Quellen der Menschheit

Brahma-Purāṇa

Kapitel 12: Yayāticaritam Yayāti: der Wagen, der Fluch der Söhne und die Erneuerung der Jugend

Nahuṣas Sohn Yayāti heiratet Devayānī (Tochter des Uśanas/Śukra) und Śarmiṣṭhā (Tochter des Asura Vṛṣaparvan); aus beiden Ehen gehen die fünf Stammväter Yadu, Turvasu, Druhyu, Anu und Puru hervor, unter die Yayāti die Erde aufteilt. Ein Exkurs (V.9-17) verfolgt den Weiterbesitz von Yayātis wunderbarem, indra-geschenktem Wagen über die Kuru-/Bārhadratha-Linie (mit einer Nebenerzählung zu König Janamejaya, Brahmanenmord und Sühne-Aśvamedha) bis zu Jarāsandha und dessen Tod durch Bhīma, woraufhin der Wagen an Kṛṣṇa (Vāsudeva) übergeht. Im Zentrum des Kapitels steht die berühmte Erzählung, wie der alternde Yayāti seine Söhne bittet, sein Alter gegen ihre Jugend einzutauschen: nur der jüngste, Puru, willigt ein, während die vier älteren Söhne (Yadu, Turvasu, Druhyu, Anu) verweigern und dafür verflucht werden, keine Königsherrschaft zu erlangen. Nach Jahren erneuerter Jugend und Genusses gibt Yayāti, seiner Begierden überdrüssig, Purus Jugend zurück und spricht die berühmten, auch aus dem Mahābhārata bekannten Verse über die Unstillbarkeit der Begierde (V.40-46), bevor er mit seinen Gattinnen in den Wald zieht und durch Askese den Himmel erlangt.

nahuṣasya tu dāyādāḥ ṣaḍ indropamatejasaḥ // BrP_12.1 //

Nahuṣas Erben aber waren sechs, von Indra-gleicher Macht,

Wort für Wort
nahuṣasya tu dāyādāḥ
Nahuṣas Erben aber [waren]
ṣaṭ indropamatejasaḥ
sechs, von Indra-gleicher Macht

[Anm.: Dieser Vers besteht im Quelltext ungewöhnlicherweise nur aus einer Halbzeile statt der üblichen zwei – vermutlich eine beim Abschreiben verkürzte Verszählung. Zudem werden im folgenden Vers nur fünf Söhne namentlich genannt (Yati, Yayāti, Saṃyāti, Āyāti, Pārśvaka), nicht sechs; die Diskrepanz wird hier unaufgelöst wiedergegeben.]

yatir yayātiḥ saṃyātir āyātiḥ pārśvako 'bhavat / yatir jyeṣṭhas tu teṣāṃ vai yayātis tu tataḥ param // BrP_12.2 //

Yati, Yayāti, Saṃyāti, Āyāti und Pārśvaka wurden geboren; Yati war der Älteste von ihnen, Yayāti aber kam danach.

Wort für Wort
yatiḥ yayātiḥ saṃyātiḥ
Yati, Yayāti, Saṃyāti,
āyātiḥ pārśvakaḥ abhavat
Āyāti und Pārśvaka wurden geboren
yatiḥ jyeṣṭhaḥ tu teṣām vai
Yati war der Älteste von ihnen
yayātiḥ tu tataḥ param
Yayāti aber kam danach

kakutsthakanyāṃ gāṃ nāma lebhe paramadhārmikaḥ / yatis tu mokṣam āsthāya brahmabhūto 'bhavan muniḥ // BrP_12.3 //

Der höchst Rechtschaffene (Yayāti) erlangte die Tochter des Kakutstha, mit Namen Gā, zur Gattin; Yati aber, sich der Erlösung zuwendend, wurde ein zum Brahman gewordener Weiser.

Wort für Wort
kakutsthakanyām gām nāma
die Tochter des Kakutstha, mit Namen Gā,
lebhe paramadhārmikaḥ
erlangte der höchst Rechtschaffene [zur Gattin]
yatiḥ tu mokṣam āsthāya
Yati aber, sich der Erlösung zuwendend,
brahmabhūtaḥ abhavat muniḥ
wurde ein zum Brahman gewordener Weiser

[?: Der Bezug von „paramadhārmikaḥ“ (der höchst Rechtschaffene) ist grammatisch nicht zweifelsfrei; da unmittelbar zuvor Yayāti eingeführt wurde und die nächsten Verse dessen Werbung um Devayānī schildern, wird die Gattin „Gā“ hier probeweise ebenfalls Yayāti zugeordnet (als eine frühere, andernorts nicht erwähnte Nebengattin).]

teṣāṃ yayātiḥ pañcānāṃ vijitya vasudhām imām / devayānīm uśanasaḥ sutāṃ bhāryām avāpa saḥ // BrP_12.4 //

Von diesen fünfen besiegte Yayāti diese Erde und erlangte Devayānī, die Tochter des Uśanas, zur Gattin.

Wort für Wort
teṣām yayātiḥ pañcānām
von diesen fünfen, Yayāti
vijitya vasudhām imām
nachdem er diese Erde besiegt hatte
devayānīm uśanasaḥ sutām
Devayānī, die Tochter des Uśanas,
bhāryām avāpa saḥ
erlangte er zur Gattin

śarmiṣṭhām āsurīṃ caiva tanayāṃ vṛṣaparvaṇaḥ / yaduṃ ca turvasuṃ caiva devayānī vyajāyata // BrP_12.5 //

und auch Śarmiṣṭhā, die Asura-Tochter des Vṛṣaparvan; Devayānī gebar Yadu und auch Turvasu.

Wort für Wort
śarmiṣṭhām āsurīm ca eva
und auch Śarmiṣṭhā, die Asura-Tochter,
tanayām vṛṣaparvaṇaḥ
die Tochter des Vṛṣaparvan
yadum ca turvasum ca eva
Yadu und auch Turvasu
devayānī vyajāyata
gebar Devayānī

druhyaṃ cānuṃ ca puruṃ ca śarmiṣṭhā vārṣaparvaṇī / tasmai śakro dadau prīto rathaṃ paramabhāsvaram // BrP_12.6 //

und Druhyu, und Anu, und Puru gebar Śarmiṣṭhā, die Tochter des Vṛṣaparvan; ihm (Yayāti) gab Śakra (Indra), erfreut, einen höchst strahlenden Wagen,

Wort für Wort
druhyam ca anum ca purum ca
und Druhyu, und Anu, und Puru
śarmiṣṭhā vārṣaparvaṇī
[gebar] Śarmiṣṭhā, die Tochter des Vṛṣaparvan
tasmai śakraḥ dadau prītaḥ
ihm gab Śakra, erfreut,
ratham paramabhāsvaram
einen höchst strahlenden Wagen

aṅgadaṃ kāñcanaṃ divyaṃ divyaiḥ paramavājibhiḥ / yuktaṃ manojavaiḥ śubhrair yena kāryaṃ samudvahan // BrP_12.7 //

mit goldenem Radkranz, göttlich, mit göttlichen, vortrefflichen Rossen bespannt, gedankenschnellen, glänzenden, mit dem er seine Aufgaben ausführte,

Wort für Wort
aṅgadam kāñcanam divyam
mit goldenem Radkranz, göttlich,
divyaiḥ paramavājibhiḥ
mit göttlichen, vortrefflichen Rossen
yuktam manojavaiḥ śubhraiḥ
bespannt, gedankenschnellen, glänzenden,
yena kāryam samudvahan
mit dem er [seine] Aufgaben ausführte

sa tena rathamukhyena ṣaḍrātreṇājayan mahīm / yayātir yudhi durdharṣas tathā devān sadānavān // BrP_12.8 //

er, mit jenem vortrefflichen Wagen, in sechs Nächten die Erde erobernd, Yayāti, im Kampf unbezwingbar, ebenso [besiegte er] die Götter zusammen mit den Dānavas.

Wort für Wort
sa tena rathamukhyena
er, mit jenem vortrefflichen Wagen,
ṣaḍrātreṇa ajayat mahīm
eroberte in sechs Nächten die Erde
yayātiḥ yudhi durdharṣaḥ
Yayāti, im Kampf unbezwingbar,
tathā devān sadānavān
ebenso die Götter zusammen mit den Dānavas

sarathaḥ kauravāṇāṃ tu sarveṣām abhavat tadā / saṃvartavasunāmnas tu kauravāj janamejayāt // BrP_12.9 //

Dieser Wagen aber gehörte da allen Kauravas; von dem Kaurava namens Saṃvartavasu bis zu Janamejaya,

Wort für Wort
sarathaḥ kauravāṇām tu
dieser Wagen aber der Kauravas
sarveṣām abhavat tadā
gehörte da allen
saṃvartavasunāmnaḥ tu
von dem [Kaurava] namens Saṃvartavasu
kauravāt janamejayāt
bis zum Kaurava Janamejaya

[Anm.: Es folgt ein Exkurs über den Weiterbesitz von Yayātis Wunderwagen durch die Kaurava-/Bārhadratha-Linie bis zu seiner Übergabe an Kṛṣṇa – eine Nebenerzählung, die den Hauptfaden (Yayātis Söhne) für die Verse 9-17 unterbricht.]

kuroḥ putrasya rājendra rājñaḥ pārīkṣitasya ha / jagāma sa ratho nāśaṃ śāpād gargasya dhīmataḥ // BrP_12.10 //

— o bester der Könige — [gehörte er] dem Sohn des Kuru, dem König, dem Sohn des Parīkṣit; jener Wagen ging durch den Fluch des weisen Garga zugrunde.

Wort für Wort
kuroḥ putrasya rājendra
dem Sohn des Kuru, o bester der Könige,
rājñaḥ pārīkṣitasya ha
dem König, dem Sohn des Parīkṣit,
jagāma sa rathaḥ nāśam
ging jener Wagen zugrunde
śāpāt gargasya dhīmataḥ
durch den Fluch des weisen Garga

gargasya hi sutaṃ bālaṃ sa rājā janamejayaḥ / kālena hiṃsayām āsa brahmahatyām avāpa saḥ // BrP_12.11 //

Denn König Janamejaya tötete einst den Sohn des Garga, [noch] ein Kind, und er zog sich die Sünde des Brahmanenmordes zu.

Wort für Wort
gargasya hi sutam bālam
denn den Sohn des Garga, [noch] ein Kind,
sa rājā janamejayaḥ
tötete jener König Janamejaya
kālena hiṃsayām āsa
einst, mit der Zeit
brahmahatyām avāpa saḥ
er zog sich die Sünde des Brahmanenmordes zu

sa lohagandhī rājarṣiḥ paridhāvann itas tataḥ / paurajānapadais tyakto na lebhe śarma karhicit // BrP_12.12 //

Er, der königliche Weise, nach Blut riechend, hierhin und dorthin umherlaufend, von den Stadt- und Landbewohnern verlassen, fand zu keiner Zeit Ruhe.

Wort für Wort
sa lohagandhī rājarṣiḥ
er, der nach Blut riechende königliche Weise,
paridhāvan itaḥ tataḥ
hierhin und dorthin umherlaufend,
paurajānapadaiḥ tyaktaḥ
von den Stadt- und Landbewohnern verlassen,
na lebhe śarma karhicit
fand er zu keiner Zeit Ruhe

tataḥ sa duḥkhasaṃtapto nālabhat saṃvidaṃ kvacit / viprendraṃ śaunakaṃ rājā śaraṇaṃ pratyapadyata // BrP_12.13 //

Da, von Leid gequält, fand er nirgends Rat/Einverständnis; der König nahm Zuflucht bei dem Fürsten der Weisen, Śaunaka.

Wort für Wort
tataḥ sa duḥkhasaṃtaptaḥ
da, von Leid gequält,
na alabhat saṃvidam kvacit
fand er nirgends Rat
viprendram śaunakam rājā
der König [nahm] beim Fürsten der Weisen, Śaunaka,
śaraṇam pratyapadyata
Zuflucht

yājayām āsa ca jñānī śaunako janamejayam / aśvamedhena rājānaṃ pāvanārthaṃ dvijottamāḥ // BrP_12.14 //

Und der weise Śaunaka ließ König Janamejaya, o beste der Zweifachgeborenen, zur Reinigung ein Roßopfer (Aśvamedha) vollziehen.

Wort für Wort
yājayām āsa ca jñānī
und der Weise ließ [ihn Opfer] vollziehen
śaunakaḥ janamejayam
Śaunaka, den Janamejaya
aśvamedhena rājānam
durch ein Roßopfer, den König,
pāvanārtham dvijottamāḥ
zur Reinigung, o beste der Zweifachgeborenen

sa lohagandho vyanaśat tasyāvabhṛtham etya ca / sa ca divyaratho rājño vaśaś cedipates tadā // BrP_12.15 //

Der Blutgeruch verschwand, als er zu dessen Abschlussbad kam; und jener göttliche Wagen des Königs geriet damals in die Gewalt des Herrschers von Cedi.

Wort für Wort
sa lohagandhaḥ vyanaśat
der Blutgeruch verschwand
tasya avabhṛtham etya ca
als er zu dessen Abschlussbad kam
sa ca divyarathaḥ rājñaḥ
und jener göttliche Wagen des Königs
vaśaḥ cedipateḥ tadā
[geriet] damals in die Gewalt des Herrschers von Cedi

dattaḥ śakreṇa tuṣṭena lebhe tasmād bṛhadrathaḥ / bṛhadrathāt krameṇaiva gato bārhadrathaṃ nṛpam // BrP_12.16 //

Von Śakra, zufrieden, gegeben, erlangte ihn von jenem (dem Cedi-Herrscher) Bṛhadratha; von Bṛhadratha gelangte er in ebensolcher Folge zu dem König, der als Bārhadratha (Nachkomme Bṛhadrathas, d.h. Jarāsandha) [bekannt ist].

Wort für Wort
dattaḥ śakreṇa tuṣṭena
von Śakra, zufrieden, gegeben,
lebhe tasmāt bṛhadrathaḥ
erlangte ihn von jenem Bṛhadratha
bṛhadrathāt krameṇa eva
von Bṛhadratha in ebensolcher Folge
gataḥ bārhadratham nṛpam
gelangte er zu dem König Bārhadratha

[Anm.: „Bārhadratha“ bezeichnet hier den berühmten Jarāsandha von Magadha als Nachkommen Bṛhadrathas, wie v.17 (Tod durch Bhīma) bestätigt.]

tato hatvā jarāsaṃdhaṃ bhīmas taṃ ratham uttamam / pradadau vāsudevāya prītyā kauravanandanaḥ // BrP_12.17 //

Dann, nachdem er Jarāsandha erschlagen hatte, gab Bhīma, die Freude der Kauravas, jenen vortrefflichen Wagen aus Zuneigung dem Vāsudeva (Kṛṣṇa).

Wort für Wort
tataḥ hatvā jarāsaṃdham
dann, nachdem er Jarāsandha erschlagen hatte,
bhīmaḥ tam ratham uttamam
gab Bhīma jenen vortrefflichen Wagen
pradadau vāsudevāya
dem Vāsudeva
prītyā kauravanandanaḥ
aus Zuneigung, die Freude der Kauravas

saptadvīpāṃ yayātis tu jitvā pṛthvīṃ sasāgarām / vibhajya pañcadhā rājyaṃ putrāṇāṃ nāhuṣas tadā // BrP_12.18 //

Yayāti aber, der Sohn des Nahuṣa, nachdem er die siebeninselige Erde samt ihrem Ozean erobert hatte, teilte da das Königreich fünffach unter seinen Söhnen auf.

Wort für Wort
saptadvīpām yayātiḥ tu
die siebeninselige [Erde] aber, Yayāti,
jitvā pṛthvīm sasāgarām
nachdem er die Erde samt ihrem Ozean erobert hatte,
vibhajya pañcadhā rājyam
teilte er das Königreich fünffach auf
putrāṇām nāhuṣaḥ tadā
unter seinen Söhnen, der Sohn des Nahuṣa, da

yayātir diśi pūrvasyāṃ yaduṃ jyeṣṭhaṃ nyayojayat / madhye puruṃ ca rājānam abhyaṣiñcat sa nāhuṣaḥ // BrP_12.19 //

Yayāti setzte Yadu, den Ältesten, in der östlichen Richtung ein; und jener Sohn des Nahuṣa weihte Puru als König in der Mitte.

Wort für Wort
yayātiḥ diśi pūrvasyām
Yayāti in der östlichen Richtung
yadum jyeṣṭham nyayojayat
setzte Yadu, den Ältesten, ein
madhye purum ca rājānam
und Puru als König in der Mitte
abhyaṣiñcat sa nāhuṣaḥ
weihte jener Sohn des Nahuṣa

diśi dakṣiṇapūrvasyāṃ turvasuṃ matimān nṛpaḥ / tair iyaṃ pṛthivī sarvā saptadvīpā sapattanā // BrP_12.20 //

in der südöstlichen Richtung [setzte] der kluge König Turvasu [ein]; durch sie wird diese ganze siebeninselige, städtereiche Erde,

Wort für Wort
diśi dakṣiṇapūrvasyām
in der südöstlichen Richtung
turvasum matimān nṛpaḥ
[setzte] der kluge König Turvasu [ein]
taiḥ iyam pṛthivī sarvā
durch sie [wird] diese ganze Erde
saptadvīpā sapattanā
siebeninselig, städtereich

[Anm.: Für Druhyu und Anu werden hier keine eigenen Himmelsrichtungen genannt (anders als etwa im Mahābhārata, wo meist alle vier älteren Brüder je eine Richtung erhalten); die Aufzählung bricht nach drei Namen (Yadu, Puru, Turvasu) ab.]

yathāpradeśam adyāpi dharmeṇa pratipālyate / prajās teṣāṃ purastāt tu vakṣyāmi munisattamāḥ // BrP_12.21 //

je nach Gebiet noch heute rechtmäßig regiert; deren Nachkommen werde ich weiter vorn (später) darlegen, o beste der Weisen.

Wort für Wort
yathāpradeśam adya api
je nach Gebiet noch heute
dharmeṇa pratipālyate
wird rechtmäßig regiert
prajāḥ teṣām purastāt tu
deren Nachkommen aber weiter vorn
vakṣyāmi munisattamāḥ
werde ich darlegen, o beste der Weisen

dhanur nyasya pṛṣatkāṃś ca pañcabhiḥ puruṣarṣabhaiḥ / jarāvān abhavad rājā bhāram āveśya bandhuṣu // BrP_12.22 //

Nachdem er Bogen und Pfeile bei den fünf stierartigen Männern (seinen Söhnen) niedergelegt hatte, wurde der König altersschwach, nachdem er die Last [der Herrschaft] auf die Verwandten übertragen hatte.

Wort für Wort
dhanuḥ nyasya pṛṣatkān ca
nachdem er Bogen und Pfeile niedergelegt hatte
pañcabhiḥ puruṣarṣabhaiḥ
bei den fünf stierartigen Männern
jarāvān abhavat rājā
wurde der König altersschwach
bhāram āveśya bandhuṣu
nachdem er die Last auf die Verwandten übertragen hatte

nikṣiptaśastraḥ pṛthivīṃ cacāra pṛthivīpatiḥ / prītimān abhavad rājā yayātir aparājitaḥ // BrP_12.23 //

Die Waffen niedergelegt, durchwanderte der Herr der Erde die Erde; der unbesiegte König Yayāti wurde zufrieden.

Wort für Wort
nikṣiptaśastraḥ pṛthivīm
die Waffen niedergelegt, die Erde
cacāra pṛthivīpatiḥ
durchwanderte der Herr der Erde
prītimān abhavat rājā
zufrieden wurde der König
yayātiḥ aparājitaḥ
Yayāti, der Unbesiegte

evaṃ vibhajya pṛthivīṃ yayātir yadum abravīt / jarāṃ me pratigṛhṇīṣva putra kṛtyāntareṇa vai // BrP_12.24 //

Nachdem er so die Erde aufgeteilt hatte, sprach Yayāti zu Yadu: „Nimm mein Alter an, Sohn, im Austausch für eine andere Tat/Vergünstigung.

Wort für Wort
evam vibhajya pṛthivīm
nachdem er so die Erde aufgeteilt hatte
yayātiḥ yadum abravīt
sprach Yayāti zu Yadu
jarām me pratigṛhṇīṣva
„nimm mein Alter an,
putra kṛtyāntareṇa vai
Sohn, im Austausch für eine andere Tat

taruṇas tava rūpeṇa careyaṃ pṛthivīm imām / jarāṃ tvayi samādhāya taṃ yaduḥ pratyuvāca ha // BrP_12.25 //

„Jugendlich, in deiner Gestalt, möchte ich diese Erde durchwandern, nachdem ich mein Alter auf dich übertragen habe.“ Yadu antwortete ihm darauf:

Wort für Wort
taruṇaḥ tava rūpeṇa
jugendlich, in deiner Gestalt,
careyam pṛthivīm imām
möchte ich diese Erde durchwandern
jarām tvayi samādhāya
nachdem ich [mein] Alter auf dich übertragen habe“
tam yaduḥ pratyuvāca ha
ihm antwortete Yadu darauf

{yadur uvāca: } anirdiṣṭā mayā bhikṣā brāhmaṇasya pratiśrutā / anapākṛtya tāṃ rājan na grahīṣyāmi te jarām // BrP_12.26 //

Yadu sprach: „Eine unbestimmte Gabe habe ich einem Brahmanen versprochen; ohne sie erfüllt zu haben, o König, werde ich dein Alter nicht annehmen.

Wort für Wort
anirdiṣṭā mayā bhikṣā
eine unbestimmte Gabe [ist] von mir
brāhmaṇasya pratiśrutā
einem Brahmanen versprochen
anapākṛtya tām rājan
ohne sie erfüllt zu haben, o König,
na grahīṣyāmi te jaram
werde ich dein Alter nicht annehmen

jarāyāṃ bahavo doṣāḥ pānabhojanakāritāḥ / tasmāj jarāṃ na te rājan grahītum aham utsahe // BrP_12.27 //

„Im Alter gibt es viele Mängel, hervorgerufen bei Trinken und Essen; deshalb, o König, bin ich nicht geneigt, dein Alter anzunehmen.

Wort für Wort
jarāyām bahavaḥ doṣāḥ
im Alter [gibt es] viele Mängel,
pānabhojanakāritāḥ
hervorgerufen bei Trinken und Essen
tasmāt jarām na te rājan
deshalb, o König, dein Alter nicht
grahītum aham utsahe
bin ich geneigt anzunehmen

santi te bahavaḥ putrā mattaḥ priyatarā nṛpa / pratigrahītuṃ dharmajña putram anyaṃ vṛṇīṣva vai // BrP_12.28 //

„Du hast viele Söhne, dir lieber als ich, o König; wähle einen anderen Sohn, o Kenner des Dharma, um es anzunehmen.“

Wort für Wort
santi te bahavaḥ putrāḥ
du hast viele Söhne,
mattaḥ priyatarāḥ nṛpa
dir lieber [als] ich, o König
pratigrahītum dharmajña
um es anzunehmen, o Kenner des Dharma,
putram anyam vṛṇīṣva vai
wähle einen anderen Sohn“

sa evam ukto yadunā rājā kopasamanvitaḥ / uvāca vadatāṃ śreṣṭho yayātir garhayan sutam // BrP_12.29 //

Er, so von Yadu angesprochen, der König, von Zorn erfüllt, sprach – Yayāti, der Beste der Redner, seinen Sohn tadelnd:

Wort für Wort
sa evam uktaḥ yadunā
er, so von Yadu angesprochen,
rājā kopasamanvitaḥ
der König, von Zorn erfüllt,
uvāca vadatām śreṣṭhaḥ
sprach, der Beste der Redner,
yayātiḥ garhayan sutam
Yayāti, seinen Sohn tadelnd

{yayātir uvāca: } ka āśramas tavānyo 'sti ko vā dharmo vidhīyate / mām anādṛtya durbuddhe yad ahaṃ tava deśikaḥ // BrP_12.30 //

Yayāti sprach: „Welches andere Lebensstadium hast du, oder welcher Dharma wird [dir sonst] vorgeschrieben, mich mißachtend, o Übelgesinnter, der ich doch dein Lehrer/Führer bin?“

Wort für Wort
kaḥ āśramaḥ tava anyaḥ asti
welches andere Lebensstadium hast du,
kaḥ vā dharmaḥ vidhīyate
oder welcher Dharma wird vorgeschrieben,
mām anādṛtya durbuddhe
mich mißachtend, o Übelgesinnter,
yat aham tava deśikaḥ
der ich doch dein Lehrer bin?“

evam uktvā yaduṃ viprāḥ śaśāpainaṃ sa manyumān / arājyā te prajā mūḍha bhavitrīti na saṃśayaḥ // BrP_12.31 //

Nachdem er dies zu Yadu gesagt hatte, o Brahmanen, verfluchte er, von Zorn erfüllt, ihn: „Deine Nachkommen, o Tor, werden ohne Königsherrschaft sein, ohne Zweifel.“

Wort für Wort
evam uktvā yadum viprāḥ
nachdem er dies zu Yadu gesagt hatte, o Brahmanen,
śaśāpa enam sa manyumān
verfluchte er ihn, von Zorn erfüllt,
arājyā te prajā mūḍha
„deine Nachkommen, o Tor, ohne Königsherrschaft
bhavitrī iti na saṃśayaḥ
werden sein, ohne Zweifel“

druhyaṃ ca turvasuṃ caivāpy anuṃ ca dvijasattamāḥ / evam evābravīd rājā pratyākhyātaś ca tair api // BrP_12.32 //

Und zu Druhyu, und ebenso auch zu Turvasu und zu Anu, o beste der Zweifachgeborenen, sprach der König ebenso, und wurde auch von ihnen zurückgewiesen.

Wort für Wort
druhyam ca turvasum ca eva
und zu Druhyu, und ebenso zu Turvasu,
api anum ca dvijasattamāḥ
und auch zu Anu, o beste der Zweifachgeborenen,
evam eva abravīt rājā
sprach der König ebenso
pratyākhyātaḥ ca taiḥ api
und wurde auch von ihnen zurückgewiesen

śaśāpa tān atikruddho yayātir aparājitaḥ / yathāvat kathitaṃ sarvaṃ mayāsya dvijasattamāḥ // BrP_12.33 //

Der unbesiegte Yayāti, sehr erzürnt, verfluchte sie; so ist alles dies von mir wahrheitsgemäß erzählt worden, o beste der Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
śaśāpa tān atikruddhaḥ
verfluchte sie, sehr erzürnt,
yayātiḥ aparājitaḥ
der unbesiegte Yayāti
yathāvat kathitam sarvam
so ist alles wahrheitsgemäß erzählt worden
mayā asya dvijasattamāḥ
von mir, o beste der Zweifachgeborenen

evaṃ śaptvā sutān sarvāṃś caturaḥ purupūrvajān / tad eva vacanaṃ rājā purum apy āha bho dvijāḥ // BrP_12.34 //

Nachdem er so alle vier Söhne, die älter waren als Puru, verflucht hatte, sprach der König dasselbe Wort auch zu Puru, o Zweifachgeborene:

Wort für Wort
evam śaptvā sutān sarvān
nachdem er so alle Söhne verflucht hatte
caturaḥ purupūrvajān
die vier, die älter waren als Puru
tat eva vacanam rājā
dasselbe Wort [sprach] der König
purum api āha bho dvijāḥ
auch zu Puru, o Zweifachgeborene

taruṇas tava rūpeṇa careyaṃ pṛthivīm imām / jarāṃ tvayi samādhāya tvaṃ puro yadi manyase // BrP_12.35 //

„Jugendlich, in deiner Gestalt, möchte ich diese Erde durchwandern, nachdem ich mein Alter auf dich übertragen habe, o Puru, wenn du einverstanden bist.“

Wort für Wort
taruṇaḥ tava rūpeṇa
jugendlich, in deiner Gestalt,
careyam pṛthivīm imām
möchte ich diese Erde durchwandern
jarām tvayi samādhāya
nachdem ich [mein] Alter auf dich übertragen habe
tvam puraḥ yadi manyase
o Puru, wenn du einverstanden bist“

sa jarāṃ pratijagrāha pituḥ puruḥ pratāpavān / yayātir api rūpeṇa puroḥ paryacaran mahīm // BrP_12.36 //

Der machtvolle Puru nahm das Alter seines Vaters an; und Yayāti durchwanderte, in Purus Gestalt, die Erde.

Wort für Wort
sa jarām pratijagrāha
er nahm das Alter an
pituḥ puruḥ pratāpavān
seines Vaters, der machtvolle Puru
yayātiḥ api rūpeṇa
und Yayāti, in [dessen] Gestalt,
puroḥ paryacaran mahīm
durchwanderte, in Purus [Gestalt], die Erde

sa mārgamāṇaḥ kāmānām antaṃ nṛpatisattamaḥ / viśvācyā sahito reme vane caitrarathe prabhuḥ // BrP_12.37 //

Er, der beste der Könige, das Ende der Begierden suchend, der Herr, ergötzte sich zusammen mit Viśvācī im Caitraratha-Wald.

Wort für Wort
sa mārgamāṇaḥ kāmānām
er, suchend, der Begierden
antam nṛpatisattamaḥ
das Ende, der beste der Könige,
viśvācyā sahitaḥ reme
zusammen mit Viśvācī ergötzte er sich
vane caitrarathe prabhuḥ
im Caitraratha-Wald, der Herr

yadā ca tṛptaḥ kāmeṣu bhogeṣu ca narādhipaḥ / tadā puroḥ sakāśād vai svāṃ jarāṃ pratyapadyata // BrP_12.38 //

Und als der Herrscher der Menschen an Begierden und Genüssen gesättigt war, da nahm er von Puru sein eigenes Alter zurück.

Wort für Wort
yadā ca tṛptaḥ kāmeṣu
und als [er] gesättigt war an Begierden
bhogeṣu ca narādhipaḥ
und Genüssen, der Herrscher der Menschen,
tadā puroḥ sakāśāt vai
da, von Puru,
svām jarām pratyapadyata
nahm er sein eigenes Alter zurück

yatra gāthā muniśreṣṭhā gītāḥ kila yayātinā / yābhiḥ pratyāharet kāmān sarvaśo 'ṅgāni kūrmavat // BrP_12.39 //

Wobei, o beste der Weisen, Verse von Yayāti gesungen wurden, mit denen man die Begierden gänzlich zurückziehen soll, wie eine Schildkröte ihre Glieder:

Wort für Wort
yatra gāthā muniśreṣṭhāḥ
wobei, o beste der Weisen, Verse
gītāḥ kila yayātinā
von Yayāti gesungen wurden
yābhiḥ pratyāharet kāmān
mit denen man die Begierden zurückziehen soll
sarvaśaḥ aṅgāni kūrmavat
gänzlich, wie eine Schildkröte [ihre] Glieder

na jātu kāmaḥ kāmānām upabhogena śāmyati / haviṣā kṛṣṇavartmeva bhūya evābhivardhate // BrP_12.40 //

„Niemals kommt die Begierde nach Begehrtem durch dessen Genuss zur Ruhe; wie das Feuer durch Opferschmalz wächst sie nur noch mehr.

Wort für Wort
na jātu kāmaḥ kāmānām
niemals [kommt] die Begierde nach Begehrtem
upabhogena śāmyati
durch [dessen] Genuss zur Ruhe
haviṣā kṛṣṇavartma iva
wie das Feuer (der "schwarze Pfad") durch Opferschmalz
bhūyaḥ eva abhivardhate
wächst sie nur noch mehr

yat pṛthivyāṃ vrīhiyavaṃ hiraṇyaṃ paśavaḥ striyaḥ / nālam ekasya tat sarvam iti kṛtvā na muhyati // BrP_12.41 //

„Was an Reis und Gerste, Gold, Vieh und Frauen auf der Erde ist – all das genügt nicht für einen Einzigen; wer dies erkennt, wird nicht [mehr] getäuscht.

Wort für Wort
yat pṛthivyām vrīhiyavam
was auf der Erde an Reis und Gerste,
hiraṇyam paśavaḥ striyaḥ
Gold, Vieh, Frauen [ist]
na alam ekasya tat sarvam
genügt nicht für einen Einzigen, all das
iti kṛtvā na muhyati
wer dies erkennt, wird nicht getäuscht

yadā bhāvaṃ na kurute sarvabhūteṣu pāpakam / karmaṇā manasā vācā brahma saṃpadyate tadā // BrP_12.42 //

„Wenn man gegenüber allen Wesen keine böse Gesinnung hegt, in Tat, in Gedanke, in Rede, dann gelangt man zum Brahman.

Wort für Wort
yadā bhāvam na kurute
wenn man keine Gesinnung hegt
sarvabhūteṣu pāpakam
gegenüber allen Wesen, eine böse,
karmaṇā manasā vācā
in Tat, in Gedanke, in Rede,
brahma saṃpadyate tadā
dann gelangt man zum Brahman

yadā tebhyo na bibheti yadā cāsmān na bibhyati / yadā necchati na dveṣṭi brahma saṃpadyate tadā // BrP_12.43 //

„Wenn man sich vor ihnen (den Wesen) nicht fürchtet, und wenn sie sich vor einem nicht fürchten, wenn man weder begehrt noch hasst, dann gelangt man zum Brahman.

Wort für Wort
yadā tebhyaḥ na bibheti
wenn man sich vor ihnen nicht fürchtet
yadā ca asmāt na bibhyati
und wenn sie sich vor einem nicht fürchten
yadā na icchati na dveṣṭi
wenn man weder begehrt noch hasst
brahma saṃpadyate tadā
dann gelangt man zum Brahman

yā dustyajā durmatibhir yā na jīryati jīryataḥ / yo 'sau prāṇāntiko rogaḥ tāṃ tṛṣṇāṃ tyajataḥ sukham // BrP_12.44 //

„Für den, der jenes Verlangen aufgibt – das für Übelgesinnte schwer aufzugeben ist, das nicht altert, auch wenn [der Mensch] altert, jene Krankheit, die erst mit dem [letzten] Atemzug endet – für den [gibt es] Glück.

Wort für Wort
yā dustyajā durmatibhiḥ
welches [Verlangen], schwer aufzugeben für Übelgesinnte,
yā na jīryati jīryataḥ
welches nicht altert, auch wenn [man] altert,
yaḥ asau prāṇāntikaḥ rogaḥ
jene Krankheit, die mit dem [letzten] Atem endet,
tām tṛṣṇām tyajataḥ sukham
für den, der jenes Verlangen aufgibt, [gibt es] Glück

jīryanti jīryataḥ keśā dantā jīryanti jīryataḥ / dhanāśā jīvitāśā ca jīryato 'pi na jīryati // BrP_12.45 //

„Es altern die Haare des Alternden, es altern die Zähne des Alternden; [doch] die Gier nach Reichtum und die Gier nach Leben altert auch bei dem Alternden nicht.

Wort für Wort
jīryanti jīryataḥ keśāḥ
es altern die Haare des Alternden
dantāḥ jīryanti jīryataḥ
es altern die Zähne des Alternden
dhanāśā jīvitāśā ca
die Gier nach Reichtum und die Gier nach Leben
jīryataḥ api na jīryati
altert auch bei dem Alternden nicht

yac ca kāmasukhaṃ loke yac ca divyaṃ mahat sukham / tṛṣṇākṣayasukhasyaite nārhanti ṣoḍaśīṃ kalām // BrP_12.46 //

„Und was an Genusslust in der Welt ist, und was an großem himmlischen Glück – diese sind nicht wert ein Sechzehntel des Glücks der Erlöschung des Verlangens.“

Wort für Wort
yat ca kāmasukham loke
und was an Genusslust in der Welt [ist]
yat ca divyam mahat sukham
und was an großem himmlischen Glück
tṛṣṇākṣayasukhasya ete
diese, des Glücks der Erlöschung des Verlangens,
na arhanti ṣoḍaśīm kalām
sind nicht wert ein Sechzehntel“

evam uktvā sa rājarṣiḥ sadāraḥ prāviśad vanam / kālena mahatā cāyaṃ cacāra vipulaṃ tapaḥ // BrP_12.47 //

Nachdem er dies gesagt hatte, betrat jener königliche Weise, mit seinen Gattinnen, den Wald; und über eine lange Zeit übte er umfassende Askese.

Wort für Wort
evam uktvā sa rājarṣiḥ
nachdem er dies gesagt hatte, jener königliche Weise,
sadāraḥ prāviśat vanam
betrat er, mit [seinen] Gattinnen, den Wald
kālena mahatā ca ayam
und über eine lange Zeit, dieser,
cacāra vipulam tapaḥ
übte er umfassende Askese

bhṛgutuṅge gatiṃ prāpa tapaso 'nte mahāyaśāḥ / anaśnan deham utsṛjya sadāraḥ svargam āptavān // BrP_12.48 //

Auf der Bhṛgu-Höhe erlangte der hochberühmte am Ende seiner Askese sein Ziel; nicht essend, seinen Leib aufgebend, erlangte er, mit seinen Gattinnen, den Himmel.

Wort für Wort
bhṛgutuṅge gatim prāpa
auf der Bhṛgu-Höhe erlangte er [sein] Ziel
tapasaḥ ante mahāyaśāḥ
am Ende der Askese, der hochberühmte
anaśnan deham utsṛjya
nicht essend, den Leib aufgebend,
sadāraḥ svargam āptavān
erlangte er, mit [seinen] Gattinnen, den Himmel

tasya vaṃśe muniśreṣṭhāḥ pañca rājarṣisattamāḥ / yair vyāptā pṛthivī sarvā sūryasyeva gabhastibhiḥ // BrP_12.49 //

In seinem Geschlecht, o beste der Weisen, [gab es] fünf höchst vorzügliche königliche Weise, durch die die ganze Erde durchdrungen wurde, wie von den Strahlen der Sonne.

Wort für Wort
tasya vaṃśe muniśreṣṭhāḥ
in seinem Geschlecht, o beste der Weisen,
pañca rājarṣisattamāḥ
[gab es] fünf höchst vorzügliche königliche Weise
yaiḥ vyāptā pṛthivī sarvā
durch die die ganze Erde durchdrungen wurde
sūryasya iva gabhastibhiḥ
wie von den Strahlen der Sonne

yados tu vaṃśaṃ vakṣyāmi śṛṇudhvaṃ rājasatkṛtam / yatra nārāyaṇo jajñe harir vṛṣṇikulodvahaḥ // BrP_12.50 //

Das Geschlecht des Yadu aber werde ich verkünden – hört, [es ist] von Königen verehrt –, in dem Nārāyaṇa, Hari, der Träger des Vṛṣṇi-Geschlechts, geboren wurde.

Wort für Wort
yadoḥ tu vaṃśam vakṣyāmi
das Geschlecht des Yadu aber werde ich verkünden
śṛṇudhvam rājasatkṛtam
hört, [es ist] von Königen verehrt
yatra nārāyaṇaḥ jajñe
in dem Nārāyaṇa geboren wurde
hariḥ vṛṣṇikulodvahaḥ
Hari, der Träger des Vṛṣṇi-Geschlechts

Überleitung zu Kapitel 13 (Yadu-Genealogie, in der später Kṛṣṇa/Nārāyaṇa als Vṛṣṇi geboren wird).

susthaḥ prajāvān āyuṣmān kīrtimāṃś ca bhaven naraḥ / yayāticaritaṃ nityam idaṃ śṛṇvan dvijottamāḥ // BrP_12.51 //

Wohlgesinnt, mit Nachkommenschaft gesegnet, langlebig und ruhmreich wird der Mensch, der beständig diese Erzählung von Yayātis Wandel hört, o beste der Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
susthaḥ prajāvān āyuṣmān
wohlgesinnt, mit Nachkommenschaft gesegnet, langlebig,
kīrtimān ca bhavet naraḥ
und ruhmreich wird der Mensch
yayāticaritam nityam idam
diese Erzählung von Yayātis Wandel beständig
śṛṇvan dvijottamāḥ
hörend, o beste der Zweifachgeborenen

Phalaśruti (Hörfrucht) zum Abschluss des Yayāti-Kapitels.

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