Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 46: indradyumnasya kṣetradarśanavratasaṃkalpavarṇanam Indradyumnas Erblicken des Feldes und sein Gelübde-Entschluss

Der König erblickt das prächtige Puruṣottama-Feld mit seinem heiligen Fluss (der mit der Mahānadī identifiziert wird), seinen frommen Bewohnern und schönen Frauen (in gewohnter Kāvya-Manier beschrieben), erkennt es als das gesuchte Tīrtha mit dem Banyanbaum, stellt jedoch fest, dass das einst dort befindliche Indranīla-Bildnis (vgl. Kap.45) verborgen und kein Viṣṇu-Bildnis mehr sichtbar ist. Er fasst daraufhin den Entschluss, durch Opfer, Askese und Gelübde zu erwirken, dass sich ihm der Gott selbst offenbart, und beginnt mit der Errichtung eines Heiligtums.

{munaya ūcuḥ:} śrotum icchāmahe deva kathāśeṣaṃ mahīpateḥ / tasmin kṣetravare gatvā kiṃ cakāra narādhipaḥ //

Die Weisen sprachen: "Wir wollen, o Gott, den Rest der Geschichte des Herrschers der Erde hören - was tat der König der Menschen, nachdem er zu jenem vorzüglichen Feld gegangen war?"

Wort für Wort
śrotum icchāmahe deva
wir wollen, o Gott, hören
kathāśeṣam mahīpateḥ
den Rest der Geschichte des Herrschers der Erde
tasmin kṣetravare gatvā
nachdem er zu jenem vorzüglichen Feld gegangen war
kim cakāra narādhipaḥ
was tat der König der Menschen

{brahmovāca:} śṛṇudhvaṃ muniśārdūlāḥ pravakṣyāmi samāsataḥ / kṣetrasaṃdarśanaṃ caiva kṛtyaṃ tasya ca bhūpateḥ //

Brahmā sprach: "Höret, o Tiger unter den Weisen, ich werde kurz verkünden das Erblicken des Feldes und ebenso das Tun jenes Herrschers der Erde.

Wort für Wort
śṛṇudhvam muniśārdūlāḥ
höret, o Tiger unter den Weisen
pravakṣyāmi samāsataḥ
ich werde kurz verkünden
kṣetrasaṃdarśanam ca eva
das Erblicken des Feldes
kṛtyam tasya ca bhūpateḥ
und das Tun jenes Herrschers der Erde

gatvā tatra mahīpālaḥ kṣetre trailokyaviśrute / dadarśa ramaṇīyāni sthānāni saritas tathā //

Dorthin gegangen, der Herrscher der Erde, in dem in den drei Welten berühmten Feld, erblickte er entzückende Orte und ebenso Flüsse,

Wort für Wort
gatvā tatra mahīpālaḥ
dorthin gegangen, der Herrscher der Erde
kṣetre trailokyaviśrute
in dem in den drei Welten berühmten Feld
dadarśa ramaṇīyāni sthānāni
erblickte er entzückende Orte
saritaḥ tathā
und ebenso Flüsse

nadī tatra mahāpuṇyā vindhyapādavinirgatā / svittropaleti vikhyātā sarvapāpaharā śivā //

einen dort [befindlichen] überaus heiligen Fluss, entsprungen am Fuß des Vindhya, bekannt unter dem Namen Svittropā, alle Sünde hinwegnehmend, heilbringend,

Wort für Wort
nadī tatra mahāpuṇyā
ein dort [befindlicher] überaus heiliger Fluss
vindhyapādavinirgatā
entsprungen am Fuß des Vindhya
svittropalā iti vikhyātā
bekannt unter dem Namen Svittropā [?]
sarvapāpaharā śivā
alle Sünde hinwegnehmend, heilbringend

[?] Der Flussname "svittropā" ist in dieser Form nicht sicher zu identifizieren; möglicherweise liegt eine Verschreibung eines bekannteren Flussnamens der Region (etwa der Suvarṇarekhā) vor.

gaṅgātulyā mahāsrotā dakṣiṇārṇavagāminī / mahānadīti nāmnā sā puṇyatoyā saridvarā //

der Gaṅgā gleich, mit gewaltiger Strömung, zum südlichen Ozean fließend - unter dem Namen Mahānadī [dieser] vorzügliche Fluss mit heiligem Wasser,

Wort für Wort
gaṅgātulyā mahāsrotā
der Gaṅgā gleich, mit gewaltiger Strömung
dakṣiṇārṇavagāminī
zum südlichen Ozean fließend
mahānadī iti nāmnā
unter dem Namen Mahānadī
sā puṇyatoyā saridvarā
dieser vorzügliche Fluss mit heiligem Wasser

[Anm.: Die Identifikation mit der Mahānadī (dem großen Fluss Odishas) ist hier explizit genannt.]

dakṣiṇasyodadher garbhaṃ gatāvartātiśobhitā / ubhayos taṭayor yasyā grāmāś ca nagarāṇi ca //

in den Schoß des südlichen Ozeans eingehend, mit Strudeln überaus geschmückt, an dessen beiden Ufern Dörfer und Städte

Wort für Wort
dakṣiṇasya udadheḥ garbham gatā
in den Schoß des südlichen Ozeans eingehend
āvartātiśobhitā
mit Strudeln überaus geschmückt
ubhayoḥ taṭayoḥ yasyāḥ
an dessen beiden Ufern
grāmāḥ ca nagarāṇi ca
Dörfer und Städte

dṛśyante muniśārdūlāḥ susasyāḥ sumanoharāḥ / hṛṣṭapuṣṭajanākīrṇā vastrālaṃkārabhūṣitāḥ //

zu sehen sind, o Tiger unter den Weisen, mit gutem Getreide, überaus bezaubernd, von frohen, wohlgenährten Leuten wimmelnd, mit Gewändern und Schmuck geziert,

Wort für Wort
dṛśyante muniśārdūlāḥ
zu sehen sind, o Tiger unter den Weisen
susasyāḥ sumanoharāḥ
mit gutem Getreide, überaus bezaubernd
hṛṣṭapuṣṭajanākīrṇā
von frohen, wohlgenährten Leuten wimmelnd
vastrālaṃkārabhūṣitāḥ
mit Gewändern und Schmuck geziert

brāhmaṇāḥ kṣatriyā vaiśyāḥ śūdrās tatra pṛthak pṛthak / svadharmaniratāḥ śāntā dṛśyante śubhalakṣaṇāḥ //

Brahmanen, Kṣatriyas, Vaiśyas, Śūdras, dort jeder für sich, in ihrer eigenen Pflicht beharrend, friedvoll, mit günstigen Merkmalen sieht man sie,

Wort für Wort
brāhmaṇāḥ kṣatriyāḥ vaiśyāḥ śūdrāḥ
Brahmanen, Kṣatriyas, Vaiśyas, Śūdras
tatra pṛthak pṛthak
dort jeder für sich
svadharmaniratāḥ śāntāḥ
in ihrer eigenen Pflicht beharrend, friedvoll
dṛśyante śubhalakṣaṇāḥ
sieht man sie, mit günstigen Merkmalen

tāmbūlapūrṇavadanā mālādāmavibhūṣitāḥ / vedapūrṇamukhā viprāḥ saṣaḍaṅgapadakramāḥ //

mit von Betel erfülltem Mund, mit Blumenkränzen geschmückt - die Brahmanen mit dem Veda erfülltem Mund, samt den sechs Vedāṅgas und der Pada-Rezitationsfolge,

Wort für Wort
tāmbūlapūrṇavadanā
mit von Betel erfülltem Mund
mālādāmavibhūṣitāḥ
mit Blumenkränzen geschmückt
vedapūrṇamukhā viprāḥ
die Brahmanen mit dem Veda erfülltem Mund
saṣaḍaṅgapadakramāḥ
samt den sechs Vedāṅgas und der Pada-Rezitationsfolge

agnihotraratāḥ kecit kecid aupāsanakriyāḥ / sarvaśāstrārthakuśalā yajvāno bhūridakṣiṇāḥ //

manche am Feueropfer Freude findend, manche in den häuslichen Opferriten, in der Bedeutung aller Lehrschriften geschickt, Opfernde mit reichlichen Priestergaben,

Wort für Wort
agnihotraratāḥ kecit
manche am Feueropfer Freude findend
kecit aupāsanakriyāḥ
manche in den häuslichen Opferriten
sarvaśāstrārthakuśalāḥ
in der Bedeutung aller Lehrschriften geschickt
yajvānaḥ bhūridakṣiṇāḥ
Opfernde mit reichlichen Priestergaben

catvāre rājamārgeṣu vaneṣūpavaneṣu ca / sabhāmaṇḍalaharmyeṣu devatāyataneṣu ca //

an Kreuzungen, auf Königsstraßen, in Wäldern und Hainen, in Versammlungshallen und Palästen, und in Gottheitstempeln,

Wort für Wort
catvāre rājamārgeṣu
an Kreuzungen, auf Königsstraßen
vaneṣu upavaneṣu ca
in Wäldern und Hainen
sabhāmaṇḍalaharmyeṣu
in Versammlungshallen und Palästen
devatāyataneṣu ca
und in Gottheitstempeln

itihāsapurāṇāni vedāḥ sāṅgāḥ sulakṣaṇāḥ / kāvyaśāstrakathās tatra śrūyante ca mahājanaiḥ //

die Itihāsas und Purāṇas, die Veden samt ihren Anhangswissenschaften, wohlgestaltet, Kāvya-Dichtung, Lehrschriften und Erzählungen wurden dort vom großen Volk gehört.

Wort für Wort
itihāsapurāṇāni
die Itihāsas und Purāṇas
vedāḥ sāṅgāḥ sulakṣaṇāḥ
die Veden samt ihren Anhangswissenschaften, wohlgestaltet
kāvyaśāstrakathāḥ tatra
Kāvya-Dichtung, Lehrschriften und Erzählungen dort
śrūyante ca mahājanaiḥ
wurden vom großen Volk gehört

striyas taddeśavāsinyo rūpayauvanagarvitāḥ / saṃpūrṇalakṣaṇopetā vistīrṇaśroṇimaṇḍalāḥ //

Die Frauen, Bewohnerinnen jenes Landes, stolz auf Gestalt und Jugend, mit vollständigen [günstigen] Merkmalen versehen, mit breiter Hüftrundung,

Wort für Wort
striyaḥ taddeśavāsinyaḥ
die Frauen, Bewohnerinnen jenes Landes
rūpayauvanagarvitāḥ
stolz auf Gestalt und Jugend
saṃpūrṇalakṣaṇopetā
mit vollständigen [günstigen] Merkmalen versehen
vistīrṇaśroṇimaṇḍalāḥ
mit breiter Hüftrundung

saroruhamukhāḥ śyāmāḥ śaraccandranibhānanāḥ / pīnonnatastanāḥ sarvāḥ samṛddhyā cārudarśanāḥ //

mit lotosgleichem Gesicht, dunkler Anmut, mit Gesichtern gleich dem Herbstmond, mit vollen, hohen Brüsten, alle durch [ihren] Reichtum schön anzusehen,

Wort für Wort
saroruhamukhāḥ śyāmāḥ
mit lotosgleichem Gesicht, dunkler Anmut
śaraccandranibhānanāḥ
mit Gesichtern gleich dem Herbstmond
pīnonnatastanāḥ sarvāḥ
mit vollen, hohen Brüsten, alle
samṛddhyā cārudarśanāḥ
durch [ihren] Reichtum schön anzusehen

sauvarṇavalayākrāntā divyair vastrair alaṃkṛtāḥ / kadalīgarbhasaṃkāśāḥ padmakiñjalkasaprabhāḥ //

mit goldenen Armreifen bedeckt, mit göttlichen Gewändern geschmückt, [an Hautfarbe] dem Innern der Bananenstaude gleichend, mit dem Glanz der Lotosfasern,

Wort für Wort
sauvarṇavalayākrāntā
mit goldenen Armreifen bedeckt
divyaiḥ vastraiḥ alaṃkṛtāḥ
mit göttlichen Gewändern geschmückt
kadalīgarbhasaṃkāśāḥ
dem Innern der Bananenstaude gleichend
padmakiñjalkasaprabhāḥ
mit dem Glanz der Lotosfasern

bimbādharapuṭāḥ kāntāḥ karṇāntāyatalocanāḥ / sumukhāś cārukeśāś ca hāvabhāvāvanāmitāḥ //

mit Lippenpaaren [rot] wie die Bimba-Frucht, liebreizend, mit bis zu den Ohren reichenden Augen, mit schönem Gesicht und schönem Haar, durch kokette Gesten geneigt,

Wort für Wort
bimbādharapuṭāḥ kāntāḥ
mit Lippenpaaren [rot] wie die Bimba-Frucht, liebreizend
karṇāntāyatalocanāḥ
mit bis zu den Ohren reichenden Augen
sumukhāḥ cārukeśāḥ ca
mit schönem Gesicht und schönem Haar
hāvabhāvāvanāmitāḥ
durch kokette Gesten geneigt

kāścit padmapalāśākṣyaḥ kāścid indīvarekṣaṇāḥ / vidyudvispaṣṭadaśanās tanvaṅgyaś ca tathāparāḥ //

manche mit Augen wie Lotosblätter, manche mit Augen wie die blaue Lotosblüte, mit blitzhell sichtbaren Zähnen, und andere ebenso mit schlanken Gliedern,

Wort für Wort
kāścit padmapalāśākṣyaḥ
manche mit Augen wie Lotosblätter
kāścit indīvarekṣaṇāḥ
manche mit Augen wie die blaue Lotosblüte
vidyudvispaṣṭadaśanāḥ
mit blitzhell sichtbaren Zähnen
tanvaṅgyaḥ ca tathā aparāḥ
und andere ebenso mit schlanken Gliedern

kuṭilālakasaṃyuktāḥ sīmantena virājitāḥ / grīvābharaṇasaṃyuktā mālyadāmavibhūṣitāḥ //

mit lockigen Haarsträhnen versehen, durch den Scheitel [im Haar] strahlend, mit Halsschmuck versehen, mit Blumenkränzen geschmückt,

Wort für Wort
kuṭilālakasaṃyuktāḥ
mit lockigen Haarsträhnen versehen
sīmantena virājitāḥ
durch den Scheitel [im Haar] strahlend
grīvābharaṇasaṃyuktā
mit Halsschmuck versehen
mālyadāmavibhūṣitāḥ
mit Blumenkränzen geschmückt

kuṇḍalai ratnasaṃyuktaiḥ karṇapūrair manoharaiḥ / devayoṣitpratīkāśā dṛśyante śubhalakṣaṇāḥ //

mit juwelenbesetzten Ohrringen, mit bezaubernden Ohrschmuck-Blüten - den Götterfrauen gleichend, sieht man sie, mit günstigen Merkmalen.

Wort für Wort
kuṇḍalaiḥ ratnasaṃyuktaiḥ
mit juwelenbesetzten Ohrringen
karṇapūraiḥ manoharaiḥ
mit bezaubernden Ohrschmuck-Blüten
devayoṣitpratīkāśā
den Götterfrauen gleichend
dṛśyante śubhalakṣaṇāḥ
sieht man sie, mit günstigen Merkmalen

divyagītavarair dhanyaiḥ krīḍamānā varāṅganāḥ / vīṇāveṇumṛdaṅgaiś ca paṇavaiś caiva gomukhaiḥ //

mit köstlichen, göttlichen Gesängen sich vergnügend, die schönen Frauen, mit Vīṇās, Flöten, Mṛdaṅga-Trommeln, mit Paṇava- und Gomukha-Trommeln,

Wort für Wort
divyagītavaraiḥ dhanyaiḥ
mit köstlichen, göttlichen Gesängen
krīḍamānā varāṅganāḥ
sich vergnügend, die schönen Frauen
vīṇāveṇumṛdaṅgaiḥ ca
mit Vīṇās, Flöten, Mṛdaṅga-Trommeln
paṇavaiḥ ca eva gomukhaiḥ
mit Paṇava- und Gomukha-Trommeln

śaṅkhadundubhinirghoṣair nānāvādyair manoharaiḥ / krīḍantyas tāḥ sadā hṛṣṭā vilāsinyaḥ parasparam //

mit dem Klang von Muschelhörnern und Kesselpauken, mit mancherlei bezaubernden Instrumenten - diese spielenden, stets frohen, kokett miteinander [scherzenden Frauen] -

Wort für Wort
śaṅkhadundubhinirghoṣaiḥ
mit dem Klang von Muschelhörnern und Kesselpauken
nānāvādyaiḥ manoharaiḥ
mit mancherlei bezaubernden Instrumenten
krīḍantyaḥ tāḥ sadā hṛṣṭāḥ
diese spielenden, stets frohen
vilāsinyaḥ parasparam
kokett miteinander [scherzenden Frauen]

evamādi tathāneka- gītavādyaviśāradāḥ / divā rātrau samāyuktāḥ kāmonmattā varāṅganāḥ //

so und dergleichen, in vielerlei Gesang und Instrumenten bewandert, Tag und Nacht damit befasst, von Liebesverlangen trunken, die schönen Frauen -

Wort für Wort
evamādi tathā aneka
so und dergleichen, ebenso vielerlei
gītavādyaviśāradāḥ
in Gesang und Instrumenten bewandert
divā rātrau samāyuktāḥ
Tag und Nacht damit befasst
kāmonmattā varāṅganāḥ
von Liebesverlangen trunken, die schönen Frauen

bhikṣuvaikhānasaiḥ siddhaiḥ snātakair brahmacāribhiḥ / mantrasiddhais tapaḥsiddhair yajñasiddhair niṣevitam //

[das Feld war] von Bettelmönchen, Vaikhānasa-Asketen, Siddhas, Snātakas, Brahmacārins, von durch Mantra Vollendeten, durch Askese Vollendeten, durch Opfer Vollendeten aufgesucht.

Wort für Wort
bhikṣuvaikhānasaiḥ siddhaiḥ
von Bettelmönchen, Vaikhānasa-Asketen, Siddhas
snātakaiḥ brahmacāribhiḥ
Snātakas, Brahmacārins
mantrasiddhaiḥ tapaḥsiddhaiḥ
durch Mantra Vollendeten, durch Askese Vollendeten
yajñasiddhaiḥ niṣevitam
von durch Opfer Vollendeten aufgesucht

ity evaṃ dadṛśe rājā kṣetraṃ paramaśobhanam / atraivārādhayiṣyāmi bhagavantaṃ sanātanam //

So also erblickte der König das überaus prächtige Feld [und dachte]: "Eben hier werde ich den ewigen Erhabenen verehren,

Wort für Wort
iti evam dadṛśe rājā
so also erblickte der König
kṣetram paramaśobhanam
das überaus prächtige Feld
atra eva ārādhayiṣyāmi
eben hier werde ich verehren
bhagavantam sanātanam
den ewigen Erhabenen

jagadguruṃ paraṃ devaṃ paraṃ pāraṃ paraṃ padam / sarveśvareśvaraṃ viṣṇum anantam aparājitam //

den Weltenlehrer, den höchsten Gott, das höchste Jenseitsufer, den höchsten Ort, den Herrn der Herren aller, Viṣṇu, den Unendlichen, Unbesiegten."

Wort für Wort
jagadgurum param devam
den Weltenlehrer, den höchsten Gott
param pāram param padam
das höchste Jenseitsufer, den höchsten Ort
sarveśvareśvaram viṣṇum
den Herrn der Herren aller, Viṣṇu
anantam aparājitam
den Unendlichen, Unbesiegten

idaṃ tanmānasaṃ tīrthaṃ jñātaṃ me puruṣottamam / kalpavṛkṣo mahākāyo nyagrodho yatra tiṣṭhati //

"Dies ist jenes von mir im Geiste erkannte Tīrtha, Puruṣottama, wo der großkörperige Wunschbaum, der Banyanbaum, steht;

Wort für Wort
idam tat mānasam tīrtham
dies ist jenes im Geiste [erkannte] Tīrtha
jñātam me puruṣottamam
von mir erkannt, Puruṣottama
kalpavṛkṣaḥ mahākāyaḥ
der großkörperige Wunschbaum
nyagrodhaḥ yatra tiṣṭhati
der Banyanbaum, wo er steht

pratimā cendranīlākhyā svayaṃ devena gopitā / na cātra dṛśyate cānyā pratimā vaiṣṇavī śubhā //

und das Indranīla genannte Bildnis wurde vom Gott selbst verborgen, und hier ist kein anderes, verheißungsvolles Viṣṇu-Bildnis zu sehen.

Wort für Wort
pratimā ca indranīlākhyā
und das Indranīla genannte Bildnis
svayam devena gopitā
wurde vom Gott selbst verborgen
na ca atra dṛśyate
und hier ist nicht zu sehen
anyā pratimā vaiṣṇavī śubhā
ein anderes, verheißungsvolles Viṣṇu-Bildnis

tathā yatnaṃ kariṣyāmi yathā devo jagatpatiḥ / pratyakṣaṃ mama cābhyeti viṣṇuḥ satyaparākramaḥ //

So werde ich mich bemühen, dass der Gott, der Herr der Welt, mir sichtbar entgegentrete, Viṣṇu von wahrhafter Tapferkeit.

Wort für Wort
tathā yatnam kariṣyāmi
so werde ich mich bemühen
yathā devaḥ jagatpatiḥ
dass der Gott, der Herr der Welt
pratyakṣam mama ca abhyeti
mir sichtbar entgegentrete
viṣṇuḥ satyaparākramaḥ
Viṣṇu von wahrhafter Tapferkeit

yajñair dānais tapobhiś ca homair dhyānais tathārcanaiḥ / upavāsaiś ca vidhivac careyaṃ vratam uttamam //

Durch Opfer, Gaben, Askese, Feueropfer, Meditation und ebenso Verehrung, und durch Fasten will ich vorschriftsgemäß das höchste Gelübde befolgen,

Wort für Wort
yajñaiḥ dānaiḥ tapobhiḥ ca
durch Opfer, Gaben, Askese
homaiḥ dhyānaiḥ tathā arcanaiḥ
Feueropfer, Meditation und ebenso Verehrung
upavāsaiḥ ca vidhivat
und durch Fasten, vorschriftsgemäß
careyam vratam uttamam
will ich das höchste Gelübde befolgen

ananyamanasā caiva tanmanā nānyamānasaḥ / viṣṇvāyatanavinyāse prārambhaṃ ca karomy aham //

mit ungeteiltem Sinn, allein auf jenes gerichtet, keinen anderen Gedanken hegend - und ich werde den Anfang mit der Errichtung eines Viṣṇu-Heiligtums machen."

Wort für Wort
ananyamanasā ca eva
mit ungeteiltem Sinn
tanmanā na anyamānasaḥ
allein auf jenes gerichtet, keinen anderen Gedanken hegend
viṣṇvāyatanavinyāse
bei der Errichtung eines Viṣṇu-Heiligtums
prārambham ca karomi aham
und ich werde den Anfang machen

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