Kapitel 165: bhadratīrthamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Bhadra-Tīrtha (Viṣṭi, Viśvarūpa und der Sohn Harṣaṇa)
Sūryas Sohn Śanaiścaras Schwester Viṣṭi ist furchterregender Gestalt, weshalb sich für sie kein Bräutigam findet; sie belehrt ihren Vater Sūrya ausführlich über die Pflicht rechtzeitiger, ehrenhafter Töchterverheiratung und erklärt ihre eigene Gestalt als Folge früheren Karmas. Sie wird dem ebenso furchterregenden Viśvarūpa vermählt; aus dieser Ehe gehen mehrere zornige Söhne und, als jüngster, der tugendhafte Harṣaṇa hervor. Dieser besucht seinen Onkel/Großvater mütterlicherseits Yama, erhält von ihm eine Lehre über Lohn und Strafe im Jenseits und bittet um ein Mittel, seine furchterregende Familie zu läutern. Yama weist ihn zur Gautamī, wo er Viṣṇu (Hari) preist; durch dessen Gnade werden Viṣṭi, Viśvarūpa und die Söhne ,bhadra' (heilvoll, glückbringend). Ursprung des Bhadra-Tīrtha, an dem Hari als ,Bhadrapati' (Herr des Heils) alle Wünsche und Vollkommenheiten gewährt.
Des Āditya (Sūrya) liebe, ihrem Gatten ergebene Gemahlin war Uṣā, die Tochter des Tvaṣṭṛ; auch Chāyā war eine Gemahlin Savitṛs, deren Sohn Śanaiścara ist.
Wort für Wort
ādityasya priyā bhāryā uṣā tvāṣṭrī pativratā
des Āditya liebe, ihrem Gatten ergebene Gemahlin war Uṣā, die Tochter des Tvaṣṭṛ
chāyāpi bhāryā savitus tasyāḥ putraḥ śanaiścaraḥ
auch Chāyā war eine Gemahlin Savitṛs, deren Sohn Śanaiścara ist
[Anm.: ,Uṣā Tvāṣṭrī' entspricht vermutlich der aus anderen Purāṇa-Fassungen bekannten Saṃjñā, Tochter des Tvaṣṭṛ/Viśvakarman, die ihren ,Schatten' Chāyā als Stellvertreterin zurückließ; Chāyās Sohn ist Śani/Śanaiścara.]
Dessen (Śanaiścaras) Schwester, ,Viṣṭi' genannt, war furchterregend, von sündig-abstoßender Gestalt; Savitṛ überlegte, wem er dieses Mädchen geben solle.
Wort für Wort
tasya svasā viṣṭir iti bhīṣaṇā pāparūpiṇī
dessen Schwester, Viṣṭi genannt, war furchterregend, von sündig-abstoßender Gestalt
tāṃ kanyāṃ savitā kasmai dadāmīti matiṃ dadhe
Savitṛ überlegte, wem er dieses Mädchen geben solle
Wem auch immer Sūrya, der Weltenlehrer, der Herr, sie geben wollte, hörte dieser, sie sei furchterregend, und sprach: ,Was sollen wir mit dieser als Gattin anfangen?' Während es sich so verhielt, sprach sie, betrübt, zu ihrem Vater –
Wort für Wort
yasmai yasmai dātukāmaḥ sūryo lokaguruḥ prabhuḥ
wem auch immer Sūrya, der Weltenlehrer, der Herr, sie geben wollte
tac chrutvā bhīṣaṇā ceti kiṃ kurmo bhāryayānayā
hörte dieser, sie sei furchterregend, und sprach: was sollen wir mit dieser als Gattin anfangen
evaṃ tu vartamāne sā pitaraṃ prāha duḥkhitā
während es sich so verhielt, sprach sie, betrübt, zu ihrem Vater
[Anm.: Dreizeiliger Vers im Quelltext. Zwischen V.4 und V.6 fehlt in der Vorlage die Verszählung V.5 (Sprung von .4 zu .6) – vermutlich eine Numerierungslücke der Quelle, kein inhaltlicher Bruch, da V.6 mit der Sprecherzuweisung {viṣṭir uvāca:} Viṣṭis hier angekündigte Rede unmittelbar fortsetzt.]
{viṣṭir uvāca:} bālām eva pitā yas tu dadyāt kanyāṃ surūpiṇe / sa kṛtārtho bhavel loke na ced duṣkṛtavān pitā //
Viṣṭi sprach: Welcher Vater seine noch kindliche Tochter einem von schöner Gestalt gibt, der hat sein Ziel in der Welt erreicht; tut er es nicht, ist der Vater ein Übeltäter.
Wort für Wort
bālām eva pitā yas tu dadyāt kanyāṃ surūpiṇe
welcher Vater seine noch kindliche Tochter einem von schöner Gestalt gibt
sa kṛtārtho bhavel loke na ced duṣkṛtavān pitā
der hat sein Ziel in der Welt erreicht; tut er es nicht, ist der Vater ein Übeltäter
[Anm.: Verse zählen im Quelltext hier weiter mit BrP_165.6 (V.5 fehlt in der Nummerierung, s. Anm. zu Einheit 4); die Einheiten dieser Übersetzung folgen der laufenden inhaltlichen Reihenfolge.]
Einem wohlhabenden, gelehrten, jungen, aus gutem Geschlecht stammenden, ruhmvollen, edlen, in einer Familie beheimateten Bräutigam soll die Tochter gegeben werden.
Wort für Wort
śrīmate viduṣe yūne kulīnāya yaśasvine
einem wohlhabenden, gelehrten, jungen, aus gutem Geschlecht stammenden, ruhmvollen Bräutigam
udārāya sanāthāya kanyā deyā varāya vai
einem edlen, in einer Familie beheimateten Bräutigam soll die Tochter gegeben werden
wie sie für die Toren, deren Sinn von Begierde verwirrt ist, ein Mittel zur Hölle ist. Auf der einen Seite die ganze Erde mit Bergen, Wäldern und Dickichten,
Wort für Wort
narakasyeva mūrkhāṇāṃ kāmopahatacetasām
wie sie für die Toren, deren Sinn von Begierde verwirrt ist, ein Mittel zur Hölle ist
ekataḥ pṛthivī kṛtsnā saśailavanakānanā
auf der einen Seite die ganze Erde mit Bergen, Wäldern und Dickichten
svalaṃkṛtopādhihīnā sukanyā caikataḥ smṛtā / vikrīṇīte yaś ca kanyām aśvaṃ vā gāṃ tilān api //
und auf der anderen Seite eine schöne, wohlgeschmückte, von Übervorteilung freie Tochter – beides gilt als gleichwertig. Wer aber seine Tochter verkauft, wie ein Pferd, eine Kuh oder Sesamkörner,
Wort für Wort
svalaṃkṛtopādhihīnā sukanyā caikataḥ smṛtā
und auf der anderen Seite eine schöne, wohlgeschmückte, von Übervorteilung freie Tochter – beides gilt als gleichwertig
vikrīṇīte yaś ca kanyām aśvaṃ vā gāṃ tilān api
wer aber seine Tochter verkauft, wie ein Pferd, eine Kuh oder Sesamkörner
na tasya rauravādibhyaḥ kadācin niṣkṛtir bhavet / vivāhātikramaḥ kāryo na kanyāyāḥ kadācana //
für den gibt es niemals eine Erlösung aus der Raurava-Hölle und dergleichen; niemals darf eine Verletzung des rechten Zeitpunkts der Verheiratung einer Tochter begangen werden.
Wort für Wort
na tasya rauravādibhyaḥ kadācin niṣkṛtir bhavet
für den gibt es niemals eine Erlösung aus der Raurava-Hölle und dergleichen
vivāhātikramaḥ kāryo na kanyāyāḥ kadācana
niemals darf eine Verletzung des rechten Zeitpunkts der Verheiratung einer Tochter begangen werden
tasmin kṛte yat pituḥ syāt pāpaṃ tat kena kathyate / yāval lajjāṃ na jānāti yāvat krīḍati pāṃśubhiḥ //
Wird dies dennoch getan, wer könnte die Sünde beschreiben, die dem Vater zuteilwird? Solange sie noch keine Scham kennt, solange sie noch mit Sand spielt,
Wort für Wort
tasmin kṛte yat pituḥ syāt pāpaṃ tat kena kathyate
wird dies dennoch getan, wer könnte die Sünde beschreiben, die dem Vater zuteilwird
yāval lajjāṃ na jānāti yāvat krīḍati pāṃśubhiḥ
solange sie noch keine Scham kennt, solange sie noch mit Sand spielt
tāvat kanyā pradātavyā no cet pitror adhogatiḥ / pituḥ svarūpaṃ putraḥ syād yaḥ pitā putra eva saḥ //
solange soll die Tochter vergeben werden – geschieht dies nicht, ist der Abstieg der Eltern die Folge. Der Sohn ist die eigene Gestalt des Vaters; wer der Vater ist, ist eben auch der Sohn.
Wort für Wort
tāvat kanyā pradātavyā no cet pitror adhogatiḥ
solange soll die Tochter vergeben werden – geschieht dies nicht, ist der Abstieg der Eltern die Folge
pituḥ svarūpaṃ putraḥ syād yaḥ pitā putra eva saḥ
der Sohn ist die eigene Gestalt des Vaters; wer der Vater ist, ist eben auch der Sohn
ātmanaḥ sukhitāṃ loke ko na kuryāt karoti ca / yat kanyāyāṃ pitā kuryād dānaṃ pūjanam īkṣaṇam //
Wer würde sich nicht selbst Glück in der Welt verschaffen wollen? Was auch immer ein Vater der Tochter an Gabe, Verehrung und liebevoller Zuwendung erweist –
Wort für Wort
ātmanaḥ sukhitāṃ loke ko na kuryāt karoti ca
wer würde sich nicht selbst Glück in der Welt verschaffen wollen
yat kanyāyāṃ pitā kuryād dānaṃ pūjanam īkṣaṇam
was auch immer ein Vater der Tochter an Gabe, Verehrung und liebevoller Zuwendung erweist
yat kṛtaṃ tat kṛtaṃ vidyāt tāsu dattaṃ tad akṣayam / yad dattaṃ tāsu kanyāsu tad ānantyāya kalpate //
– wisse: Was ihm selbst getan wurde, ist getan; was diesen Töchtern gegeben wurde, ist unvergänglich; was den Töchtern gegeben wird, dient der Unendlichkeit des Verdienstes.
Wort für Wort
yat kṛtaṃ tat kṛtaṃ vidyāt tāsu dattaṃ tad akṣayam
wisse: was ihm selbst getan wurde, ist getan; was diesen Töchtern gegeben wurde, ist unvergänglich
yad dattaṃ tāsu kanyāsu tad ānantyāya kalpate
was den Töchtern gegeben wird, dient der Unendlichkeit des Verdienstes
putreṣu caiva pautreṣu ko na kuryāt sukhaṃ rave / karoti yaḥ kanyakānāṃ sa saṃpadbhājanaṃ bhavet //
Söhnen und Enkeln gegenüber, wer würde ihnen nicht Glück bereiten wollen, o Sonnengott? Wer es aber den Töchtern erweist, der wird zum Gefäß des Wohlstands.
Wort für Wort
putreṣu caiva pautreṣu ko na kuryāt sukhaṃ rave
Söhnen und Enkeln gegenüber, wer würde ihnen nicht Glück bereiten wollen, o Sonnengott
karoti yaḥ kanyakānāṃ sa saṃpadbhājanaṃ bhavet
wer es aber den Töchtern erweist, der wird zum Gefäß des Wohlstands
Sūrya sprach: Was soll ich tun? Niemand nimmt dich, die Furchterregende, zur Frau. Geschlecht, Gestalt, Alter, Vermögen, Bildung, Lebenswandel, guten Charakter –
Wort für Wort
kiṃ karomi na gṛhṇāti tvāṃ kaścid bhīṣaṇākṛtim
was soll ich tun? Niemand nimmt dich, die Furchterregende, zur Frau
kulaṃ rūpaṃ vayo vittaṃ vidyāṃ vṛttaṃ suśīlatām
Geschlecht, Gestalt, Alter, Vermögen, Bildung, Lebenswandel, guten Charakter
mithaḥ paśyanti saṃbandhe vivāhe strīṣu puṃsu ca / asmāsu sarvam apy asti vinā tava guṇaiḥ śubhe / kiṃ karomi kva dāsyāmi vṛthā māṃ dhik karoṣi kim //
– all dies betrachten die Leute gegenseitig bei der Verbindung, bei der Heirat, bei Frauen und Männern. Bei uns ist alles vorhanden, außer, o Holde, bei dir die Vorzüge. Was soll ich tun, wohin soll ich dich geben? Vergeblich – Schande über mich – was tust du mir an?
Wort für Wort
mithaḥ paśyanti saṃbandhe vivāhe strīṣu puṃsu ca
all dies betrachten die Leute gegenseitig bei der Verbindung, bei der Heirat, bei Frauen und Männern
asmāsu sarvam apy asti vinā tava guṇaiḥ śubhe
bei uns ist alles vorhanden, außer, o Holde, bei dir die Vorzüge
kiṃ karomi kva dāsyāmi vṛthā māṃ dhik karoṣi kim
was soll ich tun, wohin soll ich dich geben? Vergeblich – Schande über mich – was tust du mir an
Brahmā sprach: Jene Viṣṭi sprach zu ihrem Vater: Gatte, Söhne, Reichtum, Glück, Lebensdauer, Gestalt und Zuneigung entstehen im Gefolge des früher Getanen.
Welche Tat auch immer früher von einem Lebewesen vollbracht wurde, ob gut oder schlecht, deren Frucht wird demgemäß auch in einem anderen Dasein erlangt.
Wort für Wort
yat purā vihitaṃ karma prāṇinā sādhv asādhu vā
welche Tat auch immer früher von einem Lebewesen vollbracht wurde, ob gut oder schlecht
phalaṃ tadanurodhena prāpyate 'pi bhavāntare
deren Frucht wird demgemäß auch in einem anderen Dasein erlangt
tasmāt taddānasaṃbandhaṃ svavaṃśānugataṃ pitā / karoti śeṣaṃ daivena yad bhāvyaṃ tad bhaviṣyati //
Darum möge der Vater die Verbindung dieser Gabe gemäß dem eigenen Geschlecht vollziehen; das Übrige, was durch das Schicksal geschehen soll, wird geschehen.
Wort für Wort
tasmāt taddānasaṃbandhaṃ svavaṃśānugataṃ pitā
darum möge der Vater die Verbindung dieser Gabe gemäß dem eigenen Geschlecht vollziehen
karoti śeṣaṃ daivena yad bhāvyaṃ tad bhaviṣyati
das Übrige, was durch das Schicksal geschehen soll, wird geschehen
Brahmā sprach: Dieses Wort der Tochter gehört habend, gab er die furchterregende, die Welt in Schrecken versetzende Viṣṭi dem Sohn des Tvaṣṭṛ, dem Viśvarūpa.
raktākṣaḥ krodhanaś caiva vyayo durmukha eva ca / tebhyaḥ kanīyān abhavad dharṣaṇo nāma puṇyabhāk //
Raktākṣa, Krodhana sowie Vyaya und Durmukha; jünger als diese wurde ein verdienstvoller Sohn namens Dharṣaṇa geboren.
Wort für Wort
raktākṣaḥ krodhanaś caiva vyayo durmukha eva ca
Raktākṣa, Krodhana sowie Vyaya und Durmukha
tebhyaḥ kanīyān abhavad dharṣaṇo nāma puṇyabhāk
jünger als diese wurde ein verdienstvoller Sohn namens Dharṣaṇa/Harṣaṇa geboren
[Anm.: Dieser Sohn wird ab V.33 im Quelltext als ,Harṣaṇa' (,Freudenbringer') bezeichnet, hier hingegen als ,Dharṣaṇa'; vermutlich Schreibvariante (dh/h) für dieselbe Person, im Folgenden als ,Harṣaṇa' übersetzt.]
Ein Sohn von gutem Charakter, glückverheißend, friedvoll, reinen Sinnes, lauter; er ging einst, um das Haus Yamas, seines Onkels mütterlicherseits, zu besuchen.
Wort für Wort
sutaḥ suśīlaḥ subhagaḥ śāntaḥ śuddhamatiḥ śuciḥ
ein Sohn von gutem Charakter, glückverheißend, friedvoll, reinen Sinnes, lauter
sa kadācid yamagṛhaṃ draṣṭuṃ mātulam abhyagāt
er ging einst, um das Haus Yamas, seines Onkels mütterlicherseits, zu besuchen
{harṣaṇa uvāca:} pitā tvāṣṭro bhīṣaṇaś ca mātā viṣṭiś ca bhīṣaṇā / bhrātaraś ca mahātmāno yena te śāntabuddhayaḥ //
Harṣaṇa sprach: Mein Vater, der Sohn des Tvaṣṭṛ, ist furchterregend, meine Mutter Viṣṭi ist furchterregend, und auch meine hochherzigen Brüder – wodurch könnten sie friedvollen Sinnes,
Wort für Wort
pitā tvāṣṭro bhīṣaṇaś ca mātā viṣṭiś ca bhīṣaṇā
mein Vater, der Sohn des Tvaṣṭṛ, ist furchterregend, meine Mutter Viṣṭi ist furchterregend
bhrātaraś ca mahātmāno yena te śāntabuddhayaḥ
und auch meine hochherzigen Brüder – wodurch könnten sie friedvollen Sinnes werden
anyathā tān na gaccheyam ity uktaḥ prāha dharmarāṭ / harṣaṇaṃ śuddhabuddhiṃ taṃ harṣaṇo 'si na saṃśayaḥ //
,Sonst will ich nicht zu ihnen zurückkehren' – so angesprochen, sagte der Dharma-König zu jenem reinen Sinnes seienden Harṣaṇa: ,Du bist wahrlich ein Harṣaṇa (Freudenbringer), ohne Zweifel.'
Wort für Wort
anyathā tān na gaccheyam ity uktaḥ prāha dharmarāṭ
sonst will ich nicht zu ihnen zurückkehren – so angesprochen, sagte der Dharma-König
harṣaṇaṃ śuddhabuddhiṃ taṃ harṣaṇo 'si na saṃśayaḥ
zu jenem reinen Sinnes seienden Harṣaṇa: du bist wahrlich ein Harṣaṇa, ohne Zweifel
[Anm.: Der Sprecherwechsel zu Yama erfolgt hier innerhalb des Verses ohne erneute {yama uvāca:}-Markierung im Quelltext.]
bahavaḥ syuḥ sutāḥ kecin naiva te kulatantavaḥ / eka eva sutaḥ kaścid yena tad dhriyate kulam //
Mögen es auch viele Söhne sein, so sind sie nicht alle die Fäden des Geschlechts; nur ein einziger Sohn ist es, durch den jenes Geschlecht getragen wird.
Wort für Wort
bahavaḥ syuḥ sutāḥ kecin naiva te kulatantavaḥ
mögen es auch viele Söhne sein, so sind sie nicht alle die Fäden des Geschlechts
eka eva sutaḥ kaścid yena tad dhriyate kulam
nur ein einziger Sohn ist es, durch den jenes Geschlecht getragen wird
kulasyādhārabhūto yo yaḥ pitroḥ priyakārakaḥ / yaḥ pūrvajān uddharati sa putras tv itaro gadaḥ //
Wer die Grundlage des Geschlechts ist, wer den Eltern Freude bereitet, wer die Vorfahren errettet, der ist ein wahrer Sohn; ein anderer ist nur eine Last.
Wort für Wort
kulasyādhārabhūto yo yaḥ pitroḥ priyakārakaḥ
wer die Grundlage des Geschlechts ist, wer den Eltern Freude bereitet
yaḥ pūrvajān uddharati sa putras tv itaro gadaḥ
wer die Vorfahren errettet, der ist ein wahrer Sohn; ein anderer ist nur eine Last
Da du mir Angemessenes, mir Liebes gesagt hast, gehe darum zur Gautamī und bade dort mit gezügeltem Geist.
Wort für Wort
yasmāt tvayānurūpaṃ me proktaṃ mātāmaha priyam
da du mir, deinem Großvater/Onkel mütterlicherseits, Angemessenes und Liebes gesagt hast
tasmāt tvaṃ gautamīṃ gaccha snātvā niyatamānasaḥ
gehe darum zur Gautamī und bade dort mit gezügeltem Geist
[?: ,mātāmaha' (,Großvater mütterlicherseits') steht hier in Yamas Mund als Selbstbezeichnung, obwohl Yama zuvor (V.30) als ,mātula' (,Onkel mütterlicherseits') Harṣaṇas bezeichnet wurde; die verwandtschaftliche Bezeichnung schwankt im Quelltext.]
Dort ist Hari, der ,Herr des Heils' (Bhadrapati), der den Menschen alles Heilvolle gewährt; den Menschen, die jenes Tīrtha aufsuchen, gewährt er alle Vollkommenheiten – er, die einzige Schatzkammer des Heils, der Gott der Götter Janārdana leibhaftig.
Wort für Wort
sarvamaṅgaladaṃ puṃsāṃ tatra bhadrapatir hariḥ
dort ist Hari, der Herr des Heils, der den Menschen alles Heilvolle gewährt
tattīrthasevināṃ puṃsāṃ sarvasiddhipradāyakam
den Menschen, die jenes Tīrtha aufsuchen, gewährt er alle Vollkommenheiten
maṅgalaikanidhiḥ sākṣād devadevo janārdanaḥ
er, die einzige Schatzkammer des Heils, der Gott der Götter Janārdana leibhaftig