Kapitel 54: Damayantyāḥ Svayaṃvaraḥ
Damayantīs Svayaṃvara und Vermählung
Beim Svayaṃvara erblickt Damayantī fünf identisch aussehende Gestalten - Nala und die vier Götter in seiner Gestalt. Durch ein Gelübde bei den Göttern erlangt sie die Fähigkeit, die göttlichen Kennzeichen zu erkennen, und wählt den wahren Nala. Die Weltenhüter gewähren Nala acht Gaben und kehren in den Himmel zurück. Nala und Damayantī heiraten und leben in Glück und Wohlstand.
Bṛhadaśva sprach: Als dann die günstige Zeit gekommen war, an einem heiligen Tag, zu einem heiligen Augenblick, rief König Bhīma die Herrscher der Erde zum Svayaṃvara.
Bṛhadaśva sprach: Als dann die günstige Zeit gekommen war, an einem heiligen Tag, zu einem heiligen Augenblick, rief König Bhīma die Herrscher der Erde zum Svayaṃvara.
Als sie diese alle betrachtete, ununterscheidbar in Gestalt dastehend, konnte die Vaidarbhī aus Zweifel König Nala nicht erkennen; wen auch immer sie von ihnen erblickte, den hielt sie für König Nala.
Als sie diese alle betrachtete, ununterscheidbar in Gestalt dastehend, konnte die Vaidarbhī aus Zweifel König Nala nicht erkennen; wen auch immer sie von ihnen erblickte, den hielt sie für König Nala.
haṃsānāṃ vacanaṃ śrutvā yathā me naiṣadho vṛtaḥ patitve tena satyena devās taṃ pradiśantu me
„So wie ich, nachdem ich das Wort der Schwäne gehört hatte, den Naiṣadha zum Gatten erwählt habe - bei dieser Wahrheit mögen die Götter ihn mir zeigen.
Wort für Wort
haṃsānāṃ vacanaṃ śrutvā yathā me naiṣadho vṛtaḥ patitve tena satyena devās taṃ pradiśantu me
„So wie ich, nachdem ich das Wort der Schwäne gehört hatte, den Naiṣadha zum Gatten erwählt habe - bei dieser Wahrheit mögen die Götter ihn mir zeigen.
manoviśuddhiṃ buddhiṃ ca bhaktiṃ rāgaṃ ca bhārata yathoktaṃ cakrire devāḥ sāmarthyaṃ liṅgadhāraṇe
die Reinheit ihres Geistes, ihren Verstand, ihre Hingabe und Liebe, o Bhārata - da verliehen die Götter ihr, wie besprochen, die Fähigkeit, ihre göttlichen Kennzeichen zu erkennen.
Wort für Wort
manoviśuddhiṃ buddhiṃ ca bhaktiṃ rāgaṃ ca bhārata yathoktaṃ cakrire devāḥ sāmarthyaṃ liṅgadhāraṇe
die Reinheit ihres Geistes, ihren Verstand, ihre Hingabe und Liebe, o Bhārata - da verliehen die Götter ihr, wie besprochen, die Fähigkeit, ihre göttlichen Kennzeichen zu erkennen.
chāyādvitīyo mlānasrag rajaḥsvedasamanvitaḥ bhūmiṣṭho naiṣadhaś caiva nimeṣeṇa ca sūcitaḥ
Und den Naiṣadha, kenntlich an seinem [einfachen] Schatten, mit welkem Kranz, mit Staub und Schweiß bedeckt, auf dem Boden stehend, und durch das Blinzeln seiner Augen erkennbar.
Wort für Wort
chāyādvitīyo mlānasrag rajaḥsvedasamanvitaḥ bhūmiṣṭho naiṣadhaś caiva nimeṣeṇa ca sūcitaḥ
Und den Naiṣadha, kenntlich an seinem [einfachen] Schatten, mit welkem Kranz, mit Staub und Schweiß bedeckt, auf dem Boden stehend, und durch das Blinzeln seiner Augen erkennbar.
sā samīkṣya tato devān puṇyaślokaṃ ca bhārata naiṣadhaṃ varayām āsa bhaimī dharmeṇa bhārata
Nachdem sie so die Götter und den ruhmreichen Naiṣadha betrachtet hatte, o Bhārata, wählte die Tochter Bhīmas den Naiṣadha vorschriftsmäßig, o Bhārata.
Wort für Wort
sā samīkṣya tato devān puṇyaślokaṃ ca bhārata naiṣadhaṃ varayām āsa bhaimī dharmeṇa bhārata
Nachdem sie so die Götter und den ruhmreichen Naiṣadha betrachtet hatte, o Bhārata, wählte die Tochter Bhīmas den Naiṣadha vorschriftsmäßig, o Bhārata.
Schamhaft ergriff sie, die Weitäugige, den Saum seines Gewandes und legte ihm einen wunderschönen Kranz um den Nacken; so wählte sie ihn, die Schönfarbige, zum Gatten.
Schamhaft ergriff sie, die Weitäugige, den Saum seines Gewandes und legte ihm einen wunderschönen Kranz um den Nacken; so wählte sie ihn, die Schönfarbige, zum Gatten.
tato hā heti sahasā śabdo mukto narādhipaiḥ devair maharṣibhiś caiva sādhu sādhv iti bhārata vismitair īritaḥ śabdaḥ praśaṃsadbhir nalaṃ nṛpam
Da erhob sich plötzlich ein Ausruf des Erstaunens von den Herrschern der Menschen, und von den Göttern und großen Weisen ein „Vortrefflich, vortrefflich!“, o Bhārata - ein Ausruf, ausgestoßen von den Erstaunten, die König Nala priesen.
Wort für Wort
tato hā heti sahasā śabdo mukto narādhipaiḥ devair maharṣibhiś caiva sādhu sādhv iti bhārata vismitair īritaḥ śabdaḥ praśaṃsadbhir nalaṃ nṛpam
Da erhob sich plötzlich ein Ausruf des Erstaunens von den Herrschern der Menschen, und von den Göttern und großen Weisen ein „Vortrefflich, vortrefflich!“, o Bhārata - ein Ausruf, ausgestoßen von den Erstaunten, die König Nala priesen.
Sichtbare Gegenwart beim Opfer und einen unübertrefflichen, glückverheißenden Gang gewährte Śakra, der Gemahl Śacīs, dem Naiṣadha, wohlgefällig gestimmt.
Sichtbare Gegenwart beim Opfer und einen unübertrefflichen, glückverheißenden Gang gewährte Śakra, der Gemahl Śacīs, dem Naiṣadha, wohlgefällig gestimmt.
Agni gewährte, dass er selbst erscheine, wo immer der Naiṣadha es wünscht [?], und der Feueresser gewährte ihm auch Welten von eigenem Glanz.
[Anm.: Die genaue Bedeutung der Gabe Agnis ('ātmabhavam' - 'sein eigenes Entstehen/Erscheinen') ist etwas unsicher; gemeint ist wohl, dass Feuer für Nala jederzeit nach Wunsch entsteht.]
yamas tv annarasaṃ prādād dharme ca paramāṃ sthitim apāṃpatir apāṃ bhāvaṃ yatra vāñchati naiṣadhaḥ
Yama aber gewährte Geschmack in der Speise und höchste Standhaftigkeit im Dharma; der Herr der Wasser gewährte das Erscheinen von Wasser, wo immer der Naiṣadha es wünscht.
Wort für Wort
yamas tv annarasaṃ prādād dharme ca paramāṃ sthitim apāṃpatir apāṃ bhāvaṃ yatra vāñchati naiṣadhaḥ
Yama aber gewährte Geschmack in der Speise und höchste Standhaftigkeit im Dharma; der Herr der Wasser gewährte das Erscheinen von Wasser, wo immer der Naiṣadha es wünscht.
srajaṃ cottamagandhāḍhyāṃ sarve ca mithunaṃ daduḥ varān evaṃ pradāyāsya devās te tridivaṃ gatāḥ
Und einen mit vortrefflichstem Duft reichen Kranz sowie ein Zwillingspaar an Kindern gewährten sie alle gemeinsam; nachdem sie ihm so diese Gaben gewährt hatten, kehrten die Götter in den Himmel zurück.
Wort für Wort
srajaṃ cottamagandhāḍhyāṃ sarve ca mithunaṃ daduḥ varān evaṃ pradāyāsya devās te tridivaṃ gatāḥ
Und einen mit vortrefflichstem Duft reichen Kranz sowie ein Zwillingspaar an Kindern gewährten sie alle gemeinsam; nachdem sie ihm so diese Gaben gewährt hatten, kehrten die Götter in den Himmel zurück.