gurudevadvijasvāmi-drohī vadhyo muner api / sarvasyāpi vadhārho 'sau śivasya drohakṛn naraḥ //

Wer dem Lehrer, den Göttern, Brahmanen und seinem Herrn Verrat übt, ist selbst für einen Muni des Todes würdig; erst recht ist der Mensch, der an Śiva Verrat übt, aller Tötung würdig.

Wort für Wort
gurudevadvijasvāmi-drohī vadhyo muner api
wer dem Lehrer, den Göttern, Brahmanen und seinem Herrn Verrat übt, ist selbst für einen Muni des Todes würdig
sarvasyāpi vadhārho 'sau śivasya drohakṛn naraḥ
erst recht ist der Mensch, der an Śiva Verrat übt, aller Tötung würdig

evaṃ niścitya medhāvī vedaḥ sindhos tathānujaḥ / kasyeyaṃ pāpaceṣṭā syāt pāpiṣṭhasya durātmanaḥ //

So entschlossen, überlegte der kluge Veda, Sindhus jüngerer Bruder: ,Wessen sündiges Treiben mag dies sein, welches bösen, sündigsten Menschen?'

Wort für Wort
evaṃ niścitya medhāvī vedaḥ sindhos tathānujaḥ
so entschlossen, überlegte der kluge Veda, Sindhus jüngerer Bruder
kasyeyaṃ pāpaceṣṭā syāt pāpiṣṭhasya durātmanaḥ
wessen sündiges Treiben mag dies sein, welches bösen, sündigsten Menschen

puṣpair vanyabhavair divyaiḥ kandair mūlaphalaiḥ śubhaiḥ / kṛtāṃ pūjāṃ sa vidhvasya hy anyāṃ pūjāṃ karoti yaḥ //

Wer die mit himmlischen, wild gewachsenen Blumen, mit Wurzelknollen und heilvollen Wurzelfrüchten vollzogene Verehrung zerstört und eine andere Verehrung vollzieht –

Wort für Wort
puṣpair vanyabhavair divyaiḥ kandair mūlaphalaiḥ śubhaiḥ
die mit himmlischen, wild gewachsenen Blumen, mit Wurzelknollen und heilvollen Wurzelfrüchten (vollzogene Verehrung)
kṛtāṃ pūjāṃ sa vidhvasya hy anyāṃ pūjāṃ karoti yaḥ
wer diese zerstört und eine andere Verehrung vollzieht

māṃsena tarupattraiś ca sa ca vadhyo bhaven mama / evaṃ saṃcintya medhāvī gopayitvā tanuṃ tadā //

– mit Fleisch und Baumblättern, der soll von mir getötet werden.' So überlegend, verbarg der kluge Veda darauf seinen Körper,

Wort für Wort
māṃsena tarupattraiś ca sa ca vadhyo bhaven mama
mit Fleisch und Baumblättern, der soll von mir getötet werden
evaṃ saṃcintya medhāvī gopayitvā tanuṃ tadā
so überlegend, verbarg der kluge (Veda) darauf seinen Körper

taṃ paśyeyam ahaṃ pāpaṃ pūjākartāram īśvare / etasminn antare prāyād vyādho devaṃ yathā purā //

mit dem Gedanken: ,Ich will jenen Sünder sehen, der diese Verehrung am Gott vollzieht.' Währenddessen kam der Jäger, wie zuvor, zum Gott.

Wort für Wort
taṃ paśyeyam ahaṃ pāpaṃ pūjākartāram īśvare
ich will jenen Sünder sehen, der diese Verehrung am Gott vollzieht
etasminn antare prāyād vyādho devaṃ yathā purā
währenddessen kam der Jäger, wie zuvor, zum Gott

nityavat pūjayantaṃ tam ādikeśas tadābravīt //*

Zu ihm, der wie gewohnt die Verehrung vollzog, sprach da Ādikeśa.

Wort für Wort
nityavat pūjayantaṃ tam
zu ihm, der wie gewohnt die Verehrung vollzog
ādikeśas tadābravīt
sprach da Ādikeśa

[Anm.: Im Quelltext nur eine Zeile, mit * als unvollständiger Halbvers markiert; für die wfw-Darstellung in zwei Sinnabschnitte geteilt.]

{ādikeśa uvāca:} bho bho vyādha mahābuddhe śrānto 'sīti punaḥ punaḥ / cirāya katham āyātas tvāṃ vinā tāta duḥkhitaḥ / na vindāmi sukhaṃ kiṃcit samāśvasihi putraka //

Ādikeśa sprach: He, he, Jäger, du Kluger, immer wieder (denke ich): ,Bist du erschöpft?' Warum kommst du erst nach so langer Zeit? Ohne dich, mein Kind, war ich betrübt, ich fand keinerlei Glück; beruhige dich, mein Söhnchen.

Wort für Wort
bho bho vyādha mahābuddhe śrānto 'sīti punaḥ punaḥ
he, he, Jäger, du Kluger, immer wieder (denke ich): bist du erschöpft
cirāya katham āyātas tvāṃ vinā tāta duḥkhitaḥ
warum kommst du erst nach so langer Zeit? Ohne dich, mein Kind, war ich betrübt
na vindāmi sukhaṃ kiṃcit samāśvasihi putraka
ich fand keinerlei Glück; beruhige dich, mein Söhnchen

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Quelltext.]

{brahmovāca:} tam evaṃvādinaṃ devaṃ vedaḥ śrutvā vilokya tu / cukopa vismayāviṣṭo na ca kiṃcid uvāca ha //

Brahmā sprach: Als Veda diesen so sprechenden Gott hörte und erblickte, wurde er zornig, von Staunen erfüllt, und sprach doch nichts,

Wort für Wort
tam evaṃvādinaṃ devaṃ vedaḥ śrutvā vilokya tu
als Veda diesen so sprechenden Gott hörte und erblickte
cukopa vismayāviṣṭo na ca kiṃcid uvāca ha
wurde er zornig, von Staunen erfüllt, und sprach doch nichts

vyādhaś ca nityavat pūjāṃ kṛtvā svabhavanaṃ yayau / vedaś ca kupito bhūtvā āgatyeśam uvāca ha //

Der Jäger aber, nachdem er wie gewohnt die Verehrung vollzogen hatte, ging zu seiner eigenen Wohnstatt; Veda, zornig geworden, kam herbei und sprach zum Herrn:

Wort für Wort
vyādhaś ca nityavat pūjāṃ kṛtvā svabhavanaṃ yayau
der Jäger aber, nachdem er wie gewohnt die Verehrung vollzogen hatte, ging zu seiner eigenen Wohnstatt
vedaś ca kupito bhūtvā āgatyeśam uvāca ha
Veda, zornig geworden, kam herbei und sprach zum Herrn

{veda uvāca:} ayaṃ vyādhaḥ pāparataḥ kriyājñānavivarjitaḥ / prāṇihiṃsārataḥ krūro nirdayaḥ sarvajantuṣu //

Veda sprach: Dieser Jäger ist der Sünde ergeben, ohne rechtes Wissen um die Opferhandlung; er ist dem Töten von Lebewesen zugetan, grausam, mitleidlos gegenüber allen Geschöpfen,

Wort für Wort
ayaṃ vyādhaḥ pāparataḥ kriyājñānavivarjitaḥ
dieser Jäger ist der Sünde ergeben, ohne rechtes Wissen um die Opferhandlung
prāṇihiṃsārataḥ krūro nirdayaḥ sarvajantuṣu
er ist dem Töten von Lebewesen zugetan, grausam, mitleidlos gegenüber allen Geschöpfen

hīnajātir akiṃcijjño gurukramavivarjitaḥ / sadānucitakārī cānirjitākhilagogaṇaḥ //

von niedriger Geburt, ohne jegliches Wissen, ohne die rechte Ordnung des Lehrers; er handelt beständig ungehörig und hat [?] all seine Sinne (,Rinderherden') nicht bezwungen.

Wort für Wort
hīnajātir akiṃcijjño gurukramavivarjitaḥ
von niedriger Geburt, ohne jegliches Wissen, ohne die rechte Ordnung des Lehrers
sadānucitakārī cānirjitākhilagogaṇaḥ
er handelt beständig ungehörig und hat all seine (Sinnes-)Rinderherden nicht bezwungen

[?: ,anirjitākhilagogaṇaḥ' (,dessen gesamte Rinderherde unbezwungen ist') ist wörtlich unklar in Bezug auf einen Jäger; möglicherweise bildlich für ungezügelte Sinne/Triebe gemeint.]

tasyātmānaṃ darśitavān na māṃ kiṃcana vakṣyasi / pūjāṃ mantravidhānena karomīśa yatavrataḥ //

Ihm hast du dich selbst gezeigt, mir aber sagst du nichts! Ich vollziehe doch die Verehrung nach der Mantra-Vorschrift, mit gezügeltem Gelübde, o Herr –

Wort für Wort
tasyātmānaṃ darśitavān na māṃ kiṃcana vakṣyasi
ihm hast du dich selbst gezeigt, mir aber sagst du nichts
pūjāṃ mantravidhānena karomīśa yatavrataḥ
ich vollziehe doch die Verehrung nach der Mantra-Vorschrift, mit gezügeltem Gelübde, o Herr

tvadekaśaraṇo nityaṃ bhāryāputravivarjitaḥ / vyādho māṃsena duṣṭena pūjāṃ tava karoty asau //

– allein zu dir stets meine Zuflucht nehmend, ohne Gattin und Sohn lebend; doch dieser Jäger vollzieht mit verdorbenem Fleisch seine Verehrung an dir,

Wort für Wort
tvadekaśaraṇo nityaṃ bhāryāputravivarjitaḥ
allein zu dir stets meine Zuflucht nehmend, ohne Gattin und Sohn lebend
vyādho māṃsena duṣṭena pūjāṃ tava karoty asau
doch dieser Jäger vollzieht mit verdorbenem Fleisch seine Verehrung an dir

tasya prasanno bhagavān na mameti mahādbhutam / śāstim asya kariṣyāmi bhillasya hy apakāriṇaḥ //

und mit ihm ist der erhabene Gott zufrieden, nicht mit mir – ein großes Wunder! Ich werde diesen Bhilla, den Übeltäter, bestrafen.

Wort für Wort
tasya prasanno bhagavān na mameti mahādbhutam
mit ihm ist der erhabene Gott zufrieden, nicht mit mir – ein großes Wunder
śāstim asya kariṣyāmi bhillasya hy apakāriṇaḥ
ich werde diesen Bhilla, den Übeltäter, bestrafen

mṛdoḥ kopi bhavet prītaḥ kopi tadvad durātmanaḥ / tasmād ahaṃ mūrdhni śilāṃ pātayeyam asaṃśayam //

Manch einer mag mit einem Sanftmütigen zufrieden sein, manch einer ebenso mit einem Bösgesinnten; darum werde ich zweifellos einen Stein auf sein Haupt fallen lassen.

Wort für Wort
mṛdoḥ kopi bhavet prītaḥ kopi tadvad durātmanaḥ
manch einer mag mit einem Sanftmütigen zufrieden sein, manch einer ebenso mit einem Bösgesinnten
tasmād ahaṃ mūrdhni śilāṃ pātayeyam asaṃśayam
darum werde ich zweifellos einen Stein auf sein Haupt fallen lassen

{brahmovāca:} ity uktavati vai vede vihasyeśo 'bravīd idam //*

Brahmā sprach: Als Veda dies gesagt hatte, sprach der Herr lachend dieses.

Wort für Wort
ity uktavati vai vede
als Veda dies gesagt hatte
vihasyeśo 'bravīd idam
sprach der Herr lachend dieses

[Anm.: Im Quelltext nur eine Zeile, mit * als unvollständiger Halbvers markiert; für die wfw-Darstellung in zwei Sinnabschnitte geteilt.]

{ādikeśa uvāca:} śvaḥ pratīkṣasva paścān me śilāṃ pātaya mūrdhani //*

Ādikeśa sprach: Warte bis morgen, danach wirf mir den Stein auf das Haupt.

Wort für Wort
śvaḥ pratīkṣasva paścān me
warte bis morgen, danach mir
śilāṃ pātaya mūrdhani
wirf den Stein auf das Haupt

[Anm.: Im Quelltext nur eine Zeile, mit * als unvollständiger Halbvers markiert; für die wfw-Darstellung in zwei Sinnabschnitte geteilt.]

{brahmovāca:} tathety uktvā sa vedo 'pi śilāṃ saṃtyajya bāhunā / upasaṃhṛtya taṃ kopaṃ śvaḥ karomīty uvāca ha //

Brahmā sprach: ,So sei es', sprach auch Veda, ließ den Stein aus seiner Hand fallen, zog seinen Zorn zurück und sprach: ,Morgen werde ich es tun.'

Wort für Wort
tathety uktvā sa vedo 'pi śilāṃ saṃtyajya bāhunā
so sei es, sprach auch Veda, ließ den Stein aus seiner Hand fallen
upasaṃhṛtya taṃ kopaṃ śvaḥ karomīty uvāca ha
zog seinen Zorn zurück und sprach: morgen werde ich es tun

tataḥ prātaḥ samāgatya kṛtvā snānādikarma ca / vedo 'pi nityavat pūjāṃ kurvan paśyati mastake //

Am nächsten Morgen kam Veda herbei, vollzog das Bad und die anderen Riten, und als er wie gewohnt die Verehrung vollzog, sah er am Haupt (des Liṅga) –

Wort für Wort
tataḥ prātaḥ samāgatya kṛtvā snānādikarma ca
am nächsten Morgen kam Veda herbei, vollzog das Bad und die anderen Riten
vedo 'pi nityavat pūjāṃ kurvan paśyati mastake
und als er wie gewohnt die Verehrung vollzog, sah er am Haupt

liṅgasya savraṇāṃ bhīmāṃ dhārāṃ ca rudhiraplutām / vedaḥ sa vismito bhūtvā kim idaṃ liṅgamūrdhani //

– eine mit Wunde versehene, furchtbare Strömung des Liṅga, von Blut überflutet; Veda, erstaunt geworden, dachte: ,Was ist dies am Haupt des Liṅga?'

Wort für Wort
liṅgasya savraṇāṃ bhīmāṃ dhārāṃ ca rudhiraplutām
eine mit Wunde versehene, furchtbare Strömung des Liṅga, von Blut überflutet
vedaḥ sa vismito bhūtvā kim idaṃ liṅgamūrdhani
Veda, erstaunt geworden, dachte: was ist dies am Haupt des Liṅga

mahotpāto bhavet kasya sūcayed ity acintayat / mṛdbhiś ca gomayenāpi kuśais taṃ gāṅgavāribhiḥ //

Wessen großes Unheil mag dies wohl ankündigen?' – so überlegte er; mit Lehm, mit Kuhmist, mit Kuśagras und mit Gaṅgā-Wasser

Wort für Wort
mahotpāto bhavet kasya sūcayed ity acintayat
wessen großes Unheil mag dies wohl ankündigen – so überlegte er
mṛdbhiś ca gomayenāpi kuśais taṃ gāṅgavāribhiḥ
mit Lehm, mit Kuhmist, mit Kuśagras und mit Gaṅgā-Wasser

prakṣālayitvā tāṃ pūjāṃ kṛtavān nityavat tadā / etasminn antare prāyād vyādho vigatakalmaṣaḥ //

wusch er es rein und vollzog darauf die Verehrung wie gewohnt; währenddessen kam der Jäger, von Sünde befreit, herbei,

Wort für Wort
prakṣālayitvā tāṃ pūjāṃ kṛtavān nityavat tadā
wusch er es rein und vollzog darauf die Verehrung wie gewohnt
etasminn antare prāyād vyādho vigatakalmaṣaḥ
währenddessen kam der Jäger, von Sünde befreit, herbei

mūrdhānaṃ vraṇasaṃyuktaṃ saraktaṃ liṅgamastake / śaṃkarasyādikeśasya dadṛśe 'ntargatas tadā //

und erblickte innerlich, erschüttert, das mit einer Wunde versehene, blutige Haupt des Liṅga Śaṅkaras/Ādikeśas.

Wort für Wort
mūrdhānaṃ vraṇasaṃyuktaṃ saraktaṃ liṅgamastake
das mit einer Wunde versehene, blutige Haupt am Liṅga
śaṃkarasyādikeśasya dadṛśe 'ntargatas tadā
erblickte er innerlich erschüttert, das Haupt Śaṅkaras/Ādikeśas

dṛṣṭvaiva kim idaṃ citram ity uktvā niśitaiḥ śaraiḥ / ātmānaṃ bhedayām āsa śatadhā ca sahasradhā //

Sobald er es sah, sprach er: ,Was ist dies für ein Wunder?', und durchbohrte sich selbst mit scharfen Pfeilen hundertfach und tausendfach,

Wort für Wort
dṛṣṭvaiva kim idaṃ citram ity uktvā niśitaiḥ śaraiḥ
sobald er es sah, sprach er: was ist dies für ein Wunder, und mit scharfen Pfeilen
ātmānaṃ bhedayām āsa śatadhā ca sahasradhā
durchbohrte er sich selbst hundertfach und tausendfach

svāmino vaikṛtaṃ dṛṣṭvā kaḥ kṣametottamāśayaḥ / muhur nininda cātmānaṃ mayi jīvaty abhūd idam //

– denn wer von edler Gesinnung könnte das Leiden seines Herrn ertragen? – und tadelte sich selbst wieder und wieder: ,Während ich noch lebte, geschah dies!'

Wort für Wort
svāmino vaikṛtaṃ dṛṣṭvā kaḥ kṣametottamāśayaḥ
denn wer von edler Gesinnung könnte das Leiden seines Herrn ertragen
muhur nininda cātmānaṃ mayi jīvaty abhūd idam
und tadelte sich selbst wieder und wieder: während ich noch lebte, geschah dies

kaṣṭam āpatitaṃ kīdṛg aho durvidhivaiśasāt / tat karma tasya saṃvīkṣya mahādevo 'tivismitaḥ / tataḥ provāca bhagavān vedaṃ vedavidāṃ varam //

O welch grausames Leid ist widerfahren, durch das Unglück des bösen Geschicks!' Dieses sein Tun betrachtend, war Mahādeva überaus erstaunt; darauf sprach der erhabene Gott zu Veda, dem Vortrefflichsten der Vedakundigen:

Wort für Wort
kaṣṭam āpatitaṃ kīdṛg aho durvidhivaiśasāt
o welch grausames Leid ist widerfahren, durch das Unglück des bösen Geschicks
tat karma tasya saṃvīkṣya mahādevo 'tivismitaḥ
dieses sein Tun betrachtend, war Mahādeva überaus erstaunt
tataḥ provāca bhagavān vedaṃ vedavidāṃ varam
darauf sprach der erhabene Gott zu Veda, dem Vortrefflichsten der Vedakundigen

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Quelltext.]

{ādikeśa uvāca:} paśya vyādhaṃ mahābuddhe bhaktaṃ bhāvena saṃyutam / tvaṃ tu mṛdbhiḥ kuśair vārbhir mūrdhānaṃ spṛṣṭavān asi //

Ādikeśa sprach: Sieh den Jäger, du Kluger, einen mit rechter Gesinnung ausgestatteten Verehrer; du aber hast mein Haupt nur mit Lehm, Kuśagras und Wasser berührt.

Wort für Wort
paśya vyādhaṃ mahābuddhe bhaktaṃ bhāvena saṃyutam
sieh den Jäger, du Kluger, einen mit rechter Gesinnung ausgestatteten Verehrer
tvaṃ tu mṛdbhiḥ kuśair vārbhir mūrdhānaṃ spṛṣṭavān asi
du aber hast mein Haupt nur mit Lehm, Kuśagras und Wasser berührt

anena sahasā brahman mamātmāpi niveditaḥ / bhaktiḥ premāthavā śaktir vicāro yatra vidyate / tasmād asmai varān dāsye paścāt tubhyaṃ dvijottama //

Diesem hier habe ich sogleich, o Brahmane, sogar mein eigenes Selbst dargeboten; wo Hingabe, Liebe oder innere Kraft vorhanden ist – nicht bloßes äußeres Überlegen – darum werde ich diesem zuerst Wünsche gewähren, danach dir, o vortrefflichster Brahmane.

Wort für Wort
anena sahasā brahman mamātmāpi niveditaḥ
diesem hier habe ich sogleich, o Brahmane, sogar mein eigenes Selbst dargeboten
bhaktiḥ premāthavā śaktir vicāro yatra vidyate
wo Hingabe, Liebe oder innere Kraft vorhanden ist – nicht bloßes äußeres Überlegen
tasmād asmai varān dāsye paścāt tubhyaṃ dvijottama
darum werde ich diesem zuerst Wünsche gewähren, danach dir, o vortrefflichster Brahmane

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Quelltext.]

{brahmovāca:} vareṇa cchandayām āsa vyādhaṃ devo maheśvaraḥ / vyādhaḥ provāca deveśaṃ nirmālyaṃ tava yad bhavet //

Brahmā sprach: Der Gott Maheśvara ließ den Jäger einen Wunsch wählen; der Jäger sprach zum Götterherrn: ,Was auch immer von dir übrigbleibende Opferreste sein mögen –

Wort für Wort
vareṇa cchandayām āsa vyādhaṃ devo maheśvaraḥ
der Gott Maheśvara ließ den Jäger einen Wunsch wählen
vyādhaḥ provāca deveśaṃ nirmālyaṃ tava yad bhavet
der Jäger sprach zum Götterherrn: was auch immer von dir übrigbleibende Opferreste sein mögen

tad asmākaṃ bhaven nātha mannāmnā tīrtham ucyatām / sarvakratuphalaṃ tīrthaṃ smaraṇād eva jāyatām //

– das möge uns gehören, o Herr; ein Tīrtha möge nach meinem Namen benannt werden; ein Tīrtha, das die Frucht aller Opfer gewährt, möge allein durch Erinnerung entstehen.'

Wort für Wort
tad asmākaṃ bhaven nātha mannāmnā tīrtham ucyatām
das möge uns gehören, o Herr; ein Tīrtha möge nach meinem Namen benannt werden
sarvakratuphalaṃ tīrthaṃ smaraṇād eva jāyatām
ein Tīrtha, das die Frucht aller Opfer gewährt, möge allein durch Erinnerung entstehen

{brahmovāca:} tathety uvāca deveśas tatas tat tīrtham uttamam / bhillatīrthaṃ samastāgha-saṃghavicchedakāraṇam //

Brahmā sprach: ,So sei es', sprach der Götterherr; darauf entstand jenes vortreffliche Tīrtha, das Bhilla-Tīrtha, das die Ursache der Zerschneidung aller Sündenmassen ist,

Wort für Wort
tathety uvāca deveśas tatas tat tīrtham uttamam
so sei es, sprach der Götterherr; darauf entstand jenes vortreffliche Tīrtha
bhillatīrthaṃ samastāgha-saṃghavicchedakāraṇam
das Bhilla-Tīrtha, das die Ursache der Zerschneidung aller Sündenmassen ist

śrīmahādevacaraṇa-mahābhaktividhāyakam / abhavat snānadānādyair bhuktimuktipradāyakam / vedasyāpi varān prādāc chivo nānāvidhān bahūn //

das große Hingabe zu den Füßen des erhabenen Mahādeva verleiht; es wurde durch Bad, Gabe und dergleichen zu einem Gewährer von Genuss und Erlösung. Auch dem Veda gewährte Śiva viele mannigfache Wünsche.

Wort für Wort
śrīmahādevacaraṇa-mahābhaktividhāyakam
das große Hingabe zu den Füßen des erhabenen Mahādeva verleiht
abhavat snānadānādyair bhuktimuktipradāyakam
es wurde durch Bad, Gabe und dergleichen zu einem Gewährer von Genuss und Erlösung
vedasyāpi varān prādāc chivo nānāvidhān bahūn
auch dem Veda gewährte Śiva viele mannigfache Wünsche

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Quelltext.]

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks