Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 162: manyutīrthamāhātmyavarṇanam Die Größe des Manyu-Tīrtha (Śivas Erschaffung des Manyu für den Sieg der Götter)

Brahmā erzählt: Im Kampf zwischen Göttern und Dānavas unterliegen die Götter. Auf Brahmās Rat verehren sie an der Gautamī Maheśvara (Śiva), der ihnen daraufhin aus seinem eigenen Glanz (durch das dritte Auge) den schrecklichen Manyu (,Zorn') als Heerführer erschafft. Manyu offenbart sich als alldurchdringende, mit Rudra/Śiva identische Wesenheit (der Zorn/die Tatkraft in allen Wesen) und führt die Götter zum Sieg über die Daityas. Ursprung des Manyu-Tīrtha an der Gautamī, wo Śiva in Gestalt Manyus fortwährend gegenwärtig ist.

{brahmovāca:} manyutīrtham iti khyātaṃ sarvapāpapraṇāśanam / sarvakāmapradaṃ nṝṇāṃ smaraṇād aghanāśanam //

Brahmā sprach: Das als Manyu-Tīrtha bekannte (Tīrtha) vernichtet alle Sünden vollständig; es gewährt den Menschen alle Wünsche und vernichtet durch bloßes Erinnern die Sünde.

Wort für Wort
manyutīrtham iti khyātaṃ sarvapāpapraṇāśanam
das als Manyu-Tīrtha bekannte, Vernichter aller Sünden
sarvakāmapradaṃ nṝṇāṃ smaraṇād aghanāśanam
den Menschen alle Wünsche gewährend, durch Erinnern die Sünde vernichtend

tasya prabhāvaṃ vakṣyāmi śṛṇuṣvāvahito mune / devānāṃ dānavānāṃ ca saṃgaro 'bhūn mithaḥ purā //

Seine Macht will ich verkünden, höre aufmerksam zu, o Muni. Einst entstand ein Kampf zwischen den Göttern und den Dānavas.

Wort für Wort
tasya prabhāvaṃ vakṣyāmi śṛṇuṣvāvahito mune
seine Macht will ich verkünden, höre aufmerksam zu, o Muni
devānāṃ dānavānāṃ ca saṃgaro 'bhūn mithaḥ purā
der Götter und der Dānavas Kampf entstand einst gegeneinander

tatrājayan naiva surā dānavā jayino 'bhavan / parāṅmukhāḥ suragaṇāḥ saṃgarād gatacetasaḥ //

Darin siegten die Götter keineswegs, die Dānavas wurden siegreich; die Scharen der Götter wandten sich vom Kampf ab, ihres Mutes beraubt.

Wort für Wort
tatrājayan naiva surā dānavā jayino 'bhavan
darin siegten die Götter keineswegs, die Dānavas wurden siegreich
parāṅmukhāḥ suragaṇāḥ saṃgarād gatacetasaḥ
abgewandt vom Kampf waren die Götterscharen, ihres Sinnes beraubt

mām abhyetya samūcus te dehi no 'bhayakāraṇam / tān ahaṃ pratyavocaṃ vai gaṅgāṃ gacchata sarvaśaḥ //

Zu mir kommend sprachen sie: ,Gib uns ein Mittel zur Furchtlosigkeit.' Ich erwiderte ihnen: ,Geht allesamt zur Gaṅgā.'

Wort für Wort
mām abhyetya samūcus te dehi no 'bhayakāraṇam
zu mir kommend sprachen sie: gib uns ein Mittel zur Furchtlosigkeit
tān ahaṃ pratyavocaṃ vai gaṅgāṃ gacchata sarvaśaḥ
ich erwiderte ihnen: geht allesamt zur Gaṅgā

tatra vai gautamītīre stutvā devaṃ maheśvaram / anapāyanirāyāsa-sahajānandasundaram //

Dort am Ufer der Gautamī preist den Gott Maheśvara, den Schönen, dessen angeborene Wonne frei von Vergehen und Mühsal ist.

Wort für Wort
tatra vai gautamītīre stutvā devaṃ maheśvaram
dort am Ufer der Gautamī, nachdem ihr den Gott Maheśvara gepriesen habt
anapāyanirāyāsa-sahajānandasundaram
den durch angeborene, von Vergehen und Mühsal freie Wonne Schönen

lapsyate sarvavibudhā jayahetur maheśvarāt / tathety uktvā suragaṇāḥ stuvanti sma maheśvaram //

Werdet ihr, alle Götter, von Maheśvara die Ursache des Sieges erlangen. ,So sei es', sprachen die Scharen der Götter und priesen Maheśvara.

Wort für Wort
lapsyate sarvavibudhā jayahetur maheśvarāt
werdet ihr, alle Götter, von Maheśvara die Ursache des Sieges erlangen
tathety uktvā suragaṇāḥ stuvanti sma maheśvaram
so sei es sprechend priesen die Götterscharen Maheśvara

tapo 'tapyanta kecid vai nanṛtuś ca tathāpare / asnāpayaṃś ca kecic ca 'pūjayaṃś ca tathāpare //

Manche übten Askese, andere wiederum tanzten; manche badeten (ihn), andere wiederum verehrten (ihn).

Wort für Wort
tapo 'tapyanta kecid vai nanṛtuś ca tathāpare
manche übten Askese, andere wiederum tanzten
asnāpayaṃś ca kecic ca 'pūjayaṃś ca tathāpare
manche badeten (ihn), andere wiederum verehrten (ihn)

tataḥ prasanno bhagavāñ śūlapāṇir maheśvaraḥ / devān athābravīt tuṣṭo vriyatāṃ yad abhīpsitam //

Da wurde der erhabene, den Dreizack tragende Maheśvara zufrieden; er, erfreut, sprach zu den Göttern: ,Erbittet, was ihr begehrt.'

Wort für Wort
tataḥ prasanno bhagavāñ śūlapāṇir maheśvaraḥ
da wurde der erhabene, dreizacktragende Maheśvara zufrieden
devān athābravīt tuṣṭo vriyatāṃ yad abhīpsitam
erfreut sprach er zu den Göttern: erbittet, was ihr begehrt

{devā ūcuḥ:} surapatiṃ vijayāya dadasva naḥ / puruṣaṃ paramaślāghyaṃ raṇeṣu purataḥ sthitam //

Die Götter sprachen: O Herr der Götter, gib uns zum Sieg einen höchst preiswürdigen Mann, der in den Schlachten an vorderster Stelle steht.

Wort für Wort
surapatiṃ vijayāya dadasva naḥ
o Herr der Götter, gib uns zum Sieg
puruṣaṃ paramaślāghyaṃ raṇeṣu purataḥ sthitam
einen höchst preiswürdigen Mann, der in den Schlachten an vorderster Stelle steht

[Anm.: Die Sprecherzuweisung ,devā ūcuḥ' erscheint hier im Quelltext als Teil des Verses selbst, nicht als eigene Redemarkierung; sie ist der Einheitlichkeit halber als Sprechertag gesetzt.]

yadbāhubalam āśritya bhavāmaḥ sukhino vayam / tathety uvāca bhagavān devān prati maheśvaraḥ //

Auf dessen Armkraft gestützt wir glücklich werden mögen. ,So sei es', sprach der erhabene Maheśvara zu den Göttern.

Wort für Wort
yadbāhubalam āśritya bhavāmaḥ sukhino vayam
auf dessen Armkraft gestützt wir glücklich werden mögen
tathety uvāca bhagavān devān prati maheśvaraḥ
so sei es, sprach der erhabene Maheśvara zu den Göttern

ātmanas tejasā kaścin nirmitaḥ parameṣṭhinā / manyunāmānam atyugraṃ devasainyapurogamam //

Aus seiner eigenen Glut erschuf der Höchste Herr jemanden mit Namen Manyu, überaus schrecklich, den Anführer des Götterheeres.

Wort für Wort
ātmanas tejasā kaścin nirmitaḥ parameṣṭhinā
aus seiner eigenen Glut erschuf der Höchste Herr jemanden
manyunāmānam atyugraṃ devasainyapurogamam
mit Namen Manyu, überaus schrecklich, den Anführer des Götterheeres

taṃ natvā tridaśāḥ sarve śivaṃ natvā svam ālayam / manyunā saha cābhyetya punar yuddhāya tasthire //

Diesen verehrend, verehrten alle Dreißig (Götter) Śiva, (kehrten) zu ihrer eigenen Wohnstatt (zurück); zusammen mit Manyu angekommen, stellten sie sich wieder zum Kampf auf.

Wort für Wort
taṃ natvā tridaśāḥ sarve śivaṃ natvā svam ālayam
diesen verehrend, verehrten alle Dreißig (Götter) Śiva, (kehrten) zu ihrer Wohnstatt
manyunā saha cābhyetya punar yuddhāya tasthire
zusammen mit Manyu angekommen, stellten sie sich wieder zum Kampf auf

yuddhe sthitvā tu danujair daiteyaiś ca mahābalaiḥ / vibudhā jātasaṃnaddhā manyum ūcuḥ puraḥ sthitāḥ //

Im Kampf stehend mit den überaus starken Danujas und Daityas sprachen die gerüsteten Götter, vor Manyu stehend, zu ihm:

Wort für Wort
yuddhe sthitvā tu danujair daiteyaiś ca mahābalaiḥ
im Kampf stehend mit den Danujas und den überaus starken Daityas
vibudhā jātasaṃnaddhā manyum ūcuḥ puraḥ sthitāḥ
sprachen die gerüsteten Götter, vor Manyu stehend, zu ihm

{devā ūcuḥ:} sāmarthyaṃ tava paśyāmaḥ paścād yotsyāmahe paraiḥ / tasmād darśaya cātmānaṃ manyo 'smākaṃ yuyutsatām //

Die Götter sprachen: Deine Fähigkeit wollen wir sehen, danach werden wir gegen die Feinde kämpfen; darum zeige dich selbst, o Manyu, uns, die wir kampfbegierig sind.

Wort für Wort
sāmarthyaṃ tava paśyāmaḥ paścād yotsyāmahe paraiḥ
deine Fähigkeit wollen wir sehen, danach werden wir gegen die Feinde kämpfen
tasmād darśaya cātmānaṃ manyo 'smākaṃ yuyutsatām
darum zeige dich selbst, o Manyu, uns, die wir kampfbegierig sind

{brahmovāca:} tad devavacanaṃ śrutvā manyur āha smayann iva //*

Brahmā sprach: Diese Rede der Götter gehört habend, sprach Manyu wie lächelnd.

Wort für Wort
tad devavacanaṃ śrutvā
diese Rede der Götter gehört habend
manyur āha smayann iva
sprach Manyu wie lächelnd

[Anm.: Im Quelltext nur eine Zeile, mit * als unvollständiger Halbvers markiert; für die wfw-Darstellung in zwei Sinnabschnitte geteilt.]

{manyur uvāca:} janitā mama deveśaḥ sarvajñaḥ sarvadṛk prabhuḥ / yaḥ sarvaṃ vetti sarveṣāṃ dhāmanāma manaḥsthitam //

Manyu sprach: Mein Erzeuger ist der Götterherr, der allwissende, allsehende Gebieter, der alles kennt – [?] jene aller (Wesen) im Geist ruhende innerste Wesenheit (dhāma).

Wort für Wort
janitā mama deveśaḥ sarvajñaḥ sarvadṛk prabhuḥ
mein Erzeuger ist der Götterherr, der allwissende, allsehende Gebieter
yaḥ sarvaṃ vetti sarveṣāṃ dhāmanāma manaḥsthitam
der alles kennt – [?] aller (Wesen) im Geist ruhende innerste Wesenheit

[?: ,dhāmanāma manaḥsthitam' ist syntaktisch unklar; hier als ,die im Geist ruhende Wohnstatt/Wesenheit' gedeutet.]

naiva kaścic ca taṃ vetti yaḥ sarvaṃ vetti sarvadā / amūrtaṃ mūrtam apy etad vetti kartā jaganmayaḥ //

Niemand kennt ihn, der doch immer alles kennt; das Gestaltlose wie das Gestaltete kennt er, der Schöpfer, der die Welt durchdringt.

Wort für Wort
naiva kaścic ca taṃ vetti yaḥ sarvaṃ vetti sarvadā
niemand kennt ihn, der doch immer alles kennt
amūrtaṃ mūrtam apy etad vetti kartā jaganmayaḥ
das Gestaltlose wie das Gestaltete kennt er, der Schöpfer, der die Welt durchdringt

paro 'sau bhagavān sākṣāt tathā divy antarikṣagaḥ / kas tasya rūpaṃ yo veda kasya kartā jaganmayaḥ //

Jener erhabene Herr ist der Höchste selbst, ebenso der am Himmel und im Luftraum Wandelnde; wer kennt seine Gestalt? Wessen Schöpfer ist er, der die Welt durchdringt?

Wort für Wort
paro 'sau bhagavān sākṣāt tathā divy antarikṣagaḥ
jener erhabene Herr ist der Höchste selbst, ebenso der am Himmel und im Luftraum Wandelnde
kas tasya rūpaṃ yo veda kasya kartā jaganmayaḥ
wer kennt seine Gestalt? Wessen Schöpfer ist er, der die Welt durchdringt?

evaṃvidhād ahaṃ jāto māṃ kathaṃ vettum arhatha / athavā draṣṭukāmā vai bhavanto mānupaśyata //

Von einem solchen (Wesen) bin ich geboren – wie solltet ihr mich da erkennen können? Oder aber, wenn ihr (mich) zu sehen begehrt, so betrachtet mich.

Wort für Wort
evaṃvidhād ahaṃ jāto māṃ kathaṃ vettum arhatha
von einem solchen (Wesen) bin ich geboren – wie solltet ihr mich erkennen können
athavā draṣṭukāmā vai bhavanto mānupaśyata
oder aber, wenn ihr zu sehen begehrt, so betrachtet mich

{brahmovāca:} ity uktvā darśayām āsa manyū rūpaṃ svakaṃ mahat / tārtīyacakṣuṣodbhūtaṃ bhavasya parameṣṭhinaḥ //

Brahmā sprach: So sprechend zeigte Manyu seine eigene große Gestalt, entstanden aus dem dritten Auge Bhavas (Śivas), des Höchsten Herrn.

Wort für Wort
ity uktvā darśayām āsa manyū rūpaṃ svakaṃ mahat
so sprechend zeigte Manyu seine eigene große Gestalt
tārtīyacakṣuṣodbhūtaṃ bhavasya parameṣṭhinaḥ
entstanden aus dem dritten Auge Bhavas, des Höchsten Herrn

tejasā saṃbhṛtaṃ rūpaṃ yataḥ sarvaṃ tad ucyate / pauruṣaṃ puruṣeṣv eva ahaṃkāraś ca jantuṣu //

Eine aus Glut erfüllte Gestalt, aus der alles (entsteht), wird sie genannt: die Manneskraft in den Männern und das Ich-Bewusstsein in den Geschöpfen.

Wort für Wort
tejasā saṃbhṛtaṃ rūpaṃ yataḥ sarvaṃ tad ucyate
eine aus Glut erfüllte Gestalt, aus der alles entsteht, wird sie genannt
pauruṣaṃ puruṣeṣv eva ahaṃkāraś ca jantuṣu
die Manneskraft in den Männern und das Ich-Bewusstsein in den Geschöpfen

krodhaḥ sarvasya yo bhīma upasaṃhārakṛd bhavet / taṃ śaṃkarapratinidhiṃ jvalantaṃ nijatejasā //

Der schreckliche Zorn von allem, der die Auflösung bewirkt – dieser, das Abbild Śaṅkaras, loderte durch seine eigene Glut.

Wort für Wort
krodhaḥ sarvasya yo bhīma upasaṃhārakṛd bhavet
der schreckliche Zorn von allem, der die Auflösung bewirkt
taṃ śaṃkarapratinidhiṃ jvalantaṃ nijatejasā
dieser, das Abbild Śaṅkaras, loderte durch seine eigene Glut

sarvāyudhadharaṃ dṛṣṭvā praṇemuḥ sarvadevatāḥ / vitresur daityadanujāḥ kṛtāñjalipuṭāḥ surāḥ //

Als sie ihn sahen, alle Waffen tragend, verneigten sich alle Götter; die Daityas und Danujas erzitterten, die Götter (standen da) mit gefalteten Händen.

Wort für Wort
sarvāyudhadharaṃ dṛṣṭvā praṇemuḥ sarvadevatāḥ
als sie ihn sahen, alle Waffen tragend, verneigten sich alle Götter
vitresur daityadanujāḥ kṛtāñjalipuṭāḥ surāḥ
die Daityas und Danujas erzitterten, die Götter (standen) mit gefalteten Händen

bhūtvā manyum athocus te tvaṃ senānīḥ prabho bhava / tvayā dattam idaṃ rājyaṃ manyo bhokṣyāmahe vayam //

Sie sprachen darauf zu Manyu: Sei unser Heerführer, o Herr; dieses von dir gegebene Königreich, o Manyu, werden wir genießen.

Wort für Wort
bhūtvā manyum athocus te tvaṃ senānīḥ prabho bhava
sie sprachen darauf zu Manyu: sei unser Heerführer, o Herr
tvayā dattam idaṃ rājyaṃ manyo bhokṣyāmahe vayam
dieses von dir gegebene Königreich, o Manyu, werden wir genießen

tasmāt sarveṣu kāryeṣu jetā tvaṃ jayavardhanaḥ / tvam indras tvaṃ ca varuṇo lokapālās tvam eva ca //

Darum bist du in allen Unternehmungen der Sieger, der Sieg-Mehrende; du bist Indra, du bist Varuṇa, du bist auch die Weltenhüter.

Wort für Wort
tasmāt sarveṣu kāryeṣu jetā tvaṃ jayavardhanaḥ
darum bist du in allen Unternehmungen der Sieger, der Sieg-Mehrende
tvam indras tvaṃ ca varuṇo lokapālās tvam eva ca
du bist Indra, du bist Varuṇa, du bist auch die Weltenhüter

asmāsu sarvadeveṣu praviśa tvaṃ jayāya vai / manyuḥ provāca tān sarvān vinā matto na kiṃcana //

Tritt ein in uns, in alle Götter, zum Sieg. Manyu sprach zu ihnen allen: Ohne mich gibt es nichts.

Wort für Wort
asmāsu sarvadeveṣu praviśa tvaṃ jayāya vai
tritt ein in uns, in alle Götter, zum Sieg
manyuḥ provāca tān sarvān vinā matto na kiṃcana
Manyu sprach zu ihnen allen: ohne mich gibt es nichts

sarveṣv antaḥ praviṣṭo 'haṃ na māṃ jānāti kaścana / sa eva bhagavān manyus tato jātaḥ pṛthak pṛthak //

In alle bin ich eingegangen, doch niemand erkennt mich. Eben dieser erhabene Manyu ist daraus (aus dem Höchsten) je einzeln entstanden.

Wort für Wort
sarveṣv antaḥ praviṣṭo 'haṃ na māṃ jānāti kaścana
in alle bin ich eingegangen, doch niemand erkennt mich
sa eva bhagavān manyus tato jātaḥ pṛthak pṛthak
eben dieser erhabene Manyu ist daraus je einzeln entstanden

sa eva rudrarūpī syād rudro manyuḥ śivo 'bhavat / sthāvaraṃ jaṅgamaṃ caiva sarvaṃ vyāptaṃ hi manyunā //

Er selbst ist in Rudra-Gestalt; Rudra ist Manyu, Śiva ward (Manyu); alles Unbewegliche und Bewegliche ist ja von Manyu durchdrungen.

Wort für Wort
sa eva rudrarūpī syād rudro manyuḥ śivo 'bhavat
er selbst ist in Rudra-Gestalt; Rudra ist Manyu, Śiva ward Manyu
sthāvaraṃ jaṅgamaṃ caiva sarvaṃ vyāptaṃ hi manyunā
alles Unbewegliche und Bewegliche ist ja von Manyu durchdrungen

tam avāpya surāḥ sarve jayam āpuś ca saṃgare / jayo manyuś ca śauryaṃ ca īśatejaḥsamudbhavam //

Nachdem sie ihn erlangt hatten, errangen alle Götter den Sieg im Kampf; Sieg, Manyu und Tapferkeit entstammen der Glut des Herrn.

Wort für Wort
tam avāpya surāḥ sarve jayam āpuś ca saṃgare
nachdem sie ihn erlangt hatten, errangen alle Götter den Sieg im Kampf
jayo manyuś ca śauryaṃ ca īśatejaḥsamudbhavam
Sieg, Manyu und Tapferkeit entstammen der Glut des Herrn

manyunā jayam āpyātha kṛtvā daityaiś ca saṃgamam / yathāgataṃ yayuḥ sarve manyunā parirakṣitāḥ //

Nachdem sie durch Manyu den Sieg erlangt und mit den Daityas den Zusammenstoß vollzogen hatten, gingen alle, von Manyu beschützt, so zurück, wie sie gekommen waren.

Wort für Wort
manyunā jayam āpyātha kṛtvā daityaiś ca saṃgamam
nachdem sie durch Manyu den Sieg erlangt und mit den Daityas den Zusammenstoß vollzogen hatten
yathāgataṃ yayuḥ sarve manyunā parirakṣitāḥ
gingen alle, von Manyu beschützt, so zurück, wie sie gekommen waren

yatra vai gautamītīre śivam ārādhya te surāḥ / manyum āpur jayaṃ caiva manyutīrthaṃ tad ucyate //

Wo eben am Ufer der Gautamī jene Götter Śiva verehrt und Manyu sowie den Sieg erlangt hatten, das wird Manyu-Tīrtha genannt.

Wort für Wort
yatra vai gautamītīre śivam ārādhya te surāḥ
wo eben am Ufer der Gautamī jene Götter Śiva verehrt hatten
manyum āpur jayaṃ caiva manyutīrthaṃ tad ucyate
und Manyu sowie den Sieg erlangten – das wird Manyu-Tīrtha genannt

utpattiṃ ca tathā manyor yo naraḥ prayataḥ smaret / vijayo jāyate tasya na kaiścit paribhūyate //

Und wer, geläutert, sich des Ursprungs Manyus erinnert, dem wird Sieg zuteil; er wird von niemandem überwältigt.

Wort für Wort
utpattiṃ ca tathā manyor yo naraḥ prayataḥ smaret
und wer, geläutert, sich des Ursprungs Manyus erinnert
vijayo jāyate tasya na kaiścit paribhūyate
dem wird Sieg zuteil; er wird von niemandem überwältigt

na manyutīrthasadṛśaṃ pāvanaṃ hi mahāmune / yatra sākṣān manyurūpī sarvadā śaṃkaraḥ sthitaḥ / tatra snānaṃ ca dānaṃ ca smaraṇaṃ sarvakāmadam //

Kein dem Manyu-Tīrtha gleiches Reinigendes gibt es, o großer Muni; wo in Manyu-Gestalt leibhaftig immerdar Śaṃkara weilt, dort gewähren Bad, Gabe und Erinnerung alle Wünsche.

Wort für Wort
na manyutīrthasadṛśaṃ pāvanaṃ hi mahāmune
kein dem Manyu-Tīrtha gleiches Reinigendes gibt es, o großer Muni
yatra sākṣān manyurūpī sarvadā śaṃkaraḥ sthitaḥ
wo in Manyu-Gestalt leibhaftig immerdar Śaṃkara weilt
tatra snānaṃ ca dānaṃ ca smaraṇaṃ sarvakāmadam
dort gewähren Bad, Gabe und Erinnerung alle Wünsche

[Anm.: Dreizeiliger Vers im Quelltext.]

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks