Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 151: nimnabhedatīrthamāhātmyavarṇanam Die Größe des Nimnabheda-Tīrtha (König Purūravas, Urvaśī und Vasiṣṭhas tröstender Rat)

König Aila (Purūravas) verliebt sich in die Apsaras Urvaśī und verliert sie, als sie ihn wider die vereinbarte Bedingung unbekleidet erblickt. Von Schmerz überwältigt, wird er von seinem Hauspriester Vasiṣṭha mit einer Rede über die Wankelmütigkeit der Frauen und die einzige Zuflucht bei Śiva, Viṣṇu und der Gautamī getröstet. Er begibt sich an die Gautamī, verehrt die Götter und vollzieht zahlreiche Opfer, wodurch die Veda- (Yajña-)Insel entsteht, wo Urvaśī fortan an jedem Vollmond erscheint. Ursprung des Nimnabheda-Tīrtha (auch Aila-, Purūravas- oder Vāsiṣṭha-Tīrtha) - benannt nach der 'Durchbrechung des Makels' der Verhaftung an Urvaśī durch Vasiṣṭha und die Gaṅgā - mit 700 weiteren Tīrthas.

{brahmovāca:} nimnabhedam iti khyātaṃ sarvapāpapraṇāśanam / gaṅgāyā uttare pāre tīrthaṃ trailokyaviśrutam //

Brahmā sprach: Es gibt eine als Nimnabheda bekannte, alle Sünden vernichtende Tīrtha, berühmt in den drei Welten, am Nordufer der Gaṅgā.

Wort für Wort
nimnabhedam iti khyātaṃ sarvapāpapraṇāśanam
Nimnabheda genannt, alle Sünden vernichtend
gaṅgāyā uttare pāre tīrthaṃ trailokyaviśrutam
am Nordufer der Gaṅgā (ist) die Tīrtha, berühmt in den drei Welten

yasya saṃsmaraṇenāpi sarvapāpakṣayo bhavet / vedadvīpaś ca tatraiva darśanād vedavid bhavet //

Durch deren bloßes Gedenken entsteht die Vernichtung aller Sünden; und eben dort, durch den Anblick der Veda-Insel, wird man vedakundig.

Wort für Wort
yasya saṃsmaraṇenāpi sarvapāpakṣayo bhavet
durch deren bloßes Gedenken entsteht die Vernichtung aller Sünden
vedadvīpaś ca tatraiva darśanād vedavid bhavet
und eben dort wird man durch den Anblick der Veda-Insel vedakundig

urvaśīṃ cakame rājā ailaḥ paramadhārmikaḥ / ko na moham upāyāti vilokya madirekṣaṇām //

Der König Aila, höchst rechtschaffen, verliebte sich in Urvaśī. Wer verfällt nicht der Verblendung beim Anblick einer Berauschend-Äugigen?

Wort für Wort
urvaśīṃ cakame rājā ailaḥ paramadhārmikaḥ
der König Aila, höchst rechtschaffen, verliebte sich in Urvaśī
ko na moham upāyāti vilokya madirekṣaṇām
wer verfällt nicht der Verblendung beim Anblick einer Berauschend-Äugigen?

sā prāyād yatra rājāsau ghṛtaṃ stokaṃ samaśnute / ānagnadarśanāt kṛtvā tasyāḥ kālāvadhiṃ nṛpaḥ //

Sie ging mit ihm, wo jener König etwas Ghee zu sich nimmt. Der König hatte mit ihr die Bedingung vereinbart, dass sie bis zum Anblick seiner Nacktheit bei ihm bleiben würde.

Wort für Wort
sā prāyād yatra rājāsau ghṛtaṃ stokaṃ samaśnute
sie ging (mit ihm), wo jener König etwas Ghee zu sich nimmt
ānagnadarśanāt kṛtvā tasyāḥ kālāvadhiṃ nṛpaḥ
der König hatte mit ihr die Bedingung bis zum Anblick der Nacktheit vereinbart

[Anm.: Anspielung auf den bekannten Mythos von Purūravas' Bedingung mit Urvaśī (u.a. dass er sich ihr nie unbekleidet zeigen dürfe); hier knapp und eigen formuliert.]

tāṃ svīcakāra lalanāṃ yūnāṃ ramyāṃ navāṃ navām / suptāyāṃ śayane tasyāṃ samuttasthau purūravāḥ //

Er machte sie, die anmutige, unter den Jungen entzückende, sich stets erneuernde Frau, zu seiner Gattin. Als sie im Bett schlief, erhob sich Purūravas...

Wort für Wort
tāṃ svīcakāra lalanāṃ yūnāṃ ramyāṃ navāṃ navām
er machte sie zu seiner Gattin, die anmutige, unter den Jungen entzückende, stets neue Frau
suptāyāṃ śayane tasyāṃ samuttasthau purūravāḥ
als sie im Bett schlief, erhob sich Purūravas

vilokya taṃ vivasanaṃ tadaivāsau vinirgatā / vidyuccañcalacittānāṃ kva sthairyaṃ nanu yoṣitām //

Als sie ihn unbekleidet erblickte, entschwand sie sogleich. Wo ist wohl Beständigkeit bei Frauen, deren Sinn wandelbar ist wie der Blitz?

Wort für Wort
vilokya taṃ vivasanaṃ tadaivāsau vinirgatā
als sie ihn unbekleidet erblickte, entschwand sie sogleich
vidyuccañcalacittānāṃ kva sthairyaṃ nanu yoṣitām
wo ist wohl Beständigkeit bei Frauen, deren Sinn wandelbar wie der Blitz ist?

īkṣāṃ cakre sa śarvaryāṃ vivastro vismito mahān / etasminn antare rājā yuddhāyāgād ripūn prati //

Er blickte in der Nacht umher, unbekleidet, überaus erstaunt. Unterdessen zog der König in den Kampf gegen seine Feinde.

Wort für Wort
īkṣāṃ cakre sa śarvaryāṃ vivastro vismito mahān
er blickte in der Nacht umher, unbekleidet, überaus erstaunt
etasminn antare rājā yuddhāyāgād ripūn prati
unterdessen zog der König in den Kampf gegen seine Feinde

tāñ jitvā punar apy āgād devalokaṃ supūjitam / sa cāgatya mahārājo vasiṣṭhāc ca purodhasaḥ //

Nachdem er sie besiegt hatte, gelangte er wieder zur hochverehrten Götterwelt. Und der große König, dorthin zurückgekehrt, hörte von seinem Hauspriester Vasiṣṭha...

Wort für Wort
tāñ jitvā punar apy āgād devalokaṃ supūjitam
nachdem er sie besiegt hatte, gelangte er wieder zur hochverehrten Götterwelt
sa cāgatya mahārājo vasiṣṭhāc ca purodhasaḥ
und der große König, zurückgekehrt, von seinem Hauspriester Vasiṣṭha

urvaśyā gamanaṃ śrutvā tato duḥkhasamanvitaḥ / na juhoti na cāśnāti na śṛṇoti na paśyati //

...vom Weggang Urvaśīs. Darauf, von Schmerz erfüllt, opferte er nicht mehr, aß nicht mehr, hörte nicht mehr, sah nicht mehr.

Wort für Wort
urvaśyā gamanaṃ śrutvā tato duḥkhasamanvitaḥ
vom Weggang Urvaśīs (hörend), darauf von Schmerz erfüllt
na juhoti na cāśnāti na śṛṇoti na paśyati
opferte er nicht, aß nicht, hörte nicht, sah nicht

etasminn antare tatra mṛtāvasthaṃ nṛpottamam / bodhayām āsa vākyaiś ca hetubhūtaiḥ purohitaḥ //

Währenddessen belehrte der Hauspriester den in totenähnlichem Zustand befindlichen besten der Könige mit vernunftgemäßen Worten.

Wort für Wort
etasminn antare tatra mṛtāvasthaṃ nṛpottamam
währenddessen den in totenähnlichem Zustand befindlichen besten der Könige
bodhayām āsa vākyaiś ca hetubhūtaiḥ purohitaḥ
belehrte der Hauspriester mit vernunftgemäßen Worten

{vasiṣṭha uvāca:} sā mṛtādya mahārāja mā vyathasva mahāmate / evaṃ sthitaṃ tu mā tvāṃ vai aśivāḥ spṛśyur āśugāḥ //

Vasiṣṭha sprach: Sie ist heute für dich wie gestorben, großer König; betrübe dich nicht, Hochgesinnter. Wenn du so verharrst, mögen dich die unheilvollen, raschen Mächte nicht berühren.

Wort für Wort
sā mṛtādya mahārāja mā vyathasva mahāmate
sie ist heute (für dich) wie gestorben, großer König; betrübe dich nicht, Hochgesinnter
evaṃ sthitaṃ tu mā tvāṃ vai aśivāḥ spṛśyur āśugāḥ
wenn du so verharrst, mögen dich die unheilvollen, raschen (Mächte) nicht berühren

na vai straiṇāni jānīṣe hṛdayāni mahāmate / śālāvṛkāṇāṃ yādṝṃśi tasmāt tvaṃ bhūpa mā śucaḥ //

Du kennst wohl nicht die Herzen der Frauen, o Hochgesinnter, wie sie denen der Wölfinnen gleichen; darum, o König, betrübe dich nicht.

Wort für Wort
na vai straiṇāni jānīṣe hṛdayāni mahāmate
du kennst wohl nicht die Herzen der Frauen, o Hochgesinnter
śālāvṛkāṇāṃ yādṝṃśi tasmāt tvaṃ bhūpa mā śucaḥ
wie sie denen der Wölfinnen gleichen; darum, o König, betrübe dich nicht

ko nāma loke rājendra kāminībhir na vañcitaḥ / vañcakatvaṃ nṛśaṃsatvaṃ cañcalatvaṃ kuśīlatā //

Wer, o Herrscher der Könige, wird in der Welt nicht von Frauen der Begierde betrogen? Betrügerisches Wesen, Grausamkeit, Wankelmut, schlechter Charakter...

Wort für Wort
ko nāma loke rājendra kāminībhir na vañcitaḥ
wer wird in der Welt, o Herrscher der Könige, nicht von Frauen der Begierde betrogen?
vañcakatvaṃ nṛśaṃsatvaṃ cañcalatvaṃ kuśīlatā
betrügerisches Wesen, Grausamkeit, Wankelmut, schlechter Charakter

iti svābhāvikaṃ yāsāṃ tāḥ kathaṃ sukhahetavaḥ / kālena ko na nihataḥ ko 'rthī gauravam āgataḥ //

...das ist ihre Natur - wie könnten sie Ursache des Glücks sein? Wer wurde nicht von der Zeit besiegt? Welcher Bittsteller erlangte Ansehen?

Wort für Wort
iti svābhāvikaṃ yāsāṃ tāḥ kathaṃ sukhahetavaḥ
das ist ihre Natur - wie könnten sie Ursache des Glücks sein?
kālena ko na nihataḥ ko 'rthī gauravam āgataḥ
wer wurde nicht von der Zeit besiegt? welcher Bittsteller erlangte Ansehen?

śriyā na bhrāmitaḥ ko vā yoṣidbhiḥ ko na khaṇḍitaḥ / svapnamāyopamā rājan madaviplutacetasaḥ //

Wer wurde nicht vom Glücksgut verwirrt, wer nicht von Frauen zerteilt? Sie gleichen, o König, einem Traum oder einer Illusion für die, deren Verstand vom Rausch überflutet ist.

Wort für Wort
śriyā na bhrāmitaḥ ko vā yoṣidbhiḥ ko na khaṇḍitaḥ
wer wurde nicht vom Glücksgut verwirrt, wer nicht von Frauen zerteilt?
svapnamāyopamā rājan madaviplutacetasaḥ
sie gleichen, o König, einem Traum oder einer Illusion für die, deren Sinn vom Rausch überflutet ist

sukhāya yoṣitaḥ kasya jñātvaitad vijvaro bhava / vihāya śaṃkaraṃ viṣṇuṃ gautamīṃ vā mahāmate / duḥkhināṃ śaraṇaṃ nānyad vidyate bhuvanatraye //

Wessen Glück bewirken Frauen wirklich? Erkenne dies und werde frei von Leid. Außer Śaṃkara, Viṣṇu oder der Gautamī, o Hochgesinnter, gibt es für die Leidenden keine andere Zuflucht in den drei Welten.

Wort für Wort
sukhāya yoṣitaḥ kasya jñātvaitad vijvaro bhava
wessen Glück bewirken Frauen wirklich? erkenne dies und werde frei von Leid
vihāya śaṃkaraṃ viṣṇuṃ gautamīṃ vā mahāmate
außer Śaṃkara, Viṣṇu oder der Gautamī, o Hochgesinnter
duḥkhināṃ śaraṇaṃ nānyad vidyate bhuvanatraye
gibt es für die Leidenden keine andere Zuflucht in den drei Welten

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Original.]

{brahmovāca:} etac chrutvā tato rājā duḥkhaṃ saṃhṛtya yatnataḥ / gautamyā madhyasaṃstho 'sāv ailaḥ paramadhārmikaḥ //

Brahmā sprach: Als der König dies gehört hatte, unterdrückte er mühevoll seinen Schmerz, und jener höchst rechtschaffene Aila begab sich mitten an die Gautamī.

Wort für Wort
etac chrutvā tato rājā duḥkhaṃ saṃhṛtya yatnataḥ
als der König dies gehört hatte, unterdrückte er mühevoll seinen Schmerz
gautamyā madhyasaṃstho 'sāv ailaḥ paramadhārmikaḥ
jener höchst rechtschaffene Aila begab sich mitten an die Gautamī

tatra cārādhayām āsa śivaṃ devaṃ janārdanam / brahmāṇaṃ bhāskaraṃ gaṅgāṃ devān anyāṃś ca yatnataḥ //

Dort verehrte er eifrig den Gott Śiva, Janārdana, Brahmā, Bhāskara, die Gaṅgā und andere Götter.

Wort für Wort
tatra cārādhayām āsa śivaṃ devaṃ janārdanam
dort verehrte er den Gott Śiva, Janārdana
brahmāṇaṃ bhāskaraṃ gaṅgāṃ devān anyāṃś ca yatnataḥ
Brahmā, Bhāskara, die Gaṅgā und andere Götter, eifrig

yo vipanno na tīrthāni devatāś ca na sevate / sa kālavaśago jantuḥ kāṃ daśām anuyāsyati //

Wer, ins Unglück geraten, die Tīrthas und Gottheiten nicht verehrt - welchen Zustand wird ein solches, der Zeit unterworfenes Wesen wohl erlangen?

Wort für Wort
yo vipanno na tīrthāni devatāś ca na sevate
wer, ins Unglück geraten, die Tīrthas und Gottheiten nicht verehrt
sa kālavaśago jantuḥ kāṃ daśām anuyāsyati
welchen Zustand wird ein solches, der Zeit unterworfenes Wesen erlangen?

tadīśvaraikaśaraṇo gautamīsevanotsukaḥ / parāṃ śraddhām upagataḥ saṃsārāsthāparāṅmukhaḥ //

Allein auf jenen Herrn als Zuflucht bauend, eifrig um den Dienst an der Gautamī bemüht, zu höchstem Glauben gelangt, dem Verlangen nach weltlichem Dasein abgewandt,

Wort für Wort
tadīśvaraikaśaraṇo gautamīsevanotsukaḥ
allein auf jenen Herrn als Zuflucht bauend, eifrig um den Dienst an der Gautamī bemüht
parāṃ śraddhām upagataḥ saṃsārāsthāparāṅmukhaḥ
zu höchstem Glauben gelangt, dem Verlangen nach weltlichem Dasein abgewandt

īje yajñāṃś ca bahulān ṛtvigbhir bahudakṣiṇān / vedadvīpo 'bhavat tena yajñadvīpaḥ sa ucyate //

vollzog er viele Opfer mit Priestern und reichen Priestergaben. Dadurch entstand die Veda-Insel, die auch Yajña-Insel genannt wird.

Wort für Wort
īje yajñāṃś ca bahulān ṛtvigbhir bahudakṣiṇān
er vollzog viele Opfer mit Priestern und reichen Priestergaben
vedadvīpo 'bhavat tena yajñadvīpaḥ sa ucyate
dadurch entstand die Veda-Insel, die auch Yajña-Insel genannt wird

paurṇamāsyāṃ tu śarvaryāṃ tatrāyāti sadorvaśī / tasya dīpasya yaḥ kuryāt pradakṣiṇam atho naraḥ //

An der Vollmondnacht kommt dort stets Urvaśī hin. Wer diese Insel umschreitet...

Wort für Wort
paurṇamāsyāṃ tu śarvaryāṃ tatrāyāti sadorvaśī
an der Vollmondnacht kommt dort stets Urvaśī hin
tasya dīpasya yaḥ kuryāt pradakṣiṇam atho naraḥ
wer diese Insel umschreitet, ein solcher Mensch

[Anm.: 'dīpasya' hier vermutlich als Variante zu 'dvīpa' (Insel) zu verstehen, im Sinne der zuvor genannten Veda-/Yajña-Insel.]

pradakṣiṇīkṛtā tena pṛthivī sāgarāmbarā / vedānāṃ smaraṇaṃ tatra yajñānāṃ smaraṇaṃ tathā //

...von ihm wird die Erde mit ihrem Meeresgewand gleichsam umschritten. Dort ist das Gedenken an die Veden ebenso wirksam wie das Gedenken an die Opfer.

Wort für Wort
pradakṣiṇīkṛtā tena pṛthivī sāgarāmbarā
von ihm wird die Erde mit ihrem Meeresgewand gleichsam umschritten
vedānāṃ smaraṇaṃ tatra yajñānāṃ smaraṇaṃ tathā
dort ist das Gedenken an die Veden ebenso (wirksam) wie das Gedenken an die Opfer

sukṛtī tatra yaḥ kuryād vedayajñaphalaṃ labhet / ailatīrthaṃ tu taj jñeyaṃ tad eva ca purūravam //

Wer dort fromme Werke vollzieht, erlangt die Frucht von Veda und Opfer. Man kennt diese Tīrtha als Aila-Tīrtha, ebenso als Purūravas-Tīrtha.

Wort für Wort
sukṛtī tatra yaḥ kuryād vedayajñaphalaṃ labhet
wer dort fromme Werke vollzieht, erlangt die Frucht von Veda und Opfer
ailatīrthaṃ tu taj jñeyaṃ tad eva ca purūravam
man kennt diese Tīrtha als Aila-Tīrtha, ebenso als Purūravas-Tīrtha

vāsiṣṭhaṃ cāpi tat tu syān nimnabhedaṃ tad ucyate / aile rājñi na kiṃcit syān nimnaṃ sarveṣu karmasu //

Auch als Vāsiṣṭha-Tīrtha wird sie bezeichnet, ebenso als Nimnabheda. Beim König Aila gab es in keiner seiner Handlungen mehr einen Makel.

Wort für Wort
vāsiṣṭhaṃ cāpi tat tu syān nimnabhedaṃ tad ucyate
auch als Vāsiṣṭha-Tīrtha wird sie bezeichnet, ebenso als Nimnabheda
aile rājñi na kiṃcit syān nimnaṃ sarveṣu karmasu
beim König Aila gab es in keiner seiner Handlungen mehr einen Makel

[Anm.: 'nimna' wörtlich 'Vertiefung/Niedrigkeit', hier im übertragenen Sinn von 'Makel/Schwäche' verstanden, im Zusammenhang mit der folgenden Erklärung des Namens Nimnabheda ('Durchbrechung des Makels').]

yad etan nimnam urvaśyāṃ sarvabhāvena vartanam / tac cāpi bheditaṃ nimnaṃ vasiṣṭhena ca gaṅgayā //

Dieser Makel - das gänzliche Verhaftetsein an Urvaśī - auch dieser Makel wurde von Vasiṣṭha und der Gaṅgā durchbrochen.

Wort für Wort
yad etan nimnam urvaśyāṃ sarvabhāvena vartanam
dieser Makel, das gänzliche Verhaftetsein an Urvaśī
tac cāpi bheditaṃ nimnaṃ vasiṣṭhena ca gaṅgayā
auch dieser Makel wurde von Vasiṣṭha und der Gaṅgā durchbrochen

nimnabhedam abhūt tena dṛṣṭādṛṣṭeṣṭasiddhidam / tatra sapta śatāny āhus tīrthāni guṇavanti ca //

Dadurch entstand der Name Nimnabheda, der sichtbare und unsichtbare erwünschte Erfüllung gewährt. Dort, so sagt man, gibt es siebenhundert vortreffliche Tīrthas.

Wort für Wort
nimnabhedam abhūt tena dṛṣṭādṛṣṭeṣṭasiddhidam
dadurch entstand (der Name) Nimnabheda, sichtbare und unsichtbare erwünschte Erfüllung gewährend
tatra sapta śatāny āhus tīrthāni guṇavanti ca
dort, so sagt man, gibt es siebenhundert vortreffliche Tīrthas

teṣu snānaṃ ca dānaṃ ca sarvakratuphalapradam / snānaṃ kṛtvā nimnabhede yaḥ paśyati surān imān //

Baden und Spenden an ihnen gewährt die Frucht aller Opfer. Wer, nachdem er am Nimnabheda gebadet hat, diese Götter erblickt,

Wort für Wort
teṣu snānaṃ ca dānaṃ ca sarvakratuphalapradam
Baden und Spenden an ihnen gewährt die Frucht aller Opfer
snānaṃ kṛtvā nimnabhede yaḥ paśyati surān imān
wer, nachdem er am Nimnabheda gebadet hat, diese Götter erblickt

iha cāmutra vā nimnaṃ na kiṃcit tasya vidyate / sarvonnatim avāpyāsau modate divi śakravat //

für den gibt es weder hier noch dort irgendeinen Makel. Nachdem er alle Erhöhung erlangt hat, freut er sich im Himmel wie Śakra.

Wort für Wort
iha cāmutra vā nimnaṃ na kiṃcit tasya vidyate
für den gibt es weder hier noch dort irgendeinen Makel
sarvonnatim avāpyāsau modate divi śakravat
nachdem er alle Erhöhung erlangt hat, freut er sich im Himmel wie Śakra

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