Brahma-Purāṇa
Kapitel 186: dhenukāsuravadhaḥ
Die Tötung des Dämons Dhenuka
Rāma und Kṛṣṇa gelangen mit den Kuhhirten zum Palmenwald des eselsgestaltigen Dämons Dhenuka. Auf Bitten der Hirtenknaben lassen sie Früchte herabfallen; der herbeieilende Dhenuka wird von Balarāma an den Beinen gepackt, herumgeschwungen und tödlich gegen eine Palme geschleudert. Seine herbeikommenden Artgenossen werden ebenso von Kṛṣṇa und Balarāma auf die Palmenspitzen geschleudert, worauf die Kühe fortan ungestört im Wald weiden können.
{vyāsa uvāca:} gāḥ pālayantau ca punaḥ sahitau rāmakeśavau /
bhramamāṇau vane tatra ramyaṃ tālavanaṃ gatau //
Und während sie wieder gemeinsam die Kühe hüteten, kamen Rāma und Keśava, im Wald umherstreifend, zu dem lieblichen Palmenwald (Tālavana).
Wort für Wort gāḥ pālayantau ca punaḥ sahitau rāmakeśavau Und während sie wieder gemeinsam die Kühe hüteten, Rāma und Keśava bhramamāṇau vane tatra ramyaṃ tālavanaṃ gatau im Wald umherstreifend, kamen sie zu dem lieblichen Palmenwald tac ca tālavanaṃ nityaṃ dhenuko nāma dānavaḥ /
nṛgomāṃsakṛtāhāraḥ sadādhyāste kharākṛtiḥ //
Diesen Palmenwald bewohnte ständig ein Dānava namens Dhenuka, der sich von Menschen- und Rinderfleisch ernährte, in Eselsgestalt.
Wort für Wort tac ca tālavanaṃ nityaṃ dhenuko nāma dānavaḥ Diesen Palmenwald [bewohnte] ständig ein Dānava namens Dhenuka nṛgomāṃsakṛtāhāraḥ sadādhyāste kharākṛtiḥ der sich von Menschen- und Rinderfleisch ernährte, in Eselsgestalt tatra tālavanaṃ ramyaṃ phalasaṃpatsamanvitam /
dṛṣṭvā spṛhānvitā gopāḥ phalādāne 'bruvan vacaḥ //
Als sie dort den lieblichen, mit reichem Fruchtertrag versehenen Palmenwald sahen, sprachen die von Verlangen erfüllten Kuhhirten Worte über das Pflücken der Früchte:
Wort für Wort tatra tālavanaṃ ramyaṃ phalasaṃpatsamanvitam Als sie dort den lieblichen, mit reichem Fruchtertrag versehenen Palmenwald dṛṣṭvā spṛhānvitā gopāḥ phalādāne 'bruvan vacaḥ sahen, sprachen die von Verlangen erfüllten Kuhhirten Worte über das Pflücken der Früchte {gopā ūcuḥ:} he rāma he kṛṣṇa sadā dhenukenaiva rakṣyate /
bhūpradeśo yatas tasmāt tyaktānīmāni santi vai //
[Die Kuhhirten sprachen:] ,He Rāma, he Kṛṣṇa! Da dieser Landstrich ständig von Dhenuka bewacht wird, liegen diese [Früchte] hier unangetastet.'
Wort für Wort he rāma he kṛṣṇa sadā dhenukenaiva rakṣyate He Rāma, he Kṛṣṇa! Da ständig von Dhenuka bewacht wird bhūpradeśo yatas tasmāt tyaktānīmāni santi vai dieser Landstrich, liegen diese [Früchte] hier unangetastet phalāni paśya tālānāṃ gandhamodayutāni vai /
vayam etāny abhīpsāmaḥ pātyantāṃ yadi rocate //
'Sieh die Früchte der Palmen, die von Duft erfüllt sind — wir begehren sie; lass sie herabfallen, wenn es dir gefällt.'
Wort für Wort phalāni paśya tālānāṃ gandhamodayutāni vai Sieh die Früchte der Palmen, die von Duft erfüllt sind vayam etāny abhīpsāmaḥ pātyantāṃ yadi rocate wir begehren sie; lass sie herabfallen, wenn es dir gefällt iti gopakumārāṇāṃ śrutvā saṃkarṣaṇo vacaḥ /
kṛṣṇaś ca pātayām āsa bhuvi tālaphalāni vai //
Nachdem Saṃkarṣaṇa diese Worte der Kuhhirtenknaben gehört hatte, ließen er und Kṛṣṇa die Palmfrüchte zu Boden fallen.
Wort für Wort iti gopakumārāṇāṃ śrutvā saṃkarṣaṇo vacaḥ Nachdem Saṃkarṣaṇa diese Worte der Kuhhirtenknaben gehört hatte kṛṣṇaś ca pātayām āsa bhuvi tālaphalāni vai ließen er und Kṛṣṇa die Palmfrüchte zu Boden fallen tālānāṃ patatāṃ śabdam ākarṇyāsurarāṭ tataḥ /
ājagāma sa duṣṭātmā kopād daiteyagardabhaḥ //
Als der Dämonenfürst das Geräusch der fallenden Palmfrüchte hörte, kam er, der bösgesinnte Daitya-Esel, zornig herbei.
Wort für Wort tālānāṃ patatāṃ śabdam ākarṇyāsurarāṭ tataḥ Als der Dämonenfürst das Geräusch der fallenden Palmfrüchte hörte ājagāma sa duṣṭātmā kopād daiteyagardabhaḥ kam er, der bösgesinnte Daitya-Esel, zornig herbei padbhyām ubhābhyāṃ sa tadā paścimābhyāṃ ca taṃ balī /
jaghānorasi tābhyāṃ ca sa ca tenāpy agṛhyata //
Mit beiden Hinterbeinen schlug er, der Starke, ihn [Balarāma] darauf auf die Brust; und er [Balarāma] ergriff ihn seinerseits.
Wort für Wort padbhyām ubhābhyāṃ sa tadā paścimābhyāṃ ca taṃ balī Mit beiden Hinterbeinen schlug er, der Starke, ihn darauf jaghānorasi tābhyāṃ ca sa ca tenāpy agṛhyata auf die Brust; und er ergriff ihn seinerseits gṛhītvā bhrāmaṇenaiva cāmbare gatajīvitam /
tasminn eva pracikṣepa vegena tṛṇarājani //
Nachdem er ihn ergriffen und im Kreis herumgeschwungen hatte, warf er ihn, des Lebens beraubt, mit Wucht in den Luftraum, auf eben jene Palme.
Wort für Wort gṛhītvā bhrāmaṇenaiva cāmbare gatajīvitam Nachdem er ihn ergriffen und im Kreis herumgeschwungen hatte, ihn, des Lebens beraubt, in den Luftraum tasminn eva pracikṣepa vegena tṛṇarājani warf er ihn mit Wucht, auf eben jene Palme tataḥ phalāny anekāni tālāgrān nipatan kharaḥ /
pṛthivyāṃ pātayām āsa mahāvāto 'mbudān iva //
Darauf ließ der herabfallende Esel zahlreiche Früchte von den Palmenspitzen auf die Erde fallen, wie ein gewaltiger Sturmwind die Wolken herabreißt.
Wort für Wort tataḥ phalāny anekāni tālāgrān nipatan kharaḥ Darauf ließ der herabfallende Esel zahlreiche Früchte von den Palmenspitzen pṛthivyāṃ pātayām āsa mahāvāto 'mbudān iva auf die Erde fallen, wie ein gewaltiger Sturmwind die Wolken [herabreißt] anyān apy asya vai jñātīn āgatān daityagardabhān /
kṛṣṇaś cikṣepa tālāgre balabhadraś ca līlayā //
Auch die anderen, herbeigekommenen Verwandten von ihm, die Daitya-Esel, schleuderten Kṛṣṇa und Balabhadra spielend auf die Palmenspitzen.
Wort für Wort anyān apy asya vai jñātīn āgatān daityagardabhān Auch die anderen, herbeigekommenen Verwandten von ihm, die Daitya-Esel kṛṣṇaś cikṣepa tālāgre balabhadraś ca līlayā schleuderten Kṛṣṇa und Balabhadra spielend auf die Palmenspitzen kṣaṇenālaṃkṛtā pṛthvī pakvais tālaphalais tadā /
daityagardabhadehaiś ca munayaḥ śuśubhe 'dhikam //
In einem Augenblick war die Erde mit reifen Palmfrüchten geschmückt, und durch die Leiber der Daitya-Esel erstrahlte sie, ihr Munis, noch mehr.
Wort für Wort kṣaṇenālaṃkṛtā pṛthvī pakvais tālaphalais tadā In einem Augenblick war die Erde mit reifen Palmfrüchten geschmückt daityagardabhadehaiś ca munayaḥ śuśubhe 'dhikam und durch die Leiber der Daitya-Esel erstrahlte sie, ihr Munis, noch mehr tato gāvo nirābādhās tasmiṃs tālavane dvijāḥ /
navaśaṣpaṃ sukhaṃ cerur yatra bhuktam abhūt purā //
Darauf weideten die Kühe unbehelligt in jenem Palmenwald, ihr Zweifachgeborenen, glücklich das frische junge Gras, wo zuvor alles abgegrast gewesen war.
Wort für Wort tato gāvo nirābādhās tasmiṃs tālavane dvijāḥ Darauf weideten die Kühe unbehelligt in jenem Palmenwald, ihr Zweifachgeborenen navaśaṣpaṃ sukhaṃ cerur yatra bhuktam abhūt purā glücklich das frische junge Gras, wo zuvor alles abgegrast gewesen war
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