Kapitel 258: Rāmopākhyānam (1)
Beginn des Rāmopākhyāna: Rāmas und Rāvaṇas Geburt
Mārkaṇḍeya beginnt auf Yudhiṣṭhiras Bitte hin das RĀMOPĀKHYĀNA, die im Vanaparva eingebettete Kurzfassung der Rāma-Geschichte, mit einer knappen Zusammenfassung von Sītās Entführung und Rāmas Sieg über Rāvaṇa. Auf Yudhiṣṭhiras Nachfrage nach Herkunft und Feindschaft der beiden Protagonisten schildert er sodann Rāmas Geburt aus dem Ikṣvāku-Geschlecht und beginnt mit Rāvaṇas komplexer Genealogie, ausgehend von Prajāpati über Pulastya und Vaiśravaṇa (Kubera) bis zur zornigen Neuerschaffung des Viśravas.
Mārkaṇḍeya sprach: „Unvergleichliches Leid erlitt Rāma, Stier der Bharatas; von einem mächtigen Rākṣasa wurde seine Gattin, die Tochter Janakas, geraubt.
Mārkaṇḍeya sprach: „Unvergleichliches Leid erlitt Rāma, Stier der Bharatas; von einem mächtigen Rākṣasa wurde seine Gattin, die Tochter Janakas, geraubt.
Rāma holte sie zurück, sich auf Sugrīvas Heer stützend, nachdem er eine Brücke über das Meer gebaut und Laṅkā mit scharfen Pfeilen in Brand gesetzt hatte.
Rāma holte sie zurück, sich auf Sugrīvas Heer stützend, nachdem er eine Brücke über das Meer gebaut und Laṅkā mit scharfen Pfeilen in Brand gesetzt hatte.
yudhiṣṭhira uvāca kasmin rāmaḥ kule jātaḥ kiṃvīryaḥ kiṃparākramaḥ rāvaṇaḥ kasya vā putraḥ kiṃ vairaṃ tasya tena ha
‚In welchem Geschlecht wurde Rāma geboren, von welcher Tapferkeit, von welcher Kraft? Und wessen Sohn ist Rāvaṇa, und welche Feindschaft bestand zwischen ihm und jenem?
Wort für Wort
yudhiṣṭhira uvāca kasmin rāmaḥ kule jātaḥ kiṃvīryaḥ kiṃparākramaḥ rāvaṇaḥ kasya vā putraḥ kiṃ vairaṃ tasya tena ha
‚In welchem Geschlecht wurde Rāma geboren, von welcher Tapferkeit, von welcher Kraft? Und wessen Sohn ist Rāvaṇa, und welche Feindschaft bestand zwischen ihm und jenem?
Aja mit Namen war ein großer König, aus dem Geschlecht des Ikṣvāku entsprossen; sein Sohn war Daśaratha, stets dem Studium der heiligen Schriften ergeben, rein.
Aja mit Namen war ein großer König, aus dem Geschlecht des Ikṣvāku entsprossen; sein Sohn war Daśaratha, stets dem Studium der heiligen Schriften ergeben, rein.
Pulastya mit Namen war dessen geliebter, geistgeborener Sohn; dessen Sohn wiederum war Vaiśravaṇa mit Namen, geboren von Gavi, mächtig. [?]
Diese verkürzte Genealogie überspringt gegenüber der geläufigeren Rāmāyaṇa-Tradition (Pulastya→Viśravas→Vaiśravaṇa/Kubera) eine Generation bzw. nennt eine abweichende Mutter ("Gavi"); Vers 13-14 führt Viśravas dann als eigens neu erschaffenen Sohn ein, was auf eine hier verkürzt/variiert wiedergegebene Überlieferung hindeutet.
pitāmahas tu prītātmā dadau vaiśravaṇasya ha amaratvaṃ dhaneśatvaṃ lokapālatvam eva ca
Der Großvater aber, zufriedenen Sinnes, verlieh dem Vaiśravaṇa Unsterblichkeit, die Herrschaft über die Reichtümer und ebenso die Stellung eines Weltenhüters,
Wort für Wort
pitāmahas tu prītātmā dadau vaiśravaṇasya ha amaratvaṃ dhaneśatvaṃ lokapālatvam eva ca
Der Großvater aber, zufriedenen Sinnes, verlieh dem Vaiśravaṇa Unsterblichkeit, die Herrschaft über die Reichtümer und ebenso die Stellung eines Weltenhüters,