Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 27: bhāratavarṣavistaravarṇanam Die ausführliche Beschreibung des Landes Bhārata: seine neun Unterteilungen, Berge, Flüsse und Völkerschaften, und sein Lob als einzigartige Karmabhūmi

Brahmā beantwortet die Frage der Weisen (aus Kap.26) über das höchste Tīrtha und die Karmabhūmi mit einer ausführlichen Beschreibung des Landes Bhārata (V.1-9): es ist zugleich Karma-Erde, Himmel und Hölle, da jede Tat dort ihre unweigerliche Frucht trägt; selbst Götter wünschen sich, dort als Menschen wiedergeboren zu werden. Auf die Rückfrage der Weisen (V.10-13) folgt eine systematische Geographie: die neun Unterteilungen (dvīpas) Bhāratas (V.14-18), die sieben Stammberge (Mahendra, Malaya, Sahya, Śuktimat, Ṛkṣaparvata, Vindhya, Pāriyātra) nebst zahlreichen Nebengebirgen (V.19-24), ein ausführlicher Flusskatalog nach Herkunftsgebirge geordnet (Gaṅgā, Sarasvatī, Sindhu, Yamunā, Narmadā, Godāvarī u.v.a., V.25-40), und ein umfangreicher, nach Himmelsrichtungen gegliederter Völkerkatalog (Madhyadeśa, Nord-, Ost-, Süd- und Westländer, Vindhya- und Berg-Bewohner, V.41-64) – die meisten Namen sind heute nicht mehr sicher zu identifizieren. Den Abschluss (V.65-80) bildet das eigentliche Lob Bhāratas: seine Bogenform (Himavat als Sehne), seine Einzigartigkeit als einzige 'Allsame' tragende Karmabhūmi, auf der jede Geburtsform – von Brahma-Sein bis zu Pflanzen – durch Taten erwirkt wird, und die Verheißung, dass Hören oder Lesen dieser Bhārata-Beschreibung von aller Sünde befreit und zu Viṣṇus Welt führt.

{brahmovāca:} śṛṇudhvaṃ munayaḥ sarve yad vo vakṣyāmi sāṃpratam / purāṇaṃ vedasaṃbaddhaṃ bhuktimuktipradaṃ śubham //

Brahmā sprach: Hört, alle Weisen, was ich euch nun verkünden werde: das mit dem Veda verbundene, heilbringende Purāṇa, das Genuss und Erlösung gewährt.

Wort für Wort
śṛṇudhvam munayaḥ sarve
hört, alle Weisen
yat vaḥ vakṣyāmi sāṃpratam
was ich euch nun verkünden werde
purāṇam vedasaṃbaddham
das mit dem Veda verbundene Purāṇa
bhuktimuktipradam śubham
das heilbringende, Genuss und Erlösung gewährende

pṛthivyāṃ bhārataṃ varṣaṃ karmabhūmir udāhṛtā / karmaṇaḥ phalabhūmiś ca svargaṃ ca narakaṃ tathā //

Auf Erden wird das Land Bhārata als die Karma-Erde bezeichnet, sowohl als Fruchtland der Taten wie auch als Himmel und ebenso als Hölle.

Wort für Wort
pṛthivyām
auf Erden
bhāratam varṣam
das Land Bhārata
karmabhūmiḥ udāhṛtā
wird als Karma-Erde bezeichnet
karmaṇaḥ phalabhūmiḥ ca
und als Fruchtland der Taten
svargam ca narakam tathā
und als Himmel und ebenso als Hölle

tasmin varṣe naraḥ pāpaṃ kṛtvā dharmaṃ ca bho dvijāḥ / avaśyaṃ phalam āpnoti aśubhasya śubhasya ca //

In diesem Land erlangt der Mensch, oh Brahmanen, nachdem er Sünde oder Dharma begangen hat, unweigerlich die Frucht sowohl des Unheilvollen als auch des Heilvollen.

Wort für Wort
tasmin varṣe
in diesem Land
naraḥ pāpam kṛtvā
der Mensch, nachdem er Sünde begangen hat
dharmam ca bho dvijāḥ
und Dharma, oh Brahmanen
avaśyam phalam āpnoti
erlangt unweigerlich die Frucht
aśubhasya śubhasya ca
des Unheilvollen und des Heilvollen

brāhmaṇādyāḥ svakaṃ karma kṛtvā samyak susaṃyatāḥ / prāpnuvanti parāṃ siddhiṃ tasmin varṣe na saṃśayaḥ //

Die Brahmanen und die anderen Kasten, die, wohl gezügelt, ihre eigene Pflicht recht erfüllt haben, erlangen in diesem Land die höchste Vollendung – daran besteht kein Zweifel.

Wort für Wort
brāhmaṇādyāḥ
die Brahmanen und die anderen
svakam karma kṛtvā samyak
nachdem sie ihre eigene Pflicht recht erfüllt haben
susaṃyatāḥ
wohl gezügelt
prāpnuvanti parām siddhim
erlangen die höchste Vollendung
tasmin varṣe na saṃśayaḥ
in diesem Land, kein Zweifel

dharmaṃ cārthaṃ ca kāmaṃ ca mokṣaṃ ca dvijasattamāḥ / prāpnoti puruṣaḥ sarvaṃ tasmin varṣe susaṃyataḥ //

Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa – all das erlangt der darin wohl gezügelte Mensch in diesem Land, oh beste der Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
dharmam ca artham ca kāmam ca mokṣam ca
Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa
dvijasattamāḥ
oh beste der Zweifachgeborenen
prāpnoti puruṣaḥ sarvam
erlangt der Mensch alles
tasmin varṣe susaṃyataḥ
in diesem Land, wohl gezügelt

indrādyāś ca surāḥ sarve tasmin varṣe dvijottamāḥ / kṛtvā suśobhanaṃ karma devatvaṃ pratipedire //

Und Indra und alle anderen Götter, oh beste der Zweifachgeborenen, erlangten, nachdem sie in diesem Land vortreffliche Taten vollbracht hatten, die Gottheit.

Wort für Wort
indrādyāḥ ca surāḥ sarve
Indra und alle Götter
tasmin varṣe dvijottamāḥ
in diesem Land, oh beste der Zweifachgeborenen
kṛtvā suśobhanam karma
nachdem sie vortreffliche Taten vollbracht hatten
devatvam pratipedire
erlangten sie die Gottheit

anye 'pi lebhire mokṣaṃ puruṣāḥ saṃyatendriyāḥ / tasmin varṣe budhāḥ śāntā vītarāgā vimatsarāḥ //

Auch andere Menschen, mit gezügelten Sinnen, erlangten in diesem Land die Erlösung – die Weisen, Friedvollen, von Leidenschaft Freien, Neidlosen.

Wort für Wort
anye api lebhire mokṣam
auch andere erlangten die Erlösung
puruṣāḥ saṃyatendriyāḥ
Menschen mit gezügelten Sinnen
tasmin varṣe
in diesem Land
budhāḥ śāntāḥ
die Weisen, Friedvollen
vītarāgāḥ vimatsarāḥ
die von Leidenschaft Freien, Neidlosen

ye cāpi svarge tiṣṭhanti vimānena gatajvarāḥ / te 'pi kṛtvā śubhaṃ karma tasmin varṣe divaṃ gatāḥ //

Und auch die, die im Himmel weilen, in Himmelswagen, leidensfrei – auch sie sind, nachdem sie in diesem Land heilvolle Taten vollbracht hatten, zum Himmel gelangt.

Wort für Wort
ye ca api svarge tiṣṭhanti
und auch die, die im Himmel weilen
vimānena gatajvarāḥ
in Himmelswagen, leidensfrei
te api kṛtvā śubham karma
auch sie, nachdem sie heilvolle Taten vollbracht hatten
tasmin varṣe divam gatāḥ
sind von diesem Land zum Himmel gelangt

nivāsaṃ bhārate varṣa ākāṅkṣanti sadā surāḥ / svargāpavargaphalade tat paśyāmaḥ kadā vayam //

Die Götter wünschen sich stets einen Wohnsitz im Land Bhārata, das die Frucht von Himmel und Erlösung gewährt – wann werden wir es sehen?

Wort für Wort
nivāsam bhārate varṣe
einen Wohnsitz im Land Bhārata
ākāṅkṣanti sadā surāḥ
wünschen sich stets die Götter
svargāpavargaphalade
das die Frucht von Himmel und Erlösung gewährt
tat paśyāmaḥ kadā vayam
wann werden wir es sehen

{munaya ūcuḥ:} yad etad bhavatā proktaṃ karma nānyatra puṇyadam / pāpāya vā suraśreṣṭha varjayitvā ca bhāratam //

Die Weisen sprachen: Was du gesagt hast, dass Taten nirgendwo anders Verdienst oder Sünde bewirken, außer im Bhārata-Land, oh Bester der Götter...

Wort für Wort
yat etat bhavatā proktam
was von dir gesagt wurde
karma na anyatra puṇyadam
dass Taten nicht anderswo Verdienst gewähren
pāpāya vā suraśreṣṭha
oder Sünde, oh Bester der Götter
varjayitvā ca bhāratam
außer im Bhārata-Land

[Anm.: Satz setzt sich in V.11 fort.]

tataḥ svargaś ca mokṣaś ca madhyamaṃ tac ca gamyate / na khalv anyatra martyānāṃ bhūmau karma vidhīyate //

...von dort wird sowohl Himmel als auch Erlösung als auch das Mittlere erreicht; nirgendwo sonst auf der Erde wird den Sterblichen wirksames Handeln zuteil.

Wort für Wort
tataḥ svargaḥ ca mokṣaḥ ca
von dort sowohl Himmel als auch Erlösung
madhyamam tat ca gamyate
und das Mittlere wird erreicht
na khalu anyatra martyānām
nirgendwo sonst wird den Sterblichen
bhūmau karma vidhīyate
auf der Erde wirksames Handeln zuteil

tasmād vistarato brahmann asmākaṃ bhārataṃ vada / yadi te 'sti dayāsmāsu yathāvasthitir eva ca //

Deshalb, oh Brahmā, verkünde uns Bhārata ausführlich, wenn du Mitleid mit uns hast, und genau, wie es beschaffen ist.

Wort für Wort
tasmāt vistarataḥ brahman
deshalb, oh Brahmā, ausführlich
asmākam bhāratam vada
verkünde uns Bhārata
yadi te asti dayā asmāsu
wenn du Mitleid mit uns hast
yathāvasthitiḥ eva ca
und genau, wie es beschaffen ist

tasmād varṣam idaṃ nātha ye vāsmin varṣaparvatāḥ / bhedāś ca tasya varṣasya brūhi sarvān aśeṣataḥ //

Deshalb, oh Herr, verkünde uns dieses Land, und welche Berge in diesem Land sind, und die Unterteilungen dieses Landes – verkünde alles vollständig.

Wort für Wort
tasmāt varṣam idam nātha
deshalb dieses Land, oh Herr
ye vā asmin varṣaparvatāḥ
und welche Berge in diesem Land sind
bhedāḥ ca tasya varṣasya
und die Unterteilungen dieses Landes
brūhi sarvān aśeṣataḥ
verkünde alles vollständig

{brahmovāca:} śṛṇudhvaṃ bhārataṃ varṣaṃ navabhedena bho dvijāḥ / samudrāntaritā jñeyās te samāś ca parasparam //

Brahmā sprach: Hört von dem Land Bhārata mit seiner neunfachen Unterteilung, oh Brahmanen; diese neun Teile sind, durch den Ozean getrennt, als einander gleich zu erkennen.

Wort für Wort
śṛṇudhvam bhāratam varṣam
hört von dem Land Bhārata
navabhedena bho dvijāḥ
mit seiner neunfachen Unterteilung, oh Brahmanen
samudrāntaritāḥ jñeyāḥ
sind, durch den Ozean getrennt, zu erkennen
te samāḥ ca parasparam
diese als einander gleich

indradvīpaḥ kaśeruś ca tāmravarṇo gabhastimān / nāgadvīpas tathā saumyo gāndharvo vāruṇas tathā //

Indradvīpa, Kaśeru, Tāmravarṇa, Gabhastimat, ebenso Nāgadvīpa, Saumya, Gāndharva, und Vāruṇa,

Wort für Wort
indradvīpaḥ kaśeruḥ ca
Indradvīpa, Kaśeru
tāmravarṇaḥ gabhastimān
Tāmravarṇa, Gabhastimat
nāgadvīpaḥ tathā saumyaḥ
ebenso Nāgadvīpa, Saumya
gāndharvaḥ vāruṇaḥ tathā
Gāndharva und Vāruṇa

ayaṃ tu navamas teṣāṃ dvīpaḥ sāgarasaṃvṛtaḥ / yojanānāṃ sahasraṃ vai dvīpo 'yaṃ dakṣiṇottaraḥ //

Dieser [das Festland] aber ist der neunte von diesen 'Inseln', vom Ozean umgeben; dieses Dvīpa erstreckt sich wahrlich über tausend Yojanas von Süden nach Norden.

Wort für Wort
ayam tu navamaḥ teṣām dvīpaḥ
dieser aber ist der neunte dieser Dvīpas
sāgarasaṃvṛtaḥ
vom Ozean umgeben
yojanānām sahasram vai
wahrlich tausend Yojanas
dvīpaḥ ayam dakṣiṇottaraḥ
dieses Dvīpa von Süden nach Norden

pūrve kirātā yasyāsan paścime yavanās tathā / brāhmaṇāḥ kṣatriyā vaiśyāḥ śūdrāś cānte sthitā dvijāḥ //

In dessen Osten wohnten die Kirātas, im Westen ebenso die Yavanas; Brahmanen, Kṣatriyas und Vaiśyas, und die Śūdras standen dazwischen, oh Zweifachgeborene.

Wort für Wort
pūrve kirātāḥ yasya āsan
in dessen Osten die Kirātas wohnten
paścime yavanāḥ tathā
im Westen ebenso die Yavanas
brāhmaṇāḥ kṣatriyāḥ vaiśyāḥ
Brahmanen, Kṣatriyas und Vaiśyas
śūdrāḥ ca ante sthitāḥ dvijāḥ
und die Śūdras standen dazwischen, oh Zweifachgeborene

ijyāyuddhavaṇijyādyaiḥ karmabhiḥ kṛtapāvanāḥ / teṣāṃ saṃvyavahāraś ca ebhiḥ karmabhir iṣyate //

Durch Taten wie Opfer, Kampf, Handel und andere gereinigt; deren gegenseitiger Umgang wird durch eben diese Tätigkeiten bestimmt.

Wort für Wort
ijyāyuddhavaṇijyādyaiḥ karmabhiḥ
durch Taten wie Opfer, Kampf, Handel und andere
kṛtapāvanāḥ
gereinigt
teṣām saṃvyavahāraḥ ca
und deren gegenseitiger Umgang
ebhiḥ karmabhiḥ iṣyate
wird durch eben diese Tätigkeiten bestimmt

svargāpavargahetuś ca puṇyaṃ pāpaṃ ca vai tathā / mahendro malayaḥ sahyaḥ śuktimān ṛkṣaparvataḥ //

Und dies ist die Ursache von Himmel und Erlösung, wahrlich ebenso von Verdienst und Sünde. Die sieben Stammberge: Mahendra, Malaya, Sahya, Śuktimat, Ṛkṣaparvata,

Wort für Wort
svargāpavargahetuḥ ca
und die Ursache von Himmel und Erlösung
puṇyam pāpam ca vai tathā
wahrlich ebenso von Verdienst und Sünde
mahendraḥ malayaḥ sahyaḥ
Mahendra, Malaya, Sahya
śuktimān ṛkṣaparvataḥ
Śuktimat, Ṛkṣaparvata

vindhyaś ca pāriyātraś ca saptaivātra kulācalāḥ / teṣāṃ sahasraśaś cānye bhūdharā ye samīpagāḥ //

Vindhya und Pāriyātra – dies sind hier die sieben Stammberge (kulācalas); außer diesen gibt es tausendfach andere Gebirge, die in deren Nähe liegen.

Wort für Wort
vindhyaḥ ca pāriyātraḥ ca
Vindhya und Pāriyātra
sapta eva atra kulācalāḥ
dies sind hier die sieben Stammberge
teṣām sahasraśaḥ ca anye
und außer diesen tausendfach andere
bhūdharāḥ ye samīpagāḥ
Gebirge, die in deren Nähe liegen

vistārocchrayiṇo ramyā vipulāś citrasānavaḥ / kolāhalaḥ sa vaibhrājo mandaro dardalācalaḥ //

Ausgedehnt und hoch, lieblich, weit, mit bunten Gipfeln: Kolāhala, Vaibhrāja, Mandara, Dardalācala,

Wort für Wort
vistārocchrayiṇaḥ ramyāḥ
ausgedehnt und hoch, lieblich
vipulāḥ citrasānavaḥ
weit, mit bunten Gipfeln
kolāhalaḥ sa vaibhrājaḥ
Kolāhala, Vaibhrāja
mandaraḥ dardalācalaḥ
Mandara, Dardalācala

[Anm.: Ab hier folgt V.21-24 eine Liste kleinerer Nebengebirge, V.26-39 eine ausführliche Flussliste und V.41-64 eine Völkerliste; wie schon in Kap.25 werden unidentifizierbare Eigennamen ohne erfundene Deutung transliteriert.]

vātaṃdhayo vaidyutaś ca mainākaḥ surasas tathā / tuṅgaprastho nāgagirir godhanaḥ pāṇḍarācalaḥ //

Vātaṃdhaya, Vaidyuta, Maināka, Surasa, Tuṅgaprastha, Nāgagiri, Godhana, Pāṇḍarācala,

Wort für Wort
vātaṃdhayaḥ vaidyutaḥ ca
Vātaṃdhaya, Vaidyuta
mainākaḥ surasaḥ tathā
Maināka, Surasa
tuṅgaprasthaḥ nāgagiriḥ
Tuṅgaprastha, Nāgagiri
godhanaḥ pāṇḍarācalaḥ
Godhana, Pāṇḍarācala

puṣpagirir vaijayanto raivato 'rbuda eva ca / ṛṣyamūkaḥ sa gomanthaḥ kṛtaśailaḥ kṛtācalaḥ //

Puṣpagiri, Vaijayanta, Raivata und Arbuda, Ṛṣyamūka, Gomantha, Kṛtaśaila, Kṛtācala,

Wort für Wort
puṣpagiriḥ vaijayantaḥ
Puṣpagiri, Vaijayanta
raivataḥ arbudaḥ eva ca
Raivata und Arbuda
ṛṣyamūkaḥ sa gomanthaḥ
Ṛṣyamūka, Gomantha
kṛtaśailaḥ kṛtācalaḥ
Kṛtaśaila, Kṛtācala

śrīpārvataś cakoraś ca śataśo 'nye ca parvatāḥ / tair vimiśrā janapadā mlecchādyāś caiva bhāgaśaḥ //

Śrīparvata, Cakora, und hunderte andere Berge; mit diesen vermischt wohnen die Völkerschaften, auch die Mleccha-Fremdvölker und andere, bezirksweise.

Wort für Wort
śrīpārvataḥ cakoraḥ ca
Śrīparvata, Cakora
śataśaḥ anye ca parvatāḥ
und hunderte andere Berge
taiḥ vimiśrāḥ janapadāḥ
mit diesen vermischt die Völkerschaften
mlecchādyāḥ ca eva bhāgaśaḥ
auch die Mleccha und andere, bezirksweise

taiḥ pīyante saricchreṣṭhās tā budhyadhvaṃ dvijottamāḥ / gaṅgā sarasvatī sindhuś candrabhāgā tathāparā //

Von diesen Bergen werden die besten Flüsse gespeist; erkennt sie, oh beste der Zweifachgeborenen: Gaṅgā, Sarasvatī, Sindhu, Candrabhāgā, und eine weitere,

Wort für Wort
taiḥ pīyante saricchreṣṭhāḥ
von diesen werden die besten Flüsse gespeist
tāḥ budhyadhvam dvijottamāḥ
erkennt sie, oh beste der Zweifachgeborenen
gaṅgā sarasvatī sindhuḥ
Gaṅgā, Sarasvatī, Sindhu (Indus)
candrabhāgā tathā aparā
Candrabhāgā und eine weitere

yamunā śatadrur vipāśā vitastairāvatī kuhūḥ / gomatī dhūtapāpā ca bāhudā ca dṛṣadvatī //

Yamunā, Śatadru, Vipāśā, Vitastā, Airāvatī, Kuhū, Gomatī, Dhūtapāpā, Bāhudā, und Dṛṣadvatī,

Wort für Wort
yamunā śatadruḥ vipāśā
Yamunā, Śatadru, Vipāśā
vitastā airāvatī kuhūḥ
Vitastā, Airāvatī, Kuhū
gomatī dhūtapāpā ca
Gomatī, Dhūtapāpā
bāhudā ca dṛṣadvatī
Bāhudā und Dṛṣadvatī

vipāśā devikā cakṣur niṣṭhīvā gaṇḍakī tathā / kauśikī cāpagā caiva himavatpādaniḥsṛtāḥ //

Vipāśā, Devikā, Cakṣu, Niṣṭhīvā, Gaṇḍakī, und Kauśikī und Āpagā – diese sind dem Fuß des Himavat entsprungen.

Wort für Wort
vipāśā devikā cakṣuḥ
Vipāśā, Devikā, Cakṣu
niṣṭhīvā gaṇḍakī tathā
Niṣṭhīvā, Gaṇḍakī
kauśikī ca āpagā eva ca
und Kauśikī und Āpagā
himavatpādaniḥsṛtāḥ
dem Fuß des Himavat entsprungen

[Anm.: 'Vipāśā' erscheint hier ein zweites Mal (vgl. V.26); Wiederholung oder zwei gleichnamige Flüsse.]

devasmṛtir devavatī vātaghnī sindhur eva ca / veṇyā tu candanā caiva sadānīrā mahī tathā //

Devasmṛti, Devavatī, Vātaghnī, und ebenso Sindhu, Veṇyā, Candanā, Sadānīrā, und Mahī,

Wort für Wort
devasmṛtiḥ devavatī
Devasmṛti, Devavatī
vātaghnī sindhuḥ eva ca
Vātaghnī, und ebenso Sindhu
veṇyā tu candanā ca eva
Veṇyā und Candanā
sadānīrā mahī tathā
Sadānīrā und Mahī

[Anm.: Satz (Pāriyātra-entsprungene Flüsse) setzt sich bis V.29 fort.]

carmaṇvatī vṛṣī caiva vidiśā vedavaty api / siprā hy avantī ca tathā pāriyātrānugāḥ smṛtāḥ //

Carmaṇvatī, Vṛṣī, Vidiśā, Vedavatī, Siprā und Avantī – diese gelten als dem Berg Pāriyātra folgend entsprungen.

Wort für Wort
carmaṇvatī vṛṣī eva ca
Carmaṇvatī, Vṛṣī
vidiśā vedavatī api
Vidiśā, Vedavatī
siprā hi avantī ca tathā
Siprā und Avantī
pāriyātrānugāḥ smṛtāḥ
gelten als dem Pāriyātra folgend [entsprungen]

śoṇā mahānadī caiva narmadā surathā kriyā / mandākinī daśārṇā ca citrakūṭā tathāparā //

Śoṇā, Mahānadī, Narmadā, Surathā, Kriyā, Mandākinī, Daśārṇā, und eine weitere Citrakūṭā,

Wort für Wort
śoṇā mahānadī eva ca
Śoṇā, Mahānadī
narmadā surathā kriyā
Narmadā, Surathā, Kriyā
mandākinī daśārṇā ca
Mandākinī, Daśārṇā
citrakūṭā tathā aparā
und eine weitere Citrakūṭā

citrotpalā vetravatī karamodā piśācikā / tathānyātilaghuśroṇī vipāpmā śaivalā nadī //

Citrotpalā, Vetravatī, Karamodā, Piśācikā, und eine weitere Atilaghuśroṇī, Vipāpmā, und der Fluss Śaivalā,

Wort für Wort
citrotpalā vetravatī
Citrotpalā, Vetravatī
karamodā piśācikā
Karamodā, Piśācikā
tathā anyā atilaghuśroṇī
und eine weitere Atilaghuśroṇī
vipāpmā śaivalā nadī
Vipāpmā und der Fluss Śaivalā

sadherujā śaktimatī śakunī tridivā kramuḥ / ṛkṣapādaprasūtā vai tathānyā vegavāhinī //

Sadherujā, Śaktimatī, Śakunī, Tridivā, Kramu, und wahrlich eine weitere, die Reißendfließende – diese sind dem Fuß des Ṛkṣaparvata entsprungen.

Wort für Wort
sadherujā śaktimatī
Sadherujā, Śaktimatī
śakunī tridivā kramuḥ
Śakunī, Tridivā, Kramu
ṛkṣapādaprasūtā vai
wahrlich dem Fuß des Ṛkṣaparvata entsprungen
tathā anyā vegavāhinī
und eine weitere, die Reißendfließende

siprā payoṣṇī nirvindhyā tāpī caiva saridvarā / veṇā vaitaraṇī caiva sinīvālī kumudvatī //

Siprā, Payoṣṇī, Nirvindhyā, Tāpī, die beste der Flüsse, Veṇā, Vaitaraṇī, Sinīvālī, und Kumudvatī,

Wort für Wort
siprā payoṣṇī nirvindhyā
Siprā, Payoṣṇī, Nirvindhyā
tāpī eva ca saridvarā
Tāpī, die beste der Flüsse
veṇā vaitaraṇī eva ca
Veṇā, Vaitaraṇī
sinīvālī kumudvatī
Sinīvālī, Kumudvatī

toyā caiva mahāgaurī durgā cāntaḥśilā tathā / vindhyapādaprasūtās tā nadyaḥ puṇyajalāḥ śubhāḥ //

Toyā, Mahāgaurī, Durgā, und Antaḥśilā – diese heiligen, glückverheißenden Flüsse sind dem Fuß des Vindhya entsprungen.

Wort für Wort
toyā eva ca mahāgaurī
Toyā, Mahāgaurī
durgā ca antaḥśilā tathā
Durgā und Antaḥśilā
vindhyapādaprasūtāḥ
dem Fuß des Vindhya entsprungen
tāḥ nadyaḥ puṇyajalāḥ śubhāḥ
diese heiligen, glückverheißenden Flüsse

godāvarī bhīmarathī kṛṣṇaveṇā tathāpagā / tuṅgabhadrā suprayogā tathānyā pāpanāśinī //

Godāvarī, Bhīmarathī, Kṛṣṇaveṇā, und Āpagā, Tuṅgabhadrā, Suprayogā, und eine weitere, die Sündenvernichterin,

Wort für Wort
godāvarī bhīmarathī
Godāvarī, Bhīmarathī
kṛṣṇaveṇā tathā āpagā
Kṛṣṇaveṇā und Āpagā
tuṅgabhadrā suprayogā
Tuṅgabhadrā, Suprayogā
tathā anyā pāpanāśinī
und eine weitere, die Sündenvernichterin

sahyapādaviniṣkrāntā ity etāḥ saritāṃ varāḥ / kṛtamālā tāmraparṇī puṣyajā pratyalāvatī //

...diese besten der Flüsse sind dem Fuß des Berges Sahya entströmt. Kṛtamālā, Tāmraparṇī, Puṣyajā, und Pratyalāvatī,

Wort für Wort
sahyapādaviniṣkrāntāḥ
dem Fuß des Sahya entströmt
iti etāḥ saritām varāḥ
diese besten der Flüsse
kṛtamālā tāmraparṇī
Kṛtamālā, Tāmraparṇī
puṣyajā pratyalāvatī
Puṣyajā, Pratyalāvatī

malayādrisamudbhūtāḥ puṇyāḥ śītajalās tv imāḥ / pitṛsomarṣikulyā ca vañjulā tridivā ca yā //

...diese heiligen, kühlwassrigen Flüsse sind dem Berg Malaya entsprungen. Pitṛsoma, Ṛṣikulyā, Vañjulā, und Tridivā,

Wort für Wort
malayādrisamudbhūtāḥ
dem Berg Malaya entsprungen
puṇyāḥ śītajalāḥ tu imāḥ
diese heiligen, kühlwassrigen [Flüsse]
pitṛsoma ṛṣikulyā ca
Pitṛsoma, Ṛṣikulyā
vañjulā tridivā ca yā
Vañjulā und Tridivā

lāṅgulinī vaṃśakarā mahendraprabhavāḥ smṛtāḥ / suvikālā kumārī ca manūgā mandagāminī //

Lāṅgulinī, Vaṃśakarā – diese gelten als dem Berg Mahendra entsprungen. Suvikālā, Kumārī, Manūgā, und die Langsamfließende,

Wort für Wort
lāṅgulinī vaṃśakarā
Lāṅgulinī, Vaṃśakarā
mahendraprabhavāḥ smṛtāḥ
gelten als dem Mahendra entsprungen
suvikālā kumārī ca
Suvikālā, Kumārī
manūgā mandagāminī
Manūgā, die Langsamfließende

kṣayāpalāsinī caiva śuktimatprabhavāḥ smṛtāḥ / sarvāḥ puṇyāḥ sarasvatyaḥ sarvā gaṅgāḥ samudragāḥ //

Kṣayā und Palāśinī – diese gelten als dem Berg Śuktimat entsprungen. Alle sind heilige 'Sarasvatīs', alle sind 'Gaṅgās', die zum Ozean fließen.

Wort für Wort
kṣayā apalāsinī ca eva
Kṣayā und Palāśinī
śuktimatprabhavāḥ smṛtāḥ
gelten als dem Śuktimat entsprungen
sarvāḥ puṇyāḥ sarasvatyaḥ
alle sind heilige Sarasvatīs
sarvāḥ gaṅgāḥ samudragāḥ
alle sind zum Ozean fließende Gaṅgās

viśvasya mātaraḥ sarvāḥ sarvāḥ pāpaharāḥ smṛtāḥ / anyāḥ sahasraśaḥ proktāḥ kṣudranadyo dvijottamāḥ //

Alle sind Mütter des Universums, alle gelten als sündentilgend; andere, tausendfache, kleinere Flüsse sind ebenfalls genannt worden, oh beste der Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
viśvasya mātaraḥ sarvāḥ
Mütter des Universums, alle
sarvāḥ pāpaharāḥ smṛtāḥ
alle gelten als sündentilgend
anyāḥ sahasraśaḥ proktāḥ
andere, tausendfache, sind genannt worden
kṣudranadyaḥ dvijottamāḥ
kleinere Flüsse, oh beste der Zweifachgeborenen

prāvṛṭkālavahāḥ santi sadākālavahāś ca yāḥ / matsyā mukuṭakulyāś ca kuntalāḥ kāśikośalāḥ //

Es gibt Flüsse, die nur zur Regenzeit fließen, und solche, die beständig fließen. Die Matsyas, Mukuṭakulyas, Kuntalas, Kāśis und Kośalas,

Wort für Wort
prāvṛṭkālavahāḥ santi
es gibt zur Regenzeit fließende [Flüsse]
sadākālavahāḥ ca yāḥ
und solche, die beständig fließen
matsyāḥ mukuṭakulyāḥ ca
die Matsyas, Mukuṭakulyas
kuntalāḥ kāśikośalāḥ
Kuntalas, Kāśis und Kośalas

[Anm.: Ab V.41 folgt eine ausführliche, nach Himmelsrichtungen gegliederte Völkerliste (Madhyadeśa, Nord, Ost, Süd, West, Vindhya-Region, Berggebiete); Namen weitgehend als reine Ethnonyme transliteriert.]

andhrakāś ca kaliṅgāś ca śamakāś ca vṛkaiḥ saha / madhyadeśā janapadāḥ prāyaśo 'mī prakīrtitāḥ //

die Andhrakas, Kaliṅgas, und Śamakas samt den Vṛkas – diese sind größtenteils als die Völkerschaften des Mittellandes genannt worden.

Wort für Wort
andhrakāḥ ca kaliṅgāḥ ca
die Andhrakas, Kaliṅgas
śamakāḥ ca vṛkaiḥ saha
und die Śamakas samt den Vṛkas
madhyadeśāḥ janapadāḥ
die Völkerschaften des Mittellandes
prāyaśaḥ amī prakīrtitāḥ
diese sind größtenteils genannt worden

sahyasya cottare yas tu yatra godāvarī nadī / pṛthivyām api kṛtsnāyāṃ sa pradeśo manoramaḥ //

Was aber nördlich des Berges Sahya liegt, wo der Fluss Godāvarī fließt – diese Gegend ist, selbst auf der ganzen Erde gesehen, reizend.

Wort für Wort
sahyasya ca uttare yaḥ tu
was aber nördlich des Sahya
yatra godāvarī nadī
wo der Fluss Godāvarī [fließt]
pṛthivyām api kṛtsnāyām
selbst auf der ganzen Erde
sa pradeśaḥ manoramaḥ
diese Gegend ist reizend

govardhanapuraṃ ramyaṃ bhārgavasya mahātmanaḥ / vāhīkarāṭadhānāś ca sutīrāḥ kālatoyadāḥ //

Dort ist die liebliche Stadt Govardhana des hochgesinnten Bhārgava. Die Vāhīkas, Rāṭadhānas, Sutīras, Kālatoyadas,

Wort für Wort
govardhanapuram ramyam
die liebliche Stadt Govardhana
bhārgavasya mahātmanaḥ
des hochgesinnten Bhārgava
vāhīkarāṭadhānāḥ ca
die Vāhīkas, Rāṭadhānas
sutīrāḥ kālatoyadāḥ
Sutīras, Kālatoyadas

aparāntāś ca śūdrāś ca vāhlikāś ca sakeralāḥ / gāndhārā yavanāś caiva sindhusauvīramadrakāḥ //

die Aparāntas, Śūdras, Vāhlikas samt den Keralas, die Gāndhāras und Yavanas, und die Sindhu-Sauvīras und Madrakas,

Wort für Wort
aparāntāḥ ca śūdrāḥ ca
die Aparāntas, Śūdras
vāhlikāḥ ca sakeralāḥ
Vāhlikas samt den Keralas
gāndhārāḥ yavanāḥ eva ca
die Gāndhāras und Yavanas
sindhusauvīramadrakāḥ
die Sindhu-Sauvīras und Madrakas

śatadruhāḥ kaliṅgāś ca pāradā hārabhūṣikāḥ / māṭharāś caiva kanakāḥ kaikeyā dambhamālikāḥ //

die Śatadruhas, Kaliṅgas, Pāradas, Hārabhūṣikas, Māṭharas, Kanakas, Kaikeyas, und Dambhamālikas,

Wort für Wort
śatadruhāḥ kaliṅgāḥ ca
die Śatadruhas, Kaliṅgas
pāradāḥ hārabhūṣikāḥ
Pāradas, Hārabhūṣikas
māṭharāḥ eva ca kanakāḥ
Māṭharas und Kanakas
kaikeyāḥ dambhamālikāḥ
Kaikeyas, Dambhamālikas

kṣatriyopamadeśāś ca vaiśyaśūdrakulāni ca / kāmbojāś caiva viprendrā barbarāś ca salaukikāḥ //

die 'kṣatriyagleichen' Länder, die Vaiśya-Śūdra-Geschlechter, die Kāmbojas, die vornehmen Brahmanen [dort], die Barbaras samt den Laukikas,

Wort für Wort
kṣatriyopamadeśāḥ ca
die kṣatriyagleichen Länder
vaiśyaśūdrakulāni ca
die Vaiśya-Śūdra-Geschlechter
kāmbojāḥ eva ca viprendrāḥ
die Kāmbojas und die vornehmen Brahmanen [?]
barbarāḥ ca salaukikāḥ
die Barbaras samt den Laukikas

[?: 'viprendrāḥ' ('Brahmanenfürsten') wirkt in dieser Ethnonym-Reihe ungewöhnlich; Bedeutung bleibt unsicher.]

vīrāś caiva tuṣārāś ca pahlavādhāyatā narāḥ / ātreyāś ca bharadvājāḥ puṣkalāś ca daśerakāḥ //

die Vīras, Tuṣāras, und die von den Pahlavas abhängigen Männer, die Ātreyas, Bharadvājas, Puṣkalas, und Daśerakas,

Wort für Wort
vīrāḥ eva ca tuṣārāḥ ca
die Vīras und Tuṣāras
pahlavādhāyatā narāḥ
die von den Pahlavas abhängigen Männer
ātreyāḥ ca bharadvājāḥ
die Ātreyas, Bharadvājas
puṣkalāḥ ca daśerakāḥ
Puṣkalas und Daśerakas

lampakāḥ śunaśokāś ca kulikā jāṅgalaiḥ saha / auṣadhyaś calacandrā ca kirātānāṃ ca jātayaḥ //

die Lampakas, Śunaśokas, Kulikas samt den Jāṅgalas, die Auṣadhyas, Calacandras, und die Stämme der Kirātas,

Wort für Wort
lampakāḥ śunaśokāḥ ca
die Lampakas, Śunaśokas
kulikāḥ jāṅgalaiḥ saha
Kulikas samt den Jāṅgalas
auṣadhyaḥ calacandrā ca
die Auṣadhyas, Calacandras
kirātānām ca jātayaḥ
und die Stämme der Kirātas

tomarā haṃsamārgāś ca kāśmīrāḥ karuṇās tathā / śūlikāḥ kuhakāś caiva māgadhāś ca tathaiva ca //

die Tomaras, Haṃsamārgas, Kāśmīras, Karuṇas, Śūlikas, Kuhakas, und ebenso die Māgadhas.

Wort für Wort
tomarāḥ haṃsamārgāḥ ca
die Tomaras, Haṃsamārgas
kāśmīrāḥ karuṇāḥ tathā
Kāśmīras, Karuṇas
śūlikāḥ kuhakāḥ eva ca
Śūlikas, Kuhakas
māgadhāḥ ca tathaiva ca
und ebenso die Māgadhas

ete deśā udīcyās tu prācyān deśān nibodhata / andhā vāmaṅkurākāś ca vallakāś ca makhāntakāḥ //

Dies sind die nördlichen Länder; vernehmt nun die östlichen Länder: die Andhas, Vāmaṅkurākas, Vallakas, und Makhāntakas,

Wort für Wort
ete deśāḥ udīcyāḥ tu
dies sind die nördlichen Länder
prācyān deśān nibodhata
vernehmt die östlichen Länder
andhāḥ vāmaṅkurākāḥ ca
die Andhas, Vāmaṅkurākas
vallakāḥ ca makhāntakāḥ
Vallakas und Makhāntakas

tathāpare 'ṅgā vaṅgāś ca maladā mālavartikāḥ / bhadratuṅgāḥ pratijayā bhāryāṅgāś cāpamardakāḥ //

und ferner die Aṅgas, Vaṅgas, Maladas, Mālavartikas, Bhadratuṅgas, Pratijayas, Bhāryāṅgas, und Apamardakas,

Wort für Wort
tathā apare aṅgāḥ vaṅgāḥ ca
und ferner die Aṅgas, Vaṅgas
maladā mālavartikāḥ
Maladas, Mālavartikas
bhadratuṅgāḥ pratijayāḥ
Bhadratuṅgas, Pratijayas
bhāryāṅgāḥ ca apamardakāḥ
Bhāryāṅgas und Apamardakas

prāgjyotiṣāś ca madrāś ca videhās tāmraliptakāḥ / mallā magadhakā nandāḥ prācyā janapadās tathā //

die Prāgjyotiṣas, Madras, Videhas, Tāmraliptakas, Mallas, Magadhakas, und Nandas – dies sind die östlichen Völkerschaften.

Wort für Wort
prāgjyotiṣāḥ ca madrāḥ ca
die Prāgjyotiṣas, Madras
videhāḥ tāmraliptakāḥ
Videhas, Tāmraliptakas
mallāḥ magadhakāḥ nandāḥ
Mallas, Magadhakas, Nandas
prācyāḥ janapadāḥ tathā
dies sind die östlichen Völkerschaften

athāpare janapadā dakṣiṇāpathavāsinaḥ / pūrṇāś ca kevalāś caiva golāṅgūlās tathaiva ca //

Nun die anderen Völkerschaften, die Bewohner des Südwegs: die Pūrṇas, Kevalas, und ebenso die Golāṅgūlas,

Wort für Wort
atha apare janapadāḥ
nun die anderen Völkerschaften
dakṣiṇāpathavāsinaḥ
die Bewohner des Südwegs
pūrṇāḥ ca kevalāḥ eva ca
die Pūrṇas und Kevalas
golāṅgūlāḥ tathaiva ca
und ebenso die Golāṅgūlas

ṛṣikā muṣikāś caiva kumārā rāmaṭhāḥ śakāḥ / mahārāṣṭrā māhiṣakāḥ kaliṅgāś caiva sarvaśaḥ //

die Ṛṣikas, Muṣikas, Kumāras, Rāmaṭhas, Śakas, Mahārāṣṭras, Māhiṣakas, und durchweg die Kaliṅgas,

Wort für Wort
ṛṣikāḥ muṣikāḥ eva ca
die Ṛṣikas, Muṣikas
kumārāḥ rāmaṭhāḥ śakāḥ
Kumāras, Rāmaṭhas, Śakas
mahārāṣṭrāḥ māhiṣakāḥ
Mahārāṣṭras, Māhiṣakas
kaliṅgāḥ eva ca sarvaśaḥ
und durchweg die Kaliṅgas

ābhīrāḥ saha vaiśikyā aṭavyāḥ saravāś ca ye / pulindāś caiva mauleyā vaidarbhā daṇḍakaiḥ saha //

die Ābhīras samt den Vaiśikyas, die Aṭavyas und Saravas, die Pulindas, Mauleyas, und die Vaidarbhas samt den Daṇḍakas,

Wort für Wort
ābhīrāḥ saha vaiśikyāḥ
die Ābhīras samt den Vaiśikyas
aṭavyāḥ saravāḥ ca ye
die Aṭavyas und Saravas
pulindāḥ eva ca mauleyāḥ
die Pulindas, Mauleyas
vaidarbhāḥ daṇḍakaiḥ saha
die Vaidarbhas samt den Daṇḍakas

paulikā maulikāś caiva aśmakā bhojavardhanāḥ / kaulikāḥ kuntalāś caiva dambhakā nīlakālakāḥ //

die Paulikas, Maulikas, Aśmakas, Bhojavardhanas, Kaulikas, Kuntalas, Dambhakas, und Nīlakālakas.

Wort für Wort
paulikāḥ maulikāḥ eva ca
die Paulikas, Maulikas
aśmakāḥ bhojavardhanāḥ
Aśmakas, Bhojavardhanas
kaulikāḥ kuntalāḥ eva ca
Kaulikas, Kuntalas
dambhakāḥ nīlakālakāḥ
Dambhakas und Nīlakālakas

dākṣiṇātyās tv amī deśā aparāntān nibodhata / śūrpārakāḥ kālidhanā lolās tālakaṭaiḥ saha //

Dies sind die südlichen Länder; vernehmt nun die westlichen: die Śūrpārakas, Kālidhanas, Lolas samt den Tālakaṭas,

Wort für Wort
dākṣiṇātyāḥ tu amī deśāḥ
dies sind die südlichen Länder
aparāntān nibodhata
vernehmt die westlichen
śūrpārakāḥ kālidhanāḥ
die Śūrpārakas, Kālidhanas
lolāḥ tālakaṭaiḥ saha
Lolas samt den Tālakaṭas

ity ete hy aparāntāś ca śṛṇudhvaṃ vindhyavāsinaḥ / malajāḥ karkaśāś caiva melakāś colakaiḥ saha //

Dies sind die westlichen Völker; hört nun von den Vindhya-Bewohnern: die Malajas, Karkaśas, Melakas samt den Colakas,

Wort für Wort
iti ete hi aparāntāḥ ca
dies sind die westlichen [Völker]
śṛṇudhvam vindhyavāsinaḥ
hört von den Vindhya-Bewohnern
malajāḥ karkaśāḥ eva ca
die Malajas, Karkaśas
melakāḥ colakaiḥ saha
Melakas samt den Colakas

uttamārṇā daśārṇāś ca bhojāḥ kiṣkindhakaiḥ saha / toṣalāḥ kośalāś caiva traipurā vaidiśās tathā //

die Uttamārṇas, Daśārṇas, Bhojas samt den Kiṣkindhakas, die Toṣalas, Kośalas, Traipuras, und Vaidiśas,

Wort für Wort
uttamārṇāḥ daśārṇāḥ ca
die Uttamārṇas, Daśārṇas
bhojāḥ kiṣkindhakaiḥ saha
Bhojas samt den Kiṣkindhakas
toṣalāḥ kośalāḥ eva ca
Toṣalas, Kośalas
traipurāḥ vaidiśāḥ tathā
Traipuras und Vaidiśas

tumburās tu carāś caiva yavanāḥ pavanaiḥ saha / abhayā ruṇḍikerāś ca carcarā hotradhartayaḥ //

die Tumburas, Caras, Yavanas samt den Pavanas, die Abhayas, Ruṇḍikeras, Carcaras, und Hotradhartayas.

Wort für Wort
tumburāḥ tu carāḥ eva ca
die Tumburas, Caras
yavanāḥ pavanaiḥ saha
Yavanas samt den Pavanas
abhayāḥ ruṇḍikerāḥ ca
die Abhayas, Ruṇḍikeras
carcarāḥ hotradhartayaḥ
Carcaras und Hotradhartayas

ete janapadāḥ sarve tatra vindhyanivāsinaḥ / ato deśān pravakṣyāmi parvatāśrayiṇaś ca ye //

All diese Völkerschaften dort sind Vindhya-Bewohner. Nun werde ich die Länder verkünden, die sich auf Berge stützen.

Wort für Wort
ete janapadāḥ sarve
all diese Völkerschaften
tatra vindhyanivāsinaḥ
dort Vindhya-Bewohner
ataḥ deśān pravakṣyāmi
nun werde ich die Länder verkünden
parvatāśrayiṇaḥ ca ye
die sich auf Berge stützen

nīhārās tuṣamārgāś ca kuravas tuṅgaṇāḥ khasāḥ / karṇaprāvaraṇāś caiva ūrṇā darghāḥ sakuntakāḥ //

die Nīhāras, Tuṣamārgas, Kuravas, Tuṅgaṇas, Khasas, Karṇaprāvaraṇas, Ūrṇās, Darghas samt den Kuntakas,

Wort für Wort
nīhārāḥ tuṣamārgāḥ ca
die Nīhāras, Tuṣamārgas
kuravaḥ tuṅgaṇāḥ khasāḥ
Kuravas, Tuṅgaṇas, Khasas
karṇaprāvaraṇāḥ eva ca
die Karṇaprāvaraṇas
ūrṇā darghāḥ sakuntakāḥ
Ūrṇās, Darghas samt den Kuntakas

citramārgā mālavāś ca kirātās tomaraiḥ saha / kṛtatretādikaś cātra caturyugakṛto vidhiḥ //

die Citramārgas, Mālavas, Kirātas samt den Tomaras. Und hier gilt die durch die vier Weltzeitalter, angefangen mit Kṛta und Tretā, geschaffene Ordnung.

Wort für Wort
citramārgāḥ mālavāḥ ca
die Citramārgas, Mālavas
kirātāḥ tomaraiḥ saha
Kirātas samt den Tomaras
kṛtatretādikaḥ ca atra
und hier, angefangen mit Kṛta und Tretā
caturyugakṛtaḥ vidhiḥ
die durch die vier Weltzeitalter geschaffene Ordnung

[Anm.: Der letzte Halbvers bleibt knapp; vermutlich ein Hinweis, dass sich die geographisch-ethnographische Ordnung mit den Yugas wandelt.]

evaṃ tu bhārataṃ varṣaṃ navasaṃsthānasaṃsthitam / dakṣiṇe parato yasya pūrve caiva mahodadhiḥ //

So also ist das Land Bhārata, in neunfacher Gestalt bestehend, in dessen Süden jenseits und auch im Osten der große Ozean liegt.

Wort für Wort
evam tu bhāratam varṣam
so also ist das Land Bhārata
navasaṃsthānasaṃsthitam
in neunfacher Gestalt bestehend
dakṣiṇe parataḥ yasya
in dessen Süden jenseits
pūrve ca eva mahodadhiḥ
und auch im Osten der große Ozean

himavān uttareṇāsya kārmukasya yathā guṇaḥ / tad etad bhārataṃ varṣaṃ sarvabījaṃ dvijottamāḥ //

Der Himavat liegt in dessen Norden, wie die Sehne eines Bogens; dieses Land Bhārata ist der 'Allsame', oh beste der Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
himavān uttareṇa asya
der Himavat in dessen Norden
kārmukasya yathā guṇaḥ
wie die Sehne eines Bogens
tat etat bhāratam varṣam
dieses Land Bhārata
sarvabījam dvijottamāḥ
ist der 'Allsame', oh beste der Zweifachgeborenen

[Anm.: Gleichnis vom Bogen – der Himavat als Sehne (guṇa), die südliche Küstenlinie als gebogener Bogenkörper.]

brahmatvam amareśatvaṃ devatvaṃ marutāṃ tathā / mṛgayakṣāpsaroyoniṃ tadvat sarpasarīsṛpāḥ //

Brahma-Sein, die Herrschaft der Unsterblichen, Gott-Sein, ebenso Sein als Marut, Geburt als Tier, Yakṣa oder Apsaras, ebenso Schlangen und Kriechtiere...

Wort für Wort
brahmatvam amareśatvam
Brahma-Sein, die Herrschaft der Unsterblichen
devatvam marutām tathā
Gott-Sein, ebenso Sein als Marut
mṛgayakṣāpsaroyonim
Geburt als Tier, Yakṣa oder Apsaras
tadvat sarpasarīsṛpāḥ
ebenso Schlangen und Kriechtiere

[Anm.: Satz setzt sich in V.68 fort.]

sthāvarāṇāṃ ca sarveṣāṃ mito viprāḥ śubhāśubhaiḥ / prayānti karmabhūr viprā nānyā lokeṣu vidyate //

...und aller unbeweglichen Wesen – all diese Geburtsformen erlangt man wechselseitig durch heilvolle und unheilvolle Taten, oh Brahmanen; eine solche Karma-Erde gibt es sonst in keiner der Welten.

Wort für Wort
sthāvarāṇām ca sarveṣām
und aller unbeweglichen Wesen
mitaḥ viprāḥ śubhāśubhaiḥ
wechselseitig, oh Brahmanen, durch heilvolle und unheilvolle Taten
prayānti karmabhūḥ viprāḥ
erlangt man, [dies ist] die Karma-Erde, oh Brahmanen
na anyā lokeṣu vidyate
eine solche gibt es sonst in keiner Welt

devānām api bho viprāḥ sadaivaiṣa manorathaḥ / api mānuṣyam āpsyāmo devatvāt pracyutāḥ kṣitau //

Auch bei den Göttern, oh Brahmanen, besteht stets dieser Wunsch: 'Möchten wir doch, vom Gott-Sein herabgefallen, auf der Erde die Menschheit erlangen!'

Wort für Wort
devānām api bho viprāḥ
auch bei den Göttern, oh Brahmanen
sadā eva eṣaḥ manorathaḥ
besteht stets dieser Wunsch
api mānuṣyam āpsyāmaḥ
möchten wir doch die Menschheit erlangen
devatvāt pracyutāḥ kṣitau
vom Gott-Sein herabgefallen, auf der Erde

manuṣyaḥ kurute yat tu tan na śakyaṃ surāsuraiḥ / tatkarmanigaḍagrastais tatkarmakṣapaṇonmukhaiḥ //

Denn was ein Mensch tut, das vermögen Götter und Asuras nicht zu tun, die von den Fesseln jener eigenen Taten ergriffen sind, aber darauf ausgerichtet, jene Taten zu erschöpfen.

Wort für Wort
manuṣyaḥ kurute yat tu
was aber ein Mensch tut
tat na śakyam surāsuraiḥ
das vermögen Götter und Asuras nicht
tatkarmanigaḍagrastaiḥ
die von den Fesseln jener Taten ergriffen sind
tatkarmakṣapaṇonmukhaiḥ
aber darauf ausgerichtet, jene Taten zu erschöpfen

na bhāratasamaṃ varṣaṃ pṛthivyām asti bho dvijāḥ / yatra viprādayo varṇāḥ prāpnuvanty abhivāñchitam //

Kein dem Bhārata gleiches Land gibt es auf Erden, oh Brahmanen, wo die Kasten, angefangen mit den Brahmanen, das Ersehnte erlangen.

Wort für Wort
na bhāratasamam varṣam
kein dem Bhārata gleiches Land
pṛthivyām asti bho dvijāḥ
gibt es auf Erden, oh Brahmanen
yatra viprādayaḥ varṇāḥ
wo die Kasten, angefangen mit den Brahmanen
prāpnuvanti abhivāñchitam
erlangen das Ersehnte

dhanyās te bhārate varṣe jāyante ye narottamāḥ / dharmārthakāmamokṣāṇāṃ prāpnuvanti mahāphalam //

Glücklich sind jene besten Menschen, die im Land Bhārata geboren werden; sie erlangen die große Frucht von Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa.

Wort für Wort
dhanyāḥ te bhārate varṣe
glücklich sind jene im Land Bhārata
jāyante ye narottamāḥ
geboren werden, jene besten Menschen
dharmārthakāmamokṣāṇām
von Dharma, Artha, Kāma und Mokṣa
prāpnuvanti mahāphalam
erlangen sie die große Frucht

prāpyate yatra tapasaḥ phalaṃ paramadurlabham / sarvadānaphalaṃ caiva sarvayajñaphalaṃ tathā //

Dort wird die überaus schwer erreichbare Frucht der Askese erlangt, ebenso die Frucht aller Gaben und die Frucht aller Opfer,

Wort für Wort
prāpyate yatra tapasaḥ phalam
dort wird die Frucht der Askese erlangt
paramadurlabham
die überaus schwer erreichbare
sarvadānaphalam eva ca
ebenso die Frucht aller Gaben
sarvayajñaphalam tathā
und die Frucht aller Opfer

tīrthayātrāphalaṃ caiva gurusevāphalaṃ tathā / devatārādhanaphalaṃ svādhyāyasya phalaṃ dvijāḥ //

die Frucht der Pilgerfahrt, die Frucht des Lehrerdienstes, die Frucht der Gottesverehrung, die Frucht des Vedastudiums, oh Brahmanen,

Wort für Wort
tīrthayātrāphalam eva ca
die Frucht der Pilgerfahrt
gurusevāphalam tathā
die Frucht des Lehrerdienstes
devatārādhanaphalam
die Frucht der Gottesverehrung
svādhyāyasya phalam dvijāḥ
die Frucht des Vedastudiums, oh Brahmanen

yatra devāḥ sadā hṛṣṭā janma vāñchanti śobhanam / nānāvrataphalaṃ caiva nānāśāstraphalaṃ tathā //

wo die Götter, stets erfreut, sich eine schöne Geburt wünschen; die Frucht mancherlei Gelübde, ebenso die Frucht mancherlei Lehrschriften,

Wort für Wort
yatra devāḥ sadā hṛṣṭāḥ
wo die Götter, stets erfreut
janma vāñchanti śobhanam
sich eine schöne Geburt wünschen
nānāvrataphalam eva ca
die Frucht mancherlei Gelübde
nānāśāstraphalam tathā
und die Frucht mancherlei Lehrschriften

ahiṃsādiphalaṃ samyak phalaṃ sarvābhivāñchitam / brahmacaryaphalaṃ caiva gārhasthyena ca yat phalam //

die Frucht der Gewaltlosigkeit und anderer Tugenden recht, die Frucht aller Wünsche, die Frucht des Keuschheitsstandes, und die Frucht des Hausvaterstandes,

Wort für Wort
ahiṃsādiphalam samyak
die Frucht der Gewaltlosigkeit und anderer [Tugenden] recht
phalam sarvābhivāñchitam
die Frucht aller Wünsche
brahmacaryaphalam eva ca
die Frucht des Keuschheitsstandes
gārhasthyena ca yat phalam
und die Frucht des Hausvaterstandes

yat phalaṃ vanavāsena saṃnyāsena ca yat phalam / iṣṭāpūrtaphalaṃ caiva tathānyac chubhakarmaṇām //

die Frucht des Waldeinsiedler-Lebens, und die Frucht der Entsagung, die Frucht von Opfer und frommen Werken, und ebenso die Frucht anderer heilvoller Taten –

Wort für Wort
yat phalam vanavāsena
die Frucht durch das Waldeinsiedler-Leben
saṃnyāsena ca yat phalam
und die Frucht durch die Entsagung
iṣṭāpūrtaphalam eva ca
die Frucht von Opfer und frommen Werken
tathā anyat śubhakarmaṇām
und ebenso [die Frucht] anderer heilvoller Taten

prāpyate bhārate varṣe na cānyatra dvijottamāḥ / kaḥ śaknoti guṇān vaktuṃ bhāratasyākhilān dvijāḥ //

all das wird im Land Bhārata erlangt, nirgendwo sonst, oh beste der Zweifachgeborenen. Wer vermag alle Vorzüge Bhāratas vollständig zu nennen, oh Brahmanen?

Wort für Wort
prāpyate bhārate varṣe
wird im Land Bhārata erlangt
na ca anyatra dvijottamāḥ
und nirgendwo sonst, oh beste der Zweifachgeborenen
kaḥ śaknoti guṇān vaktum
wer vermag die Vorzüge zu nennen
bhāratasya akhilān dvijāḥ
alle Bhāratas, oh Brahmanen

evaṃ samyaṅ mayā proktaṃ bhārataṃ varṣam uttamam / sarvapāpaharaṃ puṇyaṃ dhanyaṃ buddhivivardhanam //

So ist von mir das vortreffliche Land Bhārata recht verkündet worden – allsündentilgend, heilig, glückbringend, den Verstand mehrend.

Wort für Wort
evam samyak mayā proktam
so ist von mir recht verkündet worden
bhāratam varṣam uttamam
das vortreffliche Land Bhārata
sarvapāpaharam puṇyam
allsündentilgend, heilig
dhanyam buddhivivardhanam
glückbringend, den Verstand mehrend

ya idaṃ śṛṇuyān nityaṃ paṭhed vā niyatendriyaḥ / sarvapāpair vinirmukto viṣṇulokaṃ sa gacchati //

Wer dies beständig hört oder liest, mit gebändigten Sinnen, der geht, von allen Sünden befreit, in Viṣṇus Welt ein.

Wort für Wort
yaḥ idam śṛṇuyāt nityam
wer dies beständig hört
paṭhet vā niyatendriyaḥ
oder liest, mit gebändigten Sinnen
sarvapāpaiḥ vinirmuktaḥ
von allen Sünden befreit
viṣṇulokam sa gacchati
geht er in Viṣṇus Welt ein

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