Brahma-Purāṇa
Kapitel 9: navamo 'dhyāyaḥ
Die Geburt des Soma und die Tārā-Episode
Die Entstehung des Mondgottes Soma aus der Askese des Weisen Atri, sein kosmischer Wagenumlauf und die Herrschaft über Heilkräuter, Brahmanen und Gewässer, sein Rājasūya-Opfer; sodann die berühmte Episode um den Raub der Tārā, der Gattin des Bṛhaspati, den daraus entstehenden kosmischen Tārakāmaya-Krieg zwischen Göttern und Dānavas, die Rückgabe Tārās durch Brahmās Vermittlung und die Geburt ihres (unklaren Vaters) Sohnes Budha, dessen Namensätiologie und dessen Nachkommenschaft bis zu Purūravas und dessen sieben Söhnen mit Urvaśī.
{lomaharṣaṇa sprach:} pitā somasya bho viprā jajñe 'trir bhagavān ṛṣiḥ / brahmaṇo mānasāt pūrvaṃ prajāsargaṃ vidhitsataḥ // BrP_9.1 //
Der Vater des Soma, o Brahmanen, war der erhabene Weise Atri, der einst aus dem Geist Brahmas geboren wurde, als dieser die Schöpfung der Geschöpfe zu vollziehen wünschte;
Wort für Wort pitā somasya bho viprāḥ der Vater des Soma, o Brahmanen jajñe atriḥ bhagavān ṛṣiḥ wurde geboren, Atri, der erhabene Weise brahmaṇaḥ mānasāt pūrvam einst aus dem Geist Brahmas prajāsargam vidhitsataḥ als dieser die Schöpfung der Geschöpfe zu vollziehen wünschte Beginn der Soma(Mond)-Geburtsgeschichte: Soma entsteht aus der Askese Atris, eines der Manasaputras (Geistessöhne) Brahmas.
anuttaraṃ nāma tapo yena taptaṃ hi tat purā / trīṇi varṣasahasrāṇi divyānīti hi naḥ śrutam // BrP_9.2 //
eine unübertreffliche Askese wurde von ihm einst geübt, dreitausend göttliche Jahre lang, so haben wir gehört.
Wort für Wort anuttaram nāma tapaḥ eine unübertreffliche Askese yena taptam hi tat purā wurde von ihm einst geübt trīṇi varṣasahasrāṇi dreitausend Jahre divyāni iti hi naḥ śrutam göttliche, so haben wir gehört ūrdhvam ācakrame tasya retaḥ somatvam īyivat / netrābhyāṃ vāri susrāva daśadhā dyotayan diśaḥ // BrP_9.3 //
Aufwärts stieg sein Same, der zur Mond-Wesenheit wurde; aus seinen beiden Augen floss Wasser, die zehn Himmelsrichtungen erhellend.
Wort für Wort ūrdhvam ācakrame tasya aufwärts stieg sein retaḥ somatvam īyivat Same, der zur Mond-Wesenheit wurde netrābhyām vāri susrāva aus den beiden Augen floss Wasser daśadhā dyotayan diśaḥ die zehn Himmelsrichtungen erhellend taṃ garbhaṃ vidhinādiṣṭā daśa devyo dadhus tataḥ / sametya dhārayām āsur na ca tāḥ samaśaknuvan // BrP_9.4 //
Jenen Fötus nahmen darauf, von der Ordnung angewiesen, zehn Göttinnen auf; sie versammelten sich und versuchten ihn zu tragen, vermochten es jedoch nicht,
Wort für Wort tam garbham vidhinā ādiṣṭāḥ jenen Fötus, von der Ordnung angewiesen daśa devyaḥ dadhuḥ tataḥ nahmen zehn Göttinnen darauf auf sametya dhārayām āsuḥ sie versammelten sich, um ihn zu tragen na ca tāḥ samaśaknuvan vermochten es jedoch nicht Die "zehn Göttinnen" sind die personifizierten Himmelsrichtungen.
yadā na dhāraṇe śaktās tasya garbhasya tā diśaḥ / tatas tābhiḥ sa tyaktas tu nipapāta vasuṃdharām // BrP_9.5 //
als jene Himmelsrichtungen nicht fähig waren, jenen Fötus zu tragen, wurde er darauf von ihnen fallen gelassen und fiel auf die Erde.
Wort für Wort yadā na dhāraṇe śaktāḥ als sie nicht fähig waren zu tragen tasya garbhasya tāḥ diśaḥ jenen Fötus, jene Himmelsrichtungen tataḥ tābhiḥ sa tyaktaḥ tu darauf wurde er von ihnen fallen gelassen nipapāta vasuṃdharām und fiel auf die Erde patitaṃ somam ālokya brahmā lokapitāmahaḥ / ratham āropayām āsa lokānāṃ hitakāmyayā // BrP_9.6 //
Den gefallenen Soma erblickend, ließ Brahmā, der Großvater der Welten, ihn auf einen Wagen steigen, um der Welten Wohl willen.
Wort für Wort patitam somam ālokya den gefallenen Soma erblickend brahmā lokapitāmahaḥ Brahmā, der Großvater der Welten ratham āropayām āsa ließ ihn auf einen Wagen steigen lokānām hitakāmyayā um der Welten Wohl willen tasmin nipatite devāḥ putre 'treḥ paramātmani / tuṣṭuvur brahmaṇaḥ putrās tathānye munisattamāḥ // BrP_9.7 //
Als jener herabgefallene Sohn Atris, das höchste Selbst, dort lag, priesen ihn die Söhne Brahmas, die Götter, und ebenso andere, o beste der Weisen,
Wort für Wort tasmin nipatite devāḥ als er da lag, die Götter putre atreḥ paramātmani der Sohn Atris, das höchste Selbst tuṣṭuvuḥ brahmaṇaḥ putrāḥ priesen ihn die Söhne Brahmas tathā anye munisattamāḥ und ebenso andere, o beste der Weisen tasya saṃstūyamānasya tejaḥ somasya bhāsvataḥ / āpyāyanāya lokānāṃ bhāvayām āsa sarvataḥ // BrP_9.8 //
und die Glutkraft jenes gepriesenen, leuchtenden Soma ließ er überall zur Stärkung der Welten wirksam werden.
Wort für Wort tasya saṃstūyamānasya jenes gepriesenen tejaḥ somasya bhāsvataḥ die Glutkraft des leuchtenden Soma āpyāyanāya lokānām zur Stärkung der Welten bhāvayām āsa sarvataḥ ließ er überall wirksam werden sa tena rathamukhyena sāgarāntāṃ vasuṃdharām / triḥsaptakṛtvo 'tiyaśāś cakārābhipradakṣiṇām // BrP_9.9 //
Er, der überaus Berühmte, umschritt mit jenem vorzüglichen Wagen die bis zum Ozean reichende Erde einundzwanzigmal rechtsherum.
Wort für Wort sa tena rathamukhyena er, mit jenem vorzüglichen Wagen sāgarāntām vasuṃdharām die bis zum Ozean reichende Erde triḥsaptakṛtvaḥ atiyaśāḥ einundzwanzigmal, der überaus Berühmte cakāra abhipradakṣiṇām umschritt rechtsherum tasya yac caritaṃ tejaḥ pṛthivīm anvapadyata / oṣadhyas tāḥ samudbhūtā yābhiḥ saṃdhāryate jagat // BrP_9.10 //
Was von seiner umherziehenden Glutkraft auf die Erde traf, daraus entstanden jene Heilkräuter, durch die die Welt erhalten wird.
Wort für Wort tasya yat caritam tejaḥ was von seiner umherziehenden Glutkraft pṛthivīm anvapadyata auf die Erde traf oṣadhyaḥ tāḥ samudbhūtāḥ daraus entstanden jene Heilkräuter yābhiḥ saṃdhāryate jagat durch die die Welt erhalten wird sa labdhatejā bhagavān saṃstavaiś ca svakarmabhiḥ / tapas tepe mahābhāgaḥ padmānāṃ darśanāya saḥ // BrP_9.11 //
Er, der erhabene, hochgesegnete, seine Glutkraft wiedererlangt habende, übte, durch Lobpreisungen und eigene Werke gestärkt, Askese, um eine Vision des Lotusgeborenen (Brahmā) zu erlangen –
Wort für Wort sa labdhatejāḥ bhagavān er, der die Glutkraft wiedererlangt hatte, der Erhabene saṃstavaiḥ ca svakarmabhiḥ durch Lobpreisungen und eigene Werke tapaḥ tepe mahābhāgaḥ übte Askese, der Hochgesegnete padmānām darśanāya saḥ er, um eine Vision des Lotusgeborenen zu erlangen [?] "padmānāṃ darśanāya" ("zum Anblick der Lotusblumen/des Lotus") ist wörtlich unklar; hier als Anspielung auf Brahmā ("padmayoni", der Lotusgeborene) gedeutet, passend zum folgenden Vers, in dem Brahmā ihm die Herrschaft überträgt.
tatas tasmai dadau rājyaṃ brahmā brahmavidāṃ varaḥ / bījauṣadhīnāṃ viprāṇām apāṃ ca munisattamāḥ // BrP_9.12 //
Darauf gab ihm Brahmā, der beste der Brahman-Kenner, die Herrschaft über die Samen und Heilkräuter, über die Brahmanen und über die Gewässer, o beste der Weisen.
Wort für Wort tataḥ tasmai dadau rājyam darauf gab ihm die Herrschaft brahmā brahmavidām varaḥ Brahmā, der beste der Brahman-Kenner bījauṣadhīnām viprāṇām über die Samen und Heilkräuter, über die Brahmanen apām ca munisattamāḥ und über die Gewässer, o beste der Weisen sa tat prāpya mahārājyaṃ somaḥ saumyavatāṃ varaḥ / samājahre rājasūyaṃ sahasraśatadakṣiṇam // BrP_9.13 //
Er, nachdem er jene große Herrschaft erlangt hatte, Soma, der beste der Sanftmütigen, vollzog das Rājasūya-Opfer mit hunderttausendfachen Opfergaben.
Wort für Wort sa tat prāpya mahārājyam er, nachdem er jene große Herrschaft erlangt hatte somaḥ saumyavatām varaḥ Soma, der beste der Sanftmütigen samājahre rājasūyam vollzog das Rājasūya-Opfer sahasraśatadakṣiṇam mit hunderttausendfachen Opfergaben dakṣiṇām adadāt somas trīṃl lokān iti naḥ śrutam / tebhyo brahmarṣimukhyebhyaḥ sadasyebhyaś ca bho dvijāḥ // BrP_9.14 //
Als Opfergabe gab Soma die drei Welten, so haben wir gehört, jenen führenden Brahmanen-Weisen und den Opferversammlungsteilnehmern, o Brahmanen,
Wort für Wort dakṣiṇām adadāt somaḥ als Opfergabe gab Soma trīn lokān iti naḥ śrutam die drei Welten, so haben wir gehört tebhyaḥ brahmarṣimukhyebhyaḥ jenen führenden Brahmanen-Weisen sadasyebhyaḥ ca bho dvijāḥ und den Opferversammlungsteilnehmern, o Brahmanen hiraṇyagarbho brahmātrir bhṛguś ca ṛtvijo 'bhavat / sadasyo 'bhūd dharis tatra munibhir bahubhir vṛtaḥ // BrP_9.15 //
Hiraṇyagarbha (Brahmā), Atri und Bhṛgu wurden zu Opferpriestern; Hari (Viṣṇu) wurde dort zum Versammlungsteilnehmer, umgeben von vielen Weisen.
Wort für Wort hiraṇyagarbhaḥ brahmā atriḥ Hiraṇyagarbha, Brahmā, Atri bhṛguḥ ca ṛtvijaḥ abhavat und Bhṛgu wurden zu Opferpriestern sadasyaḥ abhūt hariḥ tatra zum Versammlungsteilnehmer wurde dort Hari munibhiḥ bahubhiḥ vṛtaḥ umgeben von vielen Weisen taṃ sinīś ca kuhūś caiva dyutiḥ puṣṭiḥ prabhā vasuḥ / kīrtir dhṛtiś ca lakṣmīś ca nava devyaḥ siṣevire // BrP_9.16 //
Ihn bedienten Sinīvālī und Kuhū, Dyuti, Puṣṭi, Prabhā, Vasu, Kīrti, Dhṛti und Lakṣmī – neun Göttinnen.
Wort für Wort tam sinīḥ ca kuhūḥ caiva ihn Sinīvālī und Kuhū dyutiḥ puṣṭiḥ prabhā vasuḥ Dyuti, Puṣṭi, Prabhā, Vasu kīrtiḥ dhṛtiḥ ca lakṣmīḥ ca Kīrti, Dhṛti und Lakṣmī nava devyaḥ siṣevire neun Göttinnen bedienten (ihn) Sinīvālī und Kuhū sind Göttinnen der Mondphasen (Neumondtage), thematisch passend zum Soma/Mond-Kontext.
prāpyāvabhṛtham apy agryaṃ sarvadevarṣipūjitaḥ / virarājādhirājendro daśadhā bhāsayan diśaḥ // BrP_9.17 //
Nachdem er auch das vorzügliche Abschlussbad erlangt hatte, erstrahlte er, von allen Göttern und Weisen verehrt, als Oberkönig der Könige, die zehn Himmelsrichtungen erhellend.
Wort für Wort prāpya avabhṛtham api agryam nachdem er auch das vorzügliche Abschlussbad erlangt hatte sarvadevarṣipūjitaḥ von allen Göttern und Weisen verehrt virarāja adhirājendraḥ erstrahlte er als Oberkönig der Könige daśadhā bhāsayan diśaḥ die zehn Himmelsrichtungen erhellend tasya tat prāpya duṣprāpyam aiśvaryam ṛṣisatkṛtam / vibabhrāma matis tātā vinayād anayāhṛtā // BrP_9.18 //
Nachdem er jene schwer erlangbare, von den Weisen verliehene Herrschermacht erlangt hatte, geriet sein Verstand, o Verehrte, durch jene Zügellosigkeit, von Unrecht ergriffen, in Verwirrung.
Wort für Wort tasya tat prāpya duṣprāpyam nachdem er jene schwer erlangbare erlangt hatte aiśvaryam ṛṣisatkṛtam Herrschermacht, von den Weisen verliehen vibabhrāma matiḥ tātā geriet sein Verstand in Verwirrung, o Verehrte vinayāt anayā āhṛtā durch Zügellosigkeit, von Unrecht ergriffen [?] Die Textstelle "tātā- vinayād anayāhṛtā" ist im Original mit einem Zeilenumbruch mitten im Wort überliefert (vermutlich "tad-avinayāt", "durch jene Zügellosigkeit"); hier entsprechend rekonstruiert.
bṛhaspateḥ sa vai bhāryām aiśvaryamadamohitaḥ / jahāra tarasā somo vimatyāṅgirasaḥ sutam // BrP_9.19 //
Er, vom Rausch der Herrschermacht verblendet, raubte gewaltsam die Gattin des Bṛhaspati, des Sohnes des Aṅgiras, entgegen dessen Willen, er, Soma.
Wort für Wort bṛhaspateḥ sa vai bhāryām er (raubte) fürwahr die Gattin des Bṛhaspati aiśvaryamadamohitaḥ vom Rausch der Herrschermacht verblendet jahāra tarasā somaḥ raubte gewaltsam Soma vimatyā aṅgirasaḥ sutam entgegen dem Willen des Sohnes des Aṅgiras Beginn der berühmten Tārā-Episode: Soma raubt Bṛhaspatis (des Priesters der Götter) Gattin Tārā.
sa yācyamāno devaiś ca tathā devarṣibhir muhuḥ / naiva vyasarjayat tārāṃ tasmāy aṅgirase tadā // BrP_9.20 //
Er, obwohl wiederholt von den Göttern und ebenso von den Götterweisen gebeten, gab die Tārā jenem Aṅgirasa dennoch nicht zurück.
Wort für Wort sa yācyamānaḥ devaiḥ ca er, obwohl gebeten von den Göttern tathā devarṣibhiḥ muhuḥ und ebenso wiederholt von den Götterweisen na eva vyasarjayat tārām gab die Tārā dennoch nicht zurück tasmai aṅgirase tadā jenem Aṅgirasa da uśanā tasya jagrāha pārṣṇim aṅgirasas tadā / rudraś ca pārṣṇiṃ jagrāha gṛhītvājagavaṃ dhanuḥ // BrP_9.21 //
Uśanas (Śukra) ergriff da für ihn die Ferse, gegen den Aṅgirasa; und Rudra ergriff dessen Ferse, nachdem er den Ajagava-Bogen ergriffen hatte.
Wort für Wort uśanā tasya jagrāha Uśanas ergriff für ihn pārṣṇim aṅgirasaḥ tadā die Ferse, gegen den Aṅgirasa, da rudraḥ ca pārṣṇim jagrāha und Rudra ergriff die Ferse gṛhītvā ājagavam dhanuḥ nachdem er den Ajagava-Bogen ergriffen hatte "Die Ferse ergreifen" (pārṣṇiṃ grah-) ist eine militärische Redewendung für "jemandem im Rücken/als Verbündeter beistehen": Uśanas (Śukra) stellt sich auf Somas Seite, Rudra auf die des Aṅgirasa/Bṛhaspati.
tena brahmaśiro nāma paramāstraṃ mahātmanā / uddiśya devān utsṛṣṭaṃ yenaiṣāṃ nāśitaṃ yaśaḥ // BrP_9.22 //
Von ihm, dem Hochgesinnten, wurde die höchste Waffe namens „Brahmaśiras“, auf die Götter gerichtet, abgeschossen, wodurch deren Ruhm vernichtet wurde.
Wort für Wort tena brahmaśiraḥ nāma von ihm, die "Brahmaśiras" genannte paramāstram mahātmanā höchste Waffe, von dem Hochgesinnten uddiśya devān utsṛṣṭam auf die Götter gerichtet, abgeschossen yena eṣām nāśitam yaśaḥ wodurch deren Ruhm vernichtet wurde tatra tad yuddham abhavat prakhyātaṃ tārakāmayam / devānāṃ dānavānāṃ ca lokakṣayakaraṃ mahat // BrP_9.23 //
Dort entstand jener berühmte, „um Tārās willen“ genannte Krieg, der große, welt-verheerende, der Götter und Dānavas,
Wort für Wort tatra tat yuddham abhavat dort entstand jener Krieg prakhyātam tārakāmayam der berühmte, "um Tārās willen" (genannte) devānām dānavānām ca der Götter und Dānavas lokakṣayakaram mahat der große, welt-verheerende Ätiologie des Namens "Tārakāmaya-Yuddha" ("der Tārā-willen-Krieg") für diesen kosmischen Konflikt.
tatra śiṣṭās tu ye devāḥ tuṣitāś caiva ye dvijāḥ / brahmāṇaṃ śaraṇaṃ jagmur ādidevaṃ sanātanam // BrP_9.24 //
dort suchten die übrig gebliebenen Götter, und ebenso die Tuṣita-Götter, Zuflucht bei Brahmā, dem uranfänglichen, ewigen Gott.
Wort für Wort tatra śiṣṭāḥ tu ye devāḥ dort die übrig gebliebenen Götter tuṣitāḥ caiva ye dvijāḥ und ebenso die Tuṣita-(Götter) brahmāṇam śaraṇam jagmuḥ suchten Zuflucht bei Brahmā ādidevam sanātanam dem uranfänglichen, ewigen Gott tadā nivāryośanasaṃ taṃ vai rudraṃ ca śaṃkaram / dadāv aṅgirase tārāṃ svayam eva pitāmahaḥ // BrP_9.25 //
Da, nachdem er Uśanas und jenen Rudra-Śaṃkara zurückgehalten hatte, gab der Großvater selbst dem Aṅgirasa die Tārā zurück.
Wort für Wort tadā nivārya uśanasam da, nachdem er Uśanas zurückgehalten hatte tam vai rudram ca śaṃkaram und jenen Rudra-Śaṃkara dadau aṅgirase tārām gab dem Aṅgirasa die Tārā svayam eva pitāmahaḥ der Großvater selbst tām antaḥprasavāṃ dṛṣṭvā kruddhaḥ prāha bṛhaspatiḥ / madīyāyāṃ na te yonau garbho dhāryaḥ kathaṃcana // BrP_9.26 //
Sie, als schwanger erblickend, sprach der zornige Bṛhaspati: „In meinem Schoß darf keinesfalls dieser Fötus getragen werden!“
Wort für Wort tām antaḥprasavām dṛṣṭvā sie, als schwanger erblickend kruddhaḥ prāha bṛhaspatiḥ sprach der zornige Bṛhaspati madīyāyām na te yonau in meinem Schoß nicht garbhaḥ dhāryaḥ kathaṃcana darf der Fötus keinesfalls getragen werden iṣīkāstambam āsādya garbhaṃ sā cotsasarja ha / jātamātraḥ sa bhagavān devānām ākṣipad vapuḥ // BrP_9.27 //
Sie begab sich zu einem Schilfrohr-Busch und stieß den Fötus aus; kaum geboren, überstrahlte jener erhabene Knabe die Gestalt der Götter.
Wort für Wort iṣīkāstambam āsādya zu einem Schilfrohr-Busch sich begebend garbham sā ca utsasarja ha stieß sie den Fötus aus jātamātraḥ sa bhagavān kaum geboren, jener Erhabene devānām ākṣipat vapuḥ überstrahlte die Gestalt der Götter tataḥ saṃśayam āpannās tārām ūcuḥ surottamāḥ / satyaṃ brūhi sutaḥ kasya somasyātha bṛhaspateḥ // BrP_9.28 //
Darauf, in Zweifel geraten, sprachen die besten der Götter zu Tārā: „Sag die Wahrheit: wessen Sohn ist er, Somas oder Bṛhaspatis?“
Wort für Wort tataḥ saṃśayam āpannāḥ darauf, in Zweifel geraten tārām ūcuḥ surottamāḥ sprachen die besten der Götter zu Tārā satyam brūhi sutaḥ kasya sage die Wahrheit, wessen Sohn somasya atha bṛhaspateḥ Somas oder Bṛhaspatis pṛcchyamānā yadā devair nāha sā vibudhān kila / tadā tāṃ śaptum ārabdhaḥ kumāro dasyuhantamaḥ // BrP_9.29 //
Als sie, von den Göttern befragt, den Weisen nichts sagte, begann da der Knabe, der beste Feindevernichter, sie zu verfluchen.
Wort für Wort pṛcchyamānā yadā devaiḥ als sie, von den Göttern befragt na āha sā vibudhān kila nichts sagte den Weisen tadā tām śaptum ārabdhaḥ da begann er, sie zu verfluchen kumāraḥ dasyuhantamaḥ der Knabe, der beste Feindevernichter taṃ nivārya tato brahmā tārāṃ papraccha saṃśayam / yad atra tathyaṃ tad brūhi tāre kasya sutas tv ayam // BrP_9.30 //
Nachdem er ihn zurückgehalten hatte, fragte darauf Brahmā die Tārā nach dem Zweifel: „Was hier wahr ist, das sage, Tārā: wessen Sohn ist dieser?“
Wort für Wort tam nivārya tataḥ brahmā nachdem er ihn zurückgehalten hatte, darauf Brahmā tārām papraccha saṃśayam fragte Tārā nach dem Zweifel yat atra tathyam tat brūhi was hier wahr ist, das sage tāre kasya sutaḥ tu ayam Tārā, wessen Sohn ist dieser uvāca prāñjaliḥ sā taṃ somasyeti pitāmaham / tadā taṃ mūrdhni cāghrāya somo rājā sutaṃ prati // BrP_9.31 //
Sie sprach, mit gefalteten Händen, zu jenem Großvater: „Somas!“ Da, nachdem er ihn am Scheitel geküsst hatte, gab der König Soma seinem Sohn
Wort für Wort uvāca prāñjaliḥ sā tam sie sprach, mit gefalteten Händen, zu jenem somasya iti pitāmaham "Somas" zum Großvater tadā tam mūrdhni ca āghrāya da, nachdem er ihn am Scheitel geküsst hatte somaḥ rājā sutam prati gab der König Soma dem Sohn gegenüber budha ity akaron nāma tasya bālasya dhīmataḥ / pratikūlaṃ ca gagane samabhyuttiṣṭhate budhaḥ // BrP_9.32 //
den Namen „Budha“ für jenen klugen Knaben; und entgegengesetzt dem gewöhnlichen Lauf erhebt sich Budha (der Planet Merkur) am Himmel.
Wort für Wort budhaḥ iti akarot nāma "Budha" machte er zum Namen tasya bālasya dhīmataḥ für jenen klugen Knaben pratikūlam ca gagane und entgegengesetzt am Himmel samabhyuttiṣṭhate budhaḥ erhebt sich Budha Ätiologie des Namens Budha ("der Kluge", auch Name des Planeten Merkur, dessen scheinbar rückläufige/entgegengesetzte Bahn hier angesprochen wird).
utpādayām āsa tadā putraṃ vairājaputrikam / tasyāpatyaṃ mahātejā babhūvailaḥ purūravāḥ // BrP_9.33 //
Er (Budha) zeugte darauf mit der Tochter des Vairāja (Ilā) einen Sohn; dessen Nachkomme, von großer Glutkraft, war Purūravas, der Sohn der Ilā,
Wort für Wort utpādayām āsa tadā er zeugte darauf putram vairājaputrikam einen Sohn mit der Tochter des Vairāja tasya apatyam mahātejāḥ dessen Nachkomme, von großer Glutkraft babhūva ailaḥ purūravāḥ war Purūravas, der Sohn der Ilā Wiederaufnahme der Ilā/Budha/Purūravas-Geschichte aus Kap. 7 (v.16) im Kontext der Soma-Genealogie.
urvaśyāṃ jajñire yasya putrāḥ sapta mahātmanaḥ / etat somasya vo janma kīrtitaṃ kīrtivardhanam // BrP_9.34 //
dessen Söhne, sieben hochgesinnte, mit Urvaśī gezeugt wurden. Dies ist die ruhmesmehrende Geburtsgeschichte des Soma, euch verkündet.
Wort für Wort urvaśyām jajñire yasya mit Urvaśī wurden dessen (Söhne) gezeugt putrāḥ sapta mahātmanaḥ sieben hochgesinnte Söhne etat somasya vaḥ janma dies ist die Geburtsgeschichte des Soma, euch kīrtitam kīrtivardhanam verkündet, die ruhmesmehrende vaṃśam asya muniśreṣṭhāḥ kīrtyamānaṃ nibodhata / dhanyam āyuṣyam ārogyaṃ puṇyaṃ saṃkalpasādhanam // BrP_9.35 //
Vernehmt, o beste der Weisen, das nun zu verkündende Geschlecht dieses Soma – dessen Rezitation Glück, Lebenskraft, Gesundheit, Verdienst und die Erfüllung von Wünschen bringt;
Wort für Wort vaṃśam asya muniśreṣṭhāḥ das Geschlecht dieses, o beste der Weisen kīrtyamānam nibodhata vernehmt, das nun verkündet wird dhanyam āyuṣyam ārogyam Glück, Lebenskraft, Gesundheit puṇyam saṃkalpasādhanam Verdienst, die Erfüllung von Wünschen (bringend) somasya janma śrutvaiva pāpebhyo vipramucyate // BrP_9.36 //
schon durch das bloße Hören der Geburt des Soma wird man von Sünden befreit.
Wort für Wort somasya janma śrutvā eva schon durch das bloße Hören der Geburt des Soma pāpebhyaḥ vipramucyate wird man von Sünden befreit Abschließende Phalaśruti; der Vers steht im Original mit einer editorischen Markierung (*) versehen.
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