Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 148: koṭitīrthamāhātmyavarṇanam Die Größe des Koṭi-Tīrtha (Der Weise Kāṇva, das erloschene Opferfeuer und die göttliche Stimme)

Der Weise Kāṇva (Bāhlīka) vollzieht mit seiner Gattin regelmäßig Feueropfer an der Gautamī. Als das Feuer zwischen zwei Opferspenden erlischt, gerät er in Verzweiflung, bis eine göttliche Stimme ihn anweist, in den halbverbrannten Scheiten zu opfern, und ihm mittels einer Vater-Sohn-Gleichnis-Logik (was dem Sohn/der Glut gegeben wird, erfreut ebenso den Vater/das ursprüngliche Feuer) erklärt, dass jede dort vollzogene Handlung zehnmillionenfachen (koṭi) Lohn bringt. Daraus entsteht das Koṭi-Tīrtha (auch Vāṇī-Tīrtha), dessen Größe selbst von den Göttern nicht auszusprechen ist, mit 49 weiteren Tīrthas.

{brahmovāca:} koṭitīrtham iti khyātaṃ gaṅgāyā dakṣiṇe taṭe / yasyānusmaraṇād eva sarvapāpaiḥ pramucyate //

Brahmā sprach: Es gibt eine als Koṭi-Tīrtha bekannte Stätte am Südufer der Gaṅgā, durch deren bloßes Gedenken man von allen Sünden befreit wird.

Wort für Wort
koṭitīrtham iti khyātaṃ gaṅgāyā dakṣiṇe taṭe
Koṭi-Tīrtha genannt, am Südufer der Gaṅgā
yasyānusmaraṇād eva sarvapāpaiḥ pramucyate
durch deren bloßes Gedenken man von allen Sünden befreit wird

yatra koṭīśvaro devaḥ sarvaṃ koṭiguṇaṃ bhavet / koṭidvayaṃ tatra pūrṇaṃ tīrthānāṃ śubhadāyinām //

Wo der Gott Koṭīśvara weilt, wird alles zehnmillionenfach; dort gibt es volle zwanzig Millionen glückspendende Tīrthas.

Wort für Wort
yatra koṭīśvaro devaḥ sarvaṃ koṭiguṇaṃ bhavet
wo der Gott Koṭīśvara (weilt), wird alles zehnmillionenfach
koṭidvayaṃ tatra pūrṇaṃ tīrthānāṃ śubhadāyinām
dort gibt es volle zwanzig Millionen glückspendende Tīrthas

[Anm.: 'koṭidvayaṃ' wörtlich 'zweimal Koṭi' (= 2 x 10 Millionen); sinngemäß als 'zwanzig Millionen' wiedergegeben.]

tatra vyuṣṭiṃ pravakṣyāmi śṛṇu nārada tanmanāḥ / kaṇvasya tu suto jyeṣṭho bāhlīka iti viśrutaḥ //

Ihre Herrlichkeit will ich verkünden; höre aufmerksam, Nārada. Kaṇvas ältester Sohn war berühmt unter dem Namen Bāhlīka.

Wort für Wort
tatra vyuṣṭiṃ pravakṣyāmi śṛṇu nārada tanmanāḥ
ihre Herrlichkeit werde ich verkünden, höre aufmerksam, Nārada
kaṇvasya tu suto jyeṣṭho bāhlīka iti viśrutaḥ
Kaṇvas ältester Sohn war berühmt unter dem Namen Bāhlīka

kāṇvaś ceti janaiḥ khyāto vedavedāṅgapāragaḥ / iṣṭīḥ pārvāyaṇānīr yāḥ sabhāryo vedapāragaḥ //

Von den Leuten wurde er auch Kāṇva genannt, kundig der Veden und Vedāṅgas. Die periodisch wiederkehrenden Opfer, die es gibt, vollzog er zusammen mit seiner Gattin, kundig der Veden.

Wort für Wort
kāṇvaś ceti janaiḥ khyāto vedavedāṅgapāragaḥ
von den Leuten wurde er auch Kāṇva genannt, kundig der Veden und Vedāṅgas
iṣṭīḥ pārvāyaṇānīr yāḥ sabhāryo vedapāragaḥ
die periodischen Opfer, die es gibt, (vollzog er) zusammen mit der Gattin, kundig der Veden

[Anm.: 'pārvāyaṇānīr' unklar, vermutlich auf periodisch wiederkehrende (parvan-bezogene) Opfer bezogen; sinngemäß übersetzt.]

kurvann āste sa gautamyās tīrastho lokapūjitaḥ / prātaḥkāle sabhāryo 'sau juhvad agnau samāhitaḥ //

Diese vollziehend, weilte er, von der Welt verehrt, am Ufer der Gautamī. Am Morgen, zusammen mit seiner Gattin, opferte er, gesammelten Geistes, ins Feuer.

Wort für Wort
kurvann āste sa gautamyās tīrastho lokapūjitaḥ
diese vollziehend, weilte er, von der Welt verehrt, am Ufer der Gautamī
prātaḥkāle sabhāryo 'sau juhvad agnau samāhitaḥ
am Morgen, zusammen mit der Gattin, opferte er, gesammelten Geistes, ins Feuer

sarvadāste kadācit tu havanāya samudyataḥ / ekāhutiṃ sa hutvā tu samiddhe havyavāhane //

Stets war er so, bis er einst, zum Opfer bereit, eine Opferspende in das entfachte Feuer dargebracht hatte,

Wort für Wort
sarvadāste kadācit tu havanāya samudyataḥ
stets war er so, bis er einst zum Opfer bereit war
ekāhutiṃ sa hutvā tu samiddhe havyavāhane
nachdem er eine Opferspende in das entfachte Feuer dargebracht hatte

āhutyantaradānāya havir dravyaṃ kare 'grahīt / etasminn antare vahnir upaśānto 'bhavat tadā //

und, um eine weitere Opferspende darzubringen, die Opfersubstanz in die Hand nahm - da erlosch das Feuer plötzlich.

Wort für Wort
āhutyantaradānāya havir dravyaṃ kare 'grahīt
um eine weitere Opferspende darzubringen, nahm er die Opfersubstanz in die Hand
etasminn antare vahnir upaśānto 'bhavat tadā
in diesem Augenblick erlosch das Feuer

tataś cintāparaḥ kāṇvaḥ kartavyaṃ kiṃ bhaved iti / antar vicārayām āsa viṣādaṃ paramaṃ gataḥ //

Da überlegte Kāṇva besorgt, was zu tun sei, und geriet in tiefe Verzweiflung, indem er bei sich nachdachte:

Wort für Wort
tataś cintāparaḥ kāṇvaḥ kartavyaṃ kiṃ bhaved iti
da überlegte Kāṇva besorgt: 'was ist zu tun?'
antar vicārayām āsa viṣādaṃ paramaṃ gataḥ
er dachte bei sich nach, in tiefe Verzweiflung geraten

āhutyoś ca dvayor madhya upaśānto hutāśanaḥ / agnyantaram upādeyaṃ vaidikaṃ laukikaṃ tathā //

Zwischen zwei Opferspenden ist das Feuer erloschen. Ein anderes Feuer müsste genommen werden, sei es ein vedisches oder ein weltliches -

Wort für Wort
āhutyoś ca dvayor madhya upaśānto hutāśanaḥ
zwischen zwei Opferspenden ist das Feuer erloschen
agnyantaram upādeyaṃ vaidikaṃ laukikaṃ tathā
ein anderes Feuer müsste genommen werden, sei es vedisch oder weltlich

kva hoṣyaṃ syād dvitīyaṃ tu āhutyantaram eva ca / evaṃ mīmāṃsamāne tu daivī vāg abravīt tadā //

wo aber sollte die zweite Opferspende, die dazwischenliegt, dargebracht werden? Während er so überlegte, sprach da eine göttliche Stimme:

Wort für Wort
kva hoṣyaṃ syād dvitīyaṃ tu āhutyantaram eva ca
wo sollte die zweite, dazwischenliegende Opferspende dargebracht werden?
evaṃ mīmāṃsamāne tu daivī vāg abravīt tadā
während er so überlegte, sprach da eine göttliche Stimme

agnyantaraṃ naiva te 'tra upādeyaṃ bhaviṣyati / yāni tatra bhaviṣyanti śakalāni samīpataḥ //

'Ein anderes Feuer sollst du hier keinesfalls nehmen. Die Holzsplitter, die dort in der Nähe sein werden -'

Wort für Wort
agnyantaraṃ naiva te 'tra upādeyaṃ bhaviṣyati
ein anderes Feuer sollst du hier keinesfalls nehmen
yāni tatra bhaviṣyanti śakalāni samīpataḥ
die Holzsplitter, die dort in der Nähe sein werden

ardhadagdheṣu kāṣṭheṣu viprarāja prahūyatām / nety uvāca tadā kāṇvaḥ saiva vāg abravīt punaḥ //

'- in den halbverbrannten Scheiten, o König der Brahmanen, soll geopfert werden.' 'Nein', sprach da Kāṇva. Da sprach dieselbe Stimme wiederum:

Wort für Wort
ardhadagdheṣu kāṣṭheṣu viprarāja prahūyatām
in den halbverbrannten Scheiten, o König der Brahmanen, soll geopfert werden
nety uvāca tadā kāṇvaḥ saiva vāg abravīt punaḥ
'nein', sprach da Kāṇva; dieselbe Stimme sprach wiederum

agneḥ putro hiraṇyas tu pitā putraḥ sa eva tu / putre dattaṃ priyāyaiva pituḥ prītyai bhaviṣyati //

'Agnis Sohn ist Hiraṇya; doch der Vater ist ebenso der Sohn. Was dem lieben Sohn gegeben wird, dient eben zur Freude des Vaters.'

Wort für Wort
agneḥ putro hiraṇyas tu pitā putraḥ sa eva tu
Agnis Sohn ist Hiraṇya; doch der Vater ist ebenso der Sohn
putre dattaṃ priyāyaiva pituḥ prītyai bhaviṣyati
was dem lieben Sohn gegeben wird, dient zur Freude des Vaters

[Anm.: sinngemäß - Anspielung auf die Identität von Feuer und dessen 'Nachkommen' (Glut/Funken), wodurch eine Gabe an den 'Sohn' (das halbverbrannte Holz) dem 'Vater' (dem ursprünglichen Feuer) gleichkommt.]

pitre deyaṃ sute dadyāt koṭiprītiguṇaṃ bhavet / daivī vāg abravīd evaṃ tataḥ sarve maharṣayaḥ //

'Was dem Vater zu geben wäre, gebe man dem Sohn - das bringt zehnmillionenfache Freude.' So sprach die göttliche Stimme; darauf alle großen Weisen -

Wort für Wort
pitre deyaṃ sute dadyāt koṭiprītiguṇaṃ bhavet
was dem Vater zu geben wäre, gebe man dem Sohn - das bringt zehnmillionenfache Freude
daivī vāg abravīd evaṃ tataḥ sarve maharṣayaḥ
so sprach die göttliche Stimme; darauf alle großen Weisen

niścitya dharmasarvasvaṃ tathā cakrur yathoditam / etaj jñātvā jagaty atra putre dattaṃ pitur bhavet //

- nachdem sie dies als die ganze Essenz des Dharma erkannt hatten, taten sie so, wie gesagt worden war. Dies erkennend, gilt in dieser Welt: Was dem Sohn gegeben wird, gehört dem Vater.

Wort für Wort
niścitya dharmasarvasvaṃ tathā cakrur yathoditam
nachdem sie dies als die ganze Essenz des Dharma erkannt hatten, taten sie so, wie gesagt
etaj jñātvā jagaty atra putre dattaṃ pitur bhavet
dies erkennend: was dem Sohn gegeben wird, gehört in dieser Welt dem Vater

apatyādyupakāreṇa pitroḥ prītir yathā bhavet / tathā nānyena kenāpi jagaty etad dhi viśrutam //

Wie durch Wohltat an den Nachkommen die Freude der Eltern entsteht, so entsteht sie durch nichts anderes; dies ist ja in der Welt bekannt.

Wort für Wort
apatyādyupakāreṇa pitroḥ prītir yathā bhavet
wie durch Wohltat an den Nachkommen die Freude der Eltern entsteht
tathā nānyena kenāpi jagaty etad dhi viśrutam
so durch nichts anderes; dies ist in der Welt bekannt

suprasiddhaṃ jagaty etat sarvalokeṣu pūjitam / tasmin datte bhavet puṇyaṃ sarvaṃ koṭiguṇaṃ suta //

Dies ist in der Welt wohlbekannt, in allen Welten anerkannt. Wenn ihm gegeben wird, entsteht Verdienst, alles zehnmillionenfach, mein Sohn.

Wort für Wort
suprasiddhaṃ jagaty etat sarvalokeṣu pūjitam
dies ist in der Welt wohlbekannt, in allen Welten anerkannt
tasmin datte bhavet puṇyaṃ sarvaṃ koṭiguṇaṃ suta
wenn ihm (dem Sohn) gegeben wird, entsteht Verdienst, alles zehnmillionenfach, mein Sohn

manoglāninivṛttiś ca jāyate ca mahat sukham / punar apy āha sā vāṇī kāṇve 'smiṃs tīrtha uttame //

Das Aufhören der Bekümmernis des Geistes und großes Glück entsteht. Wiederum sprach diese Stimme über dieses vortreffliche Kāṇva-Tīrtha:

Wort für Wort
manoglāninivṛttiś ca jāyate ca mahat sukham
das Aufhören der Bekümmernis des Geistes und großes Glück entsteht
punar apy āha sā vāṇī kāṇve 'smiṃs tīrtha uttame
wiederum sprach diese Stimme über dieses vortreffliche Kāṇva-Tīrtha

abhavat tan mahat tīrthaṃ kāṇva puṇyaprabhāvataḥ / lokatrayāśrayāśeṣa-tīrthebhyo 'pi mahāphalam //

'Diese Tīrtha wurde, o Kāṇva, durch die Kraft der Heiligkeit groß; sie gewährt größere Frucht als alle Tīrthas, die den drei Welten als Zuflucht dienen.'

Wort für Wort
abhavat tan mahat tīrthaṃ kāṇva puṇyaprabhāvataḥ
diese Tīrtha wurde, o Kāṇva, durch die Kraft der Heiligkeit groß
lokatrayāśrayāśeṣatīrthebhyo 'pi mahāphalam
sie gewährt größere Frucht als alle Tīrthas, die den drei Welten als Zuflucht dienen

snānadānādikaṃ kiṃcid bhaktyā kurvan samāhitaḥ / phalaṃ prāpsyasy aśeṣeṇa sarvaṃ koṭiguṇaṃ mune //

'Wer immer, gesammelten Geistes, mit Hingabe irgendein Baden, Spenden oder Ähnliches vollzieht, wird die vollständige Frucht erlangen, alles zehnmillionenfach, o Weiser.'

Wort für Wort
snānadānādikaṃ kiṃcid bhaktyā kurvan samāhitaḥ
wer, gesammelten Geistes, mit Hingabe irgendein Baden, Spenden oder Ähnliches vollzieht
phalaṃ prāpsyasy aśeṣeṇa sarvaṃ koṭiguṇaṃ mune
wird die vollständige Frucht erlangen, alles zehnmillionenfach, o Weiser

yat kiṃcit kriyate cātra snānadānādikaṃ naraiḥ / sarvaṃ koṭiguṇaṃ vidyāt koṭitīrthaṃ tato viduḥ //

'Was auch immer hier von den Menschen an Baden, Spenden und Ähnlichem vollzogen wird - man wisse, dass alles zehnmillionenfach ist; daher kennt man sie als Koṭi-Tīrtha.'

Wort für Wort
yat kiṃcit kriyate cātra snānadānādikaṃ naraiḥ
was auch immer hier von den Menschen an Baden, Spenden und Ähnlichem vollzogen wird
sarvaṃ koṭiguṇaṃ vidyāt koṭitīrthaṃ tato viduḥ
man wisse, dass alles zehnmillionenfach ist; daher kennt man sie als Koṭi-Tīrtha

yatraitad vṛttam āgneyaṃ kāṇvaṃ pautraṃ hiraṇyakam / vāṇīsaṃjñaṃ koṭitīrthaṃ koṭitīrthaphalaṃ yataḥ //

Wo sich dieses auf Agni bezogene Geschehen mit Kāṇva und dem 'Enkel' Hiraṇyaka ereignete, heißt sie auch Vāṇī-benannt, das Koṭi-Tīrtha, da sie die Frucht des Koṭi-Tīrtha gewährt.

Wort für Wort
yatraitad vṛttam āgneyaṃ kāṇvaṃ pautraṃ hiraṇyakam
wo sich dieses auf Agni bezogene Geschehen mit Kāṇva und dem Enkel Hiraṇyaka ereignete
vāṇīsaṃjñaṃ koṭitīrthaṃ koṭitīrthaphalaṃ yataḥ
heißt sie auch Vāṇī-benannt, das Koṭi-Tīrtha, da sie die Frucht des Koṭi-Tīrtha gewährt

[Anm.: 'pautraṃ hiraṇyakam' unklar - vermutlich Bezug auf Hiraṇya als 'Enkel' des Feuers im übertragenen Sinne der vorangehenden Genealogie-Metapher (V.13); sinngemäß wiedergegeben.]

koṭitīrthasya māhātmyam atra vaktuṃ na śakyate / vācaspatiprabhṛtibhir athavānyaiḥ surair api //

Die Größe des Koṭi-Tīrtha lässt sich hier nicht vollständig aussprechen, weder von Vācaspati und anderen noch von sonstigen Göttern.

Wort für Wort
koṭitīrthasya māhātmyam atra vaktuṃ na śakyate
die Größe des Koṭi-Tīrtha lässt sich hier nicht aussprechen
vācaspatiprabhṛtibhir athavānyaiḥ surair api
weder von Vācaspati und anderen noch von sonstigen Göttern

yatrānuṣṭhīyamānaṃ hi sarvaṃ karma yathā tathā / godāvaryāḥ prasādena sarvaṃ koṭiguṇaṃ bhavet //

Denn jedwedes dort vollzogene Ritual wird, wie auch immer es sei, durch die Gnade der Godāvarī alles zehnmillionenfach.

Wort für Wort
yatrānuṣṭhīyamānaṃ hi sarvaṃ karma yathā tathā
denn jedwedes dort vollzogene Ritual, wie auch immer es sei
godāvaryāḥ prasādena sarvaṃ koṭiguṇaṃ bhavet
wird durch die Gnade der Godāvarī alles zehnmillionenfach

koṭitīrthe dvijāgryāya gām ekāṃ yaḥ prayacchati / tasya tīrthasya māhātmyād gokoṭiphalam aśnute //

Wer am Koṭi-Tīrtha einem vorzüglichen Brahmanen eine einzige Kuh schenkt, erlangt durch die Größe dieser Tīrtha die Frucht von zehn Millionen Kühen.

Wort für Wort
koṭitīrthe dvijāgryāya gām ekāṃ yaḥ prayacchati
wer am Koṭi-Tīrtha einem vorzüglichen Brahmanen eine einzige Kuh schenkt
tasya tīrthasya māhātmyād gokoṭiphalam aśnute
erlangt durch die Größe dieser Tīrtha die Frucht von zehn Millionen Kühen

tasmiṃs tīrthe śucir bhūtvā bhūmidānaṃ karoti yaḥ / śraddhāyuktena manasā syāt tatkoṭiguṇottaram //

Wer, an dieser Tīrtha rein geworden, mit vertrauensvollem Geist eine Landschenkung vollzieht, dessen Verdienst wird zehnmillionenfach gesteigert.

Wort für Wort
tasmiṃs tīrthe śucir bhūtvā bhūmidānaṃ karoti yaḥ
wer, an dieser Tīrtha rein geworden, eine Landschenkung vollzieht
śraddhāyuktena manasā syāt tatkoṭiguṇottaram
mit vertrauensvollem Geist, dessen (Verdienst) wird zehnmillionenfach gesteigert

sarvatra gautamītīre pitṝṇāṃ dānam uttamam / viśeṣataḥ koṭitīrthe tad anantaphalapradam / atraikanyūnapañcāśat tīrthāni munayo viduḥ //

Überall am Ufer der Gautamī ist die Spende für die Ahnen vortrefflich, besonders aber am Koṭi-Tīrtha gewährt sie unendliche Frucht. Hier, so wissen die Weisen, gibt es neunundvierzig Tīrthas.

Wort für Wort
sarvatra gautamītīre pitṝṇāṃ dānam uttamam
überall am Ufer der Gautamī ist die Spende für die Ahnen vortrefflich
viśeṣataḥ koṭitīrthe tad anantaphalapradam
besonders aber am Koṭi-Tīrtha gewährt sie unendliche Frucht
atraikanyūnapañcāśat tīrthāni munayo viduḥ
hier, so wissen die Weisen, gibt es neunundvierzig (wörtl. 'eins-weniger-als-fünfzig') Tīrthas

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Original; 'ekanyūnapañcāśat' wörtlich 'um eins vermindert fünfzig' = neunundvierzig.]

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