Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 213: viṣṇoḥ prādurbhāvavarṇanam Die Schilderung von Viṣṇus Manifestationen (Avatāras)

Auf Bitten der Weisen berichtet Vyāsa der Reihe nach von den Manifestationen (prādurbhāva) Viṣṇus: Puṣkara (Entstehung von Göttern/Sehern im Ur-Lotus, mit Madhu-Kaiṭabha-Episode), die ausführlich in Opfersymbolik geschilderte Yajña-Varāha-Gestalt (Erdrettung), Narasiṃha (mit vollständiger Hiraṇyakaśipu-Vorgeschichte: Askese, Brahmās Segen mit den berühmten Unverwundbarkeitsklauseln, Bedrängnis der Welt, Viṣṇus Zusage an die Götter, Tötung), Vāmana (Balis Opfer, die drei Schritte, ein langer Namenskatalog der Daitya-Krieger V.82-99, die drei Welten-Weltdurchmessung, Erdübergabe an Indra), Dattātreya (Wiederherstellung von Veden/Dharma, Segnung Kārtavīryas mit tausend Armen), Jāmadagnya/Paraśurāma (Tötung Kārtavīryas, 21-malige Entleerung der Erde von Kṣatriyas, Rossopfer), Rāma (kompakter Abriss des gesamten Rāmāyaṇa: Geburt, Waldexil, Sītā, Rāvaṇa-Tötung, Sugrīva/Vālin, das ideale Rāma-Rājya mit dem berühmten Räma-Rājya-Lobpreis V.145-158), die Mathurā-zeitliche Kṛṣṇa-Manifestation (Kurzkatalog seiner Taten: Kaṃsa, Bāṇa, Naraka, Kālayavana u.a.) und abschließend die zukünftige Kalki-Manifestation, gefolgt von einem Schluss-Lobpreis auf das Hören der Prādurbhāva-Erzählung. Durchgehend [?]/[Anm.] bei unsicheren Einzelausdrücken; mehrere irreguläre Versformen (3-zeilige Verse V.57,71,73; vierpādige Hymnenverse in abweichendem Versmaß V.27,141,170; Halbvers mit editorischem Sternchen V.169).

aho kṛṣṇasya māhātmyam adbhutaṃ cātimānuṣam / rāmasya ca muniśreṣṭha tvayoktaṃ bhuvi durlabham //

Die Weisen sprachen: Oh, wunderbar ist die Größe Kṛṣṇas, übermenschlich, und ebenso die des Rāma, o Bester der Weisen, die von dir erzählt wurde – auf Erden schwer zu erlangen.

Wort für Wort
aho kṛṣṇasya māhātmyam adbhutaṃ cātimānuṣam /
Oh, wunderbar ist die Größe Kṛṣṇas, übermenschlich,
rāmasya ca muniśreṣṭha tvayoktaṃ bhuvi durlabham //
und ebenso die des Rāma, o Bester der Weisen, die von dir erzählt wurde – auf Erden schwer zu erlangen.

na tṛptim adhigacchāmaḥ śṛṇvanto bhagavatkathām / tasmād brūhi mahābhāga bhūyo devasya ceṣṭitam //

Wir gelangen nicht zur Sättigung, indem wir die Erzählung des Erhabenen hören; daher sprich, o Hochgesegneter, weiter von den Taten des Gottes.

Wort für Wort
na tṛptim adhigacchāmaḥ śṛṇvanto bhagavatkathām /
Wir gelangen nicht zur Sättigung, indem wir die Erzählung des Erhabenen hören;
tasmād brūhi mahābhāga bhūyo devasya ceṣṭitam //
daher sprich, o Hochgesegneter, weiter von den Taten des Gottes.

prādurbhāvaḥ purāṇeṣu viṣṇor amitatejasaḥ / satāṃ kathayatām eva varāha iti naḥ śrutam //

Von einer Manifestation (prādurbhāva) Viṣṇus, des unermesslich Machtvollen, in den Purāṇas – als ‚Varāha' [Eber] – haben wir nur von den Erzählungen Rechtschaffener gehört.

Wort für Wort
prādurbhāvaḥ purāṇeṣu viṣṇor amitatejasaḥ /
Von einer Manifestation Viṣṇus, des unermesslich Machtvollen, in den Purāṇas –
satāṃ kathayatām eva varāha iti naḥ śrutam //
als ‚Varāha' haben wir nur von den Erzählungen Rechtschaffener gehört.

na jānīmo 'sya caritaṃ na vidhiṃ na ca vistaram / na karmaguṇasadbhāvaṃ na hetutvamanīṣitam //

Wir kennen weder seine Tat noch die Art [ihres Vollzugs] noch die Ausführlichkeit, weder die Beschaffenheit seiner Wirkeigenschaften noch den erdachten Grund [dafür].

Wort für Wort
na jānīmo 'sya caritaṃ na vidhiṃ na ca vistaram /
Wir kennen weder seine Tat noch die Art noch die Ausführlichkeit,
na karmaguṇasadbhāvaṃ na hetutvamanīṣitam //
weder die Beschaffenheit seiner Wirkeigenschaften noch den erdachten Grund dafür.

kimātmako varāho 'sau kā mūrtiḥ kā ca devatā / kimācāraprabhāvo vā kiṃ vā tena tadā kṛtam //

Von welchem Wesen ist jener Eber? Welche Gestalt, welche Gottheit ist er? Welche Wirkkraft [ging] aus seinem Verhalten [hervor], oder was wurde damals von ihm getan?

Wort für Wort
kimātmako varāho 'sau kā mūrtiḥ kā ca devatā /
Von welchem Wesen ist jener Eber? Welche Gestalt, welche Gottheit ist er?
kimācāraprabhāvo vā kiṃ vā tena tadā kṛtam //
Welche Wirkkraft aus seinem Verhalten, oder was wurde damals von ihm getan?

yajñārthe samavetānāṃ miṣatāṃ ca dvijanmanām / mahāvarāhacaritaṃ sarvalokasukhāvaham //

Die Tat des großen Ebers, die allen Welten Glück bringt – [erzähle sie] uns Zweifachgeborenen, die wir um des Opfers willen versammelt sind und [ihr gespannt] zusehen,

Wort für Wort
yajñārthe samavetānāṃ miṣatāṃ ca dvijanmanām /
uns Zweifachgeborenen, die wir um des Opfers willen versammelt sind und zusehen,
mahāvarāhacaritaṃ sarvalokasukhāvaham //
die Tat des großen Ebers, die allen Welten Glück bringt –

yathā nārāyaṇo brahman vārāhaṃ rūpam āsthitaḥ / daṃṣṭrayā gāṃ samudrasthām ujjahārārimardanaḥ //

wie Nārāyaṇa, o Brahmane, die Eber-Gestalt annahm und mit dem Stoßzahn die im Ozean befindliche Erde emporhob, der Feindzermalmer.

Wort für Wort
yathā nārāyaṇo brahman vārāhaṃ rūpam āsthitaḥ /
wie Nārāyaṇa, o Brahmane, die Eber-Gestalt annahm
daṃṣṭrayā gāṃ samudrasthām ujjahārārimardanaḥ //
und mit dem Stoßzahn die im Ozean befindliche Erde emporhob, der Feindzermalmer.

vistareṇaiva karmāṇi sarvāṇi ripughātinaḥ / śrotuṃ no vartate buddhir hareḥ kṛṣṇasya dhīmataḥ //

Ausführlich alle Taten des Feindevernichters – unser Sinn ist darauf gerichtet, sie zu hören, [die Taten] des weisen Hari-Kṛṣṇa.

Wort für Wort
vistareṇaiva karmāṇi sarvāṇi ripughātinaḥ /
Ausführlich alle Taten des Feindevernichters –
śrotuṃ no vartate buddhir hareḥ kṛṣṇasya dhīmataḥ //
unser Sinn ist darauf gerichtet, sie zu hören, die Taten des weisen Hari-Kṛṣṇa.

karmaṇām ānupūrvyā ca prādurbhāvāś ca ye vibho / yā vāsya prakṛtir brahmaṃs tāś cākhyātuṃ tvam arhasi //

Und die Reihenfolge der Taten, und welche Manifestationen es gibt, o Mächtiger, und welches seine [wahre] Natur ist, o Brahmane – das alles darzulegen bist du würdig.

Wort für Wort
karmaṇām ānupūrvyā ca prādurbhāvāś ca ye vibho /
Und die Reihenfolge der Taten, und welche Manifestationen es gibt, o Mächtiger,
yā vāsya prakṛtir brahmaṃs tāś cākhyātuṃ tvam arhasi //
und welches seine Natur ist, o Brahmane – das darzulegen bist du würdig.

praśnabhāro mahān eṣa bhavadbhiḥ samudāhṛtaḥ / yathāśaktyā tu vakṣyāmi śrūyatāṃ vaiṣṇavaṃ yaśaḥ //

Vyāsa sprach: Eine große Bürde an Frage ist dies, die von euch vorgebracht wurde; doch nach [meinem] Vermögen will ich sprechen – so höret den Ruhm Viṣṇus.

Wort für Wort
praśnabhāro mahān eṣa bhavadbhiḥ samudāhṛtaḥ /
Eine große Bürde an Frage ist dies, die von euch vorgebracht wurde;
yathāśaktyā tu vakṣyāmi śrūyatāṃ vaiṣṇavaṃ yaśaḥ //
doch nach meinem Vermögen will ich sprechen – so höret den Ruhm Viṣṇus.

viṣṇoḥ prabhāvaśravaṇe diṣṭyā vo matir utthitā / tasmād viṣṇoḥ samastā vai śṛṇudhvaṃ yāḥ pravṛttayaḥ //

Zum Glück ist euer Sinn dem Hören von Viṣṇus Macht zugewandt; darum höret alle Wirkungsweisen Viṣṇus.

Wort für Wort
viṣṇoḥ prabhāvaśravaṇe diṣṭyā vo matir utthitā /
Zum Glück ist euer Sinn dem Hören von Viṣṇus Macht zugewandt;
tasmād viṣṇoḥ samastā vai śṛṇudhvaṃ yāḥ pravṛttayaḥ //
darum höret alle Wirkungsweisen Viṣṇus.

sahasrāsyaṃ sahasrākṣaṃ sahasracaraṇaṃ ca yam / sahasraśirasaṃ devaṃ sahasrakaram avyayam //

[Ihn], den mit tausend Mündern, tausend Augen und tausend Füßen, den Gott mit tausend Häuptern, mit tausend Händen, den Unvergänglichen,

Wort für Wort
sahasrāsyaṃ sahasrākṣaṃ sahasracaraṇaṃ ca yam /
Ihn, den mit tausend Mündern, tausend Augen und tausend Füßen,
sahasraśirasaṃ devaṃ sahasrakaram avyayam //
den Gott mit tausend Häuptern, mit tausend Händen, den Unvergänglichen,

sahasrajihvaṃ bhāsvantaṃ sahasramukuṭaṃ prabhum / sahasradaṃ sahasrādiṃ sahasrabhujam avyayam //

den mit tausend Zungen, den Leuchtenden, den Herrn mit tausend Diademen, den Tausendfach-Gebenden, den mit tausendfachem Ursprung [?], den mit tausend Armen, den Unvergänglichen –

Wort für Wort
sahasrajihvaṃ bhāsvantaṃ sahasramukuṭaṃ prabhum /
den mit tausend Zungen, den Leuchtenden, den Herrn mit tausend Diademen,
sahasradaṃ sahasrādiṃ sahasrabhujam avyayam //
den Tausendfach-Gebenden, den mit tausendfachem Ursprung [?], den mit tausend Armen, den Unvergänglichen –

[?: 'sahasrādim' unsicher – wörtl. 'dessen Anfang tausendfach ist', hier als 'tausendfacher Ursprung' verstanden.]

havanaṃ savanaṃ caiva hotāraṃ havyam eva ca / pātrāṇi ca pavitrāṇi vediṃ dīkṣāṃ samit sruvam //

[ihn, der ist] das Opfergießen und der Somapressungsakt, der Opferpriester und die Opfergabe selbst, die Opfergefäße und die Reinigungsmittel, den Altar, die Weihe, das Brennholz, den Opferlöffel,

Wort für Wort
havanaṃ savanaṃ caiva hotāraṃ havyam eva ca /
das Opfergießen und der Somapressungsakt, der Opferpriester und die Opfergabe selbst,
pātrāṇi ca pavitrāṇi vediṃ dīkṣāṃ samit sruvam //
die Opfergefäße und die Reinigungsmittel, den Altar, die Weihe, das Brennholz, den Opferlöffel,

sruksomasūryamuśalaṃ prokṣaṇīṃ dakṣiṇāyanam / adhvaryuṃ sāmagaṃ vipraṃ sadasyaṃ sadanaṃ sadaḥ //

den großen Opferlöffel, den Soma, die Sonne, die Mörserkeule, das Besprengungswasser, die Südwendung [der Sonnenbahn], den Adhvaryu-Priester, den Sāman-Sänger, den Brahmanen, den Opferzeugen, den Sitzplatz, die Versammlung –

Wort für Wort
sruksomasūryamuśalaṃ prokṣaṇīṃ dakṣiṇāyanam /
den großen Opferlöffel, den Soma, die Sonne, die Mörserkeule, das Besprengungswasser, die Südwendung,
adhvaryuṃ sāmagaṃ vipraṃ sadasyaṃ sadanaṃ sadaḥ //
den Adhvaryu-Priester, den Sāman-Sänger, den Brahmanen, den Opferzeugen, den Sitzplatz, die Versammlung –

yūpaṃ cakraṃ dhruvāṃ darvīṃ carūṃś colūkhalāni ca / prāgvaṃśaṃ yajñabhūmiṃ ca hotāraṃ ca paraṃ ca yat //

den Opferpfahl, das Rad, den feststehenden [Löffel], den Schöpflöffel, die Opferspeisen und die Mörser, die Vorhalle und den Opferboden, den Hotṛ-Priester und das, was jenseits [aller Dinge] ist –

Wort für Wort
yūpaṃ cakraṃ dhruvāṃ darvīṃ carūṃś colūkhalāni ca /
den Opferpfahl, das Rad, den feststehenden Löffel, den Schöpflöffel, die Opferspeisen und die Mörser,
prāgvaṃśaṃ yajñabhūmiṃ ca hotāraṃ ca paraṃ ca yat //
die Vorhalle und den Opferboden, den Hotṛ-Priester und das, was jenseits aller Dinge ist –

hrasvāṇy atipramāṇāni sthāvarāṇi carāṇi ca / prāyaścittāni vārghyaṃ ca sthaṇḍilāni kuśās tathā //

die Kurzen und die Übermäßig-Großen, die Unbeweglichen und die Beweglichen, die Sühneriten und das Ehrwasser, die Erdaltäre und ebenso das Kuśa-Gras –

Wort für Wort
hrasvāṇy atipramāṇāni sthāvarāṇi carāṇi ca /
die Kurzen und die Übermäßig-Großen, die Unbeweglichen und die Beweglichen,
prāyaścittāni vārghyaṃ ca sthaṇḍilāni kuśās tathā //
die Sühneriten und das Ehrwasser, die Erdaltäre und ebenso das Kuśa-Gras –

mantrayajñavahaṃ vahniṃ bhāgaṃ bhāgavahaṃ ca yat / agrāsinaṃ somabhujaṃ hutārciṣam udāyudham //

das Feuer, das Mantra und Opfer trägt, den Opferanteil und das, was den Anteil trägt, den Erstsitzenden [beim Mahl], den Soma-Genießer, den mit lodernder Opferflamme, den mit erhobener Waffe –

Wort für Wort
mantrayajñavahaṃ vahniṃ bhāgaṃ bhāgavahaṃ ca yat /
das Feuer, das Mantra und Opfer trägt, den Opferanteil und das, was den Anteil trägt,
agrāsinaṃ somabhujaṃ hutārciṣam udāyudham //
den Erstsitzenden, den Soma-Genießer, den mit lodernder Opferflamme, den mit erhobener Waffe –

āhur vedavido viprā yaṃ yajñe śāśvataṃ prabhum / tasya viṣṇoḥ sureśasya śrīvatsāṅkasya dhīmataḥ //

[ihn], den die vedakundigen Brahmanen im Opfer als den ewigen Herrn bezeichnen – von jenem Viṣṇu, dem Götterherrn, dem Weisen mit dem Śrīvatsa-Zeichen [auf der Brust],

Wort für Wort
āhur vedavido viprā yaṃ yajñe śāśvataṃ prabhum /
ihn, den die vedakundigen Brahmanen im Opfer als den ewigen Herrn bezeichnen –
tasya viṣṇoḥ sureśasya śrīvatsāṅkasya dhīmataḥ //
von jenem Viṣṇu, dem Götterherrn, dem Weisen mit dem Śrīvatsa-Zeichen,

prādurbhāvasahasrāṇi samatītāny anekaśaḥ / bhūyaś caiva bhaviṣyanti hy evam āha pitāmahaḥ //

sind tausend Manifestationen auf vielfältige Weise vergangen, und weitere werden noch kommen – so sprach der Großvater [Brahmā].

Wort für Wort
prādurbhāvasahasrāṇi samatītāny anekaśaḥ /
sind tausend Manifestationen auf vielfältige Weise vergangen,
bhūyaś caiva bhaviṣyanti hy evam āha pitāmahaḥ //
und weitere werden noch kommen – so sprach der Großvater.

yat pṛcchadhvaṃ mahābhāgā divyāṃ puṇyām imāṃ kathām / prādurbhāvāśritāṃ viṣṇoḥ sarvapāpaharāṃ śivām //

Was ihr fragt, o Hochgesegnete – diese göttliche, heilige Erzählung, die sich auf die Manifestationen Viṣṇus gründet, alle Sünde hinwegnehmend und heilbringend –

Wort für Wort
yat pṛcchadhvaṃ mahābhāgā divyāṃ puṇyām imāṃ kathām /
Was ihr fragt, o Hochgesegnete – diese göttliche, heilige Erzählung,
prādurbhāvāśritāṃ viṣṇoḥ sarvapāpaharāṃ śivām //
die sich auf die Manifestationen Viṣṇus gründet, alle Sünde hinwegnehmend und heilbringend –

śṛṇudhvaṃ tāṃ mahābhāgās tadgatenāntarātmanā / pravakṣyāmy ānupūrvyeṇa yat pṛcchadhvaṃ mamānaghāḥ //

höret sie, o Hochgesegnete, mit darauf gerichtetem innerem Selbst; ich will der Reihe nach berichten, was ihr mich fragt, o Sündenlose.

Wort für Wort
śṛṇudhvaṃ tāṃ mahābhāgās tadgatenāntarātmanā /
höret sie, o Hochgesegnete, mit darauf gerichtetem innerem Selbst;
pravakṣyāmy ānupūrvyeṇa yat pṛcchadhvaṃ mamānaghāḥ //
ich will der Reihe nach berichten, was ihr mich fragt, o Sündenlose.

vāsudevasya māhātmyaṃ caritaṃ ca mahāmateḥ / hitārthaṃ suramartyānāṃ lokānāṃ prabhavāya ca //

Die Größe Vāsudevas und die Tat des Hochweisen – zum Wohl der Götter und Sterblichen und zum Gedeihen der Welten –

Wort für Wort
vāsudevasya māhātmyaṃ caritaṃ ca mahāmateḥ /
Die Größe Vāsudevas und die Tat des Hochweisen –
hitārthaṃ suramartyānāṃ lokānāṃ prabhavāya ca //
zum Wohl der Götter und Sterblichen und zum Gedeihen der Welten –

bahuśaḥ sarvabhūtātmā prādurbhavati vīryavān / prādurbhāvāṃś ca vakṣyāmi puṇyān divyān guṇānvitān //

manifestiert sich das Selbst aller Wesen, der Kraftvolle, vielfach; und ich will die heiligen, göttlichen, mit [guten] Eigenschaften versehenen Manifestationen berichten.

Wort für Wort
bahuśaḥ sarvabhūtātmā prādurbhavati vīryavān /
manifestiert sich das Selbst aller Wesen, der Kraftvolle, vielfach;
prādurbhāvāṃś ca vakṣyāmi puṇyān divyān guṇānvitān //
und ich will die heiligen, göttlichen, mit guten Eigenschaften versehenen Manifestationen berichten.

supto yugasahasraṃ yaḥ prādurbhavati kāryataḥ / pūrṇe yugasahasre 'tha devadevo jagatpatiḥ //

Er, der tausend Weltzeitalter [hindurch] schläft, manifestiert sich handlungsbedingt; wenn die tausend Weltzeitalter voll sind, [erscheint] der Gott der Götter, der Weltenherr –

Wort für Wort
supto yugasahasraṃ yaḥ prādurbhavati kāryataḥ /
Er, der tausend Weltzeitalter hindurch schläft, manifestiert sich handlungsbedingt;
pūrṇe yugasahasre 'tha devadevo jagatpatiḥ //
wenn die tausend Weltzeitalter voll sind, der Gott der Götter, der Weltenherr –

brahmā ca kapilaś caiva tryambakas tridaśās tathā / devāḥ saptarṣayaś caiva nāgāś cāpsarasas tathā //

[dann entstehen] Brahmā und Kapila, der Dreiäugige [Śiva] und die Dreißig [Götter], die Götter und die Sieben Weisen, die Nāgas und ebenso die Apsaras,

Wort für Wort
brahmā ca kapilaś caiva tryambakas tridaśās tathā /
Brahmā und Kapila, der Dreiäugige und die Dreißig Götter,
devāḥ saptarṣayaś caiva nāgāś cāpsarasas tathā //
die Götter und die Sieben Weisen, die Nāgas und ebenso die Apsaras,

sanatkumāraś ca mahānubhāvo / manur mahātmā bhagavān prajākaraḥ / purāṇadevo 'tha purāṇi cakre / pradīptavaiśvānaratulyatejāḥ //

und Sanatkumāra, der Hochgesinnte, der hochbeseelte Erhabene Manu, der Geschöpfe-Schaffende, und der uralte Gott schuf die Purāṇas – er, dessen Glanz dem lodernden Feuer gleicht.

Wort für Wort
sanatkumāraś ca mahānubhāvo
und Sanatkumāra, der Hochgesinnte,
manur mahātmā bhagavān prajākaraḥ
der hochbeseelte Erhabene Manu, der Geschöpfe-Schaffende,
purāṇadevo 'tha purāṇi cakre
und der uralte Gott schuf die Purāṇas,
pradīptavaiśvānaratulyatejāḥ
er, dessen Glanz dem lodernden Feuer gleicht.

[Anm.: vierpādiger Hymnenvers (abweichendes Versmaß), daher vier statt zwei wfw-Einheiten.]

yo 'sau cārṇavamadhyastho naṣṭe sthāvarajaṅgame / naṣṭe devāsuranare pranaṣṭoragarākṣase //

Er, der inmitten des Ozeans weilte, als das Unbewegliche und Bewegliche vergangen war, als Götter, Dämonen und Menschen vergangen waren, als Schlangenwesen und Rākṣasas vergangen waren –

Wort für Wort
yo 'sau cārṇavamadhyastho naṣṭe sthāvarajaṅgame /
Er, der inmitten des Ozeans weilte, als das Unbewegliche und Bewegliche vergangen war,
naṣṭe devāsuranare pranaṣṭoragarākṣase //
als Götter, Dämonen und Menschen, als Schlangenwesen und Rākṣasas vergangen waren –

yoddhukāmau durādharṣau tāv ubhau madhukaiṭabhau / hatau bhagavatā tena tayor dattvāmitaṃ varam //

die beiden Kampflustigen, Unbezwingbaren, Madhu und Kaiṭabha, wurden von jenem Erhabenen getötet, nachdem er ihnen einen unermesslichen Segen (die Wahl der Todesart) gewährt hatte.

Wort für Wort
yoddhukāmau durādharṣau tāv ubhau madhukaiṭabhau /
die beiden Kampflustigen, Unbezwingbaren, Madhu und Kaiṭabha,
hatau bhagavatā tena tayor dattvāmitaṃ varam //
wurden von jenem Erhabenen getötet, nachdem er ihnen einen unermesslichen Segen gewährt hatte.

purā kamalanābhasya svapataḥ sāgarāmbhasi / puṣkare tatra saṃbhūtā devāḥ sarṣigaṇās tathā //

Einst, als der Lotus-genabelte [Viṣṇu] im Ozeanwasser schlief, entstanden dort im Lotus (puṣkara) die Götter samt der Schar der Seher.

Wort für Wort
purā kamalanābhasya svapataḥ sāgarāmbhasi /
Einst, als der Lotus-genabelte im Ozeanwasser schlief,
puṣkare tatra saṃbhūtā devāḥ sarṣigaṇās tathā //
entstanden dort im Lotus die Götter samt der Schar der Seher.

eṣa pauṣkarako nāma prādurbhāvo mahātmanaḥ / purāṇaṃ kathyate yatra devaśrutisamāhitam //

Dies ist die sogenannte ‚Pauṣkara'-Manifestation des Hochbeseelten, in welcher das Purāṇa erzählt wird, das mit göttlicher Überlieferung verbunden ist.

Wort für Wort
eṣa pauṣkarako nāma prādurbhāvo mahātmanaḥ /
Dies ist die sogenannte ‚Pauṣkara'-Manifestation des Hochbeseelten,
purāṇaṃ kathyate yatra devaśrutisamāhitam //
in welcher das Purāṇa erzählt wird, das mit göttlicher Überlieferung verbunden ist.

vārāhas tu śrutimukhaḥ prādurbhāvo mahātmanaḥ / yatra viṣṇuḥ suraśreṣṭho vārāhaṃ rūpam āsthitaḥ //

Die Eber-[Manifestation] aber, an der Spitze der Überlieferung, ist die Manifestation des Hochbeseelten, worin Viṣṇu, der Beste der Götter, die Eber-Gestalt annahm.

Wort für Wort
vārāhas tu śrutimukhaḥ prādurbhāvo mahātmanaḥ /
Die Eber-Manifestation aber, an der Spitze der Überlieferung, ist die Manifestation des Hochbeseelten,
yatra viṣṇuḥ suraśreṣṭho vārāhaṃ rūpam āsthitaḥ //
worin Viṣṇu, der Beste der Götter, die Eber-Gestalt annahm.

vedapādo yūpadaṃṣṭraḥ kratudantaś citīmukhaḥ / agnijihvo darbharomā brahmaśīrṣo mahātapāḥ //

[er], dessen Füße die Veden sind, dessen Stoßzahn der Opferpfahl ist, dessen Zahn das Opferritual ist, dessen Antlitz der Opferherd ist, dessen Zunge das Feuer ist, dessen Haar das Darbha-Gras ist, dessen Haupt das Brahman ist, von großer Askesekraft,

Wort für Wort
vedapādo yūpadaṃṣṭraḥ kratudantaś citīmukhaḥ /
dessen Füße die Veden, dessen Stoßzahn der Opferpfahl, dessen Zahn das Opferritual, dessen Antlitz der Opferherd ist,
agnijihvo darbharomā brahmaśīrṣo mahātapāḥ //
dessen Zunge das Feuer, dessen Haar das Darbha-Gras, dessen Haupt das Brahman ist, von großer Askesekraft,

ahorātrekṣaṇo divyo vedāṅgaḥ śrutibhūṣaṇaḥ / ājyanāsaḥ sruvatuṇḍaḥ sāmaghoṣasvaro mahān //

dessen Augen Tag und Nacht sind, der Göttliche, dessen Glieder die Vedāṅgas sind, dessen Schmuck die Śruti ist, dessen Nase das Schmalzopfer ist, dessen Schnauze der Opferlöffel ist, dessen große Stimme der Sāman-Gesang ist,

Wort für Wort
ahorātrekṣaṇo divyo vedāṅgaḥ śrutibhūṣaṇaḥ /
dessen Augen Tag und Nacht, der Göttliche, dessen Glieder die Vedāṅgas, dessen Schmuck die Śruti ist,
ājyanāsaḥ sruvatuṇḍaḥ sāmaghoṣasvaro mahān //
dessen Nase das Schmalzopfer, dessen Schnauze der Opferlöffel, dessen große Stimme der Sāman-Gesang ist,

satyadharmamayaḥ śrīmān kramavikramasatkṛtaḥ / prāyaścittanakho ghoraḥ paśujānur mukhākṛtiḥ //

aus Wahrheit und Dharma bestehend, der Glanzvolle, geehrt durch [rituelle] Schritte und Heldentaten, dessen Krallen die Sühneriten sind, der Furchtbare, dessen Knie das Opfertier ist, dessen Gestalt sein Antlitz [bildet] –

Wort für Wort
satyadharmamayaḥ śrīmān kramavikramasatkṛtaḥ /
aus Wahrheit und Dharma bestehend, der Glanzvolle, geehrt durch Schritte und Heldentaten,
prāyaścittanakho ghoraḥ paśujānur mukhākṛtiḥ //
dessen Krallen die Sühneriten sind, der Furchtbare, dessen Knie das Opfertier, dessen Gestalt sein Antlitz bildet –

udgatāntro homaliṅgo bījauṣadhimahāphalaḥ / vādyantarātmā mantrasphig vikṛtaḥ somaśoṇitaḥ //

dessen Eingeweide hervortreten [als] das Kennzeichen der Feueropferung, dessen große Frucht Samen und Kräuter sind, dessen innerstes Selbst Musik ist, dessen Hüfte das Mantra ist, der Umgestaltete, dessen Blut der Soma ist,

Wort für Wort
udgatāntro homaliṅgo bījauṣadhimahāphalaḥ /
dessen Eingeweide das Kennzeichen der Feueropferung, dessen große Frucht Samen und Kräuter sind,
vādyantarātmā mantrasphig vikṛtaḥ somaśoṇitaḥ //
dessen innerstes Selbst Musik, dessen Hüfte das Mantra ist, der Umgestaltete, dessen Blut der Soma ist,

vediskandho havirgandho havyakavyātivegavān / prāgvaṃśakāyo dyutimān nānādīkṣābhir anvitaḥ //

dessen Schulter der Altar ist, dessen Duft die Opfergabe ist, überaus schnell an Götter- und Ahnenopfer, dessen Leib die Vorhalle ist, der Glanzvolle, versehen mit mannigfachen Weihen,

Wort für Wort
vediskandho havirgandho havyakavyātivegavān /
dessen Schulter der Altar, dessen Duft die Opfergabe ist, überaus schnell an Götter- und Ahnenopfer,
prāgvaṃśakāyo dyutimān nānādīkṣābhir anvitaḥ //
dessen Leib die Vorhalle ist, der Glanzvolle, versehen mit mannigfachen Weihen,

dakṣiṇāhṛdayo yogī mahāsattramayo mahān / upākarmāṣṭarucakaḥ pravargāvartabhūṣaṇaḥ //

dessen Herz die Opfergabe (dakṣiṇā) ist, der Yogin, der Große, bestehend aus dem großen Opferritual, dessen achtfacher Glanz der Beginn der vedischen Rezitation ist, geschmückt mit dem Pravargya-Ritual und dessen Wiederholung,

Wort für Wort
dakṣiṇāhṛdayo yogī mahāsattramayo mahān /
dessen Herz die Opfergabe ist, der Yogin, der Große, bestehend aus dem großen Opferritual,
upākarmāṣṭarucakaḥ pravargāvartabhūṣaṇaḥ //
dessen achtfacher Glanz der Beginn der Rezitation ist, geschmückt mit dem Pravargya-Ritual und dessen Wiederholung,

nānācchandogatipatho guhyopaniṣadāsanaḥ / chāyāpatnīsahāyo 'sau maṇiśṛṅga ivotthitaḥ //

dessen Gangpfad die mannigfachen Versmaße sind, dessen Sitz die geheime Upaniṣad ist, er, dem der Schatten als Gattin Gefährtin ist [?], gleichsam wie mit einem Juwelenhorn aufgestiegen.

Wort für Wort
nānācchandogatipatho guhyopaniṣadāsanaḥ /
dessen Gangpfad die mannigfachen Versmaße, dessen Sitz die geheime Upaniṣad ist,
chāyāpatnīsahāyo 'sau maṇiśṛṅga ivotthitaḥ //
er, dem der Schatten als Gattin Gefährtin ist, gleichsam wie mit einem Juwelenhorn aufgestiegen.

[?: 'chāyāpatnīsahāyaḥ' unklar – evtl. Anspielung auf die mythologische Gattin Chāyā, hier wörtlich als 'vom Schatten begleitet' wiedergegeben.]

mahīṃ sāgaraparyantāṃ saśailavanakānanām / ekārṇavajalabhraṣṭām ekārṇavagataḥ prabhuḥ //

Zu der Erde, vom Ozean umgrenzt, mit ihren Bergen, Wäldern und Dickichten, aus den Fluten des Einen Ur-Ozeans herabgesunken, ging der Herr, in den Ein-Ozean eingegangen,

Wort für Wort
mahīṃ sāgaraparyantāṃ saśailavanakānanām /
Zu der Erde, vom Ozean umgrenzt, mit ihren Bergen, Wäldern und Dickichten,
ekārṇavajalabhraṣṭām ekārṇavagataḥ prabhuḥ //
aus den Fluten des Ur-Ozeans herabgesunken, ging der Herr, in den Ein-Ozean eingegangen,

daṃṣṭrayā yaḥ samuddhṛtya lokānāṃ hitakāmyayā / sahasraśīrṣo lokādiś cakāra jagatīṃ punaḥ //

er, der sie mit dem Stoßzahn emporhob, aus Wunsch nach dem Wohl der Welten, der Tausendhäuptige, der Uranfang der Welt – er machte die Erde von neuem [bewohnbar].

Wort für Wort
daṃṣṭrayā yaḥ samuddhṛtya lokānāṃ hitakāmyayā /
er, der sie mit dem Stoßzahn emporhob, aus Wunsch nach dem Wohl der Welten,
sahasraśīrṣo lokādiś cakāra jagatīṃ punaḥ //
der Tausendhäuptige, der Uranfang der Welt – er machte die Erde von neuem.

evaṃ yajñavarāheṇa bhūtvā bhūtahitārthinā / uddhṛtā pṛthivī devī sāgarāmbudharā purā //

So wurde, nachdem er zum Opfer-Eber geworden war, aus Wunsch nach dem Wohl der Wesen, die Erdgöttin einst emporgehoben, die vom Meerwasser getragene.

Wort für Wort
evaṃ yajñavarāheṇa bhūtvā bhūtahitārthinā /
So wurde, nachdem er zum Opfer-Eber geworden war, aus Wunsch nach dem Wohl der Wesen,
uddhṛtā pṛthivī devī sāgarāmbudharā purā //
die Erdgöttin einst emporgehoben, die vom Meerwasser getragene.

vārāha eṣa kathito nārasiṃhas tato dvijāḥ / yatra bhūtvā mṛgendreṇa hiraṇyakaśipur hataḥ //

Dies ist die erzählte Eber-[Manifestation]; danach [folgt] die Mann-Löwen-[Manifestation], o Zweifachgeborene, worin er, zum Löwenfürsten geworden, Hiraṇyakaśipu tötete.

Wort für Wort
vārāha eṣa kathito nārasiṃhas tato dvijāḥ /
Dies ist die erzählte Eber-Manifestation; danach die Mann-Löwen-Manifestation, o Zweifachgeborene,
yatra bhūtvā mṛgendreṇa hiraṇyakaśipur hataḥ //
worin er, zum Löwenfürsten geworden, Hiraṇyakaśipu tötete.

purā kṛtayuge nāma surārir baladarpitaḥ / daityānām ādipuruṣaś cakāra sumahat tapaḥ //

Einst im Kṛtayuga übte der Götterfeind, vom [eigenen] Kraft-Stolz erfüllt, der Urmensch der Daityas, eine überaus große Askese.

Wort für Wort
purā kṛtayuge nāma surārir baladarpitaḥ /
Einst im Kṛtayuga [übte] der Götterfeind, vom Kraft-Stolz erfüllt,
daityānām ādipuruṣaś cakāra sumahat tapaḥ //
der Urmensch der Daityas, eine überaus große Askese.

daśa varṣasahasrāṇi śatāni daśa pañca ca / japopavāsaniratas tasthau maunavratasthitaḥ //

Zehntausend Jahre, [dazu] fünfzehnhundert [weitere], verharrte er, dem Murmelgebet und Fasten hingegeben, im Gelübde des Schweigens stehend.

Wort für Wort
daśa varṣasahasrāṇi śatāni daśa pañca ca /
Zehntausend Jahre, dazu fünfzehnhundert weitere,
japopavāsaniratas tasthau maunavratasthitaḥ //
verharrte er, dem Murmelgebet und Fasten hingegeben, im Schweigegelübde.

[?: Zahlwortkonstruktion 'daśa varṣasahasrāṇi śatāni daśa pañca ca' als 10.000+1.500=11.500 Jahre verstanden.]

tataḥ śamadamābhyāṃ ca brahmacaryeṇa caiva hi / prīto 'bhavat tatas tasya tapasā niyamena ca //

Da wurde [Brahmā] durch dessen Ruhe und Selbstbeherrschung und Keuschheit, sowie durch dessen Askese und Regelbefolgung, wohlgefällig gestimmt.

Wort für Wort
tataḥ śamadamābhyāṃ ca brahmacaryeṇa caiva hi /
Da wurde durch dessen Ruhe und Selbstbeherrschung und Keuschheit,
prīto 'bhavat tatas tasya tapasā niyamena ca //
sowie durch dessen Askese und Regelbefolgung, [Brahmā] wohlgefällig gestimmt.

taṃ vai svayaṃbhūr bhagavān svayam āgamya bho dvijāḥ / vimānenārkavarṇena haṃsayuktena bhāsvatā //

Zu ihm nun kam der Selbstentstandene, der Erhabene [Brahmā], selbst herbei, o Zweifachgeborene, mit einem sonnenfarbenen, leuchtenden, von Schwänen gezogenen Himmelswagen,

Wort für Wort
taṃ vai svayaṃbhūr bhagavān svayam āgamya bho dvijāḥ /
Zu ihm kam der Selbstentstandene, der Erhabene, selbst herbei, o Zweifachgeborene,
vimānenārkavarṇena haṃsayuktena bhāsvatā //
mit einem sonnenfarbenen, leuchtenden, von Schwänen gezogenen Himmelswagen,

ādityair vasubhiḥ sārdhaṃ marudbhir daivatais tathā / rudrair viśvasahāyaiś ca yakṣarākṣasakiṃnaraiḥ //

zusammen mit den Ādityas, den Vasus, den Maruts und den Göttern, mit den Rudras und den Viśvedevas als Begleitern, mit Yakṣas, Rākṣasas und Kiṃnaras,

Wort für Wort
ādityair vasubhiḥ sārdhaṃ marudbhir daivatais tathā /
zusammen mit den Ādityas, den Vasus, den Maruts und den Göttern,
rudrair viśvasahāyaiś ca yakṣarākṣasakiṃnaraiḥ //
mit den Rudras und den Viśvedevas als Begleitern, mit Yakṣas, Rākṣasas und Kiṃnaras,

diśābhiḥ pradiśābhiś ca nadībhiḥ sāgarais tathā / nakṣatraiś ca muhūrtaiś ca khecaraiś ca mahāgrahaiḥ //

mit den Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen, mit den Flüssen und Ozeanen, mit den Mondhäusern, den Zeitabschnitten, den Himmelswandlern und den großen Planeten,

Wort für Wort
diśābhiḥ pradiśābhiś ca nadībhiḥ sāgarais tathā /
mit den Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen, mit den Flüssen und Ozeanen,
nakṣatraiś ca muhūrtaiś ca khecaraiś ca mahāgrahaiḥ //
mit den Mondhäusern, den Zeitabschnitten, den Himmelswandlern und den großen Planeten,

devarṣibhis tapovṛddhaiḥ siddhair vidvadbhir eva ca / rājarṣibhiḥ puṇyatamair gandharvair apsarogaṇaiḥ //

mit den Götterweisen, an Askese Erfahrenen, mit den Siddhas und den Wissenden, mit den überaus heiligen Königsweisen, mit Gandharven und Scharen von Apsaras –

Wort für Wort
devarṣibhis tapovṛddhaiḥ siddhair vidvadbhir eva ca /
mit den Götterweisen, an Askese Erfahrenen, mit den Siddhas und den Wissenden,
rājarṣibhiḥ puṇyatamair gandharvair apsarogaṇaiḥ //
mit den überaus heiligen Königsweisen, mit Gandharven und Scharen von Apsaras –

carācaraguruḥ śrīmān vṛtaḥ sarvaiḥ surais tathā / brahmā brahmavidāṃ śreṣṭho daityaṃ vacanam abravīt //

der Lehrer des Beweglichen und Unbeweglichen, der Glanzvolle, so von allen Göttern umgeben, sprach Brahmā, der Beste der Brahmankundigen, zum Daitya ein Wort.

Wort für Wort
carācaraguruḥ śrīmān vṛtaḥ sarvaiḥ surais tathā /
der Lehrer des Beweglichen und Unbeweglichen, der Glanzvolle, so von allen Göttern umgeben,
brahmā brahmavidāṃ śreṣṭho daityaṃ vacanam abravīt //
sprach Brahmā, der Beste der Brahmankundigen, zum Daitya ein Wort.

prīto 'smi tava bhaktasya tapasānena suvrata / varaṃ varaya bhadraṃ te yatheṣṭaṃ kāmam āpnuhi //

Brahmā sprach: Wohlgefällig bin ich über dich, den Hingegebenen, wegen dieser deiner Askese, o Wohlgelobter; erbitte einen Segen – Heil dir – erlange nach Wunsch [deinen] Wunsch.

Wort für Wort
prīto 'smi tava bhaktasya tapasānena suvrata /
Wohlgefällig bin ich über dich, den Hingegebenen, wegen dieser deiner Askese, o Wohlgelobter;
varaṃ varaya bhadraṃ te yatheṣṭaṃ kāmam āpnuhi //
erbitte einen Segen – Heil dir – erlange nach Wunsch deinen Wunsch.

na devāsuragandharvā na yakṣoragarākṣasāḥ / ṛṣayo vātha māṃ śāpaiḥ kruddhā lokapitāmaha //

Hiraṇyakaśipu sprach: Weder Götter, Dämonen noch Gandharven, weder Yakṣas, Schlangenwesen noch Rākṣasas, noch Weise sollen mich, o Weltengroßvater, durch Flüche, zornig geworden, [vernichten können] –

Wort für Wort
na devāsuragandharvā na yakṣoragarākṣasāḥ /
Weder Götter, Dämonen noch Gandharven, weder Yakṣas, Schlangenwesen noch Rākṣasas,
ṛṣayo vātha māṃ śāpaiḥ kruddhā lokapitāmaha //
noch Weise sollen mich, o Weltengroßvater, durch Flüche, zornig geworden, vernichten können –

śapeyus tapasā yuktā vara eṣa vṛto mayā / na śastreṇa na vāstreṇa giriṇā pādapena vā //

[selbst wenn sie,] mit Askese ausgerüstet, mich verfluchten – dies ist der Segen, den ich erwählt habe: weder durch Waffe noch durch Geschoss, weder durch einen Berg noch durch einen Baum,

Wort für Wort
śapeyus tapasā yuktā vara eṣa vṛto mayā /
selbst wenn sie, mit Askese ausgerüstet, mich verfluchten – dies ist der Segen, den ich erwählt habe:
na śastreṇa na vāstreṇa giriṇā pādapena vā //
weder durch Waffe noch durch Geschoss, weder durch einen Berg noch durch einen Baum,

na śuṣkeṇa na cārdreṇa na caivordhvaṃ na cāpy adhaḥ / pāṇiprahāreṇaikena sabhṛtyabalavāhanam //

weder durch Trockenes noch durch Feuchtes, weder oben noch unten [möge ich sterben] – dass mit einem einzigen Handschlag niemand mich samt Dienerschaft, Heer und Reittieren [vernichte],

Wort für Wort
na śuṣkeṇa na cārdreṇa na caivordhvaṃ na cāpy adhaḥ /
weder durch Trockenes noch durch Feuchtes, weder oben noch unten möge ich sterben –
pāṇiprahāreṇaikena sabhṛtyabalavāhanam //
dass mit einem einzigen Handschlag niemand mich samt Dienerschaft, Heer und Reittieren vernichte,

yo māṃ nāśayituṃ śaktaḥ sa me mṛtyur bhaviṣyati / bhaveyam aham evārkaḥ somo vāyur hutāśanaḥ //

[niemand sei] fähig, mich zu vernichten – wer es doch vermag, der werde mein Tod sein. Ich selbst möge die Sonne sein, der Mond, der Wind, das Feuer,

Wort für Wort
yo māṃ nāśayituṃ śaktaḥ sa me mṛtyur bhaviṣyati /
wer fähig ist, mich zu vernichten, der werde mein Tod sein.
bhaveyam aham evārkaḥ somo vāyur hutāśanaḥ //
Ich selbst möge die Sonne sein, der Mond, der Wind, das Feuer,

salilaṃ cāntarikṣaṃ ca ākāśaṃ caiva sarvaśaḥ / ahaṃ krodhaś ca kāmaś ca varuṇo vāsavo yamaḥ / dhanadaś ca dhanādhyakṣo yakṣaḥ kiṃpuruṣādhipaḥ //

das Wasser, der Luftraum und der Äther in jeder Hinsicht; ich [möge sein] Zorn und Begierde, Varuṇa, Indra (Vāsava) und Yama, der Schätzegebende und der Schätzeaufseher, der Yakṣa-Herr und der Herrscher der Kiṃpuruṣas.

Wort für Wort
salilaṃ cāntarikṣaṃ ca ākāśaṃ caiva sarvaśaḥ /
das Wasser, der Luftraum und der Äther in jeder Hinsicht;
ahaṃ krodhaś ca kāmaś ca varuṇo vāsavo yamaḥ /
ich möge sein Zorn und Begierde, Varuṇa, Indra und Yama,
dhanadaś ca dhanādhyakṣo yakṣaḥ kiṃpuruṣādhipaḥ //
der Schätzegebende und der Schätzeaufseher, der Yakṣa-Herr und der Herrscher der Kiṃpuruṣas.

[Anm.: dreizeiliger Vers in der Quelle (drei Halbverse statt der üblichen zwei).]

ete divyā varās tāta mayā dattās tavādbhutāḥ / sarvān kāmān imāṃs tāta prāpsyasi tvaṃ na saṃśayaḥ //

Brahmā sprach: Diese göttlichen, wunderbaren Segnungen sind dir, mein Sohn, von mir gewährt; all diese Wünsche wirst du, mein Sohn, erlangen – kein Zweifel.

Wort für Wort
ete divyā varās tāta mayā dattās tavādbhutāḥ /
Diese göttlichen, wunderbaren Segnungen sind dir, mein Sohn, von mir gewährt;
sarvān kāmān imāṃs tāta prāpsyasi tvaṃ na saṃśayaḥ //
all diese Wünsche wirst du, mein Sohn, erlangen – kein Zweifel.

evam uktvā tu bhagavāñ jagāmāśu pitāmahaḥ / vairājaṃ brahmasadanaṃ brahmarṣigaṇasevitam //

Vyāsa sprach: So gesprochen habend, ging der Erhabene Großvater eilends zu seiner Wohnstatt Vairāja, die von Scharen brahmanischer Weiser besucht wird.

Wort für Wort
evam uktvā tu bhagavāñ jagāmāśu pitāmahaḥ /
So gesprochen habend, ging der Erhabene Großvater eilends
vairājaṃ brahmasadanaṃ brahmarṣigaṇasevitam //
zu seiner Wohnstatt Vairāja, die von Scharen brahmanischer Weiser besucht wird.

tato devāś ca nāgāś ca gandharvā munayas tathā / varapradānaṃ śrutvaiva pitāmaham upasthitāḥ //

Da traten die Götter, die Nāgas, die Gandharven und die Weisen, sobald sie von der Segensgewährung gehört hatten, vor den Großvater.

Wort für Wort
tato devāś ca nāgāś ca gandharvā munayas tathā /
Da traten die Götter, die Nāgas, die Gandharven und die Weisen,
varapradānaṃ śrutvaiva pitāmaham upasthitāḥ //
sobald sie von der Segensgewährung gehört hatten, vor den Großvater.

vareṇānena bhagavan bādhiṣyati sa no 'suraḥ / tat prasīdāśu bhagavan vadho 'py asya vicintyatām //

Die Götter sprachen: Durch diesen Segen wird jener Dämon uns bedrängen, o Erhabener; darum sei gnädig, o Erhabener – auch seine Tötung möge bedacht werden.

Wort für Wort
vareṇānena bhagavan bādhiṣyati sa no 'suraḥ /
Durch diesen Segen wird jener Dämon uns bedrängen, o Erhabener;
tat prasīdāśu bhagavan vadho 'py asya vicintyatām //
darum sei gnädig, o Erhabener – auch seine Tötung möge bedacht werden.

bhagavan sarvabhūtānāṃ svayaṃbhūr ādikṛt prabhuḥ / sraṣṭā ca havyakavyānām avyaktaṃ prakṛtir dhruvam //

O Erhabener, [du bist] der Selbstentstandene, der Erst-Erschaffer und Herr aller Wesen, der Schöpfer der Götter- und Ahnenopfer, das Unmanifeste, die feste Urnatur.

Wort für Wort
bhagavan sarvabhūtānāṃ svayaṃbhūr ādikṛt prabhuḥ /
O Erhabener, du bist der Selbstentstandene, der Erst-Erschaffer und Herr aller Wesen,
sraṣṭā ca havyakavyānām avyaktaṃ prakṛtir dhruvam //
der Schöpfer der Götter- und Ahnenopfer, das Unmanifeste, die feste Urnatur.

tato lokahitaṃ vākyaṃ śrutvā devaḥ prajāpatiḥ / provāca bhagavān vākyaṃ sarvadevagaṇāṃs tathā //

Vyāsa sprach: Da, nachdem er die dem Wohl der Welt dienende Rede gehört hatte, sprach der Gott, der Herr der Geschöpfe, der Erhabene, ein Wort zu allen Götterscharen.

Wort für Wort
tato lokahitaṃ vākyaṃ śrutvā devaḥ prajāpatiḥ /
Da, nachdem er die dem Wohl der Welt dienende Rede gehört hatte, der Gott, der Herr der Geschöpfe,
provāca bhagavān vākyaṃ sarvadevagaṇāṃs tathā //
sprach der Erhabene ein Wort zu allen Götterscharen.

avaśyaṃ tridaśās tena prāptavyaṃ tapasaḥ phalam / tapaso 'nte ca bhagavān vadhaṃ viṣṇuḥ kariṣyati //

Brahmā sprach: Notwendig müssen wir, ihr Götter, ihm die Frucht seiner Askese gewähren; doch am Ende [der Wirkung] seiner Askese wird der Erhabene Viṣṇu seine Tötung vollziehen.

Wort für Wort
avaśyaṃ tridaśās tena prāptavyaṃ tapasaḥ phalam /
Notwendig müssen wir, ihr Götter, ihm die Frucht seiner Askese gewähren;
tapaso 'nte ca bhagavān vadhaṃ viṣṇuḥ kariṣyati //
doch am Ende seiner Askese wird der Erhabene Viṣṇu seine Tötung vollziehen.

etac chrutvā surāḥ sarve vākyaṃ paṅkajajanmanaḥ / svāni sthānāni divyāni jagmus te vai mudānvitāḥ //

Vyāsa sprach: Dies gehört habend, das Wort des Lotusgeborenen, gingen alle Götter, von Freude erfüllt, zu ihren eigenen himmlischen Stätten.

Wort für Wort
etac chrutvā surāḥ sarve vākyaṃ paṅkajajanmanaḥ /
Dies gehört habend, das Wort des Lotusgeborenen, alle Götter,
svāni sthānāni divyāni jagmus te vai mudānvitāḥ //
gingen sie, von Freude erfüllt, zu ihren eigenen himmlischen Stätten.

labdhamātre vare cāpi sarvāḥ so 'bādhata prajāḥ / hiraṇyakaśipur daityo varadānena darpitaḥ //

Kaum hatte er den Segen erlangt, bedrängte er, der Daitya Hiraṇyakaśipu, vom Segen aufgeblasen, alle Geschöpfe.

Wort für Wort
labdhamātre vare cāpi sarvāḥ so 'bādhata prajāḥ /
Kaum hatte er den Segen erlangt, bedrängte er alle Geschöpfe,
hiraṇyakaśipur daityo varadānena darpitaḥ //
der Daitya Hiraṇyakaśipu, vom Segen aufgeblasen.

āśrameṣu mahābhāgān munīn vai saṃśitavratān / satyadharmaratān dāntāṃs tadā dharṣitavāṃs tathā //

In den Einsiedeleien die hochgesegneten Weisen, die strenge Gelübde hielten, an Wahrheit und Dharma erfreut, bezähmt, bedrängte er damals ebenso.

Wort für Wort
āśrameṣu mahābhāgān munīn vai saṃśitavratān /
In den Einsiedeleien die hochgesegneten Weisen, die strenge Gelübde hielten,
satyadharmaratān dāntāṃs tadā dharṣitavāṃs tathā //
an Wahrheit und Dharma erfreut, bezähmt, bedrängte er damals ebenso.

tridivasthāṃs tathā devān parājitya mahābalaḥ / trailokyaṃ vaśam ānīya svarge vasati so 'suraḥ //

Nachdem er ebenso die im Himmel weilenden Götter besiegt hatte, der Starke, und die drei Welten in seine Gewalt gebracht hatte, wohnte jener Dämon im Himmel.

Wort für Wort
tridivasthāṃs tathā devān parājitya mahābalaḥ /
Nachdem er ebenso die im Himmel weilenden Götter besiegt hatte, der Starke,
trailokyaṃ vaśam ānīya svarge vasati so 'suraḥ //
und die drei Welten in seine Gewalt gebracht hatte, wohnte jener Dämon im Himmel.

yadā varamadonmatto vicaran dānavo bhuvi / yajñīyān akarod daityān ayajñīyāś ca devatāḥ //

Als der Dānava, vom Rausch des Segens berauscht, auf der Erde umherziehend, die Daityas zu Opferempfängern machte und die Götter zu Nicht-Opferempfängern,

Wort für Wort
yadā varamadonmatto vicaran dānavo bhuvi /
Als der Dānava, vom Rausch des Segens berauscht, auf der Erde umherziehend,
yajñīyān akarod daityān ayajñīyāś ca devatāḥ //
die Daityas zu Opferempfängern machte und die Götter zu Nicht-Opferempfängern,

ādityā vasavaḥ sādhyā viśve ca marutas tathā / śaraṇyaṃ śaraṇaṃ viṣṇum upatasthur mahābalam //

da wandten sich die Ādityas, Vasus, Sādhyas, Viśvedevas und die Maruts an den schutzwürdigen, starken Viṣṇu, ihn als Zuflucht suchend.

Wort für Wort
ādityā vasavaḥ sādhyā viśve ca marutas tathā /
da wandten sich die Ādityas, Vasus, Sādhyas, Viśvedevas und die Maruts
śaraṇyaṃ śaraṇaṃ viṣṇum upatasthur mahābalam //
an den schutzwürdigen, starken Viṣṇu, ihn als Zuflucht suchend.

devabrahmamayaṃ yajñaṃ brahmadevaṃ sanātanam / bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyaṃ ca prabhuṃ lokanamaskṛtam / nārāyaṇaṃ vibhuṃ devaṃ śaraṇyaṃ śaraṇaṃ gatāḥ //

Sie gingen zur Zuflucht bei Nārāyaṇa, dem aus Göttern und Brahman bestehenden Opfer, dem ewigen Gott-Brahman, dem Gewesenen, dem Gegenwärtigen und dem Zukünftigen, dem von der Welt verehrten Herrn, dem allgegenwärtigen Gott, dem Schutzwürdigen.

Wort für Wort
devabrahmamayaṃ yajñaṃ brahmadevaṃ sanātanam /
Bei dem aus Göttern und Brahman bestehenden Opfer, dem ewigen Gott-Brahman,
bhūtaṃ bhavyaṃ bhaviṣyaṃ ca prabhuṃ lokanamaskṛtam /
dem Gewesenen, dem Gegenwärtigen und dem Zukünftigen, dem von der Welt verehrten Herrn,
nārāyaṇaṃ vibhuṃ devaṃ śaraṇyaṃ śaraṇaṃ gatāḥ //
bei Nārāyaṇa, dem allgegenwärtigen Gott, dem Schutzwürdigen, suchten sie Zuflucht.

[Anm.: dreizeiliger Vers in der Quelle.]

trāyasva no 'dya deveśa hiraṇyakaśipor bhayāt / tvaṃ hi naḥ paramo devas tvaṃ hi naḥ paramo guruḥ //

Die Götter sprachen: Errette uns heute, o Götterherr, aus der Furcht vor Hiraṇyakaśipu; denn du bist unser höchster Gott, du bist unser höchster Lehrer.

Wort für Wort
trāyasva no 'dya deveśa hiraṇyakaśipor bhayāt /
Errette uns heute, o Götterherr, aus der Furcht vor Hiraṇyakaśipu;
tvaṃ hi naḥ paramo devas tvaṃ hi naḥ paramo guruḥ //
denn du bist unser höchster Gott, du bist unser höchster Lehrer.

tvaṃ hi naḥ paramo dhātā brahmādīnāṃ surottama / utphullāmalapattrākṣa śatrupakṣakṣayaṃkara / kṣayāya ditivaṃśasya śaraṇaṃ tvaṃ bhavasva naḥ //

Du bist unser höchster Schöpfer, [höher] als Brahmā und die anderen, o bester der Götter, du mit den Augen wie aufgeblühte, reine Blütenblätter, du Vernichter der Feindesschar – zur Vernichtung des Diti-Geschlechts sei du unsere Zuflucht.

Wort für Wort
tvaṃ hi naḥ paramo dhātā brahmādīnāṃ surottama /
Du bist unser höchster Schöpfer, höher als Brahmā und die anderen, o bester der Götter,
utphullāmalapattrākṣa śatrupakṣakṣayaṃkara /
du mit den Augen wie aufgeblühte, reine Blütenblätter, du Vernichter der Feindesschar –
kṣayāya ditivaṃśasya śaraṇaṃ tvaṃ bhavasva naḥ //
zur Vernichtung des Diti-Geschlechts sei du unsere Zuflucht.

[Anm.: dreizeiliger Vers in der Quelle.]

bhayaṃ tyajadhvam amarā abhayaṃ vo dadāmy aham / tathaiva tridivaṃ devāḥ pratilapsyatha mā ciram //

Vāsudeva sprach: Legt die Furcht ab, ihr Unsterblichen; Sicherheit gewähre ich euch. Und ebenso werdet ihr, o Götter, ohne lange [zu warten] den Himmel zurückerlangen.

Wort für Wort
bhayaṃ tyajadhvam amarā abhayaṃ vo dadāmy aham /
Legt die Furcht ab, ihr Unsterblichen; Sicherheit gewähre ich euch.
tathaiva tridivaṃ devāḥ pratilapsyatha mā ciram //
Und ebenso werdet ihr, o Götter, ohne lange zu warten, den Himmel zurückerlangen.

eṣo 'haṃ sagaṇaṃ daityaṃ varadānena darpitam / avadhyam amarendrāṇāṃ dānavendraṃ nihanmi tam //

Ich selbst werde jenen Daitya samt seiner Schar, der vom Segen aufgeblasen, für die Götterfürsten unantastbar ist, jenen Dānava-Fürsten, töten.

Wort für Wort
eṣo 'haṃ sagaṇaṃ daityaṃ varadānena darpitam /
Ich selbst werde jenen Daitya samt seiner Schar, der vom Segen aufgeblasen ist,
avadhyam amarendrāṇāṃ dānavendraṃ nihanmi tam //
für die Götterfürsten unantastbar, jenen Dānava-Fürsten, töten.

evam uktvā tu bhagavān visṛjya tridaśeśvarān / hiraṇyakaśipoḥ sthānam ājagāma mahābalaḥ //

Vyāsa sprach: So gesprochen habend, entließ der Erhabene die Götterfürsten und begab sich, der Starke, zur Wohnstatt Hiraṇyakaśipus.

Wort für Wort
evam uktvā tu bhagavān visṛjya tridaśeśvarān /
So gesprochen habend, entließ der Erhabene die Götterfürsten
hiraṇyakaśipoḥ sthānam ājagāma mahābalaḥ //
und begab sich, der Starke, zur Wohnstatt Hiraṇyakaśipus.

narasyārdhatanuṃ kṛtvā siṃhasyārdhatanuṃ prabhuḥ / nārasiṃhena vapuṣā pāṇiṃ saṃspṛśya pāṇinā //

Nachdem der Herr die Hälfte seines Leibes zu einem Menschen, die Hälfte zu einem Löwen gemacht hatte, mit der Mann-Löwen-Gestalt, Hand an Hand zusammenschlagend [?],

Wort für Wort
narasyārdhatanuṃ kṛtvā siṃhasyārdhatanuṃ prabhuḥ /
Nachdem der Herr die Hälfte seines Leibes zu einem Menschen, die Hälfte zu einem Löwen gemacht hatte,
nārasiṃhena vapuṣā pāṇiṃ saṃspṛśya pāṇinā //
mit der Mann-Löwen-Gestalt, Hand an Hand zusammenschlagend,

[?: 'pāṇiṃ saṃspṛśya pāṇinā' wörtl. 'Hand mit Hand berührend' – hier als kampfbereites Handklatschen/Zusammenschlagen der Hände verstanden.]

ghanajīmūtasaṃkāśo ghanajīmūtanisvanaḥ / ghanajīmūtadīptaujā jīmūta iva vegavān //

war er gleich einer dichten Gewitterwolke, mit der Stimme einer dichten Gewitterwolke, mit dem Glanz einer dichten, blitzenden Gewitterwolke, schnell wie eine Wolke [im Sturm].

Wort für Wort
ghanajīmūtasaṃkāśo ghanajīmūtanisvanaḥ /
war er gleich einer dichten Gewitterwolke, mit der Stimme einer dichten Gewitterwolke,
ghanajīmūtadīptaujā jīmūta iva vegavān //
mit dem Glanz einer dichten, blitzenden Gewitterwolke, schnell wie eine Wolke.

daityaṃ so 'tibalaṃ dṛṣṭvā dṛptaśārdūlavikramaḥ / dṛptair daityagaṇair guptaṃ hatavān ekapāṇinā //

Den überaus starken Daitya erblickend, er, von der Kraft eines stolzen Tigers, tötete ihn, der von stolzen Daitya-Scharen beschützt war, mit einer einzigen Hand.

Wort für Wort
daityaṃ so 'tibalaṃ dṛṣṭvā dṛptaśārdūlavikramaḥ /
Den überaus starken Daitya erblickend, er, von der Kraft eines stolzen Tigers,
dṛptair daityagaṇair guptaṃ hatavān ekapāṇinā //
tötete ihn, der von stolzen Daitya-Scharen beschützt war, mit einer einzigen Hand.

nṛsiṃha eṣa kathito bhūyo 'yaṃ vāmanaḥ paraḥ / yatra vāmanam āsthāya rūpaṃ daityavināśanam //

Dies ist die erzählte Mann-Löwen-[Manifestation]; ferner [folgt] diese andere, die Zwerg-[Manifestation], worin er die Zwerggestalt annahm, [die] Vernichterin der Daityas.

Wort für Wort
nṛsiṃha eṣa kathito bhūyo 'yaṃ vāmanaḥ paraḥ /
Dies ist die erzählte Mann-Löwen-Manifestation; ferner diese andere, die Zwerg-Manifestation,
yatra vāmanam āsthāya rūpaṃ daityavināśanam //
worin er die Zwerggestalt annahm, die Vernichterin der Daityas.

baler balavato yajñe balinā viṣṇunā purā / vikramais tribhir akṣobhyāḥ kṣobhitās te mahāsurāḥ //

Einst wurden im Opfer des starken Bali durch den starken Viṣṇu mittels dreier Schritte jene großen, [sonst] unerschütterlichen Asuras erschüttert.

Wort für Wort
baler balavato yajñe balinā viṣṇunā purā /
Einst wurden im Opfer des starken Bali durch den starken Viṣṇu
vikramais tribhir akṣobhyāḥ kṣobhitās te mahāsurāḥ //
mittels dreier Schritte jene großen, sonst unerschütterlichen Asuras erschüttert.

vipracittiḥ śivaḥ śaṅkur ayaḥśaṅkus tathaiva ca / ayaḥśirā aśvaśirā hayagrīvaś ca vīryavān //

Vipracitti, Śiva, Śaṅku, ebenso Ayaḥśaṅku, Ayaḥśiras, Aśvaśiras und der kraftvolle Hayagrīva

Wort für Wort
vipracittiḥ śivaḥ śaṅkur ayaḥśaṅkus tathaiva ca /
Vipracitti, Śiva, Śaṅku, ebenso Ayaḥśaṅku,
ayaḥśirā aśvaśirā hayagrīvaś ca vīryavān //
Ayaḥśiras, Aśvaśiras und der kraftvolle Hayagrīva –

[Anm.: V.82-99 = Namenskatalog der Daitya-Krieger in Balis Heer; Eigennamen weitgehend unübersetzt gelassen.]

vegavān ketumān ugraḥ sogravyagro mahāsuraḥ / puṣkaraḥ puṣkalaś caiva śāśvo 'śvapatir eva ca //

Vegavān, Ketumān, Ugra, sowie Ugravyagra, der große Asura, Puṣkara und Puṣkala, Śāśva und Aśvapati,

Wort für Wort
vegavān ketumān ugraḥ sogravyagro mahāsuraḥ /
Vegavān, Ketumān, Ugra, sowie Ugravyagra, der große Asura,
puṣkaraḥ puṣkalaś caiva śāśvo 'śvapatir eva ca //
Puṣkara und Puṣkala, Śāśva und Aśvapati,

prahlādo 'śvapatiḥ kumbhaḥ saṃhrādo gamanapriyaḥ / anuhrādo harihayo vārāhaḥ saṃharo 'nujaḥ //

Prahlāda, Aśvapati, Kumbha, Saṃhrāda, dem die Bewegung lieb ist, Anuhrāda, Harihaya, Vārāha und dessen jüngerer Bruder Saṃhara,

Wort für Wort
prahlādo 'śvapatiḥ kumbhaḥ saṃhrādo gamanapriyaḥ /
Prahlāda, Aśvapati, Kumbha, Saṃhrāda, dem die Bewegung lieb ist,
anuhrādo harihayo vārāhaḥ saṃharo 'nujaḥ //
Anuhrāda, Harihaya, Vārāha und dessen jüngerer Bruder Saṃhara,

śarabhaḥ śalabhaś caiva kupathaḥ krodhanaḥ krathaḥ / bṛhatkīrtir mahājihvaḥ śaṅkukarṇo mahāsvanaḥ //

Śarabha und Śalabha, Kupatha, Krodhana, Kratha, Bṛhatkīrti, Mahājihva, Śaṅkukarṇa, der Lautstimmige,

Wort für Wort
śarabhaḥ śalabhaś caiva kupathaḥ krodhanaḥ krathaḥ /
Śarabha und Śalabha, Kupatha, Krodhana, Kratha,
bṛhatkīrtir mahājihvaḥ śaṅkukarṇo mahāsvanaḥ //
Bṛhatkīrti, Mahājihva, Śaṅkukarṇa, der Lautstimmige,

dīptajihvo 'rkanayano mṛgapādo mṛgapriyaḥ / vāyur gariṣṭho namuciḥ sambaro viskaro mahān //

Dīptajihva, Arkanayana, Mṛgapāda, Mṛgapriya, Vāyu, Gariṣṭha, Namuci, Śambara und der große Viskara,

Wort für Wort
dīptajihvo 'rkanayano mṛgapādo mṛgapriyaḥ /
Dīptajihva, Arkanayana, Mṛgapāda, Mṛgapriya,
vāyur gariṣṭho namuciḥ sambaro viskaro mahān //
Vāyu, Gariṣṭha, Namuci, Śambara und der große Viskara,

candrahantā krodhahantā krodhavardhana eva ca / kālakaḥ kālakopaś ca vṛtraḥ krodho virocanaḥ //

Candrahantṛ, Krodhahantṛ, sowie Krodhavardhana, Kālaka, Kālakopa, Vṛtra, Krodha, Virocana,

Wort für Wort
candrahantā krodhahantā krodhavardhana eva ca /
Candrahantṛ, Krodhahantṛ, sowie Krodhavardhana,
kālakaḥ kālakopaś ca vṛtraḥ krodho virocanaḥ //
Kālaka, Kālakopa, Vṛtra, Krodha, Virocana,

gariṣṭhaś ca variṣṭhaś ca pralambanarakāv ubhau / indratāpanavātāpī ketumān baladarpitaḥ //

Gariṣṭha und Variṣṭha, die beiden Pralamba und Naraka, Indratāpana und Vātāpi, Ketumān, der vom [eigenen] Kraft-Stolz Erfüllte,

Wort für Wort
gariṣṭhaś ca variṣṭhaś ca pralambanarakāv ubhau /
Gariṣṭha und Variṣṭha, die beiden Pralamba und Naraka,
indratāpanavātāpī ketumān baladarpitaḥ //
Indratāpana und Vātāpi, Ketumān, der vom Kraft-Stolz Erfüllte,

asilomā pulomā ca bāṣkalaḥ pramado madaḥ / svamiśraḥ kālavadanaḥ karālaḥ keśir eva ca //

Asiloman und Puloman, Bāṣkala, Pramada, Mada, Svamiśra, Kālavadana, Karāla, sowie Keśin,

Wort für Wort
asilomā pulomā ca bāṣkalaḥ pramado madaḥ /
Asiloman und Puloman, Bāṣkala, Pramada, Mada,
svamiśraḥ kālavadanaḥ karālaḥ keśir eva ca //
Svamiśra, Kālavadana, Karāla, sowie Keśin,

ekākṣaś candramā rāhuḥ saṃhrādaḥ sambaraḥ svanaḥ / śataghnīcakrahastāś ca tathā muśalapāṇayaḥ //

Ekākṣa, Candramā, Rāhu, Saṃhrāda, Śambara, Svana – und [andere,] die Śataghnī-Wurfgeschosse und Diskusse in der Hand tragen, ebenso solche mit Keulen in der Hand,

Wort für Wort
ekākṣaś candramā rāhuḥ saṃhrādaḥ sambaraḥ svanaḥ /
Ekākṣa, Candramā, Rāhu, Saṃhrāda, Śambara, Svana –
śataghnīcakrahastāś ca tathā muśalapāṇayaḥ //
und andere, die Śataghnī-Wurfgeschosse und Diskusse in der Hand tragen, ebenso mit Keulen,

aśvayantrāyudhopetā bhindipālāyudhās tathā / śūlolūkhalahastāś ca paraśvadhadharās tathā //

solche, die mit Ross-Schleudermaschinen bewaffnet sind, ebenso solche mit Bhindipāla-Wurfspießen, solche mit Dreizack und Mörserkeule in der Hand, sowie Beilträger,

Wort für Wort
aśvayantrāyudhopetā bhindipālāyudhās tathā /
solche, die mit Ross-Schleudermaschinen bewaffnet sind, ebenso solche mit Bhindipāla-Wurfspießen,
śūlolūkhalahastāś ca paraśvadhadharās tathā //
solche mit Dreizack und Mörserkeule in der Hand, sowie Beilträger,

pāśamudgarahastāś ca tathā parighapāṇayaḥ / mahāśilāpraharaṇāḥ śūlahastāś ca dānavāḥ //

solche mit Schlinge und Hammer in der Hand, ebenso solche mit eisernen Barren, und Dānavas mit großen Steinblöcken als Wurfwaffe und mit Dreizack in der Hand,

Wort für Wort
pāśamudgarahastāś ca tathā parighapāṇayaḥ /
solche mit Schlinge und Hammer in der Hand, ebenso solche mit eisernen Barren,
mahāśilāpraharaṇāḥ śūlahastāś ca dānavāḥ //
und Dānavas mit großen Steinblöcken als Wurfwaffe und mit Dreizack in der Hand,

nānāpraharaṇā ghorā nānāveśā mahābalāḥ / kūrmakukkuṭavaktrāś ca śaśolūkamukhās tathā //

mit mannigfachen Waffen versehen, furchtbar, in mannigfacher Erscheinung, überaus stark, mit Schildkröten- und Hahnengesichtern, sowie mit Hasen- und Eulengesichtern,

Wort für Wort
nānāpraharaṇā ghorā nānāveśā mahābalāḥ /
mit mannigfachen Waffen versehen, furchtbar, in mannigfacher Erscheinung, überaus stark,
kūrmakukkuṭavaktrāś ca śaśolūkamukhās tathā //
mit Schildkröten- und Hahnengesichtern, sowie mit Hasen- und Eulengesichtern,

kharoṣṭravadanāś caiva varāhavadanās tathā / mārjāraśikhivaktrāś ca mahāvaktrās tathā pare //

mit Esels- und Kamelgesichtern, ebenso mit Ebergesichtern, mit Katzen- und Pfauengesichtern, und andere mit riesigen Gesichtern,

Wort für Wort
kharoṣṭravadanāś caiva varāhavadanās tathā /
mit Esels- und Kamelgesichtern, ebenso mit Ebergesichtern,
mārjāraśikhivaktrāś ca mahāvaktrās tathā pare //
mit Katzen- und Pfauengesichtern, und andere mit riesigen Gesichtern,

nakrameṣānanāḥ śūrā gojāvimahiṣānanāḥ / godhāśallakivaktrāś ca kroṣṭuvaktrāś ca dānavāḥ //

mit Krokodils- und Widdergesichtern, die Helden, mit Rinder-, Ziegen- und Büffelgesichtern, mit Waran- und Stachelschweingesichtern, und Dānavas mit Schakalsgesichtern,

Wort für Wort
nakrameṣānanāḥ śūrā gojāvimahiṣānanāḥ /
mit Krokodils- und Widdergesichtern, die Helden, mit Rinder-, Ziegen- und Büffelgesichtern,
godhāśallakivaktrāś ca kroṣṭuvaktrāś ca dānavāḥ //
mit Waran- und Stachelschweingesichtern, und Dānavas mit Schakalsgesichtern,

ākhudarduravaktrāś ca ghorā vṛkamukhās tathā / bhīmā makaravaktrāś ca krauñcavaktrāś ca dānavāḥ //

mit Maus- und Froschgesichtern, furchtbar, ebenso mit Wolfsgesichtern, schreckenerregend, mit Krokodilfisch- und Kranich-Gesichtern, [diese] Dānavas,

Wort für Wort
ākhudarduravaktrāś ca ghorā vṛkamukhās tathā /
mit Maus- und Froschgesichtern, furchtbar, ebenso mit Wolfsgesichtern,
bhīmā makaravaktrāś ca krauñcavaktrāś ca dānavāḥ //
schreckenerregend, mit Krokodilfisch- und Kranich-Gesichtern, diese Dānavas,

aśvānanāḥ kharamukhā mayūravadanās tathā / gajendracarmavasanās tathā kṛṣṇājināmbarāḥ //

mit Pferde-, Esel- und Pfauengesichtern, gekleidet in Elefantenhaut, ebenso in schwarzes Antilopenfell gehüllt,

Wort für Wort
aśvānanāḥ kharamukhā mayūravadanās tathā /
mit Pferde-, Esel- und Pfauengesichtern,
gajendracarmavasanās tathā kṛṣṇājināmbarāḥ //
gekleidet in Elefantenhaut, ebenso in schwarzes Antilopenfell gehüllt,

cīrasaṃvṛtagātrāś ca tathā nīlakavāsasaḥ / uṣṇīṣiṇo mukuṭinas tathā kuṇḍalino 'surāḥ //

mit Rindenkleidern bedeckte Glieder, ebenso in dunkelblaue Gewänder [gehüllt], Asuras mit Turbanen, mit Diademen, ebenso mit Ohrringen,

Wort für Wort
cīrasaṃvṛtagātrāś ca tathā nīlakavāsasaḥ /
mit Rindenkleidern bedeckte Glieder, ebenso in dunkelblaue Gewänder gehüllt,
uṣṇīṣiṇo mukuṭinas tathā kuṇḍalino 'surāḥ //
Asuras mit Turbanen, mit Diademen, ebenso mit Ohrringen,

kirīṭino lambaśikhāḥ kambugrīvāḥ suvarcasaḥ / nānāveśadharā daityā nānāmālyānulepanāḥ //

mit Kronen, mit herabhängendem Haarschopf, mit muschelförmigem Hals, von schönem Glanz, die Daityas, in mannigfacher Erscheinung, mit mannigfachen Blumengirlanden und Salben geschmückt,

Wort für Wort
kirīṭino lambaśikhāḥ kambugrīvāḥ suvarcasaḥ /
mit Kronen, mit herabhängendem Haarschopf, mit muschelförmigem Hals, von schönem Glanz,
nānāveśadharā daityā nānāmālyānulepanāḥ //
die Daityas, in mannigfacher Erscheinung, mit mannigfachen Blumengirlanden und Salben geschmückt,

svāny āyudhāni saṃgṛhya pradīptāni ca tejasā / kramamāṇaṃ hṛṣīkeśam upāvartanta sarvaśaḥ //

ihre eigenen Waffen ergreifend, die von Glanz lodernden, umringten sie von allen Seiten den [drei Schritte] ausschreitenden Hṛṣīkeśa.

Wort für Wort
svāny āyudhāni saṃgṛhya pradīptāni ca tejasā /
ihre eigenen Waffen ergreifend, die von Glanz lodernden,
kramamāṇaṃ hṛṣīkeśam upāvartanta sarvaśaḥ //
umringten sie von allen Seiten den ausschreitenden Hṛṣīkeśa.

pramathya sarvān daiteyān pādahastatalair vibhuḥ / rūpaṃ kṛtvā mahābhīmaṃ jahārāśu sa medinīm //

Nachdem der Herrscher alle Daiteyas mit den Flächen von Fuß und Hand zermalmt hatte, nahm er, eine überaus furchtbare Gestalt annehmend, eilends die Erde [in Besitz].

Wort für Wort
pramathya sarvān daiteyān pādahastatalair vibhuḥ /
Nachdem der Herrscher alle Daiteyas mit den Flächen von Fuß und Hand zermalmt hatte,
rūpaṃ kṛtvā mahābhīmaṃ jahārāśu sa medinīm //
nahm er, eine überaus furchtbare Gestalt annehmend, eilends die Erde in Besitz.

tasya vikramato bhūmiṃ candrādityau stanāntare / nabhaḥ prakramamāṇasya nābhyāṃ kila tathā sthitau //

Von ihm, der über die Erde schritt, standen Mond und Sonne zwischen der Brust; von ihm, der über den Himmel weiter ausschritt, standen sie, wie es heißt, ebenso am Nabel.

Wort für Wort
tasya vikramato bhūmiṃ candrādityau stanāntare /
Von ihm, der über die Erde schritt, standen Mond und Sonne zwischen der Brust;
nabhaḥ prakramamāṇasya nābhyāṃ kila tathā sthitau //
von ihm, der über den Himmel weiter ausschritt, standen sie, wie es heißt, ebenso am Nabel.

param ākramamāṇasya jānudeśe vyavasthitau / viṣṇor amitavīryasya vadanty evaṃ dvijātayaḥ //

Von ihm, der noch weiter [in die höchste Sphäre] ausschritt, standen sie an der Stelle des Knies – so sagen die Zweifachgeborenen von Viṣṇu, dem von unermesslicher Kraft.

Wort für Wort
param ākramamāṇasya jānudeśe vyavasthitau /
Von ihm, der noch weiter ausschritt, standen sie an der Stelle des Knies –
viṣṇor amitavīryasya vadanty evaṃ dvijātayaḥ //
so sagen die Zweifachgeborenen von Viṣṇu, dem von unermesslicher Kraft.

hṛtvā sa medinīṃ kṛtsnāṃ hatvā cāsurapuṃgavān / dadau śakrāya vasudhāṃ viṣṇur balavatāṃ varaḥ //

Nachdem er die ganze Erde erobert und die Stiere unter den Asuras erschlagen hatte, gab Viṣṇu, der Beste der Starken, die Erde dem Indra.

Wort für Wort
hṛtvā sa medinīṃ kṛtsnāṃ hatvā cāsurapuṃgavān /
Nachdem er die ganze Erde erobert und die Stiere unter den Asuras erschlagen hatte,
dadau śakrāya vasudhāṃ viṣṇur balavatāṃ varaḥ //
gab Viṣṇu, der Beste der Starken, die Erde dem Indra.

eṣa vo vāmano nāma prādurbhāvo mahātmanaḥ / vedavidbhir dvijair etat kathyate vaiṣṇavaṃ yaśaḥ //

Dies ist die sogenannte Vāmana-Manifestation des Hochbeseelten für euch; dies wird von den vedakundigen Zweifachgeborenen als der Ruhm Viṣṇus erzählt.

Wort für Wort
eṣa vo vāmano nāma prādurbhāvo mahātmanaḥ /
Dies ist die sogenannte Vāmana-Manifestation des Hochbeseelten für euch;
vedavidbhir dvijair etat kathyate vaiṣṇavaṃ yaśaḥ //
dies wird von den vedakundigen Zweifachgeborenen als der Ruhm Viṣṇus erzählt.

bhūyo bhūtātmano viṣṇoḥ prādurbhāvo mahātmanaḥ / dattātreya iti khyātaḥ kṣamayā parayā yutaḥ //

Ferner [gibt es] eine Manifestation Viṣṇus, des Selbst aller Wesen, des Hochbeseelten, bekannt als Dattātreya, mit höchster Geduld ausgestattet.

Wort für Wort
bhūyo bhūtātmano viṣṇoḥ prādurbhāvo mahātmanaḥ /
Ferner gibt es eine Manifestation Viṣṇus, des Selbst aller Wesen, des Hochbeseelten,
dattātreya iti khyātaḥ kṣamayā parayā yutaḥ //
bekannt als Dattātreya, mit höchster Geduld ausgestattet.

tena naṣṭeṣu vedeṣu prakriyāsu makheṣu ca / cāturvarṇye ca saṃkīrṇe dharme śithilatāṃ gate //

Als durch ihn [wieder hergestellt wurde, was verloren war] – die Veden, die [Ritual-]Verfahren und die Opfer waren verloren, die Vierkasten-Ordnung vermischt und der Dharma schlaff geworden,

Wort für Wort
tena naṣṭeṣu vedeṣu prakriyāsu makheṣu ca /
Als – durch ihn [wiederherzustellen] – die Veden, die Ritualverfahren und die Opfer verloren waren,
cāturvarṇye ca saṃkīrṇe dharme śithilatāṃ gate //
die Vierkasten-Ordnung vermischt und der Dharma schlaff geworden war,

[Anm.: 'tena' (instr. 'durch ihn') bezieht sich vorausweisend auf Dattātreya, der laut V.109 die Veden/den Dharma wiederherstellt; V.107-108 schildern den vorausgegangenen Verfallszustand.]

ativardhati cādharme satye naṣṭe 'nṛte sthite / prajāsu śīryamāṇāsu dharme cākulatāṃ gate //

als das Unrecht immer mehr zunahm, die Wahrheit verloren und die Unwahrheit eingesetzt hatte, als die Geschöpfe zerfielen und der Dharma in Verwirrung geraten war –

Wort für Wort
ativardhati cādharme satye naṣṭe 'nṛte sthite /
als das Unrecht immer mehr zunahm, die Wahrheit verloren und die Unwahrheit eingesetzt hatte,
prajāsu śīryamāṇāsu dharme cākulatāṃ gate //
als die Geschöpfe zerfielen und der Dharma in Verwirrung geraten war –

sayajñāḥ sakriyā vedāḥ pratyānītā hi tena vai / cāturvarṇyam asaṃkīrṇaṃ kṛtaṃ tena mahātmanā //

da wurden die Veden samt Opfer und [rituellen] Handlungen fürwahr von ihm zurückgebracht, und die Vierkasten-Ordnung wurde von jenem Hochbeseelten unvermischt gemacht.

Wort für Wort
sayajñāḥ sakriyā vedāḥ pratyānītā hi tena vai /
da wurden die Veden samt Opfer und rituellen Handlungen fürwahr von ihm zurückgebracht,
cāturvarṇyam asaṃkīrṇaṃ kṛtaṃ tena mahātmanā //
und die Vierkasten-Ordnung wurde von jenem Hochbeseelten unvermischt gemacht.

tena haihayarājasya kārtavīryasya dhīmataḥ / varadena varo datto dattātreyeṇa dhīmatā //

Von ihm, dem Segen-Gewährenden, wurde dem Haihaya-König Kārtavīrya, dem Weisen, von Dattātreya, dem Weisen, ein Segen gewährt:

Wort für Wort
tena haihayarājasya kārtavīryasya dhīmataḥ /
Dem Haihaya-König Kārtavīrya, dem Weisen,
varadena varo datto dattātreyeṇa dhīmatā //
wurde von ihm, dem Segen-Gewährenden, von Dattātreya, dem Weisen, ein Segen gewährt:

etad bāhudvayaṃ yat te tat te mama kṛte nṛpa / śatāni daśa bāhūnāṃ bhaviṣyanti na saṃśayaḥ //

‚Dieses dein Armpaar, das du hast – an dessen Stelle werden dir, durch mich, o König, tausend Arme entstehen, kein Zweifel.'

Wort für Wort
etad bāhudvayaṃ yat te tat te mama kṛte nṛpa /
‚Dieses dein Armpaar, das du hast – an dessen Stelle wird dir, durch mich, o König,
śatāni daśa bāhūnāṃ bhaviṣyanti na saṃśayaḥ //
tausend Arme entstehen, kein Zweifel.'

pālayiṣyasi kṛtsnāṃ ca vasudhāṃ vasudheśvara / durnirīkṣyo 'rivṛndānāṃ yuddhasthaś ca bhaviṣyasi //

‚Und du wirst die ganze Erde beschützen, o Erdenherr, und für die Scharen der Feinde unerträglich anzusehen sein, wenn du im Kampf stehst.'

Wort für Wort
pālayiṣyasi kṛtsnāṃ ca vasudhāṃ vasudheśvara /
‚Und du wirst die ganze Erde beschützen, o Erdenherr,
durnirīkṣyo 'rivṛndānāṃ yuddhasthaś ca bhaviṣyasi //
und für die Scharen der Feinde unerträglich anzusehen sein, wenn du im Kampf stehst.'

eṣa vo vaiṣṇavaḥ śrīmān prādurbhāvo 'dbhutaḥ śubhaḥ / bhūyaś ca jāmadagnyo 'yaṃ prādurbhāvo mahātmanaḥ //

Dies ist für euch die glanzvolle, wunderbare, heilvolle Viṣṇu-Manifestation; und ferner [folgt] diese Jāmadagnya-(Paraśurāma-)Manifestation des Hochbeseelten.

Wort für Wort
eṣa vo vaiṣṇavaḥ śrīmān prādurbhāvo 'dbhutaḥ śubhaḥ /
Dies ist für euch die glanzvolle, wunderbare, heilvolle Viṣṇu-Manifestation;
bhūyaś ca jāmadagnyo 'yaṃ prādurbhāvo mahātmanaḥ //
und ferner diese Jāmadagnya-Manifestation des Hochbeseelten.

yatra bāhusahasreṇa dviṣatāṃ durjayaṃ raṇe / rāmo 'rjunam anīkasthaṃ jaghāna nṛpatiṃ prabhuḥ //

worin Rāma [Paraśurāma], der Herr, den im Kampf für die Feinde unbesiegbaren, mit tausend Armen [versehenen] König Arjuna [Kārtavīrya], der im Heer stand, erschlug.

Wort für Wort
yatra bāhusahasreṇa dviṣatāṃ durjayaṃ raṇe /
worin den im Kampf für die Feinde unbesiegbaren, mit tausend Armen versehenen
rāmo 'rjunam anīkasthaṃ jaghāna nṛpatiṃ prabhuḥ //
König Arjuna, der im Heer stand, Rāma, der Herr, erschlug.

rathasthaṃ pārthivaṃ rāmaḥ pātayitvārjunaṃ bhuvi / dharṣayitvārjunaṃ rāmaḥ krośamānaṃ ca meghavat //

Rāma, nachdem er den auf dem Wagen stehenden König Arjuna zu Boden gestürzt hatte, Rāma, nachdem er den wie eine Wolke [donnernd] schreienden Arjuna überwältigt hatte,

Wort für Wort
rathasthaṃ pārthivaṃ rāmaḥ pātayitvārjunaṃ bhuvi /
Rāma, nachdem er den auf dem Wagen stehenden König Arjuna zu Boden gestürzt hatte,
dharṣayitvārjunaṃ rāmaḥ krośamānaṃ ca meghavat //
Rāma, nachdem er den wie eine Wolke schreienden Arjuna überwältigt hatte,

kṛtsnaṃ bāhusahasraṃ ca ciccheda bhṛgunandanaḥ / paraśvadhena dīptena jñātibhiḥ sahitasya vai //

zerschnitt das gesamte tausendfache Arm[paar] des Bhṛgu-Sprosses [Arjuna], mit der lodernden Axt, [des Königs,] der mit seinen Verwandten vereint war.

Wort für Wort
kṛtsnaṃ bāhusahasraṃ ca ciccheda bhṛgunandanaḥ /
zerschnitt der Bhṛgu-Spross das gesamte tausendfache Arm-Paar,
paraśvadhena dīptena jñātibhiḥ sahitasya vai //
mit der lodernden Axt, des Königs, der mit seinen Verwandten vereint war.

kīrṇā kṣatriyakoṭībhir merumandarabhūṣaṇā / triḥ saptakṛtvaḥ pṛthivī tena niḥkṣatriyā kṛtā //

Die mit Kṣatriya-Millionen übersäte, mit Meru und Mandara geschmückte Erde wurde von ihm einundzwanzigmal von Kṣatriyas entleert gemacht.

Wort für Wort
kīrṇā kṣatriyakoṭībhir merumandarabhūṣaṇā /
Die mit Kṣatriya-Millionen übersäte, mit Meru und Mandara geschmückte Erde
triḥ saptakṛtvaḥ pṛthivī tena niḥkṣatriyā kṛtā //
wurde von ihm einundzwanzigmal (dreimal siebenmal) von Kṣatriyas entleert gemacht.

kṛtvā niḥkṣatriyāṃ caināṃ bhārgavaḥ sumahāyaśāḥ / sarvapāpavināśāya vājimedhena ceṣṭavān //

Nachdem er sie kṣatriyalos gemacht hatte, vollzog der Bhārgava, der Hochberühmte, zur Vernichtung aller Sünde ein Rossopfer.

Wort für Wort
kṛtvā niḥkṣatriyāṃ caināṃ bhārgavaḥ sumahāyaśāḥ /
Nachdem er sie kṣatriyalos gemacht hatte, der Bhārgava, der Hochberühmte,
sarvapāpavināśāya vājimedhena ceṣṭavān //
vollzog er zur Vernichtung aller Sünde ein Rossopfer.

yasmin yajñe mahādāne dakṣiṇāṃ bhṛgunandanaḥ / mārīcāya dadau prītaḥ kaśyapāya vasuṃdharām //

In welchem Opfer, [bei] großer Gabe, der Bhṛgu-Spross als Opferlohn, wohlgefällig, dem Sohn des Marīci, Kaśyapa, die Erde gab –

Wort für Wort
yasmin yajñe mahādāne dakṣiṇāṃ bhṛgunandanaḥ /
In welchem Opfer, bei großer Gabe, der Bhṛgu-Spross als Opferlohn,
mārīcāya dadau prītaḥ kaśyapāya vasuṃdharām //
wohlgefällig, dem Sohn des Marīci, Kaśyapa, die Erde gab –

vāraṇāṃs turagāñ śubhrān rathāṃś ca rathināṃ varaḥ / hiraṇyam akṣayaṃ dhenur gajendrāṃś ca mahīpatiḥ //

Elefanten, glänzend weiße Rosse, Wagen gab er, der Beste der Wagenkämpfer, der Erdenherr – unerschöpfliches Gold, [wunscherfüllende] Kühe und mächtige Elefanten,

Wort für Wort
vāraṇāṃs turagāñ śubhrān rathāṃś ca rathināṃ varaḥ /
Elefanten, glänzend weiße Rosse, Wagen – der Beste der Wagenkämpfer, der Erdenherr,
hiraṇyam akṣayaṃ dhenur gajendrāṃś ca mahīpatiḥ //
unerschöpfliches Gold, Kühe und mächtige Elefanten [gab er],

dadau tasmin mahāyajñe vājimedhe mahāyaśāḥ / adyāpi ca hitārthāya lokānāṃ bhṛgunandanaḥ //

gab er in jenem großen Opfer, dem Rossopfer, der Hochberühmte; und noch heute [wirkt] der Bhṛgu-Spross zum Wohl der Welten.

Wort für Wort
dadau tasmin mahāyajñe vājimedhe mahāyaśāḥ /
gab er in jenem großen Opfer, dem Rossopfer, der Hochberühmte;
adyāpi ca hitārthāya lokānāṃ bhṛgunandanaḥ //
und noch heute wirkt der Bhṛgu-Spross zum Wohl der Welten.

caramāṇas tapo ghoraṃ jāmadagnyaḥ punaḥ prabhuḥ / āste vai devavac chrīmān mahendre parvatottame //

Furchtbare Askese übend, weilt der Jamadagni-Sohn, der Herr, wiederum, glanzvoll wie ein Gott, auf dem Mahendra, dem höchsten Berg.

Wort für Wort
caramāṇas tapo ghoraṃ jāmadagnyaḥ punaḥ prabhuḥ /
Furchtbare Askese übend, weilt der Jamadagni-Sohn, der Herr, wiederum,
āste vai devavac chrīmān mahendre parvatottame //
glanzvoll wie ein Gott, auf dem Mahendra, dem höchsten Berg.

eṣa viṣṇoḥ sureśasya śāśvatasyāvyayasya ca / jāmadagnya iti khyātaḥ prādurbhāvo mahātmanaḥ //

Dies ist die als ‚Jāmadagnya' bekannte Manifestation des Hochbeseelten Viṣṇu, des ewigen, unvergänglichen Götterherrn.

Wort für Wort
eṣa viṣṇoḥ sureśasya śāśvatasyāvyayasya ca /
Dies ist die Manifestation des Hochbeseelten Viṣṇu, des ewigen, unvergänglichen Götterherrn,
jāmadagnya iti khyātaḥ prādurbhāvo mahātmanaḥ //
die als ‚Jāmadagnya' bekannte Manifestation.

caturviṃśe yuge vāpi viśvāmitrapuraḥsaraḥ / jajñe daśarathasyātha putraḥ padmāyatekṣaṇaḥ //

Im vierundzwanzigsten [Tretā-]Zeitalter aber wurde, unter Viśvāmitras Führung, der Sohn des Daśaratha geboren, mit lotusgleich-langgestreckten Augen.

Wort für Wort
caturviṃśe yuge vāpi viśvāmitrapuraḥsaraḥ /
Im vierundzwanzigsten Zeitalter aber, unter Viśvāmitras Führung,
jajñe daśarathasyātha putraḥ padmāyatekṣaṇaḥ //
wurde der Sohn des Daśaratha geboren, mit lotusgleich-langgestreckten Augen.

kṛtvātmānaṃ mahābāhuś caturdhā prabhur īśvaraḥ / loke rāma iti khyātas tejasā bhāskaropamaḥ //

Der Großarmige, der Herr, der Gebieter, machte sich selbst vierfach; in der Welt als Rāma bekannt, an Glanz der Sonne gleich.

Wort für Wort
kṛtvātmānaṃ mahābāhuś caturdhā prabhur īśvaraḥ /
Der Großarmige, der Herr, der Gebieter, machte sich selbst vierfach;
loke rāma iti khyātas tejasā bhāskaropamaḥ //
in der Welt als Rāma bekannt, an Glanz der Sonne gleich.

prasādanārthaṃ lokasya rakṣasāṃ nigrahāya ca / dharmasya ca vivṛddhyarthaṃ jajñe tatra mahāyaśāḥ //

Zur Besänftigung der Welt und zur Bezähmung der Rākṣasas, und zur Mehrung des Dharma, wurde er dort geboren, der Hochberühmte.

Wort für Wort
prasādanārthaṃ lokasya rakṣasāṃ nigrahāya ca /
Zur Besänftigung der Welt und zur Bezähmung der Rākṣasas,
dharmasya ca vivṛddhyarthaṃ jajñe tatra mahāyaśāḥ //
und zur Mehrung des Dharma wurde er dort geboren, der Hochberühmte.

tam apy āhur manuṣyendraṃ sarvabhūtahite ratam / yaḥ samāḥ sarvadharmajñaś caturdaśa vane 'vasat //

Auch ihn nennen sie den Menschenfürsten, dem Wohl aller Wesen zugetan, der, allen Dharma kennend, vierzehn Jahre im Walde weilte,

Wort für Wort
tam apy āhur manuṣyendraṃ sarvabhūtahite ratam /
Auch ihn nennen sie den Menschenfürsten, dem Wohl aller Wesen zugetan,
yaḥ samāḥ sarvadharmajñaś caturdaśa vane 'vasat //
der, allen Dharma kennend, vierzehn Jahre im Walde weilte,

lakṣmaṇānucaro rāmaḥ sarvabhūtahite rataḥ / caturdaśa vane taptvā tapo varṣāṇi rāghavaḥ //

Rāma, von Lakṣmaṇa begleitet, dem Wohl aller Wesen zugetan, der Rāghava, nachdem er vierzehn Jahre lang Askese im Walde geübt hatte,

Wort für Wort
lakṣmaṇānucaro rāmaḥ sarvabhūtahite rataḥ /
Rāma, von Lakṣmaṇa begleitet, dem Wohl aller Wesen zugetan,
caturdaśa vane taptvā tapo varṣāṇi rāghavaḥ //
der Rāghava, nachdem er vierzehn Jahre lang Askese im Walde geübt hatte,

rūpiṇī tasya pārśvasthā sīteti prathitā jane / pūrvoditā tu yā lakṣmīr bhartāram anugacchati //

an seiner Seite [weilte] die als Sītā unter den Leuten berühmte Gestalt gewordene – jene zuvor genannte Lakṣmī, die dem Gatten folgt.

Wort für Wort
rūpiṇī tasya pārśvasthā sīteti prathitā jane /
an seiner Seite weilte die als Sītā unter den Leuten berühmte Gestalt gewordene –
pūrvoditā tu yā lakṣmīr bhartāram anugacchati //
jene zuvor genannte Lakṣmī, die dem Gatten folgt.

janasthāne vasan kāryaṃ tridaśānāṃ cakāra saḥ / tasyāpakāriṇaṃ krūraṃ paulastyaṃ manujarṣabhaḥ //

Im Janasthāna weilend, vollbrachte er das Werk der Götter; den grausamen, ihm Übles antuenden Sproß des Pulastya [Rāvaṇa] –

Wort für Wort
janasthāne vasan kāryaṃ tridaśānāṃ cakāra saḥ /
Im Janasthāna weilend, vollbrachte er das Werk der Götter;
tasyāpakāriṇaṃ krūraṃ paulastyaṃ manujarṣabhaḥ //
den grausamen, ihm Übles antuenden Sproß des Pulastya, der Stier unter den Menschen –

sītāyāḥ padam anvicchan nijaghāna mahāyaśāḥ / devāsuragaṇānāṃ ca yakṣarākṣasabhoginām //

den Fußspuren Sītās nachgehend, erschlug ihn der Hochberühmte – [ihn, der] den Scharen der Götter, Dämonen, Yakṣas, Rākṣasas und Schlangenwesen –

Wort für Wort
sītāyāḥ padam anvicchan nijaghāna mahāyaśāḥ /
den Fußspuren Sītās nachgehend, erschlug ihn der Hochberühmte –
devāsuragaṇānāṃ ca yakṣarākṣasabhoginām //
ihn, der den Scharen der Götter, Dämonen, Yakṣas, Rākṣasas und Schlangenwesen –

yatrāvadhyaṃ rākṣasendraṃ rāvaṇaṃ yudhi durjayam / yuktaṃ rākṣasakoṭībhir nīlāñjanacayopamam //

unbezwingbar war, den Rākṣasa-Fürsten Rāvaṇa, im Kampf unbesiegbar, umgeben von Millionen Rākṣasas, gleich einem Haufen dunkelblauer Augensalbe,

Wort für Wort
yatrāvadhyaṃ rākṣasendraṃ rāvaṇaṃ yudhi durjayam /
unbezwingbar war, den Rākṣasa-Fürsten Rāvaṇa, im Kampf unbesiegbar,
yuktaṃ rākṣasakoṭībhir nīlāñjanacayopamam //
umgeben von Millionen Rākṣasas, gleich einem Haufen dunkelblauer Augensalbe,

trailokyadrāvaṇaṃ krūraṃ rāvaṇaṃ rākṣaseśvaram / durjayaṃ durdharaṃ dṛptaṃ śārdūlasamavikramam //

den die drei Welten in Schrecken versetzenden, grausamen Rāvaṇa, den Herrn der Rākṣasas, unbesiegbar, unbezähmbar, stolz, von der Kraft eines Tigers,

Wort für Wort
trailokyadrāvaṇaṃ krūraṃ rāvaṇaṃ rākṣaseśvaram /
den die drei Welten in Schrecken versetzenden, grausamen Rāvaṇa, den Herrn der Rākṣasas,
durjayaṃ durdharaṃ dṛptaṃ śārdūlasamavikramam //
unbesiegbar, unbezähmbar, stolz, von der Kraft eines Tigers,

durnirīkṣyaṃ suragaṇair varadānena darpitam / jaghāna sacivaiḥ sārdhaṃ sasainyaṃ rāvaṇaṃ yudhi //

für die Götterscharen unerträglich anzusehen, vom [erhaltenen] Segen aufgeblasen – ihn, Rāvaṇa, samt seinen Ministern und seinem Heer, erschlug er im Kampf.

Wort für Wort
durnirīkṣyaṃ suragaṇair varadānena darpitam /
für die Götterscharen unerträglich anzusehen, vom Segen aufgeblasen –
jaghāna sacivaiḥ sārdhaṃ sasainyaṃ rāvaṇaṃ yudhi //
ihn, Rāvaṇa, samt seinen Ministern und seinem Heer, erschlug er im Kampf.

mahābhragaṇasaṃkāśaṃ mahākāyaṃ mahābalam / rāvaṇaṃ nijaghānāśu rāmo bhūtapatiḥ purā //

Den einer Menge großer Wolken gleichenden, großleibigen, starken Rāvaṇa erschlug Rāma eilends, der Herr der Wesen, einst.

Wort für Wort
mahābhragaṇasaṃkāśaṃ mahākāyaṃ mahābalam /
Den einer Menge großer Wolken gleichenden, großleibigen, starken [Rāvaṇa]
rāvaṇaṃ nijaghānāśu rāmo bhūtapatiḥ purā //
erschlug Rāma eilends, der Herr der Wesen, einst.

sugrīvasya kṛte yena vānarendro mahābalaḥ / vālī vinihataḥ saṃkhye sugrīvaś cābhiṣecitaḥ //

Um Sugrīvas willen wurde von ihm der starke Affenfürst Vālin im Kampf erschlagen, und Sugrīva wurde [zum König] geweiht.

Wort für Wort
sugrīvasya kṛte yena vānarendro mahābalaḥ /
Um Sugrīvas willen wurde von ihm der starke Affenfürst,
vālī vinihataḥ saṃkhye sugrīvaś cābhiṣecitaḥ //
Vālin, im Kampf erschlagen, und Sugrīva wurde geweiht.

madhoś ca tanayo dṛpto lavaṇo nāma dānavaḥ / hato madhuvane vīro varamatto mahāsuraḥ //

Und der stolze Sohn des Madhu, der Dānava namens Lavaṇa, der Held, der vom Segen berauschte große Asura, wurde im Madhuvana-Wald getötet.

Wort für Wort
madhoś ca tanayo dṛpto lavaṇo nāma dānavaḥ /
Und der stolze Sohn des Madhu, der Dānava namens Lavaṇa,
hato madhuvane vīro varamatto mahāsuraḥ //
der Held, der vom Segen berauschte große Asura, wurde im Madhuvana-Wald getötet.

yajñavighnakarau yena munīnāṃ bhāvitātmanām / mārīcaś ca subāhuś ca balena balināṃ varau //

Von ihm wurden Mārīca und Subāhu, die Opferstörer der geläuterten Weisen, die beiden an Kraft die Besten unter den Starken,

Wort für Wort
yajñavighnakarau yena munīnāṃ bhāvitātmanām /
Von ihm wurden die Opferstörer der geläuterten Weisen,
mārīcaś ca subāhuś ca balena balināṃ varau //
Mārīca und Subāhu, die beiden an Kraft die Besten unter den Starken,

nihatau ca nirāśau ca kṛtau tena mahātmanā / samare yuddhaśauṇḍena tathānye cāpi rākṣasāḥ //

von jenem Hochbeseelten, dem im Kampf Erfahrenen, erschlagen und [ihrer Hoffnung] beraubt gemacht; ebenso auch andere Rākṣasas,

Wort für Wort
nihatau ca nirāśau ca kṛtau tena mahātmanā /
erschlagen und ihrer Hoffnung beraubt gemacht von jenem Hochbeseelten,
samare yuddhaśauṇḍena tathānye cāpi rākṣasāḥ //
dem im Kampf Erfahrenen; ebenso auch andere Rākṣasas,

virādhaś ca kabandhaś ca rākṣasau bhīmavikramau / jaghāna puruṣavyāghro gandharvau śāpamohitau //

Virādha und Kabandha, die beiden Rākṣasas von furchtbarer Kraft, erschlug der Tiger unter den Männern – [sie waren eigentlich] Gandharven, durch einen Fluch verblendet.

Wort für Wort
virādhaś ca kabandhaś ca rākṣasau bhīmavikramau /
Virādha und Kabandha, die beiden Rākṣasas von furchtbarer Kraft,
jaghāna puruṣavyāghro gandharvau śāpamohitau //
erschlug der Tiger unter den Männern – Gandharven, durch einen Fluch verblendet.

hutāśanārkāṃśutaḍidguṇābhaiḥ / prataptajāmbūnadacitrapuṅkhaiḥ / mahendravajrāśanitulyasārair / ripūn sa rāmaḥ samare nijaghne //

Mit [Pfeilen], deren Glanz dem des Feuers, der Sonnenstrahlen und des Blitzes glich, mit Befiederungen aus glühendem, buntem Gold, mit einer dem Vajra Indras und dem Blitzstrahl gleichenden Kraft, erschlug jener Rāma die Feinde im Kampf.

Wort für Wort
hutāśanārkāṃśutaḍidguṇābhaiḥ
Mit Pfeilen, deren Glanz dem des Feuers, der Sonnenstrahlen und des Blitzes glich,
prataptajāmbūnadacitrapuṅkhaiḥ
mit Befiederungen aus glühendem, buntem Gold,
mahendravajrāśanitulyasārair
mit einer dem Vajra Indras und dem Blitzstrahl gleichenden Kraft,
ripūn sa rāmaḥ samare nijaghne
erschlug jener Rāma die Feinde im Kampf.

[Anm.: vierpādiger Hymnenvers (abweichendes Versmaß).]

tasmai dattāni śastrāṇi viśvāmitreṇa dhīmatā / vadhārthaṃ devaśatrūṇāṃ durdharṣāṇāṃ surair api //

Ihm waren die Waffen von Viśvāmitra, dem Weisen, gegeben worden, zur Tötung der Götterfeinde, die selbst für die Götter unüberwindlich waren.

Wort für Wort
tasmai dattāni śastrāṇi viśvāmitreṇa dhīmatā /
Ihm waren die Waffen von Viśvāmitra, dem Weisen, gegeben worden,
vadhārthaṃ devaśatrūṇāṃ durdharṣāṇāṃ surair api //
zur Tötung der Götterfeinde, die selbst für die Götter unüberwindlich waren.

vartamāne makhe yena janakasya mahātmanaḥ / bhagnaṃ māheśvaraṃ cāpaṃ krīḍatā līlayā purā //

Während das Opfer des hochbeseelten Janaka im Gange war, wurde der Bogen des Maheśvara [Śiva] einst von ihm, [der] spielend, wie im Scherz, zerbrochen.

Wort für Wort
vartamāne makhe yena janakasya mahātmanaḥ /
Während das Opfer des hochbeseelten Janaka im Gange war,
bhagnaṃ māheśvaraṃ cāpaṃ krīḍatā līlayā purā //
wurde der Bogen des Maheśvara einst von ihm, spielend, wie im Scherz, zerbrochen.

etāni kṛtvā karmāṇi rāmo dharmabhṛtāṃ varaḥ / daśāśvamedhāñ jārūthyān ājahāra nirargalān //

Nachdem er diese Taten vollbracht hatte, vollzog Rāma, der Beste der Dharmaträger, zehn Roßopfer mit vollständigem Gefolge, ohne Hindernis.

Wort für Wort
etāni kṛtvā karmāṇi rāmo dharmabhṛtāṃ varaḥ /
Nachdem er diese Taten vollbracht hatte, vollzog Rāma, der Beste der Dharmaträger,
daśāśvamedhāñ jārūthyān ājahāra nirargalān //
zehn Roßopfer mit vollständigem Gefolge, ohne Hindernis.

[?: 'jārūthyān' bleibt unsicher – möglicherweise Bezeichnung eines bestimmten Opfertyps oder Beiworts, wörtlich übernommen.]

nāśrūyantāśubhā vāco nākulaṃ māruto vavau / na vittaharaṇaṃ cāsīd rāme rājyaṃ praśāsati //

Keine unheilvollen Worte waren zu hören, kein aufgewühlter Wind wehte, und kein Raub von Gut geschah, als Rāma über das Reich herrschte.

Wort für Wort
nāśrūyantāśubhā vāco nākulaṃ māruto vavau /
Keine unheilvollen Worte waren zu hören, kein aufgewühlter Wind wehte,
na vittaharaṇaṃ cāsīd rāme rājyaṃ praśāsati //
und kein Raub von Gut geschah, als Rāma über das Reich herrschte.

paridevanti vidhavā nānarthāś ca kadācana / sarvam āsīc chubhaṃ tatra rāme rājyaṃ praśāsati //

Keine Witwen klagten, und niemals [gab es] Unheil – alles war dort heilvoll, als Rāma über das Reich herrschte.

Wort für Wort
paridevanti vidhavā nānarthāś ca kadācana /
Keine Witwen klagten, und niemals gab es Unheil –
sarvam āsīc chubhaṃ tatra rāme rājyaṃ praśāsati //
alles war dort heilvoll, als Rāma über das Reich herrschte.

na prāṇināṃ bhayaṃ cāsīj jalāgnyanilaghātajam / na cāpi vṛddhā bālānāṃ pretakāryāṇi cakrire //

Auch keine Furcht der Lebewesen vor Schäden durch Wasser, Feuer [oder] Wind gab es, und auch Alte vollzogen nicht die Totenriten für [ihre eigenen] Kinder [d.h. kein vorzeitiger Kindstod].

Wort für Wort
na prāṇināṃ bhayaṃ cāsīj jalāgnyanilaghātajam /
Auch keine Furcht der Lebewesen vor Schäden durch Wasser, Feuer oder Wind gab es,
na cāpi vṛddhā bālānāṃ pretakāryāṇi cakrire //
und auch Alte vollzogen nicht die Totenriten für Kinder.

brahmacaryaparaṃ kṣatraṃ viśas tu kṣatriye ratāḥ / śūdrāś caiva hi varṇāṃs trīñ śuśrūṣanty anahaṃkṛtāḥ //

Die Kṣatriyas waren dem Brahmacarya hingegeben, die Vaiśyas den Kṣatriyas zugetan, und die Śūdras dienten fürwahr, ohne Hochmut, den drei [oberen] Ständen.

Wort für Wort
brahmacaryaparaṃ kṣatraṃ viśas tu kṣatriye ratāḥ /
Die Kṣatriyas waren dem Brahmacarya hingegeben, die Vaiśyas den Kṣatriyas zugetan,
śūdrāś caiva hi varṇāṃs trīñ śuśrūṣanty anahaṃkṛtāḥ //
und die Śūdras dienten fürwahr, ohne Hochmut, den drei oberen Ständen.

nāryo nātyacaran bhartṝn bhāryāṃ nātyacarat patiḥ / sarvam āsīj jagad dāntaṃ nirdasyur abhavan mahī //

Die Frauen überschritten nicht [die Treue zu] ihren Gatten, kein Gatte überschritt [die Treue zu] seiner Gattin; die ganze Welt war gezähmt, die Erde wurde frei von Räubern.

Wort für Wort
nāryo nātyacaran bhartṝn bhāryāṃ nātyacarat patiḥ /
Die Frauen überschritten nicht die Treue zu ihren Gatten, kein Gatte überschritt die Treue zu seiner Gattin;
sarvam āsīj jagad dāntaṃ nirdasyur abhavan mahī //
die ganze Welt war gezähmt, die Erde wurde frei von Räubern.

rāma eko 'bhavad bhartā rāmaḥ pālayitābhavat / āsan varṣasahasrāṇi tathā putrasahasriṇaḥ //

Rāma allein war der Gebieter, Rāma war der Beschützer; tausend Jahre [lebten die Menschen], und ebenso [waren sie] mit tausend Söhnen [gesegnet].

Wort für Wort
rāma eko 'bhavad bhartā rāmaḥ pālayitābhavat /
Rāma allein war der Gebieter, Rāma war der Beschützer;
āsan varṣasahasrāṇi tathā putrasahasriṇaḥ //
tausend Jahre lebten sie, und ebenso mit tausend Söhnen gesegnet.

arogāḥ prāṇinaś cāsan rāme rājyaṃ praśāsati / devatānām ṛṣīṇāṃ ca manuṣyāṇāṃ ca sarvaśaḥ //

Krankheitsfrei waren die Lebewesen, als Rāma über das Reich herrschte – der Götter, der Weisen und der Menschen, allesamt.

Wort für Wort
arogāḥ prāṇinaś cāsan rāme rājyaṃ praśāsati /
Krankheitsfrei waren die Lebewesen, als Rāma über das Reich herrschte –
devatānām ṛṣīṇāṃ ca manuṣyāṇāṃ ca sarvaśaḥ //
der Götter, der Weisen und der Menschen, allesamt.

pṛthivyāṃ samavāyo 'bhūd rāme rājyaṃ praśāsati / gāthām apy atra gāyanti ye purāṇavido janāḥ //

Auf Erden herrschte Eintracht/Fülle [an Wesen] [?], als Rāma über das Reich herrschte; auch hierzu singen die Purāṇakundigen einen Vers,

Wort für Wort
pṛthivyāṃ samavāyo 'bhūd rāme rājyaṃ praśāsati /
Auf Erden herrschte Eintracht, als Rāma über das Reich herrschte;
gāthām apy atra gāyanti ye purāṇavido janāḥ //
auch hierzu singen die Purāṇakundigen einen Vers,

[?: 'samavāyaḥ' hier als 'Eintracht/Zusammenkunft' verstanden.]

rāme nibaddhatattvārthā māhātmyaṃ tasya dhīmataḥ / śyāmo yuvā lohitākṣo dīptāsyo mitabhāṣitaḥ //

dessen wahrer Sinn an Rāma gebunden ist, [von] der Größe jenes Weisen: dunkelfarben, jugendlich, mit rötlichen Augen, mit strahlendem Antlitz, maßvoll in der Rede,

Wort für Wort
rāme nibaddhatattvārthā māhātmyaṃ tasya dhīmataḥ /
dessen wahrer Sinn an Rāma gebunden ist, von der Größe jenes Weisen:
śyāmo yuvā lohitākṣo dīptāsyo mitabhāṣitaḥ //
dunkelfarben, jugendlich, mit rötlichen Augen, mit strahlendem Antlitz, maßvoll in der Rede,

ājānubāhuḥ sumukhaḥ siṃhaskandho mahābhujaḥ / daśa varṣasahasrāṇi rāmo rājyam akārayat //

mit bis zu den Knien reichenden Armen, schönmündig, mit Löwenschultern, großarmig – zehntausend Jahre lang übte Rāma die Herrschaft aus.

Wort für Wort
ājānubāhuḥ sumukhaḥ siṃhaskandho mahābhujaḥ /
mit bis zu den Knien reichenden Armen, schönmündig, mit Löwenschultern, großarmig –
daśa varṣasahasrāṇi rāmo rājyam akārayat //
zehntausend Jahre lang übte Rāma die Herrschaft aus.

ṛksāmayajuṣāṃ ghoṣo jyāghoṣaś ca mahātmanaḥ / avyucchinno 'bhavad rāṣṭre dīyatāṃ bhujyatām iti //

Der Klang der Ṛg-, Sāma- und Yajur-[Verse] und der Bogensehnen-Klang des Hochbeseelten waren ununterbrochen im Reich, [und ebenso der Ruf:] ‚Man gebe, man genieße!'

Wort für Wort
ṛksāmayajuṣāṃ ghoṣo jyāghoṣaś ca mahātmanaḥ /
Der Klang der Ṛg-, Sāma- und Yajur-Verse und der Bogensehnen-Klang des Hochbeseelten
avyucchinno 'bhavad rāṣṭre dīyatāṃ bhujyatām iti //
waren ununterbrochen im Reich, und ebenso der Ruf: ‚Man gebe, man genieße!'

sattvavān guṇasaṃpanno dīpyamānaḥ svatejasā / ati candraṃ ca sūryaṃ ca rāmo dāśarathir babhau //

Von reiner Wesenskraft, mit [guten] Eigenschaften ausgestattet, im eigenen Glanz strahlend, überstrahlte Rāma, der Sohn des Daśaratha, sowohl Mond als auch Sonne.

Wort für Wort
sattvavān guṇasaṃpanno dīpyamānaḥ svatejasā /
Von reiner Wesenskraft, mit guten Eigenschaften ausgestattet, im eigenen Glanz strahlend,
ati candraṃ ca sūryaṃ ca rāmo dāśarathir babhau //
überstrahlte Rāma, der Sohn des Daśaratha, sowohl Mond als auch Sonne.

īje kratuśataiḥ puṇyaiḥ samāptavaradakṣiṇaiḥ / hitvāyodhyāṃ divaṃ yāto rāghavo hi mahābalaḥ //

Er opferte mit hundert heiligen Opfern, deren Opferlohn-Segen vollständig war; nachdem er Ayodhyā verlassen hatte, ging der Rāghava, der Starke, zum Himmel.

Wort für Wort
īje kratuśataiḥ puṇyaiḥ samāptavaradakṣiṇaiḥ /
Er opferte mit hundert heiligen Opfern, deren Opferlohn-Segen vollständig war;
hitvāyodhyāṃ divaṃ yāto rāghavo hi mahābalaḥ //
nachdem er Ayodhyā verlassen hatte, ging der Rāghava, der Starke, zum Himmel.

evam eva mahābāhur ikṣvākukulanandanaḥ / rāvaṇaṃ sagaṇaṃ hatvā divam ācakrame vibhuḥ //

So also bestieg der Großarmige, der Sproß des Ikṣvāku-Geschlechts, nachdem er Rāvaṇa samt seiner Schar getötet hatte, der Herrscher, den Himmel.

Wort für Wort
evam eva mahābāhur ikṣvākukulanandanaḥ /
So also der Großarmige, der Sproß des Ikṣvāku-Geschlechts,
rāvaṇaṃ sagaṇaṃ hatvā divam ācakrame vibhuḥ //
bestieg, nachdem er Rāvaṇa samt seiner Schar getötet hatte, der Herrscher den Himmel.

aparaḥ keśavasyāyaṃ prādurbhāvo mahātmanaḥ / vikhyāto māthure kalpe sarvalokahitāya vai //

Eine weitere ist diese Manifestation des hochbeseelten Keśava [Kṛṣṇa], berühmt im Mathurā-Weltzeitalter, zum Wohl aller Welten.

Wort für Wort
aparaḥ keśavasyāyaṃ prādurbhāvo mahātmanaḥ /
Eine weitere ist diese Manifestation des hochbeseelten Keśava,
vikhyāto māthure kalpe sarvalokahitāya vai //
berühmt im Mathurā-Weltzeitalter, zum Wohl aller Welten.

yatra śālvaṃ ca caidyaṃ ca kaṃsaṃ dvividam eva ca / ariṣṭaṃ vṛṣabhaṃ keśiṃ pūtanāṃ daityadārikām //

worin Śālva, den Caidya [Śiśupāla], Kaṃsa, ebenso Dvivida, Ariṣṭa, den [Dämon in Stiergestalt] Vṛṣabha, Keśin, [und] Pūtanā, das Daitya-Mädchen,

Wort für Wort
yatra śālvaṃ ca caidyaṃ ca kaṃsaṃ dvividam eva ca /
worin Śālva, den Caidya, Kaṃsa, ebenso Dvivida,
ariṣṭaṃ vṛṣabhaṃ keśiṃ pūtanāṃ daityadārikām //
Ariṣṭa, Vṛṣabha, Keśin, und Pūtanā, das Daitya-Mädchen,

nāgaṃ kuvalayāpīḍaṃ cāṇūraṃ muṣṭikaṃ tathā / daityān mānuṣadehena sūdayām āsa vīryavān //

den Elefanten Kuvalayāpīḍa, Cāṇūra und Muṣṭika ebenso – [diese] Daityas vernichtete er, der Kraftvolle, in menschlicher Gestalt.

Wort für Wort
nāgaṃ kuvalayāpīḍaṃ cāṇūraṃ muṣṭikaṃ tathā /
den Elefanten Kuvalayāpīḍa, Cāṇūra und Muṣṭika ebenso –
daityān mānuṣadehena sūdayām āsa vīryavān //
diese Daityas vernichtete er, der Kraftvolle, in menschlicher Gestalt.

chinnaṃ bāhusahasraṃ ca bāṇasyādbhutakarmaṇaḥ / narakaś ca hataḥ saṃkhye yavanaś ca mahābalaḥ //

Und das tausendfache Arm[paar] Bāṇas von wunderbarer Tat wurde abgeschlagen, und Naraka wurde im Kampf getötet, und der starke Yavana [Kālayavana],

Wort für Wort
chinnaṃ bāhusahasraṃ ca bāṇasyādbhutakarmaṇaḥ /
Und das tausendfache Arm-Paar Bāṇas von wunderbarer Tat wurde abgeschlagen,
narakaś ca hataḥ saṃkhye yavanaś ca mahābalaḥ //
und Naraka wurde im Kampf getötet, und der starke Yavana,

hṛtāni ca mahīpānāṃ sarvaratnāni tejasā / durācārāś ca nihitāḥ pārthivā ye mahītale //

und alle Juwelen der Erdenherrscher wurden durch [seine] Macht geraubt, und die schlechthandelnden Könige, die es auf Erden gab, wurden niedergestreckt.

Wort für Wort
hṛtāni ca mahīpānāṃ sarvaratnāni tejasā /
und alle Juwelen der Erdenherrscher wurden durch seine Macht geraubt,
durācārāś ca nihitāḥ pārthivā ye mahītale //
und die schlechthandelnden Könige, die es auf Erden gab, wurden niedergestreckt.

eṣa lokahitārthāya prādurbhāvo mahātmanaḥ / kalkī viṣṇuyaśā nāma śambhalagrāmasaṃbhavaḥ //

Und zum Wohl der Welt [wird künftig] eine [weitere] Manifestation des Hochbeseelten [erscheinen]: Kalki, mit Namen Viṣṇuyaśas, im Dorf Śambhala geboren,

Wort für Wort
eṣa lokahitārthāya prādurbhāvo mahātmanaḥ /
Und zum Wohl der Welt wird eine Manifestation des Hochbeseelten erscheinen:
kalkī viṣṇuyaśā nāma śambhalagrāmasaṃbhavaḥ //
Kalki, mit Namen Viṣṇuyaśas, im Dorf Śambhala geboren,

sarvalokahitārthāya bhūyo devo mahāyaśāḥ / ete cānye ca bahavo divyā devagaṇair vṛtāḥ //

zum Wohl aller Welten [erscheinend], wiederum der Gott, der Hochberühmte. Diese und viele andere göttliche [Manifestationen], von Götterscharen begleitet,

Wort für Wort
sarvalokahitārthāya bhūyo devo mahāyaśāḥ /
zum Wohl aller Welten, wiederum der Gott, der Hochberühmte.
ete cānye ca bahavo divyā devagaṇair vṛtāḥ //
Diese und viele andere göttliche Manifestationen, von Götterscharen begleitet,

prādurbhāvāḥ purāṇeṣu gīyante brahmavādibhiḥ / yatra devā vimuhyanti prādurbhāvānukīrtane //

werden als Manifestationen in den Purāṇas von den Brahman-Kündern besungen, worin selbst die Götter bei der Aufzählung der Manifestationen die Fassung verlieren.

Wort für Wort
prādurbhāvāḥ purāṇeṣu gīyante brahmavādibhiḥ /
werden als Manifestationen in den Purāṇas von den Brahman-Kündern besungen,
yatra devā vimuhyanti prādurbhāvānukīrtane //
worin selbst die Götter bei der Aufzählung der Manifestationen die Fassung verlieren.

purāṇaṃ vartate yatra vedaśrutisamāhitam / etad uddeśamātreṇa prādurbhāvānukīrtanam //

Das Purāṇa, worin [dies alles] mit vedischer Überlieferung verbunden vorliegt – dies ist nur eine kurze, andeutende Aufzählung der Manifestationen.

Wort für Wort
purāṇaṃ vartate yatra vedaśrutisamāhitam /
Das Purāṇa, worin dies alles mit vedischer Überlieferung verbunden vorliegt –
etad uddeśamātreṇa prādurbhāvānukīrtanam //
dies ist nur eine kurze, andeutende Aufzählung der Manifestationen.

kīrtitaṃ kīrtanīyasya sarvalokaguror vibhoḥ / prīyante pitaras tasya prādurbhāvānukīrtanāt //

Besungen wurde [hier ein wenig] von ihm, dem Besingenswerten, dem Lehrer aller Welten, dem Herrscher; durch das Aufzählen seiner Manifestationen werden [des Hörenden] Ahnen wohlgefällig gestimmt.

Wort für Wort
kīrtitaṃ kīrtanīyasya sarvalokaguror vibhoḥ /
Besungen wurde hier von ihm, dem Besingenswerten, dem Lehrer aller Welten, dem Herrscher;
prīyante pitaras tasya prādurbhāvānukīrtanāt //
durch das Aufzählen seiner Manifestationen werden des Hörenden Ahnen wohlgefällig gestimmt.

viṣṇor amitavīryasya yaḥ śṛṇoti kṛtāñjaliḥ //* BrP_213.169 //

Wer, die Hände ehrfürchtig gefaltet, von Viṣṇu, dem unermesslich Kraftvollen, [dies] hört –

Wort für Wort
viṣṇor amitavīryasya yaḥ śṛṇoti kṛtāñjaliḥ //
Wer, die Hände ehrfürchtig gefaltet, von Viṣṇu, dem unermesslich Kraftvollen, dies hört –

[Anm.: Halbvers mit editorischem Sternchen in der Quelle (fehlende zweite Vershälfte); inhaltlich unmittelbar mit V.170 verbunden.]

etāś ca yogeśvarayogamāyāḥ / śrutvā naro mucyati sarvapāpaiḥ / ṛddhiṃ samṛddhiṃ vipulāṃś ca bhogān / prāpnoti śīghraṃ bhagavatprasādāt //

und diese Yogamāyās des Yoga-Herrn hörend, wird der Mensch von allen Sünden befreit; Wohlstand, reichen Wohlstand und ausgedehnte Genüsse erlangt er schnell durch die Gnade des Erhabenen.

Wort für Wort
etāś ca yogeśvarayogamāyāḥ
und diese Yogamāyās des Yoga-Herrn
śrutvā naro mucyati sarvapāpaiḥ
hörend, wird der Mensch von allen Sünden befreit;
ṛddhiṃ samṛddhiṃ vipulāṃś ca bhogān
Wohlstand, reichen Wohlstand und ausgedehnte Genüsse
prāpnoti śīghraṃ bhagavatprasādāt
erlangt er schnell durch die Gnade des Erhabenen.

[Anm.: vierpādiger Hymnenvers (abweichendes Versmaß), inhaltlich Fortsetzung von V.169.]

evaṃ mayā muniśreṣṭhā viṣṇor amitatejasaḥ / sarvapāpaharāḥ puṇyāḥ prādurbhāvāḥ prakīrtitāḥ //

So sind von mir, o beste der Weisen, die alle Sünde hinwegnehmenden, heiligen Manifestationen Viṣṇus, des unermesslich Machtvollen, verkündet worden.

Wort für Wort
evaṃ mayā muniśreṣṭhā viṣṇor amitatejasaḥ /
So sind von mir, o beste der Weisen, [die Manifestationen] Viṣṇus, des unermesslich Machtvollen,
sarvapāpaharāḥ puṇyāḥ prādurbhāvāḥ prakīrtitāḥ //
die alle Sünde hinwegnehmenden, heiligen Manifestationen, verkündet worden.

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