Brahma-Purāṇa
Kapitel 134: cakratīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Cakra-Tīrtha (die sieben Weisen, die Māyā-Frau Muktakeśī und Viṣṇus Diskus gegen die Rākṣasas)
Bei einem Sattra-Opfer der sieben Weisen (mit Vasiṣṭha an der Spitze) an der Gautamī stören Rākṣasas das Ritual. Brahmā erschafft durch Māyā eine schöne Frau (Muktakeśī), deren Anblick die Rākṣasas vernichten soll und die den Weisen übergeben wird; ihre Macht beruhigt zunächst die Rākṣasas. Als diese das Opfer erneut angreifen, verschlingt der Daitya-Fürst Śambara die Māyā-Frau. Die Weisen fliehen zu Viṣṇu, der ihnen seinen Diskus Sudarśana zum Schutz gibt; dieser zerschneidet die Rākṣasas, Daityas und Danujas, die schon aus Furcht sterben. Das Opfer wird vollendet, der im Gaṅgā-Wasser gereinigte Diskus gibt dem Ort seinen Namen: Cakra-Tīrtha, mit 500 weiteren sündentilgenden Tīrthas.
{brahmovāca:} cakratīrtham iti khyātaṃ smaraṇāt pāpanāśanam / tasya prabhāvaṃ vakṣyāmi śṛṇu yatnena nārada //
Brahmā sprach: Bekannt als Cakra-Tīrtha, das durch bloßes Erinnern die Sünde vernichtet; seine Macht werde ich verkünden - höre aufmerksam, Nārada.
Wort für Wort {brahmovāca:} cakratīrtham iti khyātaṃ smaraṇāt pāpanāśanam Brahmā sprach: Bekannt als Cakra-Tīrtha, das durch bloßes Erinnern die Sünde vernichtet tasya prabhāvaṃ vakṣyāmi śṛṇu yatnena nārada seine Macht werde ich verkünden - höre aufmerksam, Nārada ṛṣayaḥ sapta vikhyātā vasiṣṭhapramukhā mune / gautamyās tīram āśritya sattrayajñam upāsate //
Die sieben berühmten Weisen, mit Vasiṣṭha an der Spitze, o Weiser, hielten sich am Ufer der Gautamī auf und übten ein Sattra-Opfer aus.
Wort für Wort ṛṣayaḥ sapta vikhyātā vasiṣṭhapramukhā mune Die sieben berühmten Weisen, mit Vasiṣṭha an der Spitze, o Weiser gautamyās tīram āśritya sattrayajñam upāsate hielten sich am Ufer der Gautamī auf und übten ein Sattra-Opfer aus tatra vighna upakrānte rakṣobhir atibhīṣaṇe / mām abhyetyātha munayo rakṣaḥkṛtyaṃ nyavedayan //
Als dort ein überaus schreckliches Hindernis von den Rākṣasas ausging, kamen die Weisen darauf zu mir und berichteten das Treiben der Rākṣasas.
Wort für Wort tatra vighna upakrānte rakṣobhir atibhīṣaṇe Als dort ein überaus schreckliches Hindernis von den Rākṣasas ausging mām abhyetyātha munayo rakṣaḥkṛtyaṃ nyavedayan kamen die Weisen darauf zu mir und berichteten das Treiben der Rākṣasas tadāhaṃ pramadārūpaṃ māyayāsṛjya nārada / yasyāś ca darśanād eva nāśaṃ yānty atha rākṣasāḥ //
Da erschuf ich, Nārada, durch Māyā die Gestalt einer schönen Frau, bei deren bloßem Anblick die Rākṣasas zugrunde gehen sollten.
Wort für Wort tadāhaṃ pramadārūpaṃ māyayāsṛjya nārada Da erschuf ich, Nārada, durch Māyā die Gestalt einer schönen Frau yasyāś ca darśanād eva nāśaṃ yānty atha rākṣasāḥ bei deren bloßem Anblick die Rākṣasas zugrunde gehen sollten evam uktvā tu tāṃ prādām ṛṣibhyaḥ pramadāṃ mune / madvākyād ṛṣayo māyām ādāya punar āgaman //
So sprechend übergab ich jene schöne Frau den Weisen, o Weiser; auf mein Wort hin nahmen die Weisen die Māyā-Gestalt und kehrten zurück.
Wort für Wort evam uktvā tu tāṃ prādām ṛṣibhyaḥ pramadāṃ mune So sprechend übergab ich jene schöne Frau den Weisen, o Weiser madvākyād ṛṣayo māyām ādāya punar āgaman auf mein Wort hin nahmen die Weisen die Māyā-Gestalt und kehrten zurück ajaikā yā samākhyātā kṛṣṇalohitarūpiṇī / muktakeśīty abhidhayā sāste 'dyāpi svarūpiṇī //
Sie, die als 'die einzige Ungeborene' bezeichnet wird, von schwarzroter Gestalt, unter dem Namen Muktakeśī ('die mit gelöstem Haar') - sie weilt noch heute in ihrer eigenen Gestalt dort.
Wort für Wort ajaikā yā samākhyātā kṛṣṇalohitarūpiṇī Sie, die als 'die einzige Ungeborene' bezeichnet wird, von schwarzroter Gestalt muktakeśīty abhidhayā sāste 'dyāpi svarūpiṇī unter dem Namen Muktakeśī - sie weilt noch heute in ihrer eigenen Gestalt dort [Anm.: 'ajaikā' ('die einzige Ungeborene') hier als Epitheton der als Māyā-Frau geschaffenen Göttin, möglicherweise Anspielung auf eine Form der Devī; Bezug unsicher.]
lokatritayasaṃmohadāyinī kāmarūpiṇī / tadbalāt svasthamanasaḥ sarve ca munipuṃgavaḥ //
Sie, die den drei Welten Verblendung schenkt, die nach Belieben ihre Gestalt annimmt - durch ihre Kraft wurden alle die Stiere unter den Weisen wieder ruhigen Sinnes.
Wort für Wort lokatritayasaṃmohadāyinī kāmarūpiṇī Sie, die den drei Welten Verblendung schenkt, die nach Belieben ihre Gestalt annimmt tadbalāt svasthamanasaḥ sarve ca munipuṃgavaḥ durch ihre Kraft wurden alle die Stiere unter den Weisen wieder ruhigen Sinnes gautamīṃ saritāṃ śreṣṭhāṃ punar yajñāya dīkṣitāḥ / punas tanmakhanāśāya rākṣasāḥ samupāgaman //
An der Gautamī, der besten der Flüsse, wieder zum Opfer geweiht, kamen die Rākṣasas wiederum heran, um jenes Opfer zu zerstören.
Wort für Wort gautamīṃ saritāṃ śreṣṭhāṃ punar yajñāya dīkṣitāḥ An der Gautamī, der besten der Flüsse, wieder zum Opfer geweiht punas tanmakhanāśāya rākṣasāḥ samupāgaman kamen die Rākṣasas wiederum heran, um jenes Opfer zu zerstören yakṣavāṭāntike māyāṃ dṛṣṭvā rākṣasapuṃgavāḥ / tato nṛtyanti gāyanti hasanti ca rudanti ca //
In der Nähe des Yakṣa-Gartens erblickten die Rākṣasa-Stiere die Māyā-Frau; darauf tanzten, sangen, lachten und weinten sie zugleich, verwirrt.
Wort für Wort yakṣavāṭāntike māyāṃ dṛṣṭvā rākṣasapuṃgavāḥ In der Nähe des Yakṣa-Gartens erblickten die Rākṣasa-Stiere die Māyā-Frau tato nṛtyanti gāyanti hasanti ca rudanti ca darauf tanzten, sangen, lachten und weinten sie zugleich māheśvarī mahāmāyā prabhāveṇātidarpitā / teṣāṃ madhye daityapatiḥ śambaro nāma vīryavān //
Die große Māyā Maheśvarīs machte sie durch ihre Macht überaus übermütig; unter ihnen war der Daitya-Fürst mit Namen Śambara, ein tapferer.
Wort für Wort māheśvarī mahāmāyā prabhāveṇātidarpitā Die große Māyā Maheśvarīs machte sie durch ihre Macht überaus übermütig teṣāṃ madhye daityapatiḥ śambaro nāma vīryavān unter ihnen war der Daitya-Fürst mit Namen Śambara, ein tapferer māyārūpāṃ tu pramadāṃ bhakṣayām āsa nārada / tad adbhutam atīvāsīt tanmāyābaladarśinām //
Er verschlang, Nārada, die Māyā-gestaltete schöne Frau; das war ein überaus wundersames Ereignis für die, welche die Kraft dieser Māyā sahen.
Wort für Wort māyārūpāṃ tu pramadāṃ bhakṣayām āsa nārada Er verschlang, Nārada, die Māyā-gestaltete schöne Frau tad adbhutam atīvāsīt tanmāyābaladarśinām das war ein überaus wundersames Ereignis für die, welche die Kraft dieser Māyā sahen makhe vidhvaṃsyamāne tu te viṣṇuṃ śaraṇaṃ yayuḥ / prādād viṣṇuś cakram atho munīnāṃ rakṣaṇāya tu //
Als aber das Opfer zerstört wurde, nahmen sie Zuflucht zu Viṣṇu; und Viṣṇu gab darauf zum Schutz der Weisen den Diskus.
Wort für Wort makhe vidhvaṃsyamāne tu te viṣṇuṃ śaraṇaṃ yayuḥ Als aber das Opfer zerstört wurde, nahmen sie Zuflucht zu Viṣṇu prādād viṣṇuś cakram atho munīnāṃ rakṣaṇāya tu und Viṣṇu gab darauf zum Schutz der Weisen den Diskus cakraṃ tad rākṣasān ājau daityāṃś ca danujāṃs tathā / ciccheda tadbhayād eva mṛtā rākṣasapuṃgavāḥ //
Jener Diskus zerschnitt im Kampf die Rākṣasas sowie die Daityas und Danujas; allein aus Furcht davor starben die Rākṣasa-Stiere.
Wort für Wort cakraṃ tad rākṣasān ājau daityāṃś ca danujāṃs tathā Jener Diskus zerschnitt im Kampf die Rākṣasas sowie die Daityas und Danujas ciccheda tadbhayād eva mṛtā rākṣasapuṃgavāḥ allein aus Furcht davor starben die Rākṣasa-Stiere ṛṣibhis tan mahāsattraṃ saṃpūrṇam abhavat tadā / viṣṇoḥ prakṣālitaṃ cakraṃ gaṅgāmbhobhiḥ sudarśanam //
Jenes große Sattra-Opfer wurde von den Weisen darauf vollendet; Viṣṇus Diskus, der Sudarśana, wurde mit dem Wasser der Gaṅgā gereinigt.
Wort für Wort ṛṣibhis tan mahāsattraṃ saṃpūrṇam abhavat tadā Jenes große Sattra-Opfer wurde von den Weisen darauf vollendet viṣṇoḥ prakṣālitaṃ cakraṃ gaṅgāmbhobhiḥ sudarśanam Viṣṇus Diskus, der Sudarśana, wurde mit dem Wasser der Gaṅgā gereinigt tataḥ prabhṛti tat tīrthaṃ cakratīrtham udāhṛtam / tatra snānena dānena sattrayāgaphalaṃ labhet //
Von da an wird jenes Tīrtha als Cakra-Tīrtha bezeichnet; durch Baden und Spenden dort erlangt man die Frucht eines Sattra-Opfers.
Wort für Wort tataḥ prabhṛti tat tīrthaṃ cakratīrtham udāhṛtam Von da an wird jenes Tīrtha als Cakra-Tīrtha bezeichnet tatra snānena dānena sattrayāgaphalaṃ labhet durch Baden und Spenden dort erlangt man die Frucht eines Sattra-Opfers tatra pañca śatāny āsaṃs tīrthānāṃ pāpahāriṇām / teṣu snānaṃ tathā dānaṃ pratyekaṃ muktidāyakam //
Dort gibt es fünfhundert sündentilgende Tīrthas; Baden und Spenden an jedem einzelnen von ihnen schenkt die Erlösung.
Wort für Wort tatra pañca śatāny āsaṃs tīrthānāṃ pāpahāriṇām Dort gibt es fünfhundert sündentilgende Tīrthas teṣu snānaṃ tathā dānaṃ pratyekaṃ muktidāyakam Baden und Spenden an jedem einzelnen von ihnen schenkt die Erlösung [Anm.: Schließt die Kapitelerzählung ab.]
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