Yudhiṣṭhira weiht Arjuna in die Pratismṛti-Wissenschaft ein und sendet ihn aus, um durch Askese göttliche Waffen zu erlangen. Nach herzlichem Abschied von den Brüdern und Draupadī erreicht Arjuna den Berg Indrakīla, wo er zunächst einem verkleideten Asketen (Indra) begegnet, der ihn von den Waffen abzubringen versucht, dann aber, als Arjuna standhaft bleibt, sich zu erkennen gibt und ihn an Śiva verweist, dessen Schau die Voraussetzung für den Erhalt der göttlichen Waffen ist.
„In Bhīṣma, Droṇa, Kṛpa, Karṇa und dem Sohn Droṇas, o Bhārata, ist die vierfüßige Bogenschieß-Wissenschaft heute in ihrer ganzen Vollständigkeit verankert.
„In Bhīṣma, Droṇa, Kṛpa, Karṇa und dem Sohn Droṇas, o Bhārata, ist die vierfüßige Bogenschieß-Wissenschaft heute in ihrer ganzen Vollständigkeit verankert.
te sarve dhṛtarāṣṭrasya putreṇa parisāntvitāḥ saṃvibhaktāś ca tuṣṭāś ca guruvat teṣu vartate
Sie alle sind vom Sohn Dhṛtarāṣṭras umworben, reich beschenkt und zufrieden, und er verhält sich ihnen gegenüber wie ein ergebener Schüler seinem Lehrer.
Wort für Wort
te sarve dhṛtarāṣṭrasya putreṇa parisāntvitāḥ saṃvibhaktāś ca tuṣṭāś ca guruvat teṣu vartate
Sie alle sind vom Sohn Dhṛtarāṣṭras umworben, reich beschenkt und zufrieden, und er verhält sich ihnen gegenüber wie ein ergebener Schüler seinem Lehrer.
Und heute ist diese ganze Erde der Gewalt Duryodhanas untertan; auf dich allein gründet sich unsere Zuflucht, auf dich ist die ganze Last gelegt; darin sehe ich die zu tuende, nun rechtzeitig gekommene Aufgabe, o Feindebezwinger.
Und heute ist diese ganze Erde der Gewalt Duryodhanas untertan; auf dich allein gründet sich unsere Zuflucht, auf dich ist die ganze Last gelegt; darin sehe ich die zu tuende, nun rechtzeitig gekommene Aufgabe, o Feindebezwinger.
Von Kṛṣṇadvaipāyana, o Sohn, habe ich ein geheimes Wissen empfangen, durch dessen rechten Gebrauch die ganze Welt erleuchtet wird; mit diesem heiligen Wissen bist du, o Sohn, nun ausgestattet, wohlgesammelt.
Von Kṛṣṇadvaipāyana, o Sohn, habe ich ein geheimes Wissen empfangen, durch dessen rechten Gebrauch die ganze Welt erleuchtet wird; mit diesem heiligen Wissen bist du, o Sohn, nun ausgestattet, wohlgesammelt.
dhanuṣmān kavacī khaḍgī muniḥ sārasamanvitaḥ na kasya cid dadan mārgaṃ gaccha tātottarāṃ diśam indre hy astrāṇi divyāni samastāni dhanaṃjaya
Mit Bogen, Panzer und Schwert ausgerüstet, als Muni, mit rechter Ausdauer versehen, ohne dich von irgendetwas abbringen zu lassen, gehe, o Sohn, in die nördliche Richtung; denn bei Indra, o Dhanaṃjaya, sind alle göttlichen Waffen versammelt.
Wort für Wort
dhanuṣmān kavacī khaḍgī muniḥ sārasamanvitaḥ na kasya cid dadan mārgaṃ gaccha tātottarāṃ diśam indre hy astrāṇi divyāni samastāni dhanaṃjaya
Mit Bogen, Panzer und Schwert ausgerüstet, als Muni, mit rechter Ausdauer versehen, ohne dich von irgendetwas abbringen zu lassen, gehe, o Sohn, in die nördliche Richtung; denn bei Indra, o Dhanaṃjaya, sind alle göttlichen Waffen versammelt.
evam uktvā dharmarājas tam adhyāpayata prabhuḥ dīkṣitaṃ vidhinā tena yatavākkāyamānasam anujajñe tato vīraṃ bhrātā bhrātaram agrajaḥ
So gesprochen habend, unterwies ihn der Dharma-König, der Herr, weihte ihn nach jener Vorschrift, ihn, der nun Rede, Körper und Sinn gezügelt hatte; dann entließ der ältere Bruder den heldenhaften Bruder.
Wort für Wort
evam uktvā dharmarājas tam adhyāpayata prabhuḥ dīkṣitaṃ vidhinā tena yatavākkāyamānasam anujajñe tato vīraṃ bhrātā bhrātaram agrajaḥ
So gesprochen habend, unterwies ihn der Dharma-König, der Herr, weihte ihn nach jener Vorschrift, ihn, der nun Rede, Körper und Sinn gezügelt hatte; dann entließ der ältere Bruder den heldenhaften Bruder.
gepanzert, mit Handschutz, mit angelegtem Fingerschutz aus Eidechsenleder, nachdem er dem Feuer geopfert, den Brahmanen Goldmünzen geschenkt und sich von ihnen Segenswünsche hatte sprechen lassen, der Starkarmige -
gepanzert, mit Handschutz, mit angelegtem Fingerschutz aus Eidechsenleder, nachdem er dem Feuer geopfert, den Brahmanen Goldmünzen geschenkt und sich von ihnen Segenswünsche hatte sprechen lassen, der Starkarmige -
taṃ dṛṣṭvā tatra kaunteyaṃ pragṛhītaśarāsanam abruvan brāhmaṇāḥ siddhā bhūtāny antarhitāni ca kṣipraṃ prāpnuhi kaunteya manasā yad yad icchasi
Als sie dort den Kaunteya sahen, den Bogen ergriffen, sprachen die vollkommenen Brahmanen und die unsichtbaren Wesen: „Rasch mögest du, o Kaunteya, erlangen, was auch immer du dir im Sinne wünschst.“
Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā tatra kaunteyaṃ pragṛhītaśarāsanam abruvan brāhmaṇāḥ siddhā bhūtāny antarhitāni ca kṣipraṃ prāpnuhi kaunteya manasā yad yad icchasi
Als sie dort den Kaunteya sahen, den Bogen ergriffen, sprachen die vollkommenen Brahmanen und die unsichtbaren Wesen: „Rasch mögest du, o Kaunteya, erlangen, was auch immer du dir im Sinne wünschst.“
Zu ihm, der wie ein Löwe dahinschritt, Arjuna, dessen Schenkel dem Stamm eines Śāla-Baumes glichen, der die Herzen aller Anwesenden gefangen nahm, sprach Kṛṣṇā dieses Wort:
Zu ihm, der wie ein Löwe dahinschritt, Arjuna, dessen Schenkel dem Stamm eines Śāla-Baumes glichen, der die Herzen aller Anwesenden gefangen nahm, sprach Kṛṣṇā dieses Wort:
yat te kuntī mahābāho jātasyaicchad dhanaṃjaya tat te 'stu sarvaṃ kaunteya yathā ca svayam icchasi
„Was Kuntī sich für dich, o Starkarmiger, bei deiner Geburt gewünscht hat, o Dhanaṃjaya - das alles möge dir zuteilwerden, o Kaunteya, und ebenso, was du selbst dir wünschst.
Wort für Wort
yat te kuntī mahābāho jātasyaicchad dhanaṃjaya tat te 'stu sarvaṃ kaunteya yathā ca svayam icchasi
„Was Kuntī sich für dich, o Starkarmiger, bei deiner Geburt gewünscht hat, o Dhanaṃjaya - das alles möge dir zuteilwerden, o Kaunteya, und ebenso, was du selbst dir wünschst.
māsmākaṃ kṣatriyakule janma kaś cid avāpnuyāt brāhmaṇebhyo namo nityaṃ yeṣāṃ yuddhe na jīvikā
Möge niemand von uns eine Geburt in unserem Kṣatriya-Geschlecht wiederholt erlangen! Verehrung stets den Brahmanen, deren Lebensunterhalt nicht im Kampf besteht.
Wort für Wort
māsmākaṃ kṣatriyakule janma kaś cid avāpnuyāt brāhmaṇebhyo namo nityaṃ yeṣāṃ yuddhe na jīvikā
Möge niemand von uns eine Geburt in unserem Kṣatriya-Geschlecht wiederholt erlangen! Verehrung stets den Brahmanen, deren Lebensunterhalt nicht im Kampf besteht.
naiva naḥ pārtha bhogeṣu na dhane nota jīvite tuṣṭir buddhir bhavitrī vā tvayi dīrghapravāsini
Weder an Genüssen, o Pārtha, noch an Reichtum, noch am Leben wird uns Zufriedenheit oder rechter Sinn möglich sein, solange du fern in der Fremde weilst.
Wort für Wort
naiva naḥ pārtha bhogeṣu na dhane nota jīvite tuṣṭir buddhir bhavitrī vā tvayi dīrghapravāsini
Weder an Genüssen, o Pārtha, noch an Reichtum, noch am Leben wird uns Zufriedenheit oder rechter Sinn möglich sein, solange du fern in der Fremde weilst.
tvayi naḥ pārtha sarveṣāṃ sukhaduḥkhe samāhite jīvitaṃ maraṇaṃ caiva rājyam aiśvaryam eva ca āpṛṣṭo me 'si kaunteya svasti prāpnuhi pāṇḍava
In dir, o Pārtha, ist für uns alle Glück und Leid vereint, ebenso Leben und Tod, Königreich und Herrschaft; du bist von mir verabschiedet, o Kaunteya - erlange Heil, o Pāṇḍava.
Wort für Wort
tvayi naḥ pārtha sarveṣāṃ sukhaduḥkhe samāhite jīvitaṃ maraṇaṃ caiva rājyam aiśvaryam eva ca āpṛṣṭo me 'si kaunteya svasti prāpnuhi pāṇḍava
In dir, o Pārtha, ist für uns alle Glück und Leid vereint, ebenso Leben und Tod, Königreich und Herrschaft; du bist von mir verabschiedet, o Kaunteya - erlange Heil, o Pāṇḍava.
namo dhātre vidhātre ca svasti gaccha hy anāmayam svasti te 'stv āntarikṣebhyaḥ pārthivebhyaś ca bhārata divyebhyaś caiva bhūtebhyo ye cānye paripanthinaḥ
Verehrung dem Schöpfer und dem Verfüger! Ziehe wohlbehalten, unversehrt; Heil sei dir vor den Wesen des Luftraums, den irdischen, o Bhārata, und den himmlischen Wesen, und vor allen anderen, die dir feindlich in den Weg treten könnten.“
Wort für Wort
namo dhātre vidhātre ca svasti gaccha hy anāmayam svasti te 'stv āntarikṣebhyaḥ pārthivebhyaś ca bhārata divyebhyaś caiva bhūtebhyo ye cānye paripanthinaḥ
Verehrung dem Schöpfer und dem Verfüger! Ziehe wohlbehalten, unversehrt; Heil sei dir vor den Wesen des Luftraums, den irdischen, o Bhārata, und den himmlischen Wesen, und vor allen anderen, die dir feindlich in den Weg treten könnten.“
so 'gacchat parvataṃ puṇyam ekāhnaiva mahāmanāḥ manojavagatir bhūtvā yogayukto yathānilaḥ
Er, der Hochgesinnte, erreichte den heiligen Berg an einem einzigen Tag, indem er, mit Yoga vereint, sich mit der Geschwindigkeit des Gedankens fortbewegte, wie der Wind.
Wort für Wort
so 'gacchat parvataṃ puṇyam ekāhnaiva mahāmanāḥ manojavagatir bhūtvā yogayukto yathānilaḥ
Er, der Hochgesinnte, erreichte den heiligen Berg an einem einzigen Tag, indem er, mit Yoga vereint, sich mit der Geschwindigkeit des Gedankens fortbewegte, wie der Wind.
Da erblickte der Linkshändige am Fuß eines Baumes einen Asketen, strahlend von brahmanischer Herrlichkeit, rötlich-braun, mit Flechtenhaar, abgemagert.
Da erblickte der Linkshändige am Fuß eines Baumes einen Asketen, strahlend von brahmanischer Herrlichkeit, rötlich-braun, mit Flechtenhaar, abgemagert.
so 'bravīd arjunaṃ tatra sthitaṃ dṛṣṭvā mahātapāḥ kas tvaṃ tāteha saṃprāpto dhanuṣmān kavacī śarī nibaddhāsitalatrāṇaḥ kṣatradharmam anuvrataḥ
Er, von großer Askesekraft, sprach, als er den dort stehenden Arjuna sah: „Wer bist du, o Sohn, der du hierher gekommen bist, mit Bogen, Panzer und Pfeilen, mit angelegtem Schwertgriffschutz, dem Kṣatriya-Dharma ergeben?
Wort für Wort
so 'bravīd arjunaṃ tatra sthitaṃ dṛṣṭvā mahātapāḥ kas tvaṃ tāteha saṃprāpto dhanuṣmān kavacī śarī nibaddhāsitalatrāṇaḥ kṣatradharmam anuvrataḥ
Er, von großer Askesekraft, sprach, als er den dort stehenden Arjuna sah: „Wer bist du, o Sohn, der du hierher gekommen bist, mit Bogen, Panzer und Pfeilen, mit angelegtem Schwertgriffschutz, dem Kṣatriya-Dharma ergeben?
So sprach der Brahmane wiederholt zu dem Helden von unendlicher Kraft, zu Arjuna, wie er es zu jedem anderen gewöhnlichen Menschen gesprochen hätte; doch er konnte ihn, der durch Standhaftigkeit fest entschlossen war, nicht wankend machen.
So sprach der Brahmane wiederholt zu dem Helden von unendlicher Kraft, zu Arjuna, wie er es zu jedem anderen gewöhnlichen Menschen gesprochen hätte; doch er konnte ihn, der durch Standhaftigkeit fest entschlossen war, nicht wankend machen.
Der große Indra erwiderte ihm, wohlgesonnen, gleichsam lächelnd: „Was soll dir, der du hierher gelangt bist, mit Waffen nützen, o Dhanaṃjaya? Wähle Wünsche und Welten - du hast das höchste Ziel erreicht.“
Der große Indra erwiderte ihm, wohlgesonnen, gleichsam lächelnd: „Was soll dir, der du hierher gelangt bist, mit Waffen nützen, o Dhanaṃjaya? Wähle Wünsche und Welten - du hast das höchste Ziel erreicht.“
na ca sarvāmaraiśvaryaṃ kāmaye tridaśādhipa bhrātṝṃs tān vipine tyaktvā vairam apratiyātya ca akīrtiṃ sarvalokeṣu gaccheyaṃ śāśvatīḥ samāḥ
Auch die Herrschaft über alle Unsterblichen begehre ich nicht, o Herr der Dreißig Götter; hätte ich jene Brüder in der Wildnis verlassen und die Feindschaft nicht vergolten, so würde ich für ewige Jahre in allen Welten Schande erlangen.“
Wort für Wort
na ca sarvāmaraiśvaryaṃ kāmaye tridaśādhipa bhrātṝṃs tān vipine tyaktvā vairam apratiyātya ca akīrtiṃ sarvalokeṣu gaccheyaṃ śāśvatīḥ samāḥ
Auch die Herrschaft über alle Unsterblichen begehre ich nicht, o Herr der Dreißig Götter; hätte ich jene Brüder in der Wildnis verlassen und die Feindschaft nicht vergolten, so würde ich für ewige Jahre in allen Welten Schande erlangen.“