Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 282: Sāvitryupākhyānam (6) Wiedersehen und Enthüllung

Während Sāvitrī und Satyavant im Wald sind, erlangt Dyumatsena unvermittelt sein Augenlicht wieder - die erste von Yamas Gaben erfüllt sich. Die verzweifelt suchenden Eltern werden von den Einsiedelei-Bewohnern getröstet; mehrere Asketen (Suvarcā, Gautama, ein Schüler, die Ṛṣis gemeinsam, Bhāradvāja, Dālbhya, Māṇḍavya, Dhaumya) versichern reihum anhand verschiedener guter Vorzeichen, Satyavant lebe noch. Nach der Rückkehr des Paares in der Nacht berichtet zunächst Satyavant den Grund der Verspätung, ohne von Yamas Erscheinen zu wissen; auf Gautamas Bitte hin enthüllt Sāvitrī schließlich die ganze Wahrheit über Yamas Erscheinen und die fünf erlangten Gaben. Die versammelten Ṛṣis preisen sie und ziehen erfreut heim. Der seit Kap.277 offene Erzählrahmen Mārkaṇḍeyas nähert sich damit seinem Abschluss.

mārkaṇḍeya uvāca etasminn eva kāle tu dyumatseno mahāvane labdhacakṣuḥ prasannātmā dṛṣṭyā sarvaṃ dadarśa ha

Zu eben dieser Zeit aber erlangte Dyumatsena im großen Wald sein Augenlicht wieder, und, heiteren Sinnes, sah er mit seinem Blick alles.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca etasminn eva kāle tu dyumatseno mahāvane labdhacakṣuḥ prasannātmā dṛṣṭyā sarvaṃ dadarśa ha
Zu eben dieser Zeit aber erlangte Dyumatsena im großen Wald sein Augenlicht wieder, und, heiteren Sinnes, sah er mit seinem Blick alles.

sa sarvān āśramān gatvā śaibyayā saha bhāryayā putrahetoḥ parām ārtiṃ jagāma manujarṣabha

Er, zusammen mit seiner Gattin Śaibyā zu allen Einsiedeleien gehend, geriet, seines Sohnes wegen, in höchste Bedrängnis, Stier unter den Menschen.

Wort für Wort
sa sarvān āśramān gatvā śaibyayā saha bhāryayā putrahetoḥ parām ārtiṃ jagāma manujarṣabha
Er, zusammen mit seiner Gattin Śaibyā zu allen Einsiedeleien gehend, geriet, seines Sohnes wegen, in höchste Bedrängnis, Stier unter den Menschen.

tāv āśramān nadīś caiva vanāni ca sarāṃsi ca tāṃs tān deśān vicinvantau dampatī parijagmatuḥ

Die beiden Eheleute durchstreiften, die Einsiedeleien, die Flüsse, die Wälder und die Seen sowie all jene Gegenden absuchend.

Wort für Wort
tāv āśramān nadīś caiva vanāni ca sarāṃsi ca tāṃs tān deśān vicinvantau dampatī parijagmatuḥ
Die beiden Eheleute durchstreiften, die Einsiedeleien, die Flüsse, die Wälder und die Seen sowie all jene Gegenden absuchend.

śrutvā śabdaṃ tu yat kiṃ cid unmukhau sutaśaṅkayā sāvitrīsahito 'bhyeti satyavān ity adhāvatām

Sobald sie irgendein Geräusch hörten, liefen sie, das Gesicht erhoben, in der Hoffnung, es sei Satyavant, der mit Sāvitrī zurückkehre.

Wort für Wort
śrutvā śabdaṃ tu yat kiṃ cid unmukhau sutaśaṅkayā sāvitrīsahito 'bhyeti satyavān ity adhāvatām
Sobald sie irgendein Geräusch hörten, liefen sie, das Gesicht erhoben, in der Hoffnung, es sei Satyavant, der mit Sāvitrī zurückkehre.

bhinnaiś ca paruṣaiḥ pādaiḥ savraṇaiḥ śoṇitokṣitaiḥ kuśakaṇṭakaviddhāṅgāv unmattāv iva dhāvataḥ

Mit wunden, rauen, verletzten, blutbefleckten Füßen, an den Gliedern von Kuśagras-Dornen durchbohrt, liefen sie wie Wahnsinnige umher.

Wort für Wort
bhinnaiś ca paruṣaiḥ pādaiḥ savraṇaiḥ śoṇitokṣitaiḥ kuśakaṇṭakaviddhāṅgāv unmattāv iva dhāvataḥ
Mit wunden, rauen, verletzten, blutbefleckten Füßen, an den Gliedern von Kuśagras-Dornen durchbohrt, liefen sie wie Wahnsinnige umher.

tato 'bhisṛtya tair vipraiḥ sarvair āśramavāsibhiḥ parivārya samāśvāsya samānītau svam āśramam

Darauf, von all jenen Brahmanen, den Einsiedelei-Bewohnern, umringt, wurden sie, nachdem man sie getröstet hatte, zu ihrer eigenen Einsiedelei zurückgebracht.

Wort für Wort
tato 'bhisṛtya tair vipraiḥ sarvair āśramavāsibhiḥ parivārya samāśvāsya samānītau svam āśramam
Darauf, von all jenen Brahmanen, den Einsiedelei-Bewohnern, umringt, wurden sie, nachdem man sie getröstet hatte, zu ihrer eigenen Einsiedelei zurückgebracht.

tatra bhāryāsahāyaḥ sa vṛto vṛddhais tapodhanaiḥ āśvāsito vicitrārthaiḥ pūrvarājñāṃ kathāśrayaiḥ

Dort wurde er, von seiner Gattin begleitet, von den altgedienten, an Buße reichen Asketen umringt und mit mannigfaltigen Erzählungen alter Könige getröstet.

Wort für Wort
tatra bhāryāsahāyaḥ sa vṛto vṛddhais tapodhanaiḥ āśvāsito vicitrārthaiḥ pūrvarājñāṃ kathāśrayaiḥ
Dort wurde er, von seiner Gattin begleitet, von den altgedienten, an Buße reichen Asketen umringt und mit mannigfaltigen Erzählungen alter Könige getröstet.

tatas tau punar āśvastau vṛddhau putradidṛkṣayā bālye vṛttāni putrasya smarantau bhṛśaduḥkhitau

Darauf, wieder ein wenig getröstet, die beiden Alten, von dem Wunsch erfüllt, ihren Sohn zu sehen, sich an seine Kindheitserlebnisse erinnernd, waren überaus bekümmert.

Wort für Wort
tatas tau punar āśvastau vṛddhau putradidṛkṣayā bālye vṛttāni putrasya smarantau bhṛśaduḥkhitau
Darauf, wieder ein wenig getröstet, die beiden Alten, von dem Wunsch erfüllt, ihren Sohn zu sehen, sich an seine Kindheitserlebnisse erinnernd, waren überaus bekümmert.

punar uktvā ca karuṇāṃ vācaṃ tau śokakarśitau hā putra hā sādhvi vadhūḥ kvāsi kvāsīty arodatām

Und wieder sprachen die beiden, von Kummer abgezehrt, klägliche Worte und weinten: ‚Ach, Sohn! Ach, tugendhafte Schwiegertochter! Wo bist du, wo bist du?‘

Wort für Wort
punar uktvā ca karuṇāṃ vācaṃ tau śokakarśitau hā putra hā sādhvi vadhūḥ kvāsi kvāsīty arodatām
Und wieder sprachen die beiden, von Kummer abgezehrt, klägliche Worte und weinten: ‚Ach, Sohn! Ach, tugendhafte Schwiegertochter! Wo bist du, wo bist du?‘

suvarcā uvāca yathāsya bhāryā sāvitrī tapasā ca damena ca ācāreṇa ca saṃyuktā tathā jīvati satyavān

Suvarcā sprach: ‚So gewiss seine Gattin Sāvitrī mit Buße, Selbstbeherrschung und rechtem Wandel ausgestattet ist, so gewiss lebt Satyavant.‘

Wort für Wort
suvarcā uvāca yathāsya bhāryā sāvitrī tapasā ca damena ca ācāreṇa ca saṃyuktā tathā jīvati satyavān
Suvarcā sprach: ‚So gewiss seine Gattin Sāvitrī mit Buße, Selbstbeherrschung und rechtem Wandel ausgestattet ist, so gewiss lebt Satyavant.‘

gautama uvāca vedāḥ sāṅgā mayādhītās tapo me saṃcitaṃ mahat kaumāraṃ brahmacaryaṃ me guravo 'gniś ca toṣitāḥ

Gautama sprach: ‚Die Veden samt ihren Hilfswissenschaften habe ich studiert, große Buße habe ich angehäuft, keusch war meine Jugend, meine Lehrer und das Feuer habe ich zufriedengestellt.

Wort für Wort
gautama uvāca vedāḥ sāṅgā mayādhītās tapo me saṃcitaṃ mahat kaumāraṃ brahmacaryaṃ me guravo 'gniś ca toṣitāḥ
Gautama sprach: ‚Die Veden samt ihren Hilfswissenschaften habe ich studiert, große Buße habe ich angehäuft, keusch war meine Jugend, meine Lehrer und das Feuer habe ich zufriedengestellt.

samāhitena cīrṇāni sarvāṇy eva vratāni me vāyubhakṣopavāsaś ca kuśalāni ca yāni me

Gesammelten Sinnes habe ich alle Gelübde vollzogen, das Fasten von Wind-Nahrung, und was immer sonst an guten Werken mir eigen ist.

Wort für Wort
samāhitena cīrṇāni sarvāṇy eva vratāni me vāyubhakṣopavāsaś ca kuśalāni ca yāni me
Gesammelten Sinnes habe ich alle Gelübde vollzogen, das Fasten von Wind-Nahrung, und was immer sonst an guten Werken mir eigen ist.

anena tapasā vedmi sarvaṃ paricikīrṣitam satyam etan nibodha tvaṃ dhriyate satyavān iti

Durch diese Buße weiß ich alles, was zu tun beabsichtigt ist; wisse, dies ist wahr: Satyavant bleibt am Leben.‘

Wort für Wort
anena tapasā vedmi sarvaṃ paricikīrṣitam satyam etan nibodha tvaṃ dhriyate satyavān iti
Durch diese Buße weiß ich alles, was zu tun beabsichtigt ist; wisse, dies ist wahr: Satyavant bleibt am Leben.‘

śiṣya uvāca upādhyāyasya me vaktrād yathā vākyaṃ viniḥsṛtam naitaj jātu bhaven mithyā tathā jīvati satyavān

Der Schüler sprach: ‚Wie das Wort aus dem Mund meines Lehrers hervorgeht, das könnte niemals falsch sein - ebenso gewiss lebt Satyavant.‘

Wort für Wort
śiṣya uvāca upādhyāyasya me vaktrād yathā vākyaṃ viniḥsṛtam naitaj jātu bhaven mithyā tathā jīvati satyavān
Der Schüler sprach: ‚Wie das Wort aus dem Mund meines Lehrers hervorgeht, das könnte niemals falsch sein - ebenso gewiss lebt Satyavant.‘

ṛṣaya ūcuḥ yathāsya bhāryā sāvitrī sarvair eva sulakṣaṇaiḥ avaidhavyakarair yuktā tathā jīvati satyavān

Die Ṛṣis sprachen: ‚So gewiss seine Gattin Sāvitrī mit all den guten, Witwenschaft ausschließenden Vorzeichen ausgestattet ist, so gewiss lebt Satyavant.‘

Wort für Wort
ṛṣaya ūcuḥ yathāsya bhāryā sāvitrī sarvair eva sulakṣaṇaiḥ avaidhavyakarair yuktā tathā jīvati satyavān
Die Ṛṣis sprachen: ‚So gewiss seine Gattin Sāvitrī mit all den guten, Witwenschaft ausschließenden Vorzeichen ausgestattet ist, so gewiss lebt Satyavant.‘

bhāradvāja uvāca yathāsya bhāryā sāvitrī tapasā ca damena ca ācāreṇa ca saṃyuktā tathā jīvati satyavān

Bhāradvāja sprach: ‚So gewiss seine Gattin Sāvitrī mit Buße, Selbstbeherrschung und rechtem Wandel ausgestattet ist, so gewiss lebt Satyavant.‘

Wort für Wort
bhāradvāja uvāca yathāsya bhāryā sāvitrī tapasā ca damena ca ācāreṇa ca saṃyuktā tathā jīvati satyavān
Bhāradvāja sprach: ‚So gewiss seine Gattin Sāvitrī mit Buße, Selbstbeherrschung und rechtem Wandel ausgestattet ist, so gewiss lebt Satyavant.‘

dālbhya uvāca yathā dṛṣṭiḥ pravṛttā te sāvitryāś ca yathā vratam gatāhāram akṛtvā ca tathā jīvati satyavān

Dālbhya sprach: ‚So gewiss dir dein Augenlicht zurückgekehrt ist, und so gewiss Sāvitrīs Gelübde erfüllt wurde, ohne dass sie Nahrung zu sich genommen hätte, so gewiss lebt Satyavant.‘

Wort für Wort
dālbhya uvāca yathā dṛṣṭiḥ pravṛttā te sāvitryāś ca yathā vratam gatāhāram akṛtvā ca tathā jīvati satyavān
Dālbhya sprach: ‚So gewiss dir dein Augenlicht zurückgekehrt ist, und so gewiss Sāvitrīs Gelübde erfüllt wurde, ohne dass sie Nahrung zu sich genommen hätte, so gewiss lebt Satyavant.‘

māṇḍavya uvāca yathā vadanti śāntāyāṃ diśi vai mṛgapakṣiṇaḥ pārthivī ca pravṛttis te tathā jīvati satyavān

Māṇḍavya sprach: ‚So gewiss die Wildtiere und Vögel in ruhiger Richtung, ohne Unheilszeichen, ihre Laute von sich geben, und so gewiss dir dein königliches Geschick wieder zuteilwird, so gewiss lebt Satyavant.‘

Wort für Wort
māṇḍavya uvāca yathā vadanti śāntāyāṃ diśi vai mṛgapakṣiṇaḥ pārthivī ca pravṛttis te tathā jīvati satyavān
Māṇḍavya sprach: ‚So gewiss die Wildtiere und Vögel in ruhiger Richtung, ohne Unheilszeichen, ihre Laute von sich geben, und so gewiss dir dein königliches Geschick wieder zuteilwird, so gewiss lebt Satyavant.‘

dhaumya uvāca sarvair guṇair upetas te yathā putro janapriyaḥ dīrghāyur lakṣaṇopetas tathā jīvati satyavān

Dhaumya sprach: ‚So gewiss dein Sohn mit allen Tugenden ausgestattet, beim Volk beliebt, langlebig und mit guten Kennzeichen versehen ist, so gewiss lebt Satyavant.‘

Wort für Wort
dhaumya uvāca sarvair guṇair upetas te yathā putro janapriyaḥ dīrghāyur lakṣaṇopetas tathā jīvati satyavān
Dhaumya sprach: ‚So gewiss dein Sohn mit allen Tugenden ausgestattet, beim Volk beliebt, langlebig und mit guten Kennzeichen versehen ist, so gewiss lebt Satyavant.‘

mārkaṇḍeya uvāca evam āśvāsitas tais tu satyavāgbhis tapasvibhiḥ tāṃs tān vigaṇayann arthān avasthita ivābhavat

So von jenen wahrhaft redenden Asketen getröstet, wurde er, jene Gründe einzeln erwägend, wie gefestigt.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca evam āśvāsitas tais tu satyavāgbhis tapasvibhiḥ tāṃs tān vigaṇayann arthān avasthita ivābhavat
So von jenen wahrhaft redenden Asketen getröstet, wurde er, jene Gründe einzeln erwägend, wie gefestigt.

tato muhūrtāt sāvitrī bhartrā satyavatā saha ājagāmāśramaṃ rātrau prahṛṣṭā praviveśa ha

Darauf, nach kurzer Zeit, kam Sāvitrī zusammen mit ihrem Gatten Satyavant zur Einsiedelei und trat, hocherfreut, bei Nacht ein.

Wort für Wort
tato muhūrtāt sāvitrī bhartrā satyavatā saha ājagāmāśramaṃ rātrau prahṛṣṭā praviveśa ha
Darauf, nach kurzer Zeit, kam Sāvitrī zusammen mit ihrem Gatten Satyavant zur Einsiedelei und trat, hocherfreut, bei Nacht ein.

brāhmaṇā ūcuḥ putreṇa saṃgataṃ tvādya cakṣuṣmantaṃ nirīkṣya ca sarve vayaṃ vai pṛcchāmo vṛddhiṃ te pṛthivīpate

Die Brahmanen sprachen: ‚Da wir dich heute mit deinem Sohn vereint und mit deinem wiedererlangten Augenlicht sehen, fragen wir alle nach deinem Wohlergehen, Herr der Erde.

Wort für Wort
brāhmaṇā ūcuḥ putreṇa saṃgataṃ tvādya cakṣuṣmantaṃ nirīkṣya ca sarve vayaṃ vai pṛcchāmo vṛddhiṃ te pṛthivīpate
Die Brahmanen sprachen: ‚Da wir dich heute mit deinem Sohn vereint und mit deinem wiedererlangten Augenlicht sehen, fragen wir alle nach deinem Wohlergehen, Herr der Erde.

samāgamena putrasya sāvitryā darśanena ca cakṣuṣaś cātmano lābhāt tribhir diṣṭyā vivardhase

Durch die Vereinigung mit deinem Sohn, durch den Anblick Sāvitrīs und durch die Wiedererlangung deines eigenen Augenlichts - durch diese drei Gaben des Schicksals wächst dein Glück.

Wort für Wort
samāgamena putrasya sāvitryā darśanena ca cakṣuṣaś cātmano lābhāt tribhir diṣṭyā vivardhase
Durch die Vereinigung mit deinem Sohn, durch den Anblick Sāvitrīs und durch die Wiedererlangung deines eigenen Augenlichts - durch diese drei Gaben des Schicksals wächst dein Glück.

sarvair asmābhir uktaṃ yat tathā tan nātra saṃśayaḥ bhūyo bhūyaś ca vṛddhis te kṣipram eva bhaviṣyati

Was wir alle gesagt haben, das ist so - daran besteht kein Zweifel; immer weiter wird dein Wohlergehen zunehmen, und zwar bald.‘

Wort für Wort
sarvair asmābhir uktaṃ yat tathā tan nātra saṃśayaḥ bhūyo bhūyaś ca vṛddhis te kṣipram eva bhaviṣyati
Was wir alle gesagt haben, das ist so - daran besteht kein Zweifel; immer weiter wird dein Wohlergehen zunehmen, und zwar bald.‘

mārkaṇḍeya uvāca tato 'gniṃ tatra saṃjvālya dvijās te sarva eva hi upāsāṃ cakrire pārtha dyumatsenaṃ mahīpatim

Darauf, nachdem sie dort ein Feuer entzündet hatten, verehrten alle jene Brahmanen den Herrn der Erde Dyumatsena, o Pārtha.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca tato 'gniṃ tatra saṃjvālya dvijās te sarva eva hi upāsāṃ cakrire pārtha dyumatsenaṃ mahīpatim
Darauf, nachdem sie dort ein Feuer entzündet hatten, verehrten alle jene Brahmanen den Herrn der Erde Dyumatsena, o Pārtha.

śaibyā ca satyavāṃś caiva sāvitrī caikataḥ sthitāḥ sarvais tair abhyanujñātā viśokāḥ samupāviśan

Śaibyā, Satyavant und Sāvitrī standen zusammen an einer Seite; von ihnen allen mit Erlaubnis versehen, setzten sie sich, von Kummer befreit, nieder.

Wort für Wort
śaibyā ca satyavāṃś caiva sāvitrī caikataḥ sthitāḥ sarvais tair abhyanujñātā viśokāḥ samupāviśan
Śaibyā, Satyavant und Sāvitrī standen zusammen an einer Seite; von ihnen allen mit Erlaubnis versehen, setzten sie sich, von Kummer befreit, nieder.

tato rājñā sahāsīnāḥ sarve te vanavāsinaḥ jātakautūhalāḥ pārtha papracchur nṛpateḥ sutam

Darauf, mit dem König zusammensitzend, fragten alle jene Waldbewohner, von Neugier ergriffen, o Pārtha, den Sohn des Fürsten:

Wort für Wort
tato rājñā sahāsīnāḥ sarve te vanavāsinaḥ jātakautūhalāḥ pārtha papracchur nṛpateḥ sutam
Darauf, mit dem König zusammensitzend, fragten alle jene Waldbewohner, von Neugier ergriffen, o Pārtha, den Sohn des Fürsten:

prāg eva nāgataṃ kasmāt sabhāryeṇa tvayā vibho virātre cāgataṃ kasmāt ko 'nubandhaś ca te 'bhavat

‚Warum bist du, mit deiner Gattin, nicht früher gekommen, Erhabener, und warum bist du erst tief in der Nacht gekommen? Was hat sich mit dir zugetragen?

Wort für Wort
prāg eva nāgataṃ kasmāt sabhāryeṇa tvayā vibho virātre cāgataṃ kasmāt ko 'nubandhaś ca te 'bhavat
‚Warum bist du, mit deiner Gattin, nicht früher gekommen, Erhabener, und warum bist du erst tief in der Nacht gekommen? Was hat sich mit dir zugetragen?

saṃtāpitaḥ pitā mātā vayaṃ caiva nṛpātmaja nākasmād iti jānīmas tat sarvaṃ vaktum arhasi

In Sorge versetzt waren dein Vater, deine Mutter und auch wir, Königssohn; wir wissen, dass dies nicht ohne Grund geschah - du sollst uns dies alles erzählen.‘

Wort für Wort
saṃtāpitaḥ pitā mātā vayaṃ caiva nṛpātmaja nākasmād iti jānīmas tat sarvaṃ vaktum arhasi
In Sorge versetzt waren dein Vater, deine Mutter und auch wir, Königssohn; wir wissen, dass dies nicht ohne Grund geschah - du sollst uns dies alles erzählen.‘

satyavān uvāca pitrāham abhyanujñātaḥ sāvitrīsahito gataḥ atha me 'bhūc chiroduḥkhaṃ vane kāṣṭhāni bhindataḥ

Satyavant sprach: ‚Von meinem Vater mit Erlaubnis versehen, zog ich mit Sāvitrī fort; darauf entstand mir, als ich im Wald Holz spaltete, ein Kopfschmerz.

Wort für Wort
satyavān uvāca pitrāham abhyanujñātaḥ sāvitrīsahito gataḥ atha me 'bhūc chiroduḥkhaṃ vane kāṣṭhāni bhindataḥ
Satyavant sprach: ‚Von meinem Vater mit Erlaubnis versehen, zog ich mit Sāvitrī fort; darauf entstand mir, als ich im Wald Holz spaltete, ein Kopfschmerz.

suptaś cāhaṃ vedanayā ciram ity upalakṣaye tāvat kālaṃ ca na mayā suptapūrvaṃ kadā cana

Ich schlief vor Schmerz ein und bemerke, dass es lange gedauert hat; so lange habe ich zuvor noch nie geschlafen.

Wort für Wort
suptaś cāhaṃ vedanayā ciram ity upalakṣaye tāvat kālaṃ ca na mayā suptapūrvaṃ kadā cana
Ich schlief vor Schmerz ein und bemerke, dass es lange gedauert hat; so lange habe ich zuvor noch nie geschlafen.

sarveṣām eva bhavatāṃ saṃtāpo mā bhaved iti ato virātrāgamanaṃ nānyad astīha kāraṇam

Dies geschah, damit euch allen keine Sorge entstehe - so dachte ich; darum ist die späte Rückkehr in der Nacht geschehen, kein anderer Grund liegt hierin vor.‘

Wort für Wort
sarveṣām eva bhavatāṃ saṃtāpo mā bhaved iti ato virātrāgamanaṃ nānyad astīha kāraṇam
Dies geschah, damit euch allen keine Sorge entstehe - so dachte ich; darum ist die späte Rückkehr in der Nacht geschehen, kein anderer Grund liegt hierin vor.‘

gautama uvāca akasmāc cakṣuṣaḥ prāptir dyumatsenasya te pituḥ nāsya tvaṃ kāraṇaṃ vettha sāvitrī vaktum arhati

Gautama sprach: ‚Nicht ohne Grund geschah die Wiedererlangung des Augenlichts deines Vaters Dyumatsena; du kennst dessen Grund nicht - Sāvitrī soll ihn uns sagen.

Wort für Wort
gautama uvāca akasmāc cakṣuṣaḥ prāptir dyumatsenasya te pituḥ nāsya tvaṃ kāraṇaṃ vettha sāvitrī vaktum arhati
Gautama sprach: ‚Nicht ohne Grund geschah die Wiedererlangung des Augenlichts deines Vaters Dyumatsena; du kennst dessen Grund nicht - Sāvitrī soll ihn uns sagen.

śrotum icchāmi sāvitri tvaṃ hi vettha parāvaram tvāṃ hi jānāmi sāvitri sāvitrīm iva tejasā

Ich möchte es hören, Sāvitrī; denn du kennst das Geschehene von Anfang bis Ende; denn ich erkenne dich, Sāvitrī, an Glanz der Göttin Sāvitrī gleich.

Wort für Wort
śrotum icchāmi sāvitri tvaṃ hi vettha parāvaram tvāṃ hi jānāmi sāvitri sāvitrīm iva tejasā
Ich möchte es hören, Sāvitrī; denn du kennst das Geschehene von Anfang bis Ende; denn ich erkenne dich, Sāvitrī, an Glanz der Göttin Sāvitrī gleich.

Wortspiel mit dem Namen Sāvitrī, der sowohl die Heldin als auch die gleichnamige Gottheit (V.10 im vorigen Kapitel) bezeichnet.

tvam atra hetuṃ jānīṣe tasmāt satyaṃ nirucyatām rahasyaṃ yadi te nāsti kiṃ cid atra vadasva naḥ

Du kennst hier den Grund; darum soll die Wahrheit ausgesprochen werden; wenn es hierbei kein Geheimnis für dich gibt, so sage es uns.‘

Wort für Wort
tvam atra hetuṃ jānīṣe tasmāt satyaṃ nirucyatām rahasyaṃ yadi te nāsti kiṃ cid atra vadasva naḥ
Du kennst hier den Grund; darum soll die Wahrheit ausgesprochen werden; wenn es hierbei kein Geheimnis für dich gibt, so sage es uns.‘

sāvitry uvāca evam etad yathā vettha saṃkalpo nānyathā hi vaḥ na ca kiṃ cid rahasyaṃ me śrūyatāṃ tathyam atra yat

Sāvitrī sprach: ‚So ist es, wie du es erkennst; euer Wunsch, es zu erfahren, ist nicht anders zu erfüllen; und es gibt hierbei kein Geheimnis für mich - höret, was hier wahr ist:

Wort für Wort
sāvitry uvāca evam etad yathā vettha saṃkalpo nānyathā hi vaḥ na ca kiṃ cid rahasyaṃ me śrūyatāṃ tathyam atra yat
Sāvitrī sprach: ‚So ist es, wie du es erkennst; euer Wunsch, es zu erfahren, ist nicht anders zu erfüllen; und es gibt hierbei kein Geheimnis für mich - höret, was hier wahr ist:

mṛtyur me bhartur ākhyāto nāradena mahātmanā sa cādya divasaḥ prāptas tato nainaṃ jahāmy aham

Der Tod meines Gatten wurde mir von dem hochherzigen Nārada angekündigt; und eben heute war jener Tag gekommen - darum verließ ich ihn nicht.

Wort für Wort
mṛtyur me bhartur ākhyāto nāradena mahātmanā sa cādya divasaḥ prāptas tato nainaṃ jahāmy aham
Der Tod meines Gatten wurde mir von dem hochherzigen Nārada angekündigt; und eben heute war jener Tag gekommen - darum verließ ich ihn nicht.

suptaṃ cainaṃ yamaḥ sākṣād upāgacchat sakiṃkaraḥ sa enam anayad baddhvā diśaṃ pitṛniṣevitām

Zu ihm, dem Schlafenden, kam Yama selbst, mit seinem Diener; er führte ihn, gefesselt, in die von den Vätern bewohnte Richtung.

Wort für Wort
suptaṃ cainaṃ yamaḥ sākṣād upāgacchat sakiṃkaraḥ sa enam anayad baddhvā diśaṃ pitṛniṣevitām
Zu ihm, dem Schlafenden, kam Yama selbst, mit seinem Diener; er führte ihn, gefesselt, in die von den Vätern bewohnte Richtung.

astauṣaṃ tam ahaṃ devaṃ satyena vacasā vibhum pañca vai tena me dattā varāḥ śṛṇuta tān mama

Ich pries jenen erhabenen Gott mit wahrhaftiger Rede; fünf Gaben wurden mir von ihm gewährt - höret diese von mir:

Wort für Wort
astauṣaṃ tam ahaṃ devaṃ satyena vacasā vibhum pañca vai tena me dattā varāḥ śṛṇuta tān mama
Ich pries jenen erhabenen Gott mit wahrhaftiger Rede; fünf Gaben wurden mir von ihm gewährt - höret diese von mir:

cakṣuṣī ca svarājyaṃ ca dvau varau śvaśurasya me labdhaṃ pituḥ putraśataṃ putrāṇām ātmanaḥ śatam

Das Augenlicht und das eigene Reich - diese zwei Gaben für meinen Schwiegervater; hundert Söhne für meinen Vater wurden erlangt, und hundert für mich selbst als Söhne.

Wort für Wort
cakṣuṣī ca svarājyaṃ ca dvau varau śvaśurasya me labdhaṃ pituḥ putraśataṃ putrāṇām ātmanaḥ śatam
Das Augenlicht und das eigene Reich - diese zwei Gaben für meinen Schwiegervater; hundert Söhne für meinen Vater wurden erlangt, und hundert für mich selbst als Söhne.

caturvarṣaśatāyur me bhartā labdhaś ca satyavān bhartur hi jīvitārthaṃ tu mayā cīrṇaṃ sthiraṃ vratam

Vierhundert Jahre Lebenszeit, und mein Gatte Satyavant selbst wurde mir zurückgewonnen; um des Lebens meines Gatten willen nämlich habe ich das feste Gelübde geübt.

Wort für Wort
caturvarṣaśatāyur me bhartā labdhaś ca satyavān bhartur hi jīvitārthaṃ tu mayā cīrṇaṃ sthiraṃ vratam
Vierhundert Jahre Lebenszeit, und mein Gatte Satyavant selbst wurde mir zurückgewonnen; um des Lebens meines Gatten willen nämlich habe ich das feste Gelübde geübt.

etat satyaṃ mayākhyātaṃ kāraṇaṃ vistareṇa vaḥ yathā vṛttaṃ sukhodarkam idaṃ duḥkhaṃ mahan mama

Dies ist die Wahrheit, die ich euch ausführlich als Grund verkündet habe; so hat es sich zugetragen - dieses mein großes Leid, das nun in Glück ausläuft.‘

Wort für Wort
etat satyaṃ mayākhyātaṃ kāraṇaṃ vistareṇa vaḥ yathā vṛttaṃ sukhodarkam idaṃ duḥkhaṃ mahan mama
Dies ist die Wahrheit, die ich euch ausführlich als Grund verkündet habe; so hat es sich zugetragen - dieses mein großes Leid, das nun in Glück ausläuft.‘

ṛṣaya ūcuḥ nimajjamānaṃ vyasanair abhidrutaṃ; kulaṃ narendrasya tamomaye hrade tvayā suśīle dhṛtadharmapuṇyayā; samuddhṛtaṃ sādhvi punaḥ kulīnayā

Die Ṛṣis sprachen: ‚Das im finsteren Teich der Widrigkeiten versinkende, überwältigte Geschlecht des Fürsten hast du, Tugendhafte von edler Familie, die den Dharma und die Verdienste bewahrt, wiederum emporgehoben, du Rechtschaffene.‘

Wort für Wort
ṛṣaya ūcuḥ nimajjamānaṃ vyasanair abhidrutaṃ; kulaṃ narendrasya tamomaye hrade tvayā suśīle dhṛtadharmapuṇyayā; samuddhṛtaṃ sādhvi punaḥ kulīnayā
Die Ṛṣis sprachen: ‚Das im finsteren Teich der Widrigkeiten versinkende, überwältigte Geschlecht des Fürsten hast du, Tugendhafte von edler Familie, die den Dharma und die Verdienste bewahrt, wiederum emporgehoben, du Rechtschaffene.‘

mārkaṇḍeya uvāca tathā praśasya hy abhipūjya caiva te; varastriyaṃ tām ṛṣayaḥ samāgatāḥ narendram āmantrya saputram añjasā; śivena jagmur muditāḥ svam ālayam

So lobend und verehrend jene vorzügliche Frau, verabschiedeten sich die versammelten Ṛṣis von dem Fürsten samt seinem Sohn und zogen, erfreut, heilvoll zu ihrer eigenen Wohnstatt.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca tathā praśasya hy abhipūjya caiva te; varastriyaṃ tām ṛṣayaḥ samāgatāḥ narendram āmantrya saputram añjasā; śivena jagmur muditāḥ svam ālayam
So lobend und verehrend jene vorzügliche Frau, verabschiedeten sich die versammelten Ṛṣis von dem Fürsten samt seinem Sohn und zogen, erfreut, heilvoll zu ihrer eigenen Wohnstatt.

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