Kapitel 185: kālīyadamanam
Die Bezwingung der Schlange Kālīya
Kṛṣṇa entdeckt in der Yamunā den giftverseuchten Weiher der Schlange Kālīya und stürzt sich, entschlossen, ihn zu bezwingen, hinein. Nach einem heftigen Kampf, in dem er von den Schlangen umschlungen und gebissen wird, ermahnt ihn Balarāma an seine wahre, göttliche Natur; Kṛṣṇa befreit sich und bezwingt Kālīya tanzend auf dessen Häuptern. Die Schlangenfrauen und schließlich Kālīya selbst erkennen Kṛṣṇas Göttlichkeit an und bitten um sein Leben; Kṛṣṇa verbannt Kālīya samt Gefolge in den Ozean, verspricht ihm aber Schutz vor Garuḍa. Unter dem Jubel der Kuhhirten kehrt Kṛṣṇa nach Vraja zurück.
dessen sich ausbreitendes Giftfeuer die großen Bäume am Ufer verbrannt hatte, dessen vom Wind aufgewirbelte Wasserspritzer bei Berührung sogar Vögel versengten,
Wort für Wort
viṣāgninā visaratā dagdhatīramahātaru
dessen sich ausbreitendes Giftfeuer die großen Bäume am Ufer verbrannt hatte
vātāhatāmbuvikṣepa-sparśadagdhavihaṃgamam
dessen vom Wind aufgewirbelte Wasserspritzer bei Berührung sogar Vögel versengten
'In diesem wohnt der bösgesinnte Kālīya, dessen Waffe das Gift ist, der von mir einst besiegt wurde und, der Böse, aus dem Milchozean fliehend, [hierher] verschwand.'
Wort für Wort
asmin vasati duṣṭātmā kālīyo 'sau viṣāyudhaḥ
In diesem wohnt der bösgesinnte Kālīya, dessen Waffe das Gift ist
yo mayā nirjitas tyaktvā duṣṭo naṣṭaḥ payonidhau
der von mir besiegt wurde und, der Böse, aus dem Milchozean fliehend, verschwand
[Anm.: Anspielung auf eine frühere, hier nicht weiter ausgeführte Niederlage Kālīyas gegen Viṣṇu/Garuḍa im Ozean, aufgrund derer die Schlange in die Yamunā geflohen sei.]
tad asya nāgarājasya kartavyo nigraho mayā /
nityatrastāḥ sukhaṃ yena careyur vrajavāsinaḥ //
Deshalb muss von mir die Bezwingung dieses Schlangenkönigs vollzogen werden, damit die ständig geängstigten Bewohner von Vraja in Frieden leben können.
Wort für Wort
tad asya nāgarājasya kartavyo nigraho mayā
Deshalb muss von mir die Bezwingung dieses Schlangenkönigs vollzogen werden
nityatrastāḥ sukhaṃ yena careyur vrajavāsinaḥ
damit die ständig geängstigten Bewohner von Vraja in Frieden leben können
Zu diesem Zweck habe ich meine Herabkunft in dieser Menschenwelt vollzogen, damit die Züchtigung dieser vom rechten Pfad abgekommenen Bösgesinnten geschehe.
Wort für Wort
etadarthaṃ nṛloke 'sminn avatāro mayā kṛtaḥ
Zu diesem Zweck habe ich meine Herabkunft in dieser Menschenwelt vollzogen
yad eṣām utpathasthānāṃ kāryā śāstir durātmanām
damit die Züchtigung dieser vom rechten Pfad abgekommenen Bösgesinnten geschehe
tad etan nātidūrasthaṃ kadambam uruśākhinam /
adhiruhyotpatiṣyāmi hrade 'smiñ jīvanāśinaḥ //
Deshalb werde ich auf diesen nicht allzu weit entfernten, weitverzweigten Kadamba-Baum steigen und mich in diesen lebenvernichtenden Weiher hinabstürzen.
Wort für Wort
tad etan nātidūrasthaṃ kadambam uruśākhinam
Deshalb werde ich auf diesen nicht allzu weit entfernten, weitverzweigten Kadamba-Baum
adhiruhyotpatiṣyāmi hrade 'smiñ jīvanāśinaḥ
steigen und mich in diesen lebenvernichtenden Weiher hinabstürzen
te 'hiduṣṭaviṣajvālā-taptāmbutapanokṣitāḥ /
jajvaluḥ pādapāḥ sadyo jvālāvyāptadigantarāḥ //
Diese Bäume, benetzt vom durch die böse Giftglut der Schlange erhitzten, brennenden Wasser, entflammten sogleich, wobei die Flammen den Horizont ringsum erfüllten.
Wort für Wort
te 'hiduṣṭaviṣajvālā-taptāmbutapanokṣitāḥ
Diese Bäume, benetzt vom durch die böse Giftglut der Schlange erhitzten, brennenden Wasser
jajvaluḥ pādapāḥ sadyo jvālāvyāptadigantarāḥ
entflammten sogleich, wobei die Flammen den Horizont ringsum erfüllten
Mit vor Zorn kupferrot gewordenen Augen, umgeben von seinen Hauben, aus denen Giftflammen loderten, sowie von anderen hochgiftigen, rötlichen, sich von Wind nährenden Schlangen,
Wort für Wort
ātāmranayanaḥ kopād viṣajvālākulaiḥ phaṇaiḥ
Mit vor Zorn kupferrot gewordenen Augen, umgeben von seinen Hauben, aus denen Giftflammen loderten
vṛto mahāviṣaiś cānyair aruṇair anilāśanaiḥ
sowie von anderen hochgiftigen, rötlichen, sich von Wind nährenden Schlangen
nāgapatnyaś ca śataśo hārihāropaśobhitāḥ /
prakampitatanūtkṣepa-calatkuṇḍalakāntayaḥ //
und von den hunderten Schlangenfrauen, geschmückt mit Perlenketten, deren Ohrringe durch das Erzittern und Werfen ihrer Leiber schön hin und her schwangen —
Wort für Wort
nāgapatnyaś ca śataśo hārihāropaśobhitāḥ
und von den hunderten Schlangenfrauen, geschmückt mit Perlenketten
prakampitatanūtkṣepa-calatkuṇḍalakāntayaḥ
deren Ohrringe durch das Erzittern und Werfen ihrer Leiber schön hin und her schwangen
{gopā ūcuḥ:} eṣa kṛṣṇo gato moha-magno vai kāliye hrade /
bhakṣyate sarparājena tad āgacchata mā ciram //
[Die Kuhhirten sprachen:] ,Dieser Kṛṣṇa ist gegangen und ist, in Verwirrung versunken, im Kālīya-Weiher; er wird vom Schlangenkönig gefressen — kommt daher unverzüglich!'
Wort für Wort
eṣa kṛṣṇo gato moha-magno vai kāliye hrade
Dieser Kṛṣṇa ist gegangen und ist, in Verwirrung versunken, im Kālīya-Weiher
bhakṣyate sarparājena tad āgacchata mā ciram
er wird vom Schlangenkönig gefressen — kommt daher unverzüglich
{vyāsa uvāca:} etac chrutvā tato gopā vajrapātopamaṃ vacaḥ /
gopyaś ca tvaritā jagmur yaśodāpramukhā hradam //
Als sie diese, einem Blitzschlag gleichende Nachricht gehört hatten, eilten darauf die Kuhhirten und die Hirtenfrauen, angeführt von Yaśodā, zum Weiher.
Wort für Wort
etac chrutvā tato gopā vajrapātopamaṃ vacaḥ
Als sie diese, einem Blitzschlag gleichende Nachricht gehört hatten, die Kuhhirten
gopyaś ca tvaritā jagmur yaśodāpramukhā hradam
eilten darauf, und die Hirtenfrauen, angeführt von Yaśodā, zum Weiher
gopyas tv anyā rudatyaś ca dadṛśuḥ śokakātarāḥ /
procuś ca keśavaṃ prītyā bhayakātaragadgadam //
Die anderen Hirtenfrauen aber, weinend und von Kummer geängstigt, sahen ihn und sprachen zu Keśava liebevoll, mit vor Furcht stockender, weinerlicher Stimme:
Wort für Wort
gopyas tv anyā rudatyaś ca dadṛśuḥ śokakātarāḥ
Die anderen Hirtenfrauen aber, weinend und von Kummer geängstigt, sahen ihn
procuś ca keśavaṃ prītyā bhayakātaragadgadam
und sprachen zu Keśava liebevoll, mit vor Furcht stockender, weinerlicher Stimme
'Wir alle wollen zusammen mit Yaśodā in diesen großen Weiher des Schlangenkönigs hinabsteigen; es geziemt uns nicht, [ohne dich] nach Vraja zurückzukehren.'
Wort für Wort
sarvā yaśodayā sārdhaṃ viśāmo 'tra mahāhrade
Wir alle wollen zusammen mit Yaśodā in diesen großen Weiher
nāgarājasya no gantum asmākaṃ yujyate vraje
des Schlangenkönigs hinabsteigen; es geziemt uns nicht, nach Vraja zurückzukehren
divasaḥ ko vinā sūryaṃ vinā candreṇa kā niśā /
vinā dugdhena kā gāvo vinā kṛṣṇena ko vrajaḥ /
vinākṛtā na yāsyāmaḥ kṛṣṇenānena gokulam //
'Was ist ein Tag ohne Sonne? Was ist eine Nacht ohne Mond? Was sind Kühe ohne Milch? Was ist Vraja ohne Kṛṣṇa? Von diesem Kṛṣṇa getrennt werden wir nicht nach Gokula zurückkehren.'
Wort für Wort
divasaḥ ko vinā sūryaṃ vinā candreṇa kā niśā
Was ist ein Tag ohne Sonne? Was ist eine Nacht ohne Mond?
vinā dugdhena kā gāvo vinā kṛṣṇena ko vrajaḥ
Was sind Kühe ohne Milch? Was ist Vraja ohne Kṛṣṇa?
vinākṛtā na yāsyāmaḥ kṛṣṇenānena gokulam
Von diesem Kṛṣṇa getrennt werden wir nicht nach Gokula zurückkehren
Als er diese Rede der Hirtenfrauen gehört hatte, sprach der gewaltig starke Sohn der Rohiṇī (Balarāma), die verzweifelten Kuhhirten mit unbewegtem Blick betrachtend,
Wort für Wort
iti gopīvacaḥ śrutvā rauhiṇeyo mahābalaḥ
Als er diese Rede der Hirtenfrauen gehört hatte, der gewaltig starke Sohn der Rohiṇī
uvāca gopān vidhurān vilokya stimitekṣaṇaḥ
sprach, die verzweifelten Kuhhirten mit unbewegtem Blick betrachtend
nandaṃ ca dīnam atyarthaṃ nyastadṛṣṭiṃ sutānane /
mūrchākulāṃ yaśodāṃ ca kṛṣṇamāhātmyasaṃjñayā //
und Nanda, überaus elend, den Blick auf das Gesicht des Sohnes geheftet, und die von Ohnmacht befallene Yaśodā — er sprach mit dem Bewusstsein von Kṛṣṇas Erhabenheit:
Wort für Wort
nandaṃ ca dīnam atyarthaṃ nyastadṛṣṭiṃ sutānane
und Nanda, überaus elend, den Blick auf das Gesicht des Sohnes geheftet
mūrchākulāṃ yaśodāṃ ca kṛṣṇamāhātmyasaṃjñayā
und die von Ohnmacht befallene Yaśodā, mit dem Bewusstsein von Kṛṣṇas Erhabenheit
{balarāma uvāca:} kim ayaṃ devadeveśa bhāvo 'yaṃ mānuṣas tvayā /
vyajyate svaṃ tam ātmānaṃ kim anyaṃ tvaṃ na vetsi yat //
[Balarāma sprach:] ,Was soll, o Herr der Götter, dieser menschliche Zustand, den du zur Schau stellst? Kennst du etwa dein eigenes Selbst nicht, das ein anderes ist [als dieser Anschein]?
Wort für Wort
kim ayaṃ devadeveśa bhāvo 'yaṃ mānuṣas tvayā
Was soll, o Herr der Götter, dieser menschliche Zustand, den du zur Schau stellst?
vyajyate svaṃ tam ātmānaṃ kim anyaṃ tvaṃ na vetsi yat
Kennst du etwa dein eigenes Selbst nicht, das ein anderes ist?
tvam asya jagato nābhiḥ surāṇām eva cāśrayaḥ /
kartāpahartā pātā ca trailokyaṃ tvaṃ trayīmayaḥ //
Du bist der Nabel dieser Welt und die Zuflucht der Götter; du bist Schöpfer, Zerstörer und Erhalter der drei Welten, du, dessen Wesen die drei Veden sind.
Wort für Wort
tvam asya jagato nābhiḥ surāṇām eva cāśrayaḥ
Du bist der Nabel dieser Welt und die Zuflucht der Götter
kartāpahartā pātā ca trailokyaṃ tvaṃ trayīmayaḥ
du bist Schöpfer, Zerstörer und Erhalter der drei Welten, du, dessen Wesen die drei Veden sind
atrāvatīrṇayoḥ kṛṣṇa gopā eva hi bāndhavāḥ /
gopyaś ca sīdataḥ kasmāt tvaṃ bandhūn samupekṣase //
Für uns beide, die wir hier herabgestiegen sind, o Kṛṣṇa, sind die Kuhhirten unsere Verwandten; warum lässt du zu, dass die Hirtenfrauen und die Hirten leiden, warum vernachlässigst du deine Verwandten?
Wort für Wort
atrāvatīrṇayoḥ kṛṣṇa gopā eva hi bāndhavāḥ
Für uns beide, die wir hier herabgestiegen sind, o Kṛṣṇa, sind die Kuhhirten unsere Verwandten
gopyaś ca sīdataḥ kasmāt tvaṃ bandhūn samupekṣase
warum lässt du zu, dass die Hirtenfrauen leiden, warum vernachlässigst du deine Verwandten?
Der menschliche Zustand ist nun genug gezeigt worden, das kindliche Verhalten ist gezeigt worden; deshalb, o Kṛṣṇa, soll dieser Bösgesinnte, dessen Waffe die Zähne sind, bezwungen werden.'
Wort für Wort
darśito mānuṣo bhāvo darśitaṃ bālaceṣṭitam
Der menschliche Zustand ist gezeigt worden, das kindliche Verhalten ist gezeigt worden
tad ayaṃ damyatāṃ kṛṣṇa durātmā daśanāyudhaḥ
deshalb, o Kṛṣṇa, soll dieser Bösgesinnte, dessen Waffe die Zähne sind, bezwungen werden
So an sich selbst erinnert, öffnete Kṛṣṇa mit einem Lächeln seine Lippen, schlug um sich und befreite seinen Leib aus der Fesselung durch die Windungen.
Wort für Wort
iti saṃsmāritaḥ kṛṣṇaḥ smitabhinnauṣṭhasaṃpuṭaḥ
So an sich selbst erinnert, öffnete Kṛṣṇa mit einem Lächeln seine Lippen
āsphālya mocayām āsa svaṃ dehaṃ bhogabandhanāt
schlug um sich und befreite seinen Leib aus der Fesselung durch die Windungen
Und nachdem er mit beiden Händen die mittlere Haube niedergebogen hatte, bestieg er den Kopf mit gesenktem Haupt und tanzte mit gewaltiger Kraft darauf.
Wort für Wort
ānāmya cāpi hastābhyām ubhābhyāṃ madhyamaṃ phaṇam
Und nachdem er mit beiden Händen die mittlere Haube niedergebogen hatte
āruhya bhugnaśirasaḥ prananartoruvikramaḥ
bestieg er den [Kopf] mit gesenktem Haupt und tanzte mit gewaltiger Kraft darauf
Wunden entstanden auf seiner Haube durch Kṛṣṇas Fußtritte; und wo immer er die Haube zu erheben versuchte, dort drückte er ihm sogleich den Kopf nieder.
[Die Schlangenfrauen sprachen:] ,Erkannt bist du, o Herr der Götter, du Herr über alles, Unübertrefflicher; jenes unvorstellbare höchste Licht — dessen Teil du bist, o höchster Herr.'
Wort für Wort
jñāto 'si devadeveśa sarveśas tvam anuttama
Erkannt bist du, o Herr der Götter, du Herr über alles, Unübertrefflicher
paraṃ jyotir acintyaṃ yat tadaṃśaḥ parameśvaraḥ
jenes unvorstellbare höchste Licht — dessen Teil du bist, o höchster Herr
na samarthāḥ sura stotuṃ yam ananyabhavaṃ prabhum /
svarūpavarṇanaṃ tasya kathaṃ yoṣit kariṣyati //
Selbst die Götter vermögen nicht, den Herrn zu preisen, dessen Werden von keinem anderen abhängt — wie sollte da eine Frau dessen wahre Gestalt beschreiben?
Wort für Wort
na samarthāḥ sura stotuṃ yam ananyabhavaṃ prabhum
Selbst die Götter vermögen nicht, den Herrn zu preisen, dessen Werden von keinem anderen abhängt
svarūpavarṇanaṃ tasya kathaṃ yoṣit kariṣyati
wie sollte da eine Frau dessen wahre Gestalt beschreiben?
Nach diesen Worten von ihnen gesprochen, sprach die Schlange, obwohl erschöpften Leibes, ermutigt, ganz langsam die Worte: ,Sei gnädig, o Gott der Götter.'
Wort für Wort
ity ukte tābhir āśvāsya klāntadeho 'pi pannagaḥ
Nach diesen Worten von ihnen gesprochen, ermutigt, die Schlange, obwohl erschöpften Leibes
prasīda devadeveti prāha vākyaṃ śanaiḥ śanaiḥ
sprach ganz langsam die Worte: ,Sei gnädig, o Gott der Götter'
[Kālīya sprach:] ,Deine achtfache Herrschermacht, o Herr, ist von Natur aus höchste, deren Überlegenheit von nichts übertroffen wird — wie sollte ich diesen preisen?
Wort für Wort
tavāṣṭaguṇam aiśvaryaṃ nātha svābhāvikaṃ param
Deine achtfache Herrschermacht, o Herr, ist von Natur aus höchste
nirastātiśayaṃ yasya tasya stoṣyāmi kiṃ nv aham
deren Überlegenheit von nichts übertroffen wird — wie sollte ich diesen preisen?
[Anm.: ,aṣṭaguṇam aiśvaryam' bezieht sich vermutlich auf die acht klassischen Herrschaftsvollkommenheiten (aṣṭa-aiśvarya/aṣṭa-siddhi) Īśvaras.]
Du bist der Höchste, du bist der Ursprung des Höchsten, du bist das Höchste, dessen Wesen jenes Höchste ist; du, der du höher bist als das Höchste — wie sollte ich diesen preisen?
Wort für Wort
tvaṃ paras tvaṃ parasyādyaḥ paraṃ tvaṃ tatparātmakam
Du bist der Höchste, du bist der Ursprung des Höchsten, du bist das Höchste, dessen Wesen jenes Höchste ist
So wie ich von dir erschaffen wurde, nach Geburt und Gestalt, o Herr, und mit [meiner eigenen] Natur ausgestattet — so entsprach auch dieses mein Verhalten [meiner Natur].
Wort für Wort
yathāhaṃ bhavatā sṛṣṭo jātyā rūpeṇa ceśvaraḥ
So wie ich von dir erschaffen wurde, nach Geburt und Gestalt, o Herr
svabhāvena ca saṃyuktas tathedaṃ ceṣṭitaṃ mayā
und mit [meiner eigenen] Natur ausgestattet, so entsprach auch dieses mein Verhalten
tathāpi yaṃ jagatsvāmī daṇḍaṃ pātitavān mayi /
sa soḍho 'yaṃ varo daṇḍas tvatto nānyo 'stu me varaḥ //
Dennoch, die Strafe, die der Herr der Welt über mich verhängt hat — diese ertragene Strafe ist für mich schon eine Gunst; kein anderer Gunsterweis von dir soll mir [nötig] sein.
Wort für Wort
tathāpi yaṃ jagatsvāmī daṇḍaṃ pātitavān mayi
Dennoch, die Strafe, die der Herr der Welt über mich verhängt hat
sa soḍho 'yaṃ varo daṇḍas tvatto nānyo 'stu me varaḥ
diese ertragene Strafe ist für mich schon eine Gunst; kein anderer Gunsterweis soll mir nötig sein
[Der erhabene Herr sprach:] ,Nicht sollst du, o Schlange, jemals wieder im Wasser der Yamunā bleiben; geh, mit deinem Gefolge und deiner Dienerschaft, zum Wasser des Ozeans.'
Wort für Wort
nātra stheyaṃ tvayā sarpa kadācid yamunājale
Nicht sollst du, o Schlange, jemals wieder im Wasser der Yamunā bleiben
sabhṛtyaparivāras tvaṃ samudrasalilaṃ vraja
geh, mit deinem Gefolge und deiner Dienerschaft, zum Wasser des Ozeans
Nach diesen Worten ließ der erhabene Hari den Schlangenkönig los; und nachdem auch er sich vor Kṛṣṇa verneigt hatte, begab er sich zum Meer der Wasser.
Wort für Wort
ity uktvā sarparājānaṃ mumoca bhagavān hariḥ
Nach diesen Worten ließ der erhabene Hari den Schlangenkönig los
praṇamya so 'pi kṛṣṇāya jagāma payasāṃ nidhim
und nachdem auch er sich vor Kṛṣṇa verneigt hatte, begab er sich zum Meer der Wasser
Als die Schlange gegangen war, umarmten die Kuhhirten den wie von den Toten Wiedergekehrten und besprengten Govindas Haupt mit den aus ihren Augen strömenden Tränen.
Wort für Wort
gate sarpe pariṣvajya mṛtaṃ punar ivāgatam
Als die Schlange gegangen war, umarmten sie den wie von den Toten Wiedergekehrten
gopā mūrdhani govindaṃ siṣicur netrajair jalaiḥ
die Kuhhirten besprengten Govindas Haupt mit den aus ihren Augen strömenden Tränen