Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 70: Akṣahṛdayapradānam Der Tausch der Geheimwissenschaften und Kalis Flucht

Unterwegs demonstriert Ṛtuparṇa seine wunderbare Zählkunst am Beispiel eines Bibhītaka-Baumes. Nala, zunächst skeptisch, überprüft die Zahl durch Fällen des Baumes und findet sie bestätigt - im Tausch gegen sein eigenes Geheimnis der Rosselenkkunst erhält er von Ṛtuparṇa das Geheimnis des Würfelspiels (akṣahṛdaya). In diesem Augenblick entweicht der in Nala verborgene Kali, von Karkoṭakas Gift gepeinigt, aus seinem Körper. Nala will den nun sichtbaren Kali verfluchen, doch dieser bittet um Gnade und erklärt, warum er Nala einst heimgesucht hatte - durch den Fluch Damayantīs, der Mutter des Indrasena. Von Kali befreit, doch weiterhin äußerlich entstellt, zieht Nala mit neuer Freude weiter nach Vidarbha.

bṛhadaśva uvāca sa nadīḥ parvatāṃś caiva vanāni ca sarāṃsi ca acireṇāticakrāma khecaraḥ khe carann iva

Bṛhadaśva sprach: Er überquerte Flüsse, Berge, Wälder und Seen in kurzer Zeit, wie ein durch die Luft Fliegender, der im Himmel dahinzieht.

Wort für Wort
bṛhadaśva uvāca sa nadīḥ parvatāṃś caiva vanāni ca sarāṃsi ca acireṇāticakrāma khecaraḥ khe carann iva
Bṛhadaśva sprach: Er überquerte Flüsse, Berge, Wälder und Seen in kurzer Zeit, wie ein durch die Luft Fliegender, der im Himmel dahinzieht.

tathā prayāte tu rathe tadā bhāṅgasvarir nṛpaḥ uttarīyam athāpaśyad bhraṣṭaṃ parapuraṃjayaḥ

Während der Wagen so dahinfuhr, bemerkte da der König Bhāṅgāsvari, der Bezwinger feindlicher Städte, dass sein Übergewand herabgefallen war.

Wort für Wort
tathā prayāte tu rathe tadā bhāṅgasvarir nṛpaḥ uttarīyam athāpaśyad bhraṣṭaṃ parapuraṃjayaḥ
Während der Wagen so dahinfuhr, bemerkte da der König Bhāṅgāsvari, der Bezwinger feindlicher Städte, dass sein Übergewand herabgefallen war.

tataḥ sa tvaramāṇas tu paṭe nipatite tadā grahīṣyāmīti taṃ rājā nalam āha mahāmanāḥ

Da, als das Gewand herabgefallen war, sprach der hochgesinnte König eilig zu Nala: „Ich will es aufheben!

Wort für Wort
tataḥ sa tvaramāṇas tu paṭe nipatite tadā grahīṣyāmīti taṃ rājā nalam āha mahāmanāḥ
Da, als das Gewand herabgefallen war, sprach der hochgesinnte König eilig zu Nala: „Ich will es aufheben!

nigṛhṇīṣva mahābuddhe hayān etān mahājavān vārṣṇeyo yāvad etaṃ me paṭam ānayatām iti

Halte, o Großweiser, diese sehr schnellen Rosse an, damit Vārṣṇeya mir dieses Gewand herbeibringen kann.“

Wort für Wort
nigṛhṇīṣva mahābuddhe hayān etān mahājavān vārṣṇeyo yāvad etaṃ me paṭam ānayatām iti
Halte, o Großweiser, diese sehr schnellen Rosse an, damit Vārṣṇeya mir dieses Gewand herbeibringen kann.“

nalas taṃ pratyuvācātha dūre bhraṣṭaḥ paṭas tava yojanaṃ samatikrānto na sa śakyas tvayā punaḥ

Nala aber erwiderte ihm: „Weit hinter uns ist dein Gewand gefallen, eine Yojana schon durchmessen; es kann von dir nicht mehr erlangt werden.“

Wort für Wort
nalas taṃ pratyuvācātha dūre bhraṣṭaḥ paṭas tava yojanaṃ samatikrānto na sa śakyas tvayā punaḥ
Nala aber erwiderte ihm: „Weit hinter uns ist dein Gewand gefallen, eine Yojana schon durchmessen; es kann von dir nicht mehr erlangt werden.“

evam ukte nalenātha tadā bhāṅgasvarir nṛpaḥ āsasāda vane rājan phalavantaṃ bibhītakam

Als Nala so gesprochen hatte, erblickte der König Bhāṅgāsvari da im Wald, o König, einen fruchtbeladenen Bibhītaka-Baum.

Wort für Wort
evam ukte nalenātha tadā bhāṅgasvarir nṛpaḥ āsasāda vane rājan phalavantaṃ bibhītakam
Als Nala so gesprochen hatte, erblickte der König Bhāṅgāsvari da im Wald, o König, einen fruchtbeladenen Bibhītaka-Baum.

taṃ dṛṣṭvā bāhukaṃ rājā tvaramāṇo 'bhyabhāṣata mamāpi sūta paśya tvaṃ saṃkhyāne paramaṃ balam

Als er ihn sah, sprach der König eilig zu Bāhuka: „Sieh auch du, Wagenlenker, meine höchste Kraft im Zählen.

Wort für Wort
taṃ dṛṣṭvā bāhukaṃ rājā tvaramāṇo 'bhyabhāṣata mamāpi sūta paśya tvaṃ saṃkhyāne paramaṃ balam
Als er ihn sah, sprach der König eilig zu Bāhuka: „Sieh auch du, Wagenlenker, meine höchste Kraft im Zählen.

sarvaḥ sarvaṃ na jānāti sarvajño nāsti kaś cana naikatra pariniṣṭhāsti jñānasya puruṣe kva cit

Nicht jeder weiß alles; es gibt keinen Allwissenden; nirgends findet sich in einem Menschen vollständige Meisterschaft des Wissens an einem einzigen Ort.

Wort für Wort
sarvaḥ sarvaṃ na jānāti sarvajño nāsti kaś cana naikatra pariniṣṭhāsti jñānasya puruṣe kva cit
Nicht jeder weiß alles; es gibt keinen Allwissenden; nirgends findet sich in einem Menschen vollständige Meisterschaft des Wissens an einem einzigen Ort.

vṛkṣe 'smin yāni parṇāni phalāny api ca bāhuka patitāni ca yāny atra tatraikam adhikaṃ śatam ekapatrādhikaṃ patraṃ phalam ekaṃ ca bāhuka

An diesem Baum, Bāhuka, sind, was an Blättern und auch an Früchten hier vorhanden ist, und was herabgefallen ist, hundertundeins an der Zahl - ein Blatt mehr als die Blätter, und eine Frucht, o Bāhuka [?],

Wort für Wort
vṛkṣe 'smin yāni parṇāni phalāny api ca bāhuka patitāni ca yāny atra tatraikam adhikaṃ śatam ekapatrādhikaṃ patraṃ phalam ekaṃ ca bāhuka
An diesem Baum, Bāhuka, sind, was an Blättern und auch an Früchten hier vorhanden ist, und was herabgefallen ist, hundertundeins an der Zahl - ein Blatt mehr als die Blätter, und eine Frucht, o Bāhuka [?],

[Anm.: Der Rätselvers über die genaue Anzahl der Blätter und Früchte ist im Sanskrit stark komprimiert und lässt sich nicht mit letzter Sicherheit in seine einzelnen Zahlwerte auflösen.]

pañca koṭyo 'tha patrāṇāṃ dvayor api ca śākhayoḥ pracinuhy asya śākhe dve yāś cāpy anyāḥ praśākhikāḥ ābhyāṃ phalasahasre dve pañconaṃ śatam eva ca

und fünf Koṭi [fünfzig Millionen] an Blättern sind es an den beiden Ästen; zähle diese beiden Äste dieses Baumes, und auch die anderen Zweige - an ihnen beiden sind zweitausend Früchte, weniger fünfundneunzig.“

Wort für Wort
pañca koṭyo 'tha patrāṇāṃ dvayor api ca śākhayoḥ pracinuhy asya śākhe dve yāś cāpy anyāḥ praśākhikāḥ ābhyāṃ phalasahasre dve pañconaṃ śatam eva ca
und fünf Koṭi [fünfzig Millionen] an Blättern sind es an den beiden Ästen; zähle diese beiden Äste dieses Baumes, und auch die anderen Zweige - an ihnen beiden sind zweitausend Früchte, weniger fünfundneunzig.“

tato rathād avaplutya rājānaṃ bāhuko 'bravīt parokṣam iva me rājan katthase śatrukarśana

Da sprang Bāhuka vom Wagen und sprach zum König: „Wie etwas Unsichtbares, o König, rühmst du dich da, o Bezwinger der Feinde.

Wort für Wort
tato rathād avaplutya rājānaṃ bāhuko 'bravīt parokṣam iva me rājan katthase śatrukarśana
Da sprang Bāhuka vom Wagen und sprach zum König: „Wie etwas Unsichtbares, o König, rühmst du dich da, o Bezwinger der Feinde.

atha te gaṇite rājan vidyate na parokṣatā pratyakṣaṃ te mahārāja gaṇayiṣye bibhītakam

Doch wenn es gezählt ist, o König, gibt es kein Unsichtbares mehr; vor deinen Augen, o Großkönig, werde ich den Bibhītaka-Baum zählen.

Wort für Wort
atha te gaṇite rājan vidyate na parokṣatā pratyakṣaṃ te mahārāja gaṇayiṣye bibhītakam
Doch wenn es gezählt ist, o König, gibt es kein Unsichtbares mehr; vor deinen Augen, o Großkönig, werde ich den Bibhītaka-Baum zählen.

ahaṃ hi nābhijānāmi bhaved evaṃ na veti ca saṃkhyāsyāmi phalāny asya paśyatas te janādhipa muhūrtam iva vārṣṇeyo raśmīn yacchatu vājinām

Ich weiß freilich nicht, ob es sich so verhält oder nicht; ich werde die Früchte dieses Baumes zählen, während du zusiehst, o Herrscher der Menschen. Vārṣṇeya möge für einen Augenblick die Zügel der Rosse halten.“

Wort für Wort
ahaṃ hi nābhijānāmi bhaved evaṃ na veti ca saṃkhyāsyāmi phalāny asya paśyatas te janādhipa muhūrtam iva vārṣṇeyo raśmīn yacchatu vājinām
Ich weiß freilich nicht, ob es sich so verhält oder nicht; ich werde die Früchte dieses Baumes zählen, während du zusiehst, o Herrscher der Menschen. Vārṣṇeya möge für einen Augenblick die Zügel der Rosse halten.“

tam abravīn nṛpaḥ sūtaṃ nāyaṃ kālo vilambitum bāhukas tv abravīd enaṃ paraṃ yatnaṃ samāsthitaḥ

Der König sprach zum Wagenlenker: „Dies ist nicht die Zeit für Verzögerung.“ Doch Bāhuka, mit äußerster Anstrengung, sprach zu ihm:

Wort für Wort
tam abravīn nṛpaḥ sūtaṃ nāyaṃ kālo vilambitum bāhukas tv abravīd enaṃ paraṃ yatnaṃ samāsthitaḥ
Der König sprach zum Wagenlenker: „Dies ist nicht die Zeit für Verzögerung.“ Doch Bāhuka, mit äußerster Anstrengung, sprach zu ihm:

pratīkṣasva muhūrtaṃ tvam atha vā tvarate bhavān eṣa yāti śivaḥ panthā yāhi vārṣṇeyasārathiḥ

„Warte nur einen Augenblick, oder, wenn du es eilig hast: dort verläuft ein günstiger Weg - geh mit Vārṣṇeya als Wagenlenker voraus.“

Wort für Wort
pratīkṣasva muhūrtaṃ tvam atha vā tvarate bhavān eṣa yāti śivaḥ panthā yāhi vārṣṇeyasārathiḥ
„Warte nur einen Augenblick, oder, wenn du es eilig hast: dort verläuft ein günstiger Weg - geh mit Vārṣṇeya als Wagenlenker voraus.“

abravīd ṛtuparṇas taṃ sāntvayan kurunandana tvam eva yantā nānyo 'sti pṛthivyām api bāhuka

Ṛtuparṇa sprach zu ihm, ihn besänftigend, o Freude der Kurus: „Du eben bist der Wagenlenker, kein anderer gibt es auf der Erde, Bāhuka.

Wort für Wort
abravīd ṛtuparṇas taṃ sāntvayan kurunandana tvam eva yantā nānyo 'sti pṛthivyām api bāhuka
Ṛtuparṇa sprach zu ihm, ihn besänftigend, o Freude der Kurus: „Du eben bist der Wagenlenker, kein anderer gibt es auf der Erde, Bāhuka.

tvatkṛte yātum icchāmi vidarbhān hayakovida śaraṇaṃ tvāṃ prapanno 'smi na vighnaṃ kartum arhasi

Deinetwegen wünsche ich nach Vidarbha zu gelangen, o Kenner der Pferde; ich habe bei dir Zuflucht gesucht - du solltest kein Hindernis bereiten.

Wort für Wort
tvatkṛte yātum icchāmi vidarbhān hayakovida śaraṇaṃ tvāṃ prapanno 'smi na vighnaṃ kartum arhasi
Deinetwegen wünsche ich nach Vidarbha zu gelangen, o Kenner der Pferde; ich habe bei dir Zuflucht gesucht - du solltest kein Hindernis bereiten.

kāmaṃ ca te kariṣyāmi yan māṃ vakṣyasi bāhuka vidarbhān yadi yātvādya sūryaṃ darśayitāsi me

Und was du mir auch sagen wirst, Bāhuka, das werde ich erfüllen - wenn ich noch heute nach Vidarbha gelange, ehe du mir die Sonne [den Sonnenuntergang] zeigst.“

Wort für Wort
kāmaṃ ca te kariṣyāmi yan māṃ vakṣyasi bāhuka vidarbhān yadi yātvādya sūryaṃ darśayitāsi me
Und was du mir auch sagen wirst, Bāhuka, das werde ich erfüllen - wenn ich noch heute nach Vidarbha gelange, ehe du mir die Sonne [den Sonnenuntergang] zeigst.“

[Anm.: 'sūryaṃ darśayitāsi me' (wörtlich 'du wirst mir die Sonne zeigen') ist im Sanskrit knapp und wird hier als Anspielung auf den bevorstehenden Sonnenuntergang gedeutet.]

athābravīd bāhukas taṃ saṃkhyāyemaṃ bibhītakam tato vidarbhān yāsyāmi kuruṣvedaṃ vaco mama

Da sprach Bāhuka zu ihm: „Nachdem ich diesen Bibhītaka-Baum gezählt habe, werde ich nach Vidarbha weiterziehen; erfülle du dieses mein Wort.“

Wort für Wort
athābravīd bāhukas taṃ saṃkhyāyemaṃ bibhītakam tato vidarbhān yāsyāmi kuruṣvedaṃ vaco mama
Da sprach Bāhuka zu ihm: „Nachdem ich diesen Bibhītaka-Baum gezählt habe, werde ich nach Vidarbha weiterziehen; erfülle du dieses mein Wort.“

akāma iva taṃ rājā gaṇayasvety uvāca ha so 'vatīrya rathāt tūrṇaṃ śātayām āsa taṃ drumam

Wie widerwillig sprach der König zu ihm: „So zähle denn.“ Er stieg vom Wagen und fällte rasch jenen Baum.

Wort für Wort
akāma iva taṃ rājā gaṇayasvety uvāca ha so 'vatīrya rathāt tūrṇaṃ śātayām āsa taṃ drumam
Wie widerwillig sprach der König zu ihm: „So zähle denn.“ Er stieg vom Wagen und fällte rasch jenen Baum.

tataḥ sa vismayāviṣṭo rājānam idam abravīt gaṇayitvā yathoktāni tāvanty eva phalāni ca

Da, von Staunen erfüllt, sprach er, nachdem er die Früchte gezählt hatte und sie sich genau als so viele erwiesen hatten, wie jener gesagt hatte, zum König dies:

Wort für Wort
tataḥ sa vismayāviṣṭo rājānam idam abravīt gaṇayitvā yathoktāni tāvanty eva phalāni ca
Da, von Staunen erfüllt, sprach er, nachdem er die Früchte gezählt hatte und sie sich genau als so viele erwiesen hatten, wie jener gesagt hatte, zum König dies:

atyadbhutam idaṃ rājan dṛṣṭavān asmi te balam śrotum icchāmi tāṃ vidyāṃ yathaitaj jñāyate nṛpa

„Überaus wunderbar ist dies, o König; ich habe deine Kraft gesehen. Ich wünsche jene Kunst zu hören, wodurch dies erkannt wird, o Herrscher.“

Wort für Wort
atyadbhutam idaṃ rājan dṛṣṭavān asmi te balam śrotum icchāmi tāṃ vidyāṃ yathaitaj jñāyate nṛpa
„Überaus wunderbar ist dies, o König; ich habe deine Kraft gesehen. Ich wünsche jene Kunst zu hören, wodurch dies erkannt wird, o Herrscher.“

tam uvāca tato rājā tvarito gamane tadā viddhy akṣahṛdayajñaṃ māṃ saṃkhyāne ca viśāradam

Da sprach der König zu ihm, obwohl er es eilig hatte, weiterzuziehen: „Wisse, dass ich das Geheimnis des Würfelspiels kenne und im Zählen erfahren bin.“

Wort für Wort
tam uvāca tato rājā tvarito gamane tadā viddhy akṣahṛdayajñaṃ māṃ saṃkhyāne ca viśāradam
Da sprach der König zu ihm, obwohl er es eilig hatte, weiterzuziehen: „Wisse, dass ich das Geheimnis des Würfelspiels kenne und im Zählen erfahren bin.“

bāhukas tam uvācātha dehi vidyām imāṃ mama matto 'pi cāśvahṛdayaṃ gṛhāṇa puruṣarṣabha

Da sprach Bāhuka zu ihm: „Gib mir diese Kunst; und nimm du von mir das Geheimnis der Rosselenkkunst, Stier unter den Männern.“

Wort für Wort
bāhukas tam uvācātha dehi vidyām imāṃ mama matto 'pi cāśvahṛdayaṃ gṛhāṇa puruṣarṣabha
Da sprach Bāhuka zu ihm: „Gib mir diese Kunst; und nimm du von mir das Geheimnis der Rosselenkkunst, Stier unter den Männern.“

ṛtuparṇas tato rājā bāhukaṃ kāryagauravāt hayajñānasya lobhāc ca tathety evābravīd vacaḥ

Da sprach König Ṛtuparṇa, wegen der Wichtigkeit der Angelegenheit und aus Begierde nach dem Wissen um die Pferde, zu Bāhuka das Wort: „So sei es.“

Wort für Wort
ṛtuparṇas tato rājā bāhukaṃ kāryagauravāt hayajñānasya lobhāc ca tathety evābravīd vacaḥ
Da sprach König Ṛtuparṇa, wegen der Wichtigkeit der Angelegenheit und aus Begierde nach dem Wissen um die Pferde, zu Bāhuka das Wort: „So sei es.“

yatheṣṭaṃ tvaṃ gṛhāṇedam akṣāṇāṃ hṛdayaṃ param nikṣepo me 'śvahṛdayaṃ tvayi tiṣṭhatu bāhuka evam uktvā dadau vidyām ṛtuparṇo nalāya vai

„Nimm nach Belieben dieses höchste Geheimnis des Würfelspiels an; das Geheimnis der Rosselenkkunst bleibe bei dir als mein Pfand hinterlegt, Bāhuka.“ So sprechend, gab Ṛtuparṇa dem Nala die Kunst.

Wort für Wort
yatheṣṭaṃ tvaṃ gṛhāṇedam akṣāṇāṃ hṛdayaṃ param nikṣepo me 'śvahṛdayaṃ tvayi tiṣṭhatu bāhuka evam uktvā dadau vidyām ṛtuparṇo nalāya vai
„Nimm nach Belieben dieses höchste Geheimnis des Würfelspiels an; das Geheimnis der Rosselenkkunst bleibe bei dir als mein Pfand hinterlegt, Bāhuka.“ So sprechend, gab Ṛtuparṇa dem Nala die Kunst.

tasyākṣahṛdayajñasya śarīrān niḥsṛtaḥ kaliḥ karkoṭakaviṣaṃ tīkṣṇaṃ mukhāt satatam udvaman

Aus dem Leib dessen, der nun das Geheimnis des Würfelspiels kannte, entwich Kali, unaufhörlich das scharfe Gift Karkoṭakas aus seinem Mund erbrechend.

Wort für Wort
tasyākṣahṛdayajñasya śarīrān niḥsṛtaḥ kaliḥ karkoṭakaviṣaṃ tīkṣṇaṃ mukhāt satatam udvaman
Aus dem Leib dessen, der nun das Geheimnis des Würfelspiels kannte, entwich Kali, unaufhörlich das scharfe Gift Karkoṭakas aus seinem Mund erbrechend.

kales tasya tadārtasya śāpāgniḥ sa viniḥsṛtaḥ sa tena karśito rājā dīrghakālam anātmavān

Jenes Feuer des Fluches, das von dem gequälten Kali ausging, entwich; durch ihn war der König lange Zeit abgezehrt und seiner selbst nicht mächtig gewesen.

Wort für Wort
kales tasya tadārtasya śāpāgniḥ sa viniḥsṛtaḥ sa tena karśito rājā dīrghakālam anātmavān
Jenes Feuer des Fluches, das von dem gequälten Kali ausging, entwich; durch ihn war der König lange Zeit abgezehrt und seiner selbst nicht mächtig gewesen.

tato viṣavimuktātmā svarūpam akarot kaliḥ taṃ śaptum aicchat kupito niṣadhādhipatir nalaḥ

Da, vom Gift befreit, nahm Kali seine wahre Gestalt an; und der Herrscher der Niṣadhas, Nala, wollte ihn zornerfüllt verfluchen.

Wort für Wort
tato viṣavimuktātmā svarūpam akarot kaliḥ taṃ śaptum aicchat kupito niṣadhādhipatir nalaḥ
Da, vom Gift befreit, nahm Kali seine wahre Gestalt an; und der Herrscher der Niṣadhas, Nala, wollte ihn zornerfüllt verfluchen.

tam uvāca kalir bhīto vepamānaḥ kṛtāñjaliḥ kopaṃ saṃyaccha nṛpate kīrtiṃ dāsyāmi te parām

Zu ihm sprach Kali, erschrocken, zitternd, mit gefalteten Händen: „Halte deinen Zorn zurück, o Herrscher; ich werde dir höchsten Ruhm verschaffen.

Wort für Wort
tam uvāca kalir bhīto vepamānaḥ kṛtāñjaliḥ kopaṃ saṃyaccha nṛpate kīrtiṃ dāsyāmi te parām
Zu ihm sprach Kali, erschrocken, zitternd, mit gefalteten Händen: „Halte deinen Zorn zurück, o Herrscher; ich werde dir höchsten Ruhm verschaffen.

indrasenasya jananī kupitā māśapat purā yadā tvayā parityaktā tato 'haṃ bhṛśapīḍitaḥ

Die Mutter des Indrasena hat mich einst, zornerfüllt, verflucht, als sie von dir verlassen wurde; seither war ich heftig gequält.

Wort für Wort
indrasenasya jananī kupitā māśapat purā yadā tvayā parityaktā tato 'haṃ bhṛśapīḍitaḥ
Die Mutter des Indrasena hat mich einst, zornerfüllt, verflucht, als sie von dir verlassen wurde; seither war ich heftig gequält.

avasaṃ tvayi rājendra suduḥkham aparājita viṣeṇa nāgarājasya dahyamāno divāniśam

Ich weilte in dir, o Fürst der Könige, in großem Leid, du Unbesiegter, Tag und Nacht von dem Gift des Schlangenkönigs verbrannt.

Wort für Wort
avasaṃ tvayi rājendra suduḥkham aparājita viṣeṇa nāgarājasya dahyamāno divāniśam
Ich weilte in dir, o Fürst der Könige, in großem Leid, du Unbesiegter, Tag und Nacht von dem Gift des Schlangenkönigs verbrannt.

ye ca tvāṃ manujā loke kīrtayiṣyanty atandritāḥ matprasūtaṃ bhayaṃ teṣāṃ na kadā cid bhaviṣyati

Und die Menschen, die dich in der Welt unermüdlich preisen werden, denen wird niemals eine von mir ausgehende Furcht widerfahren.“

Wort für Wort
ye ca tvāṃ manujā loke kīrtayiṣyanty atandritāḥ matprasūtaṃ bhayaṃ teṣāṃ na kadā cid bhaviṣyati
Und die Menschen, die dich in der Welt unermüdlich preisen werden, denen wird niemals eine von mir ausgehende Furcht widerfahren.“

evam ukto nalo rājā nyayacchat kopam ātmanaḥ tato bhītaḥ kaliḥ kṣipraṃ praviveśa bibhītakam kalis tv anyena nādṛśyat kathayan naiṣadhena vai

So angesprochen, hielt König Nala seinen Zorn zurück; da, erschrocken, verbarg sich Kali eilends im Bibhītaka-Baum; und außer dem Naiṣadha, mit dem er sprach, wurde Kali von niemandem gesehen.

Wort für Wort
evam ukto nalo rājā nyayacchat kopam ātmanaḥ tato bhītaḥ kaliḥ kṣipraṃ praviveśa bibhītakam kalis tv anyena nādṛśyat kathayan naiṣadhena vai
So angesprochen, hielt König Nala seinen Zorn zurück; da, erschrocken, verbarg sich Kali eilends im Bibhītaka-Baum; und außer dem Naiṣadha, mit dem er sprach, wurde Kali von niemandem gesehen.

tato gatajvaro rājā naiṣadhaḥ paravīrahā saṃpranaṣṭe kalau rājan saṃkhyāyātha phalāny uta

Da, seines Fiebers ledig, o König, der Naiṣadha, der Vernichter feindlicher Helden, nachdem Kali verschwunden war, und nachdem er die Früchte gezählt hatte,

Wort für Wort
tato gatajvaro rājā naiṣadhaḥ paravīrahā saṃpranaṣṭe kalau rājan saṃkhyāyātha phalāny uta
Da, seines Fiebers ledig, o König, der Naiṣadha, der Vernichter feindlicher Helden, nachdem Kali verschwunden war, und nachdem er die Früchte gezählt hatte,

mudā paramayā yuktas tejasā ca pareṇa ha ratham āruhya tejasvī prayayau javanair hayaiḥ bibhītakaś cāpraśastaḥ saṃvṛttaḥ kalisaṃśrayāt

von höchster Freude erfüllt und mit höchstem Glanz, bestieg der Glanzvolle den Wagen und zog mit schnellen Rossen weiter; der Bibhītaka-Baum aber wurde, wegen der Zuflucht, die Kali dort gefunden hatte, fortan als unheilvoll angesehen.

Wort für Wort
mudā paramayā yuktas tejasā ca pareṇa ha ratham āruhya tejasvī prayayau javanair hayaiḥ bibhītakaś cāpraśastaḥ saṃvṛttaḥ kalisaṃśrayāt
von höchster Freude erfüllt und mit höchstem Glanz, bestieg der Glanzvolle den Wagen und zog mit schnellen Rossen weiter; der Bibhītaka-Baum aber wurde, wegen der Zuflucht, die Kali dort gefunden hatte, fortan als unheilvoll angesehen.

hayottamān utpatato dvijān iva punaḥ punaḥ nalaḥ saṃcodayām āsa prahṛṣṭenāntarātmanā

Immer wieder trieb Nala, hocherfreuten Herzens, die vortrefflichen Rosse an, die wie Vögel dahinflogen.

Wort für Wort
hayottamān utpatato dvijān iva punaḥ punaḥ nalaḥ saṃcodayām āsa prahṛṣṭenāntarātmanā
Immer wieder trieb Nala, hocherfreuten Herzens, die vortrefflichen Rosse an, die wie Vögel dahinflogen.

vidarbhābhimukho rājā prayayau sa mahāmanāḥ nale tu samatikrānte kalir apy agamad gṛhān

Der hochgesinnte König zog, Vidarbha zugewandt, weiter; und als Nala vorübergezogen war, ging auch Kali zu seiner eigenen Wohnstatt.

Wort für Wort
vidarbhābhimukho rājā prayayau sa mahāmanāḥ nale tu samatikrānte kalir apy agamad gṛhān
Der hochgesinnte König zog, Vidarbha zugewandt, weiter; und als Nala vorübergezogen war, ging auch Kali zu seiner eigenen Wohnstatt.

tato gatajvaro rājā nalo 'bhūt pṛthivīpate vimuktaḥ kalinā rājan rūpamātraviyojitaḥ

Da war König Nala, o Herrscher der Erde, seines Fiebers ledig, von Kali befreit, o König, nur noch seiner äußeren Gestalt beraubt.

Wort für Wort
tato gatajvaro rājā nalo 'bhūt pṛthivīpate vimuktaḥ kalinā rājan rūpamātraviyojitaḥ
Da war König Nala, o Herrscher der Erde, seines Fiebers ledig, von Kali befreit, o König, nur noch seiner äußeren Gestalt beraubt.

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