Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 94: śvetatīrthamāhātmyavarṇanam Die Größe des Śveta-/Mṛtyu-Tīrtha (der Sieg über den Tod)

Der Śiva-Verehrer Śveta, ein Freund des Gautama, lebt an der Gautamī so hingebungsvoll, dass Yamas Boten sein Haus nicht einmal betreten können, als seine Lebenszeit erfüllt ist. Der Tod selbst kommt, wird aber vom Śiva-Gaṇa Daṇḍin mit dessen Stab erschlagen. Yama zieht daraufhin mit einem ganzen Heer aus Krankheiten, Dämonen und Höllenmächten in die Schlacht, wird jedoch samt seiner Streitmacht von Skanda (Kārttikeya) vernichtend geschlagen. Die versammelten Götter bitten Śiva flehentlich, Yama wiederzubeleben – ohne den Todesgott gäbe es keine kosmische Ordnung mehr. Śiva stimmt zu, verfügt aber zugleich, dass seine und Viṣṇus Verehrer, die die Gautamī pflegen, künftig ganz der Macht Yamas und aller Krankheiten entzogen seien. Nandin besprengt auf Śivas Geheiß Yama und sein Heer mit Gautamī-Wasser, wodurch alle wiederbelebt werden. Ursprung der Namen Śveta-Tīrtha und Mṛtyu-Tīrtha (dort, wo der Tod fiel).

{brahmovāca: } śvetatīrtham iti khyātaṃ trailokye viśrutaṃ śubham / tasya śravaṇamātreṇa sarvapāpaiḥ pramucyate //

Brahmā sprach: Als Śveta-Tīrtha bekannt, in den drei Welten berühmt und heilvoll; durch bloßes Hören davon wird man von allen Sünden befreit.

Wort für Wort
śvetatīrtham iti khyātaṃ
als Śveta-Tīrtha bekannt,
trailokye viśrutaṃ śubham
in den drei Welten berühmt und heilvoll,
tasya śravaṇamātreṇa
durch bloßes Hören davon,
sarvapāpaiḥ pramucyate
wird man von allen Sünden befreit

śveto nāma purā vipro gautamasya priyaḥ sakhā / ātithyapūjānirato gautamītīram āśritaḥ //

Ein Brahmane namens Śveta, einst ein lieber Freund des Gautama, der Gastfreundschaft und Verehrung hingegeben war, hatte am Ufer der Gautamī Zuflucht genommen.

Wort für Wort
śveto nāma purā vipro
ein Brahmane namens Śveta, einst,
gautamasya priyaḥ sakhā
ein lieber Freund des Gautama,
ātithyapūjānirato
Gastfreundschaft und Verehrung hingegeben,
gautamītīram āśritaḥ
hatte am Ufer der Gautamī Zuflucht genommen

manasā karmaṇā vācā śivabhaktiparāyaṇaḥ / dhyāyantaṃ taṃ dvijaśreṣṭhaṃ pūjayantaṃ sadā śivam //

Mit Gedanken, Tat und Wort ganz der Śiva-Hingabe zugewandt; jenen besten der Brahmanen, der Śiva meditierte und stets verehrte –

Wort für Wort
manasā karmaṇā vācā
mit Gedanken, Tat und Wort,
śivabhaktiparāyaṇaḥ
ganz der Śiva-Hingabe zugewandt,
dhyāyantaṃ taṃ dvijaśreṣṭhaṃ
jenen besten der Brahmanen, der meditierte,
pūjayantaṃ sadā śivam
und stets Śiva verehrte

pūrṇāyuṣaṃ dvijavaraṃ śivabhaktiparāyaṇam / netuṃ dūtāḥ samājagmur dakṣiṇāśāpates tadā //

– jenen vorzüglichen Brahmanen, dessen Lebenszeit erfüllt war, ganz der Śiva-Hingabe zugewandt, um ihn zu holen, kamen damals die Boten des Herrn der Südrichtung.

Wort für Wort
pūrṇāyuṣaṃ dvijavaraṃ
jenen vorzüglichen Brahmanen, dessen Lebenszeit erfüllt war,
śivabhaktiparāyaṇam
ganz der Śiva-Hingabe zugewandt,
netuṃ dūtāḥ samājagmur
um ihn zu holen, kamen die Boten,
dakṣiṇāśāpates tadā
des Herrn der Südrichtung, damals

nāśaknuvan gṛhaṃ tasya praveṣṭum api nārada / tadā kāle vyatikrānte citrako mṛtyum abravīt //

Sie vermochten nicht einmal, sein Haus zu betreten, Nārada; als damals die Zeit verstrichen war, sprach Citraka zum Tod.

Wort für Wort
nāśaknuvan gṛhaṃ tasya
sie vermochten sein Haus nicht,
praveṣṭum api nārada
zu betreten, Nārada,
tadā kāle vyatikrānte
als damals die Zeit verstrichen war,
citrako mṛtyum abravīt
sprach Citraka zum Tod

{citraka uvāca: } kiṃ nāyāti kṣīṇajīvo mṛtyo śvetaḥ kathaṃ tv iti / nādyāpy āyānti dūtās te mṛtyor naivocitaṃ tu te //

Citraka sprach: 'Warum kommt der, dessen Lebenszeit erschöpft ist, nicht? Wie steht es mit Śveta, Tod? Noch heute kommen deine Boten nicht zurück – das schickt sich für dich nicht.'

Wort für Wort
kiṃ nāyāti kṣīṇajīvo
warum kommt der, dessen Lebenszeit erschöpft ist, nicht?
mṛtyo śvetaḥ kathaṃ tv iti
wie steht es mit Śveta, Tod?
nādyāpy āyānti dūtās te
noch heute kommen deine Boten nicht,
mṛtyor naivocitaṃ tu te
das schickt sich für dich nicht, Tod

{brahmovāca: } tataś ca kupito mṛtyuḥ prāyāc chvetagṛhaṃ svayam / bahiḥsthitāṃs tadā paśyan mṛtyur dūtān bhayārditān / provāca kim idaṃ dūtā mṛtyum ūcuś ca dūtakāḥ //

Brahmā sprach: Da, zornig geworden, ging der Tod selbst zu Śvetas Haus; als er die draußen stehenden, von Furcht gequälten Boten sah, sprach der Tod: 'Was ist das, Boten?' Und die Boten sprachen zum Tod.

Wort für Wort
tataś ca kupito mṛtyuḥ
da, zornig geworden, der Tod,
prāyāc chvetagṛhaṃ svayam
ging selbst zu Śvetas Haus,
bahiḥsthitāṃs tadā paśyan
die draußen stehenden sehend,
mṛtyur dūtān bhayārditān
der Tod die von Furcht gequälten Boten,
provāca kim idaṃ dūtā
sprach: 'was ist das, Boten?'
mṛtyum ūcuś ca dūtakāḥ
und die Boten sprachen zum Tod

[Anm.: dreizeiliger Vers unter einer Nummer.]

{dūtā ūcuḥ: } śivena rakṣitaṃ śvetaṃ vayaṃ no vīkṣituṃ kṣamāḥ / yeṣāṃ prasanno giriśas teṣāṃ kā nāma bhītayaḥ //

Die Boten sprachen: 'Śveta, von Śiva beschützt, vermögen wir nicht anzuschauen; wem der Herr des Berges gnädig ist, welche Furcht(-Gefahren) gäbe es noch für den?'

Wort für Wort
śivena rakṣitaṃ śvetaṃ
Śveta, von Śiva beschützt,
vayaṃ no vīkṣituṃ kṣamāḥ
vermögen wir nicht anzuschauen,
yeṣāṃ prasanno giriśas
wem der Herr des Berges gnädig ist,
teṣāṃ kā nāma bhītayaḥ
welche Furcht gäbe es für den?

{brahmovāca: } pāśapāṇis tadā mṛtyuḥ prāviśad yatra sa dvijaḥ / nāsau vipro vijānāti mṛtyuṃ vā yamakiṃkarān //

Brahmā sprach: Da betrat der Tod, die Schlinge in der Hand, den Ort, wo jener Brahmane weilte; jener Brahmane bemerkte weder den Tod noch die Diener Yamas.

Wort für Wort
pāśapāṇis tadā mṛtyuḥ
da der Tod, die Schlinge in der Hand,
prāviśad yatra sa dvijaḥ
betrat, wo jener Brahmane (weilte),
nāsau vipro vijānāti
jener Brahmane bemerkte nicht,
mṛtyuṃ vā yamakiṃkarān
den Tod noch die Diener Yamas

śivaṃ pūjayate bhaktyā śvetasya tu samīpataḥ / mṛtyuṃ pāśadharaṃ dṛṣṭvā daṇḍī provāca vismitaḥ //

Er verehrte mit Hingabe Śiva; in der Nähe des Śveta, als er den schlingentragenden Tod erblickte, sprach Daṇḍin, erstaunt.

Wort für Wort
śivaṃ pūjayate bhaktyā
er verehrte mit Hingabe Śiva,
śvetasya tu samīpataḥ
in der Nähe des Śveta,
mṛtyuṃ pāśadharaṃ dṛṣṭvā
den schlingentragenden Tod erblickend,
daṇḍī provāca vismitaḥ
sprach Daṇḍin, erstaunt

[Anm.: 'Daṇḍī/Daṇḍin' hier ein mit Stab bewaffneter Gaṇa (Diener) Śivas, der Śveta bewacht.]

{daṇḍy uvāca: } kim atra vīkṣase mṛtyo daṇḍinaṃ mṛtyur abravīt //*

Daṇḍin sprach: 'Was schaust du hier, Tod?' Der Tod sprach zu Daṇḍin –

Wort für Wort
kim atra vīkṣase mṛtyo
'was schaust du hier, Tod?'
daṇḍinaṃ mṛtyur abravīt
der Tod sprach zu Daṇḍin

[Anm.: Im Quelltext nur als Halbvers überliefert (mit '//*' markiert); die zweite Vershälfte fehlt.]

{mṛtyur uvāca: } śvetaṃ netum ihāyātas tasmād vīkṣe dvijottamam //*

Der Tod sprach: 'Um Śveta zu holen, bin ich hierher gekommen; deshalb betrachte ich den besten der Brahmanen.'

Wort für Wort
śvetaṃ netum ihāyātas
um Śveta zu holen, bin ich hierher gekommen,
tasmād vīkṣe dvijottamam
deshalb betrachte ich den besten der Brahmanen

[Anm.: Im Quelltext nur als Halbvers überliefert (mit '//*' markiert); die zweite Vershälfte fehlt.]

{brahmovāca: } tvaṃ gacchety abravīd daṇḍī mṛtyuḥ pāśān athākṣipat / śvetāya muniśārdūla tato daṇḍī cukopa ha //

Brahmā sprach: 'Geh du fort', sprach Daṇḍin; der Tod aber warf darauf die Schlinge nach Śveta, o Tiger unter den Weisen; da wurde Daṇḍin zornig.

Wort für Wort
tvaṃ gacchety abravīd daṇḍī
'geh du fort', sprach Daṇḍin,
mṛtyuḥ pāśān athākṣipat
der Tod aber warf darauf die Schlinge,
śvetāya muniśārdūla
nach Śveta, o Tiger unter den Weisen,
tato daṇḍī cukopa ha
da wurde Daṇḍin zornig

śivadattena daṇḍena daṇḍī mṛtyum atāḍayat / tataḥ pāśadharo mṛtyuḥ papāta dharaṇītale //

Mit dem von Śiva gegebenen Stab schlug Daṇḍin den Tod; darauf fiel der schlingentragende Tod zu Boden.

Wort für Wort
śivadattena daṇḍena
mit dem von Śiva gegebenen Stab,
daṇḍī mṛtyum atāḍayat
schlug Daṇḍin den Tod,
tataḥ pāśadharo mṛtyuḥ
darauf der schlingentragende Tod,
papāta dharaṇītale
fiel zu Boden

tatas te satvaraṃ dūtā hataṃ mṛtyum avekṣya ca / yamāya sarvam avadan vadhaṃ mṛtyos tu daṇḍinā //

Da, als sie den erschlagenen Tod erblickten, berichteten die Boten eilends dem Yama alles über die Tötung des Todes durch Daṇḍin.

Wort für Wort
tatas te satvaraṃ dūtā
da eilends die Boten,
hataṃ mṛtyum avekṣya ca
den erschlagenen Tod erblickend,
yamāya sarvam avadan
berichteten dem Yama alles,
vadhaṃ mṛtyos tu daṇḍinā
über die Tötung des Todes durch Daṇḍin

tataś ca kupito dharmo yamo mahiṣavāhanaḥ / citraguptaṃ bahubalaṃ yamadaṇḍaṃ ca rakṣakam //

Da wurde Dharma, Yama, der auf dem Büffel Reitende, zornig; er rief Citragupta mit großer Streitmacht und den Beschützer Yamadaṇḍa,

Wort für Wort
tataś ca kupito dharmo
da wurde Dharma zornig,
yamo mahiṣavāhanaḥ
Yama, der auf dem Büffel Reitende,
citraguptaṃ bahubalaṃ
Citragupta mit großer Streitmacht,
yamadaṇḍaṃ ca rakṣakam
und den Beschützer Yamadaṇḍa

mahiṣaṃ bhūtavetālān ādhivyādhīṃs tathaiva ca / akṣirogān kukṣirogān karṇaśūlaṃ tathaiva ca //

den Büffel, Bhūtas und Vetālas, geistige und körperliche Krankheiten ebenso, Augenkrankheiten, Bauchkrankheiten und Ohrenschmerz ebenso,

Wort für Wort
mahiṣaṃ bhūtavetālān
den Büffel, Bhūtas und Vetālas,
ādhivyādhīṃs tathaiva ca
geistige und körperliche Krankheiten ebenso,
akṣirogān kukṣirogān
Augenkrankheiten, Bauchkrankheiten,
karṇaśūlaṃ tathaiva ca
und Ohrenschmerz ebenso

jvaraṃ ca trividhaṃ pāpaṃ narakāṇi pṛthak pṛthak / tvarantām iti tān uktvā jagāma tvarito yamaḥ //

Fieber, die dreifache Sünde und die verschiedenen Höllen einzeln – 'Eilt euch!', so zu ihnen sprechend, ging Yama eilends fort.

Wort für Wort
jvaraṃ ca trividhaṃ pāpaṃ
Fieber und die dreifache Sünde,
narakāṇi pṛthak pṛthak
die verschiedenen Höllen einzeln,
tvarantām iti tān uktvā
'eilt euch!', so zu ihnen sprechend,
jagāma tvarito yamaḥ
ging Yama eilends fort

etair anyaiḥ parivṛto yatra śveto dvijottamaḥ / tam āyāntaṃ yamaṃ dṛṣṭvā nandī provāca sāyudhaḥ //

Von diesen und anderen umgeben, ging er dorthin, wo Śveta, der beste der Brahmanen, weilte; als er den herankommenden Yama sah, sprach Nandin, bewaffnet.

Wort für Wort
etair anyaiḥ parivṛto
von diesen und anderen umgeben,
yatra śveto dvijottamaḥ
wo Śveta, der beste der Brahmanen (weilte),
tam āyāntaṃ yamaṃ dṛṣṭvā
den herankommenden Yama sehend,
nandī provāca sāyudhaḥ
sprach Nandin, bewaffnet

vināyakaṃ tathā skandaṃ bhūtanāthaṃ tu daṇḍinam / tatra tad yuddham abhavat sarvalokabhayāvaham //

Er rief Vināyaka sowie Skanda und den Herrn der Geister, Daṇḍin; dort entstand jene Schlacht, die alle Welten in Furcht versetzte.

Wort für Wort
vināyakaṃ tathā skandaṃ
Vināyaka sowie Skanda,
bhūtanāthaṃ tu daṇḍinam
und den Herrn der Geister, Daṇḍin,
tatra tad yuddham abhavat
dort entstand jene Schlacht,
sarvalokabhayāvaham
die alle Welten in Furcht versetzte

kārttikeyaḥ svayaṃ śaktyā bibheda yamakiṃkarān / dakṣiṇāśāpatiṃ cāpi nijaghāna balānvitam //

Kārttikeya selbst durchbohrte mit seiner Lanze die Diener Yamas; auch den Herrn der Südrichtung selbst, mit seiner Streitmacht, erschlug er.

Wort für Wort
kārttikeyaḥ svayaṃ śaktyā
Kārttikeya selbst, mit seiner Lanze,
bibheda yamakiṃkarān
durchbohrte die Diener Yamas,
dakṣiṇāśāpatiṃ cāpi
auch den Herrn der Südrichtung,
nijaghāna balānvitam
erschlug er, samt seiner Streitmacht

hatāvaśiṣṭā yāmyās te ādityāya nyavedayan / ādityo 'pi suraiḥ sārdhaṃ śrutvā tan mahad adbhutam //

Die übrig gebliebenen Yama-Krieger berichteten dies dem Āditya; auch Āditya, zusammen mit den Göttern, als er dieses große Wunder hörte,

Wort für Wort
hatāvaśiṣṭā yāmyās te
die vom Erschlagenwerden übrig gebliebenen Yama-Krieger,
ādityāya nyavedayan
berichteten dem Āditya,
ādityo 'pi suraiḥ sārdhaṃ
auch Āditya, zusammen mit den Göttern,
śrutvā tan mahad adbhutam
als er dieses große Wunder hörte

lokapālair anuvṛto mamāntikam upāgamat / ahaṃ viṣṇuś ca bhagavān indro 'gnir varuṇas tathā //

– von den Weltenhütern begleitet, kam er in meine (Brahmās) Nähe; ich, und der erhabene Viṣṇu, Indra, Agni und ebenso Varuṇa,

Wort für Wort
lokapālair anuvṛto
von den Weltenhütern begleitet,
mamāntikam upāgamat
kam er in meine Nähe,
ahaṃ viṣṇuś ca bhagavān
ich und der erhabene Viṣṇu,
indro 'gnir varuṇas tathā
Indra, Agni und ebenso Varuṇa

candrādityāv aśvinau ca lokapālā marudgaṇāḥ / ete cānye ca bahavo vayaṃ yātā yamāntikam //

Mond und Sonne, die beiden Aśvins, die Weltenhüter, die Scharen der Marut – diese und viele andere, wir gingen in Yamas Nähe.

Wort für Wort
candrādityāv aśvinau ca
Mond und Sonne, die beiden Aśvins,
lokapālā marudgaṇāḥ
die Weltenhüter, die Scharen der Marut,
ete cānye ca bahavo
diese und viele andere,
vayaṃ yātā yamāntikam
wir gingen in Yamas Nähe

mṛta āste dakṣiṇeśo gaṅgātīre balānvitaḥ / samudrāś ca nadā nāgā nānābhūtāny anekaśaḥ //

Tot lag der Herr der Südrichtung, samt seiner Streitmacht, am Ufer der Gaṅgā; und die Ozeane, Flüsse, Nāgas, mannigfache Wesen in großer Zahl –

Wort für Wort
mṛta āste dakṣiṇeśo
tot lag der Herr der Südrichtung,
gaṅgātīre balānvitaḥ
am Ufer der Gaṅgā, samt seiner Streitmacht,
samudrāś ca nadā nāgā
und die Ozeane, Flüsse, Nāgas,
nānābhūtāny anekaśaḥ
mannigfache Wesen in großer Zahl

tatrājagmuḥ sureśānaṃ draṣṭuṃ vaivasvataṃ yamam / taṃ dṛṣṭvā hatasainyaṃ ca yamaṃ devā bhayārditāḥ / kṛtāñjalipuṭāḥ śaṃbhum ūcuḥ sarve punaḥ punaḥ //

– dorthin kamen sie, um den Götterherrn zu sehen sowie den Vaivasvata Yama; als sie ihn und das erschlagene Heer sahen, von Furcht gequält, sprachen die Götter, alle mit gefalteten Händen, immer wieder zu Śaṃbhu.

Wort für Wort
tatrājagmuḥ sureśānaṃ
dorthin kamen sie, den Götterherrn,
draṣṭuṃ vaivasvataṃ yamam
zu sehen, den Vaivasvata Yama,
taṃ dṛṣṭvā hatasainyaṃ ca
ihn und das erschlagene Heer sehend,
yamaṃ devā bhayārditāḥ
den Yama, die Götter, von Furcht gequält,
kṛtāñjalipuṭāḥ śaṃbhum
mit gefalteten Händen, zu Śaṃbhu,
ūcuḥ sarve punaḥ punaḥ
sprachen sie alle immer wieder

[Anm.: dreizeiliger Vers unter einer Nummer.]

{devā ūcuḥ: } bhaktipriyatvaṃ te nityaṃ duṣṭahantṛtvam eva ca / ādikartar namas tubhyaṃ nīlakaṇṭha namo 'stu te / brahmapriya namas te 'stu devapriya namo 'stu te //

Die Götter sprachen: 'Deine Neigung, die Hingebungsvollen zu lieben, ist beständig, und ebenso, die Bösen zu vernichten; o Urschöpfer, Verehrung sei dir; Blauhalsiger, Verehrung sei dir; Brahmā-Liebender, Verehrung sei dir; Götter-Liebender, Verehrung sei dir.'

Wort für Wort
bhaktipriyatvaṃ te nityaṃ
deine Neigung, die Hingebungsvollen zu lieben, ist beständig,
duṣṭahantṛtvam eva ca
und ebenso, die Bösen zu vernichten,
ādikartar namas tubhyaṃ
o Urschöpfer, Verehrung sei dir,
nīlakaṇṭha namo 'stu te
Blauhalsiger, Verehrung sei dir,
brahmapriya namas te 'stu
Brahmā-Liebender, Verehrung sei dir,
devapriya namo 'stu te
Götter-Liebender, Verehrung sei dir

[Anm.: dreizeiliger Vers unter einer Nummer.]

śvetaṃ dvijaṃ bhaktam anāyuṣaṃ te / netuṃ yamādiḥ sakalo 'samarthaḥ / saṃtoṣam āptāḥ paramaṃ samīkṣya / bhaktapriyatvaṃ tvayi nātha satyam //

'Den hingebungsvollen Brahmanen Śveta, dessen Lebenszeit schon vorbei war, zu holen, war Yama mit allen seinen Helfern unfähig; höchste Zufriedenheit haben wir erlangt, als wir sahen: deine Neigung, die Hingebungsvollen zu lieben, ist wahr, o Herr.'

Wort für Wort
śvetaṃ dvijaṃ bhaktam anāyuṣaṃ te
den hingebungsvollen Brahmanen Śveta, dessen Lebenszeit vorbei war,
netuṃ yamādiḥ sakalo 'samarthaḥ
zu holen, war Yama mit allen unfähig,
saṃtoṣam āptāḥ paramaṃ samīkṣya
höchste Zufriedenheit erlangten wir, sehend:
bhaktapriyatvaṃ tvayi nātha satyam
deine Neigung, die Hingebungsvollen zu lieben, ist wahr, o Herr

[Anm.: vierzeiliger Vers in eigenem Versmaß (Pādas a-d einzeln im Quelltext markiert).]

ye tvāṃ prapannāḥ śaraṇaṃ kṛpāluṃ / nālaṃ kṛtānto 'py anuvīkṣituṃ tān / evaṃ viditvā śiva eva sarve / tvām eva bhaktyā parayā bhajante //

'Die sich dir, dem Mitleidsvollen, als Zuflucht ergeben haben, jene vermag selbst der Tod nicht anzuschauen; dies erkennend, verehren alle, o Śiva, eben dich allein mit höchster Hingabe.'

Wort für Wort
ye tvāṃ prapannāḥ śaraṇaṃ kṛpāluṃ
die sich dir, dem Mitleidsvollen, als Zuflucht ergeben haben,
nālaṃ kṛtānto 'py anuvīkṣituṃ tān
jene vermag selbst der Tod nicht anzuschauen,
evaṃ viditvā śiva eva sarve
dies erkennend, o Śiva, alle,
tvām eva bhaktyā parayā bhajante
verehren eben dich allein mit höchster Hingabe

[Anm.: vierzeiliger Vers in eigenem Versmaß (Pādas a-d einzeln im Quelltext markiert).]

tvam eva jagatāṃ nātha kiṃ na smarasi śaṃkara / tvāṃ vinā kaḥ samartho 'tra vyavasthāṃ kartum īśvaraḥ //

'Du allein bist der Herr der Welten, Śaṃkara – erinnerst du dich nicht? Ohne dich, wer wäre hier fähig, Herr, Ordnung zu schaffen?'

Wort für Wort
tvam eva jagatāṃ nātha
du allein bist der Herr der Welten,
kiṃ na smarasi śaṃkara
erinnerst du dich nicht, Śaṃkara?
tvāṃ vinā kaḥ samartho 'tra
ohne dich, wer wäre hier fähig,
vyavasthāṃ kartum īśvaraḥ
Herr, Ordnung zu schaffen?

{brahmovāca: } evaṃ tu stuvatāṃ teṣāṃ purastād abhavac chivaḥ / kiṃ dadāmīti tān āha idam ūcuḥ surā api //

Brahmā sprach: Während sie so priesen, erschien Śiva vor ihnen; 'Was soll ich euch geben?', sprach er zu ihnen; dies sprachen auch die Götter.

Wort für Wort
evaṃ tu stuvatāṃ teṣāṃ
während sie so priesen,
purastād abhavac chivaḥ
erschien Śiva vor ihnen,
kiṃ dadāmīti tān āha
'was soll ich geben?', sprach er zu ihnen,
idam ūcuḥ surā api
dies sprachen auch die Götter

{devā ūcuḥ: } ayaṃ vaivasvato dharmo niyantā sarvadehinām / dharmādharmavyavasthāyāṃ sthāpito lokapālakaḥ //

Die Götter sprachen: 'Dieser Vaivasvata, Dharma, ist der Lenker aller verkörperten Wesen, eingesetzt als Weltenhüter zur Ordnung von Recht und Unrecht.'

Wort für Wort
ayaṃ vaivasvato dharmo
dieser Vaivasvata, Dharma,
niyantā sarvadehinām
ist der Lenker aller verkörperten Wesen,
dharmādharmavyavasthāyāṃ
zur Ordnung von Recht und Unrecht,
sthāpito lokapālakaḥ
als Weltenhüter eingesetzt

nāyaṃ vadham avāpnoti nāparādhī na pāpakṛt / vinā tena jagaddhātur naiva kiṃcid bhaviṣyati //

'Dieser verdient den Tod nicht, er ist weder ein Übeltäter noch ein Sünder; ohne ihn, Erhalter der Welt, wird gar nichts mehr sein.'

Wort für Wort
nāyaṃ vadham avāpnoti
dieser verdient den Tod nicht,
nāparādhī na pāpakṛt
er ist weder Übeltäter noch Sünder,
vinā tena jagaddhātur
ohne ihn, Erhalter der Welt,
naiva kiṃcid bhaviṣyati
wird gar nichts mehr sein

tasmāj jīvaya deveśa yamaṃ sabalavāhanam / prārthanā saphalā nātha mahatsu na vṛthā bhavet //

'Deshalb belebe, Göttergebieter, den Yama samt seiner Streitmacht und seinem Reittier; eine Bitte an die Großen wird nicht vergeblich sein, Herr.'

Wort für Wort
tasmāj jīvaya deveśa
deshalb belebe, Göttergebieter,
yamaṃ sabalavāhanam
den Yama samt Streitmacht und Reittier,
prārthanā saphalā nātha
eine Bitte ist erfolgreich, Herr,
mahatsu na vṛthā bhavet
bei den Großen wird sie nicht vergeblich sein

{brahmovāca: } tataḥ provāca bhagavāñ jīvayeyam asaṃśayam / yamaṃ yadi vaco me 'dya anumanyanti devatāḥ //

Brahmā sprach: Da sprach der Erhabene: 'Zweifellos werde ich Yama beleben, wenn die Götter heute meinem Wort zustimmen.'

Wort für Wort
tataḥ provāca bhagavāñ
da sprach der Erhabene:
jīvayeyam asaṃśayam
'zweifellos werde ich beleben
yamaṃ yadi vaco me 'dya
den Yama, wenn meinem Wort heute
anumanyanti devatāḥ
die Götter zustimmen'

tataḥ procuḥ surāḥ sarve kurmo vākyaṃ tvayoditam / haribrahmādisahitaṃ vaśe yasyākhilaṃ jagat //

Da sprachen alle Götter: 'Wir werden das von dir gesprochene Wort befolgen, in dessen Macht die ganze Welt steht, samt Hari, Brahmā und den anderen.'

Wort für Wort
tataḥ procuḥ surāḥ sarve
da sprachen alle Götter:
kurmo vākyaṃ tvayoditam
'wir befolgen das von dir gesprochene Wort,
haribrahmādisahitaṃ
samt Hari, Brahmā und den anderen,
vaśe yasyākhilaṃ jagat
in dessen Macht die ganze Welt steht'

tataḥ provāca bhagavān amarān samupāgatān / madbhakto na mṛtiṃ yātu nety ūcur amarāḥ punaḥ //

Da sprach der Erhabene zu den versammelten Unsterblichen: 'Mein Hingebungsvoller soll nicht dem Tod anheimfallen.' 'Nein', sprachen die Unsterblichen wiederum.

Wort für Wort
tataḥ provāca bhagavān
da sprach der Erhabene
amarān samupāgatān
zu den versammelten Unsterblichen:
madbhakto na mṛtiṃ yātu
'mein Hingebungsvoller soll nicht sterben'
nety ūcur amarāḥ punaḥ
'nein', sprachen die Unsterblichen wiederum

amarāḥ syus tato deva sarvalokāś carācarāḥ / amartyamartyabhedo 'yaṃ na syād deva jaganmaya //

'Dann würden, o Gott, alle Welten, das Bewegliche und Unbewegliche, unsterblich werden; dieser Unterschied zwischen Unsterblichem und Sterblichem gäbe es nicht mehr, o allwaltender Gott.'

Wort für Wort
amarāḥ syus tato deva
dann würden, o Gott, unsterblich werden,
sarvalokāś carācarāḥ
alle Welten, das Bewegliche und Unbewegliche,
amartyamartyabhedo 'yaṃ
dieser Unterschied zwischen Unsterblichem und Sterblichem,
na syād deva jaganmaya
gäbe es nicht mehr, o allwaltender Gott

punar apy āha tāñ śaṃbhuḥ śṛṇvantu mama bhāṣitam / madbhaktānāṃ vaiṣṇavānāṃ gautamīm anusevatām //

Wiederum sprach Śaṃbhu zu ihnen: 'Hört mein Wort: Für meine Hingebungsvollen, für die Viṣṇu-Verehrer, die die Gautamī aufsuchen,'

Wort für Wort
punar apy āha tāñ śaṃbhuḥ
wiederum sprach Śaṃbhu zu ihnen:
śṛṇvantu mama bhāṣitam
'hört mein Wort,
madbhaktānāṃ vaiṣṇavānāṃ
für meine Hingebungsvollen, die Viṣṇu-Verehrer,
gautamīm anusevatām
die die Gautamī aufsuchen'

vayaṃ tu svāmino nityaṃ na mṛtyuḥ svāmyam arhati / vārttāpy eṣāṃ na kartavyā yamena tu kadācana //

'– wir sind ihre stetigen Herren, nicht der Tod verdient Herrschaft über sie; nicht einmal Kunde von ihnen soll Yama je einholen.'

Wort für Wort
vayaṃ tu svāmino nityaṃ
wir sind ihre stetigen Herren,
na mṛtyuḥ svāmyam arhati
nicht der Tod verdient Herrschaft,
vārttāpy eṣāṃ na kartavyā
nicht einmal Kunde von ihnen soll eingeholt werden,
yamena tu kadācana
von Yama, jemals

ādhivyādhyādibhir jātu kāryo nābhibhavaḥ kvacit / ye śivaṃ śaraṇaṃ yātās te muktās tatkṣaṇād api //

'Durch geistige und körperliche Krankheiten und dergleichen soll ihnen niemals irgendwo Bedrängnis widerfahren; die zu Śiva Zuflucht genommen haben, sind sogleich befreit.'

Wort für Wort
ādhivyādhyādibhir jātu
durch geistige und körperliche Krankheiten und dergleichen,
kāryo nābhibhavaḥ kvacit
soll niemals Bedrängnis widerfahren,
ye śivaṃ śaraṇaṃ yātās
die zu Śiva Zuflucht genommen haben,
te muktās tatkṣaṇād api
sind sogleich befreit

sānugasya yamasyāto namasyāḥ sarva eva te / tathety ūcuḥ suragaṇā devadevaṃ śivaṃ prati //

'Deshalb sollen sie, dem Yama samt seinem Gefolge, von allen verehrt werden.' 'So sei es', sprachen die Scharen der Götter zu Śiva, dem Gott der Götter.

Wort für Wort
sānugasya yamasyāto
deshalb sollen sie, dem Yama samt Gefolge,
namasyāḥ sarva eva te
von allen verehrt werden
tathety ūcuḥ suragaṇā
'so sei es', sprachen die Scharen der Götter,
devadevaṃ śivaṃ prati
zu Śiva, dem Gott der Götter

tataś ca bhagavān nātho nandinaṃ prāha vāhanam //*

Da sprach der erhabene Herr zu Nandin, seinem Reittier –

Wort für Wort
tataś ca bhagavān nātho
da sprach der erhabene Herr,
nandinaṃ prāha vāhanam
zu Nandin, seinem Reittier

[Anm.: Im Quelltext nur als Halbvers überliefert (mit '//*' markiert); die zweite Vershälfte fehlt.]

{śiva uvāca: } gautamyā udakena tvam abhiṣiñca mṛtaṃ yamam //*

Śiva sprach: 'Besprenge du den toten Yama mit dem Wasser der Gautamī.'

Wort für Wort
gautamyā udakena tvam
mit dem Wasser der Gautamī, du,
abhiṣiñca mṛtaṃ yamam
besprenge den toten Yama

[Anm.: Im Quelltext nur als Halbvers überliefert (mit '//*' markiert); die zweite Vershälfte fehlt.]

{brahmovāca: } tato yamādayaḥ sarve abhiṣiktās tu nandinā / utthitāś ca sajīvās te dakṣiṇāśāṃ tato gatāḥ //

Brahmā sprach: Da wurden Yama und alle anderen von Nandin besprengt; sie erhoben sich lebendig und gingen darauf zur Südrichtung.

Wort für Wort
tato yamādayaḥ sarve
da Yama und alle anderen,
abhiṣiktās tu nandinā
wurden von Nandin besprengt,
utthitāś ca sajīvās te
sie erhoben sich lebendig,
dakṣiṇāśāṃ tato gatāḥ
und gingen darauf zur Südrichtung

uttare gautamītīre viṣṇvādyāḥ sarvadaivatāḥ / sthitā āsan pūjayanto devadevaṃ maheśvaram //

Am Nordufer der Gautamī weilten Viṣṇu und alle anderen Götter, den Gott der Götter, Maheśvara, verehrend.

Wort für Wort
uttare gautamītīre
am Nordufer der Gautamī,
viṣṇvādyāḥ sarvadaivatāḥ
Viṣṇu und alle anderen Götter,
sthitā āsan pūjayanto
weilten, verehrend,
devadevaṃ maheśvaram
den Gott der Götter, Maheśvara

tatrāsann ayutāny aṣṭa sahasrāṇi caturdaśa / tathā ṣaṭ ca sahasrāṇi punaḥ ṣaṭ ca tathaiva ca //

Dort gab es achtzigtausend, vierzehntausend, sowie sechstausend und wiederum ebenso sechstausend (Tīrthas) –

Wort für Wort
tatrāsann ayutāny aṣṭa
dort gab es acht Ayutas (80.000),
sahasrāṇi caturdaśa
vierzehntausend,
tathā ṣaṭ ca sahasrāṇi
sowie sechstausend,
punaḥ ṣaṭ ca tathaiva ca
und wiederum ebenso sechstausend

[Anm.: hyperbolische purāṇische Tīrtha-Zählung; die genaue Summierung der einzelnen Zahlangaben (ayuta = 10.000 usw.) bleibt unsicher.]

ṣaḍ dakṣiṇe tathā tīre tīrthānām ayutatrayam / puṇyam ākhyānam etad dhi śvetatīrthasya nārada //

– sechs(tausend), und am Südufer dreißigtausend Tīrthas. Dies ist die heilige Erzählung des Śveta-Tīrtha, Nārada.

Wort für Wort
ṣaḍ dakṣiṇe tathā tīre
sechs(tausend), und am Südufer,
tīrthānām ayutatrayam
dreißigtausend Tīrthas,
puṇyam ākhyānam etad dhi
dies ist die heilige Erzählung,
śvetatīrthasya nārada
des Śveta-Tīrtha, Nārada

yatrāsau patito mṛtyur mṛtyutīrthaṃ tad ucyate / tasya śravaṇamātreṇa sahasraṃ jīvate samāḥ //

Wo jener Tod gefallen war, das wird Mṛtyu-Tīrtha genannt; durch bloßes Hören davon lebt man tausend Jahre.

Wort für Wort
yatrāsau patito mṛtyur
wo jener Tod gefallen war,
mṛtyutīrthaṃ tad ucyate
das wird Mṛtyu-Tīrtha genannt,
tasya śravaṇamātreṇa
durch bloßes Hören davon,
sahasraṃ jīvate samāḥ
lebt man tausend Jahre

tatra snānaṃ ca dānaṃ ca sarvapāpapraṇāśanam / śravaṇaṃ paṭhanaṃ cāpi smaraṇaṃ ca malakṣayam / karoti sarvalokānāṃ bhuktimuktipradāyakam //

Baden und Spenden dort vernichtet alle Sünde; auch Hören, Rezitieren und Erinnern bewirkt die Tilgung der Makel; es gewährt allen Welten Genuss und Erlösung.

Wort für Wort
tatra snānaṃ ca dānaṃ ca
Baden und Spenden dort,
sarvapāpapraṇāśanam
vernichtet alle Sünde,
śravaṇaṃ paṭhanaṃ cāpi
auch Hören und Rezitieren,
smaraṇaṃ ca malakṣayam
und Erinnern bewirkt die Tilgung der Makel,
karoti sarvalokānāṃ
es bewirkt für alle Welten,
bhuktimuktipradāyakam
die Gewährung von Genuss und Erlösung

[Anm.: dreizeiliger Vers unter einer Nummer.]

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