Kapitel 114: Kaliṅgatīrthavarṇanam - Vedyupākhyānam
Die Beschreibung der Kaliṅga-Tīrthas - Die Erzählung vom Opferaltar
Vaiśaṃpāyana berichtet die Weiterreise zu den Kaliṅgas und zum Fluss Vaitaraṇī, wo einst Rudra dem Opfer sein Anteil abgetrotzt und die Götter ihn durch einen eigenen, unverderblichen Opferanteil besänftigt haben. Nach dem Ahnenopfer in der Vaitaraṇī berichtet Yudhiṣṭhira von einer wunderbaren Vision aller Welten; Lomaśa erklärt den fernen Klang als die Rezitation der Vaikhānasa-Weisen und erzählt die Geschichte des Svayaṃbhū-Opferwaldes: Als die geopferte Erde dem Kaśyapa als Lohn gegeben wurde, drohte sie aus Widerwillen ins Rasātala zu versinken, ließ sich aber durch Kaśyapas Buße besänftigen und erstarrte zu einem heiligen Opferaltar, den Yudhiṣṭhira nun mit einem Segensspruch besteigt.
Lomaśa sprach: „Dies hier sind die Kaliṅgas, Sohn der Kuntī, wo der Fluss Vaitaraṇī ist, wo auch Dharma opferte, nachdem er zu den Göttern Zuflucht genommen hatte.
Lomaśa sprach: „Dies hier sind die Kaliṅgas, Sohn der Kuntī, wo der Fluss Vaitaraṇī ist, wo auch Dharma opferte, nachdem er zu den Göttern Zuflucht genommen hatte.
hṛte paśau tadā devās tam ūcur bharatarṣabha mā parasvam abhidrogdhā mā dharmān sakalānn aśīḥ
Als das Opfertier geraubt war, sprachen die Götter da zu ihm, o Stier der Bharatas: 'Tu keinem Unrecht an fremdem Gut, zerstöre nicht alle heiligen Ordnungen!'
Wort für Wort
hṛte paśau tadā devās tam ūcur bharatarṣabha mā parasvam abhidrogdhā mā dharmān sakalānn aśīḥ
Als das Opfertier geraubt war, sprachen die Götter da zu ihm, o Stier der Bharatas: 'Tu keinem Unrecht an fremdem Gut, zerstöre nicht alle heiligen Ordnungen!'
Yudhiṣṭhira sprach: „Kaum habe ich in diesem Fluss das Berührungsritual vollzogen, o Erhabener, Schatz der Buße, schon bin ich aus dem Bereich der Menschen entrückt - sieh, Lomaśa!
Yudhiṣṭhira sprach: „Kaum habe ich in diesem Fluss das Berührungsritual vollzogen, o Erhabener, Schatz der Buße, schon bin ich aus dem Bereich der Menschen entrückt - sieh, Lomaśa!
ahaṃ ca te svastyayanaṃ prayokṣye yathā tvam enām adhirokṣyase 'dya spṛṣṭā hi martyena tataḥ samudram eṣā vedī praviśaty ājamīḍha
Und ich werde für dich einen Segensspruch anwenden, damit du diesen Altar heute besteigen kannst; denn sobald er von einem Sterblichen berührt ist, geht dieser Altar sogleich in den Ozean ein, Sohn des Ajamīḍha.
Wort für Wort
ahaṃ ca te svastyayanaṃ prayokṣye yathā tvam enām adhirokṣyase 'dya spṛṣṭā hi martyena tataḥ samudram eṣā vedī praviśaty ājamīḍha
Und ich werde für dich einen Segensspruch anwenden, damit du diesen Altar heute besteigen kannst; denn sobald er von einem Sterblichen berührt ist, geht dieser Altar sogleich in den Ozean ein, Sohn des Ajamīḍha.
'Agni ist der Freund, der Schoß sind die Wasser, o Göttinnen; Viṣṇu, du bist der Same, der Nabel der Unsterblichkeit' - so dieses wahre Wort sprechend, Pāṇḍava, besteige rasch diesen Altar.“
'Agni ist der Freund, der Schoß sind die Wasser, o Göttinnen; Viṣṇu, du bist der Same, der Nabel der Unsterblichkeit' - so dieses wahre Wort sprechend, Pāṇḍava, besteige rasch diesen Altar.“
[Anm.: Der Segensspruch in Vers 25 bleibt in seiner knappen, formelhaften Sprache stellenweise dunkel; er scheint eine rituelle Anrufung der am Opfer beteiligten Mächte (Agni, die Gewässer als Göttinnen, Viṣṇu) zu sein, die Yudhiṣṭhira beim Besteigen des Altars sprechen soll.]
tataḥ kṛtasvastyayano mahātmā yudhiṣṭhiraḥ sāgaragām agacchat kṛtvā ca tacchāsanam asya sarvaṃ mahendram āsādya niśām uvāsa
Vaiśaṃpāyana sprach: Da, nachdem der Segensspruch vollzogen war, ging der hochgesinnte Yudhiṣṭhira zu dem meerwärts gelegenen Altar; und nachdem er all seine Weisung befolgt hatte, erreichte er den Berg Mahendra und verbrachte dort die Nacht.
Wort für Wort
tataḥ kṛtasvastyayano mahātmā yudhiṣṭhiraḥ sāgaragām agacchat kṛtvā ca tacchāsanam asya sarvaṃ mahendram āsādya niśām uvāsa
Vaiśaṃpāyana sprach: Da, nachdem der Segensspruch vollzogen war, ging der hochgesinnte Yudhiṣṭhira zu dem meerwärts gelegenen Altar; und nachdem er all seine Weisung befolgt hatte, erreichte er den Berg Mahendra und verbrachte dort die Nacht.