Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 47: Vanavāsavṛttiḥ Das Leben im Wald

Janamejaya fragt nach der Lebensweise der Pāṇḍavas im Wald. Vaiśaṃpāyana schildert, wie sie von Wildbret und Waldfrüchten lebten, tausende Brahmanen versorgten, und wie die fünf Jahre von Arjunas Abwesenheit unter Jagd, Studium und Opferdienst vergingen.

janamejaya uvāca yad idaṃ śocitaṃ rājñā dhṛtarāṣṭreṇa vai mune pravrājya pāṇḍavān vīrān sarvam etan nirarthakam

Janamejaya sprach: Diese Klage des Königs Dhṛtarāṣṭra, o Weiser, nachdem er die heldenhaften Pāṇḍavas verbannt hatte - all dies war ja nutzlos.

Wort für Wort
janamejaya uvāca yad idaṃ śocitaṃ rājñā dhṛtarāṣṭreṇa vai mune pravrājya pāṇḍavān vīrān sarvam etan nirarthakam
Janamejaya sprach: Diese Klage des Königs Dhṛtarāṣṭra, o Weiser, nachdem er die heldenhaften Pāṇḍavas verbannt hatte - all dies war ja nutzlos.

kathaṃ hi rājā putraṃ svam upekṣetālpacetasam duryodhanaṃ pāṇḍuputrān kopayānaṃ mahārathān

Wie konnte denn der König seinen eigenen Sohn, den von schwachem Verstand, Duryodhana, gewähren lassen, der die großen Wagenkämpfer, die Söhne Pāṇḍus, erzürnte?

Wort für Wort
kathaṃ hi rājā putraṃ svam upekṣetālpacetasam duryodhanaṃ pāṇḍuputrān kopayānaṃ mahārathān
Wie konnte denn der König seinen eigenen Sohn, den von schwachem Verstand, Duryodhana, gewähren lassen, der die großen Wagenkämpfer, die Söhne Pāṇḍus, erzürnte?

kim āsīt pāṇḍuputrāṇāṃ vane bhojanam ucyatām vāneyam atha vā kṛṣṭam etad ākhyātu me bhavān

Was war die Nahrung der Söhne Pāṇḍus im Wald? Sage es mir - war es Waldkost oder durch Ackerbau Angebautes? Dies möge Ihr mir mitteilen.

Wort für Wort
kim āsīt pāṇḍuputrāṇāṃ vane bhojanam ucyatām vāneyam atha vā kṛṣṭam etad ākhyātu me bhavān
Was war die Nahrung der Söhne Pāṇḍus im Wald? Sage es mir - war es Waldkost oder durch Ackerbau Angebautes? Dies möge Ihr mir mitteilen.

vaiśaṃpāyana uvāca vāneyaṃ ca mṛgāṃś caiva śuddhair bāṇair nipātitān brāhmaṇānāṃ nivedyāgram abhuñjan puruṣarṣabhāḥ

Vaiśaṃpāyana sprach: Waldkost und Wild, mit reinen Pfeilen erlegt, verzehrten die Stiere unter den Männern, nachdem sie den Brahmanen den ersten Teil dargebracht hatten.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyana uvāca vāneyaṃ ca mṛgāṃś caiva śuddhair bāṇair nipātitān brāhmaṇānāṃ nivedyāgram abhuñjan puruṣarṣabhāḥ
Vaiśaṃpāyana sprach: Waldkost und Wild, mit reinen Pfeilen erlegt, verzehrten die Stiere unter den Männern, nachdem sie den Brahmanen den ersten Teil dargebracht hatten.

tāṃs tu śūrān maheṣvāsāṃs tadā nivasato vane anvayur brāhmaṇā rājan sāgnayo 'nagnayas tathā

Diesen Helden aber, den großen Bogenschützen, die damals im Wald weilten, folgten Brahmanen, o König, mit und ohne heiligem Feuer.

Wort für Wort
tāṃs tu śūrān maheṣvāsāṃs tadā nivasato vane anvayur brāhmaṇā rājan sāgnayo 'nagnayas tathā
Diesen Helden aber, den großen Bogenschützen, die damals im Wald weilten, folgten Brahmanen, o König, mit und ohne heiligem Feuer.

brāhmaṇānāṃ sahasrāṇi snātakānāṃ mahātmanām daśa mokṣavidāṃ tadvad yān bibharti yudhiṣṭhiraḥ

Zehntausend hochherzige Brahmanen, Snātakas, und ebenso solche, die um die Erlösung wissen, unterhielt Yudhiṣṭhira.

Wort für Wort
brāhmaṇānāṃ sahasrāṇi snātakānāṃ mahātmanām daśa mokṣavidāṃ tadvad yān bibharti yudhiṣṭhiraḥ
Zehntausend hochherzige Brahmanen, Snātakas, und ebenso solche, die um die Erlösung wissen, unterhielt Yudhiṣṭhira.

rurūn kṛṣṇamṛgāṃś caiva medhyāṃś cānyān vanecarān bāṇair unmathya vidhivad brāhmaṇebhyo nyavedayat

Ruru-Gazellen und Schwarzantilopen und andere reine, im Wald lebende Tiere, mit Pfeilen erlegt, brachte er den Brahmanen vorschriftsmäßig dar.

Wort für Wort
rurūn kṛṣṇamṛgāṃś caiva medhyāṃś cānyān vanecarān bāṇair unmathya vidhivad brāhmaṇebhyo nyavedayat
Ruru-Gazellen und Schwarzantilopen und andere reine, im Wald lebende Tiere, mit Pfeilen erlegt, brachte er den Brahmanen vorschriftsmäßig dar.

na tatra kaś cid durvarṇo vyādhito vāpy adṛśyata kṛśo vā durbalo vāpi dīno bhīto 'pi vā naraḥ

Dort war kein Mensch von schlechter Gesichtsfarbe zu sehen, noch krank, noch abgemagert, noch schwach, noch elend, noch furchtsam.

Wort für Wort
na tatra kaś cid durvarṇo vyādhito vāpy adṛśyata kṛśo vā durbalo vāpi dīno bhīto 'pi vā naraḥ
Dort war kein Mensch von schlechter Gesichtsfarbe zu sehen, noch krank, noch abgemagert, noch schwach, noch elend, noch furchtsam.

putrān iva priyāñ jñātīn bhrātṝn iva sahodarān pupoṣa kauravaśreṣṭho dharmarājo yudhiṣṭhiraḥ

Wie geliebte Söhne, wie leibliche Brüder, so nährte der Beste der Kauravas, der Dharma-König Yudhiṣṭhira, seine Verwandten.

Wort für Wort
putrān iva priyāñ jñātīn bhrātṝn iva sahodarān pupoṣa kauravaśreṣṭho dharmarājo yudhiṣṭhiraḥ
Wie geliebte Söhne, wie leibliche Brüder, so nährte der Beste der Kauravas, der Dharma-König Yudhiṣṭhira, seine Verwandten.

patīṃś ca draupadī sarvān dvijāṃś caiva yaśasvinī māteva bhojayitvāgre śiṣṭam āhārayat tadā

Und Draupadī, die Ruhmvolle, bewirtete zuerst alle ihre Ehemänner und die Zweifachgeborenen, wie eine Mutter, und nahm dann selbst das Übriggebliebene zu sich.

Wort für Wort
patīṃś ca draupadī sarvān dvijāṃś caiva yaśasvinī māteva bhojayitvāgre śiṣṭam āhārayat tadā
Und Draupadī, die Ruhmvolle, bewirtete zuerst alle ihre Ehemänner und die Zweifachgeborenen, wie eine Mutter, und nahm dann selbst das Übriggebliebene zu sich.

prācīṃ rājā dakṣiṇāṃ bhīmaseno; yamau pratīcīm atha vāpy udīcīm dhanurdharā māṃsahetor mṛgāṇāṃ; kṣayaṃ cakrur nityam evopagamya

Der König durchstreifte den Osten, Bhīmasena den Süden, die Zwillinge den Westen und auch den Norden; die Bogenträger richteten, dorthin gehend, stets ein Gemetzel unter dem Wild an, um Fleisch zu erlangen.

Wort für Wort
prācīṃ rājā dakṣiṇāṃ bhīmaseno; yamau pratīcīm atha vāpy udīcīm dhanurdharā māṃsahetor mṛgāṇāṃ; kṣayaṃ cakrur nityam evopagamya
Der König durchstreifte den Osten, Bhīmasena den Süden, die Zwillinge den Westen und auch den Norden; die Bogenträger richteten, dorthin gehend, stets ein Gemetzel unter dem Wild an, um Fleisch zu erlangen.

tathā teṣāṃ vasatāṃ kāmyake vai; vihīnānām arjunenotsukānām pañcaiva varṣāṇi tadā vyatīyur; adhīyatāṃ japatāṃ juhvatāṃ ca

So vergingen, während sie in Kāmyaka weilten, ohne Arjuna, ihn sehnsüchtig erwartend, fünf Jahre, während sie die Veden studierten, Gebete murmelten und Opfer darbrachten.

Wort für Wort
tathā teṣāṃ vasatāṃ kāmyake vai; vihīnānām arjunenotsukānām pañcaiva varṣāṇi tadā vyatīyur; adhīyatāṃ japatāṃ juhvatāṃ ca
So vergingen, während sie in Kāmyaka weilten, ohne Arjuna, ihn sehnsüchtig erwartend, fünf Jahre, während sie die Veden studierten, Gebete murmelten und Opfer darbrachten.

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