Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 206: Vyādhopākhyānasamāptiḥ Der Abschluss der Erzählung vom Jäger

Der Jäger schließt seine Rückschau ab: der zornige Seher milderte seinen Fluch durch die Verheißung, dass gerade der Dienst an den Eltern im Śūdra-Dasein zu großer Vollendung, zur Erinnerung an frühere Geburten und schließlich zur Rückkehr ins Brahmanentum führen werde. Der Brahmane tröstet ihn mit der Lehre, dass wahres Brahmanentum am Wandel, nicht an der Geburt hänge, worauf der Jäger eine kurze Lehrrede über die Überwindung von Kummer und Verzagtheit durch Weisheit hält. Nach herzlichem Abschied kehrt der Brahmane zu seinen Eltern zurück und dient ihnen fortan. Mit Mārkaṇḍeyas zusammenfassendem Rückblick endet die gesamte, mehrere Kapitel umspannende Erzählung von der treuen Gattin, dem Brahmanen Kauśika und dem Dharma-Jäger von Mithilā; Yudhiṣṭhira bekundet überschwänglich seine Freude an der gehörten Lehre.

vyādha uvāca evaṃ śapto 'ham ṛṣiṇā tadā dvijavarottama abhiprasādayam ṛṣiṃ girā vākyaviśāradam

„Der Jäger sprach: ‚So von dem Seher verflucht, o Bester der Zweifachgeborenen, versuchte ich damals, den wortkundigen Seher mit meiner Rede zu besänftigen.

Wort für Wort
vyādha uvāca evaṃ śapto 'ham ṛṣiṇā tadā dvijavarottama abhiprasādayam ṛṣiṃ girā vākyaviśāradam
„Der Jäger sprach: ‚So von dem Seher verflucht, o Bester der Zweifachgeborenen, versuchte ich damals, den wortkundigen Seher mit meiner Rede zu besänftigen.

ajānatā mayākāryam idam adya kṛtaṃ mune kṣantum arhasi tat sarvaṃ prasīda bhagavann iti

Ich sprach zu ihm: ich hätte dies heute in Unwissenheit getan, o Weiser; er möge mir alles vergeben und mir gnädig sein.

Wort für Wort
ajānatā mayākāryam idam adya kṛtaṃ mune kṣantum arhasi tat sarvaṃ prasīda bhagavann iti
Ich sprach zu ihm: ich hätte dies heute in Unwissenheit getan, o Weiser; er möge mir alles vergeben und mir gnädig sein.

ṛṣir uvāca nānyathā bhavitā śāpa evam etad asaṃśayam ānṛśaṃsyād ahaṃ kiṃ cit kartānugraham adya te

Der Seher aber sprach: der Fluch könne nicht anders sein, das sei gewiss; doch aus Güte wolle er mir heute eine kleine Gnade erweisen.

Wort für Wort
ṛṣir uvāca nānyathā bhavitā śāpa evam etad asaṃśayam ānṛśaṃsyād ahaṃ kiṃ cit kartānugraham adya te
Der Seher aber sprach: der Fluch könne nicht anders sein, das sei gewiss; doch aus Güte wolle er mir heute eine kleine Gnade erweisen.

śūdrayonau vartamāno dharmajño bhavitā hy asi mātāpitroś ca śuśrūṣāṃ kariṣyasi na saṃśayaḥ

Im Śūdra-Mutterschoß lebend würde ich dennoch dharmakundig sein und ohne Zweifel meinen Eltern dienen.

Wort für Wort
śūdrayonau vartamāno dharmajño bhavitā hy asi mātāpitroś ca śuśrūṣāṃ kariṣyasi na saṃśayaḥ
Im Śūdra-Mutterschoß lebend würde ich dennoch dharmakundig sein und ohne Zweifel meinen Eltern dienen.

tayā śuśrūṣayā siddhiṃ mahatīṃ samavāpsyasi jātismaraś ca bhavitā svargaṃ caiva gamiṣyasi śāpakṣayānte nirvṛtte bhavitāsi punar dvijaḥ

Durch diesen Dienst würde ich große Vollendung erlangen, mich meiner früheren Geburten erinnern und in den Himmel gelangen; und wenn der Fluch am Ende erloschen sei, würde ich wieder ein Zweifachgeborener werden.

Wort für Wort
tayā śuśrūṣayā siddhiṃ mahatīṃ samavāpsyasi jātismaraś ca bhavitā svargaṃ caiva gamiṣyasi śāpakṣayānte nirvṛtte bhavitāsi punar dvijaḥ
Durch diesen Dienst würde ich große Vollendung erlangen, mich meiner früheren Geburten erinnern und in den Himmel gelangen; und wenn der Fluch am Ende erloschen sei, würde ich wieder ein Zweifachgeborener werden.

vyādha uvāca evaṃ śaptaḥ purā tena ṛṣiṇāsmy ugratejasā prasādaś ca kṛtas tena mamaivaṃ dvipadāṃ vara

So wurde ich einst von jenem Seher von schrecklicher Glutkraft verflucht, und ebenso wurde mir von ihm diese Gnade erwiesen, du Bester der Zweibeinigen.

Wort für Wort
vyādha uvāca evaṃ śaptaḥ purā tena ṛṣiṇāsmy ugratejasā prasādaś ca kṛtas tena mamaivaṃ dvipadāṃ vara
So wurde ich einst von jenem Seher von schrecklicher Glutkraft verflucht, und ebenso wurde mir von ihm diese Gnade erwiesen, du Bester der Zweibeinigen.

śaraṃ coddhṛtavān asmi tasya vai dvijasattama āśramaṃ ca mayā nīto na ca prāṇair vyayujyata

Und ich habe ihm den Pfeil herausgezogen, o Bester der Zweifachgeborenen, und ihn zu seiner Einsiedelei gebracht; auch verlor er nicht sein Leben.

Wort für Wort
śaraṃ coddhṛtavān asmi tasya vai dvijasattama āśramaṃ ca mayā nīto na ca prāṇair vyayujyata
Und ich habe ihm den Pfeil herausgezogen, o Bester der Zweifachgeborenen, und ihn zu seiner Einsiedelei gebracht; auch verlor er nicht sein Leben.

etat te sarvam ākhyātaṃ yathā mama purābhavat abhitaś cāpi gantavyaṃ mayā svargaṃ dvijottama

Dies alles wurde dir verkündet, wie es sich einst mit mir zugetragen hat; und gewisslich werde auch ich zum Himmel gelangen, o Bester der Zweifachgeborenen.‘

Wort für Wort
etat te sarvam ākhyātaṃ yathā mama purābhavat abhitaś cāpi gantavyaṃ mayā svargaṃ dvijottama
Dies alles wurde dir verkündet, wie es sich einst mit mir zugetragen hat; und gewisslich werde auch ich zum Himmel gelangen, o Bester der Zweifachgeborenen.‘

brāhmaṇa uvāca evam etāni puruṣā duḥkhāni ca sukhāni ca prāpnuvanti mahābuddhe notkaṇṭhāṃ kartum arhasi duṣkaraṃ hi kṛtaṃ tāta jānatā jātim ātmanaḥ

Der Brahmane sprach: ‚So erlangen die Menschen dieses Leid und Glück, o Großverständiger; du solltest keinen Kummer hegen, denn Schwieriges hast du vollbracht, mein Sohn, da du um deine eigene wahre Geburt weißt.

Wort für Wort
brāhmaṇa uvāca evam etāni puruṣā duḥkhāni ca sukhāni ca prāpnuvanti mahābuddhe notkaṇṭhāṃ kartum arhasi duṣkaraṃ hi kṛtaṃ tāta jānatā jātim ātmanaḥ
Der Brahmane sprach: ‚So erlangen die Menschen dieses Leid und Glück, o Großverständiger; du solltest keinen Kummer hegen, denn Schwieriges hast du vollbracht, mein Sohn, da du um deine eigene wahre Geburt weißt.

karmadoṣaś ca vai vidvann ātmajātikṛtena vai kaṃ cit kālaṃ mṛṣyatāṃ vai tato 'si bhavitā dvijaḥ sāṃprataṃ ca mato me 'si brāhmaṇo nātra saṃśayaḥ

Und der Fehler der Tat, o Wissender, der durch deine einstige Geburt hervorgerufen wurde – man ertrage ihn eine gewisse Zeit; danach wirst du wieder ein Zweifachgeborener sein; und schon jetzt giltst du mir, ohne Zweifel, als Brahmane.

Wort für Wort
karmadoṣaś ca vai vidvann ātmajātikṛtena vai kaṃ cit kālaṃ mṛṣyatāṃ vai tato 'si bhavitā dvijaḥ sāṃprataṃ ca mato me 'si brāhmaṇo nātra saṃśayaḥ
Und der Fehler der Tat, o Wissender, der durch deine einstige Geburt hervorgerufen wurde – man ertrage ihn eine gewisse Zeit; danach wirst du wieder ein Zweifachgeborener sein; und schon jetzt giltst du mir, ohne Zweifel, als Brahmane.

brāhmaṇaḥ patanīyeṣu vartamāno vikarmasu dāmbhiko duṣkṛtaprāyaḥ śūdreṇa sadṛśo bhavet

Ein Brahmane, der sich in zum Fall führenden, pflichtwidrigen Handlungen bewegt, heuchlerisch und meist übel handelnd, wird einem Śūdra gleich.

Wort für Wort
brāhmaṇaḥ patanīyeṣu vartamāno vikarmasu dāmbhiko duṣkṛtaprāyaḥ śūdreṇa sadṛśo bhavet
Ein Brahmane, der sich in zum Fall führenden, pflichtwidrigen Handlungen bewegt, heuchlerisch und meist übel handelnd, wird einem Śūdra gleich.

yas tu śūdro dame satye dharme ca satatotthitaḥ taṃ brāhmaṇam ahaṃ manye vṛttena hi bhaved dvijaḥ

Wer aber, ein Śūdra, stets in Selbstbeherrschung, Wahrheit und Dharma tätig ist, den halte ich für einen Brahmanen; denn durch seinen Wandel wird man zum Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
yas tu śūdro dame satye dharme ca satatotthitaḥ taṃ brāhmaṇam ahaṃ manye vṛttena hi bhaved dvijaḥ
Wer aber, ein Śūdra, stets in Selbstbeherrschung, Wahrheit und Dharma tätig ist, den halte ich für einen Brahmanen; denn durch seinen Wandel wird man zum Zweifachgeborenen.

karmadoṣeṇa viṣamāṃ gatim āpnoti dāruṇām kṣīṇadoṣam ahaṃ manye cābhitas tvāṃ narottama

Durch den Fehler der Tat erlangt man einen widrigen, schrecklichen Zustand; doch ich halte dich für einen, dessen Fehler bereits gänzlich geschwunden ist, du Bester der Menschen.

Wort für Wort
karmadoṣeṇa viṣamāṃ gatim āpnoti dāruṇām kṣīṇadoṣam ahaṃ manye cābhitas tvāṃ narottama
Durch den Fehler der Tat erlangt man einen widrigen, schrecklichen Zustand; doch ich halte dich für einen, dessen Fehler bereits gänzlich geschwunden ist, du Bester der Menschen.

kartum arhasi notkaṇṭhāṃ tvadvidhā hy aviṣādinaḥ lokavṛttāntavṛttajñā nityaṃ dharmaparāyaṇāḥ

Du solltest keinen Kummer hegen; Menschen deinesgleichen sind nicht verzagt, kundig des Treibens der Welt, stets dem Dharma ergeben.‘

Wort für Wort
kartum arhasi notkaṇṭhāṃ tvadvidhā hy aviṣādinaḥ lokavṛttāntavṛttajñā nityaṃ dharmaparāyaṇāḥ
Du solltest keinen Kummer hegen; Menschen deinesgleichen sind nicht verzagt, kundig des Treibens der Welt, stets dem Dharma ergeben.‘

vyādha uvāca prajñayā mānasaṃ duḥkhaṃ hanyāc chārīram auṣadhaiḥ etad vijñānasāmarthyaṃ na bālaiḥ samatāṃ vrajet

Der Jäger sprach: ‚Durch Weisheit vernichte man das seelische Leid, durch Heilmittel das körperliche; dies ist die Kraft der Erkenntnis; sie sollte nicht der Gleichheit mit den Toren verfallen.

Wort für Wort
vyādha uvāca prajñayā mānasaṃ duḥkhaṃ hanyāc chārīram auṣadhaiḥ etad vijñānasāmarthyaṃ na bālaiḥ samatāṃ vrajet
Der Jäger sprach: ‚Durch Weisheit vernichte man das seelische Leid, durch Heilmittel das körperliche; dies ist die Kraft der Erkenntnis; sie sollte nicht der Gleichheit mit den Toren verfallen.

aniṣṭasaṃprayogāc ca viprayogāt priyasya ca mānuṣā mānasair duḥkhair yujyante alpabuddhayaḥ

Durch die Verbindung mit Unerwünschtem und die Trennung von Liebem werden die Menschen von geringem Verstand von seelischen Leiden ergriffen.

Wort für Wort
aniṣṭasaṃprayogāc ca viprayogāt priyasya ca mānuṣā mānasair duḥkhair yujyante alpabuddhayaḥ
Durch die Verbindung mit Unerwünschtem und die Trennung von Liebem werden die Menschen von geringem Verstand von seelischen Leiden ergriffen.

guṇair bhūtāni yujyante viyujyante tathaiva ca sarvāṇi naitad ekasya śokasthānaṃ hi vidyate

Durch die Eigenschaften werden die Wesen verbunden, und ebenso werden sie getrennt, alle; dies ist kein Grund zur Trauer für einen Einzelnen allein.

Wort für Wort
guṇair bhūtāni yujyante viyujyante tathaiva ca sarvāṇi naitad ekasya śokasthānaṃ hi vidyate
Durch die Eigenschaften werden die Wesen verbunden, und ebenso werden sie getrennt, alle; dies ist kein Grund zur Trauer für einen Einzelnen allein.

aniṣṭenānvitaṃ paśyaṃs tathā kṣipraṃ virajyate tataś ca pratikurvanti yadi paśyanty upakramam śocato na bhavet kiṃ cit kevalaṃ paritapyate

Wer sieht, dass er mit Unerwünschtem verbunden ist, löst sich davon rasch; und dann handelt man dagegen, wenn man einen geeigneten Ansatz erkennt; dem Trauernden aber nützt nichts, er quält sich nur selbst.

Wort für Wort
aniṣṭenānvitaṃ paśyaṃs tathā kṣipraṃ virajyate tataś ca pratikurvanti yadi paśyanty upakramam śocato na bhavet kiṃ cit kevalaṃ paritapyate
Wer sieht, dass er mit Unerwünschtem verbunden ist, löst sich davon rasch; und dann handelt man dagegen, wenn man einen geeigneten Ansatz erkennt; dem Trauernden aber nützt nichts, er quält sich nur selbst.

parityajanti ye duḥkhaṃ sukhaṃ vāpy ubhayaṃ narāḥ ta eva sukham edhante jñānatṛptā manīṣiṇaḥ

Die Menschen, die Leid wie Glück, beides, aufgeben, eben sie gedeihen im Glück, von Erkenntnis gesättigte Weise.

Wort für Wort
parityajanti ye duḥkhaṃ sukhaṃ vāpy ubhayaṃ narāḥ ta eva sukham edhante jñānatṛptā manīṣiṇaḥ
Die Menschen, die Leid wie Glück, beides, aufgeben, eben sie gedeihen im Glück, von Erkenntnis gesättigte Weise.

asaṃtoṣaparā mūḍhāḥ saṃtoṣaṃ yānti paṇḍitāḥ asaṃtoṣasya nāsty antas tuṣṭis tu paramaṃ sukham na śocanti gatādhvānaḥ paśyantaḥ paramāṃ gatim

Die Toren sind der Unzufriedenheit ergeben, die Gelehrten gelangen zur Zufriedenheit; die Unzufriedenheit kennt kein Ende, die Genügsamkeit aber ist das höchste Glück; die den Weg zu Ende gegangen sind, trauern nicht, da sie das höchste Ziel erblicken.

Wort für Wort
asaṃtoṣaparā mūḍhāḥ saṃtoṣaṃ yānti paṇḍitāḥ asaṃtoṣasya nāsty antas tuṣṭis tu paramaṃ sukham na śocanti gatādhvānaḥ paśyantaḥ paramāṃ gatim
Die Toren sind der Unzufriedenheit ergeben, die Gelehrten gelangen zur Zufriedenheit; die Unzufriedenheit kennt kein Ende, die Genügsamkeit aber ist das höchste Glück; die den Weg zu Ende gegangen sind, trauern nicht, da sie das höchste Ziel erblicken.

na viṣāde manaḥ kāryaṃ viṣādo viṣam uttamam mārayaty akṛtaprajñaṃ bālaṃ kruddha ivoragaḥ

Man richte seinen Geist nicht auf Verzagtheit; Verzagtheit ist das höchste Gift, es tötet den unweisen Toren wie eine zornige Schlange.

Wort für Wort
na viṣāde manaḥ kāryaṃ viṣādo viṣam uttamam mārayaty akṛtaprajñaṃ bālaṃ kruddha ivoragaḥ
Man richte seinen Geist nicht auf Verzagtheit; Verzagtheit ist das höchste Gift, es tötet den unweisen Toren wie eine zornige Schlange.

yaṃ viṣādo 'bhibhavati viṣame samupasthite tejasā tasya hīnasya puruṣārtho na vidyate

Wen die Verzagtheit überwältigt, wenn eine schwierige Lage eintritt, dem, der so seiner Kraft beraubt ist, gelingt kein Ziel des Menschen mehr.

Wort für Wort
yaṃ viṣādo 'bhibhavati viṣame samupasthite tejasā tasya hīnasya puruṣārtho na vidyate
Wen die Verzagtheit überwältigt, wenn eine schwierige Lage eintritt, dem, der so seiner Kraft beraubt ist, gelingt kein Ziel des Menschen mehr.

avaśyaṃ kriyamāṇasya karmaṇo dṛśyate phalam na hi nirvedam āgamya kiṃ cit prāpnoti śobhanam

Bei einer Tat, die notwendig ausgeführt werden muss, zeigt sich die Frucht; denn wer der Mutlosigkeit verfällt, erlangt nichts Gutes.

Wort für Wort
avaśyaṃ kriyamāṇasya karmaṇo dṛśyate phalam na hi nirvedam āgamya kiṃ cit prāpnoti śobhanam
Bei einer Tat, die notwendig ausgeführt werden muss, zeigt sich die Frucht; denn wer der Mutlosigkeit verfällt, erlangt nichts Gutes.

athāpy upāyaṃ paśyeta duḥkhasya parimokṣaṇe aśocann ārabhetaiva yuktaś cāvyasanī bhavet

Sieht man aber einen Weg zur Befreiung vom Leid, so soll man, ohne zu trauern, das Werk beginnen, gesammelten Sinnes und frei von Unheil sein.

Wort für Wort
athāpy upāyaṃ paśyeta duḥkhasya parimokṣaṇe aśocann ārabhetaiva yuktaś cāvyasanī bhavet
Sieht man aber einen Weg zur Befreiung vom Leid, so soll man, ohne zu trauern, das Werk beginnen, gesammelten Sinnes und frei von Unheil sein.

bhūteṣv abhāvaṃ saṃcintya ye tu buddheḥ paraṃ gatāḥ na śocanti kṛtaprajñāḥ paśyantaḥ paramāṃ gatim

Diejenigen aber, die über die Vergänglichkeit der Wesen nachgedacht haben und zum Höchsten des Verstandes gelangt sind, trauern nicht, weise geworden, da sie das höchste Ziel erblicken.

Wort für Wort
bhūteṣv abhāvaṃ saṃcintya ye tu buddheḥ paraṃ gatāḥ na śocanti kṛtaprajñāḥ paśyantaḥ paramāṃ gatim
Diejenigen aber, die über die Vergänglichkeit der Wesen nachgedacht haben und zum Höchsten des Verstandes gelangt sind, trauern nicht, weise geworden, da sie das höchste Ziel erblicken.

na śocāmi ca vai vidvan kālākāṅkṣī sthito 'smy aham etair nidarśanair brahman nāvasīdāmi sattama

Und so trauere ich nicht, o Wissender; ich verharre, die rechte Zeit erwartend; durch diese Beispiele, o Brahmane, verzage ich nicht, du Bester.‘

Wort für Wort
na śocāmi ca vai vidvan kālākāṅkṣī sthito 'smy aham etair nidarśanair brahman nāvasīdāmi sattama
Und so trauere ich nicht, o Wissender; ich verharre, die rechte Zeit erwartend; durch diese Beispiele, o Brahmane, verzage ich nicht, du Bester.‘

brāhmaṇa uvāca kṛtaprajño 'si medhāvī buddhiś ca vipulā tava nāhaṃ bhavantaṃ śocāmi jñānatṛpto 'si dharmavit

Der Brahmane sprach: ‚Du bist weise geworden, verständig, und dein Verstand ist weitreichend; ich trauere nicht um dich; du bist von Erkenntnis gesättigt, ein Dharmakundiger.

Wort für Wort
brāhmaṇa uvāca kṛtaprajño 'si medhāvī buddhiś ca vipulā tava nāhaṃ bhavantaṃ śocāmi jñānatṛpto 'si dharmavit
Der Brahmane sprach: ‚Du bist weise geworden, verständig, und dein Verstand ist weitreichend; ich trauere nicht um dich; du bist von Erkenntnis gesättigt, ein Dharmakundiger.

āpṛcche tvāṃ svasti te 'stu dharmas tvā parirakṣatu apramādas tu kartavyo dharme dharmabhṛtāṃ vara

Ich verabschiede mich von dir; Heil sei dir; der Dharma möge dich beschützen; doch Unachtsamkeit im Dharma sollte von dir nicht geübt werden, du Bester der Dharmaträger.‘

Wort für Wort
āpṛcche tvāṃ svasti te 'stu dharmas tvā parirakṣatu apramādas tu kartavyo dharme dharmabhṛtāṃ vara
Ich verabschiede mich von dir; Heil sei dir; der Dharma möge dich beschützen; doch Unachtsamkeit im Dharma sollte von dir nicht geübt werden, du Bester der Dharmaträger.‘

mārkaṇḍeya uvāca bāḍham ity eva taṃ vyādhaḥ kṛtāñjalir uvāca ha pradakṣiṇam atho kṛtvā prasthito dvijasattamaḥ

Mārkaṇḍeya sprach: Der Jäger stimmte dem mit gefalteten Händen zu; darauf umschritt der Beste der Zweifachgeborenen ihn ehrfurchtsvoll von rechts und brach auf.

Wort für Wort
mārkaṇḍeya uvāca bāḍham ity eva taṃ vyādhaḥ kṛtāñjalir uvāca ha pradakṣiṇam atho kṛtvā prasthito dvijasattamaḥ
Mārkaṇḍeya sprach: Der Jäger stimmte dem mit gefalteten Händen zu; darauf umschritt der Beste der Zweifachgeborenen ihn ehrfurchtsvoll von rechts und brach auf.

sa tu gatvā dvijaḥ sarvāṃ śuśrūṣāṃ kṛtavāṃs tadā mātāpitṛbhyāṃ vṛddhābhyāṃ yathānyāyaṃ susaṃśitaḥ

Und jener Zweifachgeborene, dorthin gegangen, erwies fortan seinen greisen Eltern allen gebührenden Dienst, wohlgeläutert.

Wort für Wort
sa tu gatvā dvijaḥ sarvāṃ śuśrūṣāṃ kṛtavāṃs tadā mātāpitṛbhyāṃ vṛddhābhyāṃ yathānyāyaṃ susaṃśitaḥ
Und jener Zweifachgeborene, dorthin gegangen, erwies fortan seinen greisen Eltern allen gebührenden Dienst, wohlgeläutert.

etat te sarvam ākhyātaṃ nikhilena yudhiṣṭhira pṛṣṭavān asi yaṃ tāta dharmaṃ dharmabhṛtāṃ vara

Dies alles wurde dir vollständig verkündet, o Yudhiṣṭhira, der Dharma, nach dem du gefragt hast, mein Sohn, du Bester der Dharmaträger –

Wort für Wort
etat te sarvam ākhyātaṃ nikhilena yudhiṣṭhira pṛṣṭavān asi yaṃ tāta dharmaṃ dharmabhṛtāṃ vara
Dies alles wurde dir vollständig verkündet, o Yudhiṣṭhira, der Dharma, nach dem du gefragt hast, mein Sohn, du Bester der Dharmaträger –

pativratāyā māhātmyaṃ brāhmaṇasya ca sattama mātāpitroś ca śuśrūṣā vyādhe dharmaś ca kīrtitaḥ

die Erhabenheit der treuen Gattin, du Bester, und des Brahmanen, der Dienst an Vater und Mutter, und der im Jäger verkündete Dharma.“

Wort für Wort
pativratāyā māhātmyaṃ brāhmaṇasya ca sattama mātāpitroś ca śuśrūṣā vyādhe dharmaś ca kīrtitaḥ
die Erhabenheit der treuen Gattin, du Bester, und des Brahmanen, der Dienst an Vater und Mutter, und der im Jäger verkündete Dharma.“

yudhiṣṭhira uvāca atyadbhutam idaṃ brahman dharmākhyānam anuttamam sarvadharmabhṛtāṃ śreṣṭha kathitaṃ dvijasattama

Yudhiṣṭhira sprach: „Überaus wunderbar ist diese unübertreffliche Dharma-Erzählung, o Brahmane, die du verkündet hast, du Bester aller Dharmaträger, du Bester der Zweifachgeborenen.

Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca atyadbhutam idaṃ brahman dharmākhyānam anuttamam sarvadharmabhṛtāṃ śreṣṭha kathitaṃ dvijasattama
Yudhiṣṭhira sprach: „Überaus wunderbar ist diese unübertreffliche Dharma-Erzählung, o Brahmane, die du verkündet hast, du Bester aller Dharmaträger, du Bester der Zweifachgeborenen.

sukhaśravyatayā vidvan muhūrtam iva me gatam na hi tṛpto 'smi bhagavañ śṛṇvāno dharmam uttamam

Wegen ihrer Wohllautigkeit, o Wissender, erschien sie mir wie ein einziger Augenblick; ich werde nicht satt, Erhabener, diesen höchsten Dharma zu hören.“

Wort für Wort
sukhaśravyatayā vidvan muhūrtam iva me gatam na hi tṛpto 'smi bhagavañ śṛṇvāno dharmam uttamam
Wegen ihrer Wohllautigkeit, o Wissender, erschien sie mir wie ein einziger Augenblick; ich werde nicht satt, Erhabener, diesen höchsten Dharma zu hören.“

Dieses Kapitel in der Leseansicht