Kapitel 213: viṣṇoḥ prādurbhāvavarṇanam
Die Schilderung von Viṣṇus Manifestationen (Avatāras)
Auf Bitten der Weisen berichtet Vyāsa der Reihe nach von den Manifestationen (prādurbhāva) Viṣṇus: Puṣkara (Entstehung von Göttern/Sehern im Ur-Lotus, mit Madhu-Kaiṭabha-Episode), die ausführlich in Opfersymbolik geschilderte Yajña-Varāha-Gestalt (Erdrettung), Narasiṃha (mit vollständiger Hiraṇyakaśipu-Vorgeschichte: Askese, Brahmās Segen mit den berühmten Unverwundbarkeitsklauseln, Bedrängnis der Welt, Viṣṇus Zusage an die Götter, Tötung), Vāmana (Balis Opfer, die drei Schritte, ein langer Namenskatalog der Daitya-Krieger V.82-99, die drei Welten-Weltdurchmessung, Erdübergabe an Indra), Dattātreya (Wiederherstellung von Veden/Dharma, Segnung Kārtavīryas mit tausend Armen), Jāmadagnya/Paraśurāma (Tötung Kārtavīryas, 21-malige Entleerung der Erde von Kṣatriyas, Rossopfer), Rāma (kompakter Abriss des gesamten Rāmāyaṇa: Geburt, Waldexil, Sītā, Rāvaṇa-Tötung, Sugrīva/Vālin, das ideale Rāma-Rājya mit dem berühmten Räma-Rājya-Lobpreis V.145-158), die Mathurā-zeitliche Kṛṣṇa-Manifestation (Kurzkatalog seiner Taten: Kaṃsa, Bāṇa, Naraka, Kālayavana u.a.) und abschließend die zukünftige Kalki-Manifestation, gefolgt von einem Schluss-Lobpreis auf das Hören der Prādurbhāva-Erzählung. Durchgehend [?]/[Anm.] bei unsicheren Einzelausdrücken; mehrere irreguläre Versformen (3-zeilige Verse V.57,71,73; vierpādige Hymnenverse in abweichendem Versmaß V.27,141,170; Halbvers mit editorischem Sternchen V.169).
Die Weisen sprachen: Oh, wunderbar ist die Größe Kṛṣṇas, übermenschlich, und ebenso die des Rāma, o Bester der Weisen, die von dir erzählt wurde – auf Erden schwer zu erlangen.
Wort für Wort
aho kṛṣṇasya māhātmyam adbhutaṃ cātimānuṣam /
Oh, wunderbar ist die Größe Kṛṣṇas, übermenschlich,
rāmasya ca muniśreṣṭha tvayoktaṃ bhuvi durlabham //
und ebenso die des Rāma, o Bester der Weisen, die von dir erzählt wurde – auf Erden schwer zu erlangen.
Von einer Manifestation (prādurbhāva) Viṣṇus, des unermesslich Machtvollen, in den Purāṇas – als ‚Varāha' [Eber] – haben wir nur von den Erzählungen Rechtschaffener gehört.
Wort für Wort
prādurbhāvaḥ purāṇeṣu viṣṇor amitatejasaḥ /
Von einer Manifestation Viṣṇus, des unermesslich Machtvollen, in den Purāṇas –
satāṃ kathayatām eva varāha iti naḥ śrutam //
als ‚Varāha' haben wir nur von den Erzählungen Rechtschaffener gehört.
na jānīmo 'sya caritaṃ na vidhiṃ na ca vistaram / na karmaguṇasadbhāvaṃ na hetutvamanīṣitam //
Wir kennen weder seine Tat noch die Art [ihres Vollzugs] noch die Ausführlichkeit, weder die Beschaffenheit seiner Wirkeigenschaften noch den erdachten Grund [dafür].
Wort für Wort
na jānīmo 'sya caritaṃ na vidhiṃ na ca vistaram /
Wir kennen weder seine Tat noch die Art noch die Ausführlichkeit,
na karmaguṇasadbhāvaṃ na hetutvamanīṣitam //
weder die Beschaffenheit seiner Wirkeigenschaften noch den erdachten Grund dafür.
kimātmako varāho 'sau kā mūrtiḥ kā ca devatā / kimācāraprabhāvo vā kiṃ vā tena tadā kṛtam //
Von welchem Wesen ist jener Eber? Welche Gestalt, welche Gottheit ist er? Welche Wirkkraft [ging] aus seinem Verhalten [hervor], oder was wurde damals von ihm getan?
Wort für Wort
kimātmako varāho 'sau kā mūrtiḥ kā ca devatā /
Von welchem Wesen ist jener Eber? Welche Gestalt, welche Gottheit ist er?
kimācāraprabhāvo vā kiṃ vā tena tadā kṛtam //
Welche Wirkkraft aus seinem Verhalten, oder was wurde damals von ihm getan?
yajñārthe samavetānāṃ miṣatāṃ ca dvijanmanām / mahāvarāhacaritaṃ sarvalokasukhāvaham //
Die Tat des großen Ebers, die allen Welten Glück bringt – [erzähle sie] uns Zweifachgeborenen, die wir um des Opfers willen versammelt sind und [ihr gespannt] zusehen,
Wort für Wort
yajñārthe samavetānāṃ miṣatāṃ ca dvijanmanām /
uns Zweifachgeborenen, die wir um des Opfers willen versammelt sind und zusehen,
mahāvarāhacaritaṃ sarvalokasukhāvaham //
die Tat des großen Ebers, die allen Welten Glück bringt –
karmaṇām ānupūrvyā ca prādurbhāvāś ca ye vibho / yā vāsya prakṛtir brahmaṃs tāś cākhyātuṃ tvam arhasi //
Und die Reihenfolge der Taten, und welche Manifestationen es gibt, o Mächtiger, und welches seine [wahre] Natur ist, o Brahmane – das alles darzulegen bist du würdig.
Wort für Wort
karmaṇām ānupūrvyā ca prādurbhāvāś ca ye vibho /
Und die Reihenfolge der Taten, und welche Manifestationen es gibt, o Mächtiger,
Vyāsa sprach: Eine große Bürde an Frage ist dies, die von euch vorgebracht wurde; doch nach [meinem] Vermögen will ich sprechen – so höret den Ruhm Viṣṇus.
Wort für Wort
praśnabhāro mahān eṣa bhavadbhiḥ samudāhṛtaḥ /
Eine große Bürde an Frage ist dies, die von euch vorgebracht wurde;
yathāśaktyā tu vakṣyāmi śrūyatāṃ vaiṣṇavaṃ yaśaḥ //
doch nach meinem Vermögen will ich sprechen – so höret den Ruhm Viṣṇus.
den mit tausend Zungen, den Leuchtenden, den Herrn mit tausend Diademen, den Tausendfach-Gebenden, den mit tausendfachem Ursprung [?], den mit tausend Armen, den Unvergänglichen –
Wort für Wort
sahasrajihvaṃ bhāsvantaṃ sahasramukuṭaṃ prabhum /
den mit tausend Zungen, den Leuchtenden, den Herrn mit tausend Diademen,
sahasradaṃ sahasrādiṃ sahasrabhujam avyayam //
den Tausendfach-Gebenden, den mit tausendfachem Ursprung [?], den mit tausend Armen, den Unvergänglichen –
[?: 'sahasrādim' unsicher – wörtl. 'dessen Anfang tausendfach ist', hier als 'tausendfacher Ursprung' verstanden.]
havanaṃ savanaṃ caiva hotāraṃ havyam eva ca / pātrāṇi ca pavitrāṇi vediṃ dīkṣāṃ samit sruvam //
[ihn, der ist] das Opfergießen und der Somapressungsakt, der Opferpriester und die Opfergabe selbst, die Opfergefäße und die Reinigungsmittel, den Altar, die Weihe, das Brennholz, den Opferlöffel,
Wort für Wort
havanaṃ savanaṃ caiva hotāraṃ havyam eva ca /
das Opfergießen und der Somapressungsakt, der Opferpriester und die Opfergabe selbst,
pātrāṇi ca pavitrāṇi vediṃ dīkṣāṃ samit sruvam //
die Opfergefäße und die Reinigungsmittel, den Altar, die Weihe, das Brennholz, den Opferlöffel,
den großen Opferlöffel, den Soma, die Sonne, die Mörserkeule, das Besprengungswasser, die Südwendung [der Sonnenbahn], den Adhvaryu-Priester, den Sāman-Sänger, den Brahmanen, den Opferzeugen, den Sitzplatz, die Versammlung –
Wort für Wort
sruksomasūryamuśalaṃ prokṣaṇīṃ dakṣiṇāyanam /
den großen Opferlöffel, den Soma, die Sonne, die Mörserkeule, das Besprengungswasser, die Südwendung,
yūpaṃ cakraṃ dhruvāṃ darvīṃ carūṃś colūkhalāni ca / prāgvaṃśaṃ yajñabhūmiṃ ca hotāraṃ ca paraṃ ca yat //
den Opferpfahl, das Rad, den feststehenden [Löffel], den Schöpflöffel, die Opferspeisen und die Mörser, die Vorhalle und den Opferboden, den Hotṛ-Priester und das, was jenseits [aller Dinge] ist –
Wort für Wort
yūpaṃ cakraṃ dhruvāṃ darvīṃ carūṃś colūkhalāni ca /
den Opferpfahl, das Rad, den feststehenden Löffel, den Schöpflöffel, die Opferspeisen und die Mörser,
prāgvaṃśaṃ yajñabhūmiṃ ca hotāraṃ ca paraṃ ca yat //
die Vorhalle und den Opferboden, den Hotṛ-Priester und das, was jenseits aller Dinge ist –
das Feuer, das Mantra und Opfer trägt, den Opferanteil und das, was den Anteil trägt, den Erstsitzenden [beim Mahl], den Soma-Genießer, den mit lodernder Opferflamme, den mit erhobener Waffe –
Wort für Wort
mantrayajñavahaṃ vahniṃ bhāgaṃ bhāgavahaṃ ca yat /
das Feuer, das Mantra und Opfer trägt, den Opferanteil und das, was den Anteil trägt,
agrāsinaṃ somabhujaṃ hutārciṣam udāyudham //
den Erstsitzenden, den Soma-Genießer, den mit lodernder Opferflamme, den mit erhobener Waffe –
[ihn], den die vedakundigen Brahmanen im Opfer als den ewigen Herrn bezeichnen – von jenem Viṣṇu, dem Götterherrn, dem Weisen mit dem Śrīvatsa-Zeichen [auf der Brust],
Wort für Wort
āhur vedavido viprā yaṃ yajñe śāśvataṃ prabhum /
ihn, den die vedakundigen Brahmanen im Opfer als den ewigen Herrn bezeichnen –
tasya viṣṇoḥ sureśasya śrīvatsāṅkasya dhīmataḥ //
von jenem Viṣṇu, dem Götterherrn, dem Weisen mit dem Śrīvatsa-Zeichen,
Was ihr fragt, o Hochgesegnete – diese göttliche, heilige Erzählung, die sich auf die Manifestationen Viṣṇus gründet, alle Sünde hinwegnehmend und heilbringend –
manifestiert sich das Selbst aller Wesen, der Kraftvolle, vielfach; und ich will die heiligen, göttlichen, mit [guten] Eigenschaften versehenen Manifestationen berichten.
Wort für Wort
bahuśaḥ sarvabhūtātmā prādurbhavati vīryavān /
manifestiert sich das Selbst aller Wesen, der Kraftvolle, vielfach;
prādurbhāvāṃś ca vakṣyāmi puṇyān divyān guṇānvitān //
und ich will die heiligen, göttlichen, mit guten Eigenschaften versehenen Manifestationen berichten.
Er, der tausend Weltzeitalter [hindurch] schläft, manifestiert sich handlungsbedingt; wenn die tausend Weltzeitalter voll sind, [erscheint] der Gott der Götter, der Weltenherr –
Wort für Wort
supto yugasahasraṃ yaḥ prādurbhavati kāryataḥ /
Er, der tausend Weltzeitalter hindurch schläft, manifestiert sich handlungsbedingt;
pūrṇe yugasahasre 'tha devadevo jagatpatiḥ //
wenn die tausend Weltzeitalter voll sind, der Gott der Götter, der Weltenherr –
[dann entstehen] Brahmā und Kapila, der Dreiäugige [Śiva] und die Dreißig [Götter], die Götter und die Sieben Weisen, die Nāgas und ebenso die Apsaras,
Wort für Wort
brahmā ca kapilaś caiva tryambakas tridaśās tathā /
Brahmā und Kapila, der Dreiäugige und die Dreißig Götter,
devāḥ saptarṣayaś caiva nāgāś cāpsarasas tathā //
die Götter und die Sieben Weisen, die Nāgas und ebenso die Apsaras,
und Sanatkumāra, der Hochgesinnte, der hochbeseelte Erhabene Manu, der Geschöpfe-Schaffende, und der uralte Gott schuf die Purāṇas – er, dessen Glanz dem lodernden Feuer gleicht.
Wort für Wort
sanatkumāraś ca mahānubhāvo
und Sanatkumāra, der Hochgesinnte,
manur mahātmā bhagavān prajākaraḥ
der hochbeseelte Erhabene Manu, der Geschöpfe-Schaffende,
purāṇadevo 'tha purāṇi cakre
und der uralte Gott schuf die Purāṇas,
pradīptavaiśvānaratulyatejāḥ
er, dessen Glanz dem lodernden Feuer gleicht.
[Anm.: vierpādiger Hymnenvers (abweichendes Versmaß), daher vier statt zwei wfw-Einheiten.]
yo 'sau cārṇavamadhyastho naṣṭe sthāvarajaṅgame / naṣṭe devāsuranare pranaṣṭoragarākṣase //
Er, der inmitten des Ozeans weilte, als das Unbewegliche und Bewegliche vergangen war, als Götter, Dämonen und Menschen vergangen waren, als Schlangenwesen und Rākṣasas vergangen waren –
Wort für Wort
yo 'sau cārṇavamadhyastho naṣṭe sthāvarajaṅgame /
Er, der inmitten des Ozeans weilte, als das Unbewegliche und Bewegliche vergangen war,
naṣṭe devāsuranare pranaṣṭoragarākṣase //
als Götter, Dämonen und Menschen, als Schlangenwesen und Rākṣasas vergangen waren –
die beiden Kampflustigen, Unbezwingbaren, Madhu und Kaiṭabha, wurden von jenem Erhabenen getötet, nachdem er ihnen einen unermesslichen Segen (die Wahl der Todesart) gewährt hatte.
Dies ist die sogenannte ‚Pauṣkara'-Manifestation des Hochbeseelten, in welcher das Purāṇa erzählt wird, das mit göttlicher Überlieferung verbunden ist.
Wort für Wort
eṣa pauṣkarako nāma prādurbhāvo mahātmanaḥ /
Dies ist die sogenannte ‚Pauṣkara'-Manifestation des Hochbeseelten,
purāṇaṃ kathyate yatra devaśrutisamāhitam //
in welcher das Purāṇa erzählt wird, das mit göttlicher Überlieferung verbunden ist.
Die Eber-[Manifestation] aber, an der Spitze der Überlieferung, ist die Manifestation des Hochbeseelten, worin Viṣṇu, der Beste der Götter, die Eber-Gestalt annahm.
Wort für Wort
vārāhas tu śrutimukhaḥ prādurbhāvo mahātmanaḥ /
Die Eber-Manifestation aber, an der Spitze der Überlieferung, ist die Manifestation des Hochbeseelten,
[er], dessen Füße die Veden sind, dessen Stoßzahn der Opferpfahl ist, dessen Zahn das Opferritual ist, dessen Antlitz der Opferherd ist, dessen Zunge das Feuer ist, dessen Haar das Darbha-Gras ist, dessen Haupt das Brahman ist, von großer Askesekraft,
Wort für Wort
vedapādo yūpadaṃṣṭraḥ kratudantaś citīmukhaḥ /
dessen Füße die Veden, dessen Stoßzahn der Opferpfahl, dessen Zahn das Opferritual, dessen Antlitz der Opferherd ist,
agnijihvo darbharomā brahmaśīrṣo mahātapāḥ //
dessen Zunge das Feuer, dessen Haar das Darbha-Gras, dessen Haupt das Brahman ist, von großer Askesekraft,
dessen Augen Tag und Nacht sind, der Göttliche, dessen Glieder die Vedāṅgas sind, dessen Schmuck die Śruti ist, dessen Nase das Schmalzopfer ist, dessen Schnauze der Opferlöffel ist, dessen große Stimme der Sāman-Gesang ist,
Wort für Wort
ahorātrekṣaṇo divyo vedāṅgaḥ śrutibhūṣaṇaḥ /
dessen Augen Tag und Nacht, der Göttliche, dessen Glieder die Vedāṅgas, dessen Schmuck die Śruti ist,
ājyanāsaḥ sruvatuṇḍaḥ sāmaghoṣasvaro mahān //
dessen Nase das Schmalzopfer, dessen Schnauze der Opferlöffel, dessen große Stimme der Sāman-Gesang ist,
aus Wahrheit und Dharma bestehend, der Glanzvolle, geehrt durch [rituelle] Schritte und Heldentaten, dessen Krallen die Sühneriten sind, der Furchtbare, dessen Knie das Opfertier ist, dessen Gestalt sein Antlitz [bildet] –
Wort für Wort
satyadharmamayaḥ śrīmān kramavikramasatkṛtaḥ /
aus Wahrheit und Dharma bestehend, der Glanzvolle, geehrt durch Schritte und Heldentaten,
prāyaścittanakho ghoraḥ paśujānur mukhākṛtiḥ //
dessen Krallen die Sühneriten sind, der Furchtbare, dessen Knie das Opfertier, dessen Gestalt sein Antlitz bildet –
dessen Eingeweide hervortreten [als] das Kennzeichen der Feueropferung, dessen große Frucht Samen und Kräuter sind, dessen innerstes Selbst Musik ist, dessen Hüfte das Mantra ist, der Umgestaltete, dessen Blut der Soma ist,
Wort für Wort
udgatāntro homaliṅgo bījauṣadhimahāphalaḥ /
dessen Eingeweide das Kennzeichen der Feueropferung, dessen große Frucht Samen und Kräuter sind,
vādyantarātmā mantrasphig vikṛtaḥ somaśoṇitaḥ //
dessen innerstes Selbst Musik, dessen Hüfte das Mantra ist, der Umgestaltete, dessen Blut der Soma ist,
dessen Schulter der Altar ist, dessen Duft die Opfergabe ist, überaus schnell an Götter- und Ahnenopfer, dessen Leib die Vorhalle ist, der Glanzvolle, versehen mit mannigfachen Weihen,
Wort für Wort
vediskandho havirgandho havyakavyātivegavān /
dessen Schulter der Altar, dessen Duft die Opfergabe ist, überaus schnell an Götter- und Ahnenopfer,
prāgvaṃśakāyo dyutimān nānādīkṣābhir anvitaḥ //
dessen Leib die Vorhalle ist, der Glanzvolle, versehen mit mannigfachen Weihen,
dessen Herz die Opfergabe (dakṣiṇā) ist, der Yogin, der Große, bestehend aus dem großen Opferritual, dessen achtfacher Glanz der Beginn der vedischen Rezitation ist, geschmückt mit dem Pravargya-Ritual und dessen Wiederholung,
Wort für Wort
dakṣiṇāhṛdayo yogī mahāsattramayo mahān /
dessen Herz die Opfergabe ist, der Yogin, der Große, bestehend aus dem großen Opferritual,
upākarmāṣṭarucakaḥ pravargāvartabhūṣaṇaḥ //
dessen achtfacher Glanz der Beginn der Rezitation ist, geschmückt mit dem Pravargya-Ritual und dessen Wiederholung,
dessen Gangpfad die mannigfachen Versmaße sind, dessen Sitz die geheime Upaniṣad ist, er, dem der Schatten als Gattin Gefährtin ist [?], gleichsam wie mit einem Juwelenhorn aufgestiegen.
Wort für Wort
nānācchandogatipatho guhyopaniṣadāsanaḥ /
dessen Gangpfad die mannigfachen Versmaße, dessen Sitz die geheime Upaniṣad ist,
chāyāpatnīsahāyo 'sau maṇiśṛṅga ivotthitaḥ //
er, dem der Schatten als Gattin Gefährtin ist, gleichsam wie mit einem Juwelenhorn aufgestiegen.
[?: 'chāyāpatnīsahāyaḥ' unklar – evtl. Anspielung auf die mythologische Gattin Chāyā, hier wörtlich als 'vom Schatten begleitet' wiedergegeben.]
Zu der Erde, vom Ozean umgrenzt, mit ihren Bergen, Wäldern und Dickichten, aus den Fluten des Einen Ur-Ozeans herabgesunken, ging der Herr, in den Ein-Ozean eingegangen,
Wort für Wort
mahīṃ sāgaraparyantāṃ saśailavanakānanām /
Zu der Erde, vom Ozean umgrenzt, mit ihren Bergen, Wäldern und Dickichten,
ekārṇavajalabhraṣṭām ekārṇavagataḥ prabhuḥ //
aus den Fluten des Ur-Ozeans herabgesunken, ging der Herr, in den Ein-Ozean eingegangen,
er, der sie mit dem Stoßzahn emporhob, aus Wunsch nach dem Wohl der Welten, der Tausendhäuptige, der Uranfang der Welt – er machte die Erde von neuem [bewohnbar].
Wort für Wort
daṃṣṭrayā yaḥ samuddhṛtya lokānāṃ hitakāmyayā /
er, der sie mit dem Stoßzahn emporhob, aus Wunsch nach dem Wohl der Welten,
sahasraśīrṣo lokādiś cakāra jagatīṃ punaḥ //
der Tausendhäuptige, der Uranfang der Welt – er machte die Erde von neuem.
Dies ist die erzählte Eber-[Manifestation]; danach [folgt] die Mann-Löwen-[Manifestation], o Zweifachgeborene, worin er, zum Löwenfürsten geworden, Hiraṇyakaśipu tötete.
Wort für Wort
vārāha eṣa kathito nārasiṃhas tato dvijāḥ /
Dies ist die erzählte Eber-Manifestation; danach die Mann-Löwen-Manifestation, o Zweifachgeborene,
yatra bhūtvā mṛgendreṇa hiraṇyakaśipur hataḥ //
worin er, zum Löwenfürsten geworden, Hiraṇyakaśipu tötete.
Zu ihm nun kam der Selbstentstandene, der Erhabene [Brahmā], selbst herbei, o Zweifachgeborene, mit einem sonnenfarbenen, leuchtenden, von Schwänen gezogenen Himmelswagen,
Wort für Wort
taṃ vai svayaṃbhūr bhagavān svayam āgamya bho dvijāḥ /
Zu ihm kam der Selbstentstandene, der Erhabene, selbst herbei, o Zweifachgeborene,
vimānenārkavarṇena haṃsayuktena bhāsvatā //
mit einem sonnenfarbenen, leuchtenden, von Schwänen gezogenen Himmelswagen,
diśābhiḥ pradiśābhiś ca nadībhiḥ sāgarais tathā / nakṣatraiś ca muhūrtaiś ca khecaraiś ca mahāgrahaiḥ //
mit den Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen, mit den Flüssen und Ozeanen, mit den Mondhäusern, den Zeitabschnitten, den Himmelswandlern und den großen Planeten,
Wort für Wort
diśābhiḥ pradiśābhiś ca nadībhiḥ sāgarais tathā /
mit den Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen, mit den Flüssen und Ozeanen,
nakṣatraiś ca muhūrtaiś ca khecaraiś ca mahāgrahaiḥ //
mit den Mondhäusern, den Zeitabschnitten, den Himmelswandlern und den großen Planeten,
devarṣibhis tapovṛddhaiḥ siddhair vidvadbhir eva ca / rājarṣibhiḥ puṇyatamair gandharvair apsarogaṇaiḥ //
mit den Götterweisen, an Askese Erfahrenen, mit den Siddhas und den Wissenden, mit den überaus heiligen Königsweisen, mit Gandharven und Scharen von Apsaras –
Wort für Wort
devarṣibhis tapovṛddhaiḥ siddhair vidvadbhir eva ca /
mit den Götterweisen, an Askese Erfahrenen, mit den Siddhas und den Wissenden,
der Lehrer des Beweglichen und Unbeweglichen, der Glanzvolle, so von allen Göttern umgeben, sprach Brahmā, der Beste der Brahmankundigen, zum Daitya ein Wort.
Wort für Wort
carācaraguruḥ śrīmān vṛtaḥ sarvaiḥ surais tathā /
der Lehrer des Beweglichen und Unbeweglichen, der Glanzvolle, so von allen Göttern umgeben,
Brahmā sprach: Wohlgefällig bin ich über dich, den Hingegebenen, wegen dieser deiner Askese, o Wohlgelobter; erbitte einen Segen – Heil dir – erlange nach Wunsch [deinen] Wunsch.
Wort für Wort
prīto 'smi tava bhaktasya tapasānena suvrata /
Wohlgefällig bin ich über dich, den Hingegebenen, wegen dieser deiner Askese, o Wohlgelobter;
varaṃ varaya bhadraṃ te yatheṣṭaṃ kāmam āpnuhi //
erbitte einen Segen – Heil dir – erlange nach Wunsch deinen Wunsch.
na devāsuragandharvā na yakṣoragarākṣasāḥ / ṛṣayo vātha māṃ śāpaiḥ kruddhā lokapitāmaha //
Hiraṇyakaśipu sprach: Weder Götter, Dämonen noch Gandharven, weder Yakṣas, Schlangenwesen noch Rākṣasas, noch Weise sollen mich, o Weltengroßvater, durch Flüche, zornig geworden, [vernichten können] –
Wort für Wort
na devāsuragandharvā na yakṣoragarākṣasāḥ /
Weder Götter, Dämonen noch Gandharven, weder Yakṣas, Schlangenwesen noch Rākṣasas,
ṛṣayo vātha māṃ śāpaiḥ kruddhā lokapitāmaha //
noch Weise sollen mich, o Weltengroßvater, durch Flüche, zornig geworden, vernichten können –
śapeyus tapasā yuktā vara eṣa vṛto mayā / na śastreṇa na vāstreṇa giriṇā pādapena vā //
[selbst wenn sie,] mit Askese ausgerüstet, mich verfluchten – dies ist der Segen, den ich erwählt habe: weder durch Waffe noch durch Geschoss, weder durch einen Berg noch durch einen Baum,
Wort für Wort
śapeyus tapasā yuktā vara eṣa vṛto mayā /
selbst wenn sie, mit Askese ausgerüstet, mich verfluchten – dies ist der Segen, den ich erwählt habe:
na śastreṇa na vāstreṇa giriṇā pādapena vā //
weder durch Waffe noch durch Geschoss, weder durch einen Berg noch durch einen Baum,
na śuṣkeṇa na cārdreṇa na caivordhvaṃ na cāpy adhaḥ / pāṇiprahāreṇaikena sabhṛtyabalavāhanam //
weder durch Trockenes noch durch Feuchtes, weder oben noch unten [möge ich sterben] – dass mit einem einzigen Handschlag niemand mich samt Dienerschaft, Heer und Reittieren [vernichte],
Wort für Wort
na śuṣkeṇa na cārdreṇa na caivordhvaṃ na cāpy adhaḥ /
weder durch Trockenes noch durch Feuchtes, weder oben noch unten möge ich sterben –
pāṇiprahāreṇaikena sabhṛtyabalavāhanam //
dass mit einem einzigen Handschlag niemand mich samt Dienerschaft, Heer und Reittieren vernichte,
salilaṃ cāntarikṣaṃ ca ākāśaṃ caiva sarvaśaḥ / ahaṃ krodhaś ca kāmaś ca varuṇo vāsavo yamaḥ / dhanadaś ca dhanādhyakṣo yakṣaḥ kiṃpuruṣādhipaḥ //
das Wasser, der Luftraum und der Äther in jeder Hinsicht; ich [möge sein] Zorn und Begierde, Varuṇa, Indra (Vāsava) und Yama, der Schätzegebende und der Schätzeaufseher, der Yakṣa-Herr und der Herrscher der Kiṃpuruṣas.
Wort für Wort
salilaṃ cāntarikṣaṃ ca ākāśaṃ caiva sarvaśaḥ /
das Wasser, der Luftraum und der Äther in jeder Hinsicht;
ahaṃ krodhaś ca kāmaś ca varuṇo vāsavo yamaḥ /
ich möge sein Zorn und Begierde, Varuṇa, Indra und Yama,
dhanadaś ca dhanādhyakṣo yakṣaḥ kiṃpuruṣādhipaḥ //
der Schätzegebende und der Schätzeaufseher, der Yakṣa-Herr und der Herrscher der Kiṃpuruṣas.
[Anm.: dreizeiliger Vers in der Quelle (drei Halbverse statt der üblichen zwei).]
Brahmā sprach: Diese göttlichen, wunderbaren Segnungen sind dir, mein Sohn, von mir gewährt; all diese Wünsche wirst du, mein Sohn, erlangen – kein Zweifel.
Wort für Wort
ete divyā varās tāta mayā dattās tavādbhutāḥ /
Diese göttlichen, wunderbaren Segnungen sind dir, mein Sohn, von mir gewährt;
sarvān kāmān imāṃs tāta prāpsyasi tvaṃ na saṃśayaḥ //
all diese Wünsche wirst du, mein Sohn, erlangen – kein Zweifel.
Vyāsa sprach: So gesprochen habend, ging der Erhabene Großvater eilends zu seiner Wohnstatt Vairāja, die von Scharen brahmanischer Weiser besucht wird.
Wort für Wort
evam uktvā tu bhagavāñ jagāmāśu pitāmahaḥ /
So gesprochen habend, ging der Erhabene Großvater eilends
vairājaṃ brahmasadanaṃ brahmarṣigaṇasevitam //
zu seiner Wohnstatt Vairāja, die von Scharen brahmanischer Weiser besucht wird.
vareṇānena bhagavan bādhiṣyati sa no 'suraḥ / tat prasīdāśu bhagavan vadho 'py asya vicintyatām //
Die Götter sprachen: Durch diesen Segen wird jener Dämon uns bedrängen, o Erhabener; darum sei gnädig, o Erhabener – auch seine Tötung möge bedacht werden.
Wort für Wort
vareṇānena bhagavan bādhiṣyati sa no 'suraḥ /
Durch diesen Segen wird jener Dämon uns bedrängen, o Erhabener;
tat prasīdāśu bhagavan vadho 'py asya vicintyatām //
darum sei gnädig, o Erhabener – auch seine Tötung möge bedacht werden.
O Erhabener, [du bist] der Selbstentstandene, der Erst-Erschaffer und Herr aller Wesen, der Schöpfer der Götter- und Ahnenopfer, das Unmanifeste, die feste Urnatur.
Vyāsa sprach: Da, nachdem er die dem Wohl der Welt dienende Rede gehört hatte, sprach der Gott, der Herr der Geschöpfe, der Erhabene, ein Wort zu allen Götterscharen.
Wort für Wort
tato lokahitaṃ vākyaṃ śrutvā devaḥ prajāpatiḥ /
Da, nachdem er die dem Wohl der Welt dienende Rede gehört hatte, der Gott, der Herr der Geschöpfe,
provāca bhagavān vākyaṃ sarvadevagaṇāṃs tathā //
sprach der Erhabene ein Wort zu allen Götterscharen.
avaśyaṃ tridaśās tena prāptavyaṃ tapasaḥ phalam / tapaso 'nte ca bhagavān vadhaṃ viṣṇuḥ kariṣyati //
Brahmā sprach: Notwendig müssen wir, ihr Götter, ihm die Frucht seiner Askese gewähren; doch am Ende [der Wirkung] seiner Askese wird der Erhabene Viṣṇu seine Tötung vollziehen.
Wort für Wort
avaśyaṃ tridaśās tena prāptavyaṃ tapasaḥ phalam /
Notwendig müssen wir, ihr Götter, ihm die Frucht seiner Askese gewähren;
tapaso 'nte ca bhagavān vadhaṃ viṣṇuḥ kariṣyati //
doch am Ende seiner Askese wird der Erhabene Viṣṇu seine Tötung vollziehen.
Nachdem er ebenso die im Himmel weilenden Götter besiegt hatte, der Starke, und die drei Welten in seine Gewalt gebracht hatte, wohnte jener Dämon im Himmel.
Wort für Wort
tridivasthāṃs tathā devān parājitya mahābalaḥ /
Nachdem er ebenso die im Himmel weilenden Götter besiegt hatte, der Starke,
trailokyaṃ vaśam ānīya svarge vasati so 'suraḥ //
und die drei Welten in seine Gewalt gebracht hatte, wohnte jener Dämon im Himmel.
Als der Dānava, vom Rausch des Segens berauscht, auf der Erde umherziehend, die Daityas zu Opferempfängern machte und die Götter zu Nicht-Opferempfängern,
Wort für Wort
yadā varamadonmatto vicaran dānavo bhuvi /
Als der Dānava, vom Rausch des Segens berauscht, auf der Erde umherziehend,
yajñīyān akarod daityān ayajñīyāś ca devatāḥ //
die Daityas zu Opferempfängern machte und die Götter zu Nicht-Opferempfängern,
Sie gingen zur Zuflucht bei Nārāyaṇa, dem aus Göttern und Brahman bestehenden Opfer, dem ewigen Gott-Brahman, dem Gewesenen, dem Gegenwärtigen und dem Zukünftigen, dem von der Welt verehrten Herrn, dem allgegenwärtigen Gott, dem Schutzwürdigen.
Wort für Wort
devabrahmamayaṃ yajñaṃ brahmadevaṃ sanātanam /
Bei dem aus Göttern und Brahman bestehenden Opfer, dem ewigen Gott-Brahman,
bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyaṃ ca prabhuṃ lokanamaskṛtam /
dem Gewesenen, dem Gegenwärtigen und dem Zukünftigen, dem von der Welt verehrten Herrn,
nārāyaṇaṃ vibhuṃ devaṃ śaraṇyaṃ śaraṇaṃ gatāḥ //
bei Nārāyaṇa, dem allgegenwärtigen Gott, dem Schutzwürdigen, suchten sie Zuflucht.
trāyasva no 'dya deveśa hiraṇyakaśipor bhayāt / tvaṃ hi naḥ paramo devas tvaṃ hi naḥ paramo guruḥ //
Die Götter sprachen: Errette uns heute, o Götterherr, aus der Furcht vor Hiraṇyakaśipu; denn du bist unser höchster Gott, du bist unser höchster Lehrer.
Wort für Wort
trāyasva no 'dya deveśa hiraṇyakaśipor bhayāt /
Errette uns heute, o Götterherr, aus der Furcht vor Hiraṇyakaśipu;
tvaṃ hi naḥ paramo devas tvaṃ hi naḥ paramo guruḥ //
denn du bist unser höchster Gott, du bist unser höchster Lehrer.
Du bist unser höchster Schöpfer, [höher] als Brahmā und die anderen, o bester der Götter, du mit den Augen wie aufgeblühte, reine Blütenblätter, du Vernichter der Feindesschar – zur Vernichtung des Diti-Geschlechts sei du unsere Zuflucht.
Wort für Wort
tvaṃ hi naḥ paramo dhātā brahmādīnāṃ surottama /
Du bist unser höchster Schöpfer, höher als Brahmā und die anderen, o bester der Götter,
utphullāmalapattrākṣa śatrupakṣakṣayaṃkara /
du mit den Augen wie aufgeblühte, reine Blütenblätter, du Vernichter der Feindesschar –
kṣayāya ditivaṃśasya śaraṇaṃ tvaṃ bhavasva naḥ //
zur Vernichtung des Diti-Geschlechts sei du unsere Zuflucht.
Vāsudeva sprach: Legt die Furcht ab, ihr Unsterblichen; Sicherheit gewähre ich euch. Und ebenso werdet ihr, o Götter, ohne lange [zu warten] den Himmel zurückerlangen.
Wort für Wort
bhayaṃ tyajadhvam amarā abhayaṃ vo dadāmy aham /
Legt die Furcht ab, ihr Unsterblichen; Sicherheit gewähre ich euch.
Nachdem der Herr die Hälfte seines Leibes zu einem Menschen, die Hälfte zu einem Löwen gemacht hatte, mit der Mann-Löwen-Gestalt, Hand an Hand zusammenschlagend [?],
war er gleich einer dichten Gewitterwolke, mit der Stimme einer dichten Gewitterwolke, mit dem Glanz einer dichten, blitzenden Gewitterwolke, schnell wie eine Wolke [im Sturm].
Wort für Wort
ghanajīmūtasaṃkāśo ghanajīmūtanisvanaḥ /
war er gleich einer dichten Gewitterwolke, mit der Stimme einer dichten Gewitterwolke,
ghanajīmūtadīptaujā jīmūta iva vegavān //
mit dem Glanz einer dichten, blitzenden Gewitterwolke, schnell wie eine Wolke.
Den überaus starken Daitya erblickend, er, von der Kraft eines stolzen Tigers, tötete ihn, der von stolzen Daitya-Scharen beschützt war, mit einer einzigen Hand.
Wort für Wort
daityaṃ so 'tibalaṃ dṛṣṭvā dṛptaśārdūlavikramaḥ /
Den überaus starken Daitya erblickend, er, von der Kraft eines stolzen Tigers,
dṛptair daityagaṇair guptaṃ hatavān ekapāṇinā //
tötete ihn, der von stolzen Daitya-Scharen beschützt war, mit einer einzigen Hand.
Dies ist die erzählte Mann-Löwen-[Manifestation]; ferner [folgt] diese andere, die Zwerg-[Manifestation], worin er die Zwerggestalt annahm, [die] Vernichterin der Daityas.
Wort für Wort
nṛsiṃha eṣa kathito bhūyo 'yaṃ vāmanaḥ paraḥ /
Dies ist die erzählte Mann-Löwen-Manifestation; ferner diese andere, die Zwerg-Manifestation,
yatra vāmanam āsthāya rūpaṃ daityavināśanam //
worin er die Zwerggestalt annahm, die Vernichterin der Daityas.
Ekākṣa, Candramā, Rāhu, Saṃhrāda, Śambara, Svana – und [andere,] die Śataghnī-Wurfgeschosse und Diskusse in der Hand tragen, ebenso solche mit Keulen in der Hand,
aśvayantrāyudhopetā bhindipālāyudhās tathā / śūlolūkhalahastāś ca paraśvadhadharās tathā //
solche, die mit Ross-Schleudermaschinen bewaffnet sind, ebenso solche mit Bhindipāla-Wurfspießen, solche mit Dreizack und Mörserkeule in der Hand, sowie Beilträger,
Wort für Wort
aśvayantrāyudhopetā bhindipālāyudhās tathā /
solche, die mit Ross-Schleudermaschinen bewaffnet sind, ebenso solche mit Bhindipāla-Wurfspießen,
śūlolūkhalahastāś ca paraśvadhadharās tathā //
solche mit Dreizack und Mörserkeule in der Hand, sowie Beilträger,
pāśamudgarahastāś ca tathā parighapāṇayaḥ / mahāśilāpraharaṇāḥ śūlahastāś ca dānavāḥ //
solche mit Schlinge und Hammer in der Hand, ebenso solche mit eisernen Barren, und Dānavas mit großen Steinblöcken als Wurfwaffe und mit Dreizack in der Hand,
Wort für Wort
pāśamudgarahastāś ca tathā parighapāṇayaḥ /
solche mit Schlinge und Hammer in der Hand, ebenso solche mit eisernen Barren,
mahāśilāpraharaṇāḥ śūlahastāś ca dānavāḥ //
und Dānavas mit großen Steinblöcken als Wurfwaffe und mit Dreizack in der Hand,
nānāpraharaṇā ghorā nānāveśā mahābalāḥ / kūrmakukkuṭavaktrāś ca śaśolūkamukhās tathā //
mit mannigfachen Waffen versehen, furchtbar, in mannigfacher Erscheinung, überaus stark, mit Schildkröten- und Hahnengesichtern, sowie mit Hasen- und Eulengesichtern,
Wort für Wort
nānāpraharaṇā ghorā nānāveśā mahābalāḥ /
mit mannigfachen Waffen versehen, furchtbar, in mannigfacher Erscheinung, überaus stark,
kūrmakukkuṭavaktrāś ca śaśolūkamukhās tathā //
mit Schildkröten- und Hahnengesichtern, sowie mit Hasen- und Eulengesichtern,
nakrameṣānanāḥ śūrā gojāvimahiṣānanāḥ / godhāśallakivaktrāś ca kroṣṭuvaktrāś ca dānavāḥ //
mit Krokodils- und Widdergesichtern, die Helden, mit Rinder-, Ziegen- und Büffelgesichtern, mit Waran- und Stachelschweingesichtern, und Dānavas mit Schakalsgesichtern,
Wort für Wort
nakrameṣānanāḥ śūrā gojāvimahiṣānanāḥ /
mit Krokodils- und Widdergesichtern, die Helden, mit Rinder-, Ziegen- und Büffelgesichtern,
godhāśallakivaktrāś ca kroṣṭuvaktrāś ca dānavāḥ //
mit Waran- und Stachelschweingesichtern, und Dānavas mit Schakalsgesichtern,
mit Kronen, mit herabhängendem Haarschopf, mit muschelförmigem Hals, von schönem Glanz, die Daityas, in mannigfacher Erscheinung, mit mannigfachen Blumengirlanden und Salben geschmückt,
Wort für Wort
kirīṭino lambaśikhāḥ kambugrīvāḥ suvarcasaḥ /
mit Kronen, mit herabhängendem Haarschopf, mit muschelförmigem Hals, von schönem Glanz,
nānāveśadharā daityā nānāmālyānulepanāḥ //
die Daityas, in mannigfacher Erscheinung, mit mannigfachen Blumengirlanden und Salben geschmückt,
Nachdem der Herrscher alle Daiteyas mit den Flächen von Fuß und Hand zermalmt hatte, nahm er, eine überaus furchtbare Gestalt annehmend, eilends die Erde [in Besitz].
Von ihm, der über die Erde schritt, standen Mond und Sonne zwischen der Brust; von ihm, der über den Himmel weiter ausschritt, standen sie, wie es heißt, ebenso am Nabel.
Wort für Wort
tasya vikramato bhūmiṃ candrādityau stanāntare /
Von ihm, der über die Erde schritt, standen Mond und Sonne zwischen der Brust;
nabhaḥ prakramamāṇasya nābhyāṃ kila tathā sthitau //
von ihm, der über den Himmel weiter ausschritt, standen sie, wie es heißt, ebenso am Nabel.
Von ihm, der noch weiter [in die höchste Sphäre] ausschritt, standen sie an der Stelle des Knies – so sagen die Zweifachgeborenen von Viṣṇu, dem von unermesslicher Kraft.
Wort für Wort
param ākramamāṇasya jānudeśe vyavasthitau /
Von ihm, der noch weiter ausschritt, standen sie an der Stelle des Knies –
viṣṇor amitavīryasya vadanty evaṃ dvijātayaḥ //
so sagen die Zweifachgeborenen von Viṣṇu, dem von unermesslicher Kraft.
tena naṣṭeṣu vedeṣu prakriyāsu makheṣu ca / cāturvarṇye ca saṃkīrṇe dharme śithilatāṃ gate //
Als durch ihn [wieder hergestellt wurde, was verloren war] – die Veden, die [Ritual-]Verfahren und die Opfer waren verloren, die Vierkasten-Ordnung vermischt und der Dharma schlaff geworden,
Wort für Wort
tena naṣṭeṣu vedeṣu prakriyāsu makheṣu ca /
Als – durch ihn [wiederherzustellen] – die Veden, die Ritualverfahren und die Opfer verloren waren,
cāturvarṇye ca saṃkīrṇe dharme śithilatāṃ gate //
die Vierkasten-Ordnung vermischt und der Dharma schlaff geworden war,
[Anm.: 'tena' (instr. 'durch ihn') bezieht sich vorausweisend auf Dattātreya, der laut V.109 die Veden/den Dharma wiederherstellt; V.107-108 schildern den vorausgegangenen Verfallszustand.]
als das Unrecht immer mehr zunahm, die Wahrheit verloren und die Unwahrheit eingesetzt hatte, als die Geschöpfe zerfielen und der Dharma in Verwirrung geraten war –
Wort für Wort
ativardhati cādharme satye naṣṭe 'nṛte sthite /
als das Unrecht immer mehr zunahm, die Wahrheit verloren und die Unwahrheit eingesetzt hatte,
prajāsu śīryamāṇāsu dharme cākulatāṃ gate //
als die Geschöpfe zerfielen und der Dharma in Verwirrung geraten war –
sayajñāḥ sakriyā vedāḥ pratyānītā hi tena vai / cāturvarṇyam asaṃkīrṇaṃ kṛtaṃ tena mahātmanā //
da wurden die Veden samt Opfer und [rituellen] Handlungen fürwahr von ihm zurückgebracht, und die Vierkasten-Ordnung wurde von jenem Hochbeseelten unvermischt gemacht.
Wort für Wort
sayajñāḥ sakriyā vedāḥ pratyānītā hi tena vai /
da wurden die Veden samt Opfer und rituellen Handlungen fürwahr von ihm zurückgebracht,
cāturvarṇyam asaṃkīrṇaṃ kṛtaṃ tena mahātmanā //
und die Vierkasten-Ordnung wurde von jenem Hochbeseelten unvermischt gemacht.
eṣa vo vaiṣṇavaḥ śrīmān prādurbhāvo 'dbhutaḥ śubhaḥ / bhūyaś ca jāmadagnyo 'yaṃ prādurbhāvo mahātmanaḥ //
Dies ist für euch die glanzvolle, wunderbare, heilvolle Viṣṇu-Manifestation; und ferner [folgt] diese Jāmadagnya-(Paraśurāma-)Manifestation des Hochbeseelten.
Wort für Wort
eṣa vo vaiṣṇavaḥ śrīmān prādurbhāvo 'dbhutaḥ śubhaḥ /
Dies ist für euch die glanzvolle, wunderbare, heilvolle Viṣṇu-Manifestation;
bhūyaś ca jāmadagnyo 'yaṃ prādurbhāvo mahātmanaḥ //
und ferner diese Jāmadagnya-Manifestation des Hochbeseelten.
worin Rāma [Paraśurāma], der Herr, den im Kampf für die Feinde unbesiegbaren, mit tausend Armen [versehenen] König Arjuna [Kārtavīrya], der im Heer stand, erschlug.
Wort für Wort
yatra bāhusahasreṇa dviṣatāṃ durjayaṃ raṇe /
worin den im Kampf für die Feinde unbesiegbaren, mit tausend Armen versehenen
Rāma, nachdem er den auf dem Wagen stehenden König Arjuna zu Boden gestürzt hatte, Rāma, nachdem er den wie eine Wolke [donnernd] schreienden Arjuna überwältigt hatte,
vāraṇāṃs turagāñ śubhrān rathāṃś ca rathināṃ varaḥ / hiraṇyam akṣayaṃ dhenur gajendrāṃś ca mahīpatiḥ //
Elefanten, glänzend weiße Rosse, Wagen gab er, der Beste der Wagenkämpfer, der Erdenherr – unerschöpfliches Gold, [wunscherfüllende] Kühe und mächtige Elefanten,
Wort für Wort
vāraṇāṃs turagāñ śubhrān rathāṃś ca rathināṃ varaḥ /
Elefanten, glänzend weiße Rosse, Wagen – der Beste der Wagenkämpfer, der Erdenherr,
hiraṇyam akṣayaṃ dhenur gajendrāṃś ca mahīpatiḥ //
unerschöpfliches Gold, Kühe und mächtige Elefanten [gab er],
für die Götterscharen unerträglich anzusehen, vom [erhaltenen] Segen aufgeblasen – ihn, Rāvaṇa, samt seinen Ministern und seinem Heer, erschlug er im Kampf.
Wort für Wort
durnirīkṣyaṃ suragaṇair varadānena darpitam /
für die Götterscharen unerträglich anzusehen, vom Segen aufgeblasen –
virādhaś ca kabandhaś ca rākṣasau bhīmavikramau / jaghāna puruṣavyāghro gandharvau śāpamohitau //
Virādha und Kabandha, die beiden Rākṣasas von furchtbarer Kraft, erschlug der Tiger unter den Männern – [sie waren eigentlich] Gandharven, durch einen Fluch verblendet.
Wort für Wort
virādhaś ca kabandhaś ca rākṣasau bhīmavikramau /
Virādha und Kabandha, die beiden Rākṣasas von furchtbarer Kraft,
jaghāna puruṣavyāghro gandharvau śāpamohitau //
erschlug der Tiger unter den Männern – Gandharven, durch einen Fluch verblendet.
Mit [Pfeilen], deren Glanz dem des Feuers, der Sonnenstrahlen und des Blitzes glich, mit Befiederungen aus glühendem, buntem Gold, mit einer dem Vajra Indras und dem Blitzstrahl gleichenden Kraft, erschlug jener Rāma die Feinde im Kampf.
Wort für Wort
hutāśanārkāṃśutaḍidguṇābhaiḥ
Mit Pfeilen, deren Glanz dem des Feuers, der Sonnenstrahlen und des Blitzes glich,
prataptajāmbūnadacitrapuṅkhaiḥ
mit Befiederungen aus glühendem, buntem Gold,
mahendravajrāśanitulyasārair
mit einer dem Vajra Indras und dem Blitzstrahl gleichenden Kraft,
Während das Opfer des hochbeseelten Janaka im Gange war, wurde der Bogen des Maheśvara [Śiva] einst von ihm, [der] spielend, wie im Scherz, zerbrochen.
Wort für Wort
vartamāne makhe yena janakasya mahātmanaḥ /
Während das Opfer des hochbeseelten Janaka im Gange war,
bhagnaṃ māheśvaraṃ cāpaṃ krīḍatā līlayā purā //
wurde der Bogen des Maheśvara einst von ihm, spielend, wie im Scherz, zerbrochen.
na prāṇināṃ bhayaṃ cāsīj jalāgnyanilaghātajam / na cāpi vṛddhā bālānāṃ pretakāryāṇi cakrire //
Auch keine Furcht der Lebewesen vor Schäden durch Wasser, Feuer [oder] Wind gab es, und auch Alte vollzogen nicht die Totenriten für [ihre eigenen] Kinder [d.h. kein vorzeitiger Kindstod].
Wort für Wort
na prāṇināṃ bhayaṃ cāsīj jalāgnyanilaghātajam /
Auch keine Furcht der Lebewesen vor Schäden durch Wasser, Feuer oder Wind gab es,
na cāpi vṛddhā bālānāṃ pretakāryāṇi cakrire //
und auch Alte vollzogen nicht die Totenriten für Kinder.
brahmacaryaparaṃ kṣatraṃ viśas tu kṣatriye ratāḥ / śūdrāś caiva hi varṇāṃs trīñ śuśrūṣanty anahaṃkṛtāḥ //
Die Kṣatriyas waren dem Brahmacarya hingegeben, die Vaiśyas den Kṣatriyas zugetan, und die Śūdras dienten fürwahr, ohne Hochmut, den drei [oberen] Ständen.
Wort für Wort
brahmacaryaparaṃ kṣatraṃ viśas tu kṣatriye ratāḥ /
Die Kṣatriyas waren dem Brahmacarya hingegeben, die Vaiśyas den Kṣatriyas zugetan,
śūdrāś caiva hi varṇāṃs trīñ śuśrūṣanty anahaṃkṛtāḥ //
und die Śūdras dienten fürwahr, ohne Hochmut, den drei oberen Ständen.
Die Frauen überschritten nicht [die Treue zu] ihren Gatten, kein Gatte überschritt [die Treue zu] seiner Gattin; die ganze Welt war gezähmt, die Erde wurde frei von Räubern.
dessen wahrer Sinn an Rāma gebunden ist, [von] der Größe jenes Weisen: dunkelfarben, jugendlich, mit rötlichen Augen, mit strahlendem Antlitz, maßvoll in der Rede,
Der Klang der Ṛg-, Sāma- und Yajur-[Verse] und der Bogensehnen-Klang des Hochbeseelten waren ununterbrochen im Reich, [und ebenso der Ruf:] ‚Man gebe, man genieße!'
Wort für Wort
ṛksāmayajuṣāṃ ghoṣo jyāghoṣaś ca mahātmanaḥ /
Der Klang der Ṛg-, Sāma- und Yajur-Verse und der Bogensehnen-Klang des Hochbeseelten
sattvavān guṇasaṃpanno dīpyamānaḥ svatejasā / ati candraṃ ca sūryaṃ ca rāmo dāśarathir babhau //
Von reiner Wesenskraft, mit [guten] Eigenschaften ausgestattet, im eigenen Glanz strahlend, überstrahlte Rāma, der Sohn des Daśaratha, sowohl Mond als auch Sonne.
Wort für Wort
sattvavān guṇasaṃpanno dīpyamānaḥ svatejasā /
Von reiner Wesenskraft, mit guten Eigenschaften ausgestattet, im eigenen Glanz strahlend,
ati candraṃ ca sūryaṃ ca rāmo dāśarathir babhau //
überstrahlte Rāma, der Sohn des Daśaratha, sowohl Mond als auch Sonne.
Er opferte mit hundert heiligen Opfern, deren Opferlohn-Segen vollständig war; nachdem er Ayodhyā verlassen hatte, ging der Rāghava, der Starke, zum Himmel.
Wort für Wort
īje kratuśataiḥ puṇyaiḥ samāptavaradakṣiṇaiḥ /
Er opferte mit hundert heiligen Opfern, deren Opferlohn-Segen vollständig war;
hitvāyodhyāṃ divaṃ yāto rāghavo hi mahābalaḥ //
nachdem er Ayodhyā verlassen hatte, ging der Rāghava, der Starke, zum Himmel.
hṛtāni ca mahīpānāṃ sarvaratnāni tejasā / durācārāś ca nihitāḥ pārthivā ye mahītale //
und alle Juwelen der Erdenherrscher wurden durch [seine] Macht geraubt, und die schlechthandelnden Könige, die es auf Erden gab, wurden niedergestreckt.
Wort für Wort
hṛtāni ca mahīpānāṃ sarvaratnāni tejasā /
und alle Juwelen der Erdenherrscher wurden durch seine Macht geraubt,
durācārāś ca nihitāḥ pārthivā ye mahītale //
und die schlechthandelnden Könige, die es auf Erden gab, wurden niedergestreckt.
Und zum Wohl der Welt [wird künftig] eine [weitere] Manifestation des Hochbeseelten [erscheinen]: Kalki, mit Namen Viṣṇuyaśas, im Dorf Śambhala geboren,
Wort für Wort
eṣa lokahitārthāya prādurbhāvo mahātmanaḥ /
Und zum Wohl der Welt wird eine Manifestation des Hochbeseelten erscheinen:
kalkī viṣṇuyaśā nāma śambhalagrāmasaṃbhavaḥ //
Kalki, mit Namen Viṣṇuyaśas, im Dorf Śambhala geboren,
zum Wohl aller Welten [erscheinend], wiederum der Gott, der Hochberühmte. Diese und viele andere göttliche [Manifestationen], von Götterscharen begleitet,
Wort für Wort
sarvalokahitārthāya bhūyo devo mahāyaśāḥ /
zum Wohl aller Welten, wiederum der Gott, der Hochberühmte.
ete cānye ca bahavo divyā devagaṇair vṛtāḥ //
Diese und viele andere göttliche Manifestationen, von Götterscharen begleitet,
werden als Manifestationen in den Purāṇas von den Brahman-Kündern besungen, worin selbst die Götter bei der Aufzählung der Manifestationen die Fassung verlieren.
Wort für Wort
prādurbhāvāḥ purāṇeṣu gīyante brahmavādibhiḥ /
werden als Manifestationen in den Purāṇas von den Brahman-Kündern besungen,
yatra devā vimuhyanti prādurbhāvānukīrtane //
worin selbst die Götter bei der Aufzählung der Manifestationen die Fassung verlieren.
Besungen wurde [hier ein wenig] von ihm, dem Besingenswerten, dem Lehrer aller Welten, dem Herrscher; durch das Aufzählen seiner Manifestationen werden [des Hörenden] Ahnen wohlgefällig gestimmt.
Wort für Wort
kīrtitaṃ kīrtanīyasya sarvalokaguror vibhoḥ /
Besungen wurde hier von ihm, dem Besingenswerten, dem Lehrer aller Welten, dem Herrscher;
prīyante pitaras tasya prādurbhāvānukīrtanāt //
durch das Aufzählen seiner Manifestationen werden des Hörenden Ahnen wohlgefällig gestimmt.
etāś ca yogeśvarayogamāyāḥ / śrutvā naro mucyati sarvapāpaiḥ / ṛddhiṃ samṛddhiṃ vipulāṃś ca bhogān / prāpnoti śīghraṃ bhagavatprasādāt //
und diese Yogamāyās des Yoga-Herrn hörend, wird der Mensch von allen Sünden befreit; Wohlstand, reichen Wohlstand und ausgedehnte Genüsse erlangt er schnell durch die Gnade des Erhabenen.
Wort für Wort
etāś ca yogeśvarayogamāyāḥ
und diese Yogamāyās des Yoga-Herrn
śrutvā naro mucyati sarvapāpaiḥ
hörend, wird der Mensch von allen Sünden befreit;
ṛddhiṃ samṛddhiṃ vipulāṃś ca bhogān
Wohlstand, reichen Wohlstand und ausgedehnte Genüsse
prāpnoti śīghraṃ bhagavatprasādāt
erlangt er schnell durch die Gnade des Erhabenen.
[Anm.: vierpādiger Hymnenvers (abweichendes Versmaß), inhaltlich Fortsetzung von V.169.]