Kapitel 157: kiṣkindhātīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Kiṣkindhā-Tīrtha (Rāmas Rückkehr, die Liṅga-Episode und die Verehrung der Gautamī)
[Anm.: Rāma kehrt nach Rāvaṇas Tod mit Sītā, Lakṣmaṇa, Vibhīṣaṇa und dem Affenheer im Puṣpaka-Wagen zurück, sieht auf dem Weg die Gautamī/Godāvarī und hält eine Lobrede auf sie (V.9-14, Hymnenmetrum); auf Vibhīṣaṇas Bitte verweilt man länger, besucht das Siddheśvara-Tīrtha, wo selbst Hanumān einen von Śiva-Verehrern aufgestellten Liṅga nicht bewegen kann – erst Rāma selbst verneigt sich ehrfürchtig vor allen Liṅgas. Ursprung des Kiṣkindhā-Tīrtha. Ab V.10 wechselt das Metrum zu vierpādigen (V.14 zweipādigen, V.18 sechspādigen) Versen, im Quelltext padaweise gezählt.]
zusammen mit den Bewohnern von Kiṣkindhā, an der Spitze der Schlacht; nachdem er [ihn] samt Sohn und Heer getötet und Sītā zurückgeholt hatte, der Feindevernichter,
Wort für Wort
kiṣkindhāvāsibhiḥ sārdhaṃ jaghāna raṇamūrdhani
zusammen mit den Bewohnern von Kiṣkindhā, an der Spitze der Schlacht;
saputraṃ sabalaṃ hatvā sītām ādāya śatruhā
nachdem er [ihn] samt Sohn und Heer getötet und Sītā zurückgeholt hatte, der Feindevernichter,
zusammen mit [seinem] Bruder, dem Sohn der Sumitrā [Lakṣmaṇa], und mit den überaus starken Affen, mit dem mächtigen Vibhīṣaṇa [und] mit den Göttern, kehrte der König zurück,
Wort für Wort
bhrātrā saumitriṇā sārdhaṃ vānaraiś ca mahābalaiḥ
zusammen mit [seinem] Bruder, dem Sohn der Sumitrā, und mit den überaus starken Affen,
vibhīṣaṇena balinā devaiḥ pratyāgato nṛpaḥ
mit dem mächtigen Vibhīṣaṇa [und] mit den Göttern, kehrte der König zurück,
kṛtasvastyayanaḥ śrīmān puṣpakeṇa virājitaḥ /
yad āsīd dhanarājasya kāmagenāśugāminā //
nachdem heilbringende Riten vollzogen worden waren, glanzvoll, strahlend auf dem Puṣpaka[-Wagen], der dem Herrn des Reichtums [Kubera] gehört hatte, sich nach Belieben rasch bewegend,
Wort für Wort
kṛtasvastyayanaḥ śrīmān puṣpakeṇa virājitaḥ
nachdem heilbringende Riten vollzogen worden waren, glanzvoll, strahlend auf dem Puṣpaka[-Wagen],
yad āsīd dhanarājasya kāmagenāśugāminā
der dem Herrn des Reichtums [Kubera] gehört hatte, sich nach Belieben rasch bewegend,
Als er sie erblickte, betrat der glanzvolle König das Ufer der Gaṅgā; als er sie erblickte, sprach der König mit vor Freude erstickter Stimme, nachdem er alle Affen, angeführt von Hanumān, herbeigerufen hatte, o Weiser.
Wort für Wort
tāṃ dṛṣṭvā nṛpatiḥ śrīmān gaṅgātīram athāviśat
Als er sie erblickte, betrat der glanzvolle König das Ufer der Gaṅgā;
tāṃ dṛṣṭvā prāha nṛpatir harṣagadgadayā girā
als er sie erblickte, sprach der König mit vor Freude erstickter Stimme,
harīn sarvān athāmantrya hanumatpramukhān mune
nachdem er alle Affen, angeführt von Hanumān, herbeigerufen hatte, o Weiser.
[Anm.: Dreizeiliger Vers unter einer Versmarke im Quelltext, hier als eine Einheit mit drei Wort-für-Wort-Zeilen wiedergegeben.]
{rāma uvāca:} asyāḥ prabhāvād dharayo yo 'sau mama pitā prabhuḥ /
sarvapāpavinirmuktas tato yātas triviṣṭapam //
{Rāma sprach:} Durch ihre [dieses Flusses] Macht, o Affen, ist jener Herrscher, der mein Vater ist, von aller Sünde befreit, von dort in den Himmel (triviṣṭapa) gegangen.
Wort für Wort
asyāḥ prabhāvād dharayo yo 'sau mama pitā prabhuḥ
Durch ihre Macht, o Affen, ist jener Herrscher, der mein Vater ist,
sarvapāpavinirmuktas tato yātas triviṣṭapam
von aller Sünde befreit, von dort in den Himmel gegangen.
Diese [Gautamī] ist die Mutter jedes Geschöpfes; Genuss gewährend, mag sie auch Erlösung schenken; sie vernichtet Sünden, selbst furchtbare – welcher andere Fluss hier ist ihr gleich?
Wort für Wort
iyaṃ janitrī sakalasya jantoḥ
Diese ist die Mutter jedes Geschöpfes;
bhuktipradā muktim athāpi dadyāt
Genuss gewährend, mag sie auch Erlösung schenken;
pāpāni hanyād api dāruṇāni
sie vernichtet Sünden, selbst furchtbare –
kānyānayāsty atra nadī samānā
welcher andere Fluss hier ist ihr gleich?
[Anm.: Ab hier V.10-31 (mit Ausnahme von V.14, das nur zwei Pādas hat) vierpādiges Hymnenmetrum, im Quelltext padaweise gezählt (BrP_157.10a-d usw.); jede solche Verseinheit wird hier als eine Einheit mit einem Wort-für-Wort-Eintrag pro Pāda wiedergegeben.]
hatāni śaśvad duritāni caiva
asyāḥ prabhāvād arayaḥ sakhāyaḥ
vibhīṣaṇo maitram upaiti nityaṃ
sītā ca labdhā hanumāṃś ca bandhuḥ //
Stets sind Übel durch ihre Macht vernichtet worden; Feinde [werden zu] Freunden; Vibhīṣaṇa erlangt beständig [unsere] Freundschaft; Sītā wurde zurückgewonnen, und Hanumān [wurde zum] Verwandten;
Wort für Wort
hatāni śaśvad duritāni caiva
Stets sind Übel
asyāḥ prabhāvād arayaḥ sakhāyaḥ
durch ihre Macht vernichtet worden; Feinde [werden zu] Freunden;
laṅkā ca bhagnā sagaṇaṃ hi rakṣo
hataṃ hi yasyāḥ parisevanena
yāṃ gautamo devavaraṃ prapūjya
śivaṃ śaraṇyaṃ sajaṭām avāpa //
und Laṅkā wurde zerschmettert, und der Rākṣasa [Rāvaṇa] samt seinem Gefolge wurde erschlagen – durch wessen [dieses Flusses] Dienst [dies geschah]; sie, die Gautama, nachdem er den besten der Götter, Śiva, den Zufluchtsort, verehrt hatte, zusammen mit [dessen] Haarschopf erlangte.
Wort für Wort
laṅkā ca bhagnā sagaṇaṃ hi rakṣo
und Laṅkā wurde zerschmettert, und der Rākṣasa samt seinem Gefolge wurde erschlagen –
hataṃ hi yasyāḥ parisevanena
durch wessen Dienst [dies geschah];
yāṃ gautamo devavaraṃ prapūjya
sie, die Gautama, nachdem er den besten der Götter, Śiva, verehrt hatte,
śivaṃ śaraṇyaṃ sajaṭām avāpa
den Zufluchtsort, zusammen mit [dessen] Haarschopf erlangte.
[Anm.: Anspielung auf die Überlieferung, wonach Gautama die Gautamī/Godāvarī mithilfe Śivas – dessen Haarschopf die Flut auffing – auf die Erde herabbrachte.]
Sie ist so die Mutter alles Ersehnten, auch die Vernichterin des Unheils, einzig geschickt darin, die Welt zu läutern; heute wurde sie unmittelbar erblickt, die Erzeugerin der Flüsse.
Wort für Wort
seyaṃ janitrī sakalepsitānām
Sie ist so die Mutter alles Ersehnten,
amaṅgalānām api saṃnihantrī
auch die Vernichterin des Unheils,
jagatpavitrīkaraṇaikadakṣā
einzig geschickt darin, die Welt zu läutern;
dṛṣṭādya sākṣāt saritāṃ savitrī
heute wurde sie unmittelbar erblickt, die Erzeugerin der Flüsse.
{brahmovāca:} etat samākarṇya vaco nṛpasya
tatrāplavan harayaḥ sarva eva
pūjāṃ cakrur vidhivat te pṛthak ca
puṣpair anekaiḥ sarvalokopahāraiḥ //
{Brahmā sprach:} Nachdem sie diese Rede des Königs vernommen hatten, badeten dort alle Affen; sie vollzogen, jeder für sich, vorschriftsgemäß Verehrung, mit vielerlei Blumen [und] mit Gaben aus aller Welt.
Wort für Wort
etat samākarṇya vaco nṛpasya
Nachdem sie diese Rede des Königs vernommen hatten,
tatrāplavan harayaḥ sarva eva
badeten dort alle Affen;
pūjāṃ cakrur vidhivat te pṛthak ca
sie vollzogen, jeder für sich, vorschriftsgemäß Verehrung,
puṣpair anekaiḥ sarvalokopahāraiḥ
mit vielerlei Blumen [und] mit Gaben aus aller Welt.
saṃpūjya śarvaṃ nṛpatir yathāvat
stutvā vākyaiḥ sarvabhāvopayuktaiḥ
te vānarā muditāḥ sarva eva
nṛtyaṃ ca gītaṃ ca tathaiva cakruḥ //
Nachdem sie Śarva [Śiva] gebührend verehrt hatten, der König, [ihn] mit Worten preisend, die jeder Gemütsverfassung entsprachen, führten jene Affen, alle voller Freude, ebenso Tanz und Gesang auf.
Wort für Wort
saṃpūjya śarvaṃ nṛpatir yathāvat
Nachdem sie Śarva gebührend verehrt hatten, der König,
stutvā vākyaiḥ sarvabhāvopayuktaiḥ
[ihn] mit Worten preisend, die jeder Gemütsverfassung entsprachen,
Glücklich verbrachte der Großherzige jene Nacht, von Lieben begleitet, umgeben von Liebevollen; er legte alles Leid ab, das aus Feindschaft entstanden war – was wird nicht durch den Dienst an der Gautamī erlangt?
Wort für Wort
sukhoṣitas tāṃ rajanīṃ mahātmā
Glücklich verbrachte der Großherzige jene Nacht,
priyānuyuktaḥ saṃvṛtaḥ premavadbhiḥ
von Lieben begleitet, umgeben von Liebevollen;
duḥkhaṃ jahau sarvam amitrasaṃbhavaṃ
er legte alles Leid ab, das aus Feindschaft entstanden war –
kiṃ nāpyate gautamīsevanena
was wird nicht durch den Dienst an der Gautamī erlangt?
Voll Staunen betrachtet er die Schar der Diener, und hocherfreut preist er die Godāvarī; die gesamte Dienerschar ehrend, erlangte Rāma eine gewisse [unbeschreibliche] Freude. Dann wieder, bei klarem Sonnenaufgang, sprach Vibhīṣaṇa zum Sohn des Daśaratha.
Wort für Wort
savismayaḥ paśyati bhṛtyavargaṃ
Voll Staunen betrachtet er die Schar der Diener,
godāvarīṃ stauti ca saṃprahṛṣṭaḥ
und hocherfreut preist er die Godāvarī;
saṃmānayan bhṛtyagaṇaṃ samagram
die gesamte Dienerschar ehrend,
avāpa rāmaḥ kamapi pramodam
erlangte Rāma eine gewisse [unbeschreibliche] Freude.
punaḥ prabhāte vimale tu sūrye
Dann wieder, bei klarem Sonnenaufgang,
vibhīṣaṇo dāśarathiṃ babhāṣe
sprach Vibhīṣaṇa zum Sohn des Daśaratha.
[Anm.: Dieser Vers umfasst sechs statt vier Pādas.]
{vibhīṣaṇa uvāca:} nādyāpi tṛptās tu bhavāma tīrthe
kaṃcic ca kālaṃ nivasāma cātra
vatsyāma cātraiva parāś catasro
rātrīr atho yāma vṛtās tv ayodhyām //
{Vibhīṣaṇa sprach:} 'Wir sind an diesem Tīrtha noch nicht gesättigt; lasst uns hier noch einige Zeit verweilen. Lasst uns gerade hier noch vier weitere Nächte bleiben, und dann, [dies] gewählt habend, nach Ayodhyā ziehen.'
Wort für Wort
nādyāpi tṛptās tu bhavāma tīrthe
'Wir sind an diesem Tīrtha noch nicht gesättigt;
kaṃcic ca kālaṃ nivasāma cātra
lasst uns hier noch einige Zeit verweilen.
vatsyāma cātraiva parāś catasro
Lasst uns gerade hier noch vier weitere
rātrīr atho yāma vṛtās tv ayodhyām
Nächte bleiben, und dann, [dies] gewählt habend, nach Ayodhyā ziehen.'
{Brahmā sprach:} Da billigten die Affen sein Wort; ebenso [verweilten sie] vier weitere Nächte; nachdem er jenen Gott, den Herrn aller, dem [seinem] Bruder lieb, verehrt hatte, ging er [Rāma] dann zum Tīrtha,
Wort für Wort
tasyātha vākyaṃ harayo 'numenire
Da billigten die Affen sein Wort;
tathaiva rātrīr aparāś catasraḥ
ebenso [verweilten sie] vier weitere Nächte;
saṃpūjya devaṃ sakaleśvaraṃ taṃ
nachdem er jenen Gott, den Herrn aller, verehrt hatte,
bhrātṛpriyaṃ tīrtham atho jagāma
dem [seinem] Bruder lieb, ging er dann zum Tīrtha,
siddheśvaraṃ nāma jagatprasiddhaṃ
yasya prabhāvāt prabalo daśāsyaḥ
evaṃ tu pañcāham athoṣire te
svaṃ svaṃ pratiṣṭhāpitaliṅgam arcya //
das Siddheśvara genannt wird, in der Welt berühmt, durch dessen Macht der mächtige Zehnköpfige [Rāvaṇa einst stark gewesen war]. So verweilten sie fünf Tage lang, wobei ein jeder seinen eigenen aufgestellten Liṅga verehrte.
Wort für Wort
siddheśvaraṃ nāma jagatprasiddhaṃ
das Siddheśvara genannt wird, in der Welt berühmt,
yasya prabhāvāt prabalo daśāsyaḥ
durch dessen Macht der mächtige Zehnköpfige [Rāvaṇa einst stark gewesen war] [?],
evaṃ tu pañcāham athoṣire te
so verweilten sie fünf Tage lang,
svaṃ svaṃ pratiṣṭhāpitaliṅgam arcya
wobei ein jeder seinen eigenen aufgestellten Liṅga verehrte.
[Anm.: Der Bezug von 'yasya prabhāvāt prabalo daśāsyaḥ' – vermutlich eine Anspielung auf Rāvaṇas frühere Verehrung dieses Tīrtha – bleibt elliptisch/unsicher [?].]
Dort verrichtet der Sohn des Vāyu, Hanumān, der Gefolgsmann des Königs, [seinen] Dienst; im Aufbruch begriffen, sagte der Herrscher der Könige zu Hanumān: „Entferne alle Liṅgas.“
Wort für Wort
śuśrūṣaṇaṃ tatra karoti vāyoḥ
Dort verrichtet der Sohn des Vāyu
suto 'nugāmī hanumān nṛpasya
Hanumān, der Gefolgsmann des Königs, [seinen] Dienst;
gacchan nṛpendro hanumantam āha
im Aufbruch begriffen, sagte der Herrscher der Könige zu Hanumān:
„[Die Liṅgas,] die von mir, von denen, die die höchsten Mantras kennen, sowie von anderen Dienern Śaṅkaras aufgestellt wurden – ohne die Verehrung aufzuheben, [sind sie] äußerlich mit einem anderen [Liṅga] Śaṅkaras zu verbinden – ach, [was] Bhavas [betrifft] [?].“
Wort für Wort
matsthāpitāny uttamamantravidbhis
„[Die Liṅgas,] die von mir, von denen, die die höchsten Mantras kennen,
tathetaraiḥ śaṃkarakiṃkaraiś ca
sowie von anderen Dienern Śaṅkaras aufgestellt wurden –
nodvāsya pūjāṃ paraśaṃkareṇa
ohne die Verehrung aufzuheben, [sind sie] mit einem anderen [Liṅga] Śaṅkaras
bāhyaṃ samāyojyam aho bhavasya
äußerlich zu verbinden – ach, [was] Bhavas [betrifft] [?].“
[Anm.: Vers syntaktisch sehr unklar überliefert (unvollständige Konstruktion); Übersetzung stark sinngemäß und unsicher.]
tiṣṭhanti susthās tadanādareṇa
te khaḍgapattrādiṣu saṃbhavanti
ye 'śraddadhānāḥ śivaliṅgapūjāṃ
vidhāya kṛtyaṃ na samācaranti //
Fest verankert bleiben sie stehen; durch Missachtung ihrer gelangen jene, die, ohne Glauben, nachdem sie den Ritus der Śiva-Liṅga-Verehrung vollzogen haben, [ihn] nicht [weiter] ausüben, unter [die Qualen] Schwert-Blatt[-Hölle] und dergleichen.
Wort für Wort
tiṣṭhanti susthās tadanādareṇa
Fest verankert bleiben sie stehen; durch Missachtung ihrer
te khaḍgapattrādiṣu saṃbhavanti
gelangen jene unter [die Qualen] Schwert-Blatt[-Hölle] und dergleichen,
ye 'śraddadhānāḥ śivaliṅgapūjāṃ
die, ohne Glauben, den Ritus der Śiva-Liṅga-Verehrung
vidhāya kṛtyaṃ na samācaranti
vollzogen haben, [ihn] jedoch nicht [weiter] ausüben.
yathocitaṃ te yamakiṃkarair hi
pacyanta evākhiladurgatīṣu
rāmājñayā vāyusuto jagāma
dorbhyāṃ na cotpāṭayituṃ śaśāka //
Wie es sich gebührt, werden sie fürwahr von Yamas Dienern in allen bösen Daseinsformen gekocht/gepeinigt. Auf Rāmas Geheiß ging der Sohn des Vāyu [Hanumān], vermochte [den Liṅga] jedoch nicht mit [seinen beiden] Armen auszureißen.
Wort für Wort
yathocitaṃ te yamakiṃkarair hi
Wie es sich gebührt, werden sie fürwahr von Yamas Dienern
pacyanta evākhiladurgatīṣu
in allen bösen Daseinsformen gekocht/gepeinigt.
rāmājñayā vāyusuto jagāma
Auf Rāmas Geheiß ging der Sohn des Vāyu [Hanumān],
dorbhyāṃ na cotpāṭayituṃ śaśāka
vermochte [den Liṅga] jedoch nicht mit [seinen beiden] Armen auszureißen.
tataḥ svapucchena grahītukāmaḥ
saṃveṣṭya liṅgaṃ tu visṛṣṭakāmaḥ
naivāśakat tan mahad adbhutaṃ syāt
kapīśvarāṇāṃ nṛpates tathaiva //
Da, ihn mit seinem eigenen Schwanz ergreifen wollend, den Liṅga umschlingend, [ihn] loslösen wollend, vermochte er es dennoch nicht – dies wurde ein großes Wunder, ebenso für die Herrscher der Affen [und] für den König.
Wort für Wort
tataḥ svapucchena grahītukāmaḥ
Da, ihn mit seinem eigenen Schwanz ergreifen wollend,
saṃveṣṭya liṅgaṃ tu visṛṣṭakāmaḥ
den Liṅga umschlingend, [ihn] loslösen wollend,
naivāśakat tan mahad adbhutaṃ syāt
vermochte er es dennoch nicht – dies wurde ein großes Wunder,
kapīśvarāṇāṃ nṛpates tathaiva
ebenso für die Herrscher der Affen [und] für den König.
Welcher besonnene Mensch könnte [je] einen Liṅga Maheśas [Śivas] bewegen, der solch große Macht erlangt hat? Als er ihn unbeweglich sah, ging der großherzige, tapferste der Könige [Rāma] selbst unverzüglich [dorthin].
Wort für Wort
kaś cālayel labdhamahānubhāvaṃ
Welcher besonnene Mensch könnte [je]
maheśaliṅgaṃ puruṣo manasvī
einen Liṅga Maheśas bewegen, der solch große Macht erlangt hat?
tan niścalaṃ prekṣya mahānubhāvo
Als er ihn unbeweglich sah,
nṛpapravīraḥ sahasā jagāma
ging der großherzige, tapferste der Könige selbst unverzüglich [dorthin].
viprān athāmantrya vidhāya pūjāṃ
pradakṣiṇīkṛtya ca rāmacandraḥ
śuddhātiśuddhena hṛdākhilais tair
liṅgāni sarvāṇi nanāma rāmaḥ //
Nachdem er die Brahmanen herbeigerufen, Verehrung vollzogen und [den Liṅga] umschritten hatte, verneigte sich Rāmacandra, mit ganz und gar reinem Herzen, zusammen mit all jenen, vor allen Liṅgas.
Wort für Wort
viprān athāmantrya vidhāya pūjāṃ
Nachdem er die Brahmanen herbeigerufen, Verehrung vollzogen
pradakṣiṇīkṛtya ca rāmacandraḥ
und [den Liṅga] umschritten hatte, Rāmacandra,
śuddhātiśuddhena hṛdākhilais tair
mit ganz und gar reinem Herzen, zusammen mit all jenen,
kiṣkindhavāsipravarair aśeṣaiḥ
saṃsevitaṃ tīrtham ato babhūva
atrāplavād eva mahānti pāpāny
api kṣayaṃ yānti na saṃśayo 'tra //
Seitdem wurde dieses Tīrtha von sämtlichen führenden Bewohnern Kiṣkindhās aufgesucht; allein durch das Baden hier gehen selbst große Sünden zugrunde – daran besteht kein Zweifel.
Wort für Wort
kiṣkindhavāsipravarair aśeṣaiḥ
Seitdem wurde dieses Tīrtha von sämtlichen
saṃsevitaṃ tīrtham ato babhūva
führenden Bewohnern Kiṣkindhās aufgesucht;
atrāplavād eva mahānti pāpāny
allein durch das Baden hier gehen selbst große Sünden
punaś ca gaṅgāṃ praṇanāma bhaktyā
prasīda mātar mama gautamīti
jalpan muhur vismitacittavṛttir
vilokayan praṇaman gautamīṃ tām //
Und wiederum verneigte er sich mit Hingabe vor der Gaṅgā, immer wieder sprechend: „Sei gnädig, o Mutter Gautamī, zu mir“ – sein Gemüt voller Staunen, [sie] betrachtend [und] sich verneigend vor jener Gautamī.
Wort für Wort
punaś ca gaṅgāṃ praṇanāma bhaktyā
Und wiederum verneigte er sich mit Hingabe vor der Gaṅgā,
prasīda mātar mama gautamīti
immer wieder sprechend: „Sei gnädig, o Mutter Gautamī, zu mir“ –
jalpan muhur vismitacittavṛttir
sein Gemüt voller Staunen,
vilokayan praṇaman gautamīṃ tām
[sie] betrachtend [und] sich verneigend vor jener Gautamī.
Von da an nennen die Weisen dieses überaus verdienstvolle [Tīrtha] das Kiṣkindhā-Tīrtha; schon Rezitieren, Erinnern oder mit Hingabe Hören [davon] tilgt Sünde – wie viel mehr erst durch Baden und Geben!
Wort für Wort
tataḥ prabhṛty etad atīva puṇyaṃ
Von da an nennen die Weisen dieses überaus verdienstvolle [Tīrtha]
kiṣkindhatīrthaṃ vibudhā vadanti
das Kiṣkindhā-Tīrtha;
paṭhet smared vāpi śṛṇoti bhaktyā
schon Rezitieren, Erinnern oder mit Hingabe Hören [davon]
pāpāpahaṃ kiṃ punaḥ snānadānaiḥ
tilgt Sünde – wie viel mehr erst durch Baden und Geben!