Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 216: puṇyakarmaphalena sukhayamagamanaṃ viṣṇubhaktimāhātmyaṃ ca Die Frucht frommer Taten als müheloser Weg zu Yama und die Größe der Viṣṇu-Hingabe

Auf die Frage der Weisen, ob es ein Mittel gegen den zuvor geschilderten schrecklichen Yamamārga gebe, antwortet Vyāsa mit einem langen Katalog frommer Taten (Gaben an Brahmanen von Speise, Kühen, Wasser, Häusern, Gärten, Teichen, Licht u.v.a.; Wahrhaftigkeit; verschiedene Fastengrade; Tod im Kampf oder bei frommen Handlungen), die alle dazu führen, dass die Seele mühelos und in Prunk (mit Flugwagen, von Apsaras umsorgt) zur Stadt des Dharma-Königs Yama gelangt, wo Yama selbst die Frommen ehrenvoll empfängt, bevor sie zu Himmel und Erlösung weitergehen (V.1-72). Es folgt ein Lobpreis des Dharma als Quelle von allem Guten (V.73-81) und schließlich eine Kernaussage der Viṣṇu-Bhakti: wer Viṣṇu/Hari/Vāsudeva verehrt oder auch nur gedenkt, sieht Yama, den Yamamārga und die Höllen überhaupt nicht mehr – selbst bei früherer Sünde oder unreinem Gedenken (Beispiel Śiśupāla, V.82-89). Enthält einen Exkurs zum Fleischverzicht als dem Verdienst der Kuhschenkung gleichwertig (V.63-66). Alle Verse regulär zweizeilig.

aho 'tiduḥkhaṃ ghoraṃ ca yamamārge tvayoditam / narakāṇi ca ghorāṇi dvāraṃ yāmyaṃ ca sattama //

Die Weisen sprachen: Oh, überaus leidvoll und schrecklich ist der Yamamārga, den du geschildert hast, ebenso die schrecklichen Höllen und das Tor Yamas, o Bester der Guten.

Wort für Wort
aho 'tiduḥkhaṃ ghoraṃ ca yamamārge tvayoditam /
Oh, überaus leidvoll und schrecklich ist der Yamamārga, den du geschildert hast,
narakāṇi ca ghorāṇi dvāraṃ yāmyaṃ ca sattama //
ebenso die schrecklichen Höllen und das Tor Yamas, o Bester der Guten.

asty upāyo na vā brahman yamamārge 'tibhīṣaṇe / brūhi yena narā yānti sukhena yamasādanam //

Gibt es ein Mittel oder nicht, o Brahmane, gegen den überaus furchtbaren Yamamārga? Sage, wodurch die Menschen leicht zu Yamas Sitz gelangen.

Wort für Wort
asty upāyo na vā brahman yamamārge 'tibhīṣaṇe /
Gibt es ein Mittel oder nicht, o Brahmane, gegen den überaus furchtbaren Yamamārga?
brūhi yena narā yānti sukhena yamasādanam //
Sage, wodurch die Menschen leicht zu Yamas Sitz gelangen.

iha ye dharmasaṃyuktās tv ahiṃsāniratā narāḥ / guruśuśrūṣaṇe yuktā devabrāhmaṇapūjakāḥ //

Vyāsa sprach: Diejenigen Menschen hier, die dem Dharma verbunden sind, der Gewaltlosigkeit zugetan, die dem Dienst am Lehrer hingegeben sind, Verehrer der Götter und Brahmanen,

Wort für Wort
iha ye dharmasaṃyuktās tv ahiṃsāniratā narāḥ /
Diejenigen Menschen hier, die dem Dharma verbunden sind, der Gewaltlosigkeit zugetan,
guruśuśrūṣaṇe yuktā devabrāhmaṇapūjakāḥ //
die dem Dienst am Lehrer hingegeben sind, Verehrer der Götter und Brahmanen,

yasmin manuṣyalokās te sabhāryāḥ sasutās tathā / tam adhvānaṃ ca gacchanti yathā tat kathayāmi vaḥ //

diese Menschen der Welt, samt Gattin und Söhnen, gehen jenen Weg – wie, das werde ich euch nun erzählen.

Wort für Wort
yasmin manuṣyalokās te sabhāryāḥ sasutās tathā /
diese Menschen der Welt, samt Gattin und Söhnen,
tam adhvānaṃ ca gacchanti yathā tat kathayāmi vaḥ //
gehen jenen Weg – wie, das werde ich euch nun erzählen.

vimānair vividhair divyaiḥ kāñcanadhvajaśobhitaiḥ / dharmarājapuraṃ yānti sevamānāpsarogaṇaiḥ //

Mit mancherlei göttlichen Flugwagen, geschmückt mit goldenen Bannern, gelangen sie, von Scharen von Apsaras umsorgt, zur Stadt des Dharma-Königs.

Wort für Wort
vimānair vividhair divyaiḥ kāñcanadhvajaśobhitaiḥ /
Mit mancherlei göttlichen Flugwagen, geschmückt mit goldenen Bannern,
dharmarājapuraṃ yānti sevamānāpsarogaṇaiḥ //
gelangen sie, von Scharen von Apsaras umsorgt, zur Stadt des Dharma-Königs.

brāhmaṇebhyas tu dānāni nānārūpāṇi bhaktitaḥ / ye prayacchanti te yānti sukhenaiva mahāpathe //

Diejenigen, die den Brahmanen mancherlei Gaben aus Hingabe geben, gelangen ganz mühelos auf dem großen Weg dorthin.

Wort für Wort
brāhmaṇebhyas tu dānāni nānārūpāṇi bhaktitaḥ /
Diejenigen, die den Brahmanen mancherlei Gaben aus Hingabe geben,
ye prayacchanti te yānti sukhenaiva mahāpathe //
gelangen ganz mühelos auf dem großen Weg dorthin.

annaṃ ye tu prayacchanti brāhmaṇebhyaḥ susaṃkṛtam / śrotriyebhyo viśeṣeṇa bhaktyā paramayā yutāḥ //

Diejenigen, die den Brahmanen wohlbereitete Speise geben, besonders den Śrotriyas (Vedakundigen), von höchster Hingabe erfüllt,

Wort für Wort
annaṃ ye tu prayacchanti brāhmaṇebhyaḥ susaṃkṛtam /
Diejenigen, die den Brahmanen wohlbereitete Speise geben,
śrotriyebhyo viśeṣeṇa bhaktyā paramayā yutāḥ //
besonders den Śrotriyas, von höchster Hingabe erfüllt,

taruṇībhir varastrībhiḥ sevyamānāḥ prayatnataḥ / dharmarājapuraṃ yānti vimānair abhyalaṃkṛtaiḥ //

gelangen, von jungen, schönen Frauen eifrig umsorgt, mit prächtig geschmückten Flugwagen zur Stadt des Dharma-Königs.

Wort für Wort
taruṇībhir varastrībhiḥ sevyamānāḥ prayatnataḥ /
gelangen, von jungen, schönen Frauen eifrig umsorgt,
dharmarājapuraṃ yānti vimānair abhyalaṃkṛtaiḥ //
mit prächtig geschmückten Flugwagen zur Stadt des Dharma-Königs.

ye ca satyaṃ prabhāṣante bahir antaś ca nirmalāḥ / te 'pi yānty amaraprakhyā vimānair yamamandiram //

Und diejenigen, die die Wahrheit sprechen, äußerlich und innerlich rein, auch sie gelangen, den Unsterblichen gleich, mit Flugwagen zu Yamas Wohnstatt.

Wort für Wort
ye ca satyaṃ prabhāṣante bahir antaś ca nirmalāḥ /
Und diejenigen, die die Wahrheit sprechen, äußerlich und innerlich rein,
te 'pi yānty amaraprakhyā vimānair yamamandiram //
auch sie gelangen, den Unsterblichen gleich, mit Flugwagen zu Yamas Wohnstatt.

godānāni pavitrāṇi viṣṇum uddiśya sādhuṣu / ye prayacchanti dharmajñāḥ kṛśeṣu kṛśavṛttiṣu //

Diejenigen Dharmakundigen, die reine Kuhgaben, Viṣṇu zugeeignet, an Rechtschaffene geben, an Bedürftige mit bescheidenem Lebensunterhalt,

Wort für Wort
godānāni pavitrāṇi viṣṇum uddiśya sādhuṣu /
Diejenigen Dharmakundigen, die reine Kuhgaben, Viṣṇu zugeeignet, an Rechtschaffene geben,
ye prayacchanti dharmajñāḥ kṛśeṣu kṛśavṛttiṣu //
an Bedürftige mit bescheidenem Lebensunterhalt,

te yānti divyavarṇābhair vimānair maṇicitritaiḥ / dharmarājapuraṃ śrīmān sevyamānāpsarogaṇaiḥ //

diese gelangen mit Flugwagen von göttlichem Glanz, mit Juwelen geschmückt, prächtig, von Apsara-Scharen umsorgt, zur Stadt des Dharma-Königs.

Wort für Wort
te yānti divyavarṇābhair vimānair maṇicitritaiḥ /
diese gelangen mit Flugwagen von göttlichem Glanz, mit Juwelen geschmückt,
dharmarājapuraṃ śrīmān sevyamānāpsarogaṇaiḥ //
prächtig, von Apsara-Scharen umsorgt, zur Stadt des Dharma-Königs.

upānadyugalaṃ chattraṃ śayyāsanam athāpi vā / ye prayacchanti vastrāṇi tathaivābharaṇāni ca //

Diejenigen, die ein Paar Sandalen, einen Sonnenschirm, Lager und Sitzgelegenheit oder auch Gewänder und Schmuckstücke geben,

Wort für Wort
upānadyugalaṃ chattraṃ śayyāsanam athāpi vā /
Diejenigen, die ein Paar Sandalen, einen Sonnenschirm, Lager und Sitzgelegenheit,
ye prayacchanti vastrāṇi tathaivābharaṇāni ca //
oder auch Gewänder und Schmuckstücke geben,

te yānty aśvai rathaiś caiva kuñjaraiś cāpy alaṃkṛtāḥ / dharmarājapuraṃ divyaṃ chattraiḥ sauvarṇarājataiḥ //

gelangen, mit Pferden, Wagen und Elefanten geschmückt, mit goldenen und silbernen Sonnenschirmen, zur göttlichen Stadt des Dharma-Königs.

Wort für Wort
te yānty aśvai rathaiś caiva kuñjaraiś cāpy alaṃkṛtāḥ /
gelangen, mit Pferden, Wagen und Elefanten geschmückt,
dharmarājapuraṃ divyaṃ chattraiḥ sauvarṇarājataiḥ //
mit goldenen und silbernen Sonnenschirmen, zur göttlichen Stadt des Dharma-Königs.

ye ca bhaktyā prayacchanti guḍapānakam arcitam / odanaṃ ca dvijāgryebhyo viśuddhenāntarātmanā //

Und diejenigen, die mit Hingabe verehrungsvoll Zuckersirup-Trank und Reisspeise den besten der Zweifachgeborenen geben, mit reinem Herzen,

Wort für Wort
ye ca bhaktyā prayacchanti guḍapānakam arcitam /
Und diejenigen, die mit Hingabe verehrungsvoll Zuckersirup-Trank
odanaṃ ca dvijāgryebhyo viśuddhenāntarātmanā //
und Reisspeise den besten der Zweifachgeborenen geben, mit reinem Herzen,

te yānti kāñcanair yānair vividhais tu yamālayam / varastrībhir yathākāmaṃ sevyamānāḥ punaḥ punaḥ //

gelangen mit mancherlei goldenen Fahrzeugen zu Yamas Wohnstatt, von schönen Frauen nach Belieben immer wieder umsorgt.

Wort für Wort
te yānti kāñcanair yānair vividhais tu yamālayam /
gelangen mit mancherlei goldenen Fahrzeugen zu Yamas Wohnstatt,
varastrībhir yathākāmaṃ sevyamānāḥ punaḥ punaḥ //
von schönen Frauen nach Belieben immer wieder umsorgt.

ye ca kṣīraṃ prayacchanti ghṛtaṃ dadhi guḍaṃ madhu / brāhmaṇebhyaḥ prayatnena śuddhyopetaṃ susaṃskṛtam //

Und diejenigen, die eifrig Milch, Ghee, Quark, Zuckersirup und Honig den Brahmanen geben, rein zubereitet und wohlbehandelt,

Wort für Wort
ye ca kṣīraṃ prayacchanti ghṛtaṃ dadhi guḍaṃ madhu /
Und diejenigen, die eifrig Milch, Ghee, Quark, Zuckersirup und Honig geben,
brāhmaṇebhyaḥ prayatnena śuddhyopetaṃ susaṃskṛtam //
den Brahmanen, rein zubereitet und wohlbehandelt,

cakravākaprayuktaiś ca vimānais tu hiraṇmayaiḥ / yānti gandharvavāditraiḥ sevyamānā yamālayam //

gelangen mit goldenen, von Cakravāka-Vögeln gezogenen Flugwagen, von Gandharva-Musik begleitet, zu Yamas Wohnstatt.

Wort für Wort
cakravākaprayuktaiś ca vimānais tu hiraṇmayaiḥ /
gelangen mit goldenen, von Cakravāka-Vögeln gezogenen Flugwagen,
yānti gandharvavāditraiḥ sevyamānā yamālayam //
von Gandharva-Musik begleitet, zu Yamas Wohnstatt.

ye phalāni prayacchanti puṣpāṇi surabhīṇi ca / haṃsayuktair vimānais tu yānti dharmapuraṃ narāḥ //

Diejenigen, die Früchte und wohlriechende Blumen geben, gelangen mit von Schwänen gezogenen Flugwagen zur Stadt des Dharma.

Wort für Wort
ye phalāni prayacchanti puṣpāṇi surabhīṇi ca /
Diejenigen, die Früchte und wohlriechende Blumen geben,
haṃsayuktair vimānais tu yānti dharmapuraṃ narāḥ //
gelangen mit von Schwänen gezogenen Flugwagen zur Stadt des Dharma.

ye tilāṃs tiladhenuṃ ca ghṛtadhenum athāpi vā / śrotriyebhyaḥ prayacchanti viprebhyaḥ śraddhayānvitāḥ //

Diejenigen, die mit Vertrauen Sesam, eine Sesam-Kuh oder auch eine Ghee-Kuh den Śrotriya-Brahmanen geben,

Wort für Wort
ye tilāṃs tiladhenuṃ ca ghṛtadhenum athāpi vā /
Diejenigen, die Sesam, eine Sesam-Kuh oder auch eine Ghee-Kuh,
śrotriyebhyaḥ prayacchanti viprebhyaḥ śraddhayānvitāḥ //
den Śrotriya-Brahmanen mit Vertrauen geben,

[Anm.: 'tiladhenu'/'ghṛtadhenu' – rituelle, aus Sesam bzw. Ghee geformte Kuh-Nachbildungen als symbolische Gaben.]

somamaṇḍalasaṃkāśair yānais te yānti nirmalaiḥ / gandharvair upagīyante pure vaivasvatasya te //

gelangen mit reinen, dem Mondscheibenglanz gleichenden Fahrzeugen dorthin; sie werden von Gandharvas in der Stadt des Vaivasvata (Yama) besungen.

Wort für Wort
somamaṇḍalasaṃkāśair yānais te yānti nirmalaiḥ /
gelangen mit reinen, dem Mondscheibenglanz gleichenden Fahrzeugen dorthin;
gandharvair upagīyante pure vaivasvatasya te //
sie werden von Gandharvas in der Stadt des Vaivasvata besungen.

yeṣāṃ vāpyaś ca kūpāś ca taḍāgāni sarāṃsi ca / dīrghikāḥ puṣkariṇyaś ca śītalāś ca jalāśayāḥ //

Diejenigen, die Teiche, Brunnen, Weiher, Seen, Kanäle, Lotusteiche und kühle Wasserstellen anlegen,

Wort für Wort
yeṣāṃ vāpyaś ca kūpāś ca taḍāgāni sarāṃsi ca /
Diejenigen, die Teiche, Brunnen, Weiher und Seen,
dīrghikāḥ puṣkariṇyaś ca śītalāś ca jalāśayāḥ //
Kanäle, Lotusteiche und kühle Wasserstellen anlegen,

yānais te hemacandrābhair divyaghaṇṭānināditaiḥ / vyajanais tālavṛntaiś ca vījyamānā mahāprabhāḥ //

gelangen mit goldenen, mondscheingleichen, von göttlichen Glöckchen erklingenden Fahrzeugen, von Palmblatt-Fächern gefächelt, in großem Glanz.

Wort für Wort
yānais te hemacandrābhair divyaghaṇṭānināditaiḥ /
gelangen mit goldenen, mondscheingleichen, von göttlichen Glöckchen erklingenden Fahrzeugen,
vyajanais tālavṛntaiś ca vījyamānā mahāprabhāḥ //
von Palmblatt-Fächern gefächelt, in großem Glanz.

yeṣāṃ devakulāny atra citrāṇy āyatanāni ca / ratnaiḥ prasphuramāṇāni manojñāni śubhāni ca //

Diejenigen, die hier prächtige Göttertempel und Heiligtümer errichten, von Juwelen erstrahlend, herzerfreuend und heilvoll,

Wort für Wort
yeṣāṃ devakulāny atra citrāṇy āyatanāni ca /
Diejenigen, die hier prächtige Göttertempel und Heiligtümer errichten,
ratnaiḥ prasphuramāṇāni manojñāni śubhāni ca //
von Juwelen erstrahlend, herzerfreuend und heilvoll,

te yānti lokapālais tu vimānair vātaraṃhasaiḥ / dharmarājapuraṃ divyaṃ nānājanasamākulam //

gelangen mit den Weltenhütern zusammen, in windschnellen Flugwagen, zur göttlichen Stadt des Dharma-Königs, voller mancherlei Menschen.

Wort für Wort
te yānti lokapālais tu vimānair vātaraṃhasaiḥ /
gelangen mit den Weltenhütern zusammen, in windschnellen Flugwagen,
dharmarājapuraṃ divyaṃ nānājanasamākulam //
zur göttlichen Stadt des Dharma-Königs, voller mancherlei Menschen.

pānīyaṃ ye prayacchanti sarvaprāṇyupajīvitam / te vitṛṣṇāḥ sukhaṃ yānti vimānais taṃ mahāpatham //

Diejenigen, die Trinkwasser spenden, wovon alle Lebewesen leben, gelangen, ohne Durst, glücklich mit Flugwagen jenen großen Weg.

Wort für Wort
pānīyaṃ ye prayacchanti sarvaprāṇyupajīvitam /
Diejenigen, die Trinkwasser spenden, wovon alle Lebewesen leben,
te vitṛṣṇāḥ sukhaṃ yānti vimānais taṃ mahāpatham //
gelangen, ohne Durst, glücklich mit Flugwagen jenen großen Weg.

kāṣṭhapādukayānāni pīṭhakāny āsanāni ca / yair dattāni dvijātibhyas te 'dhvānaṃ yānti vai sukham //

Diejenigen, die Holzsandalen, Fahrzeuge, Bänke und Sitze den Zweifachgeborenen gegeben haben, gehen jenen Weg wahrhaftig mühelos.

Wort für Wort
kāṣṭhapādukayānāni pīṭhakāny āsanāni ca /
Diejenigen, die Holzsandalen, Fahrzeuge, Bänke und Sitze
yair dattāni dvijātibhyas te 'dhvānaṃ yānti vai sukham //
den Zweifachgeborenen gegeben haben, gehen jenen Weg wahrhaftig mühelos.

sauvarṇamaṇipīṭheṣu pādau kṛtvottameṣu ca / te prayānti vimānais tu apsarogaṇamaṇḍitaiḥ //

Mit ihren Füßen auf goldenen, mit Juwelen besetzten, erlesenen Sitzen geehrt, gelangen sie mit von Apsara-Scharen geschmückten Flugwagen dorthin.

Wort für Wort
sauvarṇamaṇipīṭheṣu pādau kṛtvottameṣu ca /
Mit ihren Füßen auf goldenen, mit Juwelen besetzten, erlesenen Sitzen geehrt,
te prayānti vimānais tu apsarogaṇamaṇḍitaiḥ //
gelangen sie mit von Apsara-Scharen geschmückten Flugwagen dorthin.

ārāmāṇi vicitrāṇi puṣpāḍhyānīha mānavāḥ / ropayanti phalāḍhyāni narāṇām upakāriṇaḥ //

Die Menschen, die hier prächtige, blütenreiche und fruchtreiche Gärten anlegen, zum Wohl der Menschen,

Wort für Wort
ārāmāṇi vicitrāṇi puṣpāḍhyānīha mānavāḥ /
Die Menschen, die hier prächtige, blütenreiche
ropayanti phalāḍhyāni narāṇām upakāriṇaḥ //
und fruchtreiche Gärten anlegen, zum Wohl der Menschen,

vṛkṣacchāyāsu ramyāsu śītalāsu svalaṃkṛtāḥ / varastrīgītavādyaiś ca sevyamānā vrajanti te //

gelangen, wohlgeschmückt, im lieblichen, kühlen Schatten von Bäumen, von Gesang und Musik schöner Frauen umsorgt, dorthin.

Wort für Wort
vṛkṣacchāyāsu ramyāsu śītalāsu svalaṃkṛtāḥ /
gelangen, wohlgeschmückt, im lieblichen, kühlen Schatten von Bäumen,
varastrīgītavādyaiś ca sevyamānā vrajanti te //
von Gesang und Musik schöner Frauen umsorgt, dorthin.

suvarṇaṃ rajataṃ vāpi vidrumaṃ mauktikaṃ tathā / ye prayacchanti te yānti vimānaiḥ kanakojjvalaiḥ //

Diejenigen, die Gold, Silber, Koralle oder Perlen geben, gelangen mit goldstrahlenden Flugwagen dorthin.

Wort für Wort
suvarṇaṃ rajataṃ vāpi vidrumaṃ mauktikaṃ tathā /
Diejenigen, die Gold, Silber, Koralle oder Perlen geben,
ye prayacchanti te yānti vimānaiḥ kanakojjvalaiḥ //
gelangen mit goldstrahlenden Flugwagen dorthin.

bhūmidā dīpyamānāś ca sarvakāmais tu tarpitāḥ / uditādityasaṃkāśair vimānair bhṛśanāditaiḥ //

Landspender, erstrahlend, mit allen Wünschen erfüllt, gelangen mit der aufgehenden Sonne gleichenden, laut tönenden Flugwagen dorthin.

Wort für Wort
bhūmidā dīpyamānāś ca sarvakāmais tu tarpitāḥ /
Landspender, erstrahlend, mit allen Wünschen erfüllt,
uditādityasaṃkāśair vimānair bhṛśanāditaiḥ //
gelangen mit der aufgehenden Sonne gleichenden, laut tönenden Flugwagen dorthin.

kanyāṃ tu ye prayacchanti brahmadeyām alaṃkṛtām / divyakanyāvṛtā yānti vimānais te yamālayam //

Diejenigen, die eine geschmückte Jungfrau als Brahma-Gabe (in der Ehe) weggeben, gelangen, von himmlischen Jungfrauen umgeben, mit Flugwagen zu Yamas Wohnstatt.

Wort für Wort
kanyāṃ tu ye prayacchanti brahmadeyām alaṃkṛtām /
Diejenigen, die eine geschmückte Jungfrau als Brahma-Gabe weggeben,
divyakanyāvṛtā yānti vimānais te yamālayam //
gelangen, von himmlischen Jungfrauen umgeben, mit Flugwagen zu Yamas Wohnstatt.

sugandhāgurukarpūrān puṣpadhūpān dvijottamāḥ / prayacchanti dvijātibhyo bhaktyā paramayānvitāḥ //

Die besten der Zweifachgeborenen, die wohlriechendes Aloeholz, Kampfer, Blumen und Räucherwerk den Zweifachgeborenen mit höchster Hingabe geben,

Wort für Wort
sugandhāgurukarpūrān puṣpadhūpān dvijottamāḥ /
Die besten der Zweifachgeborenen, die wohlriechendes Aloeholz, Kampfer, Blumen und Räucherwerk,
prayacchanti dvijātibhyo bhaktyā paramayānvitāḥ //
den Zweifachgeborenen mit höchster Hingabe geben,

te sugandhāḥ suveśāś ca suprabhāḥ suvibhūṣitāḥ / yānti dharmapuraṃ yānair vicitrair abhyalaṃkṛtāḥ //

gelangen, wohlriechend, wohlgekleidet, glanzvoll und schön geschmückt, mit prächtig verzierten Fahrzeugen zur Stadt des Dharma.

Wort für Wort
te sugandhāḥ suveśāś ca suprabhāḥ suvibhūṣitāḥ /
gelangen, wohlriechend, wohlgekleidet, glanzvoll und schön geschmückt,
yānti dharmapuraṃ yānair vicitrair abhyalaṃkṛtāḥ //
mit prächtig verzierten Fahrzeugen zur Stadt des Dharma.

dīpadā yānti yānaiś ca dīpayanto diśo daśa / ādityasadṛśair yānair dīpyamānā yathāgnayaḥ //

Lampenspender gelangen mit Fahrzeugen, die die zehn Himmelsrichtungen erhellen, mit sonnengleichen, wie Feuer leuchtenden Fahrzeugen.

Wort für Wort
dīpadā yānti yānaiś ca dīpayanto diśo daśa /
Lampenspender gelangen mit Fahrzeugen, die die zehn Himmelsrichtungen erhellen,
ādityasadṛśair yānair dīpyamānā yathāgnayaḥ //
mit sonnengleichen, wie Feuer leuchtenden Fahrzeugen.

gṛhāvasathadātāro gṛhaiḥ kāñcanamaṇḍitaiḥ / vrajanti bālārkanibhair dharmarājagṛhaṃ narāḥ //

Die Spender von Häusern und Unterkünften gelangen mit goldgeschmückten, der jungen Morgensonne gleichenden Fahrzeugen zum Haus des Dharma-Königs.

Wort für Wort
gṛhāvasathadātāro gṛhaiḥ kāñcanamaṇḍitaiḥ /
Die Spender von Häusern und Unterkünften gelangen mit goldgeschmückten Fahrzeugen,
vrajanti bālārkanibhair dharmarājagṛhaṃ narāḥ //
der jungen Morgensonne gleichend, zum Haus des Dharma-Königs.

jalabhājanadātāraḥ kuṇḍikākarakapradāḥ / pūjamānāpsarobhiś ca yānti dṛptā mahāgajaiḥ //

Die Spender von Wassergefäßen, von Wasserkrügen und Trinkschalen, von Apsaras verehrt, gelangen stolz auf großen Elefanten dorthin.

Wort für Wort
jalabhājanadātāraḥ kuṇḍikākarakapradāḥ /
Die Spender von Wassergefäßen, von Wasserkrügen und Trinkschalen,
pūjamānāpsarobhiś ca yānti dṛptā mahāgajaiḥ //
von Apsaras verehrt, gelangen stolz auf großen Elefanten dorthin.

pādābhyaṅgaṃ śirobhyaṅgaṃ snānapānodakaṃ tathā / ye prayacchanti viprebhyas te yānty aśvair yamālayam //

Diejenigen, die Fußsalbung, Kopfsalbung sowie Bade- und Trinkwasser den Brahmanen bereiten, gelangen mit Pferden zu Yamas Wohnstatt.

Wort für Wort
pādābhyaṅgaṃ śirobhyaṅgaṃ snānapānodakaṃ tathā /
Diejenigen, die Fußsalbung, Kopfsalbung sowie Bade- und Trinkwasser bereiten,
ye prayacchanti viprebhyas te yānty aśvair yamālayam //
den Brahmanen, gelangen mit Pferden zu Yamas Wohnstatt.

viśrāmayanti ye viprāñ śrāntān adhvani karśitān / cakravākaprayuktena yānti yānena te sukham //

Diejenigen, die erschöpfte, vom Weg entkräftete Brahmanen ausruhen lassen, gelangen mühelos mit einem von Cakravāka-Vögeln gezogenen Fahrzeug dorthin.

Wort für Wort
viśrāmayanti ye viprāñ śrāntān adhvani karśitān /
Diejenigen, die erschöpfte, vom Weg entkräftete Brahmanen ausruhen lassen,
cakravākaprayuktena yānti yānena te sukham //
gelangen mühelos mit einem von Cakravāka-Vögeln gezogenen Fahrzeug dorthin.

svāgatena ca yo vipraṃ pūjayed āsanena ca / sa gacchati tam adhvānaṃ sukhaṃ paramanirvṛtaḥ //

Und wer einen Brahmanen mit Willkommensgruß und Sitzgelegenheit ehrt, geht jenen Weg mühelos, in höchster Zufriedenheit.

Wort für Wort
svāgatena ca yo vipraṃ pūjayed āsanena ca /
Und wer einen Brahmanen mit Willkommensgruß und Sitzgelegenheit ehrt,
sa gacchati tam adhvānaṃ sukhaṃ paramanirvṛtaḥ //
geht jenen Weg mühelos, in höchster Zufriedenheit.

namo brahmaṇyadeveti yo hariṃ cābhivādayet / gāṃ ca pāpaharety uktvā sukhaṃ yānti ca tat patham //

Wer Hari mit 'Verehrung dem Gott der Brahmanen!' begrüßt und die Kuh 'Sündenvernichterin' nennt, gelangt mühelos jenen Weg.

Wort für Wort
namo brahmaṇyadeveti yo hariṃ cābhivādayet /
Wer Hari mit 'Verehrung dem Gott der Brahmanen!' begrüßt
gāṃ ca pāpaharety uktvā sukhaṃ yānti ca tat patham //
und die Kuh 'Sündenvernichterin' nennt, gelangt mühelos jenen Weg.

anantarāśino ye ca dambhānṛtavivarjitāḥ / te 'pi sārasayuktais tu yānti yānaiś ca tat patham //

Und diejenigen, die ohne Unterbrechung (bescheiden und regelmäßig) essen, frei von Heuchelei und Lüge, gelangen auch mit von Kranichen gezogenen Fahrzeugen jenen Weg.

Wort für Wort
anantarāśino ye ca dambhānṛtavivarjitāḥ /
Und diejenigen, die ohne Unterbrechung essen, frei von Heuchelei und Lüge,
te 'pi sārasayuktais tu yānti yānaiś ca tat patham //
gelangen auch mit von Kranichen gezogenen Fahrzeugen jenen Weg.

[?: 'anantarāśinaḥ' (wörtl. 'die ohne Zwischenraum Essenden') unklar – evtl. 'die nach den Gästen essen' oder 'die maßvoll, ohne Unterbrechung essen'; hier allgemein wiedergegeben.]

vartante hy ekabhaktena śāṭhyadambhavivarjitāḥ / haṃsayuktair vimānais tu sukhaṃ yānti yamālayam //

Diejenigen, die von einer Mahlzeit (täglich) leben, frei von Tücke und Heuchelei, gelangen mühelos mit von Schwänen gezogenen Flugwagen zu Yamas Wohnstatt.

Wort für Wort
vartante hy ekabhaktena śāṭhyadambhavivarjitāḥ /
Diejenigen, die von einer Mahlzeit täglich leben, frei von Tücke und Heuchelei,
haṃsayuktair vimānais tu sukhaṃ yānti yamālayam //
gelangen mühelos mit von Schwänen gezogenen Flugwagen zu Yamas Wohnstatt.

caturthenaikabhaktena vartante ye jitendriyāḥ / te yānti dharmanagaraṃ yānair barhiṇayojitaiḥ //

Diejenigen, die sich mit einer Mahlzeit alle vier Tage begnügen, die Sinnenbezähmten, gelangen mit von Pfauen gezogenen Fahrzeugen zur Stadt des Dharma.

Wort für Wort
caturthenaikabhaktena vartante ye jitendriyāḥ /
Diejenigen, die sich mit einer Mahlzeit alle vier Tage begnügen, die Sinnenbezähmten,
te yānti dharmanagaraṃ yānair barhiṇayojitaiḥ //
gelangen mit von Pfauen gezogenen Fahrzeugen zur Stadt des Dharma.

tṛtīye divase ye tu bhuñjate niyatavratāḥ / te 'pi hastirathair divyair yānti yānaiś ca tat padam //

Diejenigen, die nur jeden dritten Tag essen, in festem Gelübde, gelangen auch mit göttlichen Elefantenwagen-Fahrzeugen zu jenem Ort.

Wort für Wort
tṛtīye divase ye tu bhuñjate niyatavratāḥ /
Diejenigen, die nur jeden dritten Tag essen, in festem Gelübde,
te 'pi hastirathair divyair yānti yānaiś ca tat padam //
gelangen auch mit göttlichen Elefantenwagen-Fahrzeugen zu jenem Ort.

ṣaṣṭhe 'nnabhakṣako yas tu śaucanityo jitendriyaḥ / sa yāti kuñjarasthas tu śacīpatir iva svayam //

Wer nur jeden sechsten Tag Speise zu sich nimmt, stets rein, sinnenbezähmt, gelangt, auf einem Elefanten sitzend, wie Śacīs Gemahl (Indra) selbst,

Wort für Wort
ṣaṣṭhe 'nnabhakṣako yas tu śaucanityo jitendriyaḥ /
Wer nur jeden sechsten Tag Speise zu sich nimmt, stets rein, sinnenbezähmt,
sa yāti kuñjarasthas tu śacīpatir iva svayam //
gelangt, auf einem Elefanten sitzend, wie Śacīs Gemahl selbst,

dharmarājapuraṃ divyaṃ nānāmaṇivibhūṣitam / nānāsvarasamāyuktaṃ jayaśabdaravair yutam //

zur göttlichen Stadt des Dharma-Königs, geschmückt mit mancherlei Juwelen, erfüllt von mancherlei Klängen, von Siegesrufen begleitet.

Wort für Wort
dharmarājapuraṃ divyaṃ nānāmaṇivibhūṣitam /
zur göttlichen Stadt des Dharma-Königs, geschmückt mit mancherlei Juwelen,
nānāsvarasamāyuktaṃ jayaśabdaravair yutam //
erfüllt von mancherlei Klängen, von Siegesrufen begleitet.

pakṣopavāsino yānti yānaiḥ śārdūlayojitaiḥ / puraṃ tad dharmarājasya sevyamānāḥ surāsuraiḥ //

Diejenigen, die vierzehn Tage fasten, gelangen mit von Tigern gezogenen Fahrzeugen zu jener Stadt des Dharma-Königs, von Göttern und Dämonen umsorgt.

Wort für Wort
pakṣopavāsino yānti yānaiḥ śārdūlayojitaiḥ /
Diejenigen, die vierzehn Tage fasten, gelangen mit von Tigern gezogenen Fahrzeugen
puraṃ tad dharmarājasya sevyamānāḥ surāsuraiḥ //
zu jener Stadt des Dharma-Königs, von Göttern und Dämonen umsorgt.

ye ca māsopavāsaṃ tu kurvate saṃyatendriyāḥ / te 'pi sūryapradīptais tu yānti yānair yamālayam //

Und diejenigen, die einen Monat fasten, die Sinnenbezähmten, gelangen mit sonnenhell strahlenden Fahrzeugen zu Yamas Wohnstatt.

Wort für Wort
ye ca māsopavāsaṃ tu kurvate saṃyatendriyāḥ /
Und diejenigen, die einen Monat fasten, die Sinnenbezähmten,
te 'pi sūryapradīptais tu yānti yānair yamālayam //
gelangen mit sonnenhell strahlenden Fahrzeugen zu Yamas Wohnstatt.

mahāprasthānam ekāgro yaḥ prayāti dṛḍhavrataḥ / sevyamānas tu gandharvair yāti yānair yamālayam //

Wer, festen Gelübdes und einsgerichteten Sinnes, den 'Großen Auszug' (Mahāprasthāna) antritt, gelangt, von Gandharvas umsorgt, mit Fahrzeugen zu Yamas Wohnstatt.

Wort für Wort
mahāprasthānam ekāgro yaḥ prayāti dṛḍhavrataḥ /
Wer, festen Gelübdes und einsgerichteten Sinnes, den 'Großen Auszug' antritt,
sevyamānas tu gandharvair yāti yānair yamālayam //
gelangt, von Gandharvas umsorgt, mit Fahrzeugen zu Yamas Wohnstatt.

śarīraṃ sādhayed yas tu vaiṣṇavenāntarātmanā / sa rathenāgnivarṇena yātīha tridaśālayam //

Wer seinen Körper mit viṣṇuischer innerer Gesinnung vollendet, gelangt hier mit einem feuerfarbenen Wagen zur Wohnstatt der Götter.

Wort für Wort
śarīraṃ sādhayed yas tu vaiṣṇavenāntarātmanā /
Wer seinen Körper mit viṣṇuischer innerer Gesinnung vollendet,
sa rathenāgnivarṇena yātīha tridaśālayam //
gelangt hier mit einem feuerfarbenen Wagen zur Wohnstatt der Götter.

[Anm.: möglicherweise Anspielung auf eine besondere fromme Todes- oder Askesepraxis in viṣṇuitischer Hingabe; genaue rituelle Bedeutung unsicher.]

agnipraveśaṃ yaḥ kuryān nārāyaṇaparāyaṇaḥ / sa yāty agniprakāśena vimānena yamālayam //

Wer, Nārāyaṇa ganz hingegeben, den Feuereintritt vollzieht, gelangt mit einem feuerhellen Flugwagen zu Yamas Wohnstatt.

Wort für Wort
agnipraveśaṃ yaḥ kuryān nārāyaṇaparāyaṇaḥ /
Wer, Nārāyaṇa ganz hingegeben, den Feuereintritt vollzieht,
sa yāty agniprakāśena vimānena yamālayam //
gelangt mit einem feuerhellen Flugwagen zu Yamas Wohnstatt.

prāṇāṃs tyajati yo martyaḥ smaran viṣṇuṃ sanātanam / yānenārkaprakāśena yāti dharmapuraṃ naraḥ //

Der Sterbliche, der, an den ewigen Viṣṇu denkend, sein Leben aushaucht, gelangt mit einem sonnenhellen Fahrzeug zur Stadt des Dharma.

Wort für Wort
prāṇāṃs tyajati yo martyaḥ smaran viṣṇuṃ sanātanam /
Der Sterbliche, der, an den ewigen Viṣṇu denkend, sein Leben aushaucht,
yānenārkaprakāśena yāti dharmapuraṃ naraḥ //
gelangt mit einem sonnenhellen Fahrzeug zur Stadt des Dharma.

praviṣṭo 'ntar jalaṃ yas tu prāṇāṃs tyajati mānavaḥ / somamaṇḍalakalpena yāti yānena vai sukham //

Der Mensch, der, ins Wasser eingetaucht, sein Leben aushaucht, gelangt mühelos mit einem der Mondscheibe gleichenden Fahrzeug.

Wort für Wort
praviṣṭo 'ntar jalaṃ yas tu prāṇāṃs tyajati mānavaḥ /
Der Mensch, der, ins Wasser eingetaucht, sein Leben aushaucht,
somamaṇḍalakalpena yāti yānena vai sukham //
gelangt mühelos mit einem der Mondscheibe gleichenden Fahrzeug.

svaśarīraṃ hi gṛdhrebhyo vaiṣṇavo yaḥ prayacchati / sa yāti rathamukhyena kāñcanena yamālayam //

Der Viṣṇu-Verehrer, der seinen eigenen Körper den Geiern gibt, gelangt mit einem erlesenen goldenen Wagen zu Yamas Wohnstatt.

Wort für Wort
svaśarīraṃ hi gṛdhrebhyo vaiṣṇavo yaḥ prayacchati /
Der Viṣṇu-Verehrer, der seinen eigenen Körper den Geiern gibt,
sa yāti rathamukhyena kāñcanena yamālayam //
gelangt mit einem erlesenen goldenen Wagen zu Yamas Wohnstatt.

[Anm.: Anspielung auf eine rituelle Form der Selbsthingabe des Körpers am Lebensende.]

strīgrahe gograhe vāpi yuddhe mṛtyum upaiti yaḥ / sa yāty amarakanyābhiḥ sevyamāno raviprabhaḥ //

Wer beim Schutz einer Frau oder einer Kuh, oder in der Schlacht, den Tod findet, gelangt, von Unsterblichen-Jungfrauen umsorgt, sonnenstrahlend, dorthin.

Wort für Wort
strīgrahe gograhe vāpi yuddhe mṛtyum upaiti yaḥ /
Wer beim Schutz einer Frau oder einer Kuh, oder in der Schlacht, den Tod findet,
sa yāty amarakanyābhiḥ sevyamāno raviprabhaḥ //
gelangt, von Unsterblichen-Jungfrauen umsorgt, sonnenstrahlend, dorthin.

vaiṣṇavā ye ca kurvanti tīrthayātrāṃ jitendriyāḥ / tat pathaṃ yānti te ghoraṃ sukhayānair alaṃkṛtāḥ //

Und die Viṣṇu-Verehrer, die, sinnenbezähmt, Pilgerfahrten zu heiligen Orten unternehmen, gehen jenen schrecklichen Weg mit prächtigen, angenehmen Fahrzeugen geschmückt.

Wort für Wort
vaiṣṇavā ye ca kurvanti tīrthayātrāṃ jitendriyāḥ /
Und die Viṣṇu-Verehrer, die, sinnenbezähmt, Pilgerfahrten zu heiligen Orten unternehmen,
tat pathaṃ yānti te ghoraṃ sukhayānair alaṃkṛtāḥ //
gehen jenen schrecklichen Weg mit prächtigen, angenehmen Fahrzeugen geschmückt.

ye yajanti dvijaśreṣṭhāḥ kratubhir bhūridakṣiṇaiḥ / taptahāṭakasaṃkāśair vimānair yānti te sukham //

Die besten der Zweifachgeborenen, die mit Opfern reicher Priestergaben opfern, gelangen mühelos mit Flugwagen, die geschmolzenem Gold gleichen.

Wort für Wort
ye yajanti dvijaśreṣṭhāḥ kratubhir bhūridakṣiṇaiḥ /
Die besten der Zweifachgeborenen, die mit Opfern reicher Priestergaben opfern,
taptahāṭakasaṃkāśair vimānair yānti te sukham //
gelangen mühelos mit Flugwagen, die geschmolzenem Gold gleichen.

parapīḍām akurvanto bhṛtyānāṃ bharaṇādikam / kurvanti te sukhaṃ yānti vimānaiḥ kanakojjvalaiḥ //

Diejenigen, die, ohne anderen Leid zuzufügen, die Versorgung ihrer Diener und dergleichen besorgen, gelangen mühelos mit goldstrahlenden Flugwagen dorthin.

Wort für Wort
parapīḍām akurvanto bhṛtyānāṃ bharaṇādikam /
Diejenigen, die, ohne anderen Leid zuzufügen, die Versorgung ihrer Diener und dergleichen
kurvanti te sukhaṃ yānti vimānaiḥ kanakojjvalaiḥ //
besorgen, gelangen mühelos mit goldstrahlenden Flugwagen dorthin.

ye kṣāntāḥ sarvabhūteṣu prāṇinām abhayapradāḥ / krodhamohavinirmuktā nirmadāḥ saṃyatendriyāḥ //

Diejenigen, die geduldig gegenüber allen Wesen sind, den Lebewesen Furchtlosigkeit gewähren, von Zorn und Verblendung befreit, ohne Hochmut, die Sinne bezähmt,

Wort für Wort
ye kṣāntāḥ sarvabhūteṣu prāṇinām abhayapradāḥ /
Diejenigen, die geduldig gegenüber allen Wesen sind, den Lebewesen Furchtlosigkeit gewähren,
krodhamohavinirmuktā nirmadāḥ saṃyatendriyāḥ //
von Zorn und Verblendung befreit, ohne Hochmut, die Sinne bezähmt,

pūrṇacandraprakāśena vimānena mahāprabhāḥ / yānti vaivasvatapuraṃ devagandharvasevitāḥ //

gelangen, mit einem vollmondhellen Flugwagen, in großem Glanz, zur Stadt des Vaivasvata (Yama), von Göttern und Gandharvas umsorgt.

Wort für Wort
pūrṇacandraprakāśena vimānena mahāprabhāḥ /
gelangen, mit einem vollmondhellen Flugwagen, in großem Glanz,
yānti vaivasvatapuraṃ devagandharvasevitāḥ //
zur Stadt des Vaivasvata, von Göttern und Gandharvas umsorgt.

ekabhāvena ye viṣṇuṃ brahmāṇaṃ tryambakaṃ ravim / pūjayanti hi te yānti vimānair bhāskaraprabhaiḥ //

Diejenigen, die mit gleichbleibender Hingabe Viṣṇu, Brahmā, Tryambaka (Śiva) und die Sonne verehren, gelangen mit sonnenhellen Flugwagen dorthin.

Wort für Wort
ekabhāvena ye viṣṇuṃ brahmāṇaṃ tryambakaṃ ravim /
Diejenigen, die mit gleichbleibender Hingabe Viṣṇu, Brahmā, Tryambaka (Śiva) und die Sonne
pūjayanti hi te yānti vimānair bhāskaraprabhaiḥ //
verehren, gelangen mit sonnenhellen Flugwagen dorthin.

ye ca māṃsaṃ na khādanti satyaśaucasamanvitāḥ / te 'pi yānti sukhenaiva dharmarājapuraṃ narāḥ //

Und diejenigen Menschen, die kein Fleisch essen, mit Wahrhaftigkeit und Reinheit versehen, gelangen mühelos zur Stadt des Dharma-Königs.

Wort für Wort
ye ca māṃsaṃ na khādanti satyaśaucasamanvitāḥ /
Und diejenigen Menschen, die kein Fleisch essen, mit Wahrhaftigkeit und Reinheit versehen,
te 'pi yānti sukhenaiva dharmarājapuraṃ narāḥ //
gelangen mühelos zur Stadt des Dharma-Königs.

māṃsān miṣṭataraṃ nāsti bhakṣyabhojyādikeṣu ca / tasmān māṃsaṃ na bhuñjīta nāsti miṣṭaiḥ sukhodayaḥ //

Nichts unter Speisen und Genüssen ist köstlicher als Fleisch; darum soll man kein Fleisch essen – aus Köstlichem allein entsteht kein wahres Glück.

Wort für Wort
māṃsān miṣṭataraṃ nāsti bhakṣyabhojyādikeṣu ca /
Nichts unter Speisen und Genüssen ist köstlicher als Fleisch;
tasmān māṃsaṃ na bhuñjīta nāsti miṣṭaiḥ sukhodayaḥ //
darum soll man kein Fleisch essen – aus Köstlichem allein entsteht kein wahres Glück.

[Anm.: Sinn der pointierten Aussage: Gerade weil Fleisch als besonders köstlich gilt, ist der Verzicht darauf ein bedeutsames Verdienst; wahres Wohl entsteht nicht aus Genuss, sondern aus Verzicht.]

gosahasraṃ tu yo dadyād yas tu māṃsaṃ na bhakṣayet / samāv etau purā prāha brahmā vedavidāṃ varaḥ //

Wer tausend Kühe verschenkt und wer kein Fleisch isst – diese beiden erklärte einst Brahmā, der Beste der Vedakundigen, als gleichwertig.

Wort für Wort
gosahasraṃ tu yo dadyād yas tu māṃsaṃ na bhakṣayet /
Wer tausend Kühe verschenkt und wer kein Fleisch isst –
samāv etau purā prāha brahmā vedavidāṃ varaḥ //
diese beiden erklärte einst Brahmā, der Beste der Vedakundigen, als gleichwertig.

sarvatīrtheṣu yat puṇyaṃ sarvayajñeṣu yat phalam / amāṃsabhakṣaṇe viprās tac ca tac ca ca tatsamam //

Welches Verdienst an allen heiligen Orten, welche Frucht bei allen Opfern erlangt wird – all dies, o Brahmanen, ist dem Fleischverzicht gleichwertig.

Wort für Wort
sarvatīrtheṣu yat puṇyaṃ sarvayajñeṣu yat phalam /
Welches Verdienst an allen heiligen Orten, welche Frucht bei allen Opfern erlangt wird –
amāṃsabhakṣaṇe viprās tac ca tac ca ca tatsamam //
all dies, o Brahmanen, ist dem Fleischverzicht gleichwertig.

[Anm.: Die Textüberlieferung wiederholt 'tac ca' redundant ('tac ca tac ca ca tatsamam'); dem Sinn nach einfach übersetzt.]

evaṃ sukhena te yānti yamalokaṃ ca dhārmikāḥ / dānavrataparā yānair yatra devo raveḥ sutaḥ //

So gelangen die Rechtschaffenen, dem Geben und den Gelübden hingegeben, mühelos mit Fahrzeugen zur Welt Yamas, wo der Gott, der Sohn der Sonne, weilt.

Wort für Wort
evaṃ sukhena te yānti yamalokaṃ ca dhārmikāḥ /
So gelangen die Rechtschaffenen mühelos zur Welt Yamas,
dānavrataparā yānair yatra devo raveḥ sutaḥ //
dem Geben und den Gelübden hingegeben, mit Fahrzeugen, wo der Gott, der Sohn der Sonne, weilt.

dṛṣṭvā tān dhārmikān devaḥ svayaṃ saṃmānayed yamaḥ / svāgatāsanadānena pādyārghyeṇa priyeṇa tu //

Wenn der Gott Yama diese Rechtschaffenen erblickt, ehrt er sie selbst, mit Willkommensgruß, der Gabe eines Sitzes, mit Fußwasser und Ehrengabe, voller Freundlichkeit.

Wort für Wort
dṛṣṭvā tān dhārmikān devaḥ svayaṃ saṃmānayed yamaḥ /
Wenn der Gott Yama diese Rechtschaffenen erblickt, ehrt er sie selbst,
svāgatāsanadānena pādyārghyeṇa priyeṇa tu //
mit Willkommensgruß, der Gabe eines Sitzes, mit Fußwasser und Ehrengabe, voller Freundlichkeit.

dhanyā yūyaṃ mahātmāna ātmano hitakāriṇaḥ / yena divyasukhārthāya bhavadbhiḥ sukṛtaṃ kṛtam //

Gesegnet seid ihr, hochherzige Seelen, die ihr euch selbst zum Heil gehandelt habt, da ihr um des göttlichen Glückes willen gute Werke vollbracht habt.

Wort für Wort
dhanyā yūyaṃ mahātmāna ātmano hitakāriṇaḥ /
Gesegnet seid ihr, hochherzige Seelen, die ihr euch selbst zum Heil gehandelt habt,
yena divyasukhārthāya bhavadbhiḥ sukṛtaṃ kṛtam //
da ihr um des göttlichen Glückes willen gute Werke vollbracht habt.

[Anm.: direkte Rede Yamas, ohne eigene Sprecherkennzeichnung im Text, im unmittelbaren Anschluss an V.68 ('saṃmānayed yamaḥ').]

idaṃ vimānam āruhya divyastrībhogabhūṣitāḥ / svargaṃ gacchadhvam atulaṃ sarvakāmasamanvitam //

Besteigt diesen Flugwagen, von göttlichen Frauen zum Genuss geschmückt, und geht zum unvergleichlichen Himmel, der alle Wünsche gewährt.

Wort für Wort
idaṃ vimānam āruhya divyastrībhogabhūṣitāḥ /
Besteigt diesen Flugwagen, von göttlichen Frauen zum Genuss geschmückt,
svargaṃ gacchadhvam atulaṃ sarvakāmasamanvitam //
und geht zum unvergleichlichen Himmel, der alle Wünsche gewährt.

tatra bhuktvā mahābhogān ante puṇyaparikṣayāt / yat kiṃcid alpam aśubhaṃ phalaṃ tad iha bhokṣyatha //

Dort werdet ihr große Genüsse erfahren, und am Ende, wenn euer Verdienst erschöpft ist, werdet ihr die geringe, verbliebene unheilvolle Frucht (eurer Taten) hier wieder erleiden.

Wort für Wort
tatra bhuktvā mahābhogān ante puṇyaparikṣayāt /
Dort werdet ihr große Genüsse erfahren, und am Ende, wenn euer Verdienst erschöpft ist,
yat kiṃcid alpam aśubhaṃ phalaṃ tad iha bhokṣyatha //
werdet ihr die geringe, verbliebene unheilvolle Frucht eurer Taten hier wieder erleiden.

ye tu taṃ dharmarājānaṃ narāḥ puṇyānubhāvataḥ / paśyanti saumyamanasaṃ pitṛbhūtam ivātmanaḥ //

Diejenigen Menschen aber, die durch die Macht ihres Verdienstes diesen Dharma-König erblicken, sanftmütig gesinnt, gleichsam wie ihren eigenen Vater,

Wort für Wort
ye tu taṃ dharmarājānaṃ narāḥ puṇyānubhāvataḥ /
Diejenigen Menschen aber, die durch die Macht ihres Verdienstes diesen Dharma-König erblicken,
paśyanti saumyamanasaṃ pitṛbhūtam ivātmanaḥ //
sanftmütig gesinnt, gleichsam wie ihren eigenen Vater,

tasmād dharmaḥ sevitavyaḥ sadā muktiphalapradaḥ / dharmād arthas tathā kāmo mokṣaś ca parikīrtyate //

Deshalb soll der Dharma stets gepflegt werden, der die Frucht der Erlösung gewährt; aus dem Dharma entstehen, wie verkündet wird, Reichtum (Artha), Lust (Kāma) und Erlösung (Mokṣa).

Wort für Wort
tasmād dharmaḥ sevitavyaḥ sadā muktiphalapradaḥ /
Deshalb soll der Dharma stets gepflegt werden, der die Frucht der Erlösung gewährt;
dharmād arthas tathā kāmo mokṣaś ca parikīrtyate //
aus dem Dharma entstehen, wie verkündet wird, Reichtum, Lust und Erlösung.

dharmo mātā pitā bhrātā dharmo nāthaḥ suhṛt tathā / dharmaḥ svāmī sakhā goptā tathā dhātā ca poṣakaḥ //

Der Dharma ist Mutter, Vater, Bruder; der Dharma ist Beschützer und Freund; der Dharma ist Herr, Gefährte, Hüter, sowie Erhalter und Ernährer.

Wort für Wort
dharmo mātā pitā bhrātā dharmo nāthaḥ suhṛt tathā /
Der Dharma ist Mutter, Vater, Bruder; der Dharma ist Beschützer und Freund;
dharmaḥ svāmī sakhā goptā tathā dhātā ca poṣakaḥ //
der Dharma ist Herr, Gefährte, Hüter, sowie Erhalter und Ernährer.

dharmād artho 'rthataḥ kāmaḥ kāmād bhogaḥ sukhāni ca / dharmād aiśvaryam ekāgryaṃ dharmāt svargagatiḥ parā //

Aus dem Dharma entsteht Reichtum, aus Reichtum Lust, aus Lust Genuss und Freuden; aus dem Dharma entsteht höchste, einzigartige Herrschermacht, aus dem Dharma der höchste Gang zum Himmel.

Wort für Wort
dharmād artho 'rthataḥ kāmaḥ kāmād bhogaḥ sukhāni ca /
Aus dem Dharma entsteht Reichtum, aus Reichtum Lust, aus Lust Genuss und Freuden;
dharmād aiśvaryam ekāgryaṃ dharmāt svargagatiḥ parā //
aus dem Dharma entsteht höchste, einzigartige Herrschermacht, aus dem Dharma der höchste Gang zum Himmel.

dharmas tu sevito viprās trāyate mahato bhayāt / devatvaṃ ca dvijatvaṃ ca dharmāt prāpnoty asaṃśayam //

Der gepflegte Dharma aber, o Brahmanen, rettet vor großer Gefahr; Göttlichkeit und die Stellung eines Zweifachgeborenen erlangt man zweifellos durch den Dharma.

Wort für Wort
dharmas tu sevito viprās trāyate mahato bhayāt /
Der gepflegte Dharma aber, o Brahmanen, rettet vor großer Gefahr;
devatvaṃ ca dvijatvaṃ ca dharmāt prāpnoty asaṃśayam //
Göttlichkeit und die Stellung eines Zweifachgeborenen erlangt man zweifellos durch den Dharma.

yadā ca kṣīyate pāpaṃ narāṇāṃ pūrvasaṃcitam / tadaiṣāṃ bhajate buddhir dharmaṃ cātra dvijottamāḥ //

Und wenn die früher angehäufte Sünde der Menschen schwindet, dann wendet sich ihr Verstand hier dem Dharma zu, ihr besten der Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
yadā ca kṣīyate pāpaṃ narāṇāṃ pūrvasaṃcitam /
Und wenn die früher angehäufte Sünde der Menschen schwindet,
tadaiṣāṃ bhajate buddhir dharmaṃ cātra dvijottamāḥ //
dann wendet sich ihr Verstand hier dem Dharma zu, ihr besten der Zweifachgeborenen.

janmāntarasahasreṣu mānuṣyaṃ prāpya durlabham / yo hi nācarate dharmaṃ bhavet sa khalu vañcitaḥ //

Wer, nachdem er unter Tausenden anderer Geburten das schwer erlangbare Menschsein erreicht hat, den Dharma nicht ausübt, der ist wahrlich betrogen.

Wort für Wort
janmāntarasahasreṣu mānuṣyaṃ prāpya durlabham /
Wer, nachdem er unter Tausenden anderer Geburten das schwer erlangbare Menschsein erreicht hat,
yo hi nācarate dharmaṃ bhavet sa khalu vañcitaḥ //
den Dharma nicht ausübt, der ist wahrlich betrogen.

kutsitā ye daridrāś ca virūpā vyādhitās tathā / parapreṣyāś ca mūrkhāś ca jñeyā dharmavivarjitāḥ //

Diejenigen, die verachtet, arm, missgestaltet und krank sind, die anderen dienstbar und töricht sind – als solche erkenne man die vom Dharma Verlassenen.

Wort für Wort
kutsitā ye daridrāś ca virūpā vyādhitās tathā /
Diejenigen, die verachtet, arm, missgestaltet und krank sind,
parapreṣyāś ca mūrkhāś ca jñeyā dharmavivarjitāḥ //
die anderen dienstbar und töricht sind – als solche erkenne man die vom Dharma Verlassenen.

ye hi dīrghāyuṣaḥ śūrāḥ paṇḍitā bhogino 'rthinaḥ / arogā rūpavantaś ca tais tu dharmaḥ purā kṛtaḥ //

Diejenigen aber, die langlebig, heldenhaft, gelehrt, genussreich, wohlhabend, gesund und wohlgestaltet sind – von ihnen wurde einst der Dharma geübt.

Wort für Wort
ye hi dīrghāyuṣaḥ śūrāḥ paṇḍitā bhogino 'rthinaḥ /
Diejenigen aber, die langlebig, heldenhaft, gelehrt, genussreich und wohlhabend sind,
arogā rūpavantaś ca tais tu dharmaḥ purā kṛtaḥ //
gesund und wohlgestaltet – von ihnen wurde einst der Dharma geübt.

evaṃ dharmaratā viprā gacchanti gatim uttamām / adharmaṃ sevamānās tu tiryagyoniṃ vrajanti te //

So gelangen die dem Dharma zugetanen Brahmanen zum höchsten Ziel; die aber dem Adharma folgen, gelangen in den Tierschoß (Wiedergeburt als Tier).

Wort für Wort
evaṃ dharmaratā viprā gacchanti gatim uttamām /
So gelangen die dem Dharma zugetanen Brahmanen zum höchsten Ziel;
adharmaṃ sevamānās tu tiryagyoniṃ vrajanti te //
die aber dem Adharma folgen, gelangen in den Tierschoß.

ye narā narakadhvaṃsi-vāsudevam anuvratāḥ / te svapne 'pi na paśyanti yamaṃ vā narakāṇi vā //

Diejenigen Menschen, die dem höllenzerstörenden Vāsudeva ergeben sind, sehen nicht einmal im Traum Yama oder die Höllen.

Wort für Wort
ye narā narakadhvaṃsi-vāsudevam anuvratāḥ /
Diejenigen Menschen, die dem höllenzerstörenden Vāsudeva ergeben sind,
te svapne 'pi na paśyanti yamaṃ vā narakāṇi vā //
sehen nicht einmal im Traum Yama oder die Höllen.

anādinidhanaṃ devaṃ daityadānavadāraṇam / ye namanti narā nityaṃ nahi paśyanti te yamam //

Diejenigen Menschen, die stets den anfangs- und endlosen Gott verehren, den Zerspalter der Daityas und Dānavas, sehen Yama nicht.

Wort für Wort
anādinidhanaṃ devaṃ daityadānavadāraṇam /
Diejenigen, die stets den anfangs- und endlosen Gott verehren, den Zerspalter der Daityas und Dānavas,
ye namanti narā nityaṃ nahi paśyanti te yamam //
diese Menschen sehen Yama nicht.

karmaṇā manasā vācā ye 'cyutaṃ śaraṇaṃ gatāḥ / na samartho yamas teṣāṃ te muktiphalabhāginaḥ //

Diejenigen, die mit Tat, Gedanke und Wort Zuflucht bei Acyuta (Viṣṇu) genommen haben – über sie hat Yama keine Macht; sie haben Anteil an der Frucht der Erlösung.

Wort für Wort
karmaṇā manasā vācā ye 'cyutaṃ śaraṇaṃ gatāḥ /
Diejenigen, die mit Tat, Gedanke und Wort Zuflucht bei Acyuta genommen haben –
na samartho yamas teṣāṃ te muktiphalabhāginaḥ //
über sie hat Yama keine Macht; sie haben Anteil an der Frucht der Erlösung.

ye janā jagatāṃ nāthaṃ nityaṃ nārāyaṇaṃ dvijāḥ / namanti nahi te viṣṇoḥ sthānād anyatra gāminaḥ //

Diejenigen Menschen, o Zweifachgeborene, die stets den Herrn der Welten, Nārāyaṇa, verehren, gehen nirgendwo anders hin als zu Viṣṇus Stätte.

Wort für Wort
ye janā jagatāṃ nāthaṃ nityaṃ nārāyaṇaṃ dvijāḥ /
Diejenigen Menschen, o Zweifachgeborene, die stets den Herrn der Welten, Nārāyaṇa, verehren,
namanti nahi te viṣṇoḥ sthānād anyatra gāminaḥ //
gehen nirgendwo anders hin als zu Viṣṇus Stätte.

na te dūtān na tan mārgaṃ na yamaṃ na ca tāṃ purīm / praṇamya viṣṇuṃ paśyanti narakāṇi kathaṃcana //

Diejenigen, die Viṣṇu verehrt haben, sehen weder dessen (Yamas) Boten, noch jenen Weg, noch Yama, noch jene Stadt, noch auf irgendeine Weise die Höllen.

Wort für Wort
na te dūtān na tan mārgaṃ na yamaṃ na ca tāṃ purīm /
Diejenigen, die Viṣṇu verehrt haben, sehen weder dessen Boten, noch jenen Weg, noch Yama, noch jene Stadt,
praṇamya viṣṇuṃ paśyanti narakāṇi kathaṃcana //
noch auf irgendeine Weise die Höllen.

kṛtvāpi bahuśaḥ pāpaṃ narā mohasamanvitāḥ / na yānti narakaṃ natvā sarvapāpaharaṃ harim //

Selbst wenn Menschen, von Verblendung erfüllt, viel Sünde begangen haben, gelangen sie, wenn sie Hari, den Vernichter aller Sünde, verehrt haben, nicht in die Hölle.

Wort für Wort
kṛtvāpi bahuśaḥ pāpaṃ narā mohasamanvitāḥ /
Selbst wenn Menschen, von Verblendung erfüllt, viel Sünde begangen haben,
na yānti narakaṃ natvā sarvapāpaharaṃ harim //
gelangen sie, wenn sie Hari, den Vernichter aller Sünde, verehrt haben, nicht in die Hölle.

śāṭhyenāpi narā nityaṃ ye smaranti janārdanam / te 'pi yānti tanuṃ tyaktvā viṣṇulokam anāmayam //

Auch die Menschen, die, sei es auch nur mit Hinterlist, stets Janārdana gedenken, gelangen, nachdem sie den Körper verlassen haben, zur makellosen Welt Viṣṇus.

Wort für Wort
śāṭhyenāpi narā nityaṃ ye smaranti janārdanam /
Auch die Menschen, die, sei es auch nur mit Hinterlist, stets Janārdana gedenken,
te 'pi yānti tanuṃ tyaktvā viṣṇulokam anāmayam //
gelangen, nachdem sie den Körper verlassen haben, zur makellosen Welt Viṣṇus.

[Anm.: 'śāṭhyena' ('mit Hinterlist/Berechnung') – gemeint ist, dass selbst unaufrichtiges oder eigennütziges Gedenken an Viṣṇu wirksam ist.]

atyantakrodhasakto 'pi kadācit kīrtayed dharim / so 'pi doṣakṣayān muktiṃ labhec cedipatir yathā //

Selbst wer stets dem äußersten Zorn ergeben ist, aber gelegentlich Hari preist, erlangt, sobald seine Verfehlungen schwinden, die Erlösung, wie der Herrscher der Cedis.

Wort für Wort
atyantakrodhasakto 'pi kadācit kīrtayed dharim /
Selbst wer stets dem äußersten Zorn ergeben ist, aber gelegentlich Hari preist,
so 'pi doṣakṣayān muktiṃ labhec cedipatir yathā //
erlangt, sobald seine Verfehlungen schwinden, die Erlösung, wie der Herrscher der Cedis.

[Anm.: 'cedipatiḥ' ('Herrscher der Cedis') bezeichnet Śiśupāla, der der Überlieferung nach durch seinen unablässigen, hasserfüllten Fokus auf Kṛṣṇa dennoch die Erlösung erlangte.]

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