Kapitel 102: Vindhyavṛttāntaḥ - Kāleyavadhopakramaḥ
Die Geschichte vom Vindhya-Berg - Vorbereitung von Kāleyas Vernichtung
Auf Yudhiṣṭhiras Nachfrage erzählt Lomaśa, warum der Berg Vindhya nicht mehr wächst: Aus Neid darauf, dass die Sonne nur um den Meru kreist, wollte der zornige Vindhya den Lauf von Sonne und Mond versperren; die Götter baten Agastya um Hilfe, der Vindhya überredete, mit dem Wachsen zu warten, bis er von einer Reise in den Süden zurückkehre - eine Rückkehr, die bis heute ausbleibt. Danach kehrt Lomaśa zur Haupterzählung zurück: Die Götter bitten Agastya, den Ozean auszutrinken, damit sie die darin verborgenen Kāleyas vernichten können; Agastya willigt ein, und alle - Götter, Weise, Gandharvas, Schlangenwesen und Menschen - ziehen zum großen Ozean.
taṃ tu dṛṣṭvā tathā vindhyaḥ śailaḥ sūryam athābravīt yathā hi merur bhavatā nityaśaḥ parigamyate pradakṣiṇaṃ ca kriyate mām evaṃ kuru bhāskara
Als er dies sah, sprach der Berg Vindhya zur Sonne: 'So wie der Meru von dir beständig umwandelt wird, und die Umwandlung im Uhrzeigersinn vollzogen wird - tue dies auch mit mir, o Sonnengott.'
Wort für Wort
taṃ tu dṛṣṭvā tathā vindhyaḥ śailaḥ sūryam athābravīt yathā hi merur bhavatā nityaśaḥ parigamyate pradakṣiṇaṃ ca kriyate mām evaṃ kuru bhāskara
Als er dies sah, sprach der Berg Vindhya zur Sonne: 'So wie der Meru von dir beständig umwandelt wird, und die Umwandlung im Uhrzeigersinn vollzogen wird - tue dies auch mit mir, o Sonnengott.'
So angesprochen, erwiderte die Sonne dem Bergkönig: 'Nicht aus eigenem Willen, o Berg, vollziehe ich diese Umwandlung; dieser Weg wurde mir von dem vorgeschrieben, von dem diese Welt geschaffen wurde.'
So angesprochen, erwiderte die Sonne dem Bergkönig: 'Nicht aus eigenem Willen, o Berg, vollziehe ich diese Umwandlung; dieser Weg wurde mir von dem vorgeschrieben, von dem diese Welt geschaffen wurde.'
tato devāḥ sahitāḥ sarva eva sendrāḥ samāgamya mahādrirājam nivārayām āsur upāyatas taṃ na ca sma teṣāṃ vacanaṃ cakāra
Da versammelten sich alle Götter, mit Indra vereint, näherten sich dem großen Bergkönig und versuchten, ihn mit List zurückzuhalten; doch er befolgte ihr Wort nicht.
Wort für Wort
tato devāḥ sahitāḥ sarva eva sendrāḥ samāgamya mahādrirājam nivārayām āsur upāyatas taṃ na ca sma teṣāṃ vacanaṃ cakāra
Da versammelten sich alle Götter, mit Indra vereint, näherten sich dem großen Bergkönig und versuchten, ihn mit List zurückzuhalten; doch er befolgte ihr Wort nicht.
Da gingen sie zu dem in seiner Einsiedelei weilenden Weisen, dem Asketen, dem besten der Pflichterfüllenden, Agastya, von überaus wunderbarer, leuchtender Tatkraft, und die versammelten Götter trugen ihm die Angelegenheit vor:
Da gingen sie zu dem in seiner Einsiedelei weilenden Weisen, dem Asketen, dem besten der Pflichterfüllenden, Agastya, von überaus wunderbarer, leuchtender Tatkraft, und die versammelten Götter trugen ihm die Angelegenheit vor:
Die Götter sprachen: 'Den Weg von Sonne und Mond, und ebenso den Lauf der Gestirne, versperrt dieser Bergkönig Vindhya, der Macht des Zorns unterworfen.
Die Götter sprachen: 'Den Weg von Sonne und Mond, und ebenso den Lauf der Gestirne, versperrt dieser Bergkönig Vindhya, der Macht des Zorns unterworfen.
Lomaśa sprach: Nachdem er dieses Wort der Götter vernommen hatte, ging der Brahmane zu dem Berg; er trat zu Vindhya, zusammen mit seiner Gattin, und sprach:
Lomaśa sprach: Nachdem er dieses Wort der Götter vernommen hatte, ging der Brahmane zu dem Berg; er trat zu Vindhya, zusammen mit seiner Gattin, und sprach:
evaṃ sa samayaṃ kṛtvā vindhyenāmitrakarśana adyāpi dakṣiṇād deśād vāruṇir na nivartate
Nachdem er so mit Vindhya eine Abmachung getroffen hatte, o Bezwinger der Feinde, kehrt der Sohn des Varuṇa bis heute aus dem südlichen Land nicht zurück.
Wort für Wort
evaṃ sa samayaṃ kṛtvā vindhyenāmitrakarśana adyāpi dakṣiṇād deśād vāruṇir na nivartate
Nachdem er so mit Vindhya eine Abmachung getroffen hatte, o Bezwinger der Feinde, kehrt der Sohn des Varuṇa bis heute aus dem südlichen Land nicht zurück.
kāleyās tu yathā rājan suraiḥ sarvair niṣūditāḥ agastyād varam āsādya tan me nigadataḥ śṛṇu
Wie aber die Kāleyas von allen Göttern vernichtet wurden, nachdem sie von Agastya die Gabe erlangt hatten, das höre nun von mir, wie ich es erzähle, o König.
Wort für Wort
kāleyās tu yathā rājan suraiḥ sarvair niṣūditāḥ agastyād varam āsādya tan me nigadataḥ śṛṇu
Wie aber die Kāleyas von allen Göttern vernichtet wurden, nachdem sie von Agastya die Gabe erlangt hatten, das höre nun von mir, wie ich es erzähle, o König.
tridaśānāṃ vacaḥ śrutvā maitrāvaruṇir abravīt kimartham abhiyātāḥ stha varaṃ mattaḥ kim icchatha evam uktās tatas tena devās taṃ munim abruvan
Nachdem er der Dreißig Götter Wort vernommen hatte, sprach der Sohn von Mitra und Varuṇa: 'Weshalb seid ihr hergekommen? Welche Gabe wünscht ihr von mir?' So angesprochen, sprachen da die Götter zu jenem Weisen:
Wort für Wort
tridaśānāṃ vacaḥ śrutvā maitrāvaruṇir abravīt kimartham abhiyātāḥ stha varaṃ mattaḥ kim icchatha evam uktās tatas tena devās taṃ munim abruvan
Nachdem er der Dreißig Götter Wort vernommen hatte, sprach der Sohn von Mitra und Varuṇa: 'Weshalb seid ihr hergekommen? Welche Gabe wünscht ihr von mir?' So angesprochen, sprachen da die Götter zu jenem Weisen:
'So wünschen wir es von dir getan, großer Weiser: dass der große Ozean ausgetrunken werde, Hochgesinnter; dann werden wir jene Kāleya genannten, den Göttern feindlichen Dämonen samt ihrem Gefolge töten.'
'So wünschen wir es von dir getan, großer Weiser: dass der große Ozean ausgetrunken werde, Hochgesinnter; dann werden wir jene Kāleya genannten, den Göttern feindlichen Dämonen samt ihrem Gefolge töten.'
evam uktvā tato 'gacchat samudraṃ saritāṃ patim ṛṣibhiś ca tapaḥsiddhaiḥ sārdhaṃ devaiś ca suvrataḥ
Nachdem er so gesprochen hatte, ging er, der Tugendreiche, zum Ozean, dem Herrn der Flüsse, zusammen mit den durch Buße vollendeten Weisen und den Göttern.
Wort für Wort
evam uktvā tato 'gacchat samudraṃ saritāṃ patim ṛṣibhiś ca tapaḥsiddhaiḥ sārdhaṃ devaiś ca suvrataḥ
Nachdem er so gesprochen hatte, ging er, der Tugendreiche, zum Ozean, dem Herrn der Flüsse, zusammen mit den durch Buße vollendeten Weisen und den Göttern.