Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 231: yugāntalakṣaṇavarṇanaṃ kṛtayugapunarāvṛttivarṇanaṃ ca Die Darlegung der Kennzeichen des Zeitalterendes und der Wiederkehr des Kṛtayuga

{munaya ūcuḥ:} āsannaṃ viprakṛṣṭaṃ vā yadi kālaṃ na vidmahe / tato dvāparavidhvaṃsaṃ yugāntaṃ spṛhayāmahe //

Die Munis sprachen: 'Da wir nicht wissen, ob die Zeit (des Endes) nahe oder fern ist, wünschen wir daher (zu erfahren) von der Zerstörung nach dem Dvāpara, dem Ende des Zeitalters.'

Wort für Wort
{munaya ūcuḥ:} āsannaṃ viprakṛṣṭaṃ vā yadi kālaṃ na vidmahe /
Die Munis sprachen: 'Da wir nicht wissen, ob die Zeit des Endes nahe oder fern ist,'
tato dvāparavidhvaṃsaṃ yugāntaṃ spṛhayāmahe //
'wünschen wir daher zu erfahren von der Zerstörung nach dem Dvāpara, dem Ende des Zeitalters.'

prāptā vayaṃ hi tat kālam anayā dharmatṛṣṇayā / ādadyāma paraṃ dharmaṃ sukham alpena karmaṇā //

'Wir sind ja durch diesen Durst nach Dharma zu jener Zeit gelangt; möchten wir den höchsten Dharma leicht, durch geringes Handeln, erfassen.'

Wort für Wort
prāptā vayaṃ hi tat kālam anayā dharmatṛṣṇayā /
'Wir sind ja durch diesen Durst nach Dharma zu jener Zeit gelangt;'
ādadyāma paraṃ dharmaṃ sukham alpena karmaṇā //
'möchten wir den höchsten Dharma leicht, durch geringes Handeln, erfassen.'

saṃtrāsodvegajananaṃ yugāntaṃ samupasthitam / pranaṣṭadharmaṃ dharmajña nimittair vaktum arhasi //

'Das herannahende Ende des Zeitalters, das Schrecken und Angst erzeugt, in dem der Dharma zugrunde gegangen ist — das sollst du, o Kenner des Dharma, anhand seiner Vorzeichen darlegen.'

Wort für Wort
saṃtrāsodvegajananaṃ yugāntaṃ samupasthitam /
'Das herannahende Ende des Zeitalters, das Schrecken und Angst erzeugt,'
pranaṣṭadharmaṃ dharmajña nimittair vaktum arhasi //
'in dem der Dharma zugrunde gegangen ist — das sollst du, o Kenner des Dharma, anhand seiner Vorzeichen darlegen.'

{vyāsa uvāca:} arakṣitāro hartāro balibhāgasya pārthivāḥ / yugānte prabhaviṣyanti svarakṣaṇaparāyaṇāḥ //

Vyāsa sprach: 'Am Ende des Zeitalters werden Könige, die nicht Beschützer, sondern Räuber des Steueranteils sind, nur auf den eigenen Schutz bedacht, zur Macht gelangen.'

Wort für Wort
{vyāsa uvāca:} arakṣitāro hartāro balibhāgasya pārthivāḥ /
Vyāsa sprach: 'Am Ende des Zeitalters werden Könige, die nicht Beschützer, sondern Räuber des Steueranteils sind,'
yugānte prabhaviṣyanti svarakṣaṇaparāyaṇāḥ //
'nur auf den eigenen Schutz bedacht, zur Macht gelangen.'

akṣatriyāś ca rājāno viprāḥ śūdropajīvinaḥ / śūdrāś ca brāhmaṇācārā bhaviṣyanti yugakṣaye //

'Könige, die keine Kṣatriyas sind, Brahmanen, die von Śūdras leben, und Śūdras mit dem äußeren Gebaren von Brahmanen wird es beim Niedergang des Zeitalters geben.'

Wort für Wort
akṣatriyāś ca rājāno viprāḥ śūdropajīvinaḥ /
'Könige, die keine Kṣatriyas sind, Brahmanen, die von Śūdras leben,'
śūdrāś ca brāhmaṇācārā bhaviṣyanti yugakṣaye //
'und Śūdras mit dem äußeren Gebaren von Brahmanen wird es beim Niedergang des Zeitalters geben.'

śrotriyāḥ kāṇḍapṛṣṭhāś ca niṣkarmāṇi havīṃṣi ca / ekapaṅktyām aśiṣyanti yugānte munisattamāḥ //

'Vedakundige und bloße Nachplapperer der Verse, und Opfergaben ohne rechte Ritualhandlung — man wird sie am Ende des Zeitalters in einer einzigen Reihe (ohne Unterschied) verzehren, o Beste der Munis.'

Wort für Wort
śrotriyāḥ kāṇḍapṛṣṭhāś ca niṣkarmāṇi havīṃṣi ca /
'Vedakundige und bloße Nachplapperer der Verse, und Opfergaben ohne rechte Ritualhandlung —'
ekapaṅktyām aśiṣyanti yugānte munisattamāḥ //
'man wird sie am Ende des Zeitalters in einer einzigen Reihe ohne Unterschied verzehren, o Beste der Munis.'

[Anm.] 'kāṇḍapṛṣṭhāḥ' ('Rücken-Rezitatoren') textlich selten; sinngemäß als oberflächliche Rezitatoren gedeutet.

aśiṣṭavanto 'rthaparā narā madyāmiṣapriyāḥ / mitrabhāryāṃ bhajiṣyanti yugānte puruṣādhamāḥ //

'Unzüchtige, auf Reichtum bedachte, dem Wein und Fleisch zugetane Männer — die niedrigsten der Menschen werden am Ende des Zeitalters die Ehefrau eines Freundes genießen.'

Wort für Wort
aśiṣṭavanto 'rthaparā narā madyāmiṣapriyāḥ /
'Unzüchtige, auf Reichtum bedachte, dem Wein und Fleisch zugetane Männer —'
mitrabhāryāṃ bhajiṣyanti yugānte puruṣādhamāḥ //
'die niedrigsten der Menschen werden am Ende des Zeitalters die Ehefrau eines Freundes genießen.'

rājavṛttisthitāś caurā rājānaś cauraśīlinaḥ / bhṛtyā hy anirdiṣṭabhujo bhaviṣyanti yugakṣaye //

'Diebe in königlichem Amt, und Könige von diebischem Charakter, und Diener ohne festgesetzten Unterhalt — solche wird es beim Niedergang des Zeitalters geben.'

Wort für Wort
rājavṛttisthitāś caurā rājānaś cauraśīlinaḥ /
'Diebe in königlichem Amt, und Könige von diebischem Charakter,'
bhṛtyā hy anirdiṣṭabhujo bhaviṣyanti yugakṣaye //
'und Diener ohne festgesetzten Unterhalt — solche wird es beim Niedergang des Zeitalters geben.'

dhanāni ślāghanīyāni satāṃ vṛttam apūjitam / akutsanā ca patite bhaviṣyati yugakṣaye //

'Reichtum allein wird preisenswert sein, der Lebenswandel der Guten unverehrt; und für den Gefallenen wird es keinen Tadel geben, beim Niedergang des Zeitalters.'

Wort für Wort
dhanāni ślāghanīyāni satāṃ vṛttam apūjitam /
'Reichtum allein wird preisenswert sein, der Lebenswandel der Guten unverehrt;'
akutsanā ca patite bhaviṣyati yugakṣaye //
'und für den Gefallenen wird es keinen Tadel geben, beim Niedergang des Zeitalters.'

pranaṣṭanāsāḥ puruṣā muktakeśā virūpiṇaḥ / ūnaṣoḍaśavarṣāś ca prasoṣyanti tathā striyaḥ //

'Männer mit verstümmelten Nasen, mit gelöstem Haar, entstellt (werden auftreten); und Frauen unter sechzehn Jahren werden ebenso schon gebären.'

Wort für Wort
pranaṣṭanāsāḥ puruṣā muktakeśā virūpiṇaḥ /
'Männer mit verstümmelten Nasen, mit gelöstem Haar, entstellt (werden auftreten);'
ūnaṣoḍaśavarṣāś ca prasoṣyanti tathā striyaḥ //
'und Frauen unter sechzehn Jahren werden ebenso schon gebären.'

[Anm.] Vers textlich knapp; 'prasoṣyanti' sinngemäß als 'gebären' gedeutet.

aṭṭaśūlā janapadāḥ śivaśūlāś catuṣpathāḥ / pramadāḥ keśaśūlāś ca bhaviṣyanti yugakṣaye //

'Länder voller Pfähle auf Wachtürmen, Kreuzwege voller Schakal-Pfähle, und Frauen mit Haarnadeln/-spießen — so wird es beim Niedergang des Zeitalters sein.'

Wort für Wort
aṭṭaśūlā janapadāḥ śivaśūlāś catuṣpathāḥ /
'Länder voller Pfähle auf Wachtürmen, Kreuzwege voller Schakal-Pfähle,'
pramadāḥ keśaśūlāś ca bhaviṣyanti yugakṣaye //
'und Frauen mit Haarnadeln/-spießen — so wird es beim Niedergang des Zeitalters sein.'

[Anm.] Bildhafte, textlich unsichere Beschreibung (Hinrichtungspfähle als Kennzeichen der Zeit); sinngemäß übersetzt.

sarve brahma vadiṣyanti dvijā vājasaneyikāḥ / śūdrābhā vādinaś caiva brāhmaṇāś cāntyavāsinaḥ //

'Alle Zweifachgeborenen der Vājasaneyin-Schule werden vom Brahman reden; und ebenso werden bloße, Śūdras gleichende Disputanten und mit Ausgestoßenen zusammenlebende Brahmanen (vom Brahman reden).'

Wort für Wort
sarve brahma vadiṣyanti dvijā vājasaneyikāḥ /
'Alle Zweifachgeborenen der Vājasaneyin-Schule werden vom Brahman reden;'
śūdrābhā vādinaś caiva brāhmaṇāś cāntyavāsinaḥ //
'und ebenso bloße, Śūdras gleichende Disputanten und mit Ausgestoßenen zusammenlebende Brahmanen.'

śukladantā jitākṣāś ca muṇḍāḥ kāṣāyavāsasaḥ / śūdrā dharmaṃ vadiṣyanti śāṭhyabuddhyopajīvinaḥ //

'Weißzähnig, mit gezügeltem Blick, kahlgeschoren, in ockerfarbenen Gewändern — Śūdras werden vom Dharma reden, indem sie von betrügerischem Verstand leben.'

Wort für Wort
śukladantā jitākṣāś ca muṇḍāḥ kāṣāyavāsasaḥ /
'Weißzähnig, mit gezügeltem Blick, kahlgeschoren, in ockerfarbenen Gewändern —'
śūdrā dharmaṃ vadiṣyanti śāṭhyabuddhyopajīvinaḥ //
'Śūdras werden vom Dharma reden, indem sie von betrügerischem Verstand leben.'

śvāpadapracuratvaṃ ca gavāṃ caiva parikṣayaḥ / sādhūnāṃ parivṛttiś ca vidyād antagate yuge //

'Überhandnehmen der Raubtiere, und Vernichtung der Rinder, und die Vertreibung der Guten — dies erkenne man, wenn das Zeitalter zu seinem Ende gelangt ist.'

Wort für Wort
śvāpadapracuratvaṃ ca gavāṃ caiva parikṣayaḥ /
'Überhandnehmen der Raubtiere, und Vernichtung der Rinder,'
sādhūnāṃ parivṛttiś ca vidyād antagate yuge //
'und die Vertreibung der Guten — dies erkenne man, wenn das Zeitalter zu seinem Ende gelangt ist.'

antyā madhye nivatsyanti madhyāś cāntanivāsinaḥ / nirhrīkāś ca prajāḥ sarvā naṣṭās tatra yugakṣaye //

'Die Niedrigsten werden in der Mitte wohnen, und die Mittleren an den Rändern; alle Untertanen, schamlos, werden dort beim Niedergang des Zeitalters zugrunde gehen.'

Wort für Wort
antyā madhye nivatsyanti madhyāś cāntanivāsinaḥ /
'Die Niedrigsten werden in der Mitte wohnen, und die Mittleren an den Rändern;'
nirhrīkāś ca prajāḥ sarvā naṣṭās tatra yugakṣaye //
'alle Untertanen, schamlos, werden dort beim Niedergang des Zeitalters zugrunde gehen.'

tapoyajñaphalānāṃ ca vikretāro dvijottamāḥ / ṛtavo viparītāś ca bhaviṣyanti yugakṣaye //

'Verkäufer der Früchte von Askese und Opfer wird es unter den Besten der Zweifachgeborenen geben; und die Jahreszeiten werden verkehrt sein, beim Niedergang des Zeitalters.'

Wort für Wort
tapoyajñaphalānāṃ ca vikretāro dvijottamāḥ /
'Verkäufer der Früchte von Askese und Opfer wird es unter den Besten der Zweifachgeborenen geben;'
ṛtavo viparītāś ca bhaviṣyanti yugakṣaye //
'und die Jahreszeiten werden verkehrt sein, beim Niedergang des Zeitalters.'

tathā dvihāyanā damyāḥ kalau lāṅgaladhāriṇaḥ / citravarṣī ca parjanyo yuge kṣīṇe bhaviṣyati //

'Ebenso werden im Kali zweijährige (Kälber) schon zum Pflugdienst gezähmt werden; und die Regenwolke wird unbeständig/unregelmäßig regnen, wenn das Zeitalter dahingeschwunden ist.'

Wort für Wort
tathā dvihāyanā damyāḥ kalau lāṅgaladhāriṇaḥ /
'Ebenso werden im Kali zweijährige Kälber schon zum Pflugdienst gezähmt werden;'
citravarṣī ca parjanyo yuge kṣīṇe bhaviṣyati //
'und die Regenwolke wird unbeständig regnen, wenn das Zeitalter dahingeschwunden ist.'

sarve śūrakule jātāḥ kṣamānāthā bhavanti hi / yathā nimnāḥ prajāḥ sarvā bhaviṣyanti yugakṣaye //

'Denn selbst alle in heldenhafter Sippe Geborenen werden der Geduld entbehren, ebenso wie alle niedrig(geboren)en Untertanen — so wird es beim Niedergang des Zeitalters sein.'

Wort für Wort
sarve śūrakule jātāḥ kṣamānāthā bhavanti hi /
'Denn selbst alle in heldenhafter Sippe Geborenen werden der Geduld entbehren,'
yathā nimnāḥ prajāḥ sarvā bhaviṣyanti yugakṣaye //
'ebenso wie alle niedrig geborenen Untertanen — so wird es beim Niedergang des Zeitalters sein.'

[Anm.] 'kṣamānāthāḥ' hier als 'kṣamā-anāthāḥ' ('der Geduld beraubt') gedeutet; textlich nicht ganz sicher.

pitṛdeyāni dattāni bhaviṣyanti tathā sutāḥ / na ca dharmaṃ cariṣyanti mānavā nirgate yuge //

'Was den Ahnen zusteht, wird von den Söhnen nur (noch flüchtig, zum Schein) dargebracht werden; und die Menschen werden, wenn das Zeitalter vergangen ist, den Dharma nicht (mehr) ausüben.'

Wort für Wort
pitṛdeyāni dattāni bhaviṣyanti tathā sutāḥ /
'Was den Ahnen zusteht, wird von den Söhnen nur noch flüchtig dargebracht werden;'
na ca dharmaṃ cariṣyanti mānavā nirgate yuge //
'und die Menschen werden, wenn das Zeitalter vergangen ist, den Dharma nicht mehr ausüben.'

[Anm.] Vers knapp; sinngemäß auf die bloß formelhafte Verrichtung der Ahnenopfer gedeutet.

ūṣarā bahulā bhūmiḥ panthānas taskarāvṛtāḥ / sarve ... vāṇikāś caiva bhaviṣyanti yugakṣaye //

'Die Erde wird voller Salzboden sein, die Wege von Räubern überzogen; alle [Lücke im Original] und ebenso Kaufleute wird es geben, beim Niedergang des Zeitalters.'

Wort für Wort
ūṣarā bahulā bhūmiḥ panthānas taskarāvṛtāḥ /
'Die Erde wird voller Salzboden sein, die Wege von Räubern überzogen;'
sarve ... vāṇikāś caiva bhaviṣyanti yugakṣaye //
'alle [Lücke im Original] und ebenso Kaufleute wird es geben, beim Niedergang des Zeitalters.'

[Anm.] An dieser Stelle weist der Sanskrit-Text selbst eine Textlücke auf (im Original durch Auslassungspunkte markiert); ein Wort ist im überlieferten Text nicht vorhanden.

pitṛdāyādadattāni vibhajanti tathā sutāḥ / haraṇe yatnavanto 'pi lobhādibhir virodhinaḥ //

'Was von den väterlichen Erben gegeben wurde, werden die Söhne (untereinander) aufteilen, im Nehmen (davon) eifrig bemüht, doch durch Habgier und dergleichen einander entzweit.'

Wort für Wort
pitṛdāyādadattāni vibhajanti tathā sutāḥ /
'Was von den väterlichen Erben gegeben wurde, werden die Söhne untereinander aufteilen,'
haraṇe yatnavanto 'pi lobhādibhir virodhinaḥ //
'im Nehmen davon eifrig bemüht, doch durch Habgier und dergleichen einander entzweit.'

saukumārye tathā rūpe ratne copakṣayaṃ gate / bhaviṣyanti yugasyānte nāryaḥ keśair alaṃkṛtāḥ //

'Wenn Zartheit, ebenso Schönheit und Juwelen knapp geworden sind, werden Frauen am Ende des Zeitalters sich (nur noch) mit ihrem Haar schmücken.'

Wort für Wort
saukumārye tathā rūpe ratne copakṣayaṃ gate /
'Wenn Zartheit, ebenso Schönheit und Juwelen knapp geworden sind,'
bhaviṣyanti yugasyānte nāryaḥ keśair alaṃkṛtāḥ //
'werden Frauen am Ende des Zeitalters sich nur noch mit ihrem Haar schmücken.'

nirvīryasya ratis tatra gṛhasthasya bhaviṣyati / yugānte samanuprāpte nānyā bhāryāsamā ratiḥ //

'Dort wird es für den kraftlosen Hausvater (dennoch) Freude geben; wenn das Ende des Zeitalters völlig eingetreten ist, gibt es keine andere Freude, die der (Freude an der) eigenen Ehefrau gleichkäme.'

Wort für Wort
nirvīryasya ratis tatra gṛhasthasya bhaviṣyati /
'Dort wird es für den kraftlosen Hausvater dennoch Freude geben;'
yugānte samanuprāpte nānyā bhāryāsamā ratiḥ //
'wenn das Ende des Zeitalters völlig eingetreten ist, gibt es keine andere Freude, die der an der eigenen Ehefrau gleichkäme.'

[Anm.] Sinn des Verses nicht ganz eindeutig; sinngemäß übersetzt.

kuśīlānāryabhūyiṣṭhā vṛthārūpasamanvitāḥ / puruṣālpaṃ bahustrīkaṃ tad yugāntasya lakṣaṇam //

'Meist von schlechtem Charakter und unedel, mit nutzloser Schönheit versehen — wenig Männer, viele Frauen: das ist das Kennzeichen des Endes des Zeitalters.'

Wort für Wort
kuśīlānāryabhūyiṣṭhā vṛthārūpasamanvitāḥ /
'Meist von schlechtem Charakter und unedel, mit nutzloser Schönheit versehen —'
puruṣālpaṃ bahustrīkaṃ tad yugāntasya lakṣaṇam //
'wenig Männer, viele Frauen: das ist das Kennzeichen des Endes des Zeitalters.'

bahuyācanako loko na dāsyati parasparam / rājacaurāgnidaṇḍādi- kṣīṇaḥ kṣayam upaiṣyati //

'Die Welt, voller Bettler, wird einander nichts geben; durch Könige, Diebe, Feuer, Strafe und dergleichen geschwächt, wird sie weiterem Verfall entgegengehen.'

Wort für Wort
bahuyācanako loko na dāsyati parasparam /
'Die Welt, voller Bettler, wird einander nichts geben;'
rājacaurāgnidaṇḍādi-kṣīṇaḥ kṣayam upaiṣyati //
'durch Könige, Diebe, Feuer, Strafe und dergleichen geschwächt, wird sie weiterem Verfall entgegengehen.'

aphalāni ca sasyāni taruṇā vṛddhaśīlinaḥ / aśīlāḥ sukhino loke bhaviṣyanti yugakṣaye //

'Die Saaten werden fruchtlos sein, die Jungen vom Charakter der Alten; die Charakterlosen werden die Glücklichen in der Welt sein, beim Niedergang des Zeitalters.'

Wort für Wort
aphalāni ca sasyāni taruṇā vṛddhaśīlinaḥ /
'Die Saaten werden fruchtlos sein, die Jungen vom Charakter der Alten;'
aśīlāḥ sukhino loke bhaviṣyanti yugakṣaye //
'die Charakterlosen werden die Glücklichen in der Welt sein, beim Niedergang des Zeitalters.'

varṣāsu paruṣā vātā nīcāḥ śarkaravarṣiṇaḥ / saṃdigdhaḥ paralokaś ca bhaviṣyati yugakṣaye //

'In den Regenzeiten (werden) raue Winde, niedrige, Kies/Hagel regnende (Wolken herrschen); und die jenseitige Welt wird zweifelhaft erscheinen, beim Niedergang des Zeitalters.'

Wort für Wort
varṣāsu paruṣā vātā nīcāḥ śarkaravarṣiṇaḥ /
'In den Regenzeiten werden raue Winde, niedrige, Kies regnende Wolken herrschen;'
saṃdigdhaḥ paralokaś ca bhaviṣyati yugakṣaye //
'und die jenseitige Welt wird zweifelhaft erscheinen, beim Niedergang des Zeitalters.'

vaiśyā iva ca rājanyā dhanadhānyopajīvinaḥ / yugāpakramaṇe pūrvaṃ bhaviṣyanti na bāndhavāḥ //

'Kṣatriyas werden wie Vaiśyas von Vermögen und Getreide leben; beim Abschied des Zeitalters wird es die früheren Bande der Verwandtschaft nicht mehr geben.'

Wort für Wort
vaiśyā iva ca rājanyā dhanadhānyopajīvinaḥ /
'Kṣatriyas werden wie Vaiśyas von Vermögen und Getreide leben;'
yugāpakramaṇe pūrvaṃ bhaviṣyanti na bāndhavāḥ //
'beim Abschied des Zeitalters wird es die früheren Bande der Verwandtschaft nicht mehr geben.'

[Anm.] Zweiter Halbvers sinngemäß übersetzt.

apravṛttāḥ prapaśyanti samayāḥ śapathās tathā / ṛṇaṃ savinayabhraṃśaṃ yuge kṣīṇe bhaviṣyati //

'Man wird Verträge und ebenso Schwüre als unwirksam ansehen; Schulden, verbunden mit dem Verfall des rechten Benehmens, wird es geben, wenn das Zeitalter dahingeschwunden ist.'

Wort für Wort
apravṛttāḥ prapaśyanti samayāḥ śapathās tathā /
'Man wird Verträge und ebenso Schwüre als unwirksam ansehen;'
ṛṇaṃ savinayabhraṃśaṃ yuge kṣīṇe bhaviṣyati //
'Schulden, verbunden mit dem Verfall des rechten Benehmens, wird es geben, wenn das Zeitalter dahingeschwunden ist.'

[Anm.] Vers sinngemäß übersetzt.

bhaviṣyaty aphalo harṣaḥ krodhaś ca saphalo nṛṇām / ajāś cāpi nirotsyanti payaso 'rthe yugakṣaye //

'Freude wird für die Menschen fruchtlos, Zorn aber fruchtbar sein; und selbst die Ziegen werden ihre Milch zurückhalten, beim Niedergang des Zeitalters.'

Wort für Wort
bhaviṣyaty aphalo harṣaḥ krodhaś ca saphalo nṛṇām /
'Freude wird für die Menschen fruchtlos, Zorn aber fruchtbar sein;'
ajāś cāpi nirotsyanti payaso 'rthe yugakṣaye //
'und selbst die Ziegen werden ihre Milch zurückhalten, beim Niedergang des Zeitalters.'

[Anm.] Zweiter Halbvers textlich unsicher; alternativ auch als 'man wird Ziegen der Milch wegen zurückhalten/melken' deutbar.

aśāstravihito yajña evam eva bhaviṣyati / apramāṇaṃ kariṣyanti narāḥ paṇḍitamāninaḥ //

'Opfer, das nicht schriftgemäß vollzogen wird, wird ebenso vorkommen; Menschen, die sich für gelehrt halten, werden (die Schrift) für ungültig erklären.'

Wort für Wort
aśāstravihito yajña evam eva bhaviṣyati /
'Opfer, das nicht schriftgemäß vollzogen wird, wird ebenso vorkommen;'
apramāṇaṃ kariṣyanti narāḥ paṇḍitamāninaḥ //
'Menschen, die sich für gelehrt halten, werden die Schrift für ungültig erklären.'

śāstroktasyāpravaktāro bhaviṣyanti na saṃśayaḥ / sarvaḥ sarvaṃ vijānāti vṛddhān anupasevya vai //

'Zweifellos wird es solche geben, die das in der Schrift Gesagte nicht verkünden; jeder meint, alles zu wissen, ohne den Alten gedient zu haben.'

Wort für Wort
śāstroktasyāpravaktāro bhaviṣyanti na saṃśayaḥ /
'Zweifellos wird es solche geben, die das in der Schrift Gesagte nicht verkünden;'
sarvaḥ sarvaṃ vijānāti vṛddhān anupasevya vai //
'jeder meint, alles zu wissen, ohne den Alten gedient zu haben.'

na kaścid akavir nāma yugānte samupasthite / nakṣatrāṇi viyogāni na karmasthā dvijātayaḥ //

'Niemand wird sich, wenn das Ende des Zeitalters eingetreten ist, für einen 'Nicht-Dichter' halten; die Gestirne werden in Verwirrung sein, die Zweifachgeborenen nicht (mehr) in ihren (rituellen) Pflichten verharren.'

Wort für Wort
na kaścid akavir nāma yugānte samupasthite /
'Niemand wird sich, wenn das Ende des Zeitalters eingetreten ist, für einen Nicht-Dichter halten;'
nakṣatrāṇi viyogāni na karmasthā dvijātayaḥ //
'die Gestirne werden in Verwirrung sein, die Zweifachgeborenen nicht mehr in ihren rituellen Pflichten verharren.'

cauraprāyāś ca rājāno yugānte samupasthite / kuṇḍīvṛṣā naikṛtikāḥ surāpā brahmavādinaḥ //

'Und die Könige werden, wenn das Ende des Zeitalters eingetreten ist, größtenteils Diebe sein; betrügerische, weinsaufende (Männer), die vom Brahman reden.'

Wort für Wort
cauraprāyāś ca rājāno yugānte samupasthite /
'Und die Könige werden, wenn das Ende des Zeitalters eingetreten ist, größtenteils Diebe sein;'
kuṇḍīvṛṣā naikṛtikāḥ surāpā brahmavādinaḥ //
'betrügerische, weinsaufende Männer, die vom Brahman reden.'

[Anm.] 'kuṇḍīvṛṣāḥ' textlich unsicher/unklar; unübersetzt sinngemäß ausgelassen.

aśvamedhena yakṣyante yugānte dvijasattamāḥ / yājayiṣyanty ayājyāṃs tu tathābhakṣyasya bhakṣiṇaḥ //

'Am Ende des Zeitalters werden (unwürdige) Beste der Zweifachgeborenen mit dem Aśvamedha opfern (wollen); sie werden für Opferunwürdige das Opfer vollziehen, und ebenso Esser von Unessbarem sein.'

Wort für Wort
aśvamedhena yakṣyante yugānte dvijasattamāḥ /
'Am Ende des Zeitalters werden unwürdige Beste der Zweifachgeborenen mit dem Aśvamedha opfern wollen;'
yājayiṣyanty ayājyāṃs tu tathābhakṣyasya bhakṣiṇaḥ //
'sie werden für Opferunwürdige das Opfer vollziehen, und ebenso Esser von Unessbarem sein.'

brāhmaṇā dhanatṛṣṇārtā yugānte samupasthite / bhoḥśabdam abhidhāsyanti na ca kaścit paṭhiṣyati //

'Brahmanen, vom Durst nach Reichtum gequält, werden, wenn das Ende des Zeitalters eingetreten ist, nur (noch) das (rituelle) Wort 'Bhoḥ' aussprechen, doch niemand wird (die Schriften wirklich) rezitieren.'

Wort für Wort
brāhmaṇā dhanatṛṣṇārtā yugānte samupasthite /
'Brahmanen, vom Durst nach Reichtum gequält, werden, wenn das Ende des Zeitalters eingetreten ist,'
bhoḥśabdam abhidhāsyanti na ca kaścit paṭhiṣyati //
'nur noch das rituelle Wort Bhoḥ aussprechen, doch niemand wird die Schriften wirklich rezitieren.'

ekaśaṅkhās tathā nāryo gavedhukapinaddhakāḥ / nakṣatrāṇi vivarṇāni viparitā diśo daśa //

'Ebenso werden Frauen (nur) mit einer einzigen Muschel(-spange) und mit Gavedhuka-Gras umbunden sein; die Gestirne werden entfärbt sein, die zehn Himmelsrichtungen verkehrt.'

Wort für Wort
ekaśaṅkhās tathā nāryo gavedhukapinaddhakāḥ /
'Ebenso werden Frauen nur mit einer einzigen Muschelspange und mit Gavedhuka-Gras umbunden sein;'
nakṣatrāṇi vivarṇāni viparitā diśo daśa //
'die Gestirne werden entfärbt sein, die zehn Himmelsrichtungen verkehrt.'

[Anm.] Bildhafte Beschreibung textlich unsicher; sinngemäß übersetzt.

saṃdhyārāgo vidagdhāṅgo bhaviṣyati yugakṣaye / preṣayanti pitṝn putrā vadhūḥ śvaśrūḥ svakarmasu //

'Das Abendrot wird beim Niedergang des Zeitalters wie versengte Glieder erscheinen; Söhne werden ihre Väter, Schwiegertöchter ihre Schwiegermütter zu (niederen) Arbeiten für sich schicken.'

Wort für Wort
saṃdhyārāgo vidagdhāṅgo bhaviṣyati yugakṣaye /
'Das Abendrot wird beim Niedergang des Zeitalters wie versengte Glieder erscheinen;'
preṣayanti pitṝn putrā vadhūḥ śvaśrūḥ svakarmasu //
'Söhne werden ihre Väter, Schwiegertöchter ihre Schwiegermütter zu niederen Arbeiten für sich schicken.'

yugeṣv evaṃ nivatsyanti pramadāś ca narās tathā / akṛtvāgrāṇi bhokṣyanti dvijāś caivāhutāgnayaḥ //

'So werden Frauen und ebenso Männer durch die Zeitalter (hindurch) leben; sie werden essen, ohne (zuerst) die Erstlingsgaben dargebracht zu haben, und die Zweifachgeborenen werden ohne Feueropfer sein.'

Wort für Wort
yugeṣv evaṃ nivatsyanti pramadāś ca narās tathā /
'So werden Frauen und ebenso Männer durch die Zeitalter hindurch leben;'
akṛtvāgrāṇi bhokṣyanti dvijāś caivāhutāgnayaḥ //
'sie werden essen, ohne zuerst die Erstlingsgaben dargebracht zu haben, und die Zweifachgeborenen werden ohne Feueropfer sein.'

bhikṣāṃ balim adattvā ca bhokṣyanti puruṣāḥ svayam / vañcayitvā patīn suptān gamiṣyanti striyo 'nyataḥ //

'Männer werden selbst essen, ohne Almosen und Opfergabe gegeben zu haben; Frauen werden, ihre schlafenden Gatten täuschend, anderswohin (zu einem Geliebten) gehen.'

Wort für Wort
bhikṣāṃ balim adattvā ca bhokṣyanti puruṣāḥ svayam /
'Männer werden selbst essen, ohne Almosen und Opfergabe gegeben zu haben;'
vañcayitvā patīn suptān gamiṣyanti striyo 'nyataḥ //
'Frauen werden, ihre schlafenden Gatten täuschend, anderswohin gehen.'

na vyādhitān nāpy arūpān nodyatān nāpy asūyakān / kṛte na pratikartā ca yuge kṣīṇe bhaviṣyati //

'Weder für die Kranken, noch die Hässlichen, noch die Emsigen, noch die Missgünstigen (wird man Mitgefühl haben); und für eine erwiesene Wohltat wird es keinen Vergelter geben, wenn das Zeitalter dahingeschwunden ist.'

Wort für Wort
na vyādhitān nāpy arūpān nodyatān nāpy asūyakān /
'Weder für die Kranken, noch die Hässlichen, noch die Emsigen, noch die Missgünstigen wird man Mitgefühl haben;'
kṛte na pratikartā ca yuge kṣīṇe bhaviṣyati //
'und für eine erwiesene Wohltat wird es keinen Vergelter geben, wenn das Zeitalter dahingeschwunden ist.'

[Anm.] Vers elliptisch; sinngemäß ergänzt und übersetzt.

{munaya ūcuḥ:} evaṃ vilambite dharme mānuṣāḥ karapīḍitāḥ / kutra deśe nivatsyanti kimāhāravihāriṇaḥ //

Die Munis sprachen: 'Wenn der Dharma so ins Wanken geraten ist, in welchem Land werden die von Steuern bedrängten Menschen wohnen, und mit welcher Nahrung und welchem Zeitvertreib?'

Wort für Wort
{munaya ūcuḥ:} evaṃ vilambite dharme mānuṣāḥ karapīḍitāḥ /
Die Munis sprachen: 'Wenn der Dharma so ins Wanken geraten ist,'
kutra deśe nivatsyanti kimāhāravihāriṇaḥ //
'in welchem Land werden die von Steuern bedrängten Menschen wohnen, und mit welcher Nahrung und welchem Zeitvertreib?'

kiṃkarmāṇaḥ kimīhantaḥ kiṃpramāṇāḥ kimāyuṣaḥ / kāṃ ca kāṣṭhāṃ samāsādya prapatsyanti kṛtaṃ yugam //

'Welche Taten (werden sie vollbringen), wonach werden sie streben, welches Maß, welche Lebensspanne (werden sie haben)? Und welchen äußersten Punkt erreichend werden sie (schließlich wieder) zum Kṛtayuga gelangen?'

Wort für Wort
kiṃkarmāṇaḥ kimīhantaḥ kiṃpramāṇāḥ kimāyuṣaḥ /
'Welche Taten werden sie vollbringen, wonach werden sie streben, welches Maß, welche Lebensspanne werden sie haben?'
kāṃ ca kāṣṭhāṃ samāsādya prapatsyanti kṛtaṃ yugam //
'Und welchen äußersten Punkt erreichend werden sie schließlich wieder zum Kṛtayuga gelangen?'

{vyāsa uvāca:} ata ūrdhvaṃ cyute dharme guṇahīnāḥ prajās tathā / śīlavyasanam āsādya prāpsyanti hrāsam āyuṣaḥ //

Vyāsa sprach: 'Von da an, wenn der Dharma gefallen ist, werden die Untertanen, der guten Eigenschaften bar, in das Laster des Charakters geraten und eine Minderung der Lebensspanne erfahren.'

Wort für Wort
{vyāsa uvāca:} ata ūrdhvaṃ cyute dharme guṇahīnāḥ prajās tathā /
Vyāsa sprach: 'Von da an, wenn der Dharma gefallen ist, werden die Untertanen, der guten Eigenschaften bar,'
śīlavyasanam āsādya prāpsyanti hrāsam āyuṣaḥ //
'in das Laster des Charakters geraten und eine Minderung der Lebensspanne erfahren.'

āyurhānyā balagnānir balagnānyā vivarṇatā / vaivarṇyād vyādhisaṃpīḍā nirvedo vyādhipīḍanāt //

'Aus dem Schwinden der Lebensspanne (kommt) Schwinden der Kraft; aus dem Schwinden der Kraft (kommt) Verfärbung; aus der Verfärbung Bedrängnis durch Krankheit; aus der Bedrängnis durch Krankheit (kommt) Weltüberdruss.'

Wort für Wort
āyurhānyā balagnānir balagnānyā vivarṇatā /
'Aus dem Schwinden der Lebensspanne kommt Schwinden der Kraft; aus dem Schwinden der Kraft Verfärbung;'
vaivarṇyād vyādhisaṃpīḍā nirvedo vyādhipīḍanāt //
'aus der Verfärbung Bedrängnis durch Krankheit; aus der Bedrängnis durch Krankheit kommt Weltüberdruss.'

nirvedād ātmasaṃbodhaḥ saṃbodhād dharmaśīlatā / evaṃ gatvā parāṃ kāṣṭhāṃ prapatsyanti kṛtaṃ yugam //

'Aus dem Weltüberdruss (kommt) Selbsterkenntnis; aus der Erkenntnis (kommt) Rechtschaffenheit des Charakters. So, zum äußersten Punkt gelangt, werden sie (wieder) zum Kṛtayuga gelangen.'

Wort für Wort
nirvedād ātmasaṃbodhaḥ saṃbodhād dharmaśīlatā /
'Aus dem Weltüberdruss kommt Selbsterkenntnis; aus der Erkenntnis kommt Rechtschaffenheit des Charakters.'
evaṃ gatvā parāṃ kāṣṭhāṃ prapatsyanti kṛtaṃ yugam //
'So, zum äußersten Punkt gelangt, werden sie wieder zum Kṛtayuga gelangen.'

uddeśato dharmaśīlāḥ kecin madhyasthatāṃ gatāḥ / kiṃdharmaśīlāḥ kecit tu kecid atra kutūhalāḥ //

'Manche sind in gewisser Hinsicht rechtschaffenen Charakters, manche zur Neutralität gelangt; manche wiederum sind von zweifelhaftem Charakter, und manche sind hier (nur) neugierig.'

Wort für Wort
uddeśato dharmaśīlāḥ kecin madhyasthatāṃ gatāḥ /
'Manche sind in gewisser Hinsicht rechtschaffenen Charakters, manche zur Neutralität gelangt;'
kiṃdharmaśīlāḥ kecit tu kecid atra kutūhalāḥ //
'manche wiederum sind von zweifelhaftem Charakter, und manche sind hier nur neugierig.'

pratyakṣam anumānaṃ ca pramāṇam iti niścitāḥ / apramāṇaṃ kariṣyanti sarvam ity apare janāḥ //

'Manche sind überzeugt, dass (nur) unmittelbare Wahrnehmung und Schlussfolgerung gültige Erkenntnismittel seien; andere Leute werden alles für ungültig erklären.'

Wort für Wort
pratyakṣam anumānaṃ ca pramāṇam iti niścitāḥ /
'Manche sind überzeugt, dass nur unmittelbare Wahrnehmung und Schlussfolgerung gültige Erkenntnismittel seien;'
apramāṇaṃ kariṣyanti sarvam ity apare janāḥ //
'andere Leute werden alles für ungültig erklären.'

nāstikyaparatāś cāpi kecid dharmavilopakāḥ / bhaviṣyanti narā mūḍhā dvijāḥ paṇḍitamāninaḥ //

'Und manche, dem Nichtglauben ergeben, Zerstörer des Dharma — solche törichten Männer, Zweifachgeborene, die sich für gelehrt halten, wird es geben.'

Wort für Wort
nāstikyaparatāś cāpi kecid dharmavilopakāḥ /
'Und manche, dem Nichtglauben ergeben, Zerstörer des Dharma —'
bhaviṣyanti narā mūḍhā dvijāḥ paṇḍitamāninaḥ //
'solche törichten Männer, Zweifachgeborene, die sich für gelehrt halten, wird es geben.'

tadātvamātraśraddheyā śāstrajñānabahiṣkṛtāḥ / dāmbhikās te bhaviṣyanti narā jñānavilopitāḥ //

'Nur für den Augenblick glaubwürdig, aus dem Wissen der Schrift ausgeschlossen — heuchlerisch werden solche Männer sein, deren (wahre) Erkenntnis ausgelöscht ist.'

Wort für Wort
tadātvamātraśraddheyā śāstrajñānabahiṣkṛtāḥ /
'Nur für den Augenblick glaubwürdig, aus dem Wissen der Schrift ausgeschlossen —'
dāmbhikās te bhaviṣyanti narā jñānavilopitāḥ //
'heuchlerisch werden solche Männer sein, deren wahre Erkenntnis ausgelöscht ist.'

tathā vilulite dharme janāḥ śreṣṭhapuraskṛtāḥ / śubhān samācariṣyanti dānaśīlaparāyaṇāḥ //

'Doch auch wenn der Dharma so erschüttert ist, werden (manche) Leute, das Vortreffliche voranstellend, dem Geben und der guten Sitte ergeben, Rechtes vollbringen.'

Wort für Wort
tathā vilulite dharme janāḥ śreṣṭhapuraskṛtāḥ /
'Doch auch wenn der Dharma so erschüttert ist, werden manche Leute, das Vortreffliche voranstellend,'
śubhān samācariṣyanti dānaśīlaparāyaṇāḥ //
'dem Geben und der guten Sitte ergeben, Rechtes vollbringen.'

sarvabhakṣāḥ svayaṃguptā nirghṛṇā nirapatrapāḥ / bhaviṣyanti tadā loke tat kaṣāyasya lakṣaṇam //

'Alles essend, nur um sich selbst besorgt, mitleidlos, schamlos — so werden (die Menschen) dann in der Welt sein; das ist das Kennzeichen der 'Kaṣāya' (Übergangs-/Trübungszeit).'

Wort für Wort
sarvabhakṣāḥ svayaṃguptā nirghṛṇā nirapatrapāḥ /
'Alles essend, nur um sich selbst besorgt, mitleidlos, schamlos —'
bhaviṣyanti tadā loke tat kaṣāyasya lakṣaṇam //
'so werden sie dann in der Welt sein; das ist das Kennzeichen der Kaṣāya.'

[Anm.] 'Kaṣāya' ('Bodensatz/Trübung') bezeichnet hier eine technische Zwischenphase des Übergangs am Ende des Zeitalters.

kaṣāyopaplave kāle jñānaniṣṭhāpraṇāśane / siddhim alpena kālena prāpsyanti nirupaskṛtāḥ //

'In der Zeit der Kaṣāya-Wirren, wenn die Grundlage des Wissens vernichtet wird, werden (dennoch manche) schmucklose/unprätentiöse (Menschen) in kurzer Zeit die Vollendung erlangen.'

Wort für Wort
kaṣāyopaplave kāle jñānaniṣṭhāpraṇāśane /
'In der Zeit der Kaṣāya-Wirren, wenn die Grundlage des Wissens vernichtet wird,'
siddhim alpena kālena prāpsyanti nirupaskṛtāḥ //
'werden dennoch manche schmucklose Menschen in kurzer Zeit die Vollendung erlangen.'

viprāṇāṃ śāśvatīṃ vṛttiṃ yadā varṇāvare janāḥ / saṃśrayiṣyanti bho viprās tat kaṣāyasya lakṣaṇam //

'Wenn Menschen niederer Kaste den ewigen/hergebrachten Lebenserwerb der Brahmanen an sich reißen, o Brahmanen — das ist das Kennzeichen der Kaṣāya.'

Wort für Wort
viprāṇāṃ śāśvatīṃ vṛttiṃ yadā varṇāvare janāḥ /
'Wenn Menschen niederer Kaste den ewigen Lebenserwerb der Brahmanen an sich reißen, o Brahmanen —'
saṃśrayiṣyanti bho viprās tat kaṣāyasya lakṣaṇam //
'das ist das Kennzeichen der Kaṣāya.'

mahāyuddhaṃ mahāvarṣaṃ mahāvātaṃ mahātapaḥ / bhaviṣyati yuge kṣīṇe tat kaṣāyasya lakṣaṇam //

'Großer Krieg, großer Regen, großer Sturm, große Hitze wird eintreten, wenn das Zeitalter dahingeschwunden ist; das ist das Kennzeichen der Kaṣāya.'

Wort für Wort
mahāyuddhaṃ mahāvarṣaṃ mahāvātaṃ mahātapaḥ /
'Großer Krieg, großer Regen, großer Sturm, große Hitze'
bhaviṣyati yuge kṣīṇe tat kaṣāyasya lakṣaṇam //
'wird eintreten, wenn das Zeitalter dahingeschwunden ist; das ist das Kennzeichen der Kaṣāya.'

viprarūpeṇa yakṣāṃsi rājānaḥ karṇavedinaḥ / pṛthivīm upabhokṣyanti yugānte samupasthite //

'Yakṣas/Dämonen in Brahmanengestalt, und Könige, die (üblen) Ohrenflüstereien Gehör schenken, werden die Erde ausbeuten, wenn das Ende des Zeitalters eingetreten ist.'

Wort für Wort
viprarūpeṇa yakṣāṃsi rājānaḥ karṇavedinaḥ /
'Yakṣas/Dämonen in Brahmanengestalt, und Könige, die üblen Ohrenflüstereien Gehör schenken,'
pṛthivīm upabhokṣyanti yugānte samupasthite //
'werden die Erde ausbeuten, wenn das Ende des Zeitalters eingetreten ist.'

[Anm.] 'karṇavedinaḥ' ('Ohren-Durchbohrer/-Kenner') textlich unsicher; sinngemäß als 'Verleumdung Gehör schenkend' gedeutet.

niḥsvādhyāyavaṣaṭkārāḥ kunetāro 'bhimāninaḥ / kravyādā brahmarūpeṇa sarvabhakṣyā vṛthāvratāḥ //

'Ohne Vedastudium und den Ruf 'Vaṣaṭ', schlechte, dünkelhafte Anführer; Fleischfresser in Brahmanengestalt, alles essend, mit nichtigen Gelübden.'

Wort für Wort
niḥsvādhyāyavaṣaṭkārāḥ kunetāro 'bhimāninaḥ /
'Ohne Vedastudium und den Ruf Vaṣaṭ, schlechte, dünkelhafte Anführer;'
kravyādā brahmarūpeṇa sarvabhakṣyā vṛthāvratāḥ //
'Fleischfresser in Brahmanengestalt, alles essend, mit nichtigen Gelübden.'

mūrkhāś cārthaparā lubdhāḥ kṣudrāḥ kṣudraparicchadāḥ / vyavahāropavṛttāś ca cyutā dharmāś ca śāśvatāt //

'Töricht, auf Reichtum bedacht, gierig, niederträchtig, mit niederträchtigem Gefolge; nur mit (weltlichen) Geschäften befasst, und vom ewigen Dharma abgefallen.'

Wort für Wort
mūrkhāś cārthaparā lubdhāḥ kṣudrāḥ kṣudraparicchadāḥ /
'Töricht, auf Reichtum bedacht, gierig, niederträchtig, mit niederträchtigem Gefolge;'
vyavahāropavṛttāś ca cyutā dharmāś ca śāśvatāt //
'nur mit weltlichen Geschäften befasst, und vom ewigen Dharma abgefallen.'

hartāraḥ pararatnānāṃ paradārapradharṣakāḥ / kāmātmāno durātmānaḥ sopadhāḥ priyasāhasāḥ //

'Räuber fremder Kleinodien, Schänder fremder Ehefrauen; von Lust beherrscht, bösen Geistes, hinterlistig, der Gewalt zugetan.'

Wort für Wort
hartāraḥ pararatnānāṃ paradārapradharṣakāḥ /
'Räuber fremder Kleinodien, Schänder fremder Ehefrauen;'
kāmātmāno durātmānaḥ sopadhāḥ priyasāhasāḥ //
'von Lust beherrscht, bösen Geistes, hinterlistig, der Gewalt zugetan.'

teṣu prabhavamāṇeṣu janeṣv api ca sarvaśaḥ / abhāvino bhaviṣyanti munayo bahurūpiṇaḥ //

'Während solche Menschen überall zur Macht gelangen, werden dennoch Weise von vielfältiger Gestalt entstehen, obwohl (ihre Existenz) unwahrscheinlich scheint.'

Wort für Wort
teṣu prabhavamāṇeṣu janeṣv api ca sarvaśaḥ /
'Während solche Menschen überall zur Macht gelangen,'
abhāvino bhaviṣyanti munayo bahurūpiṇaḥ //
'werden dennoch Weise von vielfältiger Gestalt entstehen, obwohl ihre Existenz unwahrscheinlich scheint.'

[Anm.] 'abhāvinaḥ' ('nicht (zu erwarten) seiend') paradox gebraucht; sinngemäß als Hinweis auf unerwartetes, verborgenes Fortbestehen der Weisen gedeutet.

kalau yuge samutpannāḥ pradhānapuruṣāś ca ye / kathāyogena tān sarvān pūjayiṣyanti mānavāḥ //

'Und jene bedeutenden Männer, die im Kali-Zeitalter entstehen — die Menschen werden sie alle nur (noch) durch (das Erzählen von) Legenden verehren.'

Wort für Wort
kalau yuge samutpannāḥ pradhānapuruṣāś ca ye /
'Und jene bedeutenden Männer, die im Kali-Zeitalter entstehen —'
kathāyogena tān sarvān pūjayiṣyanti mānavāḥ //
'die Menschen werden sie alle nur noch durch das Erzählen von Legenden verehren.'

[Anm.] Sinngemäß: wahre Verehrung wird nur noch in Geschichten fortleben, nicht in tatsächlicher Unterstützung.

sasyacaurā bhaviṣyanti tathā cailāpahāriṇaḥ / bhokṣyabhojyaharāś caiva karaṇḍānāṃ ca hāriṇaḥ //

'Es wird Diebe der Feldfrüchte geben, ebenso Räuber von Kleidung, und ebenso Räuber von Speise und Nahrung, und Diebe von Körben/Behältnissen.'

Wort für Wort
sasyacaurā bhaviṣyanti tathā cailāpahāriṇaḥ /
'Es wird Diebe der Feldfrüchte geben, ebenso Räuber von Kleidung,'
bhokṣyabhojyaharāś caiva karaṇḍānāṃ ca hāriṇaḥ //
'und ebenso Räuber von Speise und Nahrung, und Diebe von Körben.'

caurāś caurasya hartāro hantā hantur bhaviṣyati / cauraiś caurakṣaye cāpi kṛte kṣemaṃ bhaviṣyati //

'Diebe werden (andere) Diebe berauben; es wird einen Töter des Töters geben; und selbst wenn durch Diebe die Vernichtung (anderer) Diebe herbeigeführt wird, wird (danach) Sicherheit herrschen.'

Wort für Wort
caurāś caurasya hartāro hantā hantur bhaviṣyati /
'Diebe werden andere Diebe berauben; es wird einen Töter des Töters geben;'
cauraiś caurakṣaye cāpi kṛte kṣemaṃ bhaviṣyati //
'und selbst wenn durch Diebe die Vernichtung anderer Diebe herbeigeführt wird, wird danach Sicherheit herrschen.'

niḥsāre kṣubhite kāle niṣkriye saṃvyavasthite / narā vanaṃ śrayiṣyanti karabhāraprapīḍitāḥ //

'Wenn die Zeit wertlos, aufgewühlt, untätig und (dennoch) fest eingerichtet geworden ist, werden die Menschen, von der Last der Steuern bedrängt, den Wald aufsuchen.'

Wort für Wort
niḥsāre kṣubhite kāle niṣkriye saṃvyavasthite /
'Wenn die Zeit wertlos, aufgewühlt, untätig und dennoch fest eingerichtet geworden ist,'
narā vanaṃ śrayiṣyanti karabhāraprapīḍitāḥ //
'werden die Menschen, von der Last der Steuern bedrängt, den Wald aufsuchen.'

yajñakarmaṇy uparate rakṣāṃsi śvāpadāni ca / kīṭamūṣikasarpāś ca dharṣayiṣyanti mānavān //

'Wenn die Opferhandlung zum Erliegen gekommen ist, werden Rākṣasas und Raubtiere, und Insekten, Ratten und Schlangen die Menschen bedrängen.'

Wort für Wort
yajñakarmaṇy uparate rakṣāṃsi śvāpadāni ca /
'Wenn die Opferhandlung zum Erliegen gekommen ist, werden Rākṣasas und Raubtiere,'
kīṭamūṣikasarpāś ca dharṣayiṣyanti mānavān //
'und Insekten, Ratten und Schlangen die Menschen bedrängen.'

kṣemaṃ subhikṣam ārogyaṃ sāmagryaṃ caiva bandhuṣu / uddeśeṣu narāḥ śreṣṭhā bhaviṣyanti yugakṣaye //

'Sicherheit, reichlich Nahrung, Gesundheit und Eintracht unter den Verwandten — nur an (vereinzelten) Orten werden die besten Menschen dies (noch) haben, beim Niedergang des Zeitalters.'

Wort für Wort
kṣemaṃ subhikṣam ārogyaṃ sāmagryaṃ caiva bandhuṣu /
'Sicherheit, reichlich Nahrung, Gesundheit und Eintracht unter den Verwandten —'
uddeśeṣu narāḥ śreṣṭhā bhaviṣyanti yugakṣaye //
'nur an vereinzelten Orten werden die besten Menschen dies noch haben, beim Niedergang des Zeitalters.'

svayaṃpālāḥ svayaṃ caurāḥ plavasaṃbhārasaṃbhṛtāḥ / maṇḍalaiḥ saṃbhaviṣyanti deśe deśe pṛthak pṛthak //

'Selbsternannte Beschützer, selbsternannte Diebe, mit Flößen und Vorräten ausgestattet, werden in Banden auftreten, in jedem Land für sich gesondert.'

Wort für Wort
svayaṃpālāḥ svayaṃ caurāḥ plavasaṃbhārasaṃbhṛtāḥ /
'Selbsternannte Beschützer, selbsternannte Diebe, mit Flößen und Vorräten ausgestattet,'
maṇḍalaiḥ saṃbhaviṣyanti deśe deśe pṛthak pṛthak //
'werden in Banden auftreten, in jedem Land für sich gesondert.'

svadeśebhyaḥ paribhraṣṭā niḥsārāḥ saha bandhubhiḥ / narāḥ sarve bhaviṣyanti tadā kālaparikṣayāt //

'Aus ihren eigenen Ländern vertrieben, mittellos, samt ihren Verwandten — alle Menschen werden dann so sein, durch die völlige Erschöpfung der Zeit.'

Wort für Wort
svadeśebhyaḥ paribhraṣṭā niḥsārāḥ saha bandhubhiḥ /
'Aus ihren eigenen Ländern vertrieben, mittellos, samt ihren Verwandten —'
narāḥ sarve bhaviṣyanti tadā kālaparikṣayāt //
'alle Menschen werden dann so sein, durch die völlige Erschöpfung der Zeit.'

tataḥ sarve samādāya kumārān pradrutā bhayāt / kauśikīṃ saṃtariṣyanti narāḥ kṣudbhayapīḍitāḥ //

'Dann werden alle, ihre Kinder mitnehmend, aus Furcht davonlaufend, von Hungersfurcht gequält, den (Fluss) Kauśikī überqueren.'

Wort für Wort
tataḥ sarve samādāya kumārān pradrutā bhayāt /
'Dann werden alle, ihre Kinder mitnehmend, aus Furcht davonlaufend,'
kauśikīṃ saṃtariṣyanti narāḥ kṣudbhayapīḍitāḥ //
'von Hungersfurcht gequält, den Fluss Kauśikī überqueren.'

aṅgān vaṅgān kaliṅgāṃś ca kāśmīrān atha kośalān / ṛṣikāntagiridroṇīḥ saṃśrayiṣyanti mānavāḥ //

'Die Menschen werden Zuflucht suchen in Aṅga, Vaṅga und Kaliṅga, in Kāśmīra und Kośala, und in den Bergtälern am Rand des Landes der Ṛṣikas.'

Wort für Wort
aṅgān vaṅgān kaliṅgāṃś ca kāśmīrān atha kośalān /
'Die Menschen werden Zuflucht suchen in Aṅga, Vaṅga und Kaliṅga, in Kāśmīra und Kośala,'
ṛṣikāntagiridroṇīḥ saṃśrayiṣyanti mānavāḥ //
'und in den Bergtälern am Rand des Landes der Ṛṣikas.'

kṛtsnaṃ ca himavatpārśvaṃ kūlaṃ ca lavaṇāmbhasaḥ / vividhaṃ jīrṇapattraṃ ca valkalāny ajināni ca //

'Und die gesamte Flanke des Himavat, und das Ufer des Salzmeeres; mancherlei welke Blätter, und Rindenkleider und Tierhäute —'

Wort für Wort
kṛtsnaṃ ca himavatpārśvaṃ kūlaṃ ca lavaṇāmbhasaḥ /
'Und die gesamte Flanke des Himavat, und das Ufer des Salzmeeres;'
vividhaṃ jīrṇapattraṃ ca valkalāny ajināni ca //
'mancherlei welke Blätter, und Rindenkleider und Tierhäute —'

svayaṃ kṛtvā nivatsyanti tasmin bhūte yugakṣaye / araṇyeṣu ca vatsyanti narā mlecchagaṇaiḥ saha //

'diese selbst herstellend, werden sie (dort) wohnen, wenn jener Niedergang des Zeitalters eingetreten ist; und die Menschen werden in den Wäldern zusammen mit Scharen von Mlecchas wohnen.'

Wort für Wort
svayaṃ kṛtvā nivatsyanti tasmin bhūte yugakṣaye /
'diese selbst herstellend, werden sie dort wohnen, wenn jener Niedergang des Zeitalters eingetreten ist;'
araṇyeṣu ca vatsyanti narā mlecchagaṇaiḥ saha //
'und die Menschen werden in den Wäldern zusammen mit Scharen von Mlecchas wohnen.'

naiva śūnyā navāraṇyā bhaviṣyati vasuṃdharā / agoptāraś ca goptāro bhaviṣyanti narādhipāḥ //

'Die Erde wird nicht leer sein, (nur) voller neuer Wälder; und die Herrscher, obwohl Nicht-Beschützer, werden (dennoch dem Namen nach) als Beschützer gelten.'

Wort für Wort
naiva śūnyā navāraṇyā bhaviṣyati vasuṃdharā /
'Die Erde wird nicht leer sein, nur voller neuer Wälder;'
agoptāraś ca goptāro bhaviṣyanti narādhipāḥ //
'und die Herrscher, obwohl Nicht-Beschützer, werden dennoch dem Namen nach als Beschützer gelten.'

mṛgair matsyair vihaṃgaiś ca śvāpadaiḥ sarpakīṭakaiḥ / madhuśākaphalair mūlair vartayiṣyanti mānavāḥ //

'Von Wild, Fischen und Vögeln, von Raubtieren, Schlangen und Insekten, von Honig, Gemüse, Früchten und Wurzeln werden sich die Menschen ernähren.'

Wort für Wort
mṛgair matsyair vihaṃgaiś ca śvāpadaiḥ sarpakīṭakaiḥ /
'Von Wild, Fischen und Vögeln, von Raubtieren, Schlangen und Insekten,'
madhuśākaphalair mūlair vartayiṣyanti mānavāḥ //
'von Honig, Gemüse, Früchten und Wurzeln werden sich die Menschen ernähren.'

śīrṇaparṇaphalāhārā valkalāny ajināni ca / svayaṃ kṛtvā nivatsyanti yathā munijanas tathā //

'Von welken Blättern und Früchten sich nährend, und Rindenkleider und Tierhäute selbst herstellend, werden sie leben, geradeso wie Asketenvolk.'

Wort für Wort
śīrṇaparṇaphalāhārā valkalāny ajināni ca /
'Von welken Blättern und Früchten sich nährend, und Rindenkleider und Tierhäute'
svayaṃ kṛtvā nivatsyanti yathā munijanas tathā //
'selbst herstellend, werden sie leben, geradeso wie Asketenvolk.'

bījānām akṛtasnehā āhatāḥ kāṣṭhaśaṅkubhiḥ / ajaiḍakaṃ kharoṣṭraṃ ca pālayiṣyanti nityaśaḥ //

'Ohne Sorgfalt für Samen, von hölzernen Stachelstöcken getrieben, werden sie ständig Ziegen, Schafe, Esel und Kamele hüten.'

Wort für Wort
bījānām akṛtasnehā āhatāḥ kāṣṭhaśaṅkubhiḥ /
'Ohne Sorgfalt für Samen, von hölzernen Stachelstöcken getrieben,'
ajaiḍakaṃ kharoṣṭraṃ ca pālayiṣyanti nityaśaḥ //
'werden sie ständig Ziegen, Schafe, Esel und Kamele hüten.'

nadīsrotāṃsi rotsyanti toyārthaṃ kūlam āśritāḥ / pakvānnavyavahāreṇa vipaṇantaḥ parasparam //

'Sie werden Flussströme aufstauen, um des Wassers willen an den Ufern Zuflucht suchend, indem sie durch den Tausch gekochter Speisen miteinander Handel treiben.'

Wort für Wort
nadīsrotāṃsi rotsyanti toyārthaṃ kūlam āśritāḥ /
'Sie werden Flussströme aufstauen, um des Wassers willen an den Ufern Zuflucht suchend,'
pakvānnavyavahāreṇa vipaṇantaḥ parasparam //
'indem sie durch den Tausch gekochter Speisen miteinander Handel treiben.'

tanūruhair yathājātaiḥ samalāntarasaṃbhṛtaiḥ / bahvapatyāḥ prajāhīnāḥ kulaśīlavivarjitāḥ //

'Mit Körperhaar, wie es von Natur aus wächst, innerlich von Unrat durchsetzt — mit vielen Nachkommen, doch (wahrer) Nachkommenschaft bar, ohne Sippe und Charakter.'

Wort für Wort
tanūruhair yathājātaiḥ samalāntarasaṃbhṛtaiḥ /
'Mit Körperhaar, wie es von Natur aus wächst, innerlich von Unrat durchsetzt —'
bahvapatyāḥ prajāhīnāḥ kulaśīlavivarjitāḥ //
'mit vielen Nachkommen, doch wahrer Nachkommenschaft bar, ohne Sippe und Charakter.'

[Anm.] Vers sinngemäß übersetzt.

evaṃ bhaviṣyanti tadā narāś cādharmajīvinaḥ / hīnā hīnaṃ tathā dharmaṃ prajā samanuvatsyati //

'So werden die Menschen dann unrechtmäßig leben; niedrig, wird die Untertanenschaft ebenso einem niedrigen Dharma folgen.'

Wort für Wort
evaṃ bhaviṣyanti tadā narāś cādharmajīvinaḥ /
'So werden die Menschen dann unrechtmäßig leben;'
hīnā hīnaṃ tathā dharmaṃ prajā samanuvatsyati //
'niedrig, wird die Untertanenschaft ebenso einem niedrigen Dharma folgen.'

āyus tatra ca martyānāṃ paraṃ triṃśad bhaviṣyati / durbalā viṣayaglānā jarāśokair abhiplutāḥ //

'Und die Lebensspanne der Sterblichen wird dort höchstens dreißig (Jahre) betragen; schwach, von den Sinnesobjekten erschöpft, von Alter und Kummer überflutet.'

Wort für Wort
āyus tatra ca martyānāṃ paraṃ triṃśad bhaviṣyati /
'Und die Lebensspanne der Sterblichen wird dort höchstens dreißig Jahre betragen;'
durbalā viṣayaglānā jarāśokair abhiplutāḥ //
'schwach, von den Sinnesobjekten erschöpft, von Alter und Kummer überflutet.'

bhaviṣyanti tadā teṣāṃ rogair indriyasaṃkṣayaḥ / āyuḥpratyayasaṃrodhād viṣayād uparaṃsyate //

'Dann wird für sie durch Krankheiten die Zerstörung der Sinne eintreten; durch die Unterbrechung der Bedingung des (weiteren) Lebens werden sie von den Sinnesobjekten ablassen.'

Wort für Wort
bhaviṣyanti tadā teṣāṃ rogair indriyasaṃkṣayaḥ /
'Dann wird für sie durch Krankheiten die Zerstörung der Sinne eintreten;'
āyuḥpratyayasaṃrodhād viṣayād uparaṃsyate //
'durch die Unterbrechung der Bedingung des weiteren Lebens werden sie von den Sinnesobjekten ablassen.'

śuśrūṣavo bhaviṣyanti sādhūnāṃ darśane ratāḥ / satyaṃ ca pratipatsyanti vyavahāropasaṃkṣayāt //

'Sie werden lernbereit werden, am Anblick der Guten Freude finden; und, durch das Schwinden (weltlicher) Geschäfte, werden sie sich der Wahrheit zuwenden.'

Wort für Wort
śuśrūṣavo bhaviṣyanti sādhūnāṃ darśane ratāḥ /
'Sie werden lernbereit werden, am Anblick der Guten Freude finden;'
satyaṃ ca pratipatsyanti vyavahāropasaṃkṣayāt //
'und, durch das Schwinden weltlicher Geschäfte, werden sie sich der Wahrheit zuwenden.'

bhaviṣyanti ca kāmānām alābhād dharmaśīlinaḥ / kariṣyanti ca saṃskāraṃ svayaṃ ca kṣayapīḍitāḥ //

'Und durch das Nichterlangen ihrer Wünsche werden sie von rechtschaffenem Charakter werden; und, vom Verfall gequält, werden sie selbst die (rechten) Reinigungsriten vollziehen.'

Wort für Wort
bhaviṣyanti ca kāmānām alābhād dharmaśīlinaḥ /
'Und durch das Nichterlangen ihrer Wünsche werden sie von rechtschaffenem Charakter werden;'
kariṣyanti ca saṃskāraṃ svayaṃ ca kṣayapīḍitāḥ //
'und, vom Verfall gequält, werden sie selbst die rechten Reinigungsriten vollziehen.'

evaṃ śuśrūṣavo dāne satye prāṇyabhirakṣaṇe / tataḥ pādapravṛtte tu dharme śreyo nipatsyate //

'So, dem Geben, der Wahrheit und dem Schutz der Lebewesen zugeneigt — wenn dann der Dharma (auch nur) zu einem Viertel wieder in Gang gesetzt ist, wird ihnen das höchste Heil zuteilwerden.'

Wort für Wort
evaṃ śuśrūṣavo dāne satye prāṇyabhirakṣaṇe /
'So, dem Geben, der Wahrheit und dem Schutz der Lebewesen zugeneigt —'
tataḥ pādapravṛtte tu dharme śreyo nipatsyate //
'wenn dann der Dharma auch nur zu einem Viertel wieder in Gang gesetzt ist, wird ihnen das höchste Heil zuteilwerden.'

teṣāṃ labdhānumānānāṃ guṇeṣu parivartatām / svādu kiṃ tv iti vijñāya dharma eva ca dṛśyate //

'Für sie, die (so allmählich zur rechten) Einsicht gelangt sind, sich (wieder) den (guten) Eigenschaften zuwendend, erweist sich, nachdem sie erkannt haben, 'was denn (wirklich) wohltuend ist', eben der Dharma als (die Antwort).'

Wort für Wort
teṣāṃ labdhānumānānāṃ guṇeṣu parivartatām /
'Für sie, die so allmählich zur rechten Einsicht gelangt sind, sich wieder den guten Eigenschaften zuwendend,'
svādu kiṃ tv iti vijñāya dharma eva ca dṛśyate //
'erweist sich, nachdem sie erkannt haben, was denn wirklich wohltuend ist, eben der Dharma als die Antwort.'

[Anm.] Vers syntaktisch verdichtet; sinngemäß übersetzt.

yathā hānikramaṃ prāptās tathā ṛddhikramaṃ gatāḥ / pragṛhīte tato dharme prapaśyanti kṛtaṃ yugam //

'So wie sie den Verlauf des Niedergangs erreicht hatten, so gelangen sie (nun) auf den Verlauf des Aufstiegs; wenn der Dharma so wiederaufgenommen ist, erblicken sie das Kṛtayuga.'

Wort für Wort
yathā hānikramaṃ prāptās tathā ṛddhikramaṃ gatāḥ /
'So wie sie den Verlauf des Niedergangs erreicht hatten, so gelangen sie nun auf den Verlauf des Aufstiegs;'
pragṛhīte tato dharme prapaśyanti kṛtaṃ yugam //
'wenn der Dharma so wiederaufgenommen ist, erblicken sie das Kṛtayuga.'

sādhuvṛttiḥ kṛtayuge kaṣāye hānir ucyate / eka eva tu kālo 'yaṃ hīnavarṇo yathā śaśī //

'Rechtschaffener Wandel (herrscht) im Kṛtayuga, in der Kaṣāya spricht man von Niedergang; doch es ist ein und dieselbe Zeit — wie der Mond, obgleich seiner Farbe/Fülle beraubt.'

Wort für Wort
sādhuvṛttiḥ kṛtayuge kaṣāye hānir ucyate /
'Rechtschaffener Wandel herrscht im Kṛtayuga, in der Kaṣāya spricht man von Niedergang;'
eka eva tu kālo 'yaṃ hīnavarṇo yathā śaśī //
'doch es ist ein und dieselbe Zeit — wie der Mond, obgleich seiner Farbe/Fülle beraubt.'

channaś ca tamasā somo yathā kaliyugaṃ tathā / muktaś ca tamasā soma evaṃ kṛtayugaṃ ca tat //

'Wie der Mond, von Dunkel verhüllt — so ist das Kali-Zeitalter; und wie der Mond, von Dunkel befreit — ebenso ist jenes Kṛtayuga.'

Wort für Wort
channaś ca tamasā somo yathā kaliyugaṃ tathā /
'Wie der Mond, von Dunkel verhüllt — so ist das Kali-Zeitalter;'
muktaś ca tamasā soma evaṃ kṛtayugaṃ ca tat //
'und wie der Mond, von Dunkel befreit — ebenso ist jenes Kṛtayuga.'

[Anm.] Bildhafter Vergleich: Kali und Kṛta als Phasen ein und desselben zyklischen Mondes, nicht als grundverschiedene Zeitalter.

arthavādaḥ paraṃ brahma vedārtha iti taṃ viduḥ / aviviktam avijñātaṃ dāyādyam iha dhāryate //

'Die erklärende Lobrede (Arthavāda) — man kennt sie als 'das höchste Brahman, den Sinn des Veda'; ununterschieden und unerkannt wird sie hier als Erbgut bewahrt.'

Wort für Wort
arthavādaḥ paraṃ brahma vedārtha iti taṃ viduḥ /
'Die erklärende Lobrede — man kennt sie als das höchste Brahman, den Sinn des Veda;'
aviviktam avijñātaṃ dāyādyam iha dhāryate //
'ununterschieden und unerkannt wird sie hier als Erbgut bewahrt.'

[Anm.] Technischer, mīmāṃsā-nahe Ausspruch; textlich und inhaltlich unsicher, sinngemäß übersetzt.

iṣṭavādas tapo nāma tapo hi sthavirīkṛtaḥ / guṇaiḥ karmābhinirvṛttir guṇāḥ śudhyanti karmaṇā //

'Die Lehre vom Erwünschten heißt Askese, denn die Askese ist (zu bloßer) Überlieferung geworden; durch die (angeborenen) Eigenschaften vollzieht sich die Tat, und die Eigenschaften werden durch die Tat gereinigt.'

Wort für Wort
iṣṭavādas tapo nāma tapo hi sthavirīkṛtaḥ /
'Die Lehre vom Erwünschten heißt Askese, denn die Askese ist zu bloßer Überlieferung geworden;'
guṇaiḥ karmābhinirvṛttir guṇāḥ śudhyanti karmaṇā //
'durch die angeborenen Eigenschaften vollzieht sich die Tat, und die Eigenschaften werden durch die Tat gereinigt.'

[Anm.] Sehr knapper, technischer Ausspruch; textlich unsicher, sinngemäß übersetzt.

āśīs tu puruṣaṃ dṛṣṭvā deśakālānuvartinī / yuge yuge yathākālam ṛṣibhiḥ samudāhṛtā //

'Der Segensspruch aber, mit Rücksicht auf die Person, richtet sich nach Ort und Zeit; er ist von den Weisen in jedem Zeitalter, dem jeweiligen Zeitpunkt entsprechend, verkündet worden.'

Wort für Wort
āśīs tu puruṣaṃ dṛṣṭvā deśakālānuvartinī /
'Der Segensspruch aber, mit Rücksicht auf die Person, richtet sich nach Ort und Zeit;'
yuge yuge yathākālam ṛṣibhiḥ samudāhṛtā //
'er ist von den Weisen in jedem Zeitalter, dem jeweiligen Zeitpunkt entsprechend, verkündet worden.'

dharmārthakāmamokṣāṇāṃ devānāṃ ca pratikriyā / āśiṣaś ca śivāḥ puṇyās tathaivāyur yuge yuge //

'Die (rechte) Antwort/Übung hinsichtlich Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa, sowie der Götter, ebenso die heilvollen, verdienstreichen Segenssprüche und die Lebensspanne — (all dies wandelt sich) von Zeitalter zu Zeitalter.'

Wort für Wort
dharmārthakāmamokṣāṇāṃ devānāṃ ca pratikriyā /
'Die rechte Übung hinsichtlich Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa, sowie der Götter,'
āśiṣaś ca śivāḥ puṇyās tathaivāyur yuge yuge //
'ebenso die heilvollen, verdienstreichen Segenssprüche und die Lebensspanne — all dies wandelt sich von Zeitalter zu Zeitalter.'

[Anm.] Vers syntaktisch verdichtet; sinngemäß übersetzt.

tathā yugānāṃ parivartanāni cirapravṛttāni vidhisvabhāvāt / kṣaṇaṃ na saṃtiṣṭhati jīvalokaḥ kṣayodayābhyāṃ parivartamānaḥ //

So (vollziehen sich) die Umwälzungen der Zeitalter, seit langem in Gang gesetzt durch das Wesen des Schicksals; die Welt der Lebewesen verharrt keinen Augenblick, sich stets durch Abnahme und Zunahme wandelnd.

Wort für Wort
tathā yugānāṃ parivartanāni cirapravṛttāni vidhisvabhāvāt /
So vollziehen sich die Umwälzungen der Zeitalter, seit langem in Gang gesetzt durch das Wesen des Schicksals;
kṣaṇaṃ na saṃtiṣṭhati jīvalokaḥ kṣayodayābhyāṃ parivartamānaḥ //
die Welt der Lebewesen verharrt keinen Augenblick, sich stets durch Abnahme und Zunahme wandelnd.

[Anm.] Vierzeiliger Schlussvers des Kapitels, im Original ohne '/' bzw. '//'-Satzzeichen; hier zur Einheitlichkeit ergänzt.

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