Kapitel 67: pratiyātrāphalapratiṣṭhāvidhivarṇanam
Die Frucht jeder einzelnen Festfahrt und die vorschriftsmäßige Ordnung der abschließenden Pratiṣṭhā-Weihe
Brahmā legt zunächst dar, dass der Anblick der drei Bildnisse bei jeder der genannten Festfahrten (Guḍivā, Utthāna, Phālgunī, Viṣuva) zur Welt Viṣṇus führt, und dass wiederholter Vollzug der Jyeṣṭha-Festfahrt entsprechend lang andauerndes Glück in dieser Welt gewährt. Wer die zwölf Festfahrten eines Jahres vollständig durchgeführt hat, soll abschließend die sündentilgende 'Pratiṣṭhā'-Weihe vollziehen: eine ausführlich beschriebene zweitägige Zeremonie an der Jyeṣṭha-Ekādaśī/Dvādaśī mit rituellem Bad, Sonnenverehrung, häuslicher Abhiṣeka- und Pañcopacāra-Verehrung des Puruṣottama, nächtlicher Wache mit Vāsudeva-Erzählung und Gesang, und am folgenden Morgen der festlichen Speisung und reichen Beschenkung von zwölf gelehrten Brahmanen sowie des Guru. Den Abschluss bildet eine große eschatologische Schilderung: der Vollzieher durchwandert nacheinander, mit jeweils abnehmender Verweildauer in Kalpas, die Welten Viṣṇus, Brahmās, Rudras, Golokas, der Prajāpatis, Indras (Śakra), der Götter, der Sterne (Nakṣatra), des Mondes, der Sonne und der Gandharvas, kehrt dann als rechtschaffener Weltherrscher (Cakravartin) zur Erde zurück, gelangt nach dessen Herrschaft in die erlösungsspendende Welt der Yogis und wird schließlich in einer erlesenen vaiṣṇavischen Brahmanenfamilie wiedergeboren, um durch den Vaiṣṇava-Yoga die endgültige Erlösung (Mokṣa) zu erlangen.
Die Munis sprachen: Doch von jeder einzelnen Festfahrt sage die Frucht gesondert, gesondert, welche ein Mann oder eine dort gesammelte Frau erlangt, indem er/sie sie vollzieht.
Brahmā sprach: Hört, o Brahmanen, von mir gesprochen die Frucht jeder einzelnen Festfahrt (Pratiyātrā), welche ein wohlgesammelter Mann erlangt, indem er sie an jenem heiligen Gebiet vollzieht.
Wort für Wort
brahmā uvāca
Brahmā sprach
pratiyātrāphalaṃ
die Frucht jeder einzelnen Festfahrt
viprāḥ śṛṇudhvaṃ
o Brahmanen, hört
gadataḥ mama
von mir gesprochen
yat prāpnoti naraḥ
welche der Mann erlangt
kṛtvā tasmin kṣetre susaṃyataḥ
indem er sie, wohlgesammelt, an jenem heiligen Gebiet vollzieht
Bei der Guḍivā[-Fahrt], ebenso bei der Utthāna[-Fahrt], bei der Phālgunī[-Fahrt] und ebenso beim Viṣuva[-Fest] – nachdem man die Festfahrt vorschriftsmäßig vollzogen, Kṛṣṇa gesehen und sich verneigt hat,
Wort für Wort
guḍivāyāṃ
bei der Guḍivā(-Fahrt)
tathā utthāne
ebenso bei der Utthāna(-Fahrt)
phālgunyāṃ
bei der Phālgunī(-Fahrt)
viṣuve tathā
und ebenso beim Viṣuva(-Fest)
yātrāṃ kṛtvā vidhānena
nachdem man die Festfahrt vorschriftsmäßig vollzogen hat
saṃkarṣaṇaṃ subhadrāṃ ca labhet sarvatra vai phalam /
naro gacched viṣṇuloke yāvad indrāś caturdaśa // BrP_67.4 //
und Saṃkarṣaṇa und Subhadrā [gesehen hat], erlangt man überall fürwahr [dieselbe] Frucht: der Mann geht zur Welt Viṣṇus, [und verweilt dort,] solange vierzehn Indras [amtieren].
Sooft ein Mann die Festfahrt im Monat Jyeṣṭha vorschriftsmäßig vollzieht, so viele Kalpas lang genießt er Glück in der Welt Viṣṇus – kein Zweifel.
Wort für Wort
yāvat yātrāṃ
sooft die Festfahrt
jyeṣṭhamāse karoti vidhivat naraḥ
der Mann im Monat Jyeṣṭha vorschriftsmäßig vollzieht
tāvat kalpaṃ
so viele Kalpas lang
viṣṇuloke sukhaṃ bhuṅkte
genießt er Glück in der Welt Viṣṇus
na saṃśayaḥ
kein Zweifel
[Anm.: Die Konstruktion yāvat...tāvat kalpam ist doppeldeutig – sie könnte auch 'für die Dauer eines [einzigen] Kalpa' statt 'für so viele Kalpas, wie oft [vollzogen]' bedeuten.]
An jenem trefflichen, heiligen, lieblichen heiligen Gebiet, dem glückverheißenden Puruṣottama[-Kṣetra], das den Menschen Genuss und Erlösung gewährt und allen Wesen Glück bringt,
Wort für Wort
tasmin kṣetravare puṇye ramye
an jenem trefflichen, heiligen, lieblichen heiligen Gebiet
jyeṣṭhe yātrāṃ naraḥ kṛtvā nārī vā saṃyatendriyaḥ /
yathoktena vidhānena daśa dve ca samāhitaḥ // BrP_67.7 //
nachdem ein Mann oder eine Frau mit gezügelten Sinnen die Jyeṣṭha-Festfahrt nach der genannten Vorschrift vollzogen hat, zwölf [Mal] und wohlgesammelt,
Wort für Wort
jyeṣṭhe yātrāṃ
die Jyeṣṭha-Festfahrt
naraḥ kṛtvā nārī vā saṃyatendriyaḥ
nachdem ein Mann oder eine Frau mit gezügelten Sinnen vollzogen hat
pratiṣṭhāṃ kurute yas tu śāṭhyadambhavivarjitaḥ /
sa bhuktvā vividhān bhogān mokṣaṃ cānte labhed dhruvam // BrP_67.8 //
wer, frei von Betrug und Heuchelei, [dann] die Pratiṣṭhā[-Weihe] vollzieht, der erlangt, nachdem er mannigfache Genüsse genossen hat, am Ende sicherlich die Erlösung.
{munaya ūcuḥ: }
śrotum icchāmahe deva pratiṣṭhāṃ vadatas tava /
vidhānaṃ cārcanaṃ dānaṃ phalaṃ tatra jagatpateḥ // BrP_67.9 //
Die Munis sprachen: Wir wünschen zu hören, o Gott, von dir gesprochen, über die Pratiṣṭhā: die Vorschrift, die Verehrung, die Gabe und die Frucht dabei, o Herr der Welt.
Brahmā sprach: Hört, o Tiger unter den Munis, [von] der durch die Vorschrift verkündeten Pratiṣṭhā, durch deren Vollzug mit Hingabe ein Mann oder eine Frau die Frucht erlangt.
Wenn die zwölf Festfahrten vollständig [durchgeführt] sind, o Beste der Zweifachgeborenen, dann soll man vorschriftsmäßig die sündenvernichtende Pratiṣṭhā vollziehen.
jyeṣṭhe māsi site pakṣe tv ekādaśyāṃ samāhitaḥ /
gatvā jalāśayaṃ puṇyam ācamya prayataḥ śuciḥ // BrP_67.12 //
Im Monat Jyeṣṭha, in der hellen Monatshälfte, an der Ekādaśī, wohlgesammelt, zu einem heiligen Wasserbecken gegangen, nachdem man Sipp-Wasser genommen hat (Ācamana), geläutert und rein,
Wort für Wort
jyeṣṭhe māsi site pakṣe
im Monat Jyeṣṭha, in der hellen Monatshälfte
tu ekādaśyāṃ samāhitaḥ
an der Ekādaśī, wohlgesammelt
gatvā jalāśayaṃ puṇyam
zu einem heiligen Wasserbecken gegangen
ācamya prayataḥ śuciḥ
nachdem man Sipp-Wasser (Ācamana) genommen hat, geläutert und rein
nachdem man alle Pilgerstätten herbeigerufen (Āvāhana) und ebenso an Nārāyaṇa gedacht hat, soll man dann vorschriftsmäßig und wohlgesammelt das Bad vollziehen.
snātvā samyag vidhānena tato devān ṛṣīn pitṝn /
saṃtarpayet tathānyāṃś ca nāmagotravidhānavit // BrP_67.15 //
Nachdem er sich vollständig nach Vorschrift gebadet hat, soll er dann die Götter, die Weisen und die Ahnen zufriedenstellen (Tarpaṇa), und ebenso andere, kundig der Vorschrift von Namen und Gotra.
Wort für Wort
snātvā samyak vidhānena
nachdem er sich vollständig nach Vorschrift gebadet hat
tataḥ devān ṛṣīn pitṝn saṃtarpayet
soll er dann die Götter, Weisen und Ahnen zufriedenstellen
Nachdem er [aus dem Wasser] herausgestiegen ist, zwei gewaschene, makellose Kleider fürwahr angelegt hat, und nach Vorschrift die Wasserberührung (Ācamana) vollzogen hat, dann, der Sonne zugewandt,
Wort für Wort
uttīrya
nachdem er (aus dem Wasser) herausgestiegen ist
vāsasī dhaute nirmale paridhāya vai
zwei gewaschene, makellose Kleider fürwahr angelegt hat
upaspṛśya vidhānena
nach Vorschrift die Wasserberührung (Ācamana) vollzogen hat
puṇyāṃś ca sauramantrāṃś ca śraddhayā susamāhitaḥ /
triḥ pradakṣiṇam āvṛtya bhāskaraṃ praṇamet tataḥ // BrP_67.18 //
Und die heiligen Sonnen-Mantras [murmelnd], mit Glauben wohlgesammelt, soll er, nachdem er dreimal die Umwandlung (Pradakṣiṇa) vollzogen hat, sich dann vor der Sonne verneigen.
Wort für Wort
puṇyān ca sauramantrān ca
und die heiligen Sonnen-Mantras
śraddhayā susamāhitaḥ
mit Glauben, wohlgesammelt
triḥ pradakṣiṇam āvṛtya
nachdem er dreimal die Umwandlung (Pradakṣiṇa) vollzogen hat
Für die drei [oberen] Stände wird das im Veda verkündete Bad und Murmelgebet (Jāpya) überliefert; für Frauen und Śūdras ist Bad und Murmelgebet frei von der im Veda verkündeten Vorschrift.
Wort für Wort
vedoktaṃ triṣu varṇeṣu
für die drei (oberen) Stände, im Veda verkündet
snānaṃ jāpyam udāhṛtam
werden Bad und Murmelgebet überliefert
strīśūdrayoḥ snānajāpyaṃ
für Frauen und Śūdras Bad und Murmelgebet
vedoktavidhivarjitam
frei von der im Veda verkündeten Vorschrift
[Anm.: D.h. Frauen und Śūdras folgen bei Bad und Murmelgebet einer eigenen, nicht-vedischen Form.]
tato gacched gṛhaṃ maunī pūjayet puruṣottamam /
prakṣālya hastau pādau ca upaspṛśya yathāvidhi // BrP_67.20 //
Dann soll er, schweigend, nach Hause gehen und Puruṣottama verehren, nachdem er Hände und Füße gewaschen und nach Vorschrift die Wasserberührung (Ācamana) vollzogen hat.
Dann soll er ihm mit Hingabe ein treffliches Kleiderpaar anlegen [lassen] und ihn mit Sandelholz, Aloeholz (Aguru), Kampfer und Safran (Kuṅkuma) bestreichen.
pūjayet parayā bhaktyā padmaiś ca puruṣottamam /
anyaiś ca vaiṣṇavaiḥ puṣpair arcayen mallikādibhiḥ // BrP_67.23 //
Mit höchster Hingabe soll er Puruṣottama mit Lotosblüten verehren, und mit anderen, Viṣṇu gemäßen Blumen, angefangen mit Jasmin (Mallikā), soll er ihn verehren.
Nachdem er so den Herrn der Welt, Hari, der Genuss und Erlösung gewährt, verehrt hat, soll er vor dem Gott mit Aloeholz (Aguru) versetztes Räucherwerk verbrennen.
Als Speiseopfer (Naivedya) soll er Milchreis (Pāyasa), Fladen (Apūpa), Röllchengebäck (Śaṣkulī), [Linsen-]Kringel (Vaṭaka), ebenso Süßklößchen (Modaka), Zuckerrohrsaft-Sirup (Phāṇita) oder auch wenig [davon] und Früchte darbringen.
Dann soll er den Gott, jenen Puruṣottama, mit Hingabe gnädig stimmen: 'Verehrung dir, o Herr aller Welten, der du deinen Anhängern Furchtlosigkeit gewährst,
rette mich, der im Ozean des Weltenkreislaufs (Saṃsāra) versunken ist, o Puruṣottama! Die zwölf Festfahrten, die von mir für dich vollzogen wurden, o Herr der Welt,
Wort für Wort
saṃsārasāgare magnaṃ
im Ozean des Weltenkreislaufs (Saṃsāra) versunken
trāhi māṃ puruṣottama
rette mich, o Puruṣottama
yāḥ te mayā kṛtāḥ yātrāḥ
die Festfahrten, die von mir für dich vollzogen wurden
prasādāt tava govinda saṃpūrṇās tā bhavantu me /
evaṃ prasādya taṃ devaṃ daṇḍavat praṇipatya ca // BrP_67.31 //
mögen diese, durch deine Gnade, o Govinda, für mich vollständig sein!' Nachdem er so den Gott gnädig gestimmt und sich wie ein Stab [ausgestreckt] (Daṇḍavat) verneigt hat,
soll er dann den Guru mit Hingabe mit Blumen, Kleidern und Salben verehren, denn zwischen den beiden [Gott und Guru] besteht kein Unterschied, o beste der Munis.
Nachdem er [dies] festgesetzt hat, soll er danach in der Nacht eine Nachtwache (Jāgara) veranstalten, und die Erzählung (Kathā) des Vāsudeva sowie auch Gesang (Gītikā) darbieten lassen.
Wort für Wort
kṛtvā avadhāraṇaṃ
nachdem er (dies) festgesetzt hat
paścāt jāgaraṃ kārayet niśi
soll er danach in der Nacht eine Nachtwache veranstalten
Nachdem er sich vollständig nach Vorschrift gebadet hat, mit gewaschenem Gewand, die Sinne bezwungen, soll er [den Gott] dort wie zuvor baden [lassen] und Puruṣottama verehren.
Wort für Wort
snātvā samyak vidhānena
nachdem er sich vollständig nach Vorschrift gebadet hat
mit Düften, Blumen, Darbringungen, Speiseopfern, ebenso mit Lämpchen, mit vielfältigen Dienstleistungen (Upacāra), Niederwerfungen und Umwandlungen (Pradakṣiṇa),
mit Murmelgebeten, Lobpreisungen und Verneigungen, mit herzerfreuenden Gesängen und Instrumentenklängen. Nachdem er so den Herrn der Welt verehrt hat, soll er dann die Brahmanen verehren:
Wort für Wort
jāpyaiḥ stutinamaskāraiḥ
mit Murmelgebeten, Lobpreisungen und Verneigungen
gītavādyaiḥ manoharaiḥ
mit herzerfreuenden Gesängen und Instrumentenklängen
bhaktyā tu sadhanaṃ tebhyo dadyād vastrādikaṃ dvijāḥ /
sadbhāvena tu govindas toṣyate pūjito yataḥ // BrP_67.41 //
Mit Hingabe soll er ihnen, o Zweifachgeborene, Kleidung und dergleichen zusammen mit [weiterem] Vermögen geben, denn durch rechte Gesinnung wird Govinda, wenn er verehrt wird, zufriedengestellt.
Wort für Wort
bhaktyā tu sadhanaṃ tebhyaḥ
mit Hingabe ihnen, zusammen mit Vermögen
dadyāt vastrādikaṃ dvijāḥ
soll er Kleidung und dergleichen geben, o Zweifachgeborene
Dann soll er jene Brahmanen mit Speise bewirten, beginnend mit Milchreis (Pāyasa), mit gekochten Speisen, Ess- und Trinkbarem, verbunden mit Melasse (Guḍa) und Ghee.
Nachdem er so jene Brahmanen verehrt hat, soll er den Guru, den Wissens-Geber, mit höchster Hingabe verehren, als Viṣṇu gleich, o Beste der Zweifachgeborenen.
ity uccārya tato viprāṃs triḥ kṛtvā ca pradakṣiṇām /
praṇamya śirasā bhaktyā ācāryaṃ tu visarjayet // BrP_67.49 //
Nachdem er dies gesprochen hat, soll er dann, nachdem er dreimal die Umwandlung um die Brahmanen vollzogen hat, sich mit dem Haupt in Hingabe verneigen und den Ācārya [dann] entlassen.
Wort für Wort
iti uccārya
nachdem er dies gesprochen hat
tataḥ viprān triḥ kṛtvā ca pradakṣiṇām
dann, nachdem er dreimal die Umwandlung um die Brahmanen vollzogen hat
Dann soll er jenen Brahmanen mit Hingabe bis an die Grenze [seines Grundstücks] das Geleit geben; nachdem er ihnen allen das Geleit gegeben hat, soll er sich verneigen und [sie ziehen lassen, selbst] umkehren.
Zusammen mit Verwandten und den eigenen Leuten soll er dann, schweigend, essen, sowie mit anderen Verehrern, mit Armen und Bettlern, die nach Speise verlangen.
Er erlöst hundert vergangene [Generationen] von Menschen, o Beste der Männer, und hundert zukünftige, o Brahmanen, [und] nimmt beim Aufstieg zum Himmel eine göttliche Gestalt an.
beim Aufstieg zum Himmel eine göttliche Gestalt annehmend
[Anm.: Vgl. die parallele Formel in Kap.66 V20 ('saptāvarān sapta parān...uddhṛtya') – auch hier ist von der 'Mitnahme' vorangegangener und nachfolgender Generationen ins Jenseits die Rede.]
vollkommen mit allen [günstigen] Merkmalen ausgestattet, mit allem Schmuck geziert, mit einem an allen Wünschen reichen Selbst, wie ein Gott frei von Fieber [d.h. von Leid],
Wort für Wort
sarvalakṣaṇasaṃpannaḥ
vollkommen mit allen (günstigen) Merkmalen ausgestattet
mit Schönheit und Jugend ausgestattet, mit allen [guten] Eigenschaften geschmückt, von Apsaras gepriesen und mit Gandharvas völlig geschmückt [begleitet],
mit einem sonnenfarbenen Himmelswagen, der nach Belieben beweglich und [doch zugleich] fest ist, mit Bannern und Standarten versehen, mit allen Juwelen geschmückt,
Wort für Wort
vimānena arkavarṇena
mit einem sonnenfarbenen Himmelswagen
kāmagena sthireṇa ca
der nach Belieben beweglich und (zugleich) fest ist
Dort genießt er, solange hundert Kalpas [dauern], die Genüsse nach Wunsch, [umgeben] von Siddhas, Apsaras, Gandharvas, Göttern, Vidyādharas und Schlangenwesen (Uraga),
Wort für Wort
tatra kalpaśataṃ yāvat
dort, solange hundert Kalpas (dauern)
bhuṅkte bhogān yathepsitān
genießt er die Genüsse nach Wunsch
siddhāpsarobhiḥ gandharvaiḥ
von Siddhas, Apsaras, Gandharvas
suravidyādharoragaiḥ
von Göttern, Vidyādharas und Schlangenwesen (Uraga)
tathāsau mudito viprāḥ kṛtvā rūpaṃ caturbhujam /
bhuktvā tatra varān bhogān krīḍāṃ kṛtvā suraiḥ saha // BrP_67.60 //
So [wird] jener, erfreut, o Brahmanen, nachdem er eine vierarmige Gestalt angenommen hat, nachdem er dort treffliche Genüsse genossen und mit den Göttern gespielt hat,
am Ende davon zur Wohnstätte Brahmās gelangen, die alle Wünsche gewährt und von Siddhas, Vidyādharas und ebenso von Göttern und Kiṃnaras geschmückt ist.
kālaṃ navatikalpaṃ tu tatra bhuktvā sukhaṃ naraḥ /
tasmād āyāti viprendrāḥ sarvakāmaphalapradam // BrP_67.62 //
Nachdem der Mensch dort neunzig Kalpas lang Glück genossen hat, o Fürst der Brahmanen, gelangt er von dort zu [der Welt], die alle Wünsche als Frucht gewährt,
Wort für Wort
kālaṃ navatikalpaṃ tu
für die Zeit von neunzig Kalpas
tatra bhuktvā sukhaṃ naraḥ
nachdem der Mensch dort Glück genossen hat
tasmāt āyāti viprendrāḥ
gelangt er von dort, o Fürst der Brahmanen
sarvakāmaphalapradam
zu (der Welt), die alle Wünsche als Frucht gewährt
zur Welt Rudras, die von Scharen der Götter begleitet wird, Glück und Erlösung gewährt, mit vielen Hunderttausenden von Himmelswagen völlig geschmückt,
Wort für Wort
rudralokaṃ
zur Welt Rudras
suragaṇaiḥ sevitaṃ
die von Scharen der Götter begleitet wird
sukhamokṣadam
Glück und Erlösung gewährend
anekaśatasāhasraiḥ vimānaiḥ samalaṃkṛtam
mit vielen Hunderttausenden von Himmelswagen völlig geschmückt
tatra saptatikalpāṃs tu bhuktvā bhogam anuttamam /
durlabhaṃ triṣu lokeṣu svasthacitto yathāmaraḥ // BrP_67.66 //
Dort, nachdem er siebzig Kalpas lang den unübertrefflichen, in den drei Welten [nur] schwer erlangbaren Genuss genossen hat, mit ruhigem Sinn, wie ein Unsterblicher,
Wort für Wort
tatra saptatikalpān tu
dort, für siebzig Kalpas
bhuktvā bhogam anuttamam
nachdem er den unübertrefflichen Genuss genossen hat
Nachdem er dort sechzig Kalpas lang mit Freude mannigfaltiges Glück genossen hat, [gelangt er] am Ende davon zur Wohnstätte Śakras (Indras), die mit vielerlei Wundern verbunden ist,
gelangt er dann zur Welt der Āditya (Sonne), die von den Göttern verehrt wird, voller mannigfacher Wunder, heilig, von Gandharvas und Apsaras begleitet.
Nachdem er dort, o Beste der Zweifachgeborenen, zehn Kalpas lang segensreiche Genüsse genossen hat, gelangt er von dort zur schwer erlangbaren Welt der Gandharvas.
ein Weltherrscher (Cakravartin), von großer Tatkraft, mit allen [guten] Eigenschaften geschmückt; nachdem er die Herrschaft gemäß seiner eigenen Pflicht (Svadharma) ausgeübt und mit gut mit Dakṣiṇā [ausgestatteten] Opfern geopfert hat,
Wort für Wort
cakravartī mahāvīryaḥ
ein Weltherrscher (Cakravartin), von großer Tatkraft
guṇaiḥ sarvaiḥ alaṃkṛtaḥ
mit allen (guten) Eigenschaften geschmückt
kṛtvā rājyaṃ svadharmeṇa
nachdem er die Herrschaft gemäß seiner eigenen Pflicht ausgeübt hat
yajñaiḥ iṣṭvā sudakṣiṇaiḥ
nachdem er mit gut mit Dakṣiṇā (ausgestatteten) Opfern geopfert hat
gelangt er am Ende davon zur Welt der Yogis, der Erlösung gewährenden, heilvollen; nachdem er dort treffliche Genüsse genossen hat, bis zur [kosmischen] Auflösung der Wesen,
kommt er von dort wieder hierher [zur Erde] und wird geboren in einer trefflichen, Viṣṇu ergebenen Familie von Yogis, o Brahmanen, [einer Familie], die schwer zu erlangen und von den Guten hoch geschätzt ist,
Wort für Wort
tasmāt āgacchate ca atra
von dort kommt er wieder hierher
jāyate yogināṃ kule
wird geboren in einer Familie von Yogis
pravare vaiṣṇave viprāḥ
in einer trefflichen, Viṣṇu ergebenen, o Brahmanen
durlabhe sādhusaṃmate
die schwer zu erlangen und von den Guten hoch geschätzt ist
als trefflicher, die vier Veden [kennender] Brahmane; nachdem er mit Opfern, verbunden mit erlangten Dakṣiṇās, geopfert hat, nachdem er sich dem Vaiṣṇava-Yoga zugewandt hat, erlangt er danach die Erlösung.
Wort für Wort
caturvedī vipravaraḥ
als trefflicher, die vier Veden kennender Brahmane
yajñaiḥ iṣṭvā āptadakṣiṇaiḥ
nachdem er mit Opfern, verbunden mit erlangten Dakṣiṇās, geopfert hat
So wurde von mir, o Brahmanen, die Frucht der Festfahrt vollständig dargelegt, die den Menschen Genuss und Erlösung gewährt. Was anderes wünscht ihr zu hören?