Kapitel 282: Sāvitryupākhyānam (6)
Wiedersehen und Enthüllung
Während Sāvitrī und Satyavant im Wald sind, erlangt Dyumatsena unvermittelt sein Augenlicht wieder - die erste von Yamas Gaben erfüllt sich. Die verzweifelt suchenden Eltern werden von den Einsiedelei-Bewohnern getröstet; mehrere Asketen (Suvarcā, Gautama, ein Schüler, die Ṛṣis gemeinsam, Bhāradvāja, Dālbhya, Māṇḍavya, Dhaumya) versichern reihum anhand verschiedener guter Vorzeichen, Satyavant lebe noch. Nach der Rückkehr des Paares in der Nacht berichtet zunächst Satyavant den Grund der Verspätung, ohne von Yamas Erscheinen zu wissen; auf Gautamas Bitte hin enthüllt Sāvitrī schließlich die ganze Wahrheit über Yamas Erscheinen und die fünf erlangten Gaben. Die versammelten Ṛṣis preisen sie und ziehen erfreut heim. Der seit Kap.277 offene Erzählrahmen Mārkaṇḍeyas nähert sich damit seinem Abschluss.
tato 'bhisṛtya tair vipraiḥ sarvair āśramavāsibhiḥ parivārya samāśvāsya samānītau svam āśramam
Darauf, von all jenen Brahmanen, den Einsiedelei-Bewohnern, umringt, wurden sie, nachdem man sie getröstet hatte, zu ihrer eigenen Einsiedelei zurückgebracht.
Wort für Wort
tato 'bhisṛtya tair vipraiḥ sarvair āśramavāsibhiḥ parivārya samāśvāsya samānītau svam āśramam
Darauf, von all jenen Brahmanen, den Einsiedelei-Bewohnern, umringt, wurden sie, nachdem man sie getröstet hatte, zu ihrer eigenen Einsiedelei zurückgebracht.
tatra bhāryāsahāyaḥ sa vṛto vṛddhais tapodhanaiḥ āśvāsito vicitrārthaiḥ pūrvarājñāṃ kathāśrayaiḥ
Dort wurde er, von seiner Gattin begleitet, von den altgedienten, an Buße reichen Asketen umringt und mit mannigfaltigen Erzählungen alter Könige getröstet.
Wort für Wort
tatra bhāryāsahāyaḥ sa vṛto vṛddhais tapodhanaiḥ āśvāsito vicitrārthaiḥ pūrvarājñāṃ kathāśrayaiḥ
Dort wurde er, von seiner Gattin begleitet, von den altgedienten, an Buße reichen Asketen umringt und mit mannigfaltigen Erzählungen alter Könige getröstet.
Darauf, wieder ein wenig getröstet, die beiden Alten, von dem Wunsch erfüllt, ihren Sohn zu sehen, sich an seine Kindheitserlebnisse erinnernd, waren überaus bekümmert.
Darauf, wieder ein wenig getröstet, die beiden Alten, von dem Wunsch erfüllt, ihren Sohn zu sehen, sich an seine Kindheitserlebnisse erinnernd, waren überaus bekümmert.
punar uktvā ca karuṇāṃ vācaṃ tau śokakarśitau hā putra hā sādhvi vadhūḥ kvāsi kvāsīty arodatām
Und wieder sprachen die beiden, von Kummer abgezehrt, klägliche Worte und weinten: ‚Ach, Sohn! Ach, tugendhafte Schwiegertochter! Wo bist du, wo bist du?‘
Wort für Wort
punar uktvā ca karuṇāṃ vācaṃ tau śokakarśitau hā putra hā sādhvi vadhūḥ kvāsi kvāsīty arodatām
Und wieder sprachen die beiden, von Kummer abgezehrt, klägliche Worte und weinten: ‚Ach, Sohn! Ach, tugendhafte Schwiegertochter! Wo bist du, wo bist du?‘
gautama uvāca vedāḥ sāṅgā mayādhītās tapo me saṃcitaṃ mahat kaumāraṃ brahmacaryaṃ me guravo 'gniś ca toṣitāḥ
Gautama sprach: ‚Die Veden samt ihren Hilfswissenschaften habe ich studiert, große Buße habe ich angehäuft, keusch war meine Jugend, meine Lehrer und das Feuer habe ich zufriedengestellt.
Wort für Wort
gautama uvāca vedāḥ sāṅgā mayādhītās tapo me saṃcitaṃ mahat kaumāraṃ brahmacaryaṃ me guravo 'gniś ca toṣitāḥ
Gautama sprach: ‚Die Veden samt ihren Hilfswissenschaften habe ich studiert, große Buße habe ich angehäuft, keusch war meine Jugend, meine Lehrer und das Feuer habe ich zufriedengestellt.
Die Ṛṣis sprachen: ‚So gewiss seine Gattin Sāvitrī mit all den guten, Witwenschaft ausschließenden Vorzeichen ausgestattet ist, so gewiss lebt Satyavant.‘
Die Ṛṣis sprachen: ‚So gewiss seine Gattin Sāvitrī mit all den guten, Witwenschaft ausschließenden Vorzeichen ausgestattet ist, so gewiss lebt Satyavant.‘
dālbhya uvāca yathā dṛṣṭiḥ pravṛttā te sāvitryāś ca yathā vratam gatāhāram akṛtvā ca tathā jīvati satyavān
Dālbhya sprach: ‚So gewiss dir dein Augenlicht zurückgekehrt ist, und so gewiss Sāvitrīs Gelübde erfüllt wurde, ohne dass sie Nahrung zu sich genommen hätte, so gewiss lebt Satyavant.‘
Wort für Wort
dālbhya uvāca yathā dṛṣṭiḥ pravṛttā te sāvitryāś ca yathā vratam gatāhāram akṛtvā ca tathā jīvati satyavān
Dālbhya sprach: ‚So gewiss dir dein Augenlicht zurückgekehrt ist, und so gewiss Sāvitrīs Gelübde erfüllt wurde, ohne dass sie Nahrung zu sich genommen hätte, so gewiss lebt Satyavant.‘
māṇḍavya uvāca yathā vadanti śāntāyāṃ diśi vai mṛgapakṣiṇaḥ pārthivī ca pravṛttis te tathā jīvati satyavān
Māṇḍavya sprach: ‚So gewiss die Wildtiere und Vögel in ruhiger Richtung, ohne Unheilszeichen, ihre Laute von sich geben, und so gewiss dir dein königliches Geschick wieder zuteilwird, so gewiss lebt Satyavant.‘
Wort für Wort
māṇḍavya uvāca yathā vadanti śāntāyāṃ diśi vai mṛgapakṣiṇaḥ pārthivī ca pravṛttis te tathā jīvati satyavān
Māṇḍavya sprach: ‚So gewiss die Wildtiere und Vögel in ruhiger Richtung, ohne Unheilszeichen, ihre Laute von sich geben, und so gewiss dir dein königliches Geschick wieder zuteilwird, so gewiss lebt Satyavant.‘
Dhaumya sprach: ‚So gewiss dein Sohn mit allen Tugenden ausgestattet, beim Volk beliebt, langlebig und mit guten Kennzeichen versehen ist, so gewiss lebt Satyavant.‘
Dhaumya sprach: ‚So gewiss dein Sohn mit allen Tugenden ausgestattet, beim Volk beliebt, langlebig und mit guten Kennzeichen versehen ist, so gewiss lebt Satyavant.‘
brāhmaṇā ūcuḥ putreṇa saṃgataṃ tvādya cakṣuṣmantaṃ nirīkṣya ca sarve vayaṃ vai pṛcchāmo vṛddhiṃ te pṛthivīpate
Die Brahmanen sprachen: ‚Da wir dich heute mit deinem Sohn vereint und mit deinem wiedererlangten Augenlicht sehen, fragen wir alle nach deinem Wohlergehen, Herr der Erde.
Wort für Wort
brāhmaṇā ūcuḥ putreṇa saṃgataṃ tvādya cakṣuṣmantaṃ nirīkṣya ca sarve vayaṃ vai pṛcchāmo vṛddhiṃ te pṛthivīpate
Die Brahmanen sprachen: ‚Da wir dich heute mit deinem Sohn vereint und mit deinem wiedererlangten Augenlicht sehen, fragen wir alle nach deinem Wohlergehen, Herr der Erde.
Durch die Vereinigung mit deinem Sohn, durch den Anblick Sāvitrīs und durch die Wiedererlangung deines eigenen Augenlichts - durch diese drei Gaben des Schicksals wächst dein Glück.
Durch die Vereinigung mit deinem Sohn, durch den Anblick Sāvitrīs und durch die Wiedererlangung deines eigenen Augenlichts - durch diese drei Gaben des Schicksals wächst dein Glück.
prāg eva nāgataṃ kasmāt sabhāryeṇa tvayā vibho virātre cāgataṃ kasmāt ko 'nubandhaś ca te 'bhavat
‚Warum bist du, mit deiner Gattin, nicht früher gekommen, Erhabener, und warum bist du erst tief in der Nacht gekommen? Was hat sich mit dir zugetragen?
Wort für Wort
prāg eva nāgataṃ kasmāt sabhāryeṇa tvayā vibho virātre cāgataṃ kasmāt ko 'nubandhaś ca te 'bhavat
‚Warum bist du, mit deiner Gattin, nicht früher gekommen, Erhabener, und warum bist du erst tief in der Nacht gekommen? Was hat sich mit dir zugetragen?
In Sorge versetzt waren dein Vater, deine Mutter und auch wir, Königssohn; wir wissen, dass dies nicht ohne Grund geschah - du sollst uns dies alles erzählen.‘
In Sorge versetzt waren dein Vater, deine Mutter und auch wir, Königssohn; wir wissen, dass dies nicht ohne Grund geschah - du sollst uns dies alles erzählen.‘
Satyavant sprach: ‚Von meinem Vater mit Erlaubnis versehen, zog ich mit Sāvitrī fort; darauf entstand mir, als ich im Wald Holz spaltete, ein Kopfschmerz.
Satyavant sprach: ‚Von meinem Vater mit Erlaubnis versehen, zog ich mit Sāvitrī fort; darauf entstand mir, als ich im Wald Holz spaltete, ein Kopfschmerz.
sarveṣām eva bhavatāṃ saṃtāpo mā bhaved iti ato virātrāgamanaṃ nānyad astīha kāraṇam
Dies geschah, damit euch allen keine Sorge entstehe - so dachte ich; darum ist die späte Rückkehr in der Nacht geschehen, kein anderer Grund liegt hierin vor.‘
Wort für Wort
sarveṣām eva bhavatāṃ saṃtāpo mā bhaved iti ato virātrāgamanaṃ nānyad astīha kāraṇam
Dies geschah, damit euch allen keine Sorge entstehe - so dachte ich; darum ist die späte Rückkehr in der Nacht geschehen, kein anderer Grund liegt hierin vor.‘
Gautama sprach: ‚Nicht ohne Grund geschah die Wiedererlangung des Augenlichts deines Vaters Dyumatsena; du kennst dessen Grund nicht - Sāvitrī soll ihn uns sagen.
Gautama sprach: ‚Nicht ohne Grund geschah die Wiedererlangung des Augenlichts deines Vaters Dyumatsena; du kennst dessen Grund nicht - Sāvitrī soll ihn uns sagen.
sāvitry uvāca evam etad yathā vettha saṃkalpo nānyathā hi vaḥ na ca kiṃ cid rahasyaṃ me śrūyatāṃ tathyam atra yat
Sāvitrī sprach: ‚So ist es, wie du es erkennst; euer Wunsch, es zu erfahren, ist nicht anders zu erfüllen; und es gibt hierbei kein Geheimnis für mich - höret, was hier wahr ist:
Wort für Wort
sāvitry uvāca evam etad yathā vettha saṃkalpo nānyathā hi vaḥ na ca kiṃ cid rahasyaṃ me śrūyatāṃ tathyam atra yat
Sāvitrī sprach: ‚So ist es, wie du es erkennst; euer Wunsch, es zu erfahren, ist nicht anders zu erfüllen; und es gibt hierbei kein Geheimnis für mich - höret, was hier wahr ist:
cakṣuṣī ca svarājyaṃ ca dvau varau śvaśurasya me labdhaṃ pituḥ putraśataṃ putrāṇām ātmanaḥ śatam
Das Augenlicht und das eigene Reich - diese zwei Gaben für meinen Schwiegervater; hundert Söhne für meinen Vater wurden erlangt, und hundert für mich selbst als Söhne.
Wort für Wort
cakṣuṣī ca svarājyaṃ ca dvau varau śvaśurasya me labdhaṃ pituḥ putraśataṃ putrāṇām ātmanaḥ śatam
Das Augenlicht und das eigene Reich - diese zwei Gaben für meinen Schwiegervater; hundert Söhne für meinen Vater wurden erlangt, und hundert für mich selbst als Söhne.
caturvarṣaśatāyur me bhartā labdhaś ca satyavān bhartur hi jīvitārthaṃ tu mayā cīrṇaṃ sthiraṃ vratam
Vierhundert Jahre Lebenszeit, und mein Gatte Satyavant selbst wurde mir zurückgewonnen; um des Lebens meines Gatten willen nämlich habe ich das feste Gelübde geübt.
Wort für Wort
caturvarṣaśatāyur me bhartā labdhaś ca satyavān bhartur hi jīvitārthaṃ tu mayā cīrṇaṃ sthiraṃ vratam
Vierhundert Jahre Lebenszeit, und mein Gatte Satyavant selbst wurde mir zurückgewonnen; um des Lebens meines Gatten willen nämlich habe ich das feste Gelübde geübt.
Dies ist die Wahrheit, die ich euch ausführlich als Grund verkündet habe; so hat es sich zugetragen - dieses mein großes Leid, das nun in Glück ausläuft.‘
Dies ist die Wahrheit, die ich euch ausführlich als Grund verkündet habe; so hat es sich zugetragen - dieses mein großes Leid, das nun in Glück ausläuft.‘
Die Ṛṣis sprachen: ‚Das im finsteren Teich der Widrigkeiten versinkende, überwältigte Geschlecht des Fürsten hast du, Tugendhafte von edler Familie, die den Dharma und die Verdienste bewahrt, wiederum emporgehoben, du Rechtschaffene.‘
Die Ṛṣis sprachen: ‚Das im finsteren Teich der Widrigkeiten versinkende, überwältigte Geschlecht des Fürsten hast du, Tugendhafte von edler Familie, die den Dharma und die Verdienste bewahrt, wiederum emporgehoben, du Rechtschaffene.‘
So lobend und verehrend jene vorzügliche Frau, verabschiedeten sich die versammelten Ṛṣis von dem Fürsten samt seinem Sohn und zogen, erfreut, heilvoll zu ihrer eigenen Wohnstatt.
So lobend und verehrend jene vorzügliche Frau, verabschiedeten sich die versammelten Ṛṣis von dem Fürsten samt seinem Sohn und zogen, erfreut, heilvoll zu ihrer eigenen Wohnstatt.