Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 187: pralambavadho govardhanapūjāvidhānaṃ ca Die Tötung des Pralamba und die Einführung der Govardhana-Verehrung

Der als Kuhhirte verkleidete Dämon Pralamba versucht, Balarāma bei einem Kinderspiel zu entführen und wächst zu Riesengestalt heran; von Kṛṣṇa an seine wahre Natur erinnert, erschlägt Balarāma ihn. Als die Bewohner von Vraja das herbstliche Indra-Fest vorbereiten, hält Kṛṣṇa eine Rede über die vier Wissenschaften und überzeugt sie, statt Indra den Berg Govardhana und die Kühe zu verehren, da diese die eigentliche Existenzgrundlage der Hirten seien. Beim vollzogenen Bergfest manifestiert sich Kṛṣṇa selbst leibhaftig als der Berg und nimmt die Verehrung entgegen.

tasmin rāsabhadaiteye sānuje vinipātite / sarvagopālagopīnāṃ ramyaṃ tālavanaṃ babhau //

Nachdem jener Esels-Daitya samt seinen Verwandten gefällt worden war, erstrahlte der liebliche Palmenwald für alle Kuhhirten und Hirtenfrauen.

Wort für Wort
tasmin rāsabhadaiteye sānuje vinipātite
Nachdem jener Esels-Daitya samt seinen Verwandten gefällt worden war
sarvagopālagopīnāṃ ramyaṃ tālavanaṃ babhau
erstrahlte der liebliche Palmenwald für alle Kuhhirten und Hirtenfrauen

tatas tau jātaharṣau tu vasudevasutāv ubhau / śuśubhāte mahātmānau bālaśṛṅgāv ivarṣabhau //

Darauf, voller Freude, erstrahlten die beiden hochseeligen Söhne Vasudevas wie zwei junggehörnte Stiere.

Wort für Wort
tatas tau jātaharṣau tu vasudevasutāv ubhau
Darauf, voller Freude, die beiden Söhne Vasudevas
śuśubhāte mahātmānau bālaśṛṅgāv ivarṣabhau
erstrahlten die beiden Hochseeligen wie zwei junggehörnte Stiere

cārayantau ca gā dūre vyāharantau ca nāmabhiḥ / niyogapāśaskandhau tau vanamālāvibhūṣitau //

Sie weideten die Kühe in der Ferne und riefen sie bei Namen; mit Stricken zum Führen über der Schulter, geschmückt mit Waldblumenkränzen,

Wort für Wort
cārayantau ca gā dūre vyāharantau ca nāmabhiḥ
Sie weideten die Kühe in der Ferne und riefen sie bei Namen
niyogapāśaskandhau tau vanamālāvibhūṣitau
mit Stricken zum Führen über der Schulter, geschmückt mit Waldblumenkränzen

suvarṇāñjanacūrṇābhyāṃ tadā tau bhūṣitāmbarau / mahendrāyudhasaṃkāśau śvetakṛṣṇāv ivāmbudau //

mit goldenem und dunklem Puder geschmückten Gewändern, den Farben von Indras Waffe (dem Regenbogen) gleich, wie eine weiße und eine dunkle Wolke.

Wort für Wort
suvarṇāñjanacūrṇābhyāṃ tadā tau bhūṣitāmbarau
mit goldenem und dunklem Puder geschmückten Gewändern
mahendrāyudhasaṃkāśau śvetakṛṣṇāv ivāmbudau
den Farben von Indras Waffe gleich, wie eine weiße und eine dunkle Wolke

ceratur lokasiddhābhiḥ krīḍābhir itaretaram / samastalokanāthānāṃ nāthabhūtau bhuvaṃ gatau //

Sie vergnügten sich miteinander mit den in der Welt üblichen Spielen — sie, die Herren aller Welten, nun auf die Erde herabgestiegen als scheinbar Beschützte.

Wort für Wort
ceratur lokasiddhābhiḥ krīḍābhir itaretaram
Sie vergnügten sich miteinander mit den in der Welt üblichen Spielen
samastalokanāthānāṃ nāthabhūtau bhuvaṃ gatau
sie, die Herren aller Welten, auf die Erde herabgestiegen als scheinbar Beschützte

manuṣyadharmābhiratau mānayantau manuṣyatām / tajjātiguṇayuktābhiḥ krīḍābhiś ceratur vanam //

Der menschlichen Lebensweise zugetan, das Menschsein ehrend, durchstreiften sie den Wald mit den dieser Lebensform gemäßen Spielen.

Wort für Wort
manuṣyadharmābhiratau mānayantau manuṣyatām
Der menschlichen Lebensweise zugetan, das Menschsein ehrend
tajjātiguṇayuktābhiḥ krīḍābhiś ceratur vanam
durchstreiften sie den Wald mit den dieser Lebensform gemäßen Spielen

tatas tv āndolikābhiś ca niyuddhaiś ca mahābalau / vyāyāmaṃ cakratus tatra kṣepaṇīyais tathāśmabhiḥ //

Darauf übten sich die beiden gewaltig Starken dort mit Schaukeln, Ringkämpfen und dem Werfen von Steinen.

Wort für Wort
tatas tv āndolikābhiś ca niyuddhaiś ca mahābalau
Darauf die beiden gewaltig Starken, mit Schaukeln und Ringkämpfen
vyāyāmaṃ cakratus tatra kṣepaṇīyais tathāśmabhiḥ
übten sie sich dort, ebenso mit dem Werfen von Steinen

tallipsur asuras tatra ubhayo ramamāṇayoḥ / ājagāma pralambākhyo gopaveṣatirohitaḥ //

Ein Asura, der eine Gelegenheit bei den beiden Spielenden suchte, kam dorthin, ein Dämon namens Pralamba, verborgen in der Gestalt eines Kuhhirten.

Wort für Wort
tallipsur asuras tatra ubhayo ramamāṇayoḥ
Ein Asura, der eine Gelegenheit bei den beiden Spielenden suchte, kam dorthin
ājagāma pralambākhyo gopaveṣatirohitaḥ
ein Dämon namens Pralamba, verborgen in der Gestalt eines Kuhhirten

so 'vagāhata niḥśaṅkaṃ teṣāṃ madhyamamānuṣaḥ / mānuṣaṃ rūpam āsthāya pralambo dānavottamaḥ //

Er, der beste der Dānavas, Pralamba, mischte sich, in Menschengestalt, arglos mitten unter sie als scheinbarer Mensch.

Wort für Wort
so 'vagāhata niḥśaṅkaṃ teṣāṃ madhyamamānuṣaḥ
Er mischte sich arglos mitten unter sie als scheinbarer Mensch
mānuṣaṃ rūpam āsthāya pralambo dānavottamaḥ
Menschengestalt annehmend, Pralamba, der beste der Dānavas

tayoś chidrāntaraprepsur atiśīghram amanyata / kṛṣṇaṃ tato rauhiṇeyaṃ hantuṃ cakre manoratham //

Auf der Suche nach einer Gelegenheit bei den beiden, fasste er sehr rasch den Entschluss, entweder Kṛṣṇa oder den Sohn der Rohiṇī zu töten.

Wort für Wort
tayoś chidrāntaraprepsur atiśīghram amanyata
Auf der Suche nach einer Gelegenheit bei den beiden, dachte er sehr rasch
kṛṣṇaṃ tato rauhiṇeyaṃ hantuṃ cakre manoratham
fasste er den Entschluss, Kṛṣṇa oder den Sohn der Rohiṇī zu töten

hariṇā krīḍanaṃ nāma bālakrīḍanakaṃ tataḥ / prakrīḍitās tu te sarve dvau dvau yugapad utpatan //

Darauf spielten alle jenes von Hari [vorgeschlagene] Kinderspiel namens 'Krīḍana', bei dem sie paarweise zugleich losliefen.

Wort für Wort
hariṇā krīḍanaṃ nāma bālakrīḍanakaṃ tataḥ
Darauf jenes von Hari [vorgeschlagene] Kinderspiel namens 'Krīḍana'
prakrīḍitās tu te sarve dvau dvau yugapad utpatan
spielten alle, bei dem sie paarweise zugleich losliefen

śrīdāmnā saha govindaḥ pralambena tathā balaḥ / gopālair aparaiś cānye gopālāḥ saha pupluvuḥ //

Govinda lief zusammen mit Śrīdāman, Bala (Balarāma) ebenso mit Pralamba, andere Kuhhirten liefen zusammen mit anderen Kuhhirten.

Wort für Wort
śrīdāmnā saha govindaḥ pralambena tathā balaḥ
Govinda lief zusammen mit Śrīdāman, Bala ebenso mit Pralamba
gopālair aparaiś cānye gopālāḥ saha pupluvuḥ
andere Kuhhirten liefen zusammen mit anderen Kuhhirten

śrīdāmānaṃ tataḥ kṛṣṇaḥ pralambaṃ rohiṇīsutaḥ / jitavān kṛṣṇapakṣīyair gopair anyaiḥ parājitāḥ //

Kṛṣṇa besiegte darauf Śrīdāman, der Sohn der Rohiṇī [besiegte] Pralamba; die auf Kṛṣṇas Seite stehenden Läufer wurden von den anderen Kuhhirten besiegt.

Wort für Wort
śrīdāmānaṃ tataḥ kṛṣṇaḥ pralambaṃ rohiṇīsutaḥ
Kṛṣṇa besiegte darauf Śrīdāman, der Sohn der Rohiṇī Pralamba
jitavān kṛṣṇapakṣīyair gopair anyaiḥ parājitāḥ
die auf Kṛṣṇas Seite stehenden [Läufer] wurden von den anderen Kuhhirten besiegt

te vāhayantas tv anyonyaṃ bhāṇḍīraskandham etya vai / punar nivṛttās te sarve ye ye tatra parājitāḥ //

Diese, die einander [als Pfand des Spiels] trugen, kamen zum Bhāṇḍīra-Baum; alle diejenigen, die dort besiegt worden waren, kehrten wieder um.

Wort für Wort
te vāhayantas tv anyonyaṃ bhāṇḍīraskandham etya vai
Diese, die einander trugen, kamen zum Bhāṇḍīra-Baum
punar nivṛttās te sarve ye ye tatra parājitāḥ
alle diejenigen, die dort besiegt worden waren, kehrten wieder um

[Anm.: Das Spiel ,Krīḍana' verpflichtet offenbar die Verlierer, die Gewinner auf den Schultern zu tragen — Hintergrund für die folgende Episode.]

saṃkarṣaṇaṃ tu skandhena śīghram utkṣipya dānavaḥ / na tasthau prajagāmaiva sacandra iva vāridaḥ //

Der Dānava aber, nachdem er Saṃkarṣaṇa (Balarāma) schnell auf seine Schulter gehoben hatte, blieb nicht stehen, sondern eilte fort, wie eine Wolke mit dem Mond davonzieht.

Wort für Wort
saṃkarṣaṇaṃ tu skandhena śīghram utkṣipya dānavaḥ
Der Dānava aber, nachdem er Saṃkarṣaṇa schnell auf seine Schulter gehoben hatte
na tasthau prajagāmaiva sacandra iva vāridaḥ
blieb nicht stehen, sondern eilte fort, wie eine Wolke mit dem Mond

aśakto vahane tasya saṃrambhād dānavottamaḥ / vavṛdhe sumahākāyaḥ prāvṛṣīva balāhakaḥ //

Unfähig, ihn wirklich zu tragen, wuchs der beste der Dānavas vor Erregung zu einem überaus gewaltigen Leib heran, wie eine Regenwolke in der Monsunzeit.

Wort für Wort
aśakto vahane tasya saṃrambhād dānavottamaḥ
Unfähig, ihn wirklich zu tragen, vor Erregung, der beste der Dānavas
vavṛdhe sumahākāyaḥ prāvṛṣīva balāhakaḥ
wuchs zu einem überaus gewaltigen Leib heran, wie eine Regenwolke in der Monsunzeit

saṃkarṣaṇas tu taṃ dṛṣṭvā dagdhaśailopamākṛtim / sragdāmalambābharaṇaṃ mukuṭāṭopamastakam //

Als Saṃkarṣaṇa ihn sah, von der Gestalt eines verbrannten Berges, mit herabhängenden Blumengirlanden als Schmuck, mit einer prunkvollen Krone auf dem Haupt,

Wort für Wort
saṃkarṣaṇas tu taṃ dṛṣṭvā dagdhaśailopamākṛtim
Als Saṃkarṣaṇa ihn sah, von der Gestalt eines verbrannten Berges
sragdāmalambābharaṇaṃ mukuṭāṭopamastakam
mit herabhängenden Blumengirlanden als Schmuck, mit einer prunkvollen Krone auf dem Haupt

raudraṃ śakaṭacakrākṣaṃ pādanyāsacalatkṣitim / hriyamāṇas tataḥ kṛṣṇam idaṃ vacanam abravīt //

schrecklich, mit Augen groß wie Wagenräder, dessen Erdreich bei jedem Schritt erbebte — fortgetragen, sprach er darauf zu Kṛṣṇa folgende Worte:

Wort für Wort
raudraṃ śakaṭacakrākṣaṃ pādanyāsacalatkṣitim
schrecklich, mit Augen groß wie Wagenräder, dessen Erdreich bei jedem Schritt erbebte
hriyamāṇas tataḥ kṛṣṇam idaṃ vacanam abravīt
fortgetragen, sprach er darauf zu Kṛṣṇa folgende Worte

{balarāma uvāca:} kṛṣṇa kṛṣṇa hriye tv eṣa parvatodagramūrtinā / kenāpi paśya daityena gopālacchadmarūpiṇā //

[Balarāma sprach:] ,Kṛṣṇa, Kṛṣṇa! Ich werde von diesem irgendeinem Daitya fortgetragen, dessen Gestalt bergeshoch aufragt, sieh, der sich als Kuhhirte verkleidet hatte.

Wort für Wort
kṛṣṇa kṛṣṇa hriye tv eṣa parvatodagramūrtinā
Kṛṣṇa, Kṛṣṇa! Ich werde von diesem, dessen Gestalt bergeshoch aufragt, fortgetragen
kenāpi paśya daityena gopālacchadmarūpiṇā
von irgendeinem Daitya, sieh, der sich als Kuhhirte verkleidet hatte

yad atra sāṃprataṃ kāryaṃ mayā madhuniṣūdana / tat kathyatāṃ prayāty eṣa durātmātitvarānvitaḥ //

Sage mir, o Madhuniṣūdana, was jetzt von mir zu tun ist — dieser Bösgesinnte entfernt sich mit größter Eile.'

Wort für Wort
yad atra sāṃprataṃ kāryaṃ mayā madhuniṣūdana
Was jetzt von mir zu tun ist, o Madhuniṣūdana
tat kathyatāṃ prayāty eṣa durātmātitvarānvitaḥ
sage es mir — dieser Bösgesinnte entfernt sich mit größter Eile

{vyāsa uvāca:} tam āha rāmaṃ govindaḥ smitabhinnauṣṭhasaṃpuṭaḥ / mahātmā rauhiṇeyasya balavīryapramāṇavit //

Govinda, der Hochseelige, der die Stärke und Tapferkeit des Sohnes der Rohiṇī genau kennt, sprach mit einem Lächeln, die Lippen leicht geöffnet, zu Rāma:

Wort für Wort
tam āha rāmaṃ govindaḥ smitabhinnauṣṭhasaṃpuṭaḥ
Govinda sprach mit einem Lächeln, die Lippen leicht geöffnet, zu Rāma
mahātmā rauhiṇeyasya balavīryapramāṇavit
der Hochseelige, der die Stärke und Tapferkeit des Sohnes der Rohiṇī genau kennt

{kṛṣṇa uvāca:} kim ayaṃ mānuṣo bhāvo vyaktam evāvalambyate / sarvātman sarvaguhyānāṃ guhyād guhyātmanā tvayā //

[Kṛṣṇa sprach:] ,Was soll dieser menschliche Zustand, den du, o Allselbst, deutlich beibehältst — du, dessen Wesen das Geheimnisvollste unter allen Geheimnissen ist?

Wort für Wort
kim ayaṃ mānuṣo bhāvo vyaktam evāvalambyate
Was soll dieser menschliche Zustand, den du deutlich beibehältst
sarvātman sarvaguhyānāṃ guhyād guhyātmanā tvayā
o Allselbst, du, dessen Wesen das Geheimnisvollste unter allen Geheimnissen ist

smarāśeṣajagadīśa kāraṇaṃ kāraṇāgraja / ātmānam ekaṃ tadvac ca jagaty ekārṇave ca yaḥ //

Erinnere dich, o Herr der gesamten Welt, o Ältester der Ursache, an deine wahre Ursache-Natur — an dein eines Selbst, das ebenso in der Welt wie im Einzigen Ozean [gleich gegenwärtig] ist.

Wort für Wort
smarāśeṣajagadīśa kāraṇaṃ kāraṇāgraja
Erinnere dich, o Herr der gesamten Welt, o Ältester der Ursache, an [deine] Ursache
ātmānam ekaṃ tadvac ca jagaty ekārṇave ca yaḥ
an dein eines Selbst, das ebenso in der Welt wie im Einzigen Ozean [gegenwärtig] ist

bhavān ahaṃ ca viśvātmann ekam eva hi kāraṇam / jagato 'sya jagaty arthe bhedenāvāṃ vyavasthitau //

Du und ich, o Weltseele, sind fürwahr eine einzige Ursache dieser Welt; um der Welt willen sind wir beide nur scheinbar als unterschieden aufgetreten.

Wort für Wort
bhavān ahaṃ ca viśvātmann ekam eva hi kāraṇam
Du und ich, o Weltseele, sind fürwahr eine einzige Ursache
jagato 'sya jagaty arthe bhedenāvāṃ vyavasthitau
dieser Welt; um der Welt willen sind wir beide als unterschieden aufgetreten

tat smaryatām ameyātmaṃs tvayātmā jahi dānavam / mānuṣyam evam ālambya bandhūnāṃ kriyatāṃ hitam //

Deshalb erinnere dich daran, o Unermesslicher-Selbst; töte du selbst den Dānava; nachdem du so das Menschsein angenommen hast, tue das Wohl deiner Verwandten.'

Wort für Wort
tat smaryatām ameyātmaṃs tvayātmā jahi dānavam
Deshalb erinnere dich daran, o Unermesslicher-Selbst; töte du selbst den Dānava
mānuṣyam evam ālambya bandhūnāṃ kriyatāṃ hitam
nachdem du so das Menschsein angenommen hast, tue das Wohl deiner Verwandten

{vyāsa uvāca:} iti saṃsmārito viprāḥ kṛṣṇena sumahātmanā / vihasya pīḍayām āsa pralambaṃ balavān balaḥ //

So von dem hochseeligen Kṛṣṇa an sich selbst erinnert, ihr Brahmanen, lachte der starke Bala (Balarāma) auf und bedrängte Pralamba.

Wort für Wort
iti saṃsmārito viprāḥ kṛṣṇena sumahātmanā
So von dem hochseeligen Kṛṣṇa an sich selbst erinnert, ihr Brahmanen
vihasya pīḍayām āsa pralambaṃ balavān balaḥ
lachte der starke Bala auf und bedrängte Pralamba

muṣṭinā cāhan mūrdhni kopasaṃraktalocanaḥ / tena cāsya prahāreṇa bahir yāte vilocane //

Mit der Faust schlug er ihn, mit vor Zorn geröteten Augen, auf den Kopf; und durch diesen Schlag traten dessen Augen hervor.

Wort für Wort
muṣṭinā cāhan mūrdhni kopasaṃraktalocanaḥ
Mit der Faust schlug er ihn, mit vor Zorn geröteten Augen, auf den Kopf
tena cāsya prahāreṇa bahir yāte vilocane
und durch diesen Schlag traten dessen Augen hervor

sa niṣkāsitamastiṣko mukhāc choṇitam udvaman / nipapāta mahīpṛṣṭhe daityavaryo mamāra ca //

Mit herausgetriebenem Hirn, Blut aus dem Mund erbrechend, fiel der beste der Daityas auf den Erdboden und starb.

Wort für Wort
sa niṣkāsitamastiṣko mukhāc choṇitam udvaman
Mit herausgetriebenem Hirn, Blut aus dem Mund erbrechend
nipapāta mahīpṛṣṭhe daityavaryo mamāra ca
fiel der beste der Daityas auf den Erdboden und starb

pralambaṃ nihataṃ dṛṣṭvā balenādbhutakarmaṇā / prahṛṣṭās tuṣṭuvur gopāḥ sādhu sādhv iti cābruvan //

Als sie sahen, dass Pralamba von Bala, dessen Taten wunderbar sind, erschlagen worden war, priesen die hocherfreuten Kuhhirten ihn und riefen: 'Gut, gut!'

Wort für Wort
pralambaṃ nihataṃ dṛṣṭvā balenādbhutakarmaṇā
Als sie sahen, dass Pralamba von Bala, dessen Taten wunderbar sind, erschlagen worden war
prahṛṣṭās tuṣṭuvur gopāḥ sādhu sādhv iti cābruvan
priesen die hocherfreuten Kuhhirten ihn und riefen: 'Gut, gut!'

saṃstūyamāno rāmas tu gopair daitye nipātite / pralambe saha kṛṣṇena punar gokulam āyayau //

Rāma aber, von den Kuhhirten gepriesen, kehrte, nachdem der Daitya Pralamba gefällt worden war, mit Kṛṣṇa wieder nach Gokula zurück.

Wort für Wort
saṃstūyamāno rāmas tu gopair daitye nipātite
Rāma aber, von den Kuhhirten gepriesen, nachdem der Daitya gefällt worden war
pralambe saha kṛṣṇena punar gokulam āyayau
Pralamba, kehrte mit Kṛṣṇa wieder nach Gokula zurück

{vyāsa uvāca:} tayor viharator evaṃ rāmakeśavayor vraje / prāvṛḍvyatītā vikasat-sarojā cābhavac charat //

Während Rāma und Keśava sich so in Vraja vergnügten, verging die Regenzeit, und der Herbst mit aufblühenden Lotusblumen brach an.

Wort für Wort
tayor viharator evaṃ rāmakeśavayor vraje
Während Rāma und Keśava sich so in Vraja vergnügten
prāvṛḍvyatītā vikasat-sarojā cābhavac charat
verging die Regenzeit, und der Herbst mit aufblühenden Lotusblumen brach an

vimalāmbaranakṣatre kāle cābhyāgate vrajam / dadarśendrotsavārambha-pravṛttān vrajavāsinaḥ //

Als die Zeit des klaren Himmels und der sichtbaren Sterne für Vraja angebrochen war, sah er, wie die Bewohner von Vraja mit den Vorbereitungen für das Indra-Fest beschäftigt waren.

Wort für Wort
vimalāmbaranakṣatre kāle cābhyāgate vrajam
Als die Zeit des klaren Himmels und der sichtbaren Sterne für Vraja angebrochen war
dadarśendrotsavārambha-pravṛttān vrajavāsinaḥ
sah er die Bewohner von Vraja mit den Vorbereitungen für das Indra-Fest beschäftigt

kṛṣṇas tān utsukān dṛṣṭvā gopān utsavalālasān / kautūhalād idaṃ vākyaṃ prāha vṛddhān mahāmatiḥ //

Als Kṛṣṇa, der Hochgesinnte, die eifrigen, nach dem Fest verlangenden Kuhhirten sah, sprach er aus Neugier folgende Worte zu den Ältesten:

Wort für Wort
kṛṣṇas tān utsukān dṛṣṭvā gopān utsavalālasān
Als Kṛṣṇa die eifrigen, nach dem Fest verlangenden Kuhhirten sah
kautūhalād idaṃ vākyaṃ prāha vṛddhān mahāmatiḥ
sprach der Hochgesinnte aus Neugier folgende Worte zu den Ältesten

{kṛṣṇa uvāca:} ko 'yaṃ śakramaho nāma yena vo harṣa āgataḥ / prāha taṃ nandagopaś ca pṛcchantam atisādaram //

[Kṛṣṇa sprach:] ,Was ist dieses 'Śakra-Fest' genannte, durch das euch Freude gekommen ist?' Und Nandagopa sprach zu ihm, der überaus ehrerbietig fragte,

Wort für Wort
ko 'yaṃ śakramaho nāma yena vo harṣa āgataḥ
Was ist dieses 'Śakra-Fest' genannte, durch das euch Freude gekommen ist?
prāha taṃ nandagopaś ca pṛcchantam atisādaram
Und Nandagopa sprach zu ihm, der überaus ehrerbietig fragte

{nanda uvāca:} meghānāṃ payasām īśo devarājaḥ śatakratuḥ / yena saṃcoditā meghā varṣanty ambumayaṃ rasam //

[Nanda sprach:] ,Der Herr der Wolken und Wasser ist der Götterkönig Śatakratu (Indra), durch dessen Antrieb die Wolken den wässrigen Saft [als Regen] herabgießen.

Wort für Wort
meghānāṃ payasām īśo devarājaḥ śatakratuḥ
Der Herr der Wolken und Wasser ist der Götterkönig Śatakratu
yena saṃcoditā meghā varṣanty ambumayaṃ rasam
durch dessen Antrieb die Wolken den wässrigen Saft herabgießen

tadvṛṣṭijanitaṃ sasyaṃ vayam anye ca dehinaḥ / vartayāmopabhuñjānās tarpayāmaś ca devatāḥ //

Von dem durch seinen Regen erzeugten Getreide leben wir und andere Lebewesen, indem wir es genießen, und wir befriedigen damit die Götter.

Wort für Wort
tadvṛṣṭijanitaṃ sasyaṃ vayam anye ca dehinaḥ
Von dem durch seinen Regen erzeugten Getreide leben wir und andere Lebewesen
vartayāmopabhuñjānās tarpayāmaś ca devatāḥ
indem wir es genießen, und wir befriedigen damit die Götter

kṣīravatya imā gāvo vatsavatyaś ca nirvṛtāḥ / tena saṃvardhitaiḥ sasyaiḥ puṣṭās tuṣṭā bhavanti vai //

Diese milchreichen und kälbertragenden Kühe sind zufrieden; durch das von ihm zum Gedeihen gebrachte Getreide werden sie wohlgenährt und zufrieden.

Wort für Wort
kṣīravatya imā gāvo vatsavatyaś ca nirvṛtāḥ
Diese milchreichen und kälbertragenden Kühe sind zufrieden
tena saṃvardhitaiḥ sasyaiḥ puṣṭās tuṣṭā bhavanti vai
durch das von ihm zum Gedeihen gebrachte Getreide werden sie wohlgenährt und zufrieden

nāsasyā nānṛṇā bhūmir na bubhukṣārdito janaḥ / dṛśyate yatra dṛśyante vṛṣṭimanto balāhakāḥ //

Wo regenreiche Wolken zu sehen sind, dort erscheint die Erde weder ohne Frucht noch unergiebig, noch sieht man von Hunger geplagte Menschen.

Wort für Wort
nāsasyā nānṛṇā bhūmir na bubhukṣārdito janaḥ
Weder ohne Frucht noch unergiebig ist die Erde, noch [gibt es] von Hunger geplagte Menschen
dṛśyate yatra dṛśyante vṛṣṭimanto balāhakāḥ
dort, wo regenreiche Wolken zu sehen sind

[Anm.: Die genaue Konnotation von ,anṛṇā' (,unverschuldet'/,unergiebig') in diesem Zusammenhang bleibt etwas unsicher [?].]

bhaumam etat payo gobhir dhatte sūryasya vāridaḥ / parjanyaḥ sarvalokasya bhavāya bhuvi varṣati //

Dieses irdische Wasser nimmt durch die Sonnenstrahlen der Regenspender wieder auf; Parjanya (Indra als Regengott) lässt es auf der Erde zum Wohle aller Welt regnen.

Wort für Wort
bhaumam etat payo gobhir dhatte sūryasya vāridaḥ
Dieses irdische Wasser nimmt durch die Sonnenstrahlen der Regenspender wieder auf
parjanyaḥ sarvalokasya bhavāya bhuvi varṣati
Parjanya lässt es auf der Erde zum Wohle aller Welt regnen

tasmāt prāvṛṣi rājānaḥ śakraṃ sarve mudānvitāḥ / mahe sureśam arghanti vayam anye ca dehinaḥ //

Deshalb ehren zur Regenzeit alle Könige, voller Freude, den Śakra, den Herrn der Götter, mit einem Fest, und ebenso wir und andere Lebewesen.'

Wort für Wort
tasmāt prāvṛṣi rājānaḥ śakraṃ sarve mudānvitāḥ
Deshalb ehren zur Regenzeit alle Könige, voller Freude, den Śakra
mahe sureśam arghanti vayam anye ca dehinaḥ
den Herrn der Götter, mit einem Fest, und ebenso wir und andere Lebewesen

{vyāsa uvāca:} nandagopasya vacanaṃ śrutvetthaṃ śakrapūjane / kopāya tridaśendrasya prāha dāmodaras tadā //

Nachdem er diese Rede Nandagopas über die Śakra-Verehrung gehört hatte, sprach Dāmodara (Kṛṣṇa) darauf, um den Zorn des Götterfürsten [herauszufordern]:

Wort für Wort
nandagopasya vacanaṃ śrutvetthaṃ śakrapūjane
Nachdem er diese Rede Nandagopas über die Śakra-Verehrung gehört hatte
kopāya tridaśendrasya prāha dāmodaras tadā
sprach Dāmodara darauf, um den Zorn des Götterfürsten [herauszufordern]

{kṛṣṇa uvāca:} na vayaṃ kṛṣikartāro vaṇijyājīvino na ca / gāvo 'smaddaivataṃ tāta vayaṃ vanacarā yataḥ //

[Kṛṣṇa sprach:] ,Wir sind weder Ackerbauern noch leben wir vom Handel; die Kühe sind unsere Gottheit, Vater, da wir Waldwanderer sind.

Wort für Wort
na vayaṃ kṛṣikartāro vaṇijyājīvino na ca
Wir sind weder Ackerbauern noch leben wir vom Handel
gāvo 'smaddaivataṃ tāta vayaṃ vanacarā yataḥ
die Kühe sind unsere Gottheit, Vater, da wir Waldwanderer sind

ānvīkṣikī trayī vārttā daṇḍanītis tathāparā / vidyācatuṣṭayaṃ tv etad vārttām atra śṛṇuṣva me //

Logik (ānvīkṣikī), die drei Veden (trayī), Wirtschaft (vārttā) und die Staatskunst (daṇḍanīti) — dies sind die vier Wissenschaften; höre von mir hier über die 'Vārttā'.

Wort für Wort
ānvīkṣikī trayī vārttā daṇḍanītis tathāparā
Logik, die drei Veden, Wirtschaft und die Staatskunst
vidyācatuṣṭayaṃ tv etad vārttām atra śṛṇuṣva me
dies sind die vier Wissenschaften; höre von mir hier über die 'Vārttā'

kṛṣir vaṇijyā tadvac ca tṛtīyaṃ paśupālanam / vidyā hy etā mahābhāgā vārttā vṛttitrayāśrayā //

Ackerbau, Handel und drittens die Viehzucht — diese Wissenschaft, o Hochgesegnete, ist die 'Vārttā', die auf drei Lebensweisen beruht.

Wort für Wort
kṛṣir vaṇijyā tadvac ca tṛtīyaṃ paśupālanam
Ackerbau, Handel und drittens die Viehzucht
vidyā hy etā mahābhāgā vārttā vṛttitrayāśrayā
diese Wissenschaft, o Hochgesegnete, ist die 'Vārttā', die auf drei Lebensweisen beruht

karṣakāṇāṃ kṛṣir vṛttiḥ paṇyaṃ tu paṇajīvinām / asmākaṃ gāḥ parā vṛttir vārttā bhedair iyaṃ tribhiḥ //

Für die Ackerbauern ist Landwirtschaft der Lebenserwerb, für die vom Handel Lebenden der Warenhandel; für uns sind die Kühe der höchste Lebenserwerb — so ist diese 'Vārttā' in drei Zweige unterteilt.

Wort für Wort
karṣakāṇāṃ kṛṣir vṛttiḥ paṇyaṃ tu paṇajīvinām
Für die Ackerbauern ist Landwirtschaft der Lebenserwerb, für die vom Handel Lebenden der Warenhandel
asmākaṃ gāḥ parā vṛttir vārttā bhedair iyaṃ tribhiḥ
für uns sind die Kühe der höchste Lebenserwerb — so ist diese 'Vārttā' dreigeteilt

vidyayā yo yayā yuktas tasya sā daivataṃ mahat / saiva pūjyārcanīyā ca saiva tasyopakārikā //

Wer mit welcher Wissenschaft seinen Lebenserwerb verbunden hat, dem ist eben diese die große Gottheit; sie allein ist zu verehren und anzubeten, sie allein ist ihm von Nutzen.

Wort für Wort
vidyayā yo yayā yuktas tasya sā daivataṃ mahat
Wer mit welcher Wissenschaft [seinen Lebenserwerb] verbunden hat, dem ist eben diese die große Gottheit
saiva pūjyārcanīyā ca saiva tasyopakārikā
sie allein ist zu verehren und anzubeten, sie allein ist ihm von Nutzen

yo 'nyasyāḥ phalam aśnan vai pūjayaty aparāṃ naraḥ / iha ca pretya caivāsau tāta nāpnoti śobhanam //

Wer die Frucht der einen Wissenschaft genießt, aber eine andere verehrt, jener Mensch erlangt weder hier noch im Jenseits, Vater, etwas Gutes.

Wort für Wort
yo 'nyasyāḥ phalam aśnan vai pūjayaty aparāṃ naraḥ
Wer die Frucht der einen Wissenschaft genießt, aber eine andere verehrt
iha ca pretya caivāsau tāta nāpnoti śobhanam
jener Mensch erlangt weder hier noch im Jenseits, Vater, etwas Gutes

pūjyantāṃ prathitāḥ sīmāḥ sīmāntaṃ ca punar vanam / vanāntā girayaḥ sarve sā cāsmākaṃ parā gatiḥ //

Verehrt werden sollen die bekannten Grenzen unseres Landes, und jenseits der Grenzen wiederum der Wald; am Ende des Waldes liegen alle Berge — das ist unser höchstes Ziel.

Wort für Wort
pūjyantāṃ prathitāḥ sīmāḥ sīmāntaṃ ca punar vanam
Verehrt werden sollen die bekannten Grenzen, und jenseits der Grenzen wiederum der Wald
vanāntā girayaḥ sarve sā cāsmākaṃ parā gatiḥ
am Ende des Waldes liegen alle Berge — das ist unser höchstes Ziel

giriyajñas tv ayaṃ tasmād goyajñaś ca pravartyatām / kim asmākaṃ mahendreṇa gāvaḥ śailāś ca devatāḥ //

Deshalb soll dieses Berg-Opfer und das Kuh-Opfer vollzogen werden — was haben wir mit dem großen Indra zu tun? Die Kühe und die Berge sind unsere Gottheiten.

Wort für Wort
giriyajñas tv ayaṃ tasmād goyajñaś ca pravartyatām
Deshalb soll dieses Berg-Opfer und das Kuh-Opfer vollzogen werden
kim asmākaṃ mahendreṇa gāvaḥ śailāś ca devatāḥ
was haben wir mit dem großen Indra zu tun? Die Kühe und die Berge sind unsere Gottheiten

mantrayajñaparā viprāḥ sīrayajñāś ca karṣakāḥ / girigoyajñaśīlāś ca vayam adrivanāśrayāḥ //

Die Brahmanen sind dem Mantra-Opfer zugetan, die Ackerbauern dem Pflug-Opfer; wir aber, die wir auf Berg und Wald angewiesen sind, sind dem Berg- und Kuh-Opfer zugetan.

Wort für Wort
mantrayajñaparā viprāḥ sīrayajñāś ca karṣakāḥ
Die Brahmanen sind dem Mantra-Opfer zugetan, die Ackerbauern dem Pflug-Opfer
girigoyajñaśīlāś ca vayam adrivanāśrayāḥ
wir aber, die wir auf Berg und Wald angewiesen sind, sind dem Berg- und Kuh-Opfer zugetan

tasmād govardhanaḥ śailo bhavadbhir vividhārhaṇaiḥ / arcyatāṃ pūjyatāṃ medhyaṃ paśuṃ hatvā vidhānataḥ //

Deshalb soll der Berg Govardhana von euch mit mancherlei Gaben verehrt werden, angebetet werden, nachdem vorschriftsmäßig ein reines Opfertier geschlachtet worden ist.

Wort für Wort
tasmād govardhanaḥ śailo bhavadbhir vividhārhaṇaiḥ
Deshalb soll der Berg Govardhana von euch mit mancherlei Gaben
arcyatāṃ pūjyatāṃ medhyaṃ paśuṃ hatvā vidhānataḥ
verehrt und angebetet werden, nachdem vorschriftsmäßig ein reines Opfertier geschlachtet worden ist

sarvaghoṣasya saṃdohā gṛhyantāṃ mā vicāryatām / bhojyantāṃ tena vai viprās tathānye cāpi vāñchakāḥ //

Es sollen die Milchprodukte der gesamten Hirtensiedlung genommen werden, ohne zu zögern; damit sollen die Brahmanen bewirtet werden, ebenso andere, die es wünschen.

Wort für Wort
sarvaghoṣasya saṃdohā gṛhyantāṃ mā vicāryatām
Es sollen die Milchprodukte der gesamten Hirtensiedlung genommen werden, ohne zu zögern
bhojyantāṃ tena vai viprās tathānye cāpi vāñchakāḥ
damit sollen die Brahmanen bewirtet werden, ebenso andere, die es wünschen

tam arcitaṃ kṛte home bhojiteṣu dvijātiṣu / śaratpuṣpakṛtāpīḍāḥ parigacchantu gogaṇāḥ //

Nachdem der Berg verehrt, das Feueropfer vollzogen und die Zweifachgeborenen bewirtet worden sind, sollen die Kuhherden, mit Kränzen aus Herbstblumen geschmückt, um ihn herumgeführt werden.

Wort für Wort
tam arcitaṃ kṛte home bhojiteṣu dvijātiṣu
Nachdem der Berg verehrt, das Feueropfer vollzogen und die Zweifachgeborenen bewirtet worden sind
śaratpuṣpakṛtāpīḍāḥ parigacchantu gogaṇāḥ
sollen die Kuhherden, mit Kränzen aus Herbstblumen geschmückt, um ihn herumgeführt werden

etan mama mataṃ gopāḥ saṃprītyā kriyate yadi / tataḥ kṛtā bhavet prītir gavām adres tathā mama //

Dies ist meine Meinung, ihr Kuhhirten; wenn dies mit Freude ausgeführt wird, dann wird die Zufriedenheit der Kühe, des Berges und auch meine eigene Zufriedenheit bewirkt sein.'

Wort für Wort
etan mama mataṃ gopāḥ saṃprītyā kriyate yadi
Dies ist meine Meinung, ihr Kuhhirten; wenn dies mit Freude ausgeführt wird
tataḥ kṛtā bhavet prītir gavām adres tathā mama
dann wird die Zufriedenheit der Kühe, des Berges und auch meine eigene bewirkt sein

{vyāsa uvāca:} iti tasya vacaḥ śrutvā nandādyās te vrajaukasaḥ / prītyutphullamukhā viprāḥ sādhu sādhv ity athābruvan //

Nachdem sie diese seine Worte gehört hatten, riefen Nanda und die anderen Bewohner von Vraja, ihr Brahmanen, mit vor Freude aufblühenden Gesichtern: 'Gut, gut!'

Wort für Wort
iti tasya vacaḥ śrutvā nandādyās te vrajaukasaḥ
Nachdem sie diese seine Worte gehört hatten, Nanda und die anderen Bewohner von Vraja
prītyutphullamukhā viprāḥ sādhu sādhv ity athābruvan
riefen sie, ihr Brahmanen, mit vor Freude aufblühenden Gesichtern: 'Gut, gut!'

śobhanaṃ te mataṃ vatsa yad etad bhavatoditam / tat kariṣyāmy ahaṃ sarvaṃ giriyajñaḥ pravartyatām //

'Trefflich ist deine Meinung, mein Kind, die du hier geäußert hast; ich werde das alles ausführen — das Berg-Opfer soll vollzogen werden.'

Wort für Wort
śobhanaṃ te mataṃ vatsa yad etad bhavatoditam
Trefflich ist deine Meinung, mein Kind, die du hier geäußert hast
tat kariṣyāmy ahaṃ sarvaṃ giriyajñaḥ pravartyatām
ich werde das alles ausführen — das Berg-Opfer soll vollzogen werden

{vyāsa uvāca:} tathā ca kṛtavantas te giriyajñaṃ vrajaukasaḥ / dadhipāyasamāṃsādyair daduḥ śailabaliṃ tataḥ //

Und so vollzogen die Bewohner von Vraja das Berg-Opfer; sie brachten dem Berg darauf ein Opfer mit Quark, Milchreis, Fleisch und anderen Gaben dar.

Wort für Wort
tathā ca kṛtavantas te giriyajñaṃ vrajaukasaḥ
Und so vollzogen die Bewohner von Vraja das Berg-Opfer
dadhipāyasamāṃsādyair daduḥ śailabaliṃ tataḥ
sie brachten dem Berg darauf ein Opfer mit Quark, Milchreis, Fleisch und anderen Gaben dar

dvijāṃś ca bhojayām āsuḥ śataśo 'tha sahasraśaḥ / gāvaḥ śailaṃ tataś cakrur arcitās taṃ pradakṣiṇam //

Und sie bewirteten die Zweifachgeborenen zu Hunderten und Tausenden; die verehrten Kühe umschritten darauf den Berg rechtsherum.

Wort für Wort
dvijāṃś ca bhojayām āsuḥ śataśo 'tha sahasraśaḥ
Und sie bewirteten die Zweifachgeborenen zu Hunderten und Tausenden
gāvaḥ śailaṃ tataś cakrur arcitās taṃ pradakṣiṇam
die verehrten Kühe umschritten darauf den Berg rechtsherum

vṛṣabhāś cābhinardantaḥ satoyā jaladā iva / girimūrdhani govindaḥ śailo 'ham iti mūrtimān //

Die Stiere brüllten dabei wie regenschwangere Wolken; auf dem Gipfel des Berges erschien Govinda selbst leibhaftig, 'Ich bin der Berg' verkündend.

Wort für Wort
vṛṣabhāś cābhinardantaḥ satoyā jaladā iva
Die Stiere brüllten dabei wie regenschwangere Wolken
girimūrdhani govindaḥ śailo 'ham iti mūrtimān
auf dem Gipfel des Berges erschien Govinda selbst leibhaftig, 'Ich bin der Berg' verkündend

bubhuje 'nnaṃ bahuvidhaṃ gopavaryāhṛtaṃ dvijāḥ / kṛṣṇas tenaiva rūpeṇa gopaiḥ saha gireḥ śiraḥ //

Er genoss die vielfältige Speise, die von den besten Kuhhirten dargebracht worden war, ihr Zweifachgeborenen; Kṛṣṇa selbst, in eben dieser [zweiten] Gestalt, zusammen mit den Kuhhirten das Haupt des Berges,

Wort für Wort
bubhuje 'nnaṃ bahuvidhaṃ gopavaryāhṛtaṃ dvijāḥ
Er genoss die vielfältige Speise, die von den besten Kuhhirten dargebracht worden war, ihr Zweifachgeborenen
kṛṣṇas tenaiva rūpeṇa gopaiḥ saha gireḥ śiraḥ
Kṛṣṇa selbst, in eben dieser Gestalt, zusammen mit den Kuhhirten das Haupt des Berges

adhiruhyārcayām āsa dvitīyām ātmanas tanum / antardhānaṃ gate tasmin gopā labdhvā tato varān / kṛtvā girimahaṃ goṣṭhaṃ nijam abhyāyayuḥ punaḥ //

— dieses Haupt erklommen habend, verehrte er seinen eigenen zweiten Leib (den Berg als seine andere Verkörperung). Als jener [Kṛṣṇa in Bergform] verschwunden war, kehrten die Kuhhirten, nachdem sie Segnungen erlangt hatten, nach Vollzug des Bergfestes wieder zu ihrem eigenen Kuhpferch zurück.

Wort für Wort
adhiruhyārcayām āsa dvitīyām ātmanas tanum
erklommen habend, verehrte er seinen eigenen zweiten Leib
antardhānaṃ gate tasmin gopā labdhvā tato varān
als jener verschwunden war, kehrten die Kuhhirten, nachdem sie Segnungen erlangt hatten
kṛtvā girimahaṃ goṣṭhaṃ nijam abhyāyayuḥ punaḥ
nach Vollzug des Bergfestes wieder zu ihrem eigenen Kuhpferch zurück

[Anm.: Dreizeiliger Vers. In dieser Brahma-Purāṇa-Fassung manifestiert sich Kṛṣṇa selbst als der Berg Govardhana und empfängt die Verehrung direkt — anders als in der bekannteren Bhāgavata-Purāṇa-Version, in der er den Berg später als Schutzschirm gegen Indras Sturm emporhebt.]

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