Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 3: Sūryāṣṭottaraśatanāmastotram Dhaumyas Lehre von der nährenden Sonne und der Hymnus der hundertacht Namen der Sonne

Dhaumya erklärt Yudhiṣṭhira die Theologie der Sonne als Ernährerin aller Wesen (durch Pflanzen und Jahreszeiten) und verweist auf frühere Herrscher, die durch Askese ihre Untertanen retteten. Yudhiṣṭhira übt daraufhin Askese am Gaṅgā-Ufer. Auf Janamejayas Frage rezitiert Vaiśaṃpāyana den vollständigen, von Śakra über Nārada und Dhaumya überlieferten Hymnus der 108 Namen der Sonne (Sūrya-nāmāṣṭaśata), gefolgt von einer Verheißung des Segens, den seine tägliche Rezitation bei Sonnenaufgang bringt.

vaiśaṃpāyana uvāca śaunakenaivam uktas tu kuntīputro yudhiṣṭhiraḥ purohitam upāgamya bhrātṛmadhye 'bravīd idam

Vaiśaṃpāyana sprach: Von Śaunaka so angesprochen, trat Yudhiṣṭhira, der Sohn der Kuntī, zu seinem Hauspriester und sagte inmitten seiner Brüder dies:

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca śaunakenaivam uktas tu kuntīputro yudhiṣṭhiraḥ purohitam upāgamya bhrātṛmadhye 'bravīd idam
Vaiśaṃpāyana sprach: Von Śaunaka so angesprochen, trat Yudhiṣṭhira, der Sohn der Kuntī, zu seinem Hauspriester und sagte inmitten seiner Brüder dies:

prasthitaṃ mānuyāntīme brāhmaṇā vedapāragāḥ na cāsmi pālane śakto bahuduḥkhasamanvitaḥ

„Diese Brahmanen, die Kenner der Veden, folgen mir auf meinem Weg; doch ich, von vielem Leid bedrängt, bin nicht imstande, sie zu versorgen.

Wort für Wort
prasthitaṃ mānuyāntīme brāhmaṇā vedapāragāḥ na cāsmi pālane śakto bahuduḥkhasamanvitaḥ
„Diese Brahmanen, die Kenner der Veden, folgen mir auf meinem Weg; doch ich, von vielem Leid bedrängt, bin nicht imstande, sie zu versorgen.

parityaktuṃ na śaknomi dānaśaktiś ca nāsti me katham atra mayā kāryaṃ bhagavāṃs tad bravītu me

Verlassen kann ich sie nicht, doch die Kraft zum Schenken habe ich nicht. Was soll ich hier tun? Der Erhabene möge es mir sagen.“

Wort für Wort
parityaktuṃ na śaknomi dānaśaktiś ca nāsti me katham atra mayā kāryaṃ bhagavāṃs tad bravītu me
Verlassen kann ich sie nicht, doch die Kraft zum Schenken habe ich nicht. Was soll ich hier tun? Der Erhabene möge es mir sagen.“

muhūrtam iva sa dhyātvā dharmeṇānviṣya tāṃ gatim yudhiṣṭhiram uvācedaṃ dhaumyo dharmabhṛtāṃ varaḥ

Nachdem er einen Augenblick nachgedacht und mit Bedacht auf den rechten Weg gesonnen hatte, sprach Dhaumya, der Beste der Rechtschaffenen, zu Yudhiṣṭhira dies:

Wort für Wort
muhūrtam iva sa dhyātvā dharmeṇānviṣya tāṃ gatim yudhiṣṭhiram uvācedaṃ dhaumyo dharmabhṛtāṃ varaḥ
Nachdem er einen Augenblick nachgedacht und mit Bedacht auf den rechten Weg gesonnen hatte, sprach Dhaumya, der Beste der Rechtschaffenen, zu Yudhiṣṭhira dies:

purā sṛṣṭāni bhūtāni pīḍyante kṣudhayā bhṛśam tato 'nukampayā teṣāṃ savitā svapitā iva

„Einst, als die Geschöpfe erschaffen waren, wurden sie heftig vom Hunger gequält; da half ihnen aus Mitleid Savitṛ, die Sonne, wie ihr eigener Vater.

Wort für Wort
purā sṛṣṭāni bhūtāni pīḍyante kṣudhayā bhṛśam tato 'nukampayā teṣāṃ savitā svapitā iva
„Einst, als die Geschöpfe erschaffen waren, wurden sie heftig vom Hunger gequält; da half ihnen aus Mitleid Savitṛ, die Sonne, wie ihr eigener Vater.

[Anm.: „svapitā iva“, wörtlich “wie ihr eigener Vater“ - die genaue syntaktische Beziehung dieses Halbverses zum vorangehenden ist im Sanskrit knapp und leicht mehrdeutig; die Übersetzung folgt der naheliegendsten Lesart.]

gatvottarāyaṇaṃ tejorasān uddhṛtya raśmibhiḥ dakṣiṇāyanam āvṛtto mahīṃ niviśate raviḥ

Nachdem sie zur nördlichen Sonnenwende gegangen ist und mit ihren Strahlen die feurigen Säfte heraufgezogen hat, kehrt die Sonne zur südlichen Sonnenwende zurück und dringt in die Erde ein.

Wort für Wort
gatvottarāyaṇaṃ tejorasān uddhṛtya raśmibhiḥ dakṣiṇāyanam āvṛtto mahīṃ niviśate raviḥ
Nachdem sie zur nördlichen Sonnenwende gegangen ist und mit ihren Strahlen die feurigen Säfte heraufgezogen hat, kehrt die Sonne zur südlichen Sonnenwende zurück und dringt in die Erde ein.

kṣetrabhūte tatas tasminn oṣadhīr oṣadhīpatiḥ divas tejaḥ samuddhṛtya janayām āsa vāriṇā

In jenem [Erdreich], das zum Ackerfeld geworden ist, erzeugte darauf der Herr der Kräuter [der Mond], nachdem er die Glut des Himmels heraufgezogen hatte, mittels Wasser die Heilkräuter.

Wort für Wort
kṣetrabhūte tatas tasminn oṣadhīr oṣadhīpatiḥ divas tejaḥ samuddhṛtya janayām āsa vāriṇā
In jenem [Erdreich], das zum Ackerfeld geworden ist, erzeugte darauf der Herr der Kräuter [der Mond], nachdem er die Glut des Himmels heraufgezogen hatte, mittels Wasser die Heilkräuter.

niṣiktaś candratejobhiḥ sūyate bhūgato raviḥ oṣadhyaḥ ṣaḍrasā medhyās tadannaṃ prāṇināṃ bhuvi

Benetzt von den Kräften des Mondlichts, wird, während die Sonne in die Erde eingegangen ist, [dies] hervorgebracht: die Kräuter mit den sechs Geschmacksrichtungen, rein - das ist die Speise der Lebewesen auf Erden.

Wort für Wort
niṣiktaś candratejobhiḥ sūyate bhūgato raviḥ oṣadhyaḥ ṣaḍrasā medhyās tadannaṃ prāṇināṃ bhuvi
Benetzt von den Kräften des Mondlichts, wird, während die Sonne in die Erde eingegangen ist, [dies] hervorgebracht: die Kräuter mit den sechs Geschmacksrichtungen, rein - das ist die Speise der Lebewesen auf Erden.

[Anm.: Der Vers verknüpft in knapper Bildsprache Sonnen- und Mondkraft als gemeinsamen Ursprung der Pflanzennahrung; die Satzfügung ist im Sanskrit verdichtet.]

evaṃ bhānumayaṃ hy annaṃ bhūtānāṃ prāṇadhāraṇam pitaiṣa sarvabhūtānāṃ tasmāt taṃ śaraṇaṃ vraja

So besteht die lebenserhaltende Speise der Geschöpfe aus dem Wesen der Sonne; sie ist der Vater aller Wesen - darum nimm Zuflucht bei ihr.

Wort für Wort
evaṃ bhānumayaṃ hy annaṃ bhūtānāṃ prāṇadhāraṇam pitaiṣa sarvabhūtānāṃ tasmāt taṃ śaraṇaṃ vraja
So besteht die lebenserhaltende Speise der Geschöpfe aus dem Wesen der Sonne; sie ist der Vater aller Wesen - darum nimm Zuflucht bei ihr.

rājāno hi mahātmāno yonikarmaviśodhitāḥ uddharanti prajāḥ sarvās tapa āsthāya puṣkalam

Denn hochherzige Könige, geläutert durch Herkunft und Tat, erretten alle ihre Untertanen, indem sie sich reichlicher Askese hingeben.

Wort für Wort
rājāno hi mahātmāno yonikarmaviśodhitāḥ uddharanti prajāḥ sarvās tapa āsthāya puṣkalam
Denn hochherzige Könige, geläutert durch Herkunft und Tat, erretten alle ihre Untertanen, indem sie sich reichlicher Askese hingeben.

bhīmena kārtavīryeṇa vainyena nahuṣeṇa ca tapoyogasamādhisthair uddhṛtā hy āpadaḥ prajāḥ

Durch Bhīma, durch Kārtavīrya, durch den Sohn der Venā [Pṛthu] und durch Nahuṣa, die in Askese, Yoga und Versenkung standen, wurden die Untertanen aus der Not errettet.

Wort für Wort
bhīmena kārtavīryeṇa vainyena nahuṣeṇa ca tapoyogasamādhisthair uddhṛtā hy āpadaḥ prajāḥ
Durch Bhīma, durch Kārtavīrya, durch den Sohn der Venā [Pṛthu] und durch Nahuṣa, die in Askese, Yoga und Versenkung standen, wurden die Untertanen aus der Not errettet.

[Anm.: Der hier genannte König „Bhīma“ ist eine legendäre Herrschergestalt und nicht mit dem Pāṇḍava-Bruder Bhīma zu verwechseln.]

tathā tvam api dharmātman karmaṇā ca viśodhitaḥ tapa āsthāya dharmeṇa dvijātīn bhara bhārata

So sollst auch du, Rechtschaffener, durch deine Tat geläutert, dich der Askese hingeben und, o Bhārata, gemäß dem Recht die Zweifachgeborenen versorgen.“

Wort für Wort
tathā tvam api dharmātman karmaṇā ca viśodhitaḥ tapa āsthāya dharmeṇa dvijātīn bhara bhārata
So sollst auch du, Rechtschaffener, durch deine Tat geläutert, dich der Askese hingeben und, o Bhārata, gemäß dem Recht die Zweifachgeborenen versorgen.“

evam uktas tu dhaumyena tat kālasadṛśaṃ vacaḥ dharmarājo viśuddhātmā tapa ātiṣṭhad uttamam

So von Dhaumya mit diesem der Zeit gemäßen Wort angesprochen, ergab sich der reinen Seele Dharmarāja der höchsten Askese.

Wort für Wort
evam uktas tu dhaumyena tat kālasadṛśaṃ vacaḥ dharmarājo viśuddhātmā tapa ātiṣṭhad uttamam
So von Dhaumya mit diesem der Zeit gemäßen Wort angesprochen, ergab sich der reinen Seele Dharmarāja der höchsten Askese.

puṣpopahārair balibhir arcayitvā divākaram yogam āsthāya dharmātmā vāyubhakṣo jitendriyaḥ gāṅgeyaṃ vāry upaspṛṣya prāṇāyāmena tasthivān

Nachdem er die Sonne mit Blumenopfern und Opfergaben verehrt hatte, verharrte der Rechtschaffene, dem Yoga hingegeben, nur von Luft lebend, seine Sinne bezwungen, im Wasser der Gaṅgā stehend, in Atemzurückhaltung.

Wort für Wort
puṣpopahārair balibhir arcayitvā divākaram yogam āsthāya dharmātmā vāyubhakṣo jitendriyaḥ gāṅgeyaṃ vāry upaspṛṣya prāṇāyāmena tasthivān
Nachdem er die Sonne mit Blumenopfern und Opfergaben verehrt hatte, verharrte der Rechtschaffene, dem Yoga hingegeben, nur von Luft lebend, seine Sinne bezwungen, im Wasser der Gaṅgā stehend, in Atemzurückhaltung.

janamejaya uvāca kathaṃ kurūṇām ṛṣabhaḥ sa tu rājā yudhiṣṭhiraḥ viprārtham ārādhitavān sūryam adbhutavikramam

Janamejaya sprach: „Wie hat jener Stier der Kurus, König Yudhiṣṭhira, um der Brahmanen willen die Sonne mit ihrer wunderbaren Kraft verehrt?“

Wort für Wort
janamejaya uvāca kathaṃ kurūṇām ṛṣabhaḥ sa tu rājā yudhiṣṭhiraḥ viprārtham ārādhitavān sūryam adbhutavikramam
Janamejaya sprach: „Wie hat jener Stier der Kurus, König Yudhiṣṭhira, um der Brahmanen willen die Sonne mit ihrer wunderbaren Kraft verehrt?“

vaiśaṃpāyana uvāca śṛṇuṣvāvahito rājañ śucir bhūtvā samāhitaḥ kṣaṇaṃ ca kuru rājendra sarvaṃ vakṣyāmy aśeṣataḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: „Höre aufmerksam zu, o König, werde rein und gesammelt, und nimm dir einen Augenblick Zeit, o Herrscher der Könige - ich werde alles vollständig erzählen.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca śṛṇuṣvāvahito rājañ śucir bhūtvā samāhitaḥ kṣaṇaṃ ca kuru rājendra sarvaṃ vakṣyāmy aśeṣataḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: „Höre aufmerksam zu, o König, werde rein und gesammelt, und nimm dir einen Augenblick Zeit, o Herrscher der Könige - ich werde alles vollständig erzählen.

dhaumyena tu yatha proktaṃ pārthāya sumahātmane nāmnām aṣṭaśataṃ puṇyaṃ tac chṛṇuṣva mahāmate

So wie es von Dhaumya dem hochherzigen Sohn der Pṛthā verkündet wurde - die heiligen hundertacht Namen -, so höre sie, o Hochgesinnter.“

Wort für Wort
dhaumyena tu yatha proktaṃ pārthāya sumahātmane nāmnām aṣṭaśataṃ puṇyaṃ tac chṛṇuṣva mahāmate
So wie es von Dhaumya dem hochherzigen Sohn der Pṛthā verkündet wurde - die heiligen hundertacht Namen -, so höre sie, o Hochgesinnter.“

sūryo 'ryamā bhagas tvaṣṭā pūṣārkaḥ savitā raviḥ gabhastimān ajaḥ kālo mṛtyur dhātā prabhākaraḥ

„Sūrya, Aryaman, Bhaga, Tvaṣṭṛ, Pūṣan, Arka, Savitṛ, Ravi, Gabhastimant [der Strahlenreiche], Aja [der Ungeborene], Kāla [die Zeit], Mṛtyu [der Tod], Dhātṛ [der Ordner], Prabhākara [der Lichtbringer],

Wort für Wort
sūryo 'ryamā bhagas tvaṣṭā pūṣārkaḥ savitā raviḥ gabhastimān ajaḥ kālo mṛtyur dhātā prabhākaraḥ
„Sūrya, Aryaman, Bhaga, Tvaṣṭṛ, Pūṣan, Arka, Savitṛ, Ravi, Gabhastimant [der Strahlenreiche], Aja [der Ungeborene], Kāla [die Zeit], Mṛtyu [der Tod], Dhātṛ [der Ordner], Prabhākara [der Lichtbringer],

pṛthivy āpaś ca tejaś ca khaṃ vāyuś ca parāyaṇam somo bṛhaspatiḥ śukro budho 'ṅgāraka eva ca

Erde, Wasser und Glut, Raum und Wind, der höchste Zufluchtsort, Soma, Bṛhaspati, Śukra, Budha und auch Aṅgāraka [Mars],

Wort für Wort
pṛthivy āpaś ca tejaś ca khaṃ vāyuś ca parāyaṇam somo bṛhaspatiḥ śukro budho 'ṅgāraka eva ca
Erde, Wasser und Glut, Raum und Wind, der höchste Zufluchtsort, Soma, Bṛhaspati, Śukra, Budha und auch Aṅgāraka [Mars],

indro vivasvān dīptāṃśuḥ śuciḥ śauriḥ śanaiścaraḥ brahmā viṣṇuś ca rudraś ca skando vaiśravaṇo yamaḥ

Indra, Vivasvant, der Strahlendstrahlige, der Reine, Śauri, Śanaiścara [Saturn], Brahmā, Viṣṇu und Rudra, Skanda, Vaiśravaṇa, Yama,

Wort für Wort
indro vivasvān dīptāṃśuḥ śuciḥ śauriḥ śanaiścaraḥ brahmā viṣṇuś ca rudraś ca skando vaiśravaṇo yamaḥ
Indra, Vivasvant, der Strahlendstrahlige, der Reine, Śauri, Śanaiścara [Saturn], Brahmā, Viṣṇu und Rudra, Skanda, Vaiśravaṇa, Yama,

vaidyuto jāṭharaś cāgnir aindhanas tejasāṃ patiḥ dharmadhvajo vedakartā vedāṅgo vedavāhanaḥ

das Blitzfeuer, das Verdauungsfeuer und das gewöhnliche Feuer, der aus Brennstoff Entstehende, der Herr der Glutkräfte, das Banner des Rechts, der Schöpfer der Veden, der die Vedenglieder Umfassende, der Träger der Veden,

Wort für Wort
vaidyuto jāṭharaś cāgnir aindhanas tejasāṃ patiḥ dharmadhvajo vedakartā vedāṅgo vedavāhanaḥ
das Blitzfeuer, das Verdauungsfeuer und das gewöhnliche Feuer, der aus Brennstoff Entstehende, der Herr der Glutkräfte, das Banner des Rechts, der Schöpfer der Veden, der die Vedenglieder Umfassende, der Träger der Veden,

kṛtaṃ tretā dvāparaś ca kaliḥ sarvāmarāśrayaḥ kalā kāṣṭhā muhūrtāś ca pakṣā māsā ṛtus tathā

Kṛta, Tretā, Dvāpara und Kali [die vier Weltzeitalter], die Zuflucht aller Unsterblichen, Kalā, Kāṣṭhā und Muhūrta [die feinen Zeitmaße], die Monatshälften, die Monate und ebenso die Jahreszeiten,

Wort für Wort
kṛtaṃ tretā dvāparaś ca kaliḥ sarvāmarāśrayaḥ kalā kāṣṭhā muhūrtāś ca pakṣā māsā ṛtus tathā
Kṛta, Tretā, Dvāpara und Kali [die vier Weltzeitalter], die Zuflucht aller Unsterblichen, Kalā, Kāṣṭhā und Muhūrta [die feinen Zeitmaße], die Monatshälften, die Monate und ebenso die Jahreszeiten,

saṃvatsarakaro 'śvatthaḥ kālacakro vibhāvasuḥ puruṣaḥ śāśvato yogī vyaktāvyaktaḥ sanātanaḥ

der Schöpfer des Jahres, der heilige Feigenbaum, das Rad der Zeit, Vibhāvasu, der Puruṣa, der Ewige, der Yogin, der Offenbare und Unoffenbare, der Immerwährende,

Wort für Wort
saṃvatsarakaro 'śvatthaḥ kālacakro vibhāvasuḥ puruṣaḥ śāśvato yogī vyaktāvyaktaḥ sanātanaḥ
der Schöpfer des Jahres, der heilige Feigenbaum, das Rad der Zeit, Vibhāvasu, der Puruṣa, der Ewige, der Yogin, der Offenbare und Unoffenbare, der Immerwährende,

lokādhyakṣaḥ prajādhyakṣo viśvakarmā tamonudaḥ varuṇaḥ sāgaro 'ṃśuś ca jīmūto jīvano 'rihā

der Aufseher der Welten, der Aufseher der Geschöpfe, der Allschöpfer, der Vertreiber der Finsternis, Varuṇa, der Ozean, der Lichtstrahl, die Wolke, der Lebenspender, der Feindetöter,

Wort für Wort
lokādhyakṣaḥ prajādhyakṣo viśvakarmā tamonudaḥ varuṇaḥ sāgaro 'ṃśuś ca jīmūto jīvano 'rihā
der Aufseher der Welten, der Aufseher der Geschöpfe, der Allschöpfer, der Vertreiber der Finsternis, Varuṇa, der Ozean, der Lichtstrahl, die Wolke, der Lebenspender, der Feindetöter,

bhūtāśrayo bhūtapatiḥ sarvabhūtaniṣevitaḥ maṇiḥ suvarṇo bhūtādiḥ kāmadaḥ sarvatomukhaḥ

die Zuflucht der Wesen, der Herr der Wesen, der von allen Wesen Verehrte, das Juwel, der Goldglänzende, der Anfang der Wesen, der Wunscherfüller, der nach allen Seiten Gewandte,

Wort für Wort
bhūtāśrayo bhūtapatiḥ sarvabhūtaniṣevitaḥ maṇiḥ suvarṇo bhūtādiḥ kāmadaḥ sarvatomukhaḥ
die Zuflucht der Wesen, der Herr der Wesen, der von allen Wesen Verehrte, das Juwel, der Goldglänzende, der Anfang der Wesen, der Wunscherfüller, der nach allen Seiten Gewandte,

jayo viśālo varadaḥ śīghragaḥ prāṇadhāraṇaḥ dhanvantarir dhūmaketur ādidevo 'diteḥ sutaḥ

der Sieg, der Erhabene, der Segenspender, der Schnelldahineilende, der Lebenserhalter, Dhanvantari, Dhūmaketu [der Komet], der Urgott, der Sohn der Aditi,

Wort für Wort
jayo viśālo varadaḥ śīghragaḥ prāṇadhāraṇaḥ dhanvantarir dhūmaketur ādidevo 'diteḥ sutaḥ
der Sieg, der Erhabene, der Segenspender, der Schnelldahineilende, der Lebenserhalter, Dhanvantari, Dhūmaketu [der Komet], der Urgott, der Sohn der Aditi,

dvādaśātmāravindākṣaḥ pitā mātā pitāmahaḥ svargadvāraṃ prajādvāraṃ mokṣadvāraṃ triviṣṭapam

der Zwölfgestaltige, der Lotusäugige, Vater, Mutter, Großvater, das Tor zum Himmel, das Tor zu den Geschöpfen, das Tor zur Erlösung, der dreifache Himmel,

Wort für Wort
dvādaśātmāravindākṣaḥ pitā mātā pitāmahaḥ svargadvāraṃ prajādvāraṃ mokṣadvāraṃ triviṣṭapam
der Zwölfgestaltige, der Lotusäugige, Vater, Mutter, Großvater, das Tor zum Himmel, das Tor zu den Geschöpfen, das Tor zur Erlösung, der dreifache Himmel,

dehakartā praśāntātmā viśvātmā viśvatomukhaḥ carācarātmā sūkṣmātmā maitreṇa vapuṣānvitaḥ

der Schöpfer des Leibes, der Friedvoll-Gesinnte, die Seele des Alls, der nach allen Seiten Gewandte, die Seele des Beweglichen und Unbeweglichen, die Seele des Feinstofflichen, der mit einem Leib voller Freundlichkeit Begabte.“

Wort für Wort
dehakartā praśāntātmā viśvātmā viśvatomukhaḥ carācarātmā sūkṣmātmā maitreṇa vapuṣānvitaḥ
der Schöpfer des Leibes, der Friedvoll-Gesinnte, die Seele des Alls, der nach allen Seiten Gewandte, die Seele des Beweglichen und Unbeweglichen, die Seele des Feinstofflichen, der mit einem Leib voller Freundlichkeit Begabte.“

etad vai kīrtanīyasya sūryasyaiva mahātmanaḥ nāmnām aṣṭaśataṃ puṇyaṃ śakreṇoktaṃ mahātmanā

„Dies sind fürwahr die heiligen hundertacht Namen des preiswürdigen, hochherzigen Sūrya selbst, verkündet vom hochherzigen Śakra.

Wort für Wort
etad vai kīrtanīyasya sūryasyaiva mahātmanaḥ nāmnām aṣṭaśataṃ puṇyaṃ śakreṇoktaṃ mahātmanā
„Dies sind fürwahr die heiligen hundertacht Namen des preiswürdigen, hochherzigen Sūrya selbst, verkündet vom hochherzigen Śakra.

śakrāc ca nāradaḥ prāpto dhaumyaś ca tadanantaram dhaumyād yudhiṣṭhiraḥ prāpya sarvān kāmān avāptavān

Von Śakra empfing sie Nārada, und danach Dhaumya; von Dhaumya empfing sie Yudhiṣṭhira und erlangte dadurch alle seine Wünsche.“

Wort für Wort
śakrāc ca nāradaḥ prāpto dhaumyaś ca tadanantaram dhaumyād yudhiṣṭhiraḥ prāpya sarvān kāmān avāptavān
Von Śakra empfing sie Nārada, und danach Dhaumya; von Dhaumya empfing sie Yudhiṣṭhira und erlangte dadurch alle seine Wünsche.“

surapitṛgaṇayakṣasevitaṃ hy asuraniśācarasiddhavanditam varakanakahutāśanaprabhaṃ tvam api manasy abhidhehi bhāskaram

„Ihn, der von der Schar der Götter, der Ahnen und Yakṣas verehrt wird, der von Asuras, Nachtwandlern und Siddhas gepriesen wird, der in Glanz wie erlesenes Gold und wie Feuer erstrahlt - auch du sollst den Lichtbringer im Geiste anrufen.

Wort für Wort
surapitṛgaṇayakṣasevitaṃ hy asuraniśācarasiddhavanditam varakanakahutāśanaprabhaṃ tvam api manasy abhidhehi bhāskaram
„Ihn, der von der Schar der Götter, der Ahnen und Yakṣas verehrt wird, der von Asuras, Nachtwandlern und Siddhas gepriesen wird, der in Glanz wie erlesenes Gold und wie Feuer erstrahlt - auch du sollst den Lichtbringer im Geiste anrufen.

sūryodaye yas tu samāhitaḥ paṭhet sa putralābhaṃ dhanaratnasaṃcayān labheta jātismaratāṃ sadā naraḥ smṛtiṃ ca medhāṃ ca sa vindate parām

Wer bei Sonnenaufgang gesammelt diesen Hymnus rezitiert, der erlangt den Gewinn von Söhnen und die Anhäufung von Reichtum und Juwelen; ein solcher Mensch erlangt stets die Erinnerung an frühere Geburten, und höchstes Gedächtnis und höchste Geistesschärfe gewinnt er.

Wort für Wort
sūryodaye yas tu samāhitaḥ paṭhet sa putralābhaṃ dhanaratnasaṃcayān labheta jātismaratāṃ sadā naraḥ smṛtiṃ ca medhāṃ ca sa vindate parām
Wer bei Sonnenaufgang gesammelt diesen Hymnus rezitiert, der erlangt den Gewinn von Söhnen und die Anhäufung von Reichtum und Juwelen; ein solcher Mensch erlangt stets die Erinnerung an frühere Geburten, und höchstes Gedächtnis und höchste Geistesschärfe gewinnt er.

imaṃ stavaṃ devavarasya yo naraḥ prakīrtayec chucisumanāḥ samāhitaḥ sa mucyate śokadavāgnisāgarāl labheta kāmān manasā yathepsitān

Welcher Mensch diesen Lobpreis des höchsten Gottes verkündet, rein und wohlgesinnt und gesammelt, der wird aus dem Feuer- und Ozeanmeer des Leids befreit und erlangt die Wünsche, wie er sie sich im Geiste ersehnt.“

Wort für Wort
imaṃ stavaṃ devavarasya yo naraḥ prakīrtayec chucisumanāḥ samāhitaḥ sa mucyate śokadavāgnisāgarāl labheta kāmān manasā yathepsitān
Welcher Mensch diesen Lobpreis des höchsten Gottes verkündet, rein und wohlgesinnt und gesammelt, der wird aus dem Feuer- und Ozeanmeer des Leids befreit und erlangt die Wünsche, wie er sie sich im Geiste ersehnt.“

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