Kapitel 176: anantavāsudevamāhātmyavarṇanam
Die Größe des Ananta-Vāsudeva und der Ursprung des Puruṣottama-Kṣetra
Auf Nachfrage der Munis schildert Brahmā ausführlich die Geschichte des Ananta-Vāsudeva-Standbildes: Brahmā selbst lässt es von Viśvakarman fertigen und weiht es; Indra verehrt es lange Zeit auf dem Sumeru und besiegt dadurch Vṛtra u.a. Dämonen; im Tretā-Yuga erwirkt Rāvaṇa durch Askese Unverwundbarkeit, besiegt Indra und raubt das Standbild nach Laṅkā; sein Bruder Vibhīṣaṇa, ergriffen von dessen Anblick, erbittet und erhält es von Rāvaṇa (der es für wertlos hält) und erlangt durch 108-jährige Verehrung Unsterblichkeit. Es folgt eine stark komprimierte Zusammenfassung der Rāma-Erzählung (Rāvaṇas Raub der Sītā, Bündnis mit den Affen, Brückenbau, Kampf und Tötung der Rākṣasas, Vibhīṣaṇas Krönung, Rückkehr nach Ayodhyā, Bharata und Śatrughna als Unterkönige). Am Ende seiner Herrschaft übergibt Rāma das Standbild dem Ozean; im Dvāpara-Yuga, nach Kṛṣṇas Herabkunft, birgt der Ozean es schließlich am heiligen, seltenen Kṣetra des Puruṣottama, wo der Gott seither dauerhaft weilt und dessen Verehrung als äußerst verdienstvoll gepriesen wird (u.a. Erlangung der ,Stadt Viṣṇus').
{munaya ūcuḥ:}
nahi nas tṛptir astīha śṛṇvatāṃ bhagavatkathām /
punar eva paraṃ guhyaṃ vaktum arhasy aśeṣataḥ //
Die Munis sprachen: Nicht ist uns hier Sättigung, da wir die Erzählung des Erhabenen hören; abermals sollst du das höchste Geheimnis vollständig verkünden.
Wort für Wort
nahi nas tṛptir astīha śṛṇvatāṃ bhagavatkathām
nicht ist uns hier Sättigung, da wir die Erzählung des Erhabenen hören
punar eva paraṃ guhyaṃ vaktum arhasy aśeṣataḥ
abermals sollst du das höchste Geheimnis vollständig verkünden
Brahmā sprach: Ich werde verkünden, ihr besten der Munis, das Erhabenste noch über das Erhabene hinaus — die auf Erden seltene Größe des Ananta-Vāsudeva.
Wort für Wort
pravakṣyāmi muniśreṣṭhāḥ sārāt sārataraṃ param
ich werde verkünden, ihr besten der Munis, das Erhabenste noch über das Erhabene hinaus
variṣṭhaṃ devaśilpīndraṃ viśvakarmāgrakarmiṇam /
pratimāṃ vāsudevasya kuru śailamayīṃ bhuvi //
[Zu ihm, dem] Trefflichsten, dem Indra der Götter-Werkmeister, dem Ersten unter den Schöpfern: ,Fertige ein Standbild des Vāsudeva, aus Gestein, auf Erden.'
Wort für Wort
variṣṭhaṃ devaśilpīndraṃ viśvakarmāgrakarmiṇam
[zu ihm, dem] Trefflichsten, dem Indra der Götter-Werkmeister, dem Ersten unter den Schöpfern
pratimāṃ vāsudevasya kuru śailamayīṃ bhuvi
fertige ein Standbild des Vāsudeva, aus Gestein, auf Erden
[Anm.: die Akkusativ-Epitheta in Z.1 setzen die Beschreibung Viśvakarmans aus V.4 fort; darauf folgt in Z.2 die wörtliche Rede.]
[ein Standbild,] das schauend, die Menschen samt Indra [und den Göttern] vorschriftsgemäß hingegeben sind, durch welches sie, nachdem sie die gewaltige Furcht vor Dānavas und Rākṣasas erkannt haben,
Wort für Wort
yāṃ prekṣya vidhivad bhaktāḥ sendrā vai mānuṣādayaḥ
das schauend, sind die Menschen samt Indra [und den Göttern] vorschriftsgemäß hingegeben
yena dānavarakṣobhyo vijñāya sumahad bhayam
durch welches sie, die gewaltige Furcht vor Dānavas und Rākṣasas erkennend
[Anm.: Relativsatz-Konstruktion, die sich über V.6-7 erstreckt.]
versehen mit allen [günstigen] Merkmalen, mit lotusgleich-langen Augen, versehen mit dem Śrīvatsa-Zeichen, überaus gewaltig, das vortrefflichste Standbild,
Wort für Wort
sarvalakṣaṇasaṃyuktāṃ puṇḍarīkāyatekṣaṇām
versehen mit allen Merkmalen, mit lotusgleich-langen Augen
śrīvatsalakṣmasaṃyuktām atyugrāṃ pratimottamām
versehen mit dem Śrīvatsa-Zeichen, überaus gewaltig, das vortrefflichste Standbild
So wurde jenes göttliche Standbild dann, als die Zeit der Weihe gekommen war, von mir selbst einst mit geheimen Mantras geweiht.
Wort für Wort
evaṃ sā pratimā divyā guhyamantrais tadā svayam
so wurde jenes göttliche Standbild dann von mir selbst mit geheimen Mantras
pratiṣṭhākālam āsādya mayāsau nirmitā purā
als die Zeit der Weihe gekommen war, einst geweiht
[Anm.: 'nirmitā' (,gefertigt') dürfte hier im Sinne von ,geweiht/vollendet' (Konsekration durch Mantras) zu verstehen sein, da das Bildwerk selbst bereits in V.8 von Viśvakarman gefertigt wurde.]
Śakra, nachdem er das Standbild durch Bad-Spenden immer wieder gnädig gestimmt hatte, verehrte jenes Standbild und kehrte dann wieder in seine eigene Stadt zurück.
Wort für Wort
prasādya pratimāṃ śakraḥ snānadānaiḥ punaḥ punaḥ
Śakra, nachdem er das Standbild durch Bad-Spenden immer wieder gnädig gestimmt hatte
pratimāṃ tāṃ samārādhya svapuraṃ punar āgamat
verehrte jenes Standbild und kehrte dann wieder in seine eigene Stadt zurück
tāṃ samārādhya suciraṃ yatavākkāyamānasaḥ /
vṛtrādyān asurān krūrān namucipramukhān sa ca //
Nachdem er jenes [Standbild] lange Zeit verehrt hatte, mit gezügelter Rede, Körper und Geist, [besiegte] er die grausamen Asuras, angeführt von Vṛtra und Namuci,
Wort für Wort
tāṃ samārādhya suciraṃ yatavākkāyamānasaḥ
nachdem er jenes lange Zeit verehrt hatte, mit gezügelter Rede, Körper und Geist
vṛtrādyān asurān krūrān namucipramukhān sa ca
[besiegte] er die grausamen Asuras, angeführt von Vṛtra und Namuci
nachdem er die furchtbaren Dānavas erschlagen hatte, genoss er die drei Welten. Und als das zweite Zeitalter, das Tretā, gekommen war, [wurde] ein Rākṣasa-Herrscher —
Wort für Wort
nihatya dānavān bhīmān bhuktavān bhuvanatrayam
nachdem er die furchtbaren Dānavas erschlagen hatte, genoss er die drei Welten
dvitīye ca yuge prāpte tretāyāṃ rākṣasādhipaḥ
und als das zweite Zeitalter, das Tretā, gekommen war, [wurde] ein Rākṣasa-Herrscher
avadhyaḥ sarvadevānāṃ sa daityoragarakṣasām /
śāpapraharaṇair ugrair avadhyo yamakiṃkaraiḥ //
[Er wünschte:] unverwundbar für alle Götter, Daityas, Schlangenwesen und Rākṣasas zu sein; unverwundbar durch grausame Verfluchungswaffen und Yamas Diener.
Wort für Wort
avadhyaḥ sarvadevānāṃ sa daityoragarakṣasām
unverwundbar für alle Götter, Daityas, Schlangenwesen und Rākṣasas [zu sein]
śāpapraharaṇair ugrair avadhyo yamakiṃkaraiḥ
unverwundbar durch grausame Verfluchungswaffen und durch Yamas Diener
Nachdem der Rākṣasa jenen Wunsch erlangt hatte, besiegte er die Yakṣas, alle diese Scharen, und den Herrn der Reichtümer [Kubera], und machte sich bereit, Śakra zu besiegen.
Wort für Wort
varaṃ prāpya tadā rakṣo yakṣān sarvagaṇān imān
nachdem der Rākṣasa jenen Wunsch erlangt hatte, [besiegte er] die Yakṣas, alle diese Scharen
dhanādhyakṣaṃ vinirjitya śakraṃ jetuṃ samudyataḥ
nachdem er den Herrn der Reichtümer besiegt hatte, machte er sich bereit, Śakra zu besiegen
saṃgrāmaṃ sumahāghoraṃ kṛtvā devaiḥ sa rākṣasaḥ /
devarājaṃ vinirjitya tadā indrajiteti vai //
Nachdem jener Rākṣasa einen überaus furchtbaren Kampf mit den Göttern geführt und den Götterkönig besiegt hatte, [erhielt sein Sohn] damals [den Namen] ,Indrajit'.
Wort für Wort
saṃgrāmaṃ sumahāghoraṃ kṛtvā devaiḥ sa rākṣasaḥ
nachdem jener Rākṣasa einen überaus furchtbaren Kampf mit den Göttern geführt hatte
devarājaṃ vinirjitya tadā indrajiteti vai
und den Götterkönig besiegt hatte, [erhielt sein Sohn] damals [den Namen] ,Indrajit'
versehen mit dem Śrīvatsa-Zeichen, mit lotusblattlang-gedehnten Augen, die Brust von der Waldblumengirlande umhüllt, mit Diadem und Armreif geschmückt,
Wort für Wort
śrīvatsalakṣmasaṃyuktāṃ padmapattrāyatekṣaṇām
versehen mit dem Śrīvatsa-Zeichen, mit lotusblattlang-gedehnten Augen
vanamālāvṛtoraskāṃ mukuṭāṅgadabhūṣitām
die Brust von der Waldblumengirlande umhüllt, mit Diadem und Armreif geschmückt
Als er jenes göttliche Standbild erblickte, das aus dem Haus des Götterherrn [Indra] entführt worden war, wurde sein Körper von Haarsträuben ergriffen, und er geriet in Staunen.
Wort für Wort
dṛṣṭvā tāṃ pratimāṃ divyāṃ devendrabhavanacyutām
als er jenes göttliche Standbild erblickte, das aus dem Haus des Götterherrn entführt worden war
romāñcitatanur bhūtvā vismayaṃ samapadyata
wurde sein Körper von Haarsträuben ergriffen, und er geriet in Staunen
praṇamya śirasā devaṃ prahṛṣṭenāntarātmanā /
adya me saphalaṃ janma adya me saphalaṃ tapaḥ //
Nachdem er sich mit dem Haupt vor dem Gott verneigt hatte, [sprach er] mit erfreutem innerem Selbst: ,Heute ist meine Geburt fruchtbar geworden, heute ist meine Askese fruchtbar geworden.'
Wort für Wort
praṇamya śirasā devaṃ prahṛṣṭenāntarātmanā
nachdem er sich mit dem Haupt vor dem Gott verneigt hatte, mit erfreutem innerem Selbst
adya me saphalaṃ janma adya me saphalaṃ tapaḥ
[sprach er:] heute ist meine Geburt fruchtbar geworden, heute ist meine Askese fruchtbar geworden
[Vibhīṣaṇa sprach:] ,O König, du sollst mir die Gnade dieses Standbildes erweisen, durch dessen Verehrung ich, o Herr der Welt, den Ozean des [weltlichen] Daseins überqueren möchte.'
Wort für Wort
rājan pratimayā tvaṃ me prasādaṃ kartum arhasi
o König, du sollst mir die Gnade dieses Standbildes erweisen
yām ārādhya jagannātha nistareyaṃ bhavārṇavam
durch dessen Verehrung ich, o Herr der Welt, den Ozean des Daseins überqueren möchte
Ich habe den Selbstentstandenen [Brahmā] verehrt [und werde] die drei Welten im Sieg [unterwerfen] — was [brauche] ich [da] den aus mancherlei Wundern bestehenden Gott, den Ursprung des Werdens aller Wesen?'
Wort für Wort
svayaṃbhuvaṃ samārādhya trailokyaṃ vijaye tv aham
ich habe den Selbstentstandenen verehrt [und werde] die drei Welten [im Sieg unterwerfen]
nānāścaryamayaṃ devaṃ sarvabhūtabhavodbhavam
was [brauche ich] den aus mancherlei Wundern bestehenden Gott, den Ursprung des Werdens aller Wesen
[?: die Konstruktion 'trailokyaṃ vijaye' (wörtl. ,die drei Welten im Sieg') ist grammatisch unklar; möglicherweise elliptisch für ein finites Verb wie ,vijeṣye' (,ich werde besiegen').]
erlangte er Alterlosigkeit und Todlosigkeit, versehen mit den [übernatürlichen] Eigenschaften wie Aṇimā [u.a.], sowie die Königsherrschaft über Laṅkā, und genießt Genüsse nach Wunsch.
Wort für Wort
ajarāmaraṇaṃ prāptam aṇimādiguṇair yutam
erlangte er Alterlosigkeit und Todlosigkeit, versehen mit den Eigenschaften wie Aṇimā
rājyaṃ laṅkādhipatyaṃ ca bhogān bhuṅkte yathepsitān
sowie die Königsherrschaft über Laṅkā, und genießt Genüsse nach Wunsch
Die Munis sprachen: Ach, Staunen ist in uns entstanden, da wir dieses höchste Amṛta gehört haben — das auf Erden seltene Entstehen des Ananta-Vāsudeva.
Wort für Wort
aho no vismayo jātaḥ śrutvedaṃ paramāmṛtam
ach, Staunen ist in uns entstanden, da wir dieses höchste Amṛta gehört haben
anantavāsudevasya saṃbhavaṃ bhuvi durlabham
das auf Erden seltene Entstehen des Ananta-Vāsudeva
{brahmovāca:}
tadā sa rākṣasaḥ krūro devagandharvakiṃnarān /
lokapālān samanujān munisiddhāṃś ca pāpakṛt //
Brahmā sprach: Damals unterwarf jener grausame, sündenbeladene Rākṣasa die Götter, Gandharvas, Kiṃnaras, Weltenhüter samt den Menschen, sowie Munis und Siddhas,
Wort für Wort
tadā sa rākṣasaḥ krūro devagandharvakiṃnarān
damals [unterwarf] jener grausame Rākṣasa die Götter, Gandharvas, Kiṃnaras
lokapālān samanujān munisiddhāṃś ca pāpakṛt
der sündenbeladene [Rākṣasa unterwarf] die Weltenhüter samt den Menschen, sowie Munis und Siddhas
nachdem er alle im Kampf besiegt hatte, entführte er deren Frauen; nachdem er die Stadt Laṅkā [wieder] befestigt hatte, wurde er erneut durch das Verlangen nach Sītā verblendet.
Wort für Wort
vijitya samare sarvān ājahāra tadaṅganāḥ
nachdem er alle im Kampf besiegt hatte, entführte er deren Frauen
saṃsthāpya nagarīṃ laṅkāṃ punaḥ sītārthamohitaḥ
nachdem er die Stadt Laṅkā befestigt hatte, wurde er erneut durch das Verlangen nach Sītā verblendet
śaṅkito mṛgarūpeṇa sauvarṇena ca rāvaṇaḥ /
tataḥ kruddhena rāmeṇa raṇe saumitriṇā saha //
Rāvaṇa täuschte [Rāma] mittels der goldenen Gazellengestalt [des Mārīca]; daraufhin, [im Bunde] mit dem Saumitri [Lakṣmaṇa], [wurde er] von dem erzürnten Rāma im Kampf [bedrängt] —
Wort für Wort
śaṅkito mṛgarūpeṇa sauvarṇena ca rāvaṇaḥ
Rāvaṇa täuschte [Rāma] mittels der goldenen Gazellengestalt
tataḥ kruddhena rāmeṇa raṇe saumitriṇā saha
daraufhin, [im Bunde] mit dem Saumitri, [wurde er] von dem erzürnten Rāma im Kampf [bedrängt]
[Anm.: stark verdichtete, elliptische Zusammenfassung der Rāmāyaṇa-Handlung (Mārīca-Episode); Konstruktion setzt sich bis V.40 fort.]
saṃgrāmam atulaṃ cakre rakṣogaṇasamanvitaḥ /
yamahastaṃ prahastaṃ ca nikumbhaṃ kumbham eva ca //
und führte, den Rākṣasa-Scharen gegenüberstehend, einen unvergleichlichen Kampf; Yamahasta, Prahasta, Nikumbha, sowie Kumbha,
Wort für Wort
saṃgrāmam atulaṃ cakre rakṣogaṇasamanvitaḥ
er führte, den Rākṣasa-Scharen gegenüberstehend, einen unvergleichlichen Kampf
yamahastaṃ prahastaṃ ca nikumbhaṃ kumbham eva ca
Yamahasta, Prahasta, Nikumbha, sowie Kumbha
[?: 'rakṣogaṇasamanvitaḥ' (wörtl. ,von den Rākṣasa-Scharen begleitet') steht befremdlich, da Rāma gegen sie kämpft, nicht mit ihnen verbündet ist; hier im Sinne von ,ihnen gegenüberstehend/mit ihnen im Kampf verbunden' übersetzt.]
nachdem er wiederum Indrajit erschlagen hatte, sowie Kumbhakarṇa samt Rāvaṇa, und die Vaidehī [Sītā] durch Feuer gereinigt hatte, und dem Vibhīṣaṇa die Königsherrschaft gegeben hatte,
Wort für Wort
punar indrajitaṃ hatvā kumbhakarṇaṃ sarāvaṇam
nachdem er wiederum Indrajit erschlagen hatte, sowie Kumbhakarṇa samt Rāvaṇa
vaidehīṃ cāgnināśodhya dattvā rājyaṃ vibhīṣaṇe
und die Vaidehī durch Feuer gereinigt, und dem Vibhīṣaṇa die Königsherrschaft gegeben hatte
nahm er den Vāsudeva [d.h. das Standbild] mit sich, bestieg den Puṣpaka-Wagen und gelangte spielend leicht nach Ayodhyā, das er zuvor beherrscht hatte.
Wort für Wort
vāsudevaṃ samādāya yānaṃ puṣpakam āruhat
nahm er den Vāsudeva mit sich, bestieg den Puṣpaka-Wagen
līlayā samanuprāpad ayodhyāṃ pūrvapālitām
und gelangte spielend leicht nach Ayodhyā, das er zuvor beherrscht hatte
bhuktvā sāgaraparyantāṃ medinīṃ sa tu rāghavaḥ /
rājyam āsādya sugatiṃ vaiṣṇavaṃ padam āviśat //
Nachdem der Rāghava [Rāma] die bis zum Ozean reichende Erde genossen und die Königsherrschaft innegehabt hatte, ging er in den guten Zustand ein und betrat den Viṣṇu-Sitz.
Wort für Wort
bhuktvā sāgaraparyantāṃ medinīṃ sa tu rāghavaḥ
nachdem der Rāghava die bis zum Ozean reichende Erde genossen hatte
rājyam āsādya sugatiṃ vaiṣṇavaṃ padam āviśat
und die Königsherrschaft innegehabt hatte, ging er in den guten Zustand ein und betrat den Viṣṇu-Sitz
Als das Dvāpara-Zeitalter gekommen war und als der Gott, der Herr der Welt, auf Bitten der Erde, aus dem Grund der Nachlässigkeit des [religiösen] Zustands,
Wort für Wort
dvāparaṃ yugam āsādya yadā devo jagatpatiḥ
als das Dvāpara-Zeitalter gekommen war und der Gott, der Herr der Welt
dharaṇyāś cānurodhena bhāvaśaithilyakāraṇāt
auf Bitten der Erde, aus dem Grund der Nachlässigkeit des religiösen Zustands
ye saṃśrayanti cānantaṃ bhaktyā sarveśvaraṃ prabhum /
vāṅmanaḥkarmabhir nityaṃ te yānti paramaṃ padam //
Diejenigen, die sich mit Hingabe dem Ananta zuwenden, dem Herrn aller, dem Gebieter, stets durch Rede, Geist und Tat [ihm ergeben], sie gehen zum höchsten Zustand ein.
Wort für Wort
ye saṃśrayanti cānantaṃ bhaktyā sarveśvaraṃ prabhum
diejenigen, die sich mit Hingabe dem Ananta zuwenden, dem Herrn aller, dem Gebieter
vāṅmanaḥkarmabhir nityaṃ te yānti paramaṃ padam
stets durch Rede, Geist und Tat [ihm ergeben], gehen sie zum höchsten Zustand ein
Wer den Ananta auch nur einmal mit Hingabe erblickt, verehrt und sich [vor ihm] niederwirft, erlangt die zehnfache Frucht von Rājasūya- und Aśvamedha-Opfern.
Wort für Wort
dṛṣṭvānantaṃ sakṛd bhaktyā saṃpūjya praṇipatya ca
wer den Ananta auch nur einmal mit Hingabe erblickt, verehrt und sich niederwirft
rājasūyāśvamedhābhyāṃ phalaṃ daśaguṇaṃ labhet
erlangt die zehnfache Frucht von Rājasūya- und Aśvamedha-Opfern
Auf einem mit allen Wünschen reich versehenen, nach Belieben fahrenden, glanzvollen, sonnenfarbenen Flugwagen, der mit einem Netz von Glöckchen geschmückt ist,
Wort für Wort
sarvakāmasamṛddhena kāmagena suvarcasā
auf einem mit allen Wünschen reich versehenen, nach Belieben fahrenden, glanzvollen [Flugwagen]
vimānenārkavarṇena kiṅkiṇījālamālinā
auf einem sonnenfarbenen Flugwagen, der mit einem Netz von Glöckchen geschmückt ist
gelangt der Mensch, nachdem er dreimal sieben Geschlechter [seiner Vorfahren] emporgehoben hat, bedient von Scharen himmlischer Frauen, von Gandharvas besungen, in die Stadt Viṣṇus.
Wort für Wort
triḥsaptakulam uddhṛtya divyastrīgaṇasevitaḥ
nachdem er dreimal sieben Geschlechter emporgehoben hat, bedient von Scharen himmlischer Frauen
upagīyamāno gandharvair naro viṣṇupuraṃ vrajet
von Gandharvas besungen, gelangt der Mensch in die Stadt Viṣṇus
und wenn er nach Erschöpfung seines Verdienstes hierher zurückgekehrt ist, wird er, als ein die vier Veden kennender, vortrefflicher Zweifachgeborener, indem er sich dem Viṣṇu-Yoga zuwendet, danach die Erlösung erlangen.
Wort für Wort
puṇyakṣayād ihāyātaś caturvedī dvijottamaḥ
wenn er nach Erschöpfung seines Verdienstes hierher zurückgekehrt ist, als ein die vier Veden kennender, vortrefflicher Zweifachgeborener
vaiṣṇavaṃ yogam āsthāya tato mokṣam avāpnuyāt
indem er sich dem Viṣṇu-Yoga zuwendet, wird er danach die Erlösung erlangen
evaṃ mayā tv ananto 'sau kīrtito munisattamāḥ /
kaḥ śaknoti guṇān vaktuṃ tasya varṣaśatair api //
So wurde von mir jener Ananta gepriesen, ihr besten der Munis — wer vermöchte auch mit hundert Jahren [Zeit] seine Eigenschaften vollständig zu verkünden?
Wort für Wort
evaṃ mayā tv ananto 'sau kīrtito munisattamāḥ
so wurde von mir jener Ananta gepriesen, ihr besten der Munis
kaḥ śaknoti guṇān vaktuṃ tasya varṣaśatair api
wer vermöchte auch mit hundert Jahren seine Eigenschaften zu verkünden