Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Vanaparva (Āraṇyakaparva)

Kapitel 119: Rāmavākyam - Kṣatriyaduḥkhavarṇanam Balarāmas Rede: Die Klage über das Unrecht an den Pāṇḍavas

Auf Janamejayas Nachfrage schildert Vaiśaṃpāyana die Begegnung von Vṛṣṇis und Pāṇḍavas in Prabhāsa. Balarāma (Rāma) hält vor Kṛṣṇa eine leidenschaftliche Klagerede über die Ungerechtigkeit von Yudhiṣṭhiras Schicksal: Obwohl rechtschaffen, muss der Dharma-König im Wald leiden, während der unrechte Duryodhana gedeiht; Balarāma zählt die einstigen Heldentaten Bhīmas, Sahadevas und Arjunas auf und stellt sie dem gegenwärtigen elenden Zustand der Pāṇḍavas und Draupadīs gegenüber, mit der rhetorischen Frage, wie die Erde ein solches Unrecht ertragen könne.

prabhāsatīrthaṃ saṃprāpya vṛṣṇayaḥ pāṇḍavās tathā kim akurvan kathāś caiṣāṃ kās tatrāsaṃs tapodhana

Janamejaya sprach: „Als sie das Tīrtha Prabhāsa erreicht hatten, die Vṛṣṇis und ebenso die Pāṇḍavas, was taten sie, und welche Gespräche fanden dort zwischen ihnen statt, o Schatz der Buße?

Wort für Wort
prabhāsatīrthaṃ saṃprāpya vṛṣṇayaḥ pāṇḍavās tathā kim akurvan kathāś caiṣāṃ kās tatrāsaṃs tapodhana
Janamejaya sprach: „Als sie das Tīrtha Prabhāsa erreicht hatten, die Vṛṣṇis und ebenso die Pāṇḍavas, was taten sie, und welche Gespräche fanden dort zwischen ihnen statt, o Schatz der Buße?

te hi sarve mahātmānaḥ sarvaśāstraviśāradāḥ vṛṣṇayaḥ pāṇḍavāś caiva suhṛdaś ca parasparam

Denn sie alle, hochgesinnt, in allen Lehrschriften bewandert, die Vṛṣṇis und ebenso die Pāṇḍavas, waren einander Freunde.“

Wort für Wort
te hi sarve mahātmānaḥ sarvaśāstraviśāradāḥ vṛṣṇayaḥ pāṇḍavāś caiva suhṛdaś ca parasparam
Denn sie alle, hochgesinnt, in allen Lehrschriften bewandert, die Vṛṣṇis und ebenso die Pāṇḍavas, waren einander Freunde.“

prabhāsatīrthaṃ saṃprāpya puṇyaṃ tīrthaṃ mahodadheḥ vṛṣṇayaḥ pāṇḍavān vīrān parivāryopatasthire

Vaiśaṃpāyana sprach: Als sie das heilige Tīrtha Prabhāsa des großen Ozeans erreicht hatten, umringten die Vṛṣṇis die heldenhaften Pāṇḍavas und setzten sich zu ihnen.

Wort für Wort
prabhāsatīrthaṃ saṃprāpya puṇyaṃ tīrthaṃ mahodadheḥ vṛṣṇayaḥ pāṇḍavān vīrān parivāryopatasthire
Vaiśaṃpāyana sprach: Als sie das heilige Tīrtha Prabhāsa des großen Ozeans erreicht hatten, umringten die Vṛṣṇis die heldenhaften Pāṇḍavas und setzten sich zu ihnen.

tato gokṣīrakundendumṛṇālarajataprabhaḥ vanamālī halī rāmo babhāṣe puṣkarekṣaṇam

Da sprach Rāma, strahlend wie Kuhmilch, Jasmin, Mond, Lotusfaser und Silber, mit Waldblumengirlande geschmückt, der Pflugträger, zu dem Lotusäugigen:

Wort für Wort
tato gokṣīrakundendumṛṇālarajataprabhaḥ vanamālī halī rāmo babhāṣe puṣkarekṣaṇam
Da sprach Rāma, strahlend wie Kuhmilch, Jasmin, Mond, Lotusfaser und Silber, mit Waldblumengirlande geschmückt, der Pflugträger, zu dem Lotusäugigen:

na kṛṣṇa dharmaś carito bhavāya; jantor adharmaś ca parābhavāya yudhiṣṭhiro yatra jaṭī mahātmā; vanāśrayaḥ kliśyati cīravāsāḥ

„Nicht, Kṛṣṇa, gereicht geübtes Recht dem Wesen zum Heil, und geübtes Unrecht nicht zum Verderben, da Yudhiṣṭhira, der Hochgesinnte, mit Zöpfen, im Wald wohnend, in Rindenkleidung, sich quält,

Wort für Wort
na kṛṣṇa dharmaś carito bhavāya; jantor adharmaś ca parābhavāya yudhiṣṭhiro yatra jaṭī mahātmā; vanāśrayaḥ kliśyati cīravāsāḥ
„Nicht, Kṛṣṇa, gereicht geübtes Recht dem Wesen zum Heil, und geübtes Unrecht nicht zum Verderben, da Yudhiṣṭhira, der Hochgesinnte, mit Zöpfen, im Wald wohnend, in Rindenkleidung, sich quält,

duryodhanaś cāpi mahīṃ praśāsti; na cāsya bhūmir vivaraṃ dadāti dharmād adharmaś carito garīyān; itīva manyeta naro 'lpabuddhiḥ

während Duryodhana über die Erde herrscht und diese Erde ihm keine Kluft öffnet - so mag ein Mensch von geringem Verstand meinen, geübtes Unrecht wiege schwerer als das Recht.

Wort für Wort
duryodhanaś cāpi mahīṃ praśāsti; na cāsya bhūmir vivaraṃ dadāti dharmād adharmaś carito garīyān; itīva manyeta naro 'lpabuddhiḥ
während Duryodhana über die Erde herrscht und diese Erde ihm keine Kluft öffnet - so mag ein Mensch von geringem Verstand meinen, geübtes Unrecht wiege schwerer als das Recht.

duryodhane cāpi vivardhamāne; yudhiṣṭhire cāsukha āttarājye kiṃ nv adya kartavyam iti prajābhiḥ; śaṅkā mithaḥ saṃjanitā narāṇām

Und da Duryodhana gedeiht, während Yudhiṣṭhira, seines Reiches beraubt, im Unglück ist, entsteht bei den Untertanen der Zweifel untereinander: 'Was ist heute nun zu tun?'

Wort für Wort
duryodhane cāpi vivardhamāne; yudhiṣṭhire cāsukha āttarājye kiṃ nv adya kartavyam iti prajābhiḥ; śaṅkā mithaḥ saṃjanitā narāṇām
Und da Duryodhana gedeiht, während Yudhiṣṭhira, seines Reiches beraubt, im Unglück ist, entsteht bei den Untertanen der Zweifel untereinander: 'Was ist heute nun zu tun?'

ayaṃ hi dharmaprabhavo narendro; dharme rataḥ satyadhṛtiḥ pradātā caled dhi rājyāc ca sukhāc ca pārtho; dharmād apetaś ca kathaṃ vivardhet

Denn dieser Herrscher der Menschen, aus Dharma entsprungen, dem Recht ergeben, in Wahrheit fest, ein Geber - wie könnte der Pārtha aus Reich und Glück vertrieben werden, und wie könnte einer, der vom Recht abgewichen ist, gedeihen?

Wort für Wort
ayaṃ hi dharmaprabhavo narendro; dharme rataḥ satyadhṛtiḥ pradātā caled dhi rājyāc ca sukhāc ca pārtho; dharmād apetaś ca kathaṃ vivardhet
Denn dieser Herrscher der Menschen, aus Dharma entsprungen, dem Recht ergeben, in Wahrheit fest, ein Geber - wie könnte der Pārtha aus Reich und Glück vertrieben werden, und wie könnte einer, der vom Recht abgewichen ist, gedeihen?

kathaṃ nu bhīṣmaś ca kṛpaś ca vipro; droṇaś ca rājā ca kulasya vṛddhaḥ pravrājya pārthān sukham āpnuvanti; dhik pāpabuddhīn bharatapradhānān

Wie können nur Bhīṣma und der Brahmane Kṛpa, und Droṇa, und der König, der Älteste des Geschlechts, nachdem sie die Pārthas vertrieben haben, Glück finden? Schande über die bösgesinnten Häupter der Bharatas!

Wort für Wort
kathaṃ nu bhīṣmaś ca kṛpaś ca vipro; droṇaś ca rājā ca kulasya vṛddhaḥ pravrājya pārthān sukham āpnuvanti; dhik pāpabuddhīn bharatapradhānān
Wie können nur Bhīṣma und der Brahmane Kṛpa, und Droṇa, und der König, der Älteste des Geschlechts, nachdem sie die Pārthas vertrieben haben, Glück finden? Schande über die bösgesinnten Häupter der Bharatas!

kiṃ nāma vakṣyaty avanipradhānaḥ; pitṝn samāgamya paratra pāpaḥ putreṣu samyak caritaṃ mayeti; putrān apāpān avaropya rājyāt

Was wird wohl der Erste der Erde sagen, wenn er im Jenseits mit seinen Vorvätern zusammentrifft, der Sündige - 'Ich habe gegenüber den Söhnen rechtschaffen gehandelt' -, nachdem er die schuldlosen Söhne aus ihrem Reich vertrieben hat?

Wort für Wort
kiṃ nāma vakṣyaty avanipradhānaḥ; pitṝn samāgamya paratra pāpaḥ putreṣu samyak caritaṃ mayeti; putrān apāpān avaropya rājyāt
Was wird wohl der Erste der Erde sagen, wenn er im Jenseits mit seinen Vorvätern zusammentrifft, der Sündige - 'Ich habe gegenüber den Söhnen rechtschaffen gehandelt' -, nachdem er die schuldlosen Söhne aus ihrem Reich vertrieben hat?

nāsau dhiyā saṃpratipaśyati sma; kiṃ nāma kṛtvāham acakṣur evam jātaḥ pṛthivyām iti pārthiveṣu; pravrājya kaunteyam athāpi rājyāt

Sieht er das mit seinem Verstand denn nicht voraus - 'was habe ich getan, ich, so blind, unter den Fürsten geboren' -, nachdem er den Sohn der Kuntī aus dem Reich vertrieben hat?

Wort für Wort
nāsau dhiyā saṃpratipaśyati sma; kiṃ nāma kṛtvāham acakṣur evam jātaḥ pṛthivyām iti pārthiveṣu; pravrājya kaunteyam athāpi rājyāt
Sieht er das mit seinem Verstand denn nicht voraus - 'was habe ich getan, ich, so blind, unter den Fürsten geboren' -, nachdem er den Sohn der Kuntī aus dem Reich vertrieben hat?

nūnaṃ samṛddhān pitṛlokabhūmau; cāmīkarābhān kṣitijān praphullān vicitravīryasya sutaḥ saputraḥ; kṛtvā nṛśaṃsaṃ bata paśyati sma

Gewiss sieht wohl, ach, der Sohn des Vicitravīrya samt seinem Sohn, nachdem er diese Grausamkeit begangen hat, im Land der Vorväter die gedeihenden, goldglänzenden, blühenden, aus der Erde entsprossenen Gewächse -

Wort für Wort
nūnaṃ samṛddhān pitṛlokabhūmau; cāmīkarābhān kṣitijān praphullān vicitravīryasya sutaḥ saputraḥ; kṛtvā nṛśaṃsaṃ bata paśyati sma
Gewiss sieht wohl, ach, der Sohn des Vicitravīrya samt seinem Sohn, nachdem er diese Grausamkeit begangen hat, im Land der Vorväter die gedeihenden, goldglänzenden, blühenden, aus der Erde entsprossenen Gewächse -

[Anm.: Die genaue Bedeutung der 'goldglänzenden, aus der Erde entsprossenen, blühenden Dinge im Land der Vorväter' bleibt unklar - möglicherweise eine ironische Anspielung auf jenseitige Konsequenzen der Untat, die Dhṛtarāṣṭra und Duryodhana in der Ahnenwelt erwarten.]

vyūḍhottarāṃsān pṛthulohitākṣān; nemān sma pṛcchan sa śṛṇoti nūnam prasthāpayad yat sa vanaṃ hy aśaṅko; yudhiṣṭhiraṃ sānujam āttaśastram

gewiss hört er es, wenn er nach diesen fragt, die breite Schultern und weite, rote Augen haben, dass er, ohne Bedenken, Yudhiṣṭhira samt seinen jüngeren Brüdern, mit ergriffenen Waffen, in den Wald geschickt hat.

Wort für Wort
vyūḍhottarāṃsān pṛthulohitākṣān; nemān sma pṛcchan sa śṛṇoti nūnam prasthāpayad yat sa vanaṃ hy aśaṅko; yudhiṣṭhiraṃ sānujam āttaśastram
gewiss hört er es, wenn er nach diesen fragt, die breite Schultern und weite, rote Augen haben, dass er, ohne Bedenken, Yudhiṣṭhira samt seinen jüngeren Brüdern, mit ergriffenen Waffen, in den Wald geschickt hat.

[?: Der genaue Bezug von 'nemān' (diese) in diesem Vers bleibt in der stark komprimierten Versform unklar.]

yo 'yaṃ pareṣāṃ pṛtanāṃ samṛddhāṃ; nirāyudho dīrghabhujo nihanyāt śrutvaiva śabdaṃ hi vṛkodarasya; muñcanti sainyāni śakṛt samūtram

Er, der auch unbewaffnet, der Langarmige, ein mächtiges feindliches Heer erschlagen könnte - schon beim bloßen Klang von Vṛkodaras Stimme lassen die Heere Kot und Urin fahren -

Wort für Wort
yo 'yaṃ pareṣāṃ pṛtanāṃ samṛddhāṃ; nirāyudho dīrghabhujo nihanyāt śrutvaiva śabdaṃ hi vṛkodarasya; muñcanti sainyāni śakṛt samūtram
Er, der auch unbewaffnet, der Langarmige, ein mächtiges feindliches Heer erschlagen könnte - schon beim bloßen Klang von Vṛkodaras Stimme lassen die Heere Kot und Urin fahren -

sa kṣutpipāsādhvakṛśas tarasvī; sametya nānāyudhabāṇapāṇiḥ vane smaran vāsam imaṃ sughoraṃ; śeṣaṃ na kuryād iti niścitaṃ me

er, von Hunger, Durst und dem Weg abgemagert, der Gewandte, wenn er, mit mancherlei Waffen und Pfeilen in der Hand, sich dieses überaus furchtbaren Waldaufenthalts erinnernd, zusammentrifft - er werde keinen Rest lassen, das ist meine feste Überzeugung.

Wort für Wort
sa kṣutpipāsādhvakṛśas tarasvī; sametya nānāyudhabāṇapāṇiḥ vane smaran vāsam imaṃ sughoraṃ; śeṣaṃ na kuryād iti niścitaṃ me
er, von Hunger, Durst und dem Weg abgemagert, der Gewandte, wenn er, mit mancherlei Waffen und Pfeilen in der Hand, sich dieses überaus furchtbaren Waldaufenthalts erinnernd, zusammentrifft - er werde keinen Rest lassen, das ist meine feste Überzeugung.

na hy asya vīryeṇa balena kaś cit; samaḥ pṛthivyāṃ bhavitā nareṣu śītoṣṇavātātapakarśitāṅgo; na śeṣam ājāv asuhṛtsu kuryāt

Denn niemand wird an Tatkraft und Stärke ihm unter den Menschen auf Erden gleichkommen; er, mit von Kälte, Hitze, Wind und Sonnenglut abgemagerten Gliedern, wird im Kampf den Feinden keinen Rest lassen.

Wort für Wort
na hy asya vīryeṇa balena kaś cit; samaḥ pṛthivyāṃ bhavitā nareṣu śītoṣṇavātātapakarśitāṅgo; na śeṣam ājāv asuhṛtsu kuryāt
Denn niemand wird an Tatkraft und Stärke ihm unter den Menschen auf Erden gleichkommen; er, mit von Kälte, Hitze, Wind und Sonnenglut abgemagerten Gliedern, wird im Kampf den Feinden keinen Rest lassen.

prācyāṃ nṛpān ekarathena jitvā; vṛkodaraḥ sānucarān raṇeṣu svastyāgamad yo 'tirathas tarasvī; so 'yaṃ vane kliśyati cīravāsāḥ

Er, der die Könige im Osten samt ihrem Gefolge mit einem einzigen Wagen in den Schlachten besiegte und wohlbehalten zurückkehrte, jener überlegene Wagenkrieger, der Gewandte, Vṛkodara - dieser hier quält sich im Wald, in Rindenkleidung.

Wort für Wort
prācyāṃ nṛpān ekarathena jitvā; vṛkodaraḥ sānucarān raṇeṣu svastyāgamad yo 'tirathas tarasvī; so 'yaṃ vane kliśyati cīravāsāḥ
Er, der die Könige im Osten samt ihrem Gefolge mit einem einzigen Wagen in den Schlachten besiegte und wohlbehalten zurückkehrte, jener überlegene Wagenkrieger, der Gewandte, Vṛkodara - dieser hier quält sich im Wald, in Rindenkleidung.

yo dantakūre vyajayan nṛdevān; samāgatān dākṣiṇātyān mahīpān taṃ paśyatemaṃ sahadevam adya; tapasvinaṃ tāpasaveṣarūpam

Er, der in Dantakūra die versammelten Herrscher der Menschen aus dem Süden besiegte - seht ihn nun, diesen Sahadeva, heute, als Asketen, in der Gestalt eines Büßergewandes.

Wort für Wort
yo dantakūre vyajayan nṛdevān; samāgatān dākṣiṇātyān mahīpān taṃ paśyatemaṃ sahadevam adya; tapasvinaṃ tāpasaveṣarūpam
Er, der in Dantakūra die versammelten Herrscher der Menschen aus dem Süden besiegte - seht ihn nun, diesen Sahadeva, heute, als Asketen, in der Gestalt eines Büßergewandes.

yaḥ pārthivān ekarathena vīro; diśaṃ pratīcīṃ prati yuddhaśauṇḍaḥ so 'yaṃ vane mūlaphalena jīvañ; jaṭī caraty adya malācitāṅgaḥ

Er, der Held, der die Fürsten in westlicher Richtung mit einem einzigen Wagen besiegte, kampfbegierig - dieser hier wandelt heute im Wald, von Wurzeln und Früchten lebend, mit Zöpfen, seine Glieder mit Schmutz bedeckt.

Wort für Wort
yaḥ pārthivān ekarathena vīro; diśaṃ pratīcīṃ prati yuddhaśauṇḍaḥ so 'yaṃ vane mūlaphalena jīvañ; jaṭī caraty adya malācitāṅgaḥ
Er, der Held, der die Fürsten in westlicher Richtung mit einem einzigen Wagen besiegte, kampfbegierig - dieser hier wandelt heute im Wald, von Wurzeln und Früchten lebend, mit Zöpfen, seine Glieder mit Schmutz bedeckt.

satre samṛddhe 'ti rathasya rājño; vedītalād utpatitā sutā yā seyaṃ vane vāsam imaṃ suduḥkhaṃ; kathaṃ sahaty adya satī sukhārhā

Sie, die Tochter, die beim überaus prächtigen Opfer des wagenkriegerischen Königs aus dem Boden des Opferaltars emporstieg - wie erträgt sie, die Tugendhafte, die des Glücks würdig ist, heute diesen überaus schmerzlichen Waldaufenthalt?

Wort für Wort
satre samṛddhe 'ti rathasya rājño; vedītalād utpatitā sutā yā seyaṃ vane vāsam imaṃ suduḥkhaṃ; kathaṃ sahaty adya satī sukhārhā
Sie, die Tochter, die beim überaus prächtigen Opfer des wagenkriegerischen Königs aus dem Boden des Opferaltars emporstieg - wie erträgt sie, die Tugendhafte, die des Glücks würdig ist, heute diesen überaus schmerzlichen Waldaufenthalt?

trivargamukhyasya samīraṇasya; deveśvarasyāpy atha vāśvinoś ca eṣāṃ surāṇāṃ tanayāḥ kathaṃ nu; vane caranty alpasukhāḥ sukhārhāḥ

Wie können die Söhne dieser Götter - des Windgottes, des Ersten der drei Weltziele, des Herrn der Götter, und ebenso der beiden Aśvins - im Wald wandeln, des Glücks beraubt, obwohl sie des Glücks würdig sind?

Wort für Wort
trivargamukhyasya samīraṇasya; deveśvarasyāpy atha vāśvinoś ca eṣāṃ surāṇāṃ tanayāḥ kathaṃ nu; vane caranty alpasukhāḥ sukhārhāḥ
Wie können die Söhne dieser Götter - des Windgottes, des Ersten der drei Weltziele, des Herrn der Götter, und ebenso der beiden Aśvins - im Wald wandeln, des Glücks beraubt, obwohl sie des Glücks würdig sind?

[?: 'trivargamukhyasya' (des Ersten der drei Weltziele) als Beiwort zu Vāyu bleibt in seiner genauen Bedeutung unsicher.]

jite hi dharmasya sute sabhārye; sabhrātṛke sānucare niraste duryodhane cāpi vivardhamāne; kathaṃ na sīdaty avaniḥ saśailā

Da doch der Sohn des Dharma, samt seiner Gattin, samt seinen Brüdern und seinem Gefolge, besiegt und vertrieben wurde, während Duryodhana gedeiht - wie versinkt da die Erde samt ihren Bergen nicht?“

Wort für Wort
jite hi dharmasya sute sabhārye; sabhrātṛke sānucare niraste duryodhane cāpi vivardhamāne; kathaṃ na sīdaty avaniḥ saśailā
Da doch der Sohn des Dharma, samt seiner Gattin, samt seinen Brüdern und seinem Gefolge, besiegt und vertrieben wurde, während Duryodhana gedeiht - wie versinkt da die Erde samt ihren Bergen nicht?

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